Das blaue Amulett - Tobias Brutschi - E-Book

Das blaue Amulett E-Book

Tobias Brutschi

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Beschreibung

Nachdem die legendäre blaue Energie im Elfenland aufgetaucht war, änderten sich die Zeiten drastisch. Das friedliche Elfenvolk musste sich seinem grössten Widersacher entgegen stellen. Abaddon, der Fürst der Dunkelheit wollte das Elfenvolk mit seinen Höllenreitern vernichten. Doch die Cohains, mit König Taralom und Tuor an der Spitze, nahmen den Kampf auf, um ihre Welt, ihre Familien und ihr Leben zu verteidigen. Eine Geschichte von Tobias Brutschi mit einmaligen Bildern geschrieben für das Musikprojekt "Fairytale" von Debora Lavagnolo und Angelo Salerno.

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Seitenzahl: 103

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Inhaltsverzeichnis

Der Autor hat das Wort
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Epilog
Namenslexikon „Das blaue Amulett“

Tobias Brutschi

und

Fairytale präsentieren:

Das blaue Amulett

Fantasy Geschichte

Herausgegeben 2013

www.fairytalemusics.com

Idee: Debora Lavagnolo

Autor: Tobias Brutschi

Redaktion: Tobias Brutschi

Bilder: Phil Brutschi

Lektorin: Brigitte Vogt

Copyright © by http://www.fairytalemusics.com

Die Rechte auf alle Bilder sind bei Phil Brutschi

Die Autorenrechte liegen bei Tobias Brutschi

Der Autor hat das Wort

Eigentlich war es nie meine Absicht eine „Fantasy Geschichte“ zu schreiben. Es hat sich auch noch nie ein Buch dieser Sparte auf meinem Nachttisch verirrt oder wurde von mir gelesen. Selbstverständlich machte ich eine Ausnahme und las vor gefühlten hundert Jahren die „Herr der Ringe“-Trilogie und stand den neun stündigen „non-stop Filmmarathon“ dieser Geschichte ohne weiteren Probleme durch.

Doch als mich dann Debora und Angelo baten, ihre Geschichte niederzuschreiben, brauchte ich keine Bedenkzeit. Zu sehr wurde ich durch ihre Idee, ihre Musik und ihre ansteckende Motivation in den Bann der Cohains gezogen. Die Geschichte baute sich praktisch augenblicklich in meinem Kopf auf. Zuvor hielt ich die Aussagen von Schriftstellern: „Die Geschichte schreibt sich von selbst, ich bin nur ihr Werkzeug, die sie auf Papier bringt.“, für Wichtigtuerei. Bis ich mich hinsetzte und meine Finger praktisch im Alleingang Tuors Erlebnisse auf die Tastatur hämmerten. Ich hätte vermutlich problemlos zwei bis drei Bücher schreiben können und versank teilweise völlig im Elfenland.

Nun liegt das Buch vor mir. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich meinen Teil zu „Fairytale“ beitragen konnte. Ein Projekt, in das jeder sehr viel Herzblut und Energie gesteckt hatte und zwar unentgeltlich: Meine Frau Debora Lavagnolo und Angelo Salerno mit der unvergleichlich schöner Musik und mein Bruder Phil Brutschi mit den bezaubernden Bilder, sowie alle anderen, die an diesem Produkt mitgeholfen haben.

Noch mehr ehrt es mich, dass auch Sie, liebe Leser, dieses Buch lesen wollen. Falls Sie die zum Buch passende Musik hören möchten, gehen Sie auf www.fairytalemusics.com oder suchen Sie in einem online Store die Lieder von „Das blaue Amulett“. Glauben Sie mir, es lohnt sich!

Und nun viel Spass beim Lesen.

Tobias Brutschi

Prolog

Der dichte Tannenwald von Zaridir war dunkel geworden. Die Sonne, die ihre Strahlen während des Tages durch die Tannennadeln auf den bemoosten Waldboden geworfen hatte, verschwand hinter dem Horizont. Das Gezwitscher der Singvögel, das durch den langen Tag begleitet hatte, verstummte. Während die einen sich auf die Nachtruhe vorbereiteten, erwachten allmählich die anderen Wesen der Dunkelheit im Zauberwald.

Nur ein blasser Lichtschein, der aus einem holzgerahmten Fenster von der Lichtung her strahlte, störte die Dunkelheit. Im Häuschen, das kaum mehr Platz benötigte als die imposante Fichte, in dessen Schutz es stand, herrschte selbst zu diesen Stunden reger Betrieb.

Die Holztür, die auf der Stirnseite des Gebäudes lag, stand offen. Ein Blick hinein führte direkt auf eine Gestalt mit weissen Haaren und einem dunkelblauen Umhang. Das gelb-orange Licht des Feuers, das vor dem Mann den grossen Kupferkessel erhitzte, drückte grosse Schweisstropfen auf die runzelige Stirn, welche durch die buschigen weissen Augenbrauen aufgefangen wurden. Ein ebenso weisser Bart zierte den unteren Gesichtsteil des Zauberers, der eine grosse hölzerne Kelle in der rechten und einige getrockneten Pflanzensträucher in der linken Hand hielt und vor sich hin murmelte.

Die Suppe im Kessel kochte, und das Wasser sprudelte plötzlich wie wild, als er mit Sorgfalt einige Pflanzenblätter in den Sud legte und gleichmässig zwei Umdrehungen nach links und danach eine nach rechts machte.

Er griff nach einer Schale, welche er vor langer Zeit aus dem Lehm des Zauberweihers getöpfert hatte und nahm daraus eine Prise von mit dem Mörser zerkleinerten Sprossen. Mit einem gemurmelten Spruch warf er die wenigen Krümel auf einen Schlag ins Wasser, welches zu seiner Überraschung unmittelbar in einer säulenartigen Fontäne empor in Richtung Kamin schoss. Sargram Grimgard machte geistesgegenwärtig einen Satz hinter den alten Eichenholztisch, auf dem seine feinsäuberlich sortierten Zutaten für seinen Brau bereitstanden und verharrte während einigen Augenblicke in der Hocke mit den Händen über seinem Kopf verschränkt, die ihn vor allfälligen fliegenden Gegenständen schützen sollten.

Als er sich zurück zu seinem Kupferkessel wagte, musste Grimgard einige Sekunden innehalten, da der Dampf, der aus dem glühenden Kessel strömte, ihm die Sicht versperrte. Gespannt und mit leicht ängstlicher Vorahnung beobachtete der Zauberer den Kessel.

Er sah wie eine blaue Dampfschwade empor stieg, die immer intensiver wurde. Die Wände des Kupferkessels begannen zuerst leicht und mit der Zeit immer stärker zu glühen. Es schien, als ob der blaue Schimmer des Inhalts sogar durch das Kupfer drang.

Sargram Grimgard zauberte und braute seit Jahrzehnten. Er nahm sich oft Zeit, an seinem grossen Werk, seiner – von ihm bestimmten – Lebensaufgabe zu tüfteln: „Ein Wahrheitsserum“. Die meisten Versuche in diese Richtung endeten meist mit dem Ausschütten des Trankes in den Abort oder ins nahegelegene Blumenbeet. Dies führte eines Tages dazu, dass der Zauberer Grimgard die Türe nicht mehr öffnen konnte, da die Blumen und Pflanzen über Nacht den gesamten Vorplatz überwuchert hatten. Sargram Grimgard hatte ein magisches Düngemittel hergestellt.

Doch solch ein Blau, wie das, welches der Sud nun hatte, hatte der Zauberer noch nie gesehen. Er konnte seinen Blick nicht von der Intensität und dem Glanz des Wassers lassen. Die starke Energie, die dieser Kupferkessel ausstiess, fesselte den greisen Mann derart, dass ihm angst und bange wurde.

Erst nach einigen Minuten wagte sich Grimgard weg vom Kessel und ruhte sich auf seinem grossen Holzsessel aus. Er wollte über die Geschehnisse meditieren. Er wollte sich gewiss werden, dass er die Formel für sein Wahrheitsserum richtig angewandt hatte. Sargram Grimgard war erfahren genug, um zu wissen, dass jedes Experiment seinen Tod bedeuten könnte, falls ihm auch nur der kleinste Fehler unterlaufen wäre.

Die Sterne hatten sich nun alle am nächtlichen Firmament versammelt und schienen wie Millionen kleiner Leuchtkäfer auf die Erde. Ihr Licht wurde lediglich vom Vollmond übertrumpft, der die ganze Landschaft in ein Schattenspiel hüllte.

Grimgard hatte sich eigentlich entschlossen, das Wahrheitsserum zu kosten, sass nun aber wieder auf seinem alten Sessel aus Tannenholz und grübelte über seinen Notizen. Grimgard wusste, dass auch dieser Versuch misslungen war. Gereizt über diese Tatsache stiess er einen Fluch in Richtung Himmel und schimpfte laut ins leere Haus: „Ich möchte diesem Abadem endlich mal sein verfluchtes Maul stopfen und der Beste sein!“ Grimgard war es endgültig leid, hinter dem grossmäuligen Abadem Dongard nur der zweitbeste Zauberer zu sein.

Der blaue Sud im Kessel begann nach diesen Worten zu sprudeln und leuchtete noch heller als zuvor. Grimgard bemerkte dies nicht, als er beschloss, endlich zu Bett zu gehen.

Ein neuer Tag brach über Zaridir an. Die Tiere des Waldes machten sich einmal mehr auf zur Nahrungssuche. Ein Specht schlug mit seinem starken Schnabel die Baumrinde auf, in der Hoffnung einige schmackhafte Leckereien zu finden, eine Maus grub sich hastig in ihrem Erdloch entlang, auf der Suche nach kriechenden Kleintieren und stiess prompt auf eine nasse Schnauze, die sich blitzartig öffnete und das Tier mit grossen spitzen Zähnen packte. Der Fuchs zog die Maus aus der Erde und trottete triumphierend zurück ins Dickicht.

Der Zauberer Grimgard öffnete seine Augen. Er wurde von einem Geräusch von flatternden Flügeln aus dem unruhigen Schlaf gerissen. Als er sich aufsetzte, verspürte er einen grässlichen Schmerz in seiner rechten Hand. Der kleine Finger blutete stark. Sargram Grimgard betrachtete den Finger und stellte erschreckt fest, dass ihm die Fingerkuppe fehlte. Gleichzeitig berührte ein nackter Flügel sein linkes Ohr, als ein Etwas beinahe geräuschlos und knapp über seinen Kopf flatterte.

Der Mann sah im dämmernden Morgenlicht dem Schatten nach und entdeckte ein Geschöpf, wie er es noch nie gesehen hatte. Ein molchartiges Wesen mit Flügeln sass auf einem der grossen Balken hoch oben im Zimmer. Das Wesen flog augenblicklich wieder los und genau auf ihn zu. Er sah wie der fliegende Molch sein Maul öffnete und kleine spitze Zähne zum Vorschein kamen. Grimgard hechtete nach rechts und schlug mit seiner unverletzten Hand gegen das Tier, welches getroffen auf die Bettdecke fiel.

Sargram Grimgard war ein weiser Mann. Es gab nicht viel, das er nicht mit eigenen Augen schon gesehen oder worüber er nicht gelesen hatte, doch solch ein Wesen war ihm unbekannt. Er hielt das flatternde, etwa fingerlange Geschöpf hoch und betrachtete es genau.

Das Biest schnappte wie wild um sich und versuchte, sich aus der Umklammerung zu lösen. Grimgard hatte selten so ein aggressives Verhalten erlebt und ihm war sofort klar, wer ihm im Schlaf den Finger abgebissen hatte. Er nahm einen glasigen Behälter und schloss das Wesen ein, während er seine Schlafzimmertür öffnete und ins grosse Zimmer trat.

Der Zauberer erstarrte wie eine Marmorstatue als er ins Zimmer schaute: Zirka ein Duzend weitere dieser Kreaturen kreisten um den Kupferkessel, über dem jetzt ein rötliches rundes Licht schimmerte. Inmitten dieses Lichtes erkannte Grimgard, wie ein weiteres Wesen sich mühsam durch eine Art Öffnung hindurch zwängte. „Was zum Teufel!“, schrie er, nahm den Deckel vom Boden auf und schloss damit den Kupferkessel mitsamt den Wesen. Augenblicklich erlosch die rötliche Lichtöffnung und trennte eine noch hindurch schlüpfende teuflische Kreatur entzwei.

Sargram Grimgard wusste nicht, was hier geschah, aber ihm wurde klar, dass sein nächtliches Experiment mehr war, als er gedacht hatte. Dass jedoch seine Nachkommen Jahrzehnte später mit den Auswirkungen dieser Nacht zu kämpfen haben würden, konnte er nicht ahnen.

Kapitel 1

Vier Mädchen und drei Buben waren in der Klasse von Fräulein Ireth. Die Elfenkinder sassen mit verschränkten Beinen im Kreis in der Mitte des Raums und hörten mit grossen Augen gespannt der Geschichte von Ireth zu, während draussen in dem kleinen Dorf das Knarren des Mühlenrades und das rhythmische Klingen vom Eisenhammer, der auf den Amboss geschlagen wurde, auf das alltägliche Treiben in den Strassen von Cohain schliessen liess. Nur noch das freudige Kreischen der spielenden Kinder auf der Strasse übertönte die Melodie des Handwerks.

Die Cohains waren ein friedliches und gastfreundliches Elfenvolk. Sie lebten in einem Land voller grünen Wiesen, blauen Seen und prachtvollen Wäldern.

Der Duft des Mittagessens drang bereits ins Klassenzimmer von Ireth, bald war Mittagszeit, doch die Kinder achteten nicht darauf, zu spannend und zu eindrücklich war die erzählte Geschichte:

„…Sargram Grimgard nahm den Kupferkessel und leerte den Sud, die blaue Energie, in eine grosse Glaskugel, damit sie der böse Abaddon nicht finden und mit Wünschen seines dunklen Herzens das Tor zur Unterwelt öffnen und keinem Wesen auf dieser Welt mehr schaden kann. Der grosse Zauberer steckte sie behutsam in seinen Lederbeutel und ritt eiligst tiefer in den grossen Wald. Er vergrub die Kugel samt Beutel unter der grossen Eiche und seither wurde sie nie mehr gesehen.

Man sagt, ein Elf könne sich damit seine Wünsche und Träume erfüllen, aber nur wenn er keine bösen Absichten hegt und reinen Herzens ist. – Ende –. So Kinder, es ist Mittagszeit, wir treffen uns wieder wenn die Sonne über dem mittleren Hügel steht. Seid bitte pünktlich.“

Die Elfenkinder stürmten auf und rannten lachend davon. Ein Bube verfolgte zwei Mädchen „Ich bin Abaddon, der böse Zauberer!“ die Mädchen kreischten lachend und schlugen Hacken, damit sie der Bube nicht fangen konnte.

„Fräulein Ireth?“, fragte der kleine Amras während er gleichzeitig am farbigen Rock der Lehrerin zupfte „Ja, Amras? Was ist denn?“, fragte Ireth freundlich. „Aber was ist, wenn Abaddon diese Kugel erwischt? Werden die Monster dann wieder zu uns kommen? Was geschieht dann?“ Ireth musste sich ein Lächeln unterdrücken, als sie sah, dass Amras den Tränen nahe war. Sie kniete sich zu Amras hinunter und beruhigte ihn: „Keine Angst Amras, das war doch nur eine Geschichte. Diese blaue Energie gibt es überhaupt nicht. Und nun geh los, deine Mutter wartet sicher schon mit dem Essen auf dich.“ Sie strich dem Bub kurz mit der Hand über den Kopf. Amras, dem das Gesagte von Fräulein Ireth nicht zu überzeugen vermochte, antwortete mit einem leisen: „Oh…“ und trottete mit seiner Schultasche in der Hand aus dem Klassenzimmer.

Kapitel 2