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Wie jedes Jahr fährt Karl seine Tante besuchen. Doch diesmal ist alles anders in dem Dorf. Der reinste Horror spielt sich dort nachts ab.Sein vor Jahren verstorbener Onkel ist zum Leben erwacht und seine Tante hat sich zum Monster verwandelt. Zuerst dachte er, er würde schlafwandeln. Aber er ist wach. Kann er den Horror Trip entfliehen?
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Seitenzahl: 22
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Ira Zorn
Das Dorf Alt
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Das Dorf Alt
Impressum neobooks
Die triste Landstraße, wo Karl längs fuhr, macht die Langeweile greifbar nah. Die Bäume sausten links und rechts an ihm vorbei. Es war ein warmer sonniger Tag, die sprießende Natur am Straßenrand ist eine Augenweide, bloß der gleiche grüne Film im Blick. Seit einer Stunde hatte er höchstens drei bis vier Wagen gesehen, bloß sie fuhren alle in die Gegenrichtung. Ihm kam es vor, als ob er allein auf der Welt ist. Sein Körper sehnte sich nach Bewegung, als nur den Schalthebel und das Lenkrad zu bedienen, er rutschte unruhig auf dem ledernen Sitz herum. Die Autofahrt ist mit der Zeit zum quälenden Ärgernis geworden, dabei ist er heute Mittag gut gelaunt aufgebrochen. So ist es laufend, wenn er seine Tante besuchen fuhr. Über Fünf Stunden fahrt gehen an die Grenze des Erträglichen, wenn man zu Hause ständig mit dem Rad unterwegs war. Jedenfalls hielt er sich für einen Naturliebhaber, wenn er hier raus kam, wirkte die ländliche Idylle auf ihn eher desorientierend. Vielleicht dramatisierte er es, als Großstadtbewohner tat sich eine andere Welt auf, kein lärmender Verkehr und raunenden Menschen, doch ihm gefiel die Großstadt besser, dort fühlt er sich beschützt, hier draußen fühlte er sich unsicher, er fühlte sich verwundbar.Er versuchte auf andere Gedanken zu kommen, damit er sich wieder auf die Straße konzentrieren konnte. Er schaltete das Radio erneut ein, er hatte es vorhin genervt ausgeschaltet, wegen des Gedudels, das die ansässigen Radiosender spielten. Jetzt war es ihm das Gedudel lieber, als gar keine Musik. Die grün schimmernde Digital Uhr zeigte 11.12 Uhr. Eine drei viertel Stunde fahrt, steht ihn noch bevor. Nach über fünf Stunden Fahrt würde er das auch noch schaffen. Er versuchte sich zu entspannen und begann tief gleichmäßig zu atmen. Der Wagen rollte die verschmutzte Straße an dem ausgebleichten Ortsschild vorbei, das nüchtern den Namen des kleinen Dorfes das Alt verkündete.
Karl wusste, was ihn erwartete, bekam trotzdem eine Gänsehaut, als ihn die Leute am Straßenrand, wo man in dem kleinen Dorf jeden kennt und ihn als Fremden misstrauisch beäugt, obwohl er einmal im Jahr hier ist. Er versuchte das zu ignorieren.
Ein paar Minuten später fuhr er die gepflasterte Auffahrt rauf, das zu dem Haus hin führte, wo seine Tante lebt, er parkte hinter ihrem 20 Jahren alten Mercedes Kombi.
