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"Wohin mit den Tränen, wenn kein Platz dafür ist? Wohin mit den Gefühlen, wenn kein Platz dafür ist? Wohin mit den Ängsten, wenn kein Platz dafür ist?" Wer kennt nicht das beflügelnde Kribbeln des Verliebtseins, die unaushaltbare Sehnsucht der Liebe, den tiefen Schmerz der Entzweiung und den alles vernichtenden, todbringenden Hass der blinden Wut? In melancholischen Gedichten und Kurzgeschichten findet sich vor allem die niedergeschriebene Essenz aus Begegnungen und Erlebnissen des Autors. Zum Teil verpackt in den kreativ- kindlichen Stil von Reimen. Stilbruch? Provokation? Unbedingt!
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2016
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LABYRINTH DER GEDANKEN
MORGENRÖTE
BLUTMOND
KURZGESCHICHTEN
KURZWEILIGES
ALPHABETISCHES VERZEICHNIS
ÜBER DEN AUTOR
Ein großes Land,
darin eine Stadt,
darin ein Haus,
darin ein Mensch,
darin - Angst.
Plötzlich ein Pfeifen -
dann ein Knall.
Die Angst ist weg.
Der Mensch ist verbrannt.
Das Haus ist zersprengt.
Die Stadt ist zerstört.
Das Land - nicht mehr Land.
Schwarzgerußte Schornsteinwolken
ziehen träge durch das Dickicht des Waldes.
Geruch verbrannter Eiweißzellen,
frisst sich in die Hirne kahlgeschorener Köpfe.
Knochen,
von lederner Haut bezogen,
bewegen vollbeladene Karren in Richtung Wald.
Doch kein Laub füllt die hölzernen Wagen.
Blutverkrustete Gebeine,
drängen sich um einen guten Platz.
Abgekippt an einer Böschung,
kämpfen sie mit gefräßigen Parasiten.
Gestank der Verwesung verbreitet sich.
Der Verstand drängt zum Wahnsinn.
Hängende Beine an blutigen Galgen,
tanzen einen frohen Tanz.
Angst in den Köpfen.
Angst in den Leibern.
Angst vorm Tod,
der doch befreiend wirkt.
Es ist Winter.
Monderhellte Nächte,
lassen der Kälte freien Lauf.
Diese greift wahllos ihre Opfer.
Auch in dieser Nacht wird sie das Ihre finden.
An den Fenstern wachsen weiße Blumen.
Der Fluss, welcher die Brücke unterläuft,
ist von einer festen Haut überzogen.
Flammen spiegeln sich auf dem Eis,
strahlen Wärme aus - Leben.
Doch die Kälte kriecht langsam
aus dem Fluss in Richtung Mensch.
Sie umklammert die blauschwarzen Füße,
beißt sich gemächlich bis zum Kopf.
Die Flammen schlagen höher.
Das Feuer ist erloschen.
Die leblose Hülle mit Eis überzogen.
Der Tod gesättigt -
Es ist Winter.
Monderhellte Nächte . . .
Fließende Gedanken,
einem Gewässer gleich,
in meinem Kopf.
Realität und Illusionen.
Ängste und Freuden.
Wellen schlagen an das Ufer.
Endlose Schlacht um . . .
Wer kann das sagen?
Sinnlose Kriege überall.
Siege für Tod und Verderben.
Feuer und Wasser.
Luft und Erde.
Plus und Minus.
Gut und Böse.
Jeder gegen Jeden.
Das Summen einer flauschigen Hummel,
welche durch die Luft schwebt
und Nektar sammelt,
macht mich schläfrig.
Eine träumerische Stille,
in einer träumerischen Landschaft,
in einem träumerischen Traumland,
in dem träumerisch Frieden und Liebe regieren.
Träumend liege ich im weichen Moos.
Uralte Buchen um mich herum.
Kleine Naturklangkünstler geben ein Konzert,
welches kaum schöner sein kann.
Frieden und Liebe - selbst in den Menschen.
Keine Habgier wuchert in den Köpfen.
Der Hass ist verstorben.
Der Krieg längst verboten.
Erschrocken reiße ich die Augen auf.
Ein erboster Förster steht neben mir.
Bedrohlich bewegt er seinen Zeigefinger:
„Das verlassen der Wege ist verboten!“
Flimmernde Bilder,
bunt und schön.
Möchte immer
vor’m Fernseher steh’n
Tele – Vision
mir gefällt.
Flimmerkasten
meine Welt.
Bin süchtig nach
der Droge der Serie.
Lass mich berieseln -
Wahrheit oder Lüge?
Tele – Vision
mir gefällt.
Flimmerkasten
meine Welt.
Medienriesen
erschaffen neu die Welt.
Vision des Tele
am Ziel vorbeigeschnellt.
Tele – Vision
mir gefällt.
Flimmerkasten
meine Welt.
Lebend g.e.f.a.n.g.e.n
im Käfig Gesellschaft
Selbstbestimmung
weit entfernt
Freiheit nur Illusion
Widerstand wird i.n.h.a.f.t.i.e.r.t
M.a.s.c.h.i.n.e.n.l.e.b.e.n zukunftsweisend
automatisch und mechanisch
Kunst als Ausweg
Freitod als Chance
Der Morgen und der Abend,
der Tag und die Nacht,
der Wunschtraum und der Alptraum,
das Gute und das Böse,
das Licht und die Finsternis,
und doch auch - Dämmerung.
Der Sommer und der Winter,
der Frühling und der Herbst,
die Flaute und der Sturm,
die Dürre und die Flut,
die Kälte und die Hitze,
und doch auch - Lauwarm.
Stark oder schwach,
groß oder klein,
arm oder reich,
geliebt oder gehasst,
rot oder braun,
und doch auch - Mensch.
Goldig gelb strahlt die Sonne der Erde entgegen.
Vögel singen ihr Begrüßungslied,
heißen den Feuerball willkommen.
Blumen weinen Tau vor Freude,
denn ein neuer Tag beginnt.
Majestätisch marschiert die Sonne
auf dem azurblauen Teppich.
Ihr lebloses Licht wird vom Tau
mit bunten Malereien geschmückt.
Für Süßigkeiten gehalten,
von zwerghaften Lebewesen verschlungen.
Doch trügerisch die Szene scheint.
Keine Wolke befleckt den Himmel.
Blau, der Sonne Teppich bleibt.
Verheerend die Wirkung ihrer Todesstrahlen.
Und doch die Sonne weiterzieht.
Vergessen ist der taufrische Morgen,
doch jedes Wesen sich nach ihm sehnt.
Braun das Grün der Wälder und Wiesen.
Tod alles Leben auf Mutter Erde.
Verbrannt von ihrem ärgsten Feind.
Schwere Noten in Moll
drängen in mein Gehirn.
Salzige Bäche in müden Augen,
vom Mond hell erleuchtet.
Hell erleuchtet auch die Turmuhr
im Kloster am anderen Ufer des Flusses.
Die hohen Fenster herausgerissen.
Das Dach durch ein Gerüst gestützt.
Seelen von vergangenen Generationen
prasseln auf mich hernieder.
Erzählungen vom Tod und der Qual,
verkünden sie mir.
Das Ende des Klosters ist mir offenbar.
Doch noch brennt Licht im Kasten der Turmuhr.
Noch schlägt das Herz des uralten Gemäuers.
Rhythmisch verschmelzen wir miteinander.
Im Takt der Uhr bewege ich nun meine Glieder.
Schreite in Sekundenschritten zum Kloster hin.
Je näher ich ihm komme,
desto höher wächst die Schwermut in mir.
Langsam löse ich mich auf.
Finde mich um Jahrhunderte versetzt.
Das Kloster voller Leben.
Mein junges Herz schlägt glücklich in die Nacht.
Pferdestärken treiben
mein Auto voran.
Bäume rasen
an mir vorüber.
Musik hämmert
in meinen Ohren.
Wind streicht
durch mein Haar.
Gedanken jagen
durch mein Gehirn.
Bäume stehen
in meiner Bahn.
Splitter zerschneiden
mir mein Gesicht.
Körper zerquetscht,
mein Leben erlischt.
Es ist späte Nacht.
Wasser schlägt periodisch gegen das Ufer.
Aus der Dunkelheit sind Schritte wahrnehmbar.
Sie verstummen auf der Brücke.
Umrisse eines Körpers werden sichtbar.
Der Tod gesellt sich zu dem Mann.
Sie grüßen sich ernst.
Halbgesichtig schaut der Mond herab.
Nun bewegt sich der Mann
mit des Schwarzkuttigen Hilfe auf das Geländer.
Es ist morsch und rutschig.
Der Mann ist bald allein.
Plötzlich gibt das Geländer nach.
Der Sturz ist tief,
der Aufprall hart.
Der Körper versinkt im nassen Element.
Der Lebenskampf beginnt . . .
Die Maschine Mensch,
die auf den Befehl des Lebens programmiert ist,
bewegt die Extremitäten in wilder Panik.
In der Schaltzentrale brennen die Kabel durch.
Die Orientierung ist verloren.
Im Vorführraum der Erinnerung,
wird der Lebensfilm uraufgeführt.
Frauen, Kinder, Freunde als Hauptdarsteller.
Die Maschine verliert Augenflüssigkeit.
Der Fluss reißt den Körper weiter mit sich.
Der Mann wehrt sich mit aller Kraft.
Aber er ist schon zu schwach.
Die Lebensgeister sind ihm entzogen.
Immer und immer wieder
versinkt der Körper im atemraubenden Nass.
Doch jedes mal taucht er wieder auf.
Ein Rauschen wird lauter.
Der Schlund des Todes nähert sich schnell.
Das Bewusstsein des Mannes ist ausgeschaltet.
Er rast auf den Abgrund zu.
