Blutende Herzen - Käthe von Daubner - E-Book

Blutende Herzen E-Book

Käthe von Daubner

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Beschreibung

Die bezaubernde Dietlinde von Waldesruh liebt den edlen Ritter Godehard von Geilhammer und er liebt sie. Alles könnte so schön sein, hätte nicht Dietlindes Vater, der Graf von Waldesruh, beschlossen, seine einzige Tochter mit einem anderen zu vermählen. Doch Godehard wäre kein echter Held, würde er nicht alles in seiner Macht Stehende tun, um für immer mit seiner Dietlinde vereint sein zu können. "Blutende Herzen - Es durfte nicht sein" ist gleichsam eine Persiflage wie Hommage auf die Groschen- und Liebesromane der Vergangenheit und Gegenwart Für Fans und solche, die es werden wollen.

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Widmung

An all die einsamen Herzen

da draußen, die noch auf

der Suche nach ihrer Dietlinde

beziehungsweise ihrem

Godehard sind …

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Dietlinde & Godehard

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Vorwort

Die Entstehungsgeschichte von Blutende Herzen – Es durfte nicht sein ist es wert, an dieser Stelle erzählt zu werden. Es begann im Grunde mit einem Garagenfund im Sommer vor drei Jahren. In mehreren verstaubten Kisten lagen, völlig in Vergessenheit geraten, unzählige Ausgaben von Groschenromanen aus den 1950er und 1960er Jahren. Voller Begeisterung stürzten wir uns auf die alten, vergilbten und zugegebenermaßen sehr muffigen Heftchen, die uns allein schon durch ihre Titelbilder faszinierten. Zu sehen waren darauf fast ausnahmslos Paare, die sich inniglich herzten und somit einen Vorgeschmack auf das boten, worum es in den Heftchen geht: die Liebe … Und auch solch vielversprechende Titel à la Ein leidendes Herz auf der Suche nach der großen Liebe oder Grete, eine Frau im Kampf mit ihrem Schicksal weckten unsere literarische Neugierde.

Nachdem wir kurz in einige der Romane hineingelesen hatten, nahmen wir gleich einen großen Vorrat an uns und beschlossen, uns fortan in gemeinsamen Lesungen daran zu ergötzen. Was haben wir gelacht und uns auch gewundert über die damalige, uns so unbekannte Zeit und die darin herrschenden Rollenbilder. Irgendwann meinten wir ganz großspurig, dass wir – ohnehin beide schriftstellerisch tätig – doch auch in der Lage wären, solch einen schmalzigen Roman zu verfassen. Gesagt getan. So nahm die Geschichte ihren Lauf …

Doch zunächst nur als privater Spaß in Form von losen Textpassagen, die wir uns aus Zeitvertreib, manchmal auch mitten in der Nacht, als Textnachrichten zukommen ließen.

Dabei blieb es jedoch nicht, denn wir begannen uns derart hineinzusteigern, dass die ganze Geschichte Formen annahm. Immer öfter fielen wir unserem Umfeld mit mehr oder minder freiwillig erduldeten Lesungen auf die Nerven. Obwohl es sich um unser erstes gemeinsames Schreibprojekt handelte, stellten wir schnell fest, dass wir uns in allem sehr, sehr einig waren: inhaltlich, stilistisch, humoristisch. Bald hatten wir für unsere Figuren Namen, eine eigene Vorgeschichte, das passende Setting und irgendwann war es an der Zeit, die losen Fäden zusammenzufügen und aus den Einzelpassagen eine ganze Geschichte mit ordentlichem Anfang und Ende zu spinnen.

Fehlte nur noch eines: das passende Pseudonym.

Einerseits deshalb, weil wir unser Gemeinschaftswerk unter einem Namen veröffentlichen wollten, andererseits schien es uns fast zum guten Ton zu gehören, einen derartigen Liebesroman mit einer entsprechenden Autorin „zu versehen“.

Nach einigem Überlegen entstand die Kombination aus einer Abwandlung des Vornamens der einen von uns beiden sowie einer Übersetzungsvariante des Nachnamens der anderen: Käthe von Daubner war geboren.

Dass unsere Blutenden Herzen im Mittelalter spielen, hat sich irgendwie so ergeben. Es ist ja kein historischer Roman im engeren Sinne, weshalb uns etwaige geschichtliche Ungenauigkeiten bitte nachzusehen sind, sondern eine romantische Liebesgeschichte. Da wir aber beide große Anhängerinnen der antiquierten Ausdrucksweise sind, bot sich eine weit zurückliegende Ära als Rahmen unseres Romans einfach an.

Nach langer Schaffensphase kommt unser „Schmachtfetzen“ nun also endlich unters Volk. Zwar ist uns bewusst, dass er weder inhaltlich noch was den Umfang anbelangt dem gestrengen Regelwerk des klassischen Groschenromans entspricht, dennoch bleibt eben dieser unsere Hauptinspirationsquelle.

Daher, liebe Leute, nehmt das Ganze bitte nicht zu ernst! Wir haben es auch nicht getan. Blutende Herzen – Es durfte nicht sein ist ein satirischer, augenzwinkernder Blick auf den Groschen- und Liebesroman.

Uns bleibt nun zu hoffen, dass Blutende Herzen – Es durfte nicht sein den geneigten Leser:innen gefällt und ihnen viele lustige, sehnsuchtsvolle, schmachtende und durchaus auch spannende Momente der Lektüre beschert.

Herzlichst eure Autorinnen

Katharina und Nathalie

alias Käthe von Daubner

Dietlinde & Godehard

BLUTENDE HERZEN – ES DURFTE NICHT SEIN

Kapitel 1

Vor vielen Jahrhunderten, in einer Zeit, die der unseren so fern ist, gab es einst eine Burg. Sie trug den klangvollen Namen Burg Waldesruh, denn sie lag tief verborgen zwischen rauschenden Wäldern und grünen Hügeln. Ihre trutzigen Wehrtürme ragten in den Himmel und von ihren Zinnen wehten die Fahnen im Wind und zeigten weithin sichtbar das Wappen ihrer adeligen Bewohner. Das Geschlecht derer von Waldesruh war alteingesessen und der Graf von Waldesruh nannte weite Ländereien sein Eigen, die von zahlreichen Rittern, welche ihm die Treue geschworen hatten, als Lehen verwaltet und bewirtschaftet wurden. Keiner musste hier darben. Doch der Graf von Waldesruh selbst war ein einsamer Mann, der an Familie auf der Burg nur mehr sein einziges Kind, seine Tochter Dietlinde, bei sich hatte. Ihre Mutter, die Gräfin Konstanzia von Waldesruh, war kurz nach der Geburt Dietlindes vom Kindbettfieber dahingerafft worden. Vor Trauer um seine geliebte Gattin drohte der Graf beinahe dem Wahnsinn zu verfallen und verweigerte sich einer weiteren Ehe, welche ihm einen Stammhalter hätte schenken können.

Alldieweil der Graf von Waldesruh sich durch die gewaltsame Erweiterung seiner Ländereien von seinem Schmerz und seiner Einsamkeit abzulenken suchte, wuchs seine Tochter Dietlinde zu einer jungen Frau heran. Land auf, Land ab besangen die Barden ihren Liebreiz und es kam die Zeit, da der Graf daran zu denken begann, seine Tochter zu verheiraten. Obschon er selbst mit seiner Gattin Konstanzia das Glück einer Liebesheirat hatte erfahren dürfen, sah er für die Eheschließung Dietlindes die Liebe nicht als hinreichenden Grund. Hierbei richtete der Graf sein Hauptaugenmerk auf die Menge an Talern und Gulden, welche der zukünftige Ehegatte Dietlindes der gräflichen Schatzkammer beizusteuern vermochte. Denn die vielen Kriege des Grafen von Waldesruh hatten ihm zwar auch viele Ländereien beschert, jedoch auch ein Loch in seinen Geldbeutel gerissen, welches dringlichst gestopft werden wollte.

An Verehrern mangelte es Dietlinde freilich nicht. Schon viele hatten ihrem Vater die Aufwartung gemacht und um die Hand seiner bildschönen Tochter mit dem zarten Gesichtchen und dem langen, kastanienfarbenen Haar angehalten. Doch keiner war jemals auch nur in die Nähe Dietlindes gelangt. Diese lebte wohlbehütet, abgeschirmt von der Welt jenseits der Burgmauern und verbrachte ihre Tage mit dem Lustwandeln im Burggarten oder in ihren Gemächern mit dem Besticken von Gewändern und Wandteppichen. Kein Anwärter um Dietlindes Gunst war dem Grafen von Waldesruh bislang als gut genug erschienen. Auch wenn sich unter ihnen wohlverdingte Ritter seines Landes befanden, hatte noch keiner das nötige Vermögen aufzuweisen, welches sich der Graf für den Gatten seiner einzigen Tochter ausbedungen hatte.

Doch es kam der Tag, an dem eine vielversprechende Kunde an das Ohr des Grafen von Waldesruh drang: Der Graf von Hinten, welcher über die weitläufigen angrenzenden Ländereien herrschte, hatte seine Gattin an die Schwindsucht verloren. Sie war bereits die dritte Frau gewesen, die er zu Grabe hatte tragen müssen, ohne dass diese ihm einen Stammhalter hatte gebären können. Doch der Graf von Hinten war nicht mehr der Jüngste – die Zeit drängte, wenn er den Fortbestand seines Geschlechts sichern wollte. Die Herren der benachbarten Ländereien rückten bereits näher und begannen auf sein Vermögen zu schielen, wie kreisende Aasgeier es über einem Kadaver zu tun pflegen. Gewiss, Graf von Waldesruh war sich wohl bewusst, dass sein Vermögen nicht das Einzige war, worüber die Menschen in Verbindung mit dem alten Grafen von Hinten sprachen. Es war weithin bekannt, dass es sich bei dem alten Grafen nicht nur um einen außerordentlich reichen, sondern auch um einen außerordentlich hässlichen Mann handelte. Ja, man mochte fast sagen, dass er ein verabscheuungswürdiges Äußeres besaß: Von Kindesbeinen an war er mit einem Buckel gestraft und ein Hautleiden sorgte dafür, dass der Leib des Grafen von Hinten mit eitrigen Furunkeln übersät war, die von Zeit zu Zeit aufbrachen. Doch dem nicht genug: Der alte Graf pflegte einen ausschweifenden Lebenswandel, aß zu viel und zechte weidlich. Dies zollte seinen Tribut in Form einer übergroßen Leibesfülle.

All dies stellte für den Grafen von Waldesruh jedoch kein Hindernis in Bezug auf eine mögliche Eheschließung mit seiner liebreizenden Tochter Dietlinde dar. Für ihn wogen die übervollen Schatzkammern des Grafen von Hinten bei Weitem sein Alter und sein furchtbares Äußeres auf. So beschloss er, dem Grafen von Hinten die Hand seiner einzigen Tochter Dietlinde anzutragen und teilte ihm dies mitsamt einer Einladung zum alljährlichen Ritterturnier auf Burg Waldesruh mit.

Kapitel 2

Die Sonne schien am blauen Frühsommerhimmel und kein Wölklein zog vorüber. An diesem Tage hatte der Graf von Waldesruh alle Ritter seines Landes zum Turnier auf seine Burg geladen. In Ermangelung einer gräflichen Gattin an seiner Seite nahm seine Tochter Dietlinde den Platz als Ehrendame neben ihm ein. Die Ehrentribüne war festlich geschmückt und bunte Bänder wehten sachte in der lauen Frühsommerbrise. Die zahlreichen illustren Gäste waren bereits eingetroffen und Graf von Waldesruh begrüßte aufs Herzlichste den alten Grafen von Hinten, welchen er strategisch klug neben seiner Tochter Dietlinde platzierte. Mit diesen beiden hatte er große Pläne! Der Graf von Hinten nahm seinen Platz ein und ließ seinen Blick unverhohlen lüstern über Dietlindes weibliche Silhouette wandern. Angewidert dachte diese bei sich: Oh, welch ekelhafter alter Lustmolch! Nach außen jedoch machte Dietlinde gute Miene.

Endlich bliesen die Fanfaren und kündigten den Beginn des Turniers an. Nun ritten all die teilnehmenden Ritter in ihren schimmernden Rüstungen auf den Turnierplatz und präsentierten sich der jubelnden Zuschauermenge. Ein jeder saß stolz auf seinem Schlachtross und wurde von seinem treuen Knappen bis vor die Ehrentribüne geführt. Dort angekommen, zeigte der Herold das jeweilige ritterliche Wappen und verkündete den Namen des edlen Recken. Dieser nahm den Helm ab und wurde von Dietlinde mit einem huldvollen Lächeln bedacht.

Bar jeder Gefühlsregung absolvierte Dietlinde alles als die brave Tochter ihres gräflichen Vaters. Bis zu jenem Zeitpunkt, als Ritter Godehard von Geilhammer auf den Turnierplatz ritt. Vom Herold ausgerufen, wurde Godehard auf seinem Schlachtross sitzend von seinem Knappen Arnulf vor die Ehrentribüne geführt. Ritter Godehard hatte ein Lehen von Graf von Waldesruh, doch Dietlinde wusste wohl, dass er zu den ärmeren Rittern im Gefolge ihres Vaters zählte. Aber als Godehard von Geilhammer seinen silbrig glänzenden Helm abnahm, um Dietlinde als Ehrendame des Turniers zu grüßen, zollte diese dem Ritter nichtsdestotrotz den gebührenden Respekt.

Als beide sich aus der Verneigung erhoben, trafen sich ihre Blicke. Godehards veilchenblaue Augen blickten auf ungehörige Weise unverwandt in die schiefergrauen, dicht bewimperten Augen Dietlindes. Diese senkte verlegen den Blick, um ihn jedoch sogleich wieder auf den Ritter zu richten. Dieser Mann mit den breiten Schultern und den blonden Locken, die im Sonnenlicht glänzten wie flüssiges Gold, faszinierte Dietlinde auf eine Weise, wie sie es nie zuvor gekannt hatte. Godehard erging es mit ihr ebenso und es kostete ihn all seine männliche Überwindungskraft, seinen Blick von diesem wunderbaren Geschöpf zu lösen. Doch er musste, denn das Turnier begann.

Beim Kampf mit der Lanze zu Pferde schlug Godehard sich wacker und hob bereits beim dritten Durchgang mit einem gezielten Stoß seinen Gegner aus dessen Sattel. Doch statt diesen in seiner schweren Rüstung im Staube liegen zu lassen, bewies Godehard Edelmut, stieg selbst von seinem Ross und half seinem Gegner aufzustehen. Für seine wahrhaft beeindruckende Turnierleistung und sein überaus ritterliches Verhalten, wurde Godehard zum Sieger des Turniers ernannt. Der ausgelobte Preis hierfür bestand aus einem Schafbock, einem dick gemästeten Schwein sowie zehn Fässern Wein der besten Trauben von den sonnenbeschienenen Hängen der gräflichen Ländereien. Darüber hinaus wurde Ritter Godehard von Geilhammer die Ehre zuteil, auf dem anschließenden Festbankett einen Platz am Kopfe der langen Tafel einzunehmen – ganz in der Nähe des Grafen von Waldesruh und dessen liebreizender Tochter Dietlinde.

Der große Festsaal der Burg war mit Immergrün und den Blumen des frühen Sommers geschmückt. Die Tafel bog sich unter den vielen Speisen, die schon seit Tagen in der Burgküche zubereitet worden waren. Darunter fand sich alles, was das Herz und der Magen begehrten: gebratene Fasane, Spanferkel, große Räucherschinken, Laibe von Käse, Früchte und süße Honigkuchen. Doch nicht nur für das leibliche Wohl der Gäste war gesorgt: Durch die Luft hallten bereits die Klänge von Schalmeien und einer Leier, zu denen ein Sänger mal wehmütige, mal beschwingte Lieder darbot.

Während die Gäste sich die Mägen vollschlugen und ein Stimmengewirr den Raum erfüllte, war Dietlinde der Appetit vergangen. Auch hier im Festsaal hatte ihr Vater dafür gesorgt, dass der alte, buckelige Graf von Hinten den Platz neben seiner Tochter einnahm und dieser ließ keine Gelegenheit aus, Dietlinde auf unmissverständliche Weise sein Begehr zu verdeutlichen. Immer näher rückte er an sie heran. Ja, er wagte es sogar, Dietlinde für einen kurzen Moment unter dem Tisch seine schwielige, plumpe Hand auf ihren schmalen Oberschenkel zu legen. Doch Dietlinde stieß sie sogleich angewidert fort. Hilfesuchend und gequält blickte sie immer wieder zu Trutmilla, ihrer Kammerzofe und einzigen Vertrauten, die am anderen Ende der Tafel beim Gesinde saß und zu weit entfernt war, um sich der Nöte ihrer Herrin gewahr zu werden.

Inmitten ihrer verzweifelten Versuche, sich der Annäherung des alten Grafen von Hinten zu erwehren, entging es Dietlinde dennoch nicht, dass sich auch Ritter Godehard von Geilhammer ganz in ihrer Nähe befand. Er saß ihr fast gegenüber und so manches Mal trafen sich über die Festtafel hinweg ihre Blicke und hielten kurz aneinander fest. Lange genug jedoch, dass es Dietlinde schwindelte. So ertappte sie sich selbst bei dem Gedanken: Ach, säße doch nur er an meiner Seite! Dann kam die Stunde, da das Festmahl vorüber war und alle Gäste ihren Heimweg antraten. Blind für die Abscheu seiner Tochter, war der Graf von Waldesruh zufrieden mit dem Fortgang seines Planes, Dietlinde dem alten, buckeligen Grafen von Hinten zur Frau zu geben. Letzterer hatte sich ja durchaus geneigt gezeigt und störte sich offenbar nicht daran, dass Dietlinde seine unübersehbaren Annäherungsversuche in keinster Weise zu erwidern gedachte.

Dietlinde war einfach nur froh und erleichtert, als sie sich nach dem anstrengenden Turniertag mit ihrer Kammerzofe Trutmilla in ihre Gemächer begeben konnte. Dort bürstete ihr Trutmilla noch ihr langes, kastanienfarbenes Haar, welches Dietlinde in sanften Wellen wie ein seidener Vorhang bis zur Hüfte fiel, bevor diese sich zur Ruhe bettete. Für heute mochte Dietlinde nicht mehr sprechen, nur mehr denken. Denken an den blondgelockten Ritter Godehard von Geilhammer, welcher ihr ganzes Herz für sich eingenommen hatte.

Kapitel 3

Am Tage nach dem Turnier wurde auf Burg Waldesruh von nichts anderem gesprochen als vom glorreichen und ehrenhaften Sieg des Godehard von Geilhammer. Dietlinde war kaum Herrin ihrer Gesichtszüge, denn jedes Mal, wenn sie seinen Namen vernahm, umspielte ein beseeltes Lächeln ihre Lippen. Den meisten um sie herum mochte dies vielleicht nicht auffallen, doch ihrer treuen Kammerzofe Trutmilla war die Wandlung im Gebahren ihrer jungen Herrin mitnichten entgangen. Zudem hing auch Trutmilla selbst ihren Tagträumen nach. Die Hauptrolle darin spielte kein Geringerer als der Knappe Ritter Godehards – der junge, schwarzgelockte Arnulf mit den hellen, waldgrünen Augen.

Von der Schwärmerei ihrer Zofe ahnte Dietlinde nichts, denn sie war vollauf mit den Irrungen ihres eigenen Her