Brombeerkind - Waltraud Schwab - E-Book

Brombeerkind E-Book

Waltraud Schwab

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Beschreibung

Die Frau am Fenster – sie hat etwas erlebt, das sie belastet und worüber sie nicht sprechen kann. Stattdessen versetzt sie sich in ein grünäugiges Mädchen, das sie von ihrer Berliner Wohnung aus beobachtet und dessen nicht minder dramatisches Leben sie sich zusammenreimt. Der Plan der Frau, sich zu entfliehen, geht jedoch nicht auf. Denn da gibt es auch einen Journalisten. Er will eine Story: über jemanden, der Schuld am Tod eines Menschen hat … Die Geschichte der Frau und des Mädchens ist berührend zart und bedrückend hart. Und sie wirft die Frage auf, was wahr ist und was erfunden und ab wann diese Frage keine Rolle mehr spielt.

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Seitenzahl: 302

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Waltraud Schwab

BROM

BEER

KIND

EinRoman,oderwasmansoRomannennt

ULRIKE HELMER VERLAG

 

 

 

eISBN 978-3-89741-933-9ISBN 978-3-89741-450-1© 2021 eBook nach der Originalausgabe© 2021 Copyright Ulrike Helmer Verlag, Roßdorf b. DarmstadtAlle Rechte vorbehaltenCovergestaltung: Atelier KatarinaS / NLunter Verwendung des Fotos »Frau inmitten einer geschäftigen Menschenmenge« © axelbueckert / photocase.de

www.ulrike-helmer-verlag.de

 

Für

AlbertaundihreSchwestern

***

Kiss, dienieandersheißenwollte

***

alleMenschen, dieam11. 9. 2001inNewYorkstarben

***

Conny1undConny2, dieverschwundensind

***

dieNerds, dieaufpinkfarbeneTurnschuhestehen

***

dieFrau, dieinderTogostraßeinBerlinihrZwergschweinausführt

***

dieTeenagerausderExtraklasse

***

denjungenVolkspolizisten, dersienichtaufhielt

***

dasRechtaufVerneinung

***

undfürdieKinder, dieimMeerertrinken

***

 

1

Wasdassoll? Fragnicht. Sietut, wassietut. NimmteinePriseSalzausderPackung, dieaufgerissenist, dasPapierausgefranst, streutesüberGurken, Tomaten, Blätter, andereBlätter, holtdieSchereauseinerSchublade, erschrickt, hältinne, undmitderSchereinderHanddrehtsiesichum, lauschtzurTür – istdawer?

Jemand? Niemand? Sielauscht, horchtauf, horchtaufdieseVerschiebungenimRaum, diezurfremdenAnwesenheitgehören, undspürtdochnursich: denlautenHerzschlag, dasrasendeBlut, denPulsschlagimKopf. DieserMoment, indemjemandunsichtbardieabgestandeneLuftzumSchwingenbringtunddaist, daist, größeristalsallesandere, riesig, dasZimmerausfüllt, dashinterderKücheliegt, jedenWinkelbisunterdiemitStuckverzierteDecke – dasistderMoment, indemsiedieKontrolleverliert. DasUngewissehatsieimGriff. MitderSchereinderHand.

Istdajemand?

EineSekunde, einennochkleinerenBruchteilalseineSekundelangistsieausgelöscht. DannspürtsiedieAngst, stütztsichmitderanderenHandaufdieAblage, aufdernochdieZwiebelschalenliegen, wischtdieFingeranderSchürzeab – sieträgtsoeinealtmodischemitRüschenandenTrägern –, streichtsichüberdieStirn, steckteineHaarsträhnehintersOhr, alshättesieihrenKörpernochunterKontrolle.

»Istdajemand?«

KeineAntwort.

SiemachteinenSchrittzurKüchentür, zögert, lauscht, gehtnocheinenSchritt, nocheinen. Dann, mutigergeworden, betrittsiedasZimmerhinterderKüche. Undsieht: niemanden.

DasFensterzumBalkonstehtoffen, derVorhangbewegtsichleichtimWind. SiedurchquertdenRaum, vorsichtiggreiftsienachdemGriffderanderenTür, derzumFlur, unddannpassiertes (dennsoweitistsieschongekommen, jetztwillsiewiederGestaltannehmen, niemandsollsieauslöschen): SiereißtdieTürauf. Nichts.

Dochsoeinfachistdasnicht. WovorsieAngsthat, dasistnochunsagbar. SiehatdieseMauerumsichausdunklenGedanken. Niemandhatsieeingerissen, isteingebrochen, durch­gedrungenbiszuihr. Gelingtesjemandem, istsieverloren. Nochwillsienichterkanntsein.

SiegehtzurückinsZimmer, siespürtdieKopfschmerzenwieder, diesieschonvorherplagten, wendetsichderBalkontürzu, schiebtlangsam, zulangsam, denlangenweißenVorhangzurSeite, niemanddahinter.

SieschautvomzweitenStock, indemsiewohnt, hinunteraufdieStraße. DerBlickaufdieoberenEtagenderHäuseraufderanderenSeiteverstelltvomBlattwerkderBäume, dieinderMittestehen.

Nocheinmalistsiedavongekommen. Sieatmetauf.

DasiehtsiedievierMädchen, dieindiesemAugenblickumdieEckekommen, rauchend. Siehattegehofft, dasssiedasind, hatsiegesuchtanallenEckenderStraße. Sindsieda, kannsiesichanihnenfesthalten. Dieeinevonihnen, dielinks, dieGrünäugige, istihrdieLiebste. DieSelbstverständlichkeit, mitderdiesejetztderinderMitteindieRippenpufft, irritiertdieFrauamFensterundfasziniertsiedoch, denndiefastschonerwachseneAutorität, diedieGrünäugigeausstrahlt, iststark. DieMädchenkichern. SiesindvonderSchuledrübenumdieEcke; sietreibensichoftinderStraßeherum. EsisteineMädchenstraße.

ZweiQuerstraßenweiter, dort, woauchdieGittersind, diedenBolzplatzeinzäunen, treffensichdagegendieJungenganzeNachmittagelang. GanzeAbende, Nächte. Siehatdasbeobachtet, wiesieauchihreeigeneAngstundalsoihreeigeneVergangenheitbeobachtetunddabeiniederkämpft, dasie, ließesiedieVergangenheitzu, dochmitjederFaserihresKörpersspürenwürde, dasssieihrKindvermisst.

DieFrau, dieebennochaußersichwar, gehtzurückindieKüche. Jetztschämtsiesich, dasseswiederübersiegekommenist. AberSchamistsinnlos. Niemandistda. UndesSchamzunennen, wozu? Vielmehr, daswirdjetztklar, istihrGefühl, dassieaufschreckenließ, einsderErwartung. Sieerwartet, dassetwasgeschieht. »IchwolltemichschälenwieeineZwiebel«, sagtsieindieKüchehineinunderschricktobihrereigenenStimme. Erstjetztmerktsie, dasssiedieScherenochimmerfestinderHandhält, ihreKnöchelganzweiß.

WosienunwiederinderKücheist, stocktderFortgangderGeschichte, dennsoeinesollessein; aufgeschriebenindieserhartenSprache, inderes »Stacheldraht« heißt, hart, präzise, kalt. Nicht »stachligerDraht« alswäreeseinTausendfüßler, einSchlangenkaktus, eineBrombeerrute.

Nein, Stacheldraht. Siesiehtihnvorsich. EsistdieSprache, diefürVerordnungentaugt, siehatdaserfahren, mitMaßnahmen, Stundenplänen, Regeln. EineZeitlanghatdasVorgegebenesiezusammengehalten, sonsthättesiesichaufgelöst.

Aberach, dasAnderegibtesauch. DassdieSprachekeineGrenzensetzt, dasssieFensteröffnet, weilmansichZeugausdenkenkann, einfachso: Unterwasserschrank, Göttermilch, Luftröhrenweste, verrauchteZwergenangst. Wörter, dieverzaubern, bevordiejenigen, diesielesen, sichschulterzuckendabwenden, weildieWörterwieTräumesind. GäbeesdieseWildheitinderSprachenicht, wärendieLeuteGefangeneihrereigenenSätze. Sieweißdas, dennbevorsiedieseMauerumsichgebauthat, hatsiesichfestgehaltenamUnmöglichen, hatdieFarbenderSehnsuchtsquallenbesungen, beiGewitternSchutzunterSchmerz­bäumengesuchtundvomkaramellisiertenHerzwassergetrunken. SiewarSängerin, eine, dieLiederschreibt. JetztaberhatsieAngstvordemSprechen. UndvordemSingenerstrecht.

AlsoAngst.

AuchdieMädchendauntenaufderStraßevorihremBalkonkennenAngst, selbstwennsiefurchtlostun. DieFrauhat, wennsielangsamdieMädchenstraßeentlanggehtunddieTeen­agerbeobachtet, wiediesesichnachderSchulehierherumtreiben – wohlwegenderBank, diezwischendenBäumeninderMittederStraßesteht, fasteineAlleealso –, auchdieAngstimBlickderMädchengesehen. UndihreVerlorenheit. AberihreHoffnung, dassGroßesgeschehenwird, istgrößer.

EbennochfüreinenMomentausgelöscht, stiehltsichdieseFraunundochwiederindiezukünftigenLebenandererhinein, indiedieserjungenMädchendaaufderStraße, umsichvorihremeigenenzuverstecken. Sieweiß, dassdasfeigeist, schiltsichaucheinenFeigling, jetzt, wosichihreFurchtauflöstundihrgestocktes, gefrorenesBlutnichtinWürfelgeschnittenserviertwird.

ObwohldieseFrau, MariaF. sollsieheißen, inderTogostraßeinBerlinsollsiewohnen, alsodieHauptrollespieltindiesemZeug, dasdaaufgeschriebenwird, findetsienun, dassdieGeschichteeinesderMädchenvonuntenvonderStraße – siemeintdieGrünäugige, dersiemanchmalsogarineinigerDistanzfolgt –erzähltwerdensollundnichtihreeigene, diesiefüreinpaarMomenteausderFassunggebrachthat.

AusderFassung?

Ja.

Sieschaut, alswäreesselbstverständlich, sichsovonWortenleitenzulassen, zurDecke, vonderdieGlühbirnehängt, zwischenHerdundSchrank, ohneLampenschirm, weilsieinihremLeben, unddasdachtesieauchfrüherschon, keinenLampenschirmfindenwird, derihrgefällt, daLampenschirmewieKrakensind, wieZumutungeningefasstemBarock, wiemonströseblindeAugen, wieHüteauseinemlängstvergangenenSommer.

Sieistjetztfroh, dasssiesichmitdemGedankenanLampenschirmeablenkenkann. Denneigentlichwillsie, wassiezusagenhat, einfachsagen, schmuckloswiedieseGlühbirne. Nurkannsieesnichteinfacherzählen, weilsiedasEndenochgarnichtkennt.

Abereinesistklar: MariaF. wirdtrotzihrereigenenSchwäche, diesieerfasste, alssienachdemZwiebelschälenzurScheregegriffenhatte, keinMitleidmitdemgrünäugigenMädchenhaben, zumindestnichtmitWorten.

 

2

DiesesgrünäugigeMädchenalso.

WenndieTeenagerumdieBankinderMittederStraße, ihrer »To-go-Straße« herumstehen, kichernd, saumselig, alleswissend, SmartphonesindenHänden, bleibtsieamRand. IhrenKopfhältsiegesenkt, ihreunruhigenAugenindesblickenstetshinundherundnachoben, alswollesieinallevierRichtungengleichzeitigschauen. DasgibtihreinenkatzenhaftenBlick. Sierauchtwiedieanderen, sielachtwiedieanderenundsiecheckt, waspassiert. Männer, dieetwasausLieferwagenausladen, DHL, Hermes, MöbelHöffner. Autofahrer, dielangsamerwerden, wennsievorbeifahren. Manchehupen, wennsiedieMädchensehen. DieschauenkurzaufunddannvernichtendzurSeite. Manchmalwinkensieauch. DieGrünäugigewinktnie. SieschautaufihrSmartphone.

Da, eineNachricht.

»Vonwem?«, fragteinesderanderenMädchen.

»Taifun.«

»Wassagter?«

»Wasichmacheundso.«

Und?

Siegeht. »Tschau, bye-bye, hayditschüss.«

DasgrünäugigeMädchen – einViertelBalkan, einViertelAntalya, dasgesamteosmanischeReich, derRestBerlin, alsoganzBerlin, mitHugenotten, GIs, polnischenDienstmädchen, unddieMutterschontot – schlendertdieStraßehoch, checktdieKreuzung, vorderdieStraßeverkehrsberuhigtist, überquertdenPlatz, aufdemAutosparken, gehtdorthin, wodieJungenabhängen.

Taifun, schlechtgelaunt, stehtbeimBolzplatz, raucht, wirftseineZigaretteweg, alsersiesieht, steigtinsAuto, BMW, chicchic, siesteigtaufderanderenSeiteein. Diebeidenfahrenweg.

AberMariaF. weißmehr. Siehatdasgesehen, wennsiederGrünäugigenfolgteunddiesichinsAutosetzte, dasabseitsstand, amEndederSackgasse, hinterderderZaunumdenBolzplatzanfängt, wokeineHäusermehrsind, einverrufenerOrt, nureinpaarmarodeKarrenstehenda, diespäterausgeschlachtetwerden. UndwiedasMädchenimSitzhinunterrutscht, bissiesienichtmehrsehenkann.

MariaF. istunruhig. Siewillmehrsagen, abersieweißnicht, obesrichtigist. DenndasGanzekannihrindieFantasieentgleiten. Dawillsienichthin. Siehatsichdochvorgenommen, allesrohzuerzählen, höchstensdieSchaleabgezogen, wiedieeinerOrange, einerBanane, einerZwiebel. AbernichtsanderErzählungsollangeschwitztdaherkommen, geschwenkt, gekocht. DiesesMädchen, Jungfrauübrigens, undsieachtetdrauf, dasssiedasbleibt, istsowiesonichtdieeinzigehintenbeimBolzplatz, diesichineinAutosetzt, dannlangsamhinterderScheibeverschwindetundwiederauftauchtmitrotem, erhitztemGesicht.

EshebtdieGrünäugigealsonicht, sichaufdieseArtzuversorgen. MitHandy, Sündentasche, iPad. DerKopfhörerhängtihrselbstimBettumdenHals. Anderetunesauch, unddieGrünäugigebeklagtsichnicht. Beiwemauch? DenLehrerinnen? »AchGott, undduweißtdoch, undbistdudirsicher, undverbaudirdieZukunftnicht.« WelcheZukunftbitte? UnddieIdee, jetzt »Vater« oder »Mutter« zusagen, istabwegig, abwegig, abwegig. Paralleluniversenerkenntniemand. EinFlugzeugfliegtübersHaus.

 

3

DieZwiebelliegtnochimmergeschältundungeschnittenaufdemTischinMariaF.sKüche. DasTelefonklingelt. Siegehtnichtran, reibtsichstattdessendieHände, versucht, sichaufdasWesentlichezukonzentrieren, sicheinEssenkochen, eineinfaches, RöstkartoffelnmitZwiebeln, darübereinEi. Sichnähren, siezwingtsichdazu. DieseLeere, diesesNichtsinihrsollstillbleiben. Essollnichtwiedervorkommen, dasssiesichandenTischsetzt, einenTellervorsich, nichtsdarauf. TrotzdemisstsiemitMesserundGabel, zerschneidetdieLuft. Nenntes »Luftfleisch«, stelltessichvorangebrateninFett, abgelöschtmitWein, gewürztmitKnoblauch, Rosmarin, Salbei, undauchdasanderestelltsiesichvor, LuftpüreemitLuftsahne, gedünsteteLuftartischocken, Thunfischluftmousse, Luft­schlangen­sorbet. Daswar, alssienochdachte, dassesjedenTagwiederkommenkönnte. HochkommenwieÜbelkeit. MitUnsicht­baremfülltesiesich, wiederLuftgeistestut – ihrGeheimnis.

Siereißtsichjetztzusammen: KartoffelnmitEi, dashatKontur, sowillsieauchdieGeschichtederGrünäugigenschnörkellosaufschreibenundnichtsdazuerfinden. EinTeenager, Schülerin, nochsechzehn, abernichtmehrlange, undinderneuntenKlasse. Gut, sieunddieanderenMädchenschwänzenmanchmaldenUnterricht, anschönenTagen, wenndieSonneglitzernddurchdienochzartenFrühlingsblätterderLindenscheint, einzittrigesMusteraufalleswerfend. DannsitzendieMädchenschonmorgensaufderBankzwischendenBäumen, unweitvonMariaF.sFenster. DieMappezwischendenBeinen, dasSmartphoneinderHand, denKopfgesenkt, dieAugengehoben. Alswäreallesganznormal, ganzeinfach.

Aberha, wasisteinfach, wennman, wieesdieMädchentun, dieLuftnichteinatmet, umsieauszuatmen, sondernjedemFetzenDuftnachhängt, derwieeineFährtegelegtist, undderKlassengeruchistdefinitivnicht, wasdieMädcheninteressiert.

ObdieMädchenkeineAngsthaben, dassjemandsieansprechenkönnte: »WarumseidihrnichtinderSchule?« Sie, MariaF., könntediesein, diedieMädchenanspricht. Sieweißdoch, dasssiezurSchulemüssen. Nursprichtsiesienichtan, dennsiekenntdieAntwortschon. »DieStundeistausgefallen.« Welche? »DeutschundMathe.«

EssindimmerDeutschundMathe, dieausfallen. Trotzdem: AddierenkanndasgrünäugigeMädchen. Besseralsdieanderen. Sieerzähltihnen, dasssiediesesT-ShirtmitdemgoldenenVogel, dasesbeiH&Mgibt, kaufenwill. Für17,– Euro. »Was, soviel?«, sagendieMädchen. UnddieSandalenmitdenhohenAbsätzenunddergoldenenEngelschnalle. Gold, Gold. Diekosten29,– Euro. »Ja, diesindtoll«, sagendieanderen. Unddannrechnensie, undeinesagt: »DreiundvierzigEuro«. »Nein, sechsundvierzig«, sagtdieGrünäugige. IhreTantegebeihrdasGeld. DiemazedonischeTante, inderenBlumenladensiemanchmalhilft. Dassdasgelogenist, istklar.

WegenihresAlters – dieanderensindein, zweiJahrejüngeralssie – undweilsiePreiseaddierenkann, istdasgrünäugigeMädchenderStarinderClique. IhrWortgilt. Wennesetwaszurechnengibt, musssieestun. NurmitdemLesenundSchreibentutsiesichschwer. Darüberwirdnichtgesprochen, vielekämpfenmitderRechtschreibung. DieLehrerinnenkommennichthinterher.

DasgrünäugigeMädchenistbravimUnterricht, sokannsie, glaubtsiejetzt, verhindern, dassjemandsieandenTodihrerMuttererinnert. Siemeldetsichnie, störtnicht. »Wennichnichtssag, kommichüberalldurch«, sagtsie. SchonindenfrüherenKlassenwarendieLehrerinnenfroh, wenneinekeinenÄrgermachte, deshalbmochtensiesie, habensiedurchrutschenlassen, meistensjedenfalls, obwohldieGrünäugigebisheutebeimLesendieBuchstabenvertauschtundsichWörterzusammenreimt, dienichtaufderSeiteoderdemZettelstehen, densievorlesensoll. WennsieeinenTextliest, stimmenmitunterderAnfangunddasEndedesWortes, nurdasWortselbstnicht. ManchmalverdrehtsichauchallesinihremKopf. »IchsagdieWörterfalsch«, erzähltsie. »Wennichliegenlese, sagichlag.«

EinmalwilleineLehrerin, dieihreKlassegarnichtunterrichtet, sichjedochfürsolcheSchwächeninteressiert, esgenauerwissenundsprichtdieGrünäugigeaufdemSchulhofan. »Hierdu«, sienimmteinenZettel, densiezufälliginihrerJackefindet, einzusammengefaltetesInformationsblattausderU-Bahnistes, undhältesihrhin, »liesbitte.« DieGrünäugigeblästsichLuftindieBackenundlässtdieWörterbeimVorleseninStückezerfallen, jenseitsdesSinns. »Fahrlässigkeit« sagtdasMädchen, woesFahrgeschwindigkeitheißt, Baustelle, woHaltestellegemeintist. Funkbereich, wovonFunktionsbereichdieRedeist. DieLehrerinistvondenWortfindungenbegeistert, hältdasMädchenfürgewieft, aufkreativeWeisefürklug, aufcharmanteWeisefürsubversiv, alsunterlaufeesBildung. NurunterläuftdieGrünäugigegarnichts, denninihremUnvermögenstecktkeineAbsicht.

AuchwennsieihrerTanteimBlumenladenhilft, tutsiesichschwermitdenBuchstaben. Weilsie »d« und »t« nichtrichtigunterscheidenkannund »l« und »p« sichfürsieähneln, schreibtsie »BuntTuplen2,50Euros« aufdasSchild. IhreTante, selbstnichtsicherinderRechtschreibung, lässtesstehen. Ohnehin, dasweißman, reichtes, wennderAnfangunddasEndeeinesWortesrichtigsind, dannverstehenfastalle, wasgemeintist. »EinBundTulpen« dieeinen, »bunteTulpen« dieanderen. Beidesistokay. DieBuchstabenzwischenAnfangundEndekönnenvertauschtsein. »Ehrenwort.« Wissenschaftlerhabendasgesagt. SoetwasschnapptdieGrünäugigeauf, daserklärtvielleichtauch, warumsiewohljedeBotschafteinigermaßenversteht, dieihraufsHandygeschicktwird.

Jetzt, woMariaF. beginnt, sichindieDetailsdesLebensderAnderenhineinzuversenken, alswollesiederenVergangenheitaufschreiben (unddieZukunfterfindendazu), wirdsieihrdamiteinenWertgeben, derüberdenirgendeinesgrünäugigenMädchensweithinausreicht. EbenweildessenHerkunftvoneinerVielfaltist, dieüberdashinausreicht, wassichMenschenvorstellenkönnen, diesichvielleichtseit, nunja, vier, fünfGenerationenaneinemOrtvermehrten, wieMariaF.sVorfahrenestaten, erinnertsiesichjetztdochwiedernuranihreeigeneGeschichte, unddaswillsienicht. Abernichtimmergelingtesihr, nichtdochansichzudenken, undvonallenGedankenüberihreeigeneVergangenheit, diesichunversehenseinschleichen, istesnunderanihrenStiefvater – dassdaalsoeinStiefvaterwarundsomiteinSchicksal. »Dubiststief«, sagtesieeinmalzuihm. Wasdasseinsolle? »Wasdubist.«

Alssiejungwar, stelltesichMariaF. wiezumTrostvor, dassnichtnursie, sondernalleKindereinenVaterhätten, derstiefsei. (DieGrünäugigewürde »steif« lesen. DersteifeVater. UndtatsächlichzogderenVatereinBeinnach, wasineinementscheidendenAugenblickvonBedeutungseinwird.)

WennMariaF. inihrerKücheeineScheibevomKäseschneidet, siehtsiemanchmaldenStiefvaterinGedankenvorsich, wiedermitseinemMesserindieRindedesKäsesschnittundihrdabeieinenBlickzuwarf, indemstand, dasssieundankbarsei, weilsiedieKäserindedickerließ.

WährendMariaF. sichdaranerinnert, plötzlichalsowiederdasKindsieht, dassieeinstwarunddassichvonsoeinem, derwieausVerseheninihrLebengeratenist, nichtshatnehmenlassen, wirdihrklar, dassnunetwasgeschehenmüsse, damitdas, washiersteht, auchgelesenwird. SiewischtdenGedankenandenStiefvaterbeiseiteundkonzentriertsichwiederaufdieMädcheninderStraße.

Hiererscheinteswichtigzuerwähnen, dassdieGrünäugigesichkeineGedankenübersichmacht. Siekanndasnicht. Fürsieistdaswienachinnenzuleben, vonihrerHautausdirektinsichhinein. SolcheExperimenteliegenderGrünäugigennicht, beiihrgehtdas, wassieausmacht, vonderHautnachaußen, unddieHandverlängert, wasimmervonihrkommtundindieUngewissheitdringt. Werbistdu? SolcheineFragekanndieGrünäugigenichtbeantworten, weilesfürsiekeinenSinnmacht. Weshalbsollsiefragen, wersiesei, wosiedochist. »Ausländerin«, sagenmanchezuihr, aucheineLehrerin. Diesagtdasnurdeshalb, weilsiemanchmalmitMädchenmittürkischenNamenherumhängt, mitNilüfer, Gülüstan, Yasemin, dieihrenNamengeänderthatundsichjetztJasminnennt. Aberauchmitdenen, woalleHeimatschonverschmolzenist, mitOrhanna, Svetlina, Chantalies, hängtsieab. GülüstanübrigenskannihrenNamennichtleiden. DerhöresichanwieeinLand, sagteeineLehrerineinmalundzählteauf: »Turkmenistan, Usbekistan, Kurdistan, Gülüstan.« DieandereninderKlassekichern. NurmitKurdistankannGülüstan, inderenNamendoch »lächeln« steckt, etwasanfangen.

NilüferkannihrenNamenauchnichtleiden. NiluferrufendieandereninderKlasse, wennsiesieärgernwollen. Siewissen, NilisteinFluss. Manchewissenauch, woerist. DieGrünäugigeabernennensieGrünauge, undwennjemanddochdieFragestellt, wersiesei, gibtsieihnengenaudaszurAntwort. Denninstinktivahntsie, wemsievertrauenkannundbeiwemsienachgebenmuss, Platzmachen, damitdas, waskommt, anihrvorbeizieht. Eskränktsienicht, wennandereRechtbehaltenaufdieseWeise. Ausweichen, parieren, zurückspielen.

Auchköpfen? »Ja, klar.« NurzumVerständnis: DasFußballspiel, dasdieGrünäugigekennt, hatdieRegeln, dieaufderStraßegelten.

GanzandersMariaF., dieseZwiebelschälerin, diesoebenAngsthatte, dassalleswiedervonvorneanfängt. SiehatsichimmeranderenindenWeggestellt, umsichzuschützen. SohatsiedieUnliebedesStiefvatersaus- undihnaufDistanzgehalten. SohatsiedieHerzschmerzenderMutterertragen. UndsohatsiedieLiebeihrerTanteempfangen, diemitihrgesungenhat. Albertahießsie. Esreicht, wenneinedaist, dieliebt.

Jetzt, indiesemAugenblickerzähltMariaF. inGedankendas, wassiezusammenhält, einemDritten. EristJournalist. Sieweiß, dassesihngibt. SiehateineAnfragevonihmbekommen. PerPostsogar. DerJournalisthatihrenNamenimArchivgefunden. DieAdressehatihmeinKumpelvomMeldeamtgesteckt. SeinInteressereinprofessionellerNatur: Frau, dieSchuldanjemandesTodhat, lautetseinRecherche-Auftrag.

»IchbeobachtedieGrünäugige, alswäresiemeineeigeneTochter«, erzähltsiedemJournalisten, dervorerstnurinihrerVorstellungdaist.

Warum?

»WeilesdieseSehnsuchtgibt.«

Erfragtnicht: »Sehnsuchtwonach?« EristJournalist, darumfragter: »Wiewareswirklichdamals?«

DieseFrageisteinFehler. Dennsoweitistesnochnicht. MariaF. kannbishernursagen, dasssiebereitist, zuerzählen. Sieweißnurnochnichtwie. Undwann. Undwem. NochhabendieSätze, diesiesichausdenkt, keinenRhythmus. »GlaubenSiemir«, sagtsiezudemJournalisten, mitdemsieimaginärZwiesprachehält, »meinBekenntnisistroh.«

DannentlässtsiedenJournalistendochwiederausihrenGedanken, weilsienochZeitbraucht. NichtsistbereitetfürdasGemetzel, dassichankündigt. AberselbstjederFuchslecktsichseinewundePfoteundschleichtweiter, obwohlernichtweiß, wannsieheilt, keinZögernhältihnauf. Solangeesschmerzt, hinktderFuchsundpirschtsichungeschicktaufdreiBeinenaneinMauseloch. Ergibtallesdaran, dasserbeidemvomSchmerzgetragenenSprungdieBeutenichtverfehlt.

SiewiederumkonzentriertsichjetztaufdasnächsteFlugzeug, dasübersHausfliegt. FürSekundenvibriertdasWasserinderKaraffeaufdemTisch. DerFlughafenistnichtweit.

AuchdieMädchenunterbrechenihrGespräch, sobalddasFlugzeugüberihnenist. DennjedesangefangeneWort, »Super-« zumBeispiel, wirdvondemschneidendenSchallgeschluckt. ManmussPausemachenundwarten, bisesvorbeigeflogenist, umdasWortzubeenden: »-girl«, »Misch-«, Pause, »-haut«. »Ver-«, Pause, »-lobung«. DazwischenderLärm, deralleserstickt: denAtem, denHerzschlag, dieGedanken. Waswollteichsagen? SolangeOstwindwehtunddieFlugzeuge (»Flugzeige« schreibtdieGrünäugige) jedesWortmitKrachauseinanderreißen, wirddemFortgangderGeschichteeineBehutsamkeitaufgezwungen, diedemdesverletztenFuchsesgleicht, deraufseinendreiBeinennurhinkendvollkommenist. AuchMariaF. wirdnurhinkendvorwärtskommen. WennOstwindist, fliegendieFlugzeugeüberdieTogostraße, dieTo-go-StraßederMädchen.

SolangedieGrünäugigedortuntenaufderStraßeist, istMariaF. selbstreal. Sodenktsiedasnicht, aberdieExistenzderanderen, indiesiesichhineindrängt, machtsielebendig. JederTag, andemsiederGrünäugigeneineZukunftgibt, istaucheinermitZukunftfürsie. WenndieGrünäugigeKaugummikaut, schmecktsie, MariaF., dieMinze.

UndwenndieGrünäugigeihrHandyansOhrhält, hörtauchsieMusik. AufdieseWeisekämpftsiegegenihreeigeneGegenwart, dieihrwieeinaufSilberservierterSchweinskopfvorkommt, densieimTraumessensoll, obwohlesgarkeinTraumist.

MariaF. hatgelernt, sichineinParalleluniversumhineinzudenken, soklein, dassesaufihrerFingerspitzePlatzhat. Nursohatsiedasdurchgestanden. JetztistesdieGeschichtederGrünäugigen, zuderandere »Flittchen« sagen, diesieamLebenhält.

DiesesMädchendaunten, dasistihreHerausforderung. Wennsiediebesteht, bestehtsieauchsich. WeilsieihrLebenineinerSackgassesieht, wozunochleben, kopiertsiejetztdas, wasdasMädchenantreibt. EslebtdieTagemiteinerVergessenheit, dienichtschmerzt. JedeSekundewieeinunwichtigerAbsatz.

Jetzt, genaujetztindiesemAugenblickgähntdieGrünäugige. SiehältsichdieHandvordenMund, riechtdaran, riechtihrenklebrigen, süßlichenAtem. UnddannblicktsiedenMannan, derzusammenmitseinemKumpeleineGlasscheibevomLieferwagenablädt, vorsichtigdieScheibemiteinemrutschfestenHandschuhanfassend. EinefalscheBewegung, unddasDingliegtinScherben. DerMannblicktzurück.

MariaF. sieht, wiedieGrünäugige, nachdemsiezuvoraufsHandygeguckthat, schonwiedergrußlosgeht, wiesieNilüfer, Jasminunddieanderensitzenlässt, soscheintes, dennsieweiß, dassdasGrußlosederGrußistundAbschiedsgrüßegefährlichsind, weilnichtklarist, obesdanachweitergeht.

FüreinenMomentfühltsichauchMariaF. verlassen. SiemussdenWunsch, derGrünäugigenzufolgen, unterdrücken. Siemusshierbleiben, inihremmonotonenAlltag, dersiehält, ihreneinfachenGerichten, diesienähren, KartoffelnmitEi, ReismitSpinat. KeinCrescendo. KeineHöhepunkt.

Herrgott, wassolldiesesGeschwafel, mitdemsiesichvorderGeschichtedrückt? Istessoschwerzuschreiben, wasgeschah?

Ja, istes.

Wennsiedarandenkt, wirdihrheißundkalt, sieschwitztundfriert, siesiehtsichimWasserstehen, siehtsichfallen, sieht, wiedasKindfliegt. Siehatesnichtgehalten. TausendeMalehatsiedasschondurchlebt. Kannessein, dasssieessowollte? SieimWasser, siefallend, siedasKindloslassend.

»Ichbinschuld.«

Einmalgesagt, stehtesimRaum. Schuld. DasWortistGott. Danachgehtesnichtweiter. AberMariawillnicht, dasssichihrLebenmitGottvermischt. Marialebtundringtdarum, dassHandlungmehristalsBenennung. AusdemNichtsgeschahnichts. DieHandlungistihrFegefeuer, indemsiemorgensaufsteht, sichimSpiegelbetrachtet, sichansFensterstelltmiteinerTasseKaffeeinderHand, sichdieZähneputzt, anzieht, fertigmachtzumAusgehenunddanndochzuHausebleibt, meistens.

Nurmanchmalnicht.

EsdarfkeinfalscherEindruckentstehen. MariaF. funktioniert. Esmusssichniemandumsiekümmern. IhrLebenistgesichert. DerMannhatihrGeldhinterlassen, undaußerdemfließenjedenMonatTantiemenaufihrKonto. Nichtviel, aberesreicht. SiehatfrüherLiebesliederfüranderegeschrieben. ManchmalauchFeiertagsreden. Mituntertutsieesnoch, wenngleichnichterfolgreich. Sietutesnurfürsich. Wennesihrgelingt, dieZeitzudehnenineinemSatz, wennsieDingesagtwie »DubistmeinAugenstern« oder »IndenWolkenseheichdeinGesicht«, Sätze, dieeineÖffnunginsUniversumreißen (undinsKitschige) unddieewigsind, spürtsiesich. Spürtsichendlich. Dann, indiesenseltenenMomenten, kommtsiederhöherenGewaltnahe, vordersiesichgleichzeitigfürchtet. Dennwennsiesichspürt, bleibtdieZeitstehen. Nurdeshalb, ausAngstalso, hältsiesichanderGrünäugigenfest, weildiesekonkretistundsichnichtvorstellenkannzusein, ohnezutun.

Siedrehtsichum, gehtzurückinsZimmer, schautaufdasBett, dieLakenzerwühlt.

 

4

MariaF. kannnichtimDunkelnschlafen. SiehatAngstvorderNacht. Wiedaskam, fragstdu? Duwer? Siekenntdochniemanden. Sieisthierhergezogen, indieseGroßstadtstraßeinBerlin, woniemandihrüberdenWeglaufenkann. KeinSzenekiez, sowieda, wosiefrüherwohnte. StattdessenindenWedding. »IndenWedding!«, riefendieLeutevorJahrennochzuschrill, sagten: »No-Go!« Nichtzuihrsagtensiedas, abersieweißesausBerichten. Aufdas »No-Go« reagiertendieLeuteinderStraßemiteinem »Togo«. »Togo« sagtauchsie, weilsiekeineAdressehabenwill, keinenOrt, womansiesuchenkann. Siewillunauffindbarsein.

Achherrje, unauffindbar. ZuvielPathosistdas. Unauffindbar, weristdasnoch? MitKamerasüberallunddemHandy, dieserNabelschnurzumUniversum. Aber, umMissverständnissegarnichterstaufkommenzulassen, beiMariaF. istdaskeineSachevonaußen, dieTarnkappehatsiesichnichtaufdenKopf, sondernaufdieSeelegesetzt. Siewillunauffindbarseinfürsichselbst.

WennalsojetztjemandinihreAbwesenheithineinfragt, wa­rumsieAngstvorderDunkelheithat, wosiedochdaamunsichtbarstenseinkönnte, werkanndassein? DieserJournalistwieder, derallesvonihrwissenwill? EinMenschmitgroßenOhren, einemunverfrorenenMund, einerkribbligenHand, einemStift, zweiBeinen, einsimmervordemanderen. Fragtundfragt. Sostelltsiesichdasvor. ReißteineMauereinunddanndienächste. StapftmitseinengelbenTurnschuhen – derMarke »No-name«, dieauspuremUnderstatementsehrteuerist – überihrbaufälligzusammengeflicktesLeben. Undwennerdannetwaszusammenschreibt, klingtes, alswäreeserfunden: »AngstvorderDunkelheithatsie.«

MariaF. erinnertsichjetztaneineFreundin, diefrüher, alsihrLebennocheinfachwar, obwohlsieschoninBerlinwohnte, ineinemschäbigen