Captain Future 21: Die Rückkehr von Captain Future - Edmond Hamilton - E-Book
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Captain Future 21: Die Rückkehr von Captain Future E-Book

Edmond Hamilton

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Beschreibung

Curtis Newton, Beschützer der Erde und Retter des Sonnensystems, ist in den Tiefen des Weltalls verschollen. Werden wir ihn und seine Freunde, die heldenhaften Futuremen, jemals wiedersehen? Ist es möglich, das Captain Future, der Roboter Grag, der Androide Otho und das lebende Gehirn Simon Wright in der Andromeda-Galaxis auf einen Gegner gestoßen sind, dem sogar sie nicht gewachsen sind? Diese und andere Fragen beantwortet SF-Großmeister Edmond Hamilton in vier längeren Erzählungen, die im Jahr 1950 in den USA erschienen sind und hier erstmals auf Deutsch vorgelegt werden. Die Rückkehr von Captain Future ist mit einem Nachwort von Hardy Kettlitz versehen, das sich mit Edmond Hamilton im Allgemeinen auseinandersetzt. Band 2 wird ein Nachwort enthalten, dass sich mit Captain Future im Besonderen beschäftigt. Hardy Kettlitz ist Verfasser der erfolgreichen Monografie Edmond Hamilton Weltenzerstörer und Autor von Captain Future. "In der liebevoll zusammengestellten und sehr gut übersetzten Story-Sammlung Die Rückkehr von Captain Future von Edmond Hamilton sind vier Captain-Future-Geschichten aus der goldenen Magazin-Ära der SF versammelt. Kindheits-TV-Erinnerungen werden weit übertroffen von einem unterhaltsamen Mix aus guten Ideen, klarem Stil und ironischem Pathos." [Schriftsonar] " Die Rückkehr von Captain Future ["The Return of Captain Future" | Startling Stories, Januar 1950] " Kinder der Sonne ["Children of the Sun" | Startling Stories, Mai 1950] " Die Harfner des Titan ["The Harpers of Titan" | Startling Stories, September 1950] " Nerven aus Stahl ["Pardon my Iron Nerves" | Startling Stories, November 1950] Deutsche Erstausgabe Ins Deutsche übertragen von Frauke Lengermann

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Seitenzahl: 230

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Edmond Hamilton

DIE RÜCKKEHR VON CAPTAIN FUTURE

Deutsch von

Impressum:

Edmond Hamilton

CAPTAIN FUTURE – DIEVERSCHOLLENEN ABENTEUER I

Die Rückkehr von Captain Future

Deutsche Erstausgabe

© 2010 by Erbengemeinschaft Edmond Hamilton

Published by Arrangement with The Huntingon National Bank,

as Trustee of the Estate of Edmond Hamilton

Negotiated through Literary Agency Thomas Schlück GmbH

Nachwort © 2010 by Hardy Kettlitz

© dieser Ausgabe 2012 by GOLKONDA Verlag GmbH

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat: Hannes Riffel

Korrektorat: Katrin Mrugalla

Gestaltung: s.BENeš [www.benswerk.de]

Satz: Hardy Kettlitz

Druck: Schaltungsdienst Lange, Berlin

EPUB: Karlheinz Schlögl

GOLKONDA Verlag | Hannes Riffel

Charlottenstraße 36 | 12683 Berlin

[email protected] | www.golkonda-verlag.de

ISBN: 978-3-942396-04-2 (Print)

ISBN: 978-3-942396-37-0 (eBook)

DIE RÜCKKEHR VON CAPTAIN FUTURE

1. KAPITELIM MONDLABOR

»Sie waren zu viert, und nur einer von ihnen war ein Mensch. Einer war einst ein Mensch gewesen, aber nur sein Gehirn und sein Verstand lebten noch. Einer sah aus wie ein Mensch, war jedoch von keiner Frau geboren. Und einer war mächtig, aus Metall und nur entfernt menschenähnlich.

Sie waren zu viert – der Mensch, das Gehirn, der Androide und der Roboter. Und dieses sonderbare Quartett unzertrennlicher Kameraden leistete Pionierarbeit, die das Sonnensystem nie vergessen wird. Zu ihrer Zeit brachten sie ganze Planeten ins Wanken. Sie bahnten uns den Weg ins Weltall. Und dann flogen sie hinaus in die Finsternis jenseits der Sterne – und kehrten nicht wieder zurück.«

In der Stimme des Kommentators schwang eine abgebrühte, aufgesetzte Theatralik mit, die gefühlloser nicht hätte sein können. Für ihn war das Verschwinden der Futuremen nur eine Geschichte unter vielen – eine Geschichte, die es auszuschlachten und wieder zu vergessen galt, kaum dass sie erzählt war.

Für Joan Randall, die allein in einem Büro der Planetenpatrouille in New York saß, bargen die Worte des Kommentators die eisige Endgültigkeit einer Totenklage. Mit einer Geste, die deutlich machte, dass Joan nicht wahrhaben wollte, was sie da hörte, glitt ihre Hand zum Schalter des Fernsehers. Dann hielt sie jedoch inne, als sehnte sie sich danach, noch einmal den Namen zu hören, der gleich ausgesprochen werden würde.

»Genau heute vor drei Jahren sind sie hinausgeflogen in die extragalaktische Finsternis – jene Vier, die im System als Captain Future und die Futuremen bekannt waren. Niemand weiß um den Zweck ihrer Reise, mit Ausnahme vielleicht der beiden Angehörigen der Planetenpatrouille, die allein ihr vollstes Vertrauen genossen. Es ist jedoch bekannt, dass sie versprachen, innerhalb von weniger als einem Jahr zurückzukehren.

Aber sie sind nicht zurückgekehrt. Sie sind niemals wieder zurückgekehrt. Ob Curtis Newton und seine drei außergewöhnlichen Kameraden irgendwo dort draußen in der Unendlichkeit auf Feinde oder Mächte gestoßen sind, die selbst für sie zu gewaltig waren? Haben sie dort draußen ihr kaltes Grab gefunden, im grenzenlosen Raum, wo ...«

»Nein!«, rief die junge Frau und schaltete den Fernseher aus.

Stille. Aber der Widerhall dieser Fragen bemächtigte sich ihres Herzens: Ist es wahr? Ist es wirklich wahr? Und ihr Herz wusste keine Antwort.

Sie erhob sich und ging ruhelos zu der breiten Fensterfront hinüber, die auf einen winzigen Balkon hinausging. Nach einer Weile trat sie ins Freie und blickte zum dunklen Nachthimmel hinauf, ohne ihn wirklich wahrzunehmen. Vor ihrem geistigen Auge sah sie nur die noch weit schwärzere Ewigkeit des Weltraums und ein Schiff, das dort bis ans Ende der Zeit dahintrieb, so licht- und lautlos wie der Abgrund zwischen den Sternen selbst.

Ihre Finger schlossen sich um das Eisengeländer. Noch einmal rief sie: »Nein!«, und dieses Mal galten ihre Worte dem ganzen Universum.

Das Universum blieb ihr die Antwort schuldig. Nirgendwo gab es eine Antwort, und während sie den Blick in die Ferne gerichtet hielt, ging der schweigende Mond auf, als wolle er sie verspotten.

Plötzlich öffnete sich die Tür zu ihrem Büro, und sie kam wieder zu sich. Sie drehte sich um und rief: »Ezra!«

Der Mann, der gerade hereingekommen war, sagte: »Hallo, Joan.« Er ließ sich auf einen Stuhl fallen, und während sie auf ihn zueilte, beobachtete er sie mit freudlosem Blick. Er war untersetzt, im Laufe der Jahre bei der Patrouille hart, hager und grau geworden. Sein Name war Marschall Ezra Gurney, und er wirkte müde und niedergeschlagen.

»Ich habe mit ihnen geredet, Joan«, sagte er. »Die höchsten Offiziere habe ich mir vorgeknöpft. Sogar den Präsidenten habe ich mit Verwünschungen überhäuft.«

»Was haben sie gesagt?«

Seine Antwort war grausam, denn die Worte taten ihm weh. »Sie sagten, Curtis Newton und die Futuremen seien tot. Sie gaben sich große Mühe, nett zu sein. Sie verstünden ja, wie es mir ginge. Aber die Regierung könne keine Rücksicht auf Gefühle nehmen. Die Abstimmung hat stattgefunden, und dabei wird es bleiben. Sie werden das Mondlabor übernehmen.«

Seine Stimme klang seltsam tonlos. Er vermied es, Joan in die Augen zu blicken.

»Ich habe getan, was ich konnte, Joan. Sie hören mir einfach nicht zu.«

»Ich hatte gehofft, dass sie wenigstens noch eine kleine Weile warten würden«, sagte die junge Frau.

»Sie haben bereits länger gewartet als vorgeschrieben. Zwei Jahre ist die gesetzliche Frist für Menschen, die im Weltraum verschollen sind. Und inzwischen sind drei vergangen.«

»Aber das gilt doch nicht für Curt!«, brauste sie auf. »Er ist nicht wie andere Menschen. Und Grag und Otho und Simon Wright ...«

Sie beugte sich über den in die Jahre gekommenen Marschall und zwang ihn, ihr in die Augen zu schauen. »Sie glauben das doch auch, Ezra? Sie glauben doch auch, dass sie zurückkehren werden?«

Gurney ließ die breiten Schultern sinken. Plötzlich schien er geschrumpft zu sein, und ihm war sein Alter überdeutlich anzusehen. Er wich weiterhin ihrem Blick aus.

»Die Futuremen sind zu weit gegangen, Joan«, murmelte er. »Sie haben versucht, Barrieren zu durchbrechen, die niemand überwinden kann, und alles nur, um die Andromeda-Galaxis zu erreichen. Wir hätten sie niemals gehen lassen dürfen.«

»Ich habe versucht, sie aufzuhalten!«, rief die junge Frau. »Aber Sie wissen selbst, wie aussichtslos das war!«

Aussichtslos, in der Tat! Captain Future und Simon Wright waren allzu erpicht darauf gewesen, das Geheimnis zu lüften, das die galaktische Vergangenheit der Menschheit umgab.

Jahr um Jahr waren sie tiefer in diese Vergangenheit vorgestoßen, hatten immer mehr über die Geschichte des ›Alten Imperiums‹ herausgefunden, jener großen menschlichen Zivilisation, die vor einer Million Jahren über die Sterne herrschte. Es war ihnen sogar gelungen, einen schemenhaften Blick auf die Spezies zu werfen, die den Menschen vorausgegangen war, auf die legendären Liniden und noch andere.

Curt Newton und Simon Wright – das Gehirn – waren von brennender Neugier erfüllt gewesen, die ganze Geschichte zu erfahren. Sie hatten herausgefunden, dass die ersten Menschen des ›Alten Imperiums‹ aus der Andromeda-Galaxis stammten. Es war unvermeidlich gewesen, dass sie versuchen würden, dorthin zu gelangen, um das kosmische Geheimnis des Ursprungs der Menschheit zu ergründen.

»Aber keine Gefahr, der sie begegnet sein mögen, selbst dort draußen, könnte groß genug sein, um die Futuremen zu überwältigen!«, schluchzte Joan.

Der Stimme des Marschalls war anzuhören, wie sehr das alles auf ihm lastete. »Auch die Futuremen waren nur sterblich, Joan.«

Jetzt blickte er zu ihr auf, und sein Gesicht war fahl und kränklich.

»Wir werden uns wohl damit abfinden müssen. Besser, wir hören auf, uns falsche Hoffnungen zu machen. Wenn sie zurückkämen, dann wären sie längst wieder hier.«

Die junge Frau starrte ihn bestürzt an. Der alte Weltraumveteran erwiderte ihren Blick, und das Mitleid in seinen Augen war nur schwer zu ertragen.

»Sie sind zu demselben Schluss gekommen, Joan. Geben Sie es zu.«

Jegliches Leben schien aus ihren Gesichtszügen zu weichen. »Ja«, flüsterte sie tonlos. Sie wandte sich um und presste ihre pochende Stirn gegen das kalte Fenster.

»Ja, das bin ich. Das System hat Curtis Newton verloren. Und ich auch.«

Sie spürte seine raue Pranke auf der Schulter. »Er hat Ihnen nie gehört, Joan. Er gehörte niemandem – nicht ein Mann wie Captain Future, der von einem Gehirn, einem Roboter und einem Androiden großgezogen wurde. Er ist uns immer fremd geblieben.«

»Ich weiß«, flüsterte sie. »Aber ich konnte nicht anders, ich habe immer gehofft, dass er eines Tages ...«

Sie verstummte und schwieg lange. Der Mond stand kalt und weiß am finsteren Himmel. Sie blickte zu ihm auf und sagte schließlich: »Und jetzt werden sie uns das Letzte nehmen, was von ihm geblieben ist. Sein Geburtsort, sein Zuhause – alles, was er geleistet hat, alles, in das er und die anderen so viel Zeit und Herzblut investiert haben, um der Menschheit zu helfen. Nicht einmal die Erinnerung an ihn wird uns bleiben.«

»Versuchen Sie, es nicht so zu sehen«, sagte Ezra unbeholfen. »Der Regierung bleibt nichts anderes übrig, Joan. In diesem Mondlabor gibt es Dinge, die zu gefährlich sind, um sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Immer wieder haben Verbrecher versucht, die Barrieren zu überwinden und die Geheimnisse der Futuremen zu stehlen. Eines Tages wird es ihnen vielleicht gelingen. Und das Wissen, das dort oben verborgen liegt, sollte genutzt werden, nicht dem Vergessen anheimfallen.«

Joan nickte. »Vielleicht.« Unvermittelt runzelte sie die Stirn. »Geheimnisse? Ezra, dort oben sind Dinge, von denen Curt nicht wollte, dass sie irgendjemand in die Hände fallen, auch nicht der Regierung. Dinge, mit denen nicht einmal die besten Wissenschaftler experimentieren könnten, ohne große Gefahren heraufzubeschwören. Wenigstens in dieser Hinsicht dürfen wir ihn nicht im Stich lassen!«

Ezra musterte sie mit einem durchdringenden Blick. »Da haben Sie recht, Joan. Ich kann mich noch an so manches erinnern, was er uns gezeigt hat, und anderes hat er nur angedeutet.«

Für einen Moment grübelte er ernsthaft über die verschiedenen Gesichtspunkte nach, die bei alledem eine Rolle spielten. Schließlich sagte er: »Ja. Uns bleibt genug Zeit. Nicht viel, aber genug, wenn wir uns beeilen.«

Von einem Moment auf den nächsten schienen Joan und Ezra fast wieder sie selbst zu sein. Sie hatten etwas zu tun, eine wichtige Aufgabe erlöste ihren Verstand von dem stillen Brüten, das so schwer zu ertragen war.

»Wir holen diese Dinge aus dem Mondlabor«, sagte Joan, »und verstecken sie an einem sicheren Ort. Und dann, falls es jemals ...« Sie sprach den Satz nicht zu Ende, und ihre Stimme klang plötzlich wieder kraftlos. »Falls es jemals möglich sein sollte, diese Geheimnisse gefahrenlos weiterzugeben, dann wissen wir, wo sie sind.«

»Ich denke, das ist ganz in Curts Sinn«, sagte Gurney. Er grinste und wandte sich der Tür zu. »Wenn wir erwischt werden, stellen sie uns vor ein Militärgericht. Aber so einem Paar alter Füchse wie uns kommt so schnell keiner auf die Schliche! Auf, gehen wir.«

Niemand versuchte, Marschall Gurney und Spezialagentin Joan Randall aufzuhalten. Die Patrouille traf ohne viel Aufhebens die nötigen Startvorbereitungen, und es war keine Stunde vergangen, da war Gurneys kleiner Flieger bereits zum Mond unterwegs.

Die beiden verloren nicht viele Worte. Joan verfolgte, wie die gewaltige dunkle Masse der Erde hinter ihnen zurückfiel, und dann blickte sie durch die Vorderluke ihrem Ziel entgegen. Sie dachte daran, wie oft Captain Future diese Reise unternommen hatte, wenn er nach Hause geflogen war.

Nach Hause – Curts Zuhause. Und sein Geburtsort. Eine seltsame Wiege für ein Kind, dieser ehrfurchtgebietende, leblose Mond! Auch hatten seltsame Augen über dieses Kind gewacht, seltsame Hände hatten sich seiner angenommen.

Ein Kind menschlicher Eltern, das ja! Sein Vater war ein Wissenschaftler von der Erde gewesen, der zusammen mit seiner Frau und einem Kollegen auf den Mond gegangen war, um heimlich seinen Forschungen nachzugehen. Mit einem Kollegen namens Simon Wright, aus dem schließlich das Gehirn geworden war.

In dem Mondlabor, das sie dort errichtet hatten, bauten sie mithilfe ihrer wissenschaftlichen Kenntnisse erst Grag, den Roboter, und dann Otho, den Androiden. Sodass es nach dem tragischen Tod seiner Eltern Gehirn, Roboter und Androide gewesen waren, die ihre schützende Hand über das Kind gehalten hatten!

Wie schon so oft versuchte Joan sich vorzustellen, wie es für Curt gewesen sein musste, dort aufzuwachsen, die Erde zum ersten Mal durch die gewaltige Glasitdecke des Labors zu sehen, die menschliche Sprache zum ersten Mal aus dem sonderbaren Mund von Grag, Otho und Simon Wright zu vernehmen, seine kindlichen Spiele in den unterirdischen Korridoren des Labors unter Tycho zu spielen, mit einem Roboter, einem Androiden und einem lebenden Gehirn als Spielgefährten.

Vor ihrem geistigen Auge sah sie einen kleinen rothaarigen Jungen, der auf die raue Mondlandschaft hinausschaute, auf die zerklüfteten Gipfel und die unbarmherzigen Felsebenen. Wie einsam er sich doch manchmal gefühlt haben musste! In ihren Augen standen Tränen, doch sie weinte nicht um den Jungen, sondern um den Mann, zu dem er geworden war. Denn Einsamkeit war Curts Schicksal gewesen, hatte ihn auf eine unterschwellige Art und Weise geprägt, die ihn von anderen Menschen abhob.

Es schien nur angemessen, dass Curt Newton, wenn er denn schon sterben musste, sein Ende in der grenzenlosen Einsamkeit gefunden hatte, weit weg von allen anderen Menschen, auf einer Reise mit seinen drei Kameraden, neuen Sternenkontinenten entgegen, die weit über den Horizont des kleinen Menschengeschlechts hinausgingen.

Die Oberfläche des Mondes kam auf sie zugestürzt, wurde zu einem Basrelief in grausamem Schwarzweiß. Die hoch aufragenden Gipfel des Kraters Tycho bohrten sich wie hungrige Reißzähne in den luftlosen Himmel. Der kleine Flieger glitt über sie hinweg und sank auf lodernden Kieldüsen langsam auf den Boden des Kraters hinab.

Schweigend schlüpften Joan und Ezra in ihre Raumanzüge und kletterten aus dem Flieger auf die Mondoberfläche hinab.

Sie waren nicht zum ersten Mal hier. Sie kannten den Weg. Alsbald fanden sie den Geheimeingang, und Ezra machte sich schwerfällig und behutsam an den Reglern zu schaffen, mit denen die gepanzerte Tür geöffnet wurde. Wer die Kombination nicht kannte, auf den wartete ein schneller, grausiger Tod. Die Futuremen wachten sorgsam über ihre Geheimnisse.

Ein Teil des Mondgesteins glitt beiseite, und eine Treppe kam zum Vorschein. Sie stiegen hinunter, und über ihren Köpfen schloss sich der Fels wieder.

Sie legten ein ganzes Stück Weges zurück, bis sie die Luftschleuse erreichten. Die automatische Steuerung funktionierte reibungslos. Die beiden warteten, bis die Messuhren anzeigten, dass sich der abgeschlossene Raum mit Luft gefüllt hatte. Dann zogen sie die Raumanzüge aus und traten vor die Türen, die in das Labor führten.

Zum ersten Mal zögerte Joan.

»Ich glaube nicht, dass ich dazu in der Lage bin«, flüsterte sie. »Dass ich dort hineingehen kann, in dem Wissen, das er nicht da ist, dass er nie wieder da sein wird ...«

Sein Zuhause. Der Tisch, an dem er gearbeitet, das Bett, in dem er geschlafen hatte. All die Dinge, die er zurückgelassen hatte – für immer. Sie klammerte sich an Ezra, und er streichelte ihr mit seinen großen Händen über den Kopf.

»Ganz ruhig«, murmelte er. »Curt hätte nicht gewollt, dass Sie weinen.«

Sie atmete tief durch. »Da bin ich mir nicht so sicher!«, sagte sie in einem plötzlichen Anfall von Zorn angesichts der grenzenlosen Grausamkeit eines Schicksals, das zugelassen hatte, dass sie sich in einen solchen Mann verliebte. »Meinen Sie, dass es ihn wirklich gekümmert hätte, ob ich weine oder nicht?«

Sie warf den Kopf in den Nacken und trat durch die innere Schleuse. Ezra folgte ihr dichtauf.

Die Treppe, die vor ihnen lag, war dunkel. Vorsichtig gingen sie hinunter, und die Schritte ihrer Stiefel hallten laut durch das Felsgewölbe. Sonst war es totenstill, und diese Stille lastete auf ihnen, denn in diesen verlassenen Gemächern auf einer leblosen Welt waren sie beide Eindringlinge.

Drei Stufen abwärts. Vier. Fünf.

Joan stieß einen Schrei aus, der sich wieder und wieder an den zerklüfteten Felswänden brach. Auch Ezra entfuhr ein tiefer, heiserer Laut.

Sie waren gefangen, saßen fest, in der Falle. Aus dem Nichts, aus der Finsternis und der Stille hatte eine stählerne Hand nach ihnen gegriffen.

Unvermittelt wurde es hell.

Joan wandte den Kopf.

Hinter ihr ragte ein Schatten auf, ein monströser, unmenschlicher Schatten mit einem Gesicht aus Metall, ausdruckslos und fremdartig. Mit unbarmherziger Kraft drückten die Stahlarme sie gegen den mächtigen Metallkörper, eine kalte, unwägbare Kraft, vor der es kein Entrinnen gab.

Ezra Gurney stockte der Atem.

Joan hörte auf sich zu wehren. Ihr Körper erschlaffte, und vor ihren Augen wurde es plötzlich dunkel. Ihr Mund bildete ein Wort, das eigentlich kein richtiges Wort war, so voller Tränen und freudiger Seelenqual war ihre Stimme.

Die Felsenwände warfen das Wort zurück, immer und immer wieder. Es war ein Name, und der Name, den die Felswände riefen, lautete: Grag! Grag! Grag!

2. KAPITELDIE RÜCKKEHR DER FUTUREMEN

Grag. Grag, der Roboter, der stählerne Riese der Futuremen! Joan spürte, wie sie sanft abgesetzt wurde. Sie hörte Stimmen, und Grags dröhnender, metallischer Bariton klang geradezu kleinlaut: »Joan! Ezra! Ich wusste nicht, dass ihr das seid! Der Alarm schrillte, aber ich konnte unmöglich wissen, wer da reinkam.«

Eine andere Stimme, samtig, sachte, aber wütend: »Du großer gusseiserner Blödian, du hast sie halb zu Tode erschreckt! Pass auf, gleich fällt sie in Ohnmacht!«

Sie fiel.

Lichter, Dunkelheit, Chaos. Das vage Gefühl, getragen zu werden. Dann lag sie irgendwo in einem Wirbel von Nebelschwaden.

Schatten glitten über sie hinweg. Sie konnte kaum etwas erkennen. Ezra. Grags hoch aufragender Körper. Noch ein Gesicht, weißhäutig, auffallend schmal und spitz zulaufend, leuchtende Augen, den Blick auf sie gerichtet. Sie hörte ihren Namen und antwortete.

»Otho!«

Der Nebel schloss sich wieder. Und verzweifelt suchte sie weiter, fast wurde ihr übel, so heftig pochte ihr Herz, und sie konnte nichts erkennen ...

Dann löste sich wieder etwas aus der Finsternis. Ein kleiner, quadratischer, durchsichtiger Kasten, der mannshoch über dem Boden schwebte – etwas völlig Fremdartiges und doch so Vertrautes. Der künstliche »Körper«, der das lebende Gehirn von Simon Wright beherbergte.

Simon wusste bestimmt Bescheid. Sie musste ihn nur fragen. Aber sie konnte nicht ...

Irgendwo, in einem anderen Universum, rief eine Stimme nach ihr. Keine andere Stimme kam ihr gleich.

»Joan! Joan!«, sagte sie, und ihr Verstand und ihr Herz flogen ihr entgegen, kämpften gegen den Nebel an.

Ein verschwommener Lichtkreis, das Gefühl, dass ihr ganzes Wesen emporschnellte, und da war er, über sie gebeugt, die grauen Augen voller Sorge, die markanten Gesichtszüge, an die sie sich so gut erinnern konnte, fast zärtlich.

»Curt«, flüsterte sie. »Du lebst. Du bist in Sicherheit.«

Tränen liefen ihr über die Wangen. Er küsste sie, und sie klammerte sich blindlings an ihn.

Dann setzte sie sich plötzlich auf und stieß Curt Newton von sich. Sie starrte ihn an, Tränen in den zornig blitzenden Augen.

»Warum hast du uns nichts gesagt?«, rief sie. »Warum hast du uns in dem Glauben gelassen, ihr wärt tot? Hast du denn überhaupt kein Herz?«

Sie schaute sich nach den anderen um, nach Grag, Otho und dem Gehirn. Die Futuremen wandten verlegen den Blick ab.

Sogar Simon, das Gehirn, das einst im Schädel eines Menschen gelebt hatte und jetzt in einem quadratischen Kasten ruhte, mit Serum statt Blut und einer Serumpumpe als Herz – sogar Simon schwebte unruhig auf dem unsichtbaren Magnetstrahl, mit dessen Hilfe er sich fortbewegte, hin und her, und die Linsen seiner Augen blickten von ihr fort.

Der große Grag, der für gewöhnlich zu übermenschlicher Bewegungslosigkeit fähig war, zappelte mit rasselnden Gelenken herum. Und der Androide, der Menschenähnlichste von den dreien, ein Mensch bis auf seine Herkunft, wandte die klugen, verschmitzten Augen ab.

»Ihr müsst doch gewusst haben, wie es uns erging«, sagte Joan vorwurfsvoll. »Ihr seid zurückgekommen – vor wie langer Zeit? Vor Wochen, Monaten? Ihr seid wohlbehalten zurückgekehrt und habt uns nichts gesagt!«

Sie zitterte am ganzen Körper und ging auf Curt Newton los, fast als wollte sie ihn schlagen.

»Es tut mir leid, Joan.« Captain Future trat einen Schritt zurück, ohne sie anzusehen. »Ich – wir wussten, wie es euch erging. Aber wir konnten uns niemandem anvertrauen. Noch nicht.«

Im grellen Licht des Kuppeldachs wirkte sein Gesicht eingefallen und müde. Es hatte sich verändert, war noch ernster geworden. Es war das Gesicht eines Mannes, den ein eiserner Wille antrieb, und in seinem Blick lag ein irgendwie düsterer, unheimlicher Schatten.

Ezra Gurney musterte ihn aufmerksam. »Sie werden Ihre Gründe haben. Gute Gründe.« Er war älter und eher bereit, seinen Schmerz und seinen Zorn zurückzuhalten. Seine Stimme zitterte vor Neugier, als er fortfuhr.

»Haben Sie die Andromeda-Galaxis erreicht, Curt?«

»Ja, das haben wir«, sagte Captain Future knapp.

Sogar Joan vergaß ihre Gefühle, so sehr erfüllten diese vier Worte sie mit Staunen.

»Ihr habt sie erreicht«, flüsterte sie. Dann konnte sie nur noch starr vor Ehrfurcht dasitzen. Die Andromeda-Galaxis. Ein fremder Kontinent aus Sonnen, die von den fernsten Gezeiten des Weltraums umspült wurden. Was für eine unglaubliche, herrliche Reise! Curt Newton hatte seinen Traum geträumt, und er hatte ihn Wirklichkeit werden lassen.

»Haben Sie gefunden, was Sie gesucht haben?«, wollte Ezra wissen. »Das Geheimnis des Ursprungs der Menschheit?«

Curt schüttelte den Kopf. »Es ist vieles passiert«, sagte er ausweichend. »Wir sind in Schwierigkeiten geraten und hätten fast Schiffbruch erlitten – die üblichen Fährnisse. Wir hatten Glück, dass wir es geschafft haben, wieder zurückzukommen.«

Er lächelte unvermittelt, ein Lächeln, das ungezwungen wirken sollte, es jedoch nicht war.

»Bitte, du musst mir vertrauen, Joan, und Sie auch, Ezra. Ich muss mich unbedingt um etwas kümmern, jetzt gleich, und ich möchte, dass Sie beide zur Erde zurückkehren. Ich werde nachkommen, und dann erzähle ich Ihnen auch, was Sie wissen wollen.«

Joan stand auf. Sie nahm Curts Hand und blickte ihm in die Augen. »Du hast Angst«, sagte sie. »Du hast Angst um mich, um uns, wenn wir hierbleiben. Warum?«

»Unsinn.« Seine schroffe Erwiderung klang in ihrer Herzlichkeit wenig überzeugend. »Bitte, geh jetzt, Joan.« Er schaute über ihre Schulter zu Ezra hinüber, und in seinem Blick lag bedeutungsvolle Schwermut. »Bringen Sie sie wieder zur Erde, Ezra, ja?«

Da sprach das Gehirn mit seiner trockenen, mechanischen Stimme. »Curt hat recht, Joan. Auf uns wartet viel Arbeit. Wir haben zahlreiche Proben mitgebracht. Da wärst du nur im Weg.«

»Genau«, polterte Grag. »Würde dir keinen Spaß machen, die ganzen alten Steine und dergleichen.«

»Hört auf, mich anzulügen, alle zusammen!«, schrie Joan wütend. Sie sah sie einen nach dem anderen an, Captain Future und seine drei unglaublichen Kameraden. Sogar in Othos klugen, spöttischen Augen lauerte ein dunkler Schatten.

»Ihr habt Angst. Jeder Einzelne von euch. Ihr habt Angst um Ezra und mich, und deshalb wollt ihr uns loswerden. Ihr habt etwas mitgebracht, hab ich recht? Ihr habt etwas mitgebracht, und davor habt ihr Angst. Und zwar so sehr, dass ihr es nicht gewagt habt, jemandem von eurer Rückkehr zu erzählen.«

Niemand antwortete ihr. Und in der lastenden Stille im Labor unter Tycho verspürten Joan und Ezra Gurney einen Hauch von Furcht – den schwarzen, kalten Atem des Schreckens, der sie von jenseits des intergalaktischen Abgrunds anwehte.

Ezra fand zuerst seine Stimme wieder, und seine Frage galt ihnen allen. »Was haben Sie dort draußen gefunden?«

Curt Newton ließ sich Zeit mit seiner Antwort. »Wir haben etwas über die Geschichte des ›Alten Geschlechts‹ herausgefunden, über die Vorfahren der Menschheit. Wir hatten gehofft, sie selbst anzutreffen, aber das war uns nicht vergönnt. Sie sind schon vor langer Zeit weitergezogen, in einen abgelegenen Teil des Universums. Das ›Alte Imperium‹ hat sich wieder in sein Zentrum zurückgezogen – so wie Rom nach seinem Untergang.

Aber wir haben die Welten gefunden, wo sie gelebt haben. Welten voller verlassener, schweigender Städte, Welten des Todes, geheimnisvolle Welten.«

»Wir haben zahlreiche Aufzeichnungen und Inschriften in der Sprache des ›Alten Imperiums‹ gefunden«, sagte das Gehirn mit seiner präzisen, emotionslosen Stimme. »Die sogenannte denebianische Sprache konnten wir bereits entziffern. Und auch wenn diese Aufzeichnungen vom Zahn der Zeit größtenteils ausgelöscht worden sind – ihre Überreste erzählen noch immer eine seltsame, wunderbare Geschichte.«

Wie ein Mann, der von einem Traum besessen ist, der weit größer ist als er selbst, begann Curt Newton seine Geschichte zu erzählen. Den roten Haarschopf gesenkt, schienen seine Augen über Raum und Zeit hinauszublicken.

»Manches davon wisst ihr bereits. Ihr habt uns geholfen, dem Geheimnis der Menschheit auf den Sternenwelten unserer Galaxis nachzuspüren, bis wir herausfanden, dass die Antworten in weit größerer Ferne zu suchen waren – jenseits des Abgrunds, der uns von den Tiefen des Weltraums trennt. Nun, jetzt wissen wir, dass die Antwort noch hinter Andromeda zu finden ist. Aber wir haben viel gelernt. Wir wissen, dass die Menschheit, das ›Alte Geschlecht‹, einem unbekannten Geburtsort entstammt und sich über das Universum ausbreitete. Das ›Alte Imperium‹ hat ganze Galaxien beherrscht, so wie wir Planeten beherrschen. Sogar ein paar Einzelheiten konnten wir in Erfahrung bringen – wie das ›Alte Geschlecht‹ gegen Imperien um die Vorherrschaft kämpfte, die weit älter waren als sie selbst. Imperien, die von nichtmenschlichen Spezies abstammten, wie die Liniden zum Beispiel.«

Die Muskeln um seinen Mund herum spannten sich an. Er sagte den Namen noch einmal, ganz leise.

»Die Liniden. Die weisen und entsetzlichen Kreaturen, die der Menschheit vorausgingen und die den Aufbau des Imperiums fast verhindert hätten – die dem Lauf der Menschheitsgeschichte beinahe ein Ende gesetzt hätten! Sie waren mächtig und stolz, diese Liniden. Unzählige Äonen herrschten sie über ganze Galaxien, lange bevor die kleinen Zweibeiner auftauchten. Diese Einmischung missfiel ihnen sehr. Dort draußen in der Andromeda-Galaxis wurde vor vielen Zeitaltern die letzte Schlacht zwischen Menschen und Liniden geschlagen. Und unsere fernen Vorfahren trugen den Sieg davon. Das haben wir über diesen Äonen zurückliegenden Kampf herausgefunden, dank der fast unkenntlichen Aufzeichnungen und der zerstörten Denkmäler. Das, und einige rätselhafte Hinweise, die das Geheimnis des Ursprungs unserer Spezies nur noch unergründlicher erscheinen lassen.«

Curt Newton schwieg eine ganze Weile, so sehr war er in seinen Traum versunken. Auch seine drei sonderbaren Kameraden betrachteten ihn stumm.

Erneut konnte Ezra Gurney spüren, wie stark das Band der Freundschaft zwischen den Futuremen war. So groß ihre Liebe auch sein mochte, ihm und Joan würde es nie gelingen, in den inneren Kreis dieser Vier einzudringen. Ein wenig würden sie immer Außenseiter bleiben.

»Ihr habt mehr gefunden als nur Wissen«, sagte Joan leise. »Du kannst es mir ruhig verraten, Curt. Denn vorher gehe ich nirgendwohin.«

»Nein«, sagte Ezra. »Ich auch nicht. Wir sind noch vor keiner Gefahr zurückgeschreckt.«

Captain Futures sorgenvoller Blick suchte Simon Wright. »Was soll ich tun, Simon?«

»Sie haben ihre Entscheidung gefällt«, erwiderte das Gehirn. »Sie wollen es so.«

»Nun gut«, sagte Curt. Er legte ihnen die Hand auf die Schulter und hielt sie beide fest. Dabei lächelte er, und dieses Mal wirkte sein Lächeln müde, aber nicht gezwungen.

»Ich hätte es wissen sollen.«

Dann ging er ihnen voraus, durchquerte den großen Hauptraum des Labors, einen riesigen runden Saal, der aus dem Mondgestein gemeißelt worden und mit den unterschiedlichsten Gerätschaften vollgestopft war. Von diesem Hauptraum zweigten kleinere Zimmer und Korridore ab. Wohnunterkünfte, Vorratsräume, der Korridor, der zum Hangar ihres Schiffs führte – der Komet.

Zwei kleine seltsame Tiere, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, kamen auf Joan und Ezra zugestürzt und hüpften außer sich vor Freude um sie herum.

Über Ezras angespanntes Gesicht huschte ein kurzes Lächeln. »Wie ich sehe, haben Grag und du immer noch eure Spielgefährten, Otho.«

Joan hatte für dergleichen jetzt keine Zeit. Eek, der graue, Metall fressende Mondwelpe mit der spitzen Schnauze, und Oog, das fette, kleine, weiße Mimentier, waren ihr sehr ans Herz gewachsen. Aber nicht einmal ihre aufgeregte Begrüßung konnte das Entsetzen dämpfen, das sich ihrer bemächtigt hatte.

Und die beiden kleinen Geschöpfe hielten inne, als sie sahen, welcher Tür Curt Newton sich nährte, nämlich jener zu einem der kleineren Gemächer. Als er diese Tür öffnete, wichen Eek und Oog zurück, als hätten sie Angst.

»Hier ist es«, sagte Captain Future.

Joan und Ezra standen reglos da und schauten hinein. In der Mitte des in den Fels gemeißelten Raumes befand sich eine Maschine. Sie glich einem Käfig mit Kristallstäben und glänzenden Drähten. Wenn man bedachte, was darin gefangen war, wirkte sie sehr zerbrechlich. Sämtliche Stäbe und Spulen pulsierten im gleichmäßigen Rhythmus einer starken Energie, sodass in dem Kristall diamantene Lichtpunkte flackerten.

»Diese Maschine«, sagte das Gehirn mit tonloser Stimme, »erzeugt in ihrem Inneren ein alles umfassendes Stasisfeld. In diesem Käfig, der so schlicht aussehen mag, kann es weder Zeit, Entropie noch Bewegung geben.«