Blogbuch einer Modedesignerin - Sandra Lietzmann - E-Book

Blogbuch einer Modedesignerin E-Book

Sandra Lietzmann

0,0

Beschreibung

"Also am besten schreibst Du einfach einen Blog. Dann hältst Du Deine Website immer aktuell und bleibst oben in den Suchmaschinen." Diesen Rat gab mir mein Webdesigner vor einigen Jahren. Aus diesem banalen Grund fing ich an zu bloggen. Dabei hielt und halte ich vieles fest, was mich bewegt und was ich beobachte. Die besten Blogbeiträge sind nun in diesem Buch gesammelt - Mein Leben als Designerin eines Independent Fashion Labels.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2017

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Sandra Lietzmann

Blogbuch einer Modedesignerin

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Wie ich meine perfekte Jeans fand oder: Selbst ist die Designerin

Geschichte des Bummelkleides - Der Bummelkleid – Bummelkurs

Ab in die Ferien – Fazit und Ausblick

#Nachhaltigkeit #Mode #elbfeeberlin

Der erste Hosenkurs

Der rote Samtrock

Oh welch Wunder, ein Pullunder!

Das Cape

Mode im Winter

Der Norwegerpullover

Meine KundInnen, ihre Wünsche und ich

Die Kuscheldecke – Wärme in diesen Tagen

Skistyle

Kreativer Ausblick

Der Cardigan – als Kimono

Das T-Shirt

Der Midi-Rock

Reaktionen auf meine Arbeit

Die Stola

Hippiestyle

Hochzeiten – Hoch-Zeit für spezielle Wünsche

Off-Shoulder-Dermatitis-solaris

Wenn Kinder nähen oder „Sturm im Wasserglas“

Die kleine Tasche

Herbst

Der Trompeten-Ärmel-Trend

„Handmade“ und „Slowfashion“

Punk ist tot – Es lebe die Gebrauchskunst

Die Alphamaske – Betrachtung einer Unbedarften

Kreative Phase

Premiere an der Nähmaschine

Ausblick: Die neue Kollektion

Kleine Mädchen – große Mädchen

Der Hype ums Brautkleid

1. Mai – Tag der Arbeit

Auf der Suche nach dem verlorenen Kleidergefühl

Es ist da

Die Culotte

Rosen und Brautkleider

Nachhaltiger Nachlass

Mein Lieblingsmodel heiratet

!!!!!!!!!!!!!Die neue Kollektion ist da!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Eine gestrickte Handtasche für 1.500 Euro

Flucht in den Elfenbeinturm der Mode

Jetzt schreibe ich ein Buch!

Eine Guten-Morgen-Geschichte, die sich wahrhaftig zugetragen hat.

Zeus und sein Herr

Das Fest der Goldenen Stechginsterblüte

Ein Nachmittag auf der Bank – mit Neufundländer

Vom Stechlin nach Florenz, weg vom grauen Berlin

Laufsteg Fiorentina

Grandezza Fiorentina

Shopping in der Toskana

Ho Ho Ho, der 2. Advent ist vorbei, das Jahr auf der Zielgeraden

Alles neu im neuen Jahr?!?!?!?!????

Ich packe meinen Koffer

Ausnahmsweise

Meine Mitbringsel

Saturnia – oder : Der Ort, wo ich den flow bekomme –

Nach dem Sommer

WLAN oder Wer bin ich

Zu Besuch im Berliner Einzelhandel 10.16

Feiern, Geschenke und Luxus – vor Tausenden von Jahren, gestern, heute, morgen….

Wertsache und Handwerk

Mein Wunschzettel

Letzter Blogpost 2016

Heiße Zitrone

#TBT #Throwbackthursday

Kreislaufkollaps

Mein Hund

Neulich im Erpetal

Zugefrorene Seen und Seerosen

Mein Mann und meine Mäntel

Ode an die Elbe

Ostern oder Zuhause ist es am schönsten

Na so ein Malheur

Sonnenbrand in Schottland

Letzter Tag in Cantinaccia die Sopra

Meine Geburtstagskleider

Ode an die Freundin – Folge 1 – N.

Einkaufen am Brückentag

1. Teil

Meine Arbeitswelt

2. Teil

Meine Privatwelt

Impressum neobooks

Vorwort

Sandra Lietzmann

Blogbuch einer Modesignerin

„Also am besten schreibst Du einfach einen Blog. Dann hältst Du Deine Website immer aktuell und bleibst oben in den Suchmaschinen.“

Diesen Rat gab mir mein Webdesigner vor einigen Jahren. Aus diesem banalen Grund fing ich an zu bloggen. Dabei hielt und halte ich vieles fest, was mich bewegt und was ich beobachte.

Am Anfang weniger regelmäßig, poste ich mittlerweile immer montags. Zunächst musste ich viel überlegen, was ich schreiben könnte. Jetzt schöpfe ich richtig aus dem Vollen. Es macht Spaß, ist mittlerweile zu einer Art Tagebuch geworden. Und oft kommen Beobachtungen in den Blog, die ich im Alltag als berufstätige Mutter und Ehefrau eben mache.

Zunächst wollte ich die Blogposts einfach chronologisch ordnen, doch nun habe ich sie thematisch in Arbeits- und Privatwelt geordnet. Das macht einfach mehr Sinn und erleichtert das Lesen. Überschneidungen sind dabei ganz selbstverständlich und unvermeidlich.

Und wie bei meinen Blogposts unterschreibe ich auch hier:

Eure Sandra von elbfeeberlin

Wie ich meine perfekte Jeans fand oder: Selbst ist die Designerin

Schon seit Jahren habe ich die für mich perfekte Hose genau vor Augen: Auf jeden Fall handelt es sich dabei um eine Jeans, in einem möglichst dunklen Blau, mit Schlag, schön hoch, bis zur Taille, ein bisschen ausgefranstes Detail sollte gern dabei sein, oben schön schmal und dafür unten, wie gesagt, ein schöner Schlag. Also eine Siebziger-Jeans.

Zum Glück sind ja die Siebziger gerade so richtig hipp. So sollte es kein Problem sein, endlich die perfekte Jeans für mich zu bekommen – dachte ich. Zumal ja in allen Modemagazinen und Blogs sämtliche coolen Bloggerinnen, Models, It-Girls, Internet-affinen Moms usw. so etwas schon trugen – also so in der Art. Doch alle Shops, in denen ich geschaut habe, hatten nicht das oben beschriebene Modell parat.

Und so habe ich sie mir doch einfach selbst designt, dunklen Jeansstoff mit Elastan-Anteil eingekauft und nun neben der besagten Jeans auch eine kleine capsule-Kollektion zum Jeansthema geplant und bin in der Produktionsphase.

Fotos folgen.

Eure Sandra von elbfeeberlin

Blogpost vom 100615

Geschichte des Bummelkleides - Der Bummelkleid – Bummelkurs

Auf die Idee mit dem Bummelkleid kam ich einmal, nachdem eine Kundin mir vor einigen Jahren schrieb:

„Die Zeit, in der ich am ganzen Körper eine Größe trug, ist wirklich vorbei.“

Zweiteilige Kleider fand ich ja schon immer praktisch und so entwickelte ich dieses spezielle Kleidchen für mein Label. In fast jeder Kollektion kommt nun ein Bummel-kleid von mir vor, immer in unterschiedlichen Abwand-lungen – neuen Materialien, Schnittvarianten. Kundinnen können sich Oberteil und Rock in unterschiedlichen Größen und Längen bestellen.

Nun ist also der erste Kurs zum elbfeeberlin-Bummelkleid schon Geschichte. Und da es so nett war, möchte ich dazu einige Worte festhalten. Zusammengefunden hatten sich eine „Handvoll“ Damen: Conny, Uli, Ela, Manu, Katha und Kris. Sie kamen, brachten ganz unterschiedliche Voraussetzungen in jedweder Hinsicht mit: Typ, Alter, Geschmack, Aussehen. So unterschiedlich diese Mädels waren, so sympathisch waren sie mir doch. Doch eines verband sie: Sie wollten auf entspannte Weise ein Kleid herstellen, das ihnen entsprechen, sie widerspiegeln sollte. Die Gruppe entwickelt eine sehr lockere, plauderlaunige Atmosphäre. Und so etwas passiert meist, wenn nette Menschen aufeinandertreffen. Da wurde sich über die Kinder, musikalische und natürlich modische Vorlieben ausgetauscht. Nach jedem Nähfort-schritt begutachtete frau sich gegenseitig, lobte und betrieb wieder Konversation.

Das „Bummel“ im Kleid hat sich also atmosphärisch auf den Kurs übertragen – aber schließlich haben doch alle ihr Kleidchen fertiggestellt. Und das Schöne daran: Jede hat ihr Kleid selbst genäht und trotz desselben Schnittes sehen sie völlig unterschiedlich aus.

Eure Sandra von elbfeeberlin

Blogpost vom 180515

Ab in die Ferien – Fazit und Ausblick

Mit dem Schuljahresende in Berlin beginnt elbfeeberlins Urlaub. Vom 17. Juli bis zum 8. August macht elbfeeberlin blau – am Meer.

Zeit, sich darauf zu besinnen, wie es in den vergangenen Monaten lief und wie es weitergehen soll.

Fazit.

Zwei Kollektionen habe ich in diesem Jahr für das Früh-jahr und den Sommer gefertigt – „Modemuseum“ und „Hochsommer“. Ich habe angefangen, in Kursen und AGs zu unterrichten. Das bringt viel Freude und neue Einflüsse auf meine Arbeit mit sich. Es ist spannend, zu sehen, was die TeilnehmerInnen aus meinen Schnitten hervorzaubern, welche Stoffe sie auswählen und zu welchen Varianten verarbeiten.

Die AG zu Mode und Geschichte am Berliner Gymnasium „Alexander von Humboldt“ ist inhaltlich eine etwas andere Herausforderung, da hier auch wieder mein Studienfach gefragt ist: Geschichte. Die Geschichte der Mode beeinflusst natürlich auch heutige Trends, sodass die intensive Beschäftigung damit lohnend ist – und ich lerne auch dazu, wenn ich mit den Mädels über die Mode arbeite.

Täglich zeige ich mittlerweile auf Instagram meine Styles und auch einzelne Arbeiten. Das hat für mich den positiven Effekt, dass ich sehr schnell ein Feedback bekomme und das in meine weitere Arbeit einbauen kann.

Ausblick.

Noch in den Sommerferien beginnen die nächsten Kur-se. Im August gebe ich sowohl Kurse für Kinder als auch wieder für Erwachsene. Genaue Termine könnt Ihr der Rubrik „Kursangebote“ entnehmen.

Auf meiner Homepage möchte ich nun auch einen eigenen Online-Shop einrichten, indem meine KundInnen einkaufen können, ohne den Umweg über Etsy und Dawanda nehmen zu müssen.

Die neue Winterkollektion ist produziert. Davor wird es noch eine kleine Jeanskollektion als Einstimmung auf die neue Saison geben. Auch sie ist schon fertig und wartet darauf, fotografiert zu werden.

Eure Sandra von elbfeeberlin

Blogpost vom 010715

#Nachhaltigkeit #Mode #elbfeeberlin

Vor einiger Zeit habe ich www.kleiderkreisel.de entdeckt.

Dieses Forum bietet den Modelustigen und Fashionvictims unserer Welt in dieser so schnelllebigen Branche Kleider Second Hand zu kaufen, verkaufen, tauschen oder schenken und Gleichgesinnte zu finden.

Wenn man bedenkt, wie schnell wir doch selbst Sachen wieder weglegen oder auch nie angezogen haben und sie auch nie anziehen werden, ist es doch eine richtig runde Sache, auf dieser Plattform aktiv zu werden.

Ja, aber es gibt schon ebay – werden nun einige sagen. Das stimmt natürlich, aber bei Kleiderkreisel ist der Ton netter, es geht wirklich ausschließlich um Mode und man/ frau kommt schnell miteinander ins Gespräch.

Und hier sind die Inhalte ganzer Kleiderschränke zu sehen.

Einfach toll.

So macht Nachhaltigkeit noch mehr Spaß, als sie es ohnehin schon tut.

Elbfeeberlin ist jedenfalls dabei und verkauft, tauscht und verschenkt hier Musterteile und wenig getragen Stücke aus früheren Kollektionen.

Eure Sandra von elbfeeberlin

Blogpost vom 081015

Der erste Hosenkurs

…war eine neue Erfahrung.

Als Workshopleiterin habe ich immer einen Plan, wie ich mit den TeilnehmerInnen das Projekt im vorgegebenen Zeitraum umsetzen kann und möchte. Ich überlege mir, wo die Schwerpunkte und Probleme liegen, beispielsweise das Zuordnen der Schnittteile oder das Reißverschluss einnähen, wie wir diese meistern, damit alle am Ende ein tolles Ergebnis in den Händen halten. Hier sollte es eine Hose sein.

Doch manchmal ist es so, dass die Bedürfnisse der KursteilnehmerInnen in andere Richtungen laufen.

Im ersten Hosenkurs ist genau dies passiert. Ich hatte zwei reizende ältere Damen dabei, die beide schon viel Erfahrung hatten, zudem waren sie die Töchter von Schneiderinnen. Sie waren in herrlicher Plauderlaune und agierten so süß miteinander, dass es eine Freude war, ihnen zuzuhören. Die dritte Teilnehmerin passte zwar alterstechnisch nicht dazu, aber die Chemie stimmte zwischen uns allen. Nach der ersten Aufwärm- und Kennenlernphase ging es an den Zuschnitt. Alle Damen hatten sich denselben Schnitt ausgesucht, was die Arbeit vereinfachte. Wir stellten die nötigen Maße fest, und schnitten nacheinander entsprechend die Teile im Stoff zu. Nach dieser Arbeit ging es ans Zusammenstecken der Teile. Alle Teilnehmerinnen begannen damit. Verblüfft stellte ich an diesem Zeitpunkt fest, dass nur eine Näh-maschine auf dem Arbeitstisch stand. Eigentlich hätten dort drei stehen müssen. Das Gerät konnte ich eindeutig der jüngsten Dame in der Runde zuordnen. „Nein, nein, wir nähen hier nicht, wir heften nur zusammen und passen den Schnitt eventuell an unsere Figur an. Das wollen wir hier lernen. Nähen können wir selbst zu Hause. Die Nähmaschine hierher zu schleppen ist mir auch zu schwer.“ Bumm. Nun verbrachten wir die Zeit damit den Schnitt an die jeweiligen Damenkörper anzupassen, d. h. ich gab nun eher einen Kurs darüber, wie Maßkonfektion funktioniert.

Als Workshopleiterin habe ich gelernt: Habe einen Plan und sei gewappnet, dass Du ihn komplett umwirfst.

Eure Sandra von elbfeeberlin

Blogpost vom 171115

Der rote Samtrock

Es war einmal eine Kollektion, die hieß „samt, weich und sonders“. Sie war die Herbst-Winterkollektion in der Saison 2010/11 meines Labels elbfeeberlin. Weicher Samt verband sich hier mit Wollflanell und Pailletten.