Bügeln mit Evian - Mathias Wollweber - E-Book

Bügeln mit Evian E-Book

Mathias Wollweber

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Beschreibung

Hat die Queen manchmal kein Toilettenpapier? Muss man Digitaluhren tragen, um pünktlich zu sein? Welches Handtuch passt zum Fitnessstudio? Mit Humor und dem Blick fürs Detail beschreibt der Auto in kurzen Episoden den alltäglichen Kampf mit dem Liebenswertesten, was wir haben: unseren Fehlern.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 34

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Alle Personen, Namen und Geschichten in diesem Buch sind frei erfunden. Manche Erzählungen basieren auf realen Erlebnissen, wurden aber aus Respekt vor den Beteiligten in völlig anderen Zusammenhängen dargestellt.

Der Autor

Für Anja.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel: Perfekt sortiert.

Kapitel: Perfekt Zeit messen.

Kapitel: Perfekt bügeln.

Kapitel: Perfekte Details.

Kapitel: Perfekte Partnersuche.

Kapitel: Perfektes Zeitmanagement.

Vorwort

Perfektion ist ganz sicher eine individuelle und sehr subjektive Bewertung. Ich zum Beispiel bin der festen Überzeugung, die perfekte Frau geheiratet zu haben – ich bin hingegen nicht sicher, ob meine Mutter immer der gleichen Meinung ist.

Aber so ist es ja mit vielem. Kleidung, Verhaltensweisen, Aussehen, Autos, Beruf, Überzeugungen ... jeder legt für sich fest, was in seinen Augen perfekt ist und was nicht. Doch ganz so einzigartig sind die Betrachtungen nicht, denn schließlich werde ich beeinflusst von Moden und Trends, die mir tagtäglich durch die Medien und Meinungsmacher präsentiert werden.

Faszinierend dabei ist: Sehr schnell bezeichne ich eine andere Person als perfekt, nicht aber mich selbst. Vielleicht, weil es mir gelingt, dort einzelne Leistungen separat zu beurteilen, ich bei mir selbst aber immer die komplexen Züge sehe – und somit auch die Fehler.

Weiß ich, wie es bei der Queen im Auto aussieht? Hat sie vielleicht auch wochenlang einen Apfel unter dem Fahrersitz, der am Heißluftauslass langsam anfängt zu gammeln, bis man ihn anhand des Geruchs finden kann? Oder hat sie vielleicht auch manchmal kein Toilettenpapier?

Ich jedenfalls bin nicht perfekt. Ich bin unpünktlich, unordentlich, unzuverlässig ... und unzufrieden.

Warum? Weil ich gerne perfekt wäre. Ich würde meine Seele dafür geben, zu den Männern zu zählen, die in jeder Situation wissen, was sie sagen sollen, die immer richtig gekleidet sind, die stilsicher auswählen und für ihre bloße angenehme Präsenz bewundert werden. Ich sähe gerne gepflegt aus – aber mit diesem Hauch von Wildheit; hätte gerne diesen selbstverständlichen muskulösen Körperbau – aber ohne Muckibude; wäre gerne unglaublich intelligent – aber nicht überheblich. So wie diese tollen Kerle aus den Erzählungen, Büchern, Werbespots, Filmen, Magazinen und Kurzgeschichten.

Eigentlich müsste ich als erwachsener Mann wissen, dass man sich nicht mit den Stereotypen aus der Traumfabrik vergleichen sollte. Diesen Charakteren aus der Ursuppe der Perfektion, die von ganzen Teams zurechtgestutzt wurden, um als Everybody’s Darling in die Geschichte einzugehen. Mit jenen kleinen perfekten Fehlern, die sie nur noch liebenswerter und unwiderstehlicher machen, als sie ohnehin schon sind.

Ja, ich sollte es besser wissen.

Und dennoch scheitere ich regelmäßig an den Verhaltensschablonen, die sich seit meiner Kindheit erfolgreich in meinem Hirn eingenistet haben. Vor meinem geistigen Auge messe ich mich mit imaginären Vorbildern, vergleiche mein Verhalten mit fiktiven Personen und ... ziehe klar den Kürzeren. Nicht nur weil die hohe Messlatte kaum erreichbar ist, sondern weil ich bei all den Bemühungen auch noch vergesse, wer ich wirklich bin. Die Sorge, nicht so perfekt zu sein, wie andere es an meiner Stelle gerade sein könnten, führt verheerenderweise auch noch dazu, dass ich nicht mal mehr ich selbst bin.

So weit, so gut. Bis an diese Stelle hätte ich da also ein lustiges kleines Problemchen – mit viel Potenzial für einen Therapeuten, aber noch lange nicht für ein Buch. Aber ich schreibe es trotzdem.

1. Kapitel

Perfekt sortiert.

Gina liegt an diesem verregneten Sonntagvormittag im November mit einem Buch auf der Couch und trinkt einen warmen Kakao. Ich sitze an diesem verregneten Sonntagvormittag auf meiner Bettkante und starre in meinen Kleiderschrank. Was ich dort sehe, stimmt mich sehr unzufrieden. Schon lange beschleicht mich dieses Unbehagen beim Öffnen meiner Schranktüren – doch bisher konnte ich das Gefühl noch nicht klar definieren. Jetzt kann ich es. Im Laufe einer Nerven zehrenden Woche reifte in mir die Vermutung zur Erkenntnis – binnen 7 Tagen wurde auch ich vom Saulus zum Paulus. Mein Kleiderschrank ist von der Perfektion so weit entfernt, wie mein Auto von der Gewissheit, in unserer vollkommen zugemüllten Garage zu stehen.