Brennholzverleih - Rolf Habel - E-Book

Brennholzverleih E-Book

Rolf Habel

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Beschreibung

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um Texte in Prosa und Lyrik zu 100 Jahre DaDa im Jahr 2016, von Gregor Bendel, Rolf Habel und Karl-Peter Gerigk - mit Illustrationen von Rolf Habel und Rainer Hess. Texte und Bilder sind durchaus sozialkritisch zu verstehen.

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Seitenzahl: 108

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

Wasser zu Dampf

Erwachsen

Immer noch

Unser Land

Gefällt mir

Der Vater aller Dinge

Alles ist böse

Liebe

Der Winter

Ein Könner und ein Schöner

Extrem – unangenehm

Menschenfresser

Nimmerlein

Hegeholz

Idiom

IrRealität

Mehr Liebe...

Luna

Macht Bilder

Kommt da einer

MiniMax

Marktwesen

Neun Staaten und die Lämmer

Schublade

Sandalen

Täusch´ Dich nicht

Verzehrend

Was Dich ernährt

Was Ihr wollt

Wie Dir

Wunderbar

Ursprünge

Geldgebet

Vitae cursus

Rolf Habel, "Sanfter", Acryl auf Leinwand, 30x24 cm, 2010

Es verbrennt Wasser zu Dampf.

Brennholz ist Holz, dass verbrannt mit Feuer und Flammen. Es dient dem Heizen, Kochen – oder auch, um Licht zu machen. Es kann auch als Feuerholz bezeichnet werden, und wird also – meist von Menschen – genutzt, um Wärme zu erzeugen, um Essen zu bereiten – oder, um es heller werden zu lassen, z.B. mit Fackeln. Brennholz dient so als Nutzfeuer.

Die Verwendung von Holz kannten schon die Indogermanen, als sie noch am Schwarzen Meer wohnten. Holz wird also schon seit 400.000 Jahren genutzt, zu Zeiten, als die ersten Menschen nur Stein, Fell und Hölzernes als Werkstoffe benutzten.Wahrscheinlich kam das erste Feuer durch einen Blitzschlag auf die Erde. Aber auch Vulkane speihten ja schon Feuer.

Wann ein Mensch zu ersten mal Feuer nutzte und wozu, ist unklar. Beherrschen konnte er es wohl erst, als es ihm gelang, es selber zu machen, durch Reibung mit einem anderen Holzstab, um Stroh zu entzünden – oder mit einem Feuerstein, der Funken schlägt, wenn man ihn aufeinander haut. Auf jeden Fall konnte er es bezeichnen – er sagte K!dos dazu – oder deru. Aus dem indogermanischen Wort entwickelte sich im germanischen das Wort trewa – wie später tree wie im germanischen Baum. Auf den Färöer-Inseln sagt man heute noch Trae zum Baum. Holz heißt germanisch aber Holta.

Holz ist nach allgemeinem Sprachgebrauch das harte Gewebe der Achsen von den Sprossen des Stammes, der Äste und der Zweige von Bäumen und baumartigen Gewächsen, wie Büschen und Sträuchern. Botanisch gesehen ist Holz die zylinderförmige Wachstumsschicht – zwischen Splintzone und Rinde. Die Splintzone ist das junge, aktive Holz, was Wasser und Nährstoffe in die Krone führt. Die Rinde ist das Gewebe außerhalb des Zentralzylinders, und besteht aus Bast und Borke – umschließt den Zylinder, schützt ihn.

Aus Holz und Ästen bauten die Menschen schon sehr früh Hütten. Schon die Ägypter nutzten Holz aber auch um feste Häuser zu bauen – mit Stein und Lehm zusammen. Aus Holz machten sie Möbel, Dachstühle, Schnitzereien – und auch Skulpturen, wie sehr früh die Menschen in Afrika – bis heute auch Masken von Göttern, Dämonen und Ahnen. Wie die Griechen und die Römer später auch noch. Gerade die Maske fand im griechischen Theater Verwendung, nicht nur als Kostümierung, sondern vielmehr um die Stimme zu verändern.

Um Schiffe und Häuser zu bauen, wurden viele Wälder abgeholzt, was man heute noch am Karst-Gebirge in der Türkei sieht. Ob die Tiere, die dort lebten alle aufgegessen wurden – oder weggelaufen sind, weiß ich nicht genau. Auch nicht, ob sie dann noch Oliven ernten konnten oder woher die Äpfel und Birnen, die Zitronen und Orangen kamen. Aber sicher gab es da noch genug Wald mit Nuss- und Kastanienbäumen, oder Kirschen – die man essen konnte. Und die Beeren wachsen ja an Sträuchern – oder?

Holz wächst in Phasen. Von November bis Februar ruht das Holz, bei unveränderten klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa. Im März und April, wenn der Frost vorbei ist und die Temperaturen steigen, wird das Wachstum mobilisiert. Von Mai bis Juli wächst es schnell – und es entsteht das Frühholz, danach das Spätholz im Herbst. Holz schmeckt nicht süß. Es ist also deutlich vom Süßholz zu unterscheiden. Süßholz ist ein Hülsenfruchtgewächs und gehört zu den Schmetterlingsblütlern.

Holz besteht aus Zellulose, Mineralien und Ligin, einem Biopolymer. Es ist aus vielen gleichen Teilen aufgebaut, ein selbstähnliches Makromolekül. Auch ist Hemicellulose im Holz. Das ist eine Art Zucker. Holz ist aber schwer verdaulich und kaum nahrhaft.

Holzarten sind unterschiedlich dicht, was mit der Feuchte zusammenhängt. Trockenes Holz ist dichter als feuchtes Holz, was eine geringere Rohdichte hat. Und das ist von Baum zu Baum anders. Holz macht Töne, insbesondere wenn man es schlägt. Welcher Ton kommt, hängt von der Dichte ab – und von der Elastizität, Faserlänge – und Faserwinkel, von den Astlöchern und Rissen im Holz. Es werden viele Instrumente aus Holz gebaut. Von Flöten bis Trommel, von einer Gitarre über eine Violine bis zur Zitter bildet Holz oft den Klangkörper. Aber es gibt auch Gebrauchsgegenstände aus Holz, wie Kochlöffel, Kleiderbügel oder Pfeifen - man kann Holz, gerade auch als Spanplatte, zur Schalldämmung einsetzen. Zur Wärmedämmung ist Holz ungeeignet, weil es porös ist. Holz ist schön, schon wegen der Maserung, also dem Faserverlauf und den Jahresringen. Darum gibt es Möbel und Fußböden, Decken und Täfelungen aus Holz, weil das gemütlich, natürlich und lebendig erscheint. Man kann an einem geschnittenen Stück Holz durch die aufeinander folgenden kreisförmigen Streifen erkennen, wie alt der Baum war – und auch, was das Wetter in diesem Jahr so gemacht hat. War das Jahr gut – und konnte der Baum gut wachsen, ist der Ring breiter. Wenn es viel Regen gab dunkler. Auch wenn Holz wächst ist es anfällig für biotische Schädlinge, wie Käfer, aber auch Pilze, Schimmel – oder Schwämme, aber auch wenn Holz „tot“ und verbaut ist, können sich Schädlinge einnisten und alles verfaulen lassen. In Deutschland gibt es 11,4 Millionen Hektar Wald, vorwiegend aus Baumholz. Das sind 3,7 Milliarden Vorratsfestmeter. Alle 13 Sekunden wächst in Deutschland ein Holzhaus nach, sozusagen. 2014 wurden fast 60 Millionen Festmeter Holz in Deutschland eingeschlagen, über 2/3 Nadelhölzer. 1/3 des Holzeinschlages wurde verbrannt, dass sind mehr als 20 Millionen Festmeter pro Jahr. Zu Brennholz sagt man auch Energieholz. Hier kann man unterscheiden zwischen Stückholz, Scheitholz, Rundholz, Brennreisig, Pellez und Holzbriketts. Holz kann dabei belassen sein, aber auch bearbeitet. Also nicht gestückelt oder gehackt, sondern Restholz von der Baustelle oder aus der Industrie, wie zum Beispiel Paletten oder Abfälle. Neben Restholz und Altholz, z.B. alte Möbel, gibt es verunreinigtes Holz, was z.B. gestrichen ist. Das darf man nicht verbrennen, wegen der Umwelt. Holz hat etwa den halben Brennwert zur Kohle und 1/3 zum Heizöl.

Brennholz wird gehandelt. Man kann einen Festmeter, Schüttmeter oder Raummeter kaufen oder selber machen. Machst Du das Holz selber, wird Dir öfter warm, als wenn Du es kaufst. Ein Meter meint hier 1.Meter lang und breit und hoch. Das ist wie bei einem Würfel.

Wenn Du selber Holz machst, brauchst Du eine Säge, ein Beil, einen Spalthammer, manchmal einen Keil oder Holzspalter, auch Gehörschutz, Handschuhe, Sicherheitshose und -jacke, Arbeitsschuhe, am besten stahlverstärkt und über die Knöchel – und vor allem aber eine Schutzbrille, damit Dir kein Splitter ins Auge fliegt. Und wenn das Holz geschlagenen und gestückelt ist, musst Du es lagern, damit es trocken wird. Das dauert ein Jahr, besser länger – besonders bei Nadelholz, wie Kiefer oder Lärche. Der Wassergehalt frisch geschlagenen Holzes liegt noch bei 50%. In einer Holzmiete trocknet das Holz wie in einem Käfig gut, weil Luft durchgeht.

Trockenes Holz kann man leicht mit Stroh, Papier oder Brandbeschleunigern anzünden. Ausgasende Öle und Terpene helfen einen niedrigen Flammpunkt bei der Entzündung zu erzielen. Brennt das Holz, wird es schnell warm, sogar heiß. Man kann sich daran leicht verbrennen, darum sollte man bei offenem Feuer sehr vorsichtig sein.

Die Verbrennung des Holzes ist ein mehrstufiger Vorgang. Erst oxidieren die Gase, dann die Stogge im Holz, die Fasern und schließlich die Holzkohle. Bei der Feuerung wird das Holz zunächst durch den Zunder und Durchwirkung von Abgasen erwärmt. Dann dampfen die Öle ab. Danach wird das Wasser abtransportiert und verdampft. Bei 250 Grad Celsius zersetzt sich das Holz und dann vergast auch das Holz mit der Luft und dem festen Kohlenstoff, bis 500 Grad Celsius. Die Gase und Kohlestoffoxide oxidieren bis 2000 Grad Celsius. Das ist sehr heiß. Die Flamme wird mit der Zeit dann wieder kühler.

Bei der Verbrennung von Holz werden Kohlenmonoxid, Ruß und Glanzruß, Kohlenwasserstoff, Wasserstoff, Aschefeinstäube und Mineralien an die Umwelt abgegeben. Es werden Kohlendioxid, Wasserdampf, Stickoxide, Schwefel und Schwefeldioxid freigesetzt.

Holz ist billiger als Öl und sei umweltfreundlich, weil es weniger Giftstoffe abgibt als Öl und Kohle – und weil der Umsatz organische Stoffen wie Wasser und Kohlenstoff günstiger ist.

Der Mensch besteht vorwiegend aus Wasser: Wasser ca. 60% Proteine 16%, Lipide 10%, Kohlenhydrate 1.2% Nucleinsäuren1% Mineralstoffe 5%

Ein Säugling hat einen hohen Wassergehalt von 90%. Mit zunehmendem Alter nimmt die Vitalität lebender Strukturen jedoch ab, und zwar in dem gleichen Maße, wie sein Wassergehalt zurückgeht. So hat der menschliche Organismus als Kind ca. 70% Wassergehalt, der Erwachsene 65%, und der alte Mensch nur mehr 60%. Schon daraus wird die besondere Bedeutung deutlich, die Wasser für unseren Organismus hat

Wenn Du dir jetzt Brennholz leihen willst, hätte ich gerne die Asche und auch das Wasser zurück.

Erwachsen

Erwachsen ist Holz,

aus dem Erdenreich,

mit Wasser genährt,

mit Blättern durchwoben,

von der Sonne gewärmt,

vom Winde gewogen.

Steht stolz,

im Grünen gleich,

den Blicke verwehrt,

zu den Wolken oben.

Karl-Peter Gerigk /-kpg-

Rolf Habel, "Weinen", Acryl, 30x24 cm, 2012

" Immer noch"

Und ich dachte

Du wärest

mir egal

So fern

Bist du

Die Bedienung

Verzögert absichtlich

Du meinst

Ich würde wissen

Wo du bist

Ja

Davon hast du mir erzählt

Ich verstehe

Ich habe dich

Immer verstanden

War immer

Für dich

Und da

Wo bist du

Am Telefon

Wo ist das Telefon

Wann können wir uns treffen

Warte

Die Tiere muss ich

Versorgen

Das verstehst du

Ja das verstehst du

Immer noch

Und dafür

Liebe ich dich

Immer noch

Samuel Schwaetzer

Rolf Habel,"Liebe", Acryl, 30x24 cm, 2012

Unser Land

Wer regiert unser Land?

Der Unverstand.,

die kalte Hand.

Das Geld, das Gold,

regiert.

Die Gier – nach mehr,

das bewusstlose Heer,

der Konsumaffen -

und an der Spitze,

das sinnlose Raffen.

Wer regiert?

Vom Mammon geschmiert,

der Tribun und die Massen,

bis zum sinnlosen rasen.

Die Unvernunft herrscht!

Der Algorithmus, die Prozedur,

stellt das Denken auf stur.

Das Haben – nicht das Sein,

der Geiste wird klein,

ein Rädchen im Lager.

Das Elemet im System,

es funktioniert ohne Reflexion,

nur für wenige sehr angenehm.

Verliert es das Leben,

mal eben.

Was regiert?

Das kalte Herz ist kaum berührt.

Das Gefühl, die Emotion,

ist verführt,

es leitet die Affektion,

die Stimmung macht´s,

wie im Rausche benommen,

Tagtraum, kein Schlaf ist Nachts

die Menschen verkommen.

Wie regiert?

Die Selbstsucht verführt.

Ein Mechanismus der Zahl:

Bezahlen.

Ein jeder löhnt dem Markt,

der an Leib und Seele nagt,

das Nichts, das Dich verschlingt,

was keiner zu sagen wagt,

weil das reduzierte Selbst -

im Spiegel erkennt,

das ich und die Welt aber verbrennt.

Von Außen in Dich getragen,

Frisst es Dich von Innen auf,

willst den Widerspruch nicht wagen,

so will es kommen: Asche zu Asche,

Staub zu Staub.

Karl-Peter Gerigk /-kpg-

Rolf Habel,"Kopfwelt", Tusche und Aquarell, 10,5x14,8 cm, 2008

Gefällt mir

Doch berührt es nicht

Oder?

Mitmachen

Können wir hier

Ohne dabei

Zu sein

Oder in welchen Zustand

Du dich auch befindest

Zu oder offen

Oder irgendwo dazwischen

Egal, deine Stimme zählt

Endlich mal

Wahlverdrossenheit

Alle Parteien sind

Sich einig

Da muss was gemacht werden

Mein Vorschlag

Verlegt das Parlament

Macht eine Facebook-Gruppe daraus

Anteilnahme ohne Ende

Volkesstimme

Kopf ab

Oder so

Oder so ähnlich

Schade eigentlich

Der Mensch

Noch zu dumm

Noch zu sehr Tier

Sozial

Das kann

Der nicht

Ich klicke hier

Das gefällt mir

Samuel Schwaetzer

Rolf Habel, "Schichten", Tusche, 12x 10 cm, 1996

Der Vater aller Dinge

erschafft,

den Tod,

zerreißt dem Sohn die Glieder,

verschafft

das Geld,

dem Millionär

und es tönen Lieder -

vom großen Held,

von Lieb´und Ehr´

verloren geht die Würde -

vom Feind -

siegen kann da keiner,

auch wenn es einer meint,

da will wer mehr.

Nass das Gesichte,

verloren...

vom Schlamm und Schweiß,

verschworen...

da machen welche Geschichte,

auf des Volkes Rücken,

Rohr und Gemüt sind glühend heiß´

gewiegelt – und voller verzücken,

„Zu den Waffen“,

der Schlichte schreit

das reizende

mitreißende Wort -

die Marionette schreibt:

Geschossen aus dem Lauf,

trifft ins Herz beides.

Zersplittern Granaten

die Knochen.

Vorher:

zerfetzt´ die Hetz´

das Hirn -

die Diktatur will Meinung lenken:

hinter welcher Stirn

bist Du?

Wo lässt Du denken?

Aus welchen Munde

ist

der Hass

gekrochen?

Hast nicht auch Du,

den Mord verbrochen?

Karl-Peter Gerigk /-kpg-

"Alles ist böse"

Alles ist böse

Nichts ist gut

Es ist gnädig

Alles ist Unsinn

Nichts ist Verstand

Es ist Denken

Alles ist machen

Nichts ist können

Es ist üben

Samuel Schwaetzer

l

Liebe

Dir zu sagen

„Ich liebe dich“

Ist mir schwer

60 Millionen Kunden

einer weltweiten

Fastfood-Kette

lieben es

Selbst Autos lieben

Tankstellen

Hauptsache

gefüttert

„ich liebe dich“

flüstert er

mir ins Ohr

während ich

mich ekele

wo bist du?

Gegenüber

meiner selbst

Liebe dich