Damit ich dich besser küssen kann - Doris Lerche - E-Book

Damit ich dich besser küssen kann E-Book

Doris Lerche

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Beschreibung

Mal schmachtet sie ihm nach, mal er ihr, mal fühlt er sich zu lieblos geküsst, mal sie. Doris Lerche greift mit ihren Geschichten beherzt ins weitgefächerte Spektrum geschlechtlicher Liebe mit all seinen Bettdesastern, inkompatiblen Sehnsüchten, libidinösen Verwirrungen, emotionalen Abstürzen. Unverblümt spricht sie Dinge aus, die wir am liebsten verschweigen. Sie rührt an Tabus - in unserer angeblich tabulosen Zeit. Die trotzig-Pubertierende kommt ebenso zu Wort wie die wütend-Liebeshungrige jenseits des Klimakteriums. Der betrogene Ehemann genauso wie die betrügende Geliebte. In alle fühlt Doris Lerche sich ein: in die Bindungsängstliche, den besessenen Liebhaber, die Tantrageschulte, den ehemüden Manager, die abgebrühte Dreißigjährige, die romantische Achtzigjährige. Doris Lerches immer wieder variiertes Thema ist unsere unermüdliche Suche nach dem Glück, das wir mit ausgeklügelten Strategien verhindern. Doch bei all ihrer Lust am Desaster, unterschwellig spürt man in Doris Lerches Geschichten eine vitale erotische Spielfreude jenseits genormter Sex-Programme. So wird urplötzlich aus Befangenheit Neugierde, aus Angst Begehren, aus Abwehr Vergnügen.

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Seitenzahl: 209

Veröffentlichungsjahr: 2009

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Doris Lerche

Damit ich dich besser küssen kann

Erotische Erzählungen

konkursbuch Verlag Claudia Gehrke

„Lakonisch wie urkomisch schildert Doris Lerche Situationen abwärts der Gürtellinie. Ihre Texte sind desillusionierend, aber keineswegs lustfeindlich." (FAZ)

Inhaltsverzeichnis

Titelseite & Klappentext

Übereck

Ich hasse die Liebe

Irgendwo

Ach Anna

Nur für Erwachsene

Warten           

Na gut!         

Am Ende der Welt    

Drei Frauen

Sex

Tantra

Am Strand

Mutterkind

In der Falle

Lebenslauf

Geil

Hintertür

Garten der Lüste

Ach Achim

Tigertanga

Freiheit

Schweine lieben Eicheln

Kommgeh!    

Damit ich dich besser küssen kann

Glückskind

Wer weiß

Im Labyrinth

Marianne  

Aufs Meer

Sibirien

Mein Ruhepol

Costa del Sol

Geschichte einer Ehe

Durchzug

Ich will keine Blumen

Frau Kaminski   

Zur Autorin Doris Lerche

Übereck

Wie sie so in der Havanna-Bar sitzen, sie den Stiel des Cocktailglases zwischen zwei Fingern, er sein Bierglas vor sich auf dem Pappdeckel, zum ersten Mal zu zweit, zum ersten Mal verabredet, da nimmt er einen Schluck aus seinem Glas, setzt es ab, lässt den Blick über sie hinschweifen und sagt: Übrigens, ich bin sexsüchtig.

Sie schaut ihn an, seine Locke über der Stirn, dann aus dem Fenster ins Dunkle. Die Scheibe spiegelt ihre beiden Gesichter. Wie man beim Billardspiel übereck und nicht direkt die Kugel ins Loch stößt, so trifft sie seinen Blick in der spiegelnden Scheibe. Trifft sie ihn wirklich? Ist der Spiegel Wahrheit oder ein Trugbild.

Sexsüchtig.

Will er sie warnen? Will er sagen: Vorsicht, ich bin gefährlich, lass die Finger von mir. Oder will er wissen: Wie stehts mit dir? – Will er einen Nerv anrühren?

Sie sitzt unschlüssig. Reibt ihre Knie gegeneinander.

Sie haben sich ja noch nicht mal geküsst. Vielleicht gefällt er ihr gar nicht? Er hat eine Art, sich von Zeit zu Zeit die Unterlippe mit spitzer Zunge zu lecken, vor allem, bevor er einen Satz beginnt. Das stößt sie ab. Das zieht sie an.

Man muss ja auch arbeiten, denkt sie. Immer nur Sex, das geht doch gar nicht. Und ins Kino möchte man auch oder in die Matisse-Ausstellung. Und mal spazieren bei schönem Wetter.

Oder will er ihr sagen: Hör mal, nicht dass du denkst, du bist die Einzige, die ich mir hernehme. Wenn du ins Kino willst – gut, aber dann rechne damit, dass ich mir bei anderen Frauen hole, was du mir verweigerst.

Oder liegt er den ganzen Abend vorm Fernseher und zieht sich ein Pornovideo nach dem anderen rein, so wie ihr letzter Freund, der diese Art von Sex bequemer fand als all die langwierigen Vorspiele, bis man endlich zur Sache kam. Was ihr gefiel, gefiel ihm nicht. So waren die Pornos die angenehmste Lösung.

Er sitzt reglos da, blickt sie im Spiegelbild an, genau wie sie, indirekt übereck, genau wie sie.

Oder erwartet er, dass sie glücklich seine Hand fasst und gesteht: Du bist mein Traum. Einen Mann, der immer will, der mich nie zurückweist, so einen habe ich mir mein Leben lang gewünscht.

Oder im Gegenteil: Nein, mein Lieber, unter diesen Umständen fangen wir gar nicht erst an. Zwei- dreimal die Woche Sex ist in Ordnung. Damit kann ich mich anfreunden – aber öfter – das ist nichts für mich. Das ist mir zu eng, zuviel, zu nah.

Sexsüchtig – was also meint er damit?

Meint er, er braucht zwei Frauen gleichzeitig im Bett? Oder nicht im Bett, sondern in der Badewanne oder auf dem Velourteppich. Meint er vielleicht, er braucht auch Männer? Was ist sexsüchtig? Fünfmal am Tag oder öfter? Sex bis zur Erschöpfung und dann wieder von vorn?

Er ist Software-Spezialist, hat einen stressigen Beruf, kommt oft erst spät heim. Wann hat er seinen süchtigen Sex? In der Mittagspause? Aber essen muss er doch auch? Vielleicht ein Quickie auf dem Klo? Oder zwei. Aber mit wem? Mit der Kellnerin? Die bedient. Die hat keine Zeit für so was. Mit einer Kollegin? Ja, vielleicht mit einer Kollegin. Da sitzen sie beim Essen, schauen sich an wie wir jetzt, einigen sich ohne Worte, verschwinden gemeinsam, sie betrügt ihren Mann, der nie Lust hat.

Und abends?

Was macht er abends? Mit Frau oder ohne? Mit echtem Film oder Film im Kopf?

Passt ihr Film zu seinem Film – oder nicht.

Reicht ihm ein einfaches Ineinanderschieben der wesentlichen Geschlechtsteile? Oder braucht er es raffinierter. Oder braucht er es härter. Ist er sofort bereit, ohne dass man etwas dafür tun muss? Kann sie sich bequem hinlegen und ihn machen lassen? Oder legt er Wert auf Aktivitäten ihrerseits?

Muss sie mit ihm seine Videos nachspielen oder darf sie sein, wie sie ist. Darf sie langweilig sein? Darf sie abwarten, was passiert?

Oder braucht er, dass sie ihn ermuntert, bestätigt. Braucht er, dass sie ihm zeigt, wie gut er ist.

Darf sie ihn küssen, so wie sie es möchte? Darf sie ihn zärtlich küssen? Begehrlich auf ihre Art?

Ihr vorletzter Freund hasste Zärtlichkeit. Küsse kitzelten ihn. Er wollte immer direkt hinein in sie. Das mag sie nicht. Oder nur, wenn sie in Stimmung ist. Aber mit ihm war sie nie in Stimmung.

Kann dieser Mann sie in Stimmung bringen? Oder interessiert ihn nicht, was mit ihr ist. Was interessiert ihn? Sex? Oder sie?

Sucht er eine, die mitmacht?

Oder gefall ich ihm?

Sie löst ihren Blick von der spiegelnden Scheibe und schaut direkt nach vorne, schaut ihn direkt an, bis er endlich sein Gesicht zu ihr hinwendet.

Seine Augen sind hell und geben keine Antwort.

Ich hasse die Liebe

Solange sie auf dem Sofa sitzen, sich seine Hand über ihr Knie spreizt, sich unter ihren Rocksaum schleicht, sich unters Slipgummi gräbt, sich dorthin vorreckt, wo es feucht wird – solange ist sie übermütig erregt.

Aber dann zieht er die Hand weg und drängt aufs Bett, wo es gemütlicher ist, wo er nicht mit gebogenem Rücken verdrehter Wirbelsäule versuchen muss, unter dem Rocksaum unter dem Slipgummi sie zu ertasten, angelockt und abgebremst.

Das scharfe Spiel an den Grenzen, das sie so liebt, das liebt er nicht.

Er hat es gern bequem, damit er an alles richtig ran kann, er will keinen Stoff zwischen sich und ihr, kein lästiges Slipgummi, keine umständlichen BH-Verschlüsse, die jedes Mal anders sind, die immer wieder lästig sind, jetzt kennen wir uns doch schon eine Weile, warum diese lästigen Barrieren jedes Mal? Damit es spannend bleibt, sagt sie. Es ist lästig, sagt er.

Widerwillig gibt sie nach, lässt sich ins Schlafzimmer schieben. Rasch zieht er sich aus. Nicht die Unterhose, fleht sie. Na gut, sagt er. Seufzend legt sie ihren Pulli ab, zieht, während er bereits auf dem Bett liegt, ihren Rock aus, ihre Strumpfhose runter, ihre Schuhe aus, öffnet ihren BH-Verschluss, damit er sich nicht unnötig abmühen soll. Aber ihren Slip behält sie an. Sie will nicht einfach nackt dastehen und abwarten, wann es losgeht.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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