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Marie bekommt in diesem Urlaub die Gelegenheit Gott persönlich die Fragen zu stellen, die uns alle interessieren. Warum lässt Gott Leid zu? Was passiert nach unserem Tod? Warum musste Jesus sterben? Was geschieht, wenn wir jemanden segnen? Wie steht Gott zu seinen Gesetzen? Wer ist der heilige Geist? Jutta Hepp wird es in diesem Roman gelingen, sie mit den Antworten zu überraschen. Wenn sie die Herausforderung annehmen das fragende Kind in sich zu finden, wird dieses Buch ihr Leben verändern. Viele von uns sind entweder ohne ein Bild von Gott aufgewachsen, oder mit einem, das sich zu überdenken lohnt. Vielleicht wurde ER als erzieherisches Mittel missbraucht im Sinne von: "Der liebe Gott sieht alles!" Oder er wurde als der "liebe Gott" bezeichnet und gleichzeitig wurde ihm die Schuld an jedem Unheil das geschieht gegeben. Zumindest indirekt, denn er lässt es ja schließlich zu. Nur allzu schnell gehen wir zu diesem unberechenbaren Gott auf Distanz. Es ist mir ein großes Anliegen dieses Kapitel ihres Lebens, das sie vielleicht vor so langer Zeit geschlossen haben, noch einmal aufzudecken, damit Gott Ihnen ganz neu begegnen kann. So, wie ich ihn kennen und lieben lernen durfte nach einer langen Suche die viel Mut brauchte und die Bereitschaft, die Relikte der Vergangenheit in Frage zu stellen. Die Bibel ist hierbei meine Grundlage geblieben. Dieses Buch soll auch Kindern die Möglichkeit geben, Gott gleich als den wirklich liebenden Vater kennen zu lernen. Ab dem Schulalter, werden sie das Meiste des Buches verstehen können. Aber auch dem älteren Leser sollte es Freude bereiten, nicht nur beim Vorlesen. Ich wünsche mir, dass dieses Buch zu einer Samentüte wird und dass es auf gutem Boden reiche Frucht bringt, nämlich eine echte Beziehung zu dem, der uns liebt wie kein anderer. Ihre Jutta Hepp
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Seitenzahl: 102
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Jutta Hepp
Blumen pflücken verboten
Roman
Alle Rechte vorbehalten
Copyright © 2010
Jutta Hepp,
E-mail: [email protected]
D-51399 Burscheid
ISBN: 978-3-8442-4160-0
Marie bekommt in diesem Urlaub die Gelegenheit Gott persönlich die Fragen zu stellen, die uns alle interessieren.
• Warum lässt Gott Leid zu
• Was passiert nach unserem Tod
• Warum musste Jesus sterben
• Was geschieht, wenn wir jemanden segnen
• Wie steht Gott zu seinen Gesetzen
• Wer ist der heilige Geist
Jutta Hepp wird es in diesem Roman gelingen, sie mit den Antworten zu überraschen. Wenn sie die Herausforderung annehmen das fragende Kind in sich zu finden, wird dieses Buch ihr Leben verändern
Vorwort
Viele von uns sind entweder ohne ein Bild von Gott aufgewachsen, oder mit einem, das sich zu überdenken lohnt. Vielleicht wurde er als erzieherisches Mittel missbraucht im Sinne von: „Der liebe Gott sieht alles!“ Oder er wurde als der “liebe Gott“ bezeichnet und gleichzeitig wurde ihm die Schuld an jedem Unheil das geschieht gegeben. Zumindest indirekt, denn er lässt es ja schließlich zu. Nur allzu schnell gehen wir zu diesem unberechenbaren Gott auf Distanz.
Es ist mir ein großes Anliegen dieses Kapitel ihres Lebens, das sie vielleicht vor so langer Zeit geschlossen haben, noch einmal aufzudecken, damit Gott Ihnen ganz neu begegnen kann. So, wie ich ihn kennen und lieben lernen durfte nach einer langen Suche die viel Mut brauchte und die Bereitschaft, die Relikte der Vergangenheit in Frage zu stellen. Die Bibel ist hierbei meine Grundlage geblieben.
Dieses Buch soll auch Kindern die Möglichkeit geben, Gott gleich als den wirklich liebenden Vater kennen zu lernen. Ab dem Schulalter, werden sie das Meiste des Buches verstehen können. Aber auch dem älteren Leser sollte es Freude bereiten, nicht nur beim Vorlesen.
Ich wünsche mir, dass dieses Buch zu einer Samentüte wird und dass es auf gutem Boden reiche Frucht bringt, nämlich eine echte Beziehung zu dem, der uns liebt wie kein anderer.
Ihre Jutta Hepp
Das Haus der Großmutter stand am Fuße eines hohen Berges. Wer jemals die Geschichte von Heidi gehört oder gelesen hatte, fühlte sich sofort erinnert wenn er dieses idyllisch gelegene Haus sah. Nur, dass eben nicht der Alm Öhi darin wohnte, sondern Elfriede, eine Frau von mindestens siebzig Jahren. Genaueres wusste niemand aus dem Dorf. Sie hatte dieses alte urige Haus geerbt. Oder wie manche sagten, beim Würfelspielen gewonnen. Das waren noch die harmlosen Geschichten, die die Dorfbewohner sich erzählten, wenn sie sich zum Kaffee trafen und Gesprächsstoff suchten.
Der Wissens freie Raum wurde mit immer neuen und obskureren Geschichten gefüllt, wie sie in den Besitz des Hauses gekommen war, das so manch anderer im Dorf auch gern sein Eigen genannt hätte.
So blieb die Fantasie der Dorfbewohner immer frisch, und Elfriede störte sich nicht daran, dass die Leute über sie redeten. Sie umgab sich geschmeichelt mit der Aura des geheimnisvollen und tat nichts dazu, die Gerüchte über ihr Leben aufzuklären. So kam man recht gut miteinander aus.
Jedes Jahr in den großen Ferien kamen Elfriedes Enkelkinder zu Besuch. Sie blieben den ganzen langen Sommer, was für Marie mit ihren acht Jahren der Höhepunkt des Jahres war. Für Tobias, mit vierzehn schon mitten in der Pubertät, sah das Ganze schon anders aus. Es gab kein Kabelfernsehen und keinen Internetanschluss und sein Handy hatte in der Hütte am Fuße des Berges auch keinen Empfang.
Früher hatte er sich auf den Sommer mit Oma immer sehr gefreut. Ausschlafen, beim Nachbarn mal die Kühe melken, im Gras liegen und in den Himmel schauen, einen Grashalm im Mund, solange, bis die Ameisen in sein Hemd krochen oder Oma zum Essen rief. Das war eine willkommene Abwechslung zum Leben in der Stadt, wo ihn morgens der Verkehrslärm schon früh weckte und er am Tag so viel tun musste um das Gefühl zu haben, beschäftigt oder unterhalten zu sein.
Innerlich hatte Tobias sich letztes Jahr schon vorgenommen, dass es sein letzter Sommer sein sollte in diesem Gebirgskaff, aber er hatte in diesem Jahr keine wirkliche Alternative gefunden und so war er noch einmal mit gefahren.
Er verstand sich gut mit seiner Oma. Sie redete nicht so viel und ließ ihm viele Freiheiten.
Das lag wohl auch daran, dass er nicht viel hätte anstellen können, aber es war einfach ein gutes Gefühl, nicht für alles um Erlaubnis fragen zu müssen. Dieses Gefühl von Freiheit war ihm geblieben und hatte ihn motiviert auch diesen Sommer wieder im Dorf zu verbringen.
Auch Marie liebte die Freiheit die sie verspürte, wenn sie die Weite der Landschaft sah. Oft träumte sie lange Zeit nach dem Sommer noch davon wie sie einfach über grüne Wiesen lief, weiter und weiter, kein Zaun, der sie aufhielt, keine Straßen, die man überqueren musste. In diesen Träumen lief sie und lief und lief und wurde höchstens vom Anblick einer Blumenwiese aufgehalten.
Blumen waren ihre Leidenschaft. Sie würde einmal in einer Gärtnerei arbeiten, das wusste sie jetzt schon. Der Anblick von Blumen machte sie glücklich und sie musste sie einfach pflücken. Sträuße, die so dick wurden, bis ihre kleinen Hände sie nicht mehr umfassen konnten.
Oma Elfriede hatte sich schon ein Sortiment an Einmachgläsern zulegen müssen, um all die bunten Sträuße mit Wasser zu versorgen. Oft seufzte sie, wenn Marie wieder eine besonders große Sammlung von der Wiese mitbrachte, aber insgeheim genoss sie den farbenfrohen Anblick in jeder Ecke des Raumes.
Marie war, was man ein artiges Kind nannte. Sie wusste, wie weit sie laufen durfte und dass der Rand vom Wald auch das Ende der Freiheit war. Aber wenn Tobias dabei war, dann durfte sie auch mal ein Stück diesen geheimnisvollen Pfad in den Wald hinein gehen und das war dann richtig spannend. Er schlängelte sich so zwischen den Bäumen hindurch, dass man nie sehr weit sehen konnte und sich darum immer fragte, was wohl nach der nächsten Biegung kam. Zumindest war das bei Marie so, Tobias kletterte lieber die steilen Bergwände hoch, auch wenn er sich dabei so manche Schramme zuzog. Heute war so ein Tag, wo Tobias ihr versprochen hatte, den Wald ein bisschen mehr zu erkunden und sie hatten sich Brote geschmiert und Marie kam sich vor wie Rotkäppchen und freute sich sehr auf den Tag.
Am Waldrand gesellte sich dann zu ihrer Enttäuschung aber Fred zu ihnen, ein Junge aus dem Dorf. Tobias war mit ihm befreundet und ließ sich nur allzu leicht von Fred zu einer kleinen Bergtour überreden. Auch Maries Tränen konnten ihn nicht umstimmen, machten ihm aber zumindest ein so schlechtes Gewissen, dass er den Waldspaziergang für morgen versprach. Also machte Marie sich auf den Heimweg.
Sie dachte zumindest darüber nach, aber dann lockte sie der Anblick des geheimnisvollen Pfades so sehr, dass sie beschloss, ihn wenigstens ein Stückchen entlang zu gehen. Nur so weit, wie sie ihn schon kannte. Vielleicht bis zu der großen Eiche, wo sie beim letzten Mal das Eichhörnchen gesehen hatte. Es war so zutraulich gewesen, dass es schließlich sogar eine Nuss aus Maries Hand genommen hatte. Vielleicht war das Eichhörnchen ja wieder da.
Marie kannte das Unheimliche eines Waldes nur aus Märchen wie Rotkäppchen, oder Hänsel und Gretel und diese Abenteuer waren ja immer gut ausgegangen. Also spürte Marie zwar so ein leichtes Kitzeln im Nacken, aber das war eher angenehm. Angst hatte Marie keine.
Der Wald war wunderschön. Ohne Tobias war er sogar noch schöner. Tobias drängte sie immer so, schneller zu laufen, weil er sehen wollte was hinter der nächsten Biegung kam. Aber Marie lief lieber langsam. Sie schaute in die Baumkronen über sich und in die unterschiedlichen Grüntöne der Blätter.
Sie genoss die Sonnenstrahlen, die kleine Lichtpunkte auf den Waldboden malten. Sie sah Käfer mit glänzenden, bunten Panzern und ließ eine von diesen dicken, weichen, braunen Raupen über ihren Handrücken laufen. Es war wunderbar.
Und Marie horchte. Sie konnte schon ein paar Vögel an ihrem Ruf erkennen, das hatte ihre Oma ihr beigebracht. Sie hatte so ein dickes Buch in dem die Vögel gezeichnet waren und nicht fotografiert. Das war ein wertvolles Buch und sie musste am Tisch sitzen, wenn sie es anschauen wollte und zwischen manchen Seiten lagen Blumen, die Oma mal gepresst hatte.
Sie waren schon verblichen, aber man konnte immer noch sehen, dass es wunderschöne Blumen waren. Anders als die von der Wiese und anders als alle, die Marie jemals gepflückt hatte. Sie wollte Oma immer schon mal fragen, woher die Blumen kamen.
Das Eichhörnchen war nicht da, aber dafür saß ein wunderschöner Kuckuck auf einem der unteren Äste und Marie setzte sich leise auf einen Baumstumpf und sah ihn an. Der Kuckuck, als würde er sein zurück haltendes Publikum zu schätzen wissen, gab seinen zwar etwas eintönigen, aber sehr durchdringenden Ruf zum besten.
Marie war begeistert, das würde sie Oma erzählen. Bei dem Gedanken an Elfriede wurde ihr aber auf einmal mulmig zumute. Wie sollte sie das erklären, dass sie allein in den Wald gegangen war. Darüber hatte sie noch gar nicht nach gedacht. Etwas bedrückt machte Marie sich auf den Weg nach Hause.
Am Waldrand traf sie auf Tobias und Fred, und bekam auch gleich eine Vorhaltung wie sie denn alleine in den Wald gehen könnte. Aber auch Tobias hatte ein schlechtes Gewissen, weil er seine Hose beim klettern etwas zerrissen hatte und weil er ja eigentlich versprochen hatte, Marie zu begleiten.
Es war Fred, der schließlich den Vorschlag machte nichts zu erzählen, wenn man nicht gefragt würde und wenn, vielleicht nicht gleich alles zu sagen. So würde man ja nicht lügen und überhaupt wäre ja nichts passiert und ob man sich morgen nicht noch einmal treffen könnte?
Es war ein Tag, von dem man sich wünschte, dass er nicht endet, oder sich zumindest noch einmal wiederholen ließ und so stimmten alle zu.
Elfriede hatte den Tag zum Marmelade einkochen genutzt. Sie stand ein wenig müde und erhitzt am Herd und freute sich über die glücklichen Kinderaugen. Sollte ein Funke von schlechtem Gewissen darin gewesen sein, so übersah Elfriede ihn und sie hatte auch gleich genug damit zu tun, die kleinen Schleckkerschnuten vom übermäßigen Marmelade naschen abzuhalten.
In dieser Nacht träumte Marie. Sie war wieder im Wald. Der Kuckuck hatte auf einmal ein leuchtend buntes Gefieder und einen großen Schnabel. Fast wie ein Papagei. Er kam auf ihre Schulter geflogen und zusammen liefen siezwischen den Bäumen hindurch. Der Kuckuck stellte sie den Tieren des Waldes vor und sie konnte ihre Sprache verstehen und kein Tier hatte Angst vor ihr. Es war ein glücklicher Traum, einer, aus dem man gar nicht aufwachen möchte weil er all die neuen Möglichkeiten wieder mit sich nimmt.
Am nächsten Morgen halfen sie zuerst der Oma beim aufräumen der Küche. Die süße Marmelade hatte überall ihre Spuren hinterlassen und Elfriede freute sich über die beiden Helfer. Heute war Freitag, da würde sie auf den Wochenmarkt gehen.
Sie verkaufte einen Teil der Marmelade an einen Händler dort, das war ein gutes Geschäft, weil sie für ihre harmonischen und interessanten Beeren Mischungen bekannt war im Dorf. Und dann hatte sie immer noch ein paar Zutaten, die man eigentlich gar nicht in der Marmelade vermutete, aber die waren geheim und niemand kannte sie.
Wie gesagt, Elfriede genoss die Aura des geheimnisvollen. Sie schmunzelte immer etwas, wenn die Köpfe hinter ihrem Rücken zusammen gingen und sie sich schon denken konnte, dass jetzt wieder ein neues Gerücht geboren würde, über das Haus oder die Zutaten in der Marmelade, oder ihre Vergangenheit.
Zuerst war Elfriede etwas enttäuscht, dass die Kinder sie nicht begleiten wollten, aber sie hatte Verständnis. Ehrlich gesagt rechnete auch sie damit, dass Tobias nicht mehr oft den Sommer bei ihr verbringen würde. Er sollte sich wohl fühlen und sie kannte Fred, er war ein ordentlicher Junge, zumindest hatte sie das von ihm gehört und es freute sie, dass Tobias einen Freund im Dorf hatte.
Sie hatte keine Angst, wenn die Kinder zusammen los zogen, es war ein ruhiges Dorf. Jeder kannte jeden und man passte aufeinander auf. Das war ein ungeschriebenes Gesetz.
Tobias und Fred hatten einen besonders guten Kletterhang entdeckt und wollten Marie eigentlich überreden mit ihnen zu kommen. Nicht weil sie Wert auf die Gesellschaft eines kleinen Mädchens gelegt hätten, sondern weil ihr schlechtes Gewissen sie drückte, wenn Marie allein im Wald unterwegs war.
