Boaman - Peromidas - E-Book

Boaman E-Book

Peromidas

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Beschreibung

"Beth", eine junge Krankenschwester wird in Afrika von Menschenhändlern gekidnappt! Doch sie hat Glück im Unglück und wird vom einem Mann Namens, Boaman, der zu ihren Entführern gehört und sich, Hals über Kopf, in sie verliebt hat, vor einem grausamen Frauenschänder bewahrt. Allerdings hat ihre Rettung einen für sie hohen Preis und ihr Retter ein tierisches Geheimnis. Wird sie mit seiner Hilfe aus der Hölle entkommen und wird sie die Liebe des Boaman erwidern?

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 200

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Peromidas

Boaman

der Berserker

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1 – Landung

Kapitel 2 - Die Busfahrt

Kapitel 3 – Der schwarze Panther

Kapitel 4 – Nur ein Spiel

Kapitel 5 - Ehrlichkeit

Kapitel 6 – Der Kauf

Kapitel 7 – Die Flucht

Kapitel 8 – Ghostmen

Kapitel 9 - Zwangsheirat

Kapitel 10 – Wie durch Butter

Impressum neobooks

Kapitel 1 – Landung

Es schien, als hätte dieses Flugzeug ein Eigenleben, es rüttelte seine Passagiere nun schon seit einiger Zeit ordentlich durch. Doch seit sie die Grenze dieses Landes überflogen hatten, schien es sich regelrecht zu widersetzen. Immer wieder beruhigte der Pilot die kleine Schar an Bord, >>nur ein paar Turbolenzen, nichts Dramatisches. <<

Kurz vor der Landung machte es nochmal einen Schlenker, dann setzte es hart auf und ächzte noch einmal, bevor es endgültig zum Stehen kam.

>>Frau Sullivan, sie sind ja ganz grün im Gesicht, ist ihnen etwa der Flug nicht bekommen oder war es vielleicht die dümmliche Anmache von unserem Frauen-Versteher, Dr. Krämer? <<

Die jungen Frauen kicherten und zwei der Assistenzärzte stießen sich nickend an.

>>Die Landung, Dr. Klein, nur die Landung! << Beth hasste die ständigen Bemerkungen ihres neuen Chefs. Was hatte sie sich nur gedacht, sich für diese Mission zu melden?

Die Organisation, „Ärzte ohne Grenzen“ hatte schon oft in den Krankenhäusern in Berlin nach Freiwilligen Ausschau gehalten!

Und nun hatte sie sich doch tatsächlich von ihrer besten Freundin Petra, dazu überreden lassen für ein Jahr als Krankenschwester in Liberia zu arbeiten!

Im März sollten „Ärzte ohne Grenzen“ mit mobilen Kliniken, in den Dörfern des Bezirks Grand Gedeh im Süden von Nimba, starten. Dort waren viele Flüchtlinge untergekommen und es fehlte medizinisches Personal an allen Ecken.

>> Komm schon, wir haben beide keine Familie und du wartest immer noch auf Mister Charming und wer weiß, vielleicht findet sich ja ein netter Arzt für dich, den kannst du dann heiraten und endlich deine Unschuld verlieren! Außerdem tun wir beide noch etwas Gutes für die Menschen dort unten! << hatte Petra auf Beth eingeredet und ehe sie sich versah, saßen sie mit 9 weiteren Schwestern und 6 Ärzten im Flugzeug nach Nimba!

Petra hatte natürlich nicht an sich halten können und den vor allem jungen Ärzten erzählt, dass Beth noch Jungfrau sei und sich für den Richtigen aufsparen wolle. Beth war peinlich berührt tief in ihren Flugzeugsitz gerutscht und hatte so getan als wenn sie schliefe. Doch die spitzen Bemerkungen der anderen Schwestern waren ihr natürlich nicht entgangen und die blöden Kommentare ihres Chefarztes wollten seitdem einfach nicht mehr aufhören.

Mit ihrer besten Freundin sprach sie ab da kein Wort mehr, obwohl diese sich entschuldigt hatte nachdem ihr bewusst wurde, was sie angerichtet hat.

Sollten sie doch alle von ihr denken was sie wollten, aber dass Petra sich scheinbar auf die Fahne geschrieben hatte ihre Freundin zu verkuppeln ging Elisabeth, die von allen kurz Beth genannt wurde, mächtig gegen den Strich!

Einmal war sie kurz davor gewesen ihre Unschuld zu verlieren: In dem Waisenhaus, in dem sie mit Petra aufgewachsen war, hatte sie sich in Sebastian verliebt. Er war groß, hatte blonde Locken und war bei allen beliebt. Beth konnte es damals kaum glauben, dass er ausgerechnet sie, zu lieben schien. Nach einem halben Jahr des Schmusens und Kuschelns, wollte er mehr. Als Beth sich nach längerem Zögern endlich sicher war, wollte sie ihn eines Abends überraschen und so schlich sie an der Heimleitung vorbei zu seinem Zimmer. Doch als sie dort ankam hörte sie komische Geräusche und erwischte ihn mit Doris, dieser Schlampe aus dem vierer Mädchenzimmer, im Bett!

Sie war so angewidert und wollte nur noch zurück in ihr Zimmer.

Dort angekommen, hatte er sie eingeholt und gemeint, es wäre nur normal das ein Mann seine Bedürfnisse befriedigen müsse. >>Ich hatte doch gar keine Wahl! Du wolltest doch nicht Schätzchen! << hatte er sie arrogant angegrinst. Darauf gab Beth ihm eine Ohrfeige und schlug die Tür vor seiner Nase zu.

Erst als sicher wahr, dass er gegangen war, hatte sie bitterlich geweint und Petra, die vorher geschlafen hatte war zu ihr gestürmt und hatte sie getröstet.

Dieser dumme Junge, der von sich selber dachte er wäre ein Mann wollte nur mit einer neuen Trophäe angeben.

Damals hatte sie sich geschworen zu warten, bis sie den Richtigen gefunden hat. Einen Mann der nur sie will, sie liebt und erst heiratet um ihr so zu beweisen, dass sie die einzige für ihn ist.

Klar war das für die meisten antiquiert, aber dieser Sebastian hatte ihr so weh getan und so etwas wollte sie nie wieder empfinden.

Nun war sie 20, hatte gerade ihre Ausbildung zur Krankenschwester hinter sich und eine Horde junger Ärzte an ihren Fersen, nur - weil ihre beste Freundin die Klappe nicht halten konnte!

Die Gruppe staunte beim Aussteigen, denn keiner von ihnen, ausgenommen Dr. Klein, hatte jemals etwas Vergleichbares gesehen. Das kräftige reiche Grün der Vegetation und das schlammige, arme gelb, des Bodens spiegelte alles wider, was dieses Land zu geben hatte.

Die Armut war es aber, die Beth den Atem verschlug.

Obwohl der Bürgerkrieg hier 2003 endete, hielten die schwerwiegenden Auswirkungen auf die Wirtschaft Liberias bis heute an. Die Arbeitslosigkeit lag bei ca. 85 %.

Das Lager, in dem sie arbeiten sollten und in dem viele durch Ebola verwaiste Kinder ihr Dasein fristeten lag etwa sechs Autostunden von diesem alten Militärflughafen, auf dem sie hier gelandet waren entfernt.

Ein Bus brachte die 17-köpfige Gruppe vom Flughafen, der die Bezeichnung wirklich nicht verdiente, über holprige Straßen zu einem heruntergekommenen Hotel, das eher einem Schuppen glich als einem Haus. Allerdings hatte dieses Haus immerhin zwei Stockwerke, was es in dieser Region riesig machte. Dort sollten sie eine Nacht verbringen, bevor sie am nächsten Morgen zum Zielpunkt, einem kleinen Dorf irgendwo am Rande des Dschungels, aufbrachen.

Beth und Petra bezogen ein kleines Zweibettzimmer, das eher an eine Schiffskabine erinnerte. Rechts und links ein Bett und ein schmaler gang dazwischen, kein Fenster und noch nicht mal eine Lüftung. Die beiden Frauen stellten ihre Rucksäcke ab, schauten sich kurz um, dann sahen sie sich an und zuckten beide mit den Schultern. >>Wenn die anderen Zimmer auch so klein sind, dann frage ich mich wie Karin und Ivy ihre vielen Koffer unterbekommen. << kicherte Petra.

Viele der anderen Mädchen, die Älteste war mit 28 Jahren Karin, waren kaum für den Aufenthalt im Dschungel vorbereitet. Petra und sie hingegen hatten dank ihres Professors in der Charité nur robuste Arbeitskleidung und festes Schuhwerk eingepackt.

>>Ich war zwar nicht in Afrika, sondern in Papua - aber Dschungel ist Dschungel, und da sollte man nicht unvorbereitet hin! << Und so hatten sie sich vorher schlau gemacht und sich auch mit anderen in Verbindung gesetzt, die schon für die Grenzenlosen im Ausland waren.

>>Komm schon Beth, sei nicht mehr böse mit mir. Es tut mir wirklich leid! Du weißt doch wie schlecht ich meine Zunge im Zaum halten kann. Bitte lass mich nicht mit diesen Schnepfen alleine in dem Kaff umherlaufen! <<

>> Na gut, ich komme mit, aber halt mir diese Ärzte vom Hals! << konterte Beth.

>> Aber der Krämer sieht doch wirklich süß aus! <<

>> Mag ja sein, dass er deinen Geschmack trifft, aber ich stehe nicht auf blond und blöd gucken! << Beth war genervt.

Petra war mit ihren 165 cm ziemlich mollig und ihre dunkelblonden Haare harmonierten mit den Hellblonden, des schlaksigen Herrn Krämers sehr gut, auch sonst traf der junge Arzt eher Petras Geschmack, als den ihren!

Nein diese Doktoren, die mit auf Reisen waren, gingen Beth einfach nur auf den Nerv. Vor allem jetzt! Denn nachdem sie von ihrer Jungfräulichkeit wussten, war sogar dieser arrogante und viel zu braun gebrannte Chefarzt Dr. Klein ständig in ihrer Nähe, obwohl dieser wie sie wusste, verheiratet war und zwei Kinder hatte.

>> Versprochen, ich halte sie dir vom Hals. Aber darf Martin vielleicht…<< druckste Petra herum.

>> Also doch, du hast ein Auge auf Martin Krämer geworfen. Warum willst du ihn dann mit mir verkuppeln? <<

>>Wollte ich doch gar nicht, aber dir hätte ich ihn gegönnt. << presste Petra hervor und schaute wie ein schmollendes Kind zu Beth hoch, die mit ihren 176 cm eine der größten Frauen in der Gruppe war.

>>Oh Petra, du bist wirklich ein Schatz, aber ich suche mir meinen Mann schon selber aus, und im Moment will ich das noch gar nicht! << sagte Beth und zog ihre Freundin in die Arme.

>> Aber ich will doch nur, dass du nichts verpasst, und woher willst du wissen, dass der Mann, den du heiratest, auch gut im Bett ist? << murmelte Petra gequetscht an Beths Brust.

>> Erstens glaube ich nicht, dass ich was verpasse und zweitens, ich habe doch einen Mund und wenn mir nicht gefällt was er macht, dann kann ich es ihm doch sagen und wir ändern es, so dass es uns beiden Spaß macht! << Beth hatte ihre Freundin wieder aus der Umarmung entlassen!

>>Aber bitte Petra, bring mich nie wieder in so eine peinliche Situation, du bist so was wie meine Schwester und so etwas tun Schwestern nicht, auch wenn sie es noch so gut meinen! <<

Petra nickte und schüttelte gleichzeitig den Kopf. >>Ich finde schon das du etwas verpasst und dass deine Ansprüche ganz schön hoch sind, was die Männer angeht, aber du hast recht, wir sind Schwestern und ich werde mich ab jetzt zurückhalten, ich schwöre. << grinste Petra mit einer Hand zum Schwur auf der Brust, während sie die andere mit gekreuzten Fingern hinterm Rücken hielt.

Beth schaute ihre Freundin skeptisch an, viel zu gut kannte sie Petra und wusste, dass diese niemals so schnell aufgab.

Doch im Moment gab es nichts mehr zu sagen und so machten sie sich auf den Weg in die Lobby des Hotels, nur raus aus diesem modrig riechenden Doppelzimmer, das zwar sauber, aber sehr muffig war.

In der dunklen Lobby warteten bereits drei der Ärzte. Unter denen auch Martin Krämer war, zur Freude von Petra, die ihn mit einem strahlenden Lächeln begrüßte, was den jungen Arzt etwas verunsicherte und seine Kollegen zum Anlass nahmen über ihn zu spotten. >>Siehst du, genau deswegen nicht, viel zu unreif! << stellte Beth fest.

Was die zwei anderen Krankenschwestern, die mit Beth und Petra die Treppe heruntergekommen waren, jedoch nicht störte und so angelte sich jede einen dieser Ärzte und zogen kichernd mit ihnen los!

Martin Krämer, war ein eher schwächlicher Typ mit Hornbrille und Halbglatze und Beth überlegte, was einen wie ihn in den Dschungel trieb, “in einem Labor wäre er viel besser aufgehoben!“

Petra klebte förmlich an seinen Lippen und verschlang jedes einzelne seiner Wörter!

Es war später Nachmittag und die Sonne badete alles in ein Orangerot. Die Bäume und Sträucher verwandelten sich langsam zu Scherenschnitten, die im Begriff waren ineinander zu verschmelzen.

Viele der grob verputzten Häuser, von denen die kleine Hauptstraße gesäumt war, waren stark verfallen. Der Putz bröckelte ab und unter der grellen Farbe einiger der Häuser schaute graubrauner nichtssagender Lehm hervor.

„Alles nur Fassade, nur Make Up, so ist es wohl überall auf der Erde.“ dachte Beth bei sich und schaute von den Häusern auf eine der stark geschminkten Schwestern, bei der sich der Lippenstift leicht verwischt hatte.

>> Was verschlägt jemanden wie sie in den Dschungel, Herr Krämer? << fragte Beth den jungen Arzt, als sie zusammen nun ein etwas schmuddelig aussehendes Lokal ansteuerten!

Martin Krämer schluckte einmal, dann antwortete er kaum hörbar und senkte dabei unsicher den Blick. >>Meinem Vater beweisen, dass ich kein Schwächling bin! <<

>> Ihr Vater spinnt! << platzte es laut und kraftvoll aus Petra heraus, >> sie sind kein Schwächling, nur weil jemand eher still und schweigsam ist, ist er noch lange kein Schwächling! << Martin Krämer war stehen geblieben und schaute die kleine Mollige neben sich an, >>denken sie das wirklich? << fragte er ungläubig, aber schon viel lauter.

Petra nickte nur und schenkte ihm dabei ein unwiderstehliches Lächeln. Auch Martin lächelte nun und keiner von beiden konnte den Blick vom anderen abwenden, was zur Folge hatte, dass sie noch nicht mal mehr den Lastwagen bemerkten, der auf sie zurollte. Beth die auch abgelenkt war, reagierte gerade noch rechtzeitig und gab den beiden einen Schubs, so dass sie alle an den Straßenrand fielen und vom Lastwagen verfehlt wurden!

Petra war gradewegs in Martins Arme gefallen und da lagen sie nun geschockt und starrten sich an. Dann fing Martin plötzlich an zu lachen, drückte Petra noch enger an sich und küsste sie schließlich! Beth schüttelte den Kopf und stand auf, wobei sie sich den orangeroten Staub von den Sachen klopfte!

>> Ihr seid verrückt, es ist ja schön, dass ihr vor Liebe schon blind und taub seid, aber ihr müsst euch doch nicht schon in der ersten Stunde überfahren lassen! << sagte sie ein wenig mürrisch.

Petra und Martin hatten sich mittlerweile auch vom Boden aufgerappelt und klopften sich gegenseitig den Dreck von der Kleidung. Petras einzige Reaktion war ein Schulterzucken und ein verlegenes Lächeln.

Gemeinsam machten sich die drei nun weiter auf den Weg zu dem Lokal. >> Nach dem Schreck können wir nun wirklich einen Schluck gebrauchen, << grinste Martin die beiden Frauen neben sich an und kratzte sich dabei verlegen am Hinterkopf, was ihm ein jungenhaftes Aussehen gab.

„Genau das was Petra so liebt. Sie braucht jemanden, den sie verhätscheln und umsorgen kann, doch was brauche ich für einen Mann an meiner Seite?“ So in Gedanken versunken betrat Beth mit Petra und Martin die Bar, die bereits mit der Hälfte ihrer Kollegen gefüllt war. Die meisten tranken ein komisch aussehendes Gebräu, das wohl Bier sein sollte und einer der Ärzte hatte wohl schon mehrere dieser halben Liter Becher geleert, denn er sang und lallte sich dabei einen unverständlichen Text zusammen.

Beth schüttelte angewidert den Kopf, dann schaute sie sich um und an einem etwas abseitsstehenden Tisch bemerkte sie drei weiße und einen Eingeborenen mit bemaltem Gesicht. Ihr Blick blieb auf dem schwarzhaarigen, der vor dem Eingeborenen saß, hängen und scheinbar ging es nicht nur ihr so, auch sein Blick erforschte sie von Kopf bis Fuß.

Er war groß, Beth schätzte in auf knapp zwei Meter, da er saß konnte sie das allerdings nicht genau sagen, „etwa dreißig, also jemand der weiß was er will“, kam es ihr in den Sinn. Er war sehr muskulös, aber am markantesten war sein Gesicht. Er hatte sich einige Tage nicht mehr rasiert und trotzdem konnte man eine große Narbe auf seiner linken Gesichtshälfte erkennen, was seiner Ausstrahlung aber nichts nahm, im Gegenteil, es machte ihn irgendwie noch interessanter, fand Beth.

Als sich ihre Blicke trafen, versank Beth regelrecht in seinen blauen Augen und ihre Knie wurden weich. Verlegen schaute sie in die andere Richtung und aus dem Augenwinkel sah sie ein kurzes verschmitztes Lächeln auf seinem Gesicht. Als sie wieder hinschaute war es aber einem ernsten, grimmigen und fast unmerklichen Kopfschütteln gewichen! Beth schaute sich um, sie war sich nicht sicher, ob er sie meinte. Doch hinter ihr war niemand und als sie wieder in seine Richtung schaute, waren die Männer verschwunden!

Eine Weile blieben sie, Petra und Martin noch, dann wurde ihnen das Treiben ihrer Kollegen zu bunt und alle Drei waren sich einig, dass sie besser etwas Schlaf wollten, bevor sie am nächsten Tag in der Früh zu ihrem endgültigen Ziel aufbrachen.

Als sie die Straße betraten wurde Beth fast überrannt, doch ehe sie fiel wurde sie von einem starken Arm aufgefangen. >>Halten sie sich von ihren Kollegen fern, das ist besser für sie, << hörte sie in Englisch eine ernste, ja fast schon aggressive dunkle Stimme. Noch ehe sie sich umdrehen konnte, hatte sich der Mann von ihr entfernt.

Allerdings erkannte sie ihn, als den schwarzhaarigen aus der Kneipe.

„Was sollte diese Warnung, und wer war er! Er hatte sie aufgefangen wie eine Feder und genau so leicht hatte sie sich in seinem Arm gefühlt.“

Sie versuchte sich an die anderen Männer zu erinnern, der eine rotblonde hatte irgendwie irre in die Richtung ihrer Kollegen geschaut. Er war ihr sehr unsympathisch erschienen, deswegen hatte sie sich auch nicht weiter für ihn interessiert. Der andere Weiße war ihr gar nicht aufgefallen, doch der schwarze Afrikaner hatte hinter ihrem schwarzhaarigen Traummann gestanden wie ein Schatten.

Beth stand wie angewurzelt da und schaute in die Richtung, in die der Schwarzhaarige verschwunden war, als Petra fragend neben ihr auftauchte und in die gleiche Richtung schaute. >>Hast du was verloren? <<

>>Hm, was? << gab Beth abwesend von sich und schaute verwirrt ihre Freundin an.

>>Komm jetzt, wir wollen doch zum Hotel, << drängelte sie und nahm Beth schließlich wie ein kleines Kind an die Hand und zog sie hinter sich her.

Beth hatte schlecht geschlafen, die ganze Nacht hatte sie von ihm geträumt, leidenschaftlich hatten seine blauen Augen in ihre Seele geschaut und wieder und wieder hatten die Worte des schwarzhaarigen Mannes sie im Schlaf verfolgt. Müde und gerädert betrat sie mit ihrem verhältnismäßig kleinen Rucksack die Lobby. Petra hatte die letzte Nacht nicht im gemeinsamen Zimmer verbracht. „Was für ein Glück, dass Martin Krämer ein Einzelzimmer hatte,“ dachte Beth als sie die zwei turtelnden in der Lobby sah.

>> Beth! << rief die kleine Frau, als sie ihre Freundin sah und winkte. >> Da bist du ja endlich! Wir haben schon auf dich gewartet, << begrüßte Petra sie, als Beth zu ihnen trat.

Und noch ehe sie sich versahen, setzte sich der Tross aus Ärzten und Schwestern auch schon in Bewegung zum Bus, der vor dem Hotel geparkt war. Beth bezweifelte, dass dieser scheinbar in den 70ern gebaute Bus noch viel aushielt. >>Ich glaube das Ding wird nur noch vom Rost zusammengehalten. << feixte Martin.

Gerade als er und Petra einsteigen wollten wurde er zurückgerufen: >> Herr Krämer! << grinste der Chefarzt etwas hinterhältig. >> Was ist denn, Dr. Klein? << wollte Martin nun wissen und schaute ein wenig leidlich zu Petra und Beth.

>> Sie werden mit einem Jeep und unserem Gepäck nachkommen, das passt leider nicht mehr in den Bus und irgendjemand muss das ja machen! << meinte Dr. Klein und machte eine abfällige Handbewegung zu dem großen Taschenberg zu seinen Füßen.

Man konnte das Kichern aus dem Bus hören und in Petra und Beth stieg Wut auf. >> So was Hinterhältiges. Der weiß genau, dass Martin die Kinderarztstelle haben will und sie nicht mehr bekommen wird, wenn er zu spät kommt, << flüsterte Petra ihrer Freundin zu. Dann sagte sie bestimmend, so dass es keine Widerworte erlaubte: >> Ich werde auch hierbleiben und ihnen helfen Herr Krämer! <<

>> Aber Petra, dass musst du nicht! Ich schaffe das schon! << brachte Martin betrübt über die Lippen. >> Oh doch, dass muss ich. Beth wird mir schon eine Pritsche reservieren, nicht wahr? << wendete sie sich an Beth.

>> Vielleicht bleibe ich auch besser! << versuchte Beth anzusetzen und da fiel ihr auch wieder die Warnung ein.

>> Nein, du fährst, du musst für uns die Plätze reservieren und vielleicht kannst du beim zuständigen Oberarzt ein gutes Wort für Martin einlegen und ihm die Sache hier erklären? << sagte Petra während sie Beth zur Bustür schob. Die letzten Worte hatte sie allerdings so gesagt, dass nur ihre Freundin sie hören konnte.

Beth nickte und fügte sich nun gezwungener maßen in ihr Schicksal und nahm im Bus Platz.

Ein mulmiges Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus und verstärkte sich noch, als der Bus sich in Bewegung setzte und Petra ihr hinterher winkte. Beth hatte das Gefühl, als sehe sie ihre beste Freundin nie wieder. „Was war das nur?“ Warum hatten die Worte des schwarzhaarigen Mannes sie nur so aufgewühlt, normal hätte sie es als dummen Scherz abgetan, aber dieser Mann hatte ihr scheinbar ins Herz geschaut und etwas in ihr geweckt, dass sie nicht richtig einordnen konnte. Es machte sie nervös, so nervös wie ein gefangenes Raubtier in seinem Käfig.

Kapitel 2 - Die Busfahrt

Fast eine Stunde tuckerte der Bus nun über unbefestigte Straßen. Einige der Schwestern hatten sich von dem Schaukeln schon übergeben müssen, doch Beth schien es im Gegensatz zu dem Hinflug nichts auszumachen. Sie musste grinsen, als sie sah, dass sogar, das so braun gebrannte Gesicht von Dr. Klein nur noch graubraun schien. Am liebsten hätte sie einen dummen Kommentar abgegeben, aber sie hielt sich zurück. Besser man machte sich keine Feinde am Ende der Welt.

Plötzlich begann der Busfahrer, der in seinen verschlissenen Khakisachen an einen abgehalfterten Safarijäger erinnerte, zu schimpfen und hielt letztendlich an. >>Da müssen die Herren mir mal helfen! << befand er, denn ein Baumstamm lag quer auf der Straße.

Gar kein Problem, grölte Dr. Klein, lassen sie uns mal machen, dann werden sie sehen, dass wir nicht nur Ärzte, sondern auch echte Männer sind.

Dr. Klein zog seine Jacke aus damit die Damenwelt im Bus auch ja in den Genuss seiner Oberarmmuskeln kam. Beth rollte genervt die Augen. „Was für ein eitler Gockel“, dachte sie.

Als die Männer aus dem Bus gestiegen waren und sich strategisch nach Dr. Kleins Anweisungen um den Baumstamm verteilt hatten, schnellte Beth Puls in die Höhe, denn im selben Moment, in dem die Ärzte den Baumstamm anheben wollten ertönten Salven eines Maschinengewehrs und Männer traten aus der Böschung hervor. Die Ärzte fielen um wie die Fliegen und der Boden färbte sich rot. Ein jüngerer Assistenzarzt den Beth nur flüchtig kennengelernt hatte, rannte schreiend auf der Beth gegenüberliegenden Bus-Seite vorbei. Beth konnte nur seinen Kopf sehen, dann ertönte wieder eine Salve und der Mann war nicht mehr zu sehen. Milla eine der Schwestern hatte zuschauen müssen und übergab sich sofort. Die Frauen in dem Bus schrien, doch Beth sah nur noch einen.

Der schwarzhaarige aus dem Lokal trat langsam auf die Straße. Als sein Blick, den von Beth einfing, schüttelte er enttäuscht seinen Kopf, als wenn er sagen wollte, warum hast du nicht auf mich gehört.

Der Rotblonde stieg nun in den Bus ein und schaute in die angsterfüllten Frauengesichter. >>Hallo ihr hübschen, dann wollen wir uns mal eine schöne Zeit machen, hm!? << sagte er auf Englisch, dabei grinste er gierig und ekelhaft und ein irres funkeln ging von seinen Eisblauen Augen aus. Eines der Mädchen wollte durch die Hintertür raus, doch da stand auch schon der Blonde vor ihr und schüttelte grinsend den Kopf. >> Not here, Darling! << Wieder ging eine Salve los und die Frauen schrien wieder auf und duckten sich, da die Kugeln über ihnen in die Decke des Busses einschlugen. Die Sonne schien nun durch die Schusslöcher ins Businnere und gab der ganzen Szenerie ein diffuses Licht. Beth war auf ihrem Platz sitzengeblieben. Sie zuckte noch nicht einmal. Ihr blick blieb beharrlich auf dem Mann mit den schwarzen Haaren! Der beachtete sie jedoch nicht! Er lehnte sich an den Bus unterhalb ihres Fensters und rührte sich nicht, so als wenn er gar nicht registrierte, was da gerade geschah. Beth konnte nur von oben auf seinen Kopf sehen, aber sie hatte ein eigenartiges Gefühl, das sie eindeutig diesem Mann zu verdanken hatte. Sie fiel nicht in Panik. Nervös – ja – das war sie, aber Angst hatte sie nicht wirklich.

Hastig wurden sie mit viel Geschrei wie die Schafe aus dem Bus auf die Straße getrieben! >> Du könntest ruhig mal helfen, Boaman << sagte der Rotblonde biestig.

>> Ich habe dir gesagt, dass ich nicht damit einverstanden bin, dass du einen Haufen Krankenschwestern kidnappst und die Ärzte tötest.

Mulla wird auch nicht begeistert sein, wenn er das sieht, Päcker! Du weißt ganz genau, dass er auf das europäische Fleisch nicht steht! << brachte Beths schwarzhaariger Held hervor, denn sie war sich sicher, dass der sie retten würde. Sie und die anderen Frauen würden heile, ohne eine Schramme, hier rauskommen und dieser Mann würde dafür sorgen.

>> Die sind ja auch gar nicht für Mulla gedacht und du weißt das Mulla und ich etwas ganz Besonderes suchen! << grinste der rotblonde Päcker!

>> Du bist ein perverses Schwein! << entfuhr es Boaman.