Bondage - Patrick Lombart - E-Book

Bondage E-Book

Patrick Lombart

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Beschreibung

"Was ist das wohl für ein Gefühl, sich dem Partner gefesselt hinzugeben, ihm hilflos ausgeliefert zu sein und seinen erotischen Begierden machtlos gegenüberzustehen?" fragen sich Katja, Julia, Sandra, Tanja, Jennie und Annette. Die sechs jungen, lebenslustigen Sportlerinnen können ihre Neugierde auf Bondage-Spiele nicht zügeln und wollen dieses unbekannte Gefühl am eigenen Leib spüren. Sie sehnen sich danach, das Prickeln des Ausgeliefertseins genauso zu erleben wie den Reiz der Macht, wollen ihren Körper und den ihrer Partner mit diesem einmaligen Aphrodisiakum verwöhnen. Die Freundinnen wollen die Tür zu dieser bisher verschlossenen Kammer ihrer Sinnlichkeit aufstoßen, den Schritt in die im wahrsten Sinne des Wortes fesselnde Welt von Dominanz und Unterwerfung wagen. "Machen wir's in Fesseln!" lautet deshalb ihr begeisterter Schwur, und jede erlebt auf ihre Weise, wie unglaublich stark die Verführungskraft von Bondage ist.

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Seitenzahl: 266

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Das Titelbild steht in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.

eBook-Ausgabe 01/2016 © Carl Stephenson Verlag GmbH & Co. KG, Schäferweg 14, 24941 Flensburg Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Medien E-Mail: [email protected] Internet: www.stephenson.de Besuchen Sie uns auf www.stephenson.de Ein großes erotisches Verlagsprogramm erwartet Sie dort. eISBN 978-3-7986-0698-2

Inhalt

Prolog

1. Kapitel: Neue Freundinnen

2. Kapitel: Erotische Erinnerungen

3. Kapitel: Erregende Verschwörung

4. Kapitel: Erste Experimente

5. Kapitel: Der Reiz des Fesselns

6. Kapitel: Das Klassenziel

Prolog

In der Schulaula war die Hölle los. 67 Schüler feierten ihr Abitur gemeinsam mit 11 Oberstudienräten, 8 Oberstudienrätinnen, einem Schulrektor und rund 120 Elternteilen. Und oben auf der Empore der Aula, von den Blicken der feiernden Menge durch einen zerschlissenen Vorhang geschützt, der normalerweise dazu da war, die Bühne zu verhängen, auf der heute abend das Schulorchester spielte, schlief Katja mit ihrem Sportlehrer Dr. Funke,

Drei Jahre lang hatte die brünette Abiturientin, die wegen ihrer enormen Oberweite in der ganzen Schule als „Mopsie“ bekannt und durchaus auch berüchtigt war, auf diesen Augenblick gewartet. Nur das Gesetz hatte sie im Interesse Funkes davon abgehalten, ihn früher zu verführen. Aber heute abend war diese Grenze nicht länger existent. Denn ab heute abend war Katja Langendorf keine Schülerin mehr. Und Dr. Funke somit nicht mehr ihr Lehrer.

Niemand konnte sie nun noch daran hindern, daß sie mit einer schnellen Bewegung seine Hose aufnestelte, in die Knie ging und endlich das tat, wovon sie jahrelang geträumt hatte. Funke stöhnte verhalten auf, packte ihren Kopf mit seinen starken Händen von beiden Seiten und zog Katjas Gesicht dichter vor seine schmalen Hüften.

Auch er hatte sich jahrelang nach diesem Moment verzehrt. Jede einzelne Sportstunde im nahegelegenen Hallenbad, wenn Katja ihn mit dem Funkeln ihrer dunklen Augen und den grazilen Bewegungen ihres durchtrainierten Körpers, von dem jede Faser durch den dünnen Badeanzug schimmerte, bis zur Barriere seines ansonsten gut entwickelten Menschenverstandes gebracht hatte.

Katja war im Schwimmunterricht seine Lieblingsschülerin gewesen. Nicht nur wegen ihrer atemberaubenden Figur. Sie war die beste Schwimmerin an der Schule und hatte unter seinem Training eine ganze Menge Auszeichnungen, Preise und Medaillen eingeheimst. So viele, daß die Sportschule „Rosengarten“ im bayerischen Murnau dem jungen Schwimmwunder ein zweijähriges Stipendium angeboten hatte, um Katja für die nächste Olympiaqualifikation vorzubereiten. Ohne lange zu zögern, hatte Katja dieses einmalige Angebot angenommen, und schon morgen früh um acht würde sie im Zug nach Murnau sitzen, um dort mit den Besten des Landes zu trainieren.

Aber heute abend war erst Dr. Funke an der Reihe. Der Mann, der sie erst auf diesen Weg gebracht und sie immer wieder ermuntert hatte, ihn beizubehalten. Dafür wollte sie sich bedanken. Auf ihre ganz besondere Weise ...

Sie griff mit ihren langen Fingern nach ihm und verwöhnte ihn mit einer Geschicktheit, die Funke einer 19 jährigen nicht zugetraut hätte; und er erkannte, daß Katja wirklich all das einzuhalten imstande war, was ihre Blicke und die Bewegungen ihres Körpers ihm schon so lange versprochen hatten. Es war ihm schwer gefallen, seinen Grundsätzen und auch dem Gesetz treu zu bleiben und Katja in all den Jahren nicht ein einziges Mal Avancen zu machen. Aber es stand dabei einfach zuviel auf dem Spiel. Nicht nur sein Job als Lehrer und sein Ruf an der Schule. Nein, wenn es um Katja ging, zählte auch ganz besonders ihre künftige Karriere als Profisportlerin, der eine verbotene Liebe zu ihrem Sportlehrer ganz bestimmt nicht zuträglich gewesen wäre. Unter diesen Umständen hatte Funke der Versuchung stets widerstehen können.

Und diese Charakterstärke wurde jetzt honoriert.

Von einem Paar wunderbar weicher Mädchenlippen und einer irrsinnig geschickten Zunge, die mit seiner Lust spielte wie eine Lüchsin mit ihrer Beute. Seine Augen schlossen sich wie von selbst, und seine ansonsten so starken, weil durchtrainierten Beine zitterten, als die kniende Katja ihm nun vollends die Hosen auszog, ohne dabei den Kontakt zu ihm zu verlieren.

Katja atmete tief durch die Nase. In ihrer Brust spürte sie das verstärkte Hämmern ihres Herzens. Es schlug jetzt so schnell wie normalerweise nur nach einem zweihundert Meter langen Freistilspurt. Sie fühlte ein warmes Kribbeln unter ihrer wohlgebräunten Haut, das sein Zentrum irgendwo in der Nähe ihres Beckens zu haben schien. Ein Kribbeln, das ihr wohlbekannt war. Eine Jungfrau war sie schon seit zwei Jahren nicht mehr. Aber bisher hatte sie es immer nur mit Jungs ihres Alters zu tun gehabt. Und keine Begegnung mit diesen hatte einen vergleichbaren Reiz inne gehabt wie das drei Jahre lang immer wieder hinausgeschobene Zusammentreffen mit Dr. Funke. Sicher, heute abend war das, was sie beide auf der Empore miteinander taten, nichts Verbotenes mehr. Dennoch haftete ihm ein gewisser, riskanter Reiz an. Und das nicht nur, weil der Saal, der nur wenige Meter unter ihnen lag, bis zum Rand mit Menschen angefüllt war, die einander mehr oder weniger gut kannten. Eine Entdeckung der beiden würde wohl ein beträchtliches Durcheinander hervorrufen — auch wenn sie nichts Ungesetzliches taten. In den Augen der meisten Anwesenden, die allesamt aus dörflichen Verhältnissen kamen, war es dennoch unmoralisch. Und gerade das heizte Katja zusätzlich auf.

Ihr war es in ihrem Abendkleid, das sie heute zu Ehren des feierlichen Anlasses trug, zu eng und zu warm. Es verlangte ihren Körper nach Freiheit. Nach Nacktheit. Und nach den Berührungen der Hände ihres ehemaligen Sportlehrers. Mit fahrigen Bewegungen erhob sie sich aus ihrer knienden Position, wobei sie ein wenig bedauerte, daß sie das Spiel ihrer Lippen unterbrechen mußte, und sie richtete sich provokant vor dem breitschultrigen Mann auf. Ihre großen, sehr festen Brüste drückten sich durch den schwarzen Seidenstoff des Abendkleides. Für Funke waren sie wie eine paradiesische Einladung, und er war mehr als nur gewillt, ihr auf der Stelle zu folgen. Er griff um Katjas Schultern herum, wo er auf ihrem Rücken den Reißverschluß fand und ihn mit einer einzigen ungeduldigen Bewegung öffnete. Schon lag Katjas blanker Busen, dieses köstliche Gebilde, frei und schien geradezu nach einer Liebkosung durch Funkes Hände und seine Lippen zu lechzen. Der Lehrer packte seine ehemalige Schülern an der schlanken Taille, zog sie zu sich heran und stürzte mit seinem Gesicht wie ein hungriger Adler auf ihr einladendes Dekolleté. Sofort verschwand eine der süßen, dunkelbraunen Knospen in seinem Mund und wurde mit wilder Gier aufgesogen. Katja biß sich vor spontaner Erregung auf die Unterlippe und drückte ihren Rücken durch, um Funke damit ihre Brüste noch fester gegen das Gesicht und zwischen seine hungrigen Lippen zu pressen. Dabei griff sie selbst mit ihrer Rechten nach unten, um dort mit den Fingern eine Arbeit fortzusetzen, die ihre Zunge begonnen hatte.

In ihren zahlreichen Träumen von dieser Begegnung hatte sie sich nicht zuviel vorgestellt, denn der Unterbau ihres Schwimmlehrers hielt, was der Abdruck in seiner Badehose schon seit Jahren versprochen hatte. In vielen schlaflosen Nächten hatte sie sich vorgestellt, mit ihm zu schlafen. Und dieses Erlebnis stand ihr nun unmittelbar bevor. Allein der Gedanke daran sandte einen neuen Hitzeimpuls in ihren Unterleib.

Nun bebten auch Katjas Beine. Und mit jeder hungrigen Liebkosung an ihrer vollen Brust versagte mehr und mehr von ihrem jugendlichen Verstand. Ihre flimmernden Augen suchten nach einem Tisch oder auch nach einer Bank, worauf sie es würden tun können. Doch alles, was sich anbot, war das Geländer der Empore. Und dort konnte man zu leicht von unten aus entdeckt werden, zumal der Vorhang bis dorthin nicht reichte. Aber das war nun auch egal. Funke war mehr als bereit, und das war auch Katjas Unterleib, in dem es wie verrückt kribbelte. So drehte sie Funke kurzerhand den Rücken zu, spreizte ihre Beine weit auseinander und stützte sich mit den Händen auf dem Geländer der Empore ab. Nun konnte sie von oben auf die feiernde Menge dort unten herabsehen. Das Licht war diffus, der Raum von Zigarettenrauch geschwängert, und die Musik spielte recht laut. Wenn nicht jemand zufällig nach oben sehen würde, und zwar genau in ihre Richtung, würden Katja und ihr Liebhaber unentdeckt bleiben.

Der Lehrer trat von hinten an seine ehemalige Schülerin heran, raffte ihre Kleid nach oben, ergriff ihren Slip, den er aus lauter Ungeduld kurzerhand entzwei riß, und schob sich ihr entgegen. Katja gab geschmeidig seinem Drängen nach, wobei ein elektrisierendes Kribbeln durch den schlanken Körper der Schwimmerin strömte und ihr ein leises Stöhnen entlockte.

Katjas Brüste schwebten frei über dem Geländer der Empore. Ein jeder, der jetzt aus der Menge da unten heraus nach oben sehen würde, mußte sie unweigerlich erkennen können. Das war dem Mädchen durchaus bewußt. Und auf eine seltsame Art und Weise steigerte dies ihre Erregung um ein Vielfaches. Aber wer auch immer sie entdecken würde, konnte doch den Mann nicht erkennen, der hinter ihr stand und sie auf so gnadenvolle Manier verwöhnte. Ihre Finger krallten sich fester um das Geländer, um dem Druck zu entgegnen, der ihr Herz noch schneller pochen ließen. Aus ihrem halboffenen Mund strömte in gleichmäßigem Rhythmus ein Stöhnen, das zum Glück von der Musik des Schulorchesters übertönt wurde.

Funke griff von hinten um sie herum und langte nach ihren Brüsten, um sich an ihnen festzuhalten und sie dabei gleichzeitig auf die köstlichste Weise zu massieren, wobei Katjas Blut in sie strömte und sie noch fester als gewöhnlich werden ließ. Verzückt lauschte sie dem schweren Atem des Mannes hinter ihr und sog durch ihre schmale Nase den Duft seines Körpers und den seines After-Shaves ein — eine Mischung, die sie niemals wieder vergessen würde!

Dann plötzlich überkam sie ein Drang, ihren Lover zu küssen, ihn zu sehen. Also drehte sie sich kurzerhand herum und hockte sich mit einer schnellen Bewegung auf das Geländer. Ihre gespreizten Beine gaben den Weg für einen neuen Ansturm frei, und Katja verhakte ihre Waden hinter der schmalen Hüfte ihres Sportlehrer. Ihre kleinen, festen Pobacken sicher im Griff haltend, um zu verhindern, daß Katja versehentlich das Gleichgewicht verlieren und in den Saal unter ihr stürzen könnte, beugte er sich nach vorne und versiegelte ihre hungrig geöffneten Lippen mit einem leidenschaftlichen, lange anhaltenden Kuß. Beider Zungen umschlangen einander.

Katjas Finger öffneten Funkes Hemd, und endlich konnte sie ihre Brüste gegen seinen breiten Brustkorb pressen, wo ihre Haut die Hitze seines Körpers ganz deutlich zu spüren bekam. Sie schnappte gierig nach Luft. Dann krallte sie ihre Fingernägel in seine Schultern und zog ihn noch enger zu sich heran. Zwischen ihren langen Schenkeln konnte sie das Arbeiten seiner Hüftmuskulatur spüren. Katjas Mund wurde trocken, und ihr fiel es schwer zu atmen. Sie fühlte, wie sich ihr Nacken in wohliger Wärme verkrampfte, und hinter ihren geschlossenen Augenlidern flimmerte es rot. Das Geräusch zwischen ihren Beinen, wenn sie sich im gleichmäßigen Rhythmus bewegten, wurde für Katja lauter als die Musik des Orchesters, und je öfter es passierte, um so mehr glaubte sie, daß ein jeder im Saal da unten es ebenfalls vernehmen müßte. Doch da sie den Menschen in der Aula den schlanken Rücken zugedreht hatte, konnte sie nicht erkennen, ob sie von unten beobachtet wurde.

Katjas Po glitt auf dem schmalen Geländer vor und zurück. Schneller und immer schneller. Denn nun konnte Funke nicht mehr an sich halten und ließ seiner Lust freien Lauf. Seine Hände gruben sich in das Fleisch ihres Hinterns. Katjas Herz schlug ihr nun bis zum Hals, und sie saugte gierig Funkes Zunge in ihren Rachen. Ihre stark erhitzten Brüste preßten sich immer fester gegen die Muskeln ihres Sportlehrers, der kurz vor dem Höhepunkt stand.

Und auch bei ihr war es bald soweit. Sie fühlte das Brodeln in ihrem Becken, das sich zusammenbraute wie ein Herbstgewitter, nur um sich gleich in einer gewaltigen Explosion zu entladen. Ihre Flanken bebten, und ihre Bauchmuskulatur spannte sich völlig an. Da richtete Funke sich auf, wobei er Katja von dem Geländer hochhob. Und mit der schlanken Schwimmerin auf seinem Schoß schritt er in die Dunkelheit der Empore. Ein jeder Schritt brachte ihn ihr noch näher, und das Mädchen warf vor Ekstase den Kopf in den Nacken, wobei ihr Stöhnen nun schon zu kleinen Schreien geworden war. Dann ließ Funke sich auf die Knie sinken und legte Katja auf den Rücken.

Ein lang anhaltender Schrei entfloh ihren Lippen, als sie, von einem Orgasmus geschüttelt wurde, wie sie ihn noch nicht erlebt hatte. Und in dieser Sekunde bereute sie, daß sie auf dieses Erlebnis drei Jahre lang mehr oder weniger geduldig gewartet hatte. Aber zugleich wußte sie, daß erst das lange Warten den Genuß so intensiv hatte werden lassen.

Funke stützte sich auf ihren Brüsten ab und bewegte sich noch ein letztes Mal in ihr. Da spürte sie, wie er explodierte. Ein letztes Seufzen, Stöhnen, zwei unkontrolliert aufzitternde Leiber — und dann war alles vorbei.

Als Katja sich vom Boden erhob und ihr Kleid richtete, schenkte sie Dr. Funke noch einen allerletzten Kuß. In seinen seeblauen Augen erkannte sie in der Mischung aus Glück und Befriedigung auch eine Spur von Traurigkeit. Sie lächelte ihn an. Dann ging sie nach unten in die Aula und bat ihre Eltern, sie nach Hause zu fahren.

Das Kapitel „Schule“ war abgeschlossen.

Morgen, im Trainingslager „Rosengarten“ in Murnau, würde ein neues beginnen.

1. Kapitel: Neue Freundinnen

Die farbenfrohe Frühsommerlandschaft rauschte rasend, ja eigentlich viel zu schnell am Zugfenster vorbei, und Katja, die in dem geräumigen Sechserabteil alleine saß, bedauerte ein wenig, daß sie keinen Bummelzug genommen hatte. Nicht daß sie es bereute, ihren Heimatort zu verlassen oder daß sie Angst davor hatte, im Trainingscamp ausschließlich fremden Menschen zu begegnen, mit denen sie auf den ersten Blick wohl nichts anderes verband als die Liebe zum Sport. Aber irgendwie hätte sie es mehr genossen, wenn die Fahrt langsamer, gemütlicher gewesen wäre. Wenn es ums Reisen ging, war Katja weniger die ehrgeizige, zeitgepeitschte Sportlerin als viel eher eine junge Frau, die Ortswechsel auf langsamere Art bevorzugte, um sie ganz bewußt wahrzunehmen und sich damit die äußere, aber auch die innere, die gefühlsmäßige Entfernungen zwischen zwei Plätzen bewußter machen zu können. Und so versuchte sie, mit den Augen dort draußen vor dem Fenster immer wieder irgend einen interessanten Punkt zu fixieren, an dem sie sich die Geschwindigkeit des Zuges verinnerlichen konnte. Als das jedoch auch beim zehnten Mal nicht funktionierte, weil der Zug einfach viel zu schnell war, kramte sie ein Buch aus ihrem Rucksack und begann zu lesen.

So vertrieb sie sich die Zeit bis zu ihrer Ankunft am

Münchener Hauptbahnhof, wo sie in den Zug nach Murnau umsteigen mußte. Die Menschen auf dem Bahnhof waren hektisch und wirrten wie Ameisen durcheinander. Mehrköpfige Großfamilien mit Bergen von Gepäck wuselten zwischen wichtig aussehenden Managertypen beiderlei Geschlechts hindurch, um irgendwelche Anschlusszüge in irgendwelche Richtungen zu erwischen. Katja konnte in ihren Gesichtern nicht lesen, ob sie nun gerade in den Urlaub fuhren oder von dort kamen. Denn sie alle sahen gleichermaßen gestreßt aus. Jeder wollte schneller sein als der andere. Alle hatten sie es irgendwie eilig. Hetzten sie so, um endlich wieder nach Hause zu kommen, oder waren sie so hektisch, weil sie das Erreichen ihres Urlaubszielortes nicht erwarten konnten? Es war wirklich schwer zu sagen. Aber eilig hatten sie es alle. Bis auf eine junge Frau im knöchellangen Sommerkleid. Mit einem bei-gen Hut auf dem Kopf und einem ledernen Rucksack über der rechten Schulter stand sie auf dem Bahnsteig und rauchte in aller Gemütsruhe eine Zigarette, wobei sie mit einem Hauch von Amüsement in den Augen die wuselnde Menge genauso neugierig beobachtete wie Katja. In ihrer ruhigen Gelassenheit wirkte sie inmitten des hektischen Treibens auf den lt Bahnsteigen seltsam fett am Patze, Grund genug für die neugierige Katja, sich die junge Frau ein wenig eingehender zu betrachten.

Unter dem breitkrempigen Strohhut wallten lange blonde Locken hervor, die das leicht puppenhafte, ebenmäßig ovale Gesicht der Fremden seidig umrahmten. Das Markanteste in diesem Gesicht waren wohl die d dunklen, geraden Augenbrauen, die einen sonderbaren, aber durchaus reizvollen Kontrast zu dem ansonsten eher blassen Typ des Mädchens bildeten, das wohl kaum älter sein konnte als Katja. Die Farbe der Augen selbst konnte Katja über die Distanz zwischen ihnen beiden hin nicht genau erkennen. Je nachdem, wie die Sonne durch das glasige Kuppeldach des Bahnhofs fiel, erschienen sie mal eher blau, dann aber wieder smaragdgrün. Sie hatte eine leicht nach oben gebogene Stupsnase und volle, wenn auch recht bleiche Lippen, die zum Lächeln geboren zu sein schienen. Denn die Mundwinkel der jungen Frauen waren ständig leicht nach oben gezogen. Vielleicht stammte daher auch der Eindruck, das das Gewusel auf dem Bahnhof sie sehr amüsierte.

Vom Körperbau her war die Fremde hochgewachsen und sehr schlank. Das leicht durchsichtige Sommerkleid gestattete einen tiefen Blick auf ihre körperlichen Attribute. Und soweit Katja es von der Stelle aus, an der sie stand, erkennen konnte, waren sie alle recht grazil bis zierlich. Die Brüste, deren Spitzen sich gegen den dünnen Stoff abzeichneten, waren nicht besonders groß, aber von einem nahezu perfekten Rund. Sie standen hoch, obwohl ganz deutlich zu sehen war, daß sie keinen Büstenhalter trug. Der Schwung des Beckens war ein leichter, entsprechend der Schmalheit ihrer Hüften. Das Bemerkenswerteste an ihr aber waren ihre extrem langen und wohlgeformten Beine. Beine, von denen Katja eine Leben lang geträumt hatte. Katjas eigene Beine waren zwar durchaus ansehnlich. Gut durchtrainiert, gerade und ohne auch nur ein einziges Gramm überflüssiges Fett. Aber die Beine dieser Fremden waren noch um ein Vielfaches schöner. Das betraf auch die Art, wie sie auf ihnen stand und wie sie sie bewegte. Fast schwebend, ohne jede Kraftanstrengung wechselte sie hin und wieder das Standbein von links nach rechts und umgekehrt, und diese leichte Bewegung erinnerte Katja irgendwie an Schilfgras, das sich im lauen Spätsommerwind hin und her wiegte. Da wurde Katja plötzlich aus ihren Gedanken gerissen. Ein junger Mann in einer abgewetzten Lederjacke hatte sich hinter die blonde Frau mit dem Strohhut geschlichen. Und zwar direkt hinter sie. Für Katja sah es zunächst so aus, als wäre es der Freund und als würde er ihr gleich von hinten die Hände vor die Augen halten, um sie raten zu lasse , wer er denn sei. Doch Katja irrte sich. Nicht vor die Augen der Fremden stahlen sich die Hände des Typen, sondern in ihren Rucksack.

Katja schaltete sofort. Ihr eigenes Gepäck fallen lassend, setzte sie sich mit einem schnellen Sprung in Bewegung und hechtete in Richtung des Mädchens mit dem Strohhut. Dabei schrie sie eine schnelle Warnung. Das fremde Mädchen schreckte auf, blickte überrascht zu der heranrasenden Katja hinüber, und als sie deren Blick sah, der auf den Typen hinter ihr gerichtet war, drehte sie sich blitzschnell herum. Der junge Mann erkannte sofort, daß er entdeckt worden war und wollte die Flucht ergreifen. Doch das Mädchen im Strohhut packte ihn mit einem flinken Griff am Handgelenk, und mit einem Tritt gegen sein Schienbein brachte sie ihn zu Fall. Sofort wurde ein Bahnhofsaufseher auf den kleinen Tumult aufmerksam und setzte sich in Richtung des Überfalls in Bewegung. Der Junge kam gerade wieder ungeschickt auf die Füße, wobei er ein oder zweimal ausrutschte, bevor er sich aus dem Griff des Mädchens befreien konnte und abhauen wollte. Doch da war Katja schon bei ihm und schickte ihn mit einem geschickten Schlag in den Bauch erneut zu Boden.

„Danke dir“, sagte eine sanfte Stimme zu Katjas Rechten. Es war die junge Frau mit dem Hut. Katja sah nun, warum sie die Augenfarbe des Mädchens nicht genau hatte erkennen können. Denn sie changierte von blau nach grün — ein irritierender, aber auch faszinierender Effekt. Inzwischen war der Bahnaufseher da und nahm den Jungen in der Lederjacke fest.

„Nichts zu danken“, antwortete Katja. „Du hättest ihn ja auch ohne mich geschafft.“

„Ja, vielleicht“, gab sie zu. „Aber ohne dich hätte ich gar nicht gemerkt, daß er mich ausrauben wollte.“ Sie lächelte Katja an und reichte ihr die Hand.

„Ich heiße Julia.“

„Und ich Katja.“

„Wie schon gesagt, danke.“

„Nichts für ungut. Geh‘n wir Kaffee trinken? Mein Zug fährt erst in einer halben Stunde.“

„Meiner auch“, erwiderte Julia. „Fährst du etwa auch in Richtung Murnau?“

„Genau genommen fahre ich sogar exakt nach Murnau.“ „Nach Murnau selbst?“ fragte Julia erstaunt. „Ich auch.“ „Doch nicht etwa in das Trainingscamp?“ fragte Katja ungläubig.

„Genau dorthin“, bestätigte Julia.

„Leichtathletin oder Schwimmerin?“ wollte Katja wissen, die noch immer nicht glauben konnte, in Julia jemandem begegnet zu sein, das ebenfalls ins Trainingscamp nach Murnau reiste. Die junge Frau mit dem Strohhut hatte ihr von Anfang an gefallen, und jetzt stellte es sich heraus, daß sie Sportlerinnen an der gleichen Schule sein würden.

„Schwimmerin“, antwortete Julia. Katja lachte los.

„Das glaubt uns niemand“, kicherte sie.

Und so begegneten sich Katja, die etwas kurz geratene, aber wohlproportionierte und sportliche Brünette mit dem großen Busen, und Julia, die hochgewachsene, grazile Blondine mit der knabenhaften Figur, auf dem Münchener Hauptbahnhof.

Sie setzten sich ins Cafe, und schon nach wenigen Minuten kam es den beiden so vor, als würden sie sich bereits schon ewig kennen. Katja kam aus Rheinland Pfalz und Julia aus Hamburg. Wie sich herausstellte, hatten sie schon die letzten vierhundert Kilometer in einem Zug gesessen. Es war wirklich ein lustiges Zusammentreffen.

Da hatten sich zwei gesucht und gefunden. Und beide waren sie sich von Anfang an sicher, daß aus ihnen gute Freundinnen werden würden. Die halbe Stunde bis zur Abfahrt ihres Zuges verging daher wie im Flug.

Sie suchten sich ein leeres Abteil, verstauten ihr Gepäck und setzten sich einander gegenüber auf die beiden Fensterplätze.

„Wir müssen unbedingt dafür sorgen, daß wir ein Zimmer bekommen“, schlug Julia vor, und Katja war sofort damit einverstanden.

Julia war ein aufgeweckter und vor allem herzlicher Charakter, mit dem sie bestimmt eine Menge Spaß haben würde. Die Tatsache, daß sie im Schwimmbecken eigentlich so etwas wie Konkurrentinnen sein würden, störte keine von beiden.

Julia kramte aus ihrem Rucksack eine Tafel Schokolade hervor, öffnete sie und bot Katja etwas davon an.

„Du ißt Schokolade?“ fragte Katja ungläubig mit Blick auf Julias schlanke Figur.

„Warum denn nicht?“ wollte Julia wissen.

„Na wegen der Figur“, entgegnete Katja.

„Ich will Schwimmerin werden, nicht Model“, lachte Julia, brach sich eine Rippe von der Schokolade ab und schob sie sich zur Hälfte in den unglaublich schön geschwungenen Mund. „Außerdem habe ich mit der Figur keine Probleme. Ich wiege sogar eher etwas zu wenig. Wenn ich dich so betrachte, könnte es mir nicht schaden, an einigen Stellen noch etwas zuzulegen.“ Ihr Blick fiel auf Katjas mächtige Oberweite. Katja konnte eine Spur von Neid darin lesen.

„Stört nur beim Schwimmen“, lachte Katja und brach sich ebenfalls eine Rippe ab. „Ich würde die Hälfte davon gerne für deine langen Beine opfern.“

Das Trainingslager „Rosengarten“ war ein weitläufiges Gelände mit Sportplatz, Rennbahn, zwei Tennisplätzen und verschiedenen Gebäuden. Da gab es die Schwimmhalle, das Boxzentrum, eine große Turn- und eine Tennishalle. Das Zentrum des Geländes jedoch bildete ein altes Schloß, das den Schülerinnen und Schülern, der Geschäftsführung und den Trainern als Wohngebäude diente. Das Bürohaus, das in seiner Modernität einen krassen Gegensatz zu dem Barockbau bildete, lag etwas abseits davon.

Heute begann die neue Trainingssaison. Und entsprechend viele Neue hatten sich schon vor dem Schloß versammelt. Es waren Schwimmerinnen und Schwimmer, Fechterinnen und Fechter, Boxer und Leichtathleten. Aus ganz Deutschland waren die jungen Menschen hierher zusammengekommen, um Hochleistungssportler zu werden. Einige von ihnen würden es auch tatsächlich schaffen, während die meisten von ihnen wohl schon nach wenigen Monaten die Schule wieder verlassen würden. Aber von den wenigen, die bleiben würden, würden fast alle die Chance bekommen, in ihrer jeweiligen Disziplin an den kommenden Olympischen Spielen teilzunehmen. Denn „Rosengarten“ war als Kaderschmiede weltweit berühmt. Wer hier einmal die ersten Monate überstand, hatte gute Aussichten, international weiterzukommen.

Katja und Julia stellten sich in die lange Schlange vor dem Gebäude und warteten darauf, daß sie an die Reihe kamen. Es dauerte auch gar nicht lange, denn die Abwicklung am Empfangsschalter in der Halle drinnen ging zügig voran. Schon nach einer Viertelstunde hatten Katja und Julia den luxuriös eingerichteten Empfangsraum betreten. Hier wurden die Zimmer zugewiesen und die Trainingspläne und die Hausordnung verteilt. Der Wunsch der beiden Mädchen, in einem Zimmer zu wohnen, konnte nach einigen Minuten der Umorganisation erfüllt werden, und Katja und Julia machten sich sofort auf den Weg in ihr neues Reich. Ihr Zimmer lag im zweiten Stock des Schlosses und war für zwei Personen sehr geräumig. Es gab zwei Betten, zwei Schreibtische und sogar zwei getrennte Kleiderschränke, was wohl gedacht war, damit es zwischen den Schülern, die ein Zimmer miteinander teilten, nicht zu unnötigen Streitereien wegen des Platzes im Schrank kam. Eine schmale Tür an der Seite führte zu einem kleinen 3 Badezimmer, in dem es leider keine Badewanne gab, dafür aber eine recht großzügig gebaute Duschkabine. Im Schlafzimmer und im Bad hatte es zwei große Fenster, von denen aus man in den hübsch bepflanzten Schloßhof hinabsehen konnte. Alles in allem waren Katja und Julia mit ihrem Quartier sehr zufrieden.

Sie packten ihre Taschen aus und stritten sich im Spaß ein wenig darum, wer welches Bett bekommen sollte. Da aber beide Betten in Richtung des großen Fensters zeigten, war es eigentlich egal, wer jetzt welches nahm. Dann nahmen sie sich ihre Trainingspläne vor. Sie waren in die gleiche Leistungsklasse eingeteilt worden und würden somit auch das Training gemeinsam absolvieren. Da das Training erst morgen beginnen würde, beschlossen sie, sich das Schloß und die Anlagen einmal genauer anzusehen.

Natürlich war ihr erstes Ziel die Schwimmhalle. Nur zehn Fußminuten vom Schloß entfernt lag die große Halle am Rand eines Waldstückes, das die Südseite der Anlage einsäumte. Das Gebäude selbst bestand neben der Schwimmhalle an sich aus mehreren kleinen Räumen. Darunter ein Fitneßstudio für das Aufbautraining, natürlich die Umkleiden und die Duschen und, das gefiel Katja und Julia ganz besonders, auch eine großräumige Sauna. Die Anlage war in einem sehr gepflegten Zustand, und der Aufenthalt versprach angenehm zu werden. Bis zum gemeinsamen Abendessen im Speisesaal des Camps, der im Erdgeschoß des Schlosses gleich hinter der Empfangshalle lag, blieben Katja und Julia noch ein paar Stunden, und so schlenderten sie noch ein wenig über das Gelände.

Als sie das Boxzentrum erreichten, überlegten sie kurz, ob sie einen Blick hineinwerfen sollten. Hier im „Rosengarten“ wurden ausschließlich männliche Boxer ausgebildet, und Katja und Julia waren sich nicht sicher, ob sie als Frauen beim Training stören würden.

„Ja, vielleicht“, gab Julia zu. „Aber denk an all die halb-nackten Männer mit ihren schwitzenden, gut durchtrainierten Körpern. Und allein dieser herbe, männliche Geruch ...“ Sie verzog das süße Gesicht zu einer Grimasse.

„Oh ja. Der ganz besonders“, stimmte Katja ihr zu. „Aber im Ernst. Glaubst du, daß wir hier was Anständiges an Männermaterial finden werden?“

„Laut Hausordnung sind intime Kontakte unter Schülern strikt untersagt“, mahnte Julia mit einem Augenzwinkern.

„Wen interessiert das denn?“ wollte Katja wissen.

„Denk an deine Karriere!“

„Ich will Schwimmerin werden, nicht Nonne“, proklamierte nun Katja.

„Worauf warten wir also noch?” fragte Julia keß und zog die schwere Tür des Boxzentrums auf.

Und tatsächlich strömte den beiden sogleich ein unglaublich starker Schweißgeruch entgegen.

„Da lob‘ ich mir das Schwimmen!“ sagte Katja und hielt sich für einen Augenblick die Nase zu.

„Dabei kommt man wenigstens nicht ins Schwitzen“, gab ihr Julia recht.

Vom Inneren des Zentrums, wo wohl der Sparring liegen mußte, drang Stimmengewirr und das Hämmern von Fäusten zu den beiden Mädchen nach draußen.

„Wo wollt ihr denn hin?“ fragte da plötzlich eine tiefe Stimme von hinten.

Wie zwei beim Plätzchenklauen ertappte Kinder fuhren Katja und Julia herum und starrten erschreckt in das Gesicht eines etwa 35jährigen Mannes im Trainingsanzug. Er hatte schwarze Locken und ebenso schwarze Augen. Seine aufrechte Haltung, sein Kinn und seine breiten Schultern deklarierten ihn als Berufssportler.

„Wir wollten uns nur ein wenig umschauen.“ Katja fühlte, wie sie rot wurde — was nicht allein damit zu tun hatte, daß sie beide beim Stöbern ertappt worden waren. Der Typ, der sie angesprochen hatte, sah einfach zu umwerfend aus, als daß man in seiner Gegenwart nicht rot werden mußte.

„Nicht während der Trainingsstunden“, stellte der Mann nüchtern fest. Er musterte die beiden Mädchen mit einem prüfenden und wohl auch anerkennenden Blick von oben bis unten. „Das lenkt nämlich unglaublich ab.“ Er grinste breit, wenn auch nicht frech.

„Ihr seid neu hier, stimmt‘s?“ stellte er fest.

„Erster Tag“, gab Julia zu und grinste dabei so dämlich, daß Katja ihr am liebsten mit dem Ellbogen in die Seite gestoßen hätte. „Dann sei euch noch einmal verziehen.” Der Trainer deutete zum Ausgang, machte eine ausladende Geste, grinste die beiden Mädchen noch einmal an und schritt dann in Richtung Sparring davon. Katja und Julia verließen leicht eingeschüchtert das Gebäude.

„Hast du den geseh‘n?“ fragte Julia anerkennend.

„Ja, bin ich denn vielleicht blind?“ äffte Katja im Spaß. „Augen wie Kohlen“, schwärmte Julia.

„Du hattest Zeit, auf seine Augen zu achten?“ fragte Katja ungläubig. „Hast du denn nicht seine Schultern und diese genial schmalen Hüften gesehn? Ein Traum! Denn werde ich mir früher oder später einmal zur Brust nehmen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.“

„Ich auch.“ Julia blickte an ihrer Brust herab. Dann wieder einmal auf die enorme Oberweite Katjas. „Wenn er bei mir vielleicht nicht so weich liegt wie bei dir.“

„Das ist doch unglaublich“, stellte Katja fest. „Der erste Typ, den wir zu Gesicht bekommen, und gleich sind wir beide scharf auf ihn. Ob das gut geht?“

„Das liegt nur bei uns.“ Julia lächelte Katja an. „Solange es nur um Spaß geht, teilen wir ganz einfach.“

„Und wenn es ernst werden sollte, so mit Gefühl und so, dann reden wir einfach offen darüber“, ergänzte Katja ihren Satz.

„Genau.“

„Abgemacht!“

Die beiden gingen in Richtung Schloß zurück.

„Es ist schon komisch“, sagte Katja.

„Was?“ wollte Julia wissen.

„Na, da haben wir uns schon einen Mann geteilt, ohne überhaupt zu wissen, ob er denn was von uns will.“

„Der wird schon wollen.“ Julia grinste, und an der Art, in der sie das tat, erkannte Katja, daß sie recht hatte und sich ihrer Sache wohl ziemlich sicher war. Ganz so unschuldig schien also auch das zart aussehende Mädchen mit dem Strohhut nicht zu sein.

Sie stöberten noch ein wenig durch das Schloß, bevor sie sich zum Abendessen umzogen. Es war ihr erster Auftritt in dem großen Gemeinschaftssaal, und deshalb warfen sie sich beide ganz besonders schick in Schale. Schließlich galt es, einen ersten Eindruck bei den anderen Schülern — ganz besonders den männlichen — zu machen, und dieser erste Eindruck sollte ein extrem guter werden.

Es war Sommer, und entsprechend leicht konnte man sich kleiden. Julia schälte sich aus ihrem langen Sommerkleid, und Katja erkannte, daß sie sich in der Beurteilung der Figur ihrer neuen Freundin nicht getäuscht hatte. Julia war wirklich sehr grazil. Aber an Brust und Hüfte besaß sie trotzdem ein wenig recht ansehnliches Polster. ihr roter Seidenslip spannte sich recht nett über zwei kleine, aber dralle Pohälften. Julia wählte ein enganliegendes T-Shirt ohne Ärmel, das ihre niedlichen Brüste sehr schön betonte, und schlüpfte in einen kurzen schwarzen Rock, der ihre langen Beine zur vollen Geltung brachte. An die Füße zog sie flache Espandrilles aus schwarzem Leder — schlicht, aber wirkungsvoll. Katja selbst wählte ein Paar besonders zerschlissene Jeans, die genau an den richtigen Stellen aufgerissen waren, und ein lose hängendes Seidentop, das ein Stück ihres flachen Bauches und ihren Bauchnabel freiließ. Schuhe zog sie keine an. Sie lief ohnehin am liebsten barfuß. Die beiden begutachteten einander kurz, nickten zustimmend und verließen dann gemeinsam den Raum.