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Hjartan heißt isländisch: Herz Ihr Studio ist abgebrannt, sie selbst nur knapp mit dem Leben davongekommen. Immerhin hat sie Glück im Unglück, ist umgeben von guten Freunden. Warum verbessert sich ihr Zustand dennoch nicht? Warum irrt sie monatelang verstört und in Selbstgespräche vertieft durch Berlin, mit dem Fauchen, Rauschen und Prasseln des Feuers im Ohr? Wer ist der Isländer Hjartan, von dem die Stimmen in ihrem Kopf ständig sprechen? Ihr Geliebter ist tot, und sie gibt sich die Schuld daran. Weil sie ihn nie hätte lieben dürfen. Weil sie nicht sicher war, ob sie schwanger sein wollte. Weil die Musik ihr wichtiger als alles andere ist.
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Seitenzahl: 288
Veröffentlichungsjahr: 2015
Sudabeh Mohafez
brennt
Roman
Die Arbeit der Autorin am vorliegenden Buch
wurde gefördert durch den Deutschen Literaturfonds e.V.,
die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Preußische Seehandlung
und das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf.
Die Handlung und die Figuren des Romans sind frei erfunden.
Jede Ähnlichkeit mit toten oder lebenden Personen oder
wahren Ereignissen ist nicht beabsichtigt und wäre rein zufällig.
eBook 2015
©2010 DuMont Buchverlag, Köln
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Birgit Haermeyer
Umschlagabbildung: Nicole Ahland © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Satz: Fagott, Ffm
eBook-Konvertierung: CPI books GmbH, Leck
ISBN eBook 978-3-8321-8844-3
Für Martin und die Wiederkehr des Leuchtens
fragile, she doesn’t see her beauty
she tries to get away
sometimes it’s just that nothing seems worth saving
i can’t watch her slip away
i won’t let you fall apart
the fragile
i know the pieces fit
’cause i watched them tumble down
schism
tool
Später werde ich wissen, dass vor dem Feuer eine Verpuffung war, kenne jetzt aber dieses Wort noch nicht, höre nur das Geräusch, das es bezeichnet, das gerade so klingt wie das Wort, nämlich: Puff!, eindeutig wie: Puff! Davon bin ich aufgewacht.
Und, sagt der Feuerwehrmann, der junge mit den Kratzern im Gesicht, es ist ein Wunder. Das sagt er. Dass mein Überleben ein Wunder sei und das der Katzen, denn die haben auch überlebt. Und dass das Wunder direkt mit der Verpuffung zu tun habe, das sagt er auch: Hätten Sie die nicht gehört, also, wären Sie von der nicht aufgewacht… Und ich höre die drei Pünktchen so deutlich wie in der Nacht das Puff!, nämlich: weil er das Wort nicht sagen möchte. Der junge Feuerwehrmann mit den Kratzern im Gesicht möchte nicht tot sagen.
Dass ich nämlich tot wäre jetzt, also: vorbei, also ein Leichnam oder der verkohlte Rest eines Leichnams, wenn mich die Verpuffung, die Frau Pietzsch beim absichtlichen Anzünden der mit Benzin getränkten Holzwände unbeabsichtigt verursacht hat, wenn sie mich nicht geweckt hätte. Das alles sagt der junge Feuerwehrmann mit den Kratzern im Gesicht, aber er sagt es erst in vier oder fünf Stunden, kurz bevor ein Vogel den Morgen ruft, wenn aus dem Haus nur noch kalter, schwarzer Rauch quillt und ein Gestank von Holzkohle und Chemikalien, wenn vier der fünf Löschzüge aus der gesperrten Wilskistraße wieder abgezogen sind, wenn die Beamten von der Brandkripo, nämlich: es gibt eine Abteilung bei der Kriminalpolizei, die auf Brände spezialisiert ist, wenn die Beamten von der Brandkripo mit gelben Kunststoffhelmen auf den Köpfen das Gelände nach Spuren abgesucht haben, dann wird der junge Feuerwehrmann mit den Kratzern im Gesicht das mit den Pünktchen sagen, aber jetzt ist es noch samtdunkel in der Wohnung und auch draußen. Da ist nur dieses Rauschen, nein: Fauchen. Etwas faucht rauschend durch meine Wohnung. Vor meiner Wohnung?
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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