CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel - Jørn Lier Horst - E-Book

CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel E-Book

Jørn Lier Horst

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Beschreibung

Das Salamander-Tattoo Die 11-jährige Cecilia lebt in der Pension "Perle", einem von ihrem Vater geführten Hotel in einem kleinen norwegischen Küstenort. Als Cecilia und ihre Freunde Leo und Une und Unes Hund Egon am Strand einen toten Mann mit einem geheimnisvollen Salamandertattoo auf dem Arm finden, geraten sie in ein Detektivabenteuer voller Nervenkitzel und Gefahr. In ihren Ermittlungen stoßen die vier auf ein unglaubliches Verbrechen, in das einige dubiose Hotelgäste verwickelt zu sein scheinen, und in dem es um ein Schiffswrack und sehr viel Geld geht … Und dann ist da noch der plötzliche Tod von Cecilias Mutter im vorigen Sommer. War es wirklich ein Unfall, oder steckt mehr dahinter? Band 1 der spannenden Kinderkrimi-Reihe CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel: Band 1 der erfolgreichen norwegischen Kinderbuchreihe - Ein tierisches Ermittlerteam: Abenteuerlicher Kinderkrimi mit drei Freunden und einem Hund für Kinder ab 9 Jahren. - Spannung und Nervenkitzel: Die kleinen Detektiv*innen Cecilia, Leo und Une und ihr Hund Egon lösen gemeinsam jeden Fall. - Leicht zu lesen: Ein spannender Detektivroman für kleine Spürnasen, die gerne leicht verständliche Geschichten lesen. - Ein aufregendes Abenteuer: Packend geschrieben von Bestsellerautor Jørn Lier Horst mit tollen Illustrationen von Pascal Nöldner. - Toller Lesestoff: Die Detektivgeschichte ist eine wunderbare Lektüre für Kinder ab 9 Jahren, die "Die drei Fragezeichen" und "Fünf Freunde", lieben. "CLUE" ist eine erfolgreiche norwegische Kinderbuchreihe in bester "Fünf Freunde"-Tradition. Der Begriff "CLUE" bedeutet "Hinweis" und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Namen der vier Hauptpersonen zusammen: Cecilia, Leo, Une und Egon. Die leicht zugänglichen Freundschafts- und Detektivgeschichten für Kinder ab 9 Jahren eignen sich auch bestens für Wenigleser*innen.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Über dieses Buch

DAS SALAMANDERGEHEIMNIS

 

Cecilia lebt in der »Perle«, einem von ihrem Vater geführten Hotel in einem kleinen norwegischen Küstenort. Als sie und ihre Freunde Leo, Une und Hund Egon am Strand einen Toten mit einem geheimnisvollen Salamander-Tattoo auf dem Arm finden, geraten sie in ein Detektivabenteuer voller Nervenkitzel und Gefahr. Bei ihren Ermittlungen stoßen die vier auf ein unglaubliches Verbrechen, in das einige dubiose Hotelgäste verwickelt zu sein scheinen …

 

Abenteuerlicher Auftakt der hochspannenden Detektivreihe des norwegischen Bestsellerautors Jørn Lier Horst

Jørn Lier Horst

Clue 1. Schiffbruch vor der Felseninsel

Aus dem Norwegischen von Maike Dörries

Maike Dörries

Mit Bildern von Pascal Nöldner

Pascal Nöldner

»Ich weiß, dass ich nichts weiß.«

SOKRATES, 470–399 v. Chr.

KAPITEL 1Der Mann am Strand

Cecilia hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie einen toten Menschen gesehen.

Als ihre Mutter im letzten Sommer gestorben war, hatte der alte Tim, der sie zwischen den Ufersteinen von Aalodde gefunden hatte, Cecilia nicht zu ihr gelassen, weil sie nach der Zeit im Wasser nicht mehr zu erkennen gewesen war.

Der Mann vor ihr lag auf dem Bauch, das Gesicht im Sand begraben. Beerentang und Seegras hatten sich um ihn geschlungen. Die Füße lagen noch im Wasser, als hätte er es nicht mehr ganz bis an Land geschafft.

Ihr Puls pochte im Hals und der Anblick schnürte ihr die Kehle zu. Sie begann unkontrolliert zu zittern, als würde jemand sie rütteln. An Armen und Beinen, sogar im Gesicht.

Sie machte ein paar Schritte rückwärts, kniff die Augen zu und drehte sich zur Seite.

»Ist er tot?«, fragte jemand hinter ihr.

Sie fuhr erschrocken herum. Da stand ein Junge. Braun gebrannt, In-Ear-Kopfhörer in der einen Hand, die andere an die Stirn gelegt, um die grelle Morgensonne abzuschirmen. Er war ein bisschen größer als sie und vermutlich auch älter, dreizehn vielleicht.

Sie schluckte und atmete tief ein.

»Nach was sieht es denn aus?«, sagte sie.

Ihre Stimme zitterte, die Worte kamen nicht so lässig wie gedacht.

Der Junge machte ein paar Schritte und blieb neben ihr stehen. Er schüttelte den Kopf, was Cecilia veranlasste, sich wieder zu dem Toten umzudrehen. Unter dem hochgerutschten Jackenärmel des einen zur Seite ausgestreckten Arms war ein Eidechsentattoo zu sehen.

»Sorry«, sagte der Junge und wickelte das Kabel der Ohrstöpsel auf. »War ’ne blöde Frage.« Er zog ein iPhone aus der Tasche seiner Shorts.

»Hast du schon jemandem Bescheid gesagt?«, fragte er.

Cecilia schüttelte den Kopf.

Statt zu telefonieren, hielt der Junge das Handy vor sich hoch und schoss ein Foto. Dann ging er näher an den Toten ran und machte noch ein Bild.

»Wolltest du nicht …«, setzte Cecilia an.

»Doch, klar«, sagte der Junge und tippte auf das Display.

»Wen rufst du an?«

»Meine Mutter«, antwortete er und hielt das Telefon ans Ohr. »Sie ist die neue Chefin von dem Hotel da oben«, fügte er mit einem Nicken hinter sich hinzu.

Jetzt wusste Cecilia, wer der Junge war. Sie kniff die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen. Bis zum letzten Jahr war ihre Mutter die Hotelchefin gewesen. Nach ihrem Tod hatte ihr Vater die Pension erst einmal allein weitergeführt. Das hatte über den Herbst und Winter einigermaßen gut geklappt, weil in dieser Zeit nicht so viele Gäste kamen. Aber für den Sommer musste er dann doch eine Stelle für all die Arbeiten ausschreiben, die Cecilias Mutter bis dahin erledigt hatte.

Der Junge hieß Leo. Seine Mutter Rebekka. Leo und Rebekka Bast. Ihre Ankunft war für heute geplant, und sie würden in den privaten Flügel der Pension ziehen, wo auch Cecilia mit ihrem Vater wohnte.

Leo erzählte seiner Mutter mit fester und ruhiger Stimme von dem Toten. Dann beendete er das Gespräch und schwieg.

Die Wellen rollten ruhig auf den weißen Sand und träge wieder zurück. Es sah aus, als würden sie an den Hosenbeinen des Mannes ziehen, der reglos auf dem Bauch lag.

Cecilia versuchte, nicht dorthin zu sehen, und ließ den Blick über die glatt geschliffenen Felsen schweifen, die die Bucht einrahmten, über der ein paar Möwen ihre weiten Kreise zogen. Weiter draußen war ein Fischkutter zu sehen, der Kurs auf den Hafen nahm. Nach einer stürmischen Nacht lag das Meer jetzt still und blank vor ihnen. Die Klippen und Felsblöcke drüben beim Leuchtturm spiegelten sich im Wasser.

Eigentlich hatte Cecilia sich fest vorgenommen, nicht mit dem neuen Jungen und seiner Mutter zu reden, die von heute an die Leitung der Pension Perle übernehmen sollte. Aber der tote Mann machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

»Was glaubst du, was da passiert ist?«, fragte sie.

Leo zuckte mit den Schultern, seine dunklen Locken wippten auf und ab.

»Scheint ertrunken zu sein«, sagte er. »Da wäre er hier ja wohl nicht der Erste.«

Cecilia antwortete nicht. Sie wusste nur zu gut, wie recht er damit hatte.

»Aber wie ist er hier gelandet?«, fragte sie, ehe Leo noch mehr sagen konnte. »Wer ist er? Und wo kommt er her?«

Leo sah sie mit klargrünen Augen an.

»Woher soll ich das wissen?«, sagte er.

 

Cecilias Vater war der erste Erwachsene unten am Strand. Er war gerannt und schnaufte. Er schob mit den Fingern das graue Haar aus der Stirn und die Brille hoch. Das Namensschild an seiner Brusttasche hing schief. Alan W. Gaathe, Manager.

Hinter ihm erschien eine Frau mit kurzen, flachsblonden Haaren in knielangem Rock und eng anliegendem Pulli. Sie war offenbar von ihren hochhackigen Schuhen ausgebremst worden.

Papa rieb sich den Nacken.

Leos Mutter stellte sich vor Cecilia und Leo und begutachtete eine Weile die Leiche, ehe sie sich zu ihnen umdrehte.

»Ihr beide verschwindet dann mal von hier«, sagte sie und breitete die Arme aus, um ihnen den Blick auf den Toten zu versperren.

Cecilias Vater stimmte ihr zu.

»Bring mir ein großes Laken aus dem Wäscheraum«, sagte er zu Cecilia. »Danach könnt ihr euch oben hinsetzen«, schlug er vor und zeigte zu dem Erdwall oberhalb vom Strand.

»Ich hab ihn gefunden«, protestierte Cecilia.

Ihr Vater legte ihr einen Arm um die Schulter.

»Ich weiß«, sagte er. »Aber wir können ihn nicht so hier liegen lassen.«

Sie nickte und rannte los.

 

Eine halbe Stunde später wimmelte es am Strand nur so von Menschen. Von dem Erdwall, zu dem ihr Vater sie geschickt hatte, hatten sie einen guten Überblick. Die Sonne glitzerte auf dem Wasser, und Cecilia musste die Augen zukneifen, um nicht geblendet zu werden.

Am äußeren Rand der Grasfläche oberhalb vom Strand stand ein Streifenwagen. Zwei Polizisten in Uniform standen rechts und links von dem weißen Laken, das Cecilia geholt hatte. Einer sprach mit einem Journalisten mit einer Kamera über der Schulter. Die meisten Pensionsgäste hatten sich am Strand versammelt und standen in kleineren Gruppen herum. Auch der Hausmeister und seine Frau waren da und Edgar aus der Küche. Christian Lasson, der im Strandhaus wohnte, trug seinen fleckigen Malerkittel. Der alte Tim stand etwas abseits mit beiden Händen auf seinen Stock gestützt und beobachtete das Treiben.

Cecilia sprang auf, als sie Une und ihren Vater Widar am Strand entdeckte. Une hielt Egon an der kurzen Leine. Alle drehten sich um, als der Hund ein paar kurze Kläffer von sich gab.

»Wo willst du hin?«, fragte Leo.

»Runter zu Une.«

Leo stand ebenfalls auf und folgte ihr.

Cecilias beste Freundin Une war zwölf Jahre alt und hatte Sommersprossen und braunes, lockiges Haar. Und sie hatte einen jüngeren und einen älteren Bruder. Sie wohnte seit ihrer Geburt in der Skutebucht. In dem Haus vor der Mole auf der Ostseite der Bucht.

Ihr Vater Widar war Fischer. Er trug eine wetterfeste Öljacke, einen Rollkragenpullover, Ölhosen und hohe Gummistiefel.

»Auf der Meerseite von Steinholmen liegt ein gekentertes Boot, von dem er vermutlich stammt«, sagte er zu den Anwesenden und zeigte zu der kleinen Insel vor der Bucht. »Mit einer Rettungsweste hätte er es schaffen können. Aber die liegt noch draußen in dem Wrack.«

Einer der Polizisten ging zu ihm.

»Sieht so aus, als wäre er im Dunkeln bei dem Unwetter letzte Nacht auf Grund gelaufen«, fuhr Unes Vater fort. »Die Götter wissen, was er dort wollte.«

Cecilia schaute rüber nach Steinholmen, der Felseninsel. Das sah wirklich ganz nach einem Unfall aus, dachte sie. Aber was hatten die Fußspuren zu bedeuten? Inzwischen waren sie von den Polizisten und all den Schaulustigen platt getreten, aber sie waren dort gewesen. Fußabdrücke im Sand, von jemandem, der vor ihr und Leo bei dem Toten gewesen war.

KAPITEL 2Spuren im Sand

Die Pension Perle war ein altes, zweigeschossiges, weiß gestrichenes Hotel mit einem großen Wintergarten und einer Außenterrasse zum Meer, Balkonen, Dachgauben und einem viereckigen Turm. Es kam immer noch vor, dass Cecilia sich in den vielen Fluren verirrte.

Das altehrwürdige, von hohen Eichen umgebene Gebäude lag exakt siebzig Meter vom Strand entfernt mit einem Ausblick, so weit das Auge reichte. Auf der Rückseite, landeinwärts, lagen große Äcker und Weiden, Scheunen und ein Birkenwald. Der alte Apfelgarten hinter der Pension mit einem Teppich aus weiß blühendem Klee und lila Weidenröschen war durch eine niedrige Mauer moosüberwucherter Steine von der offenen Landschaft abgetrennt. Dahinter erstreckten sich bewaldete Hügelketten bis zu einer an einen Zuckerhut erinnernden Bergformation im Osten.

Die Anlage war ein ehemaliges Kurhotel. Vor hundert Jahren hatten die Gäste noch mit dem Dampfschiff am Tiefwasserkai angelegt oder waren mit der Eisenbahn in den Ort gefahren und in Pferdekarren umgestiegen, um in den Badehäuschen am Wasser die steifen und schmerzenden Knochen in großen Schlammwannen und heißen Kiefernadelbädern zu kurieren. Und abends wurden die Gäste von Künstlern und Musikern aus der Hauptstadt im Salon oder Ballsaal unterhalten.

Cecilias Ururgroßvater hatte das Kurhotel bauen lassen. Während des Zweiten Weltkriegs war es von den Deutschen besetzt worden, die ihre Offiziere dort untergebracht hatten. Danach hatte es eine Reihe unterschiedlicher Besitzer gegeben, bis Cecilias Eltern das Hotel vor sechs Jahren zurückgekauft hatten. Sie hatten viel Zeit und Geld in die Renovierung investiert, damit die Zimmer wieder vermietet werden konnten. An ein paar Stellen standen immer noch Baugerüste und halb volle Farbeimer.

Die Perle ist ein sprichwörtliches Reiseziel, hatte Cecilias Mutter immer gesagt. Und das stimmte, denn die einzige Straße, die dorthin führte, endete auch dort. Man konnte also nicht daran vorbei und weiter woandershin fahren.

Sie schlängelte sich an Bauernhöfen mit eingezäunten Pferdeweiden und schwarz umgepflügten Äckern vorbei, in einem Bogen um den Tiefwasserkai und das weiß gestrichene Lotsenhaus herum, in dem Une mit ihrer Familie wohnte, und weiter am Strand entlang bis hoch zum Parkplatz vor der Pension. Mit einem Schlüssel für die Schranke konnte man weiter bis zum Leuchtturm auf Aalodde oder hoch zum Mühlteich fahren.