Das Experiment der Galaxiewächter - Rosemarie Gürtler - E-Book

Das Experiment der Galaxiewächter E-Book

Rosemarie Gürtler

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Beschreibung

Das Experiment der Galaxie-Wächter - die Erde, ist ein Buch, welches Fantasy, Gegenwart, Vergangenheit, Liebe und das Leben an, sich miteinander vereint. Die Hauptpersonen sind Anna und Otto. Sie beweisen, trifft man die echte große Liebe, ist man in der Lage, unendliche Weiten an Entfernungen, überwinden zu können. Auch Koch- und Backrezepte mit Anleitungen, die schon seit vielen Jahren in der Familie Anwendung finden, sind Bestandteil in den Handlungen. Ebenso ein kleiner Reiseführer von Bremen und Bremerhaven. Das größte Problem unserer Zeit ist, unsere schöne Erde zu retten. Auch das ist mit ein Haupt-Thema in dieser Handlung. Lasst euch überraschen. Einmal das ganz andere Buch.

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Seitenzahl: 338

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Mein Name ist Rosemarie Gürtler.

Ich bin schon im fortgeschrittenen Alter von 73 Jahren. Seit meiner Schulzeit hatte ich schon immer den Wunsch Bücher zu schreiben.

Aber das Leben hatte etwas Anderes mit mir vor.

Eine Berufsausbildung als Köchin, Heirat und Kinder. Wie das Leben so spielt. Später war nie Zeit fürs Schreiben. Aber daran gedacht habe ich immer. Nun im Alter, nach nächtelangem Wachliegen, eben die unliebsamen Schlafstörungen, wie sie viele ältere Menschen haben, fing ich in Gedanken an, meine Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit einem Tablet im Bett, im Einfingersystem, entstand nun mein erstes Buch. Auch tagsüber verfolgte mich ab jetzt die Handlung. Es schrieb sich fast von selbst. Eigentlich sollte es ganz anders laufen, aber irgendwie verselbstständigte sich die Handlung.

Rosemarie Gürtler

Das Experiment der Galaxie-Wächter

Die Erde

© 2019 Rosemarie Gürtler

2. Auflage

Autor: Rosemarie Gürtler

Umschlaggestaltung, Illustration: S. Goosmann

Verlag: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN: 978-3-347-33893-7 (Paperback)

ISBN: 978-3-347-33894-4 (Hardcover)

ISBN: 978-3-347-33895-1 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Kapitel 31

Kapitel 32

Kapitel 33

Kapitel 34

Kapitel 35

Kapitel 36

Kapitel 37

Kapitel 38

Kapitel 39

Kapitel 40

Kapitel 41

Kapitel 42

Kapitel 43

Kapitel 44

Kapitel 45

Kapitel 46

Kapitel 47

Kapitel 48

Kapitel 49

Kapitel 50

Kapitel 51

Kapitel 1

Das Weltall. Es gibt keinen Anfang und kein Ende.

Kein Mensch oder ein anderes intelligentes Lebewesen wird je ergründen können, wie es entstanden ist.

Es kann keinen Urknall gegeben haben, wie manche Wissenschaftler es sich denken. Denn auch da hätte die Materie und der Raum schon vorhanden sein müssen.

Von Nichts, kommt Nichts.

Das Einzige was sicher ist, das Weltall ist im ewigen Wandel. Jede Galaxie hat seine Zeit. Eine für Menschen unvorstellbare lange Zeit. Aber die kann durch kosmische Katastrophen eben auch mal zu Ende sein.

Dann kann es zu Kettenreaktionen kommen und durch gewaltige Explosionen zerstört werden. Aus dieser geballten, vorhandenen Materie wird wieder eine neue Galaxie mit Unmengen von Sternen geboren. Und zwar in einem Zeitraum, so lang, dass ein Mensch es sich nicht vorstellen kann.

Dabei entstehen neue Sonnensysteme. Sonnen, die Planeten um sich scharen, die dann jeweils ihre Sonne umkreisen.

Ist der Abstand eines Planeten zu seiner Sonne günstig, entsteht im Laufe von Milliarden von Jahren, Leben auf ihm.

Hilfestellung bekommt der Planet von intelligenten Lebensformen, für die das Intergalaktische Reisen möglich ist.

Sie stellen fest, ob der Planet geeignet ist, unter bestimmten Voraussetzungen, biologisches Leben ansiedeln zu können. Ist es an dem, wird der Planet mit Mikroben geimpft. Die sorgen dafür, dass die Erdkruste in fruchtbare Erde umgewandelt wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, folgt ein weiterer Schritt. Pflanzen und Insekten werden angesiedelt.

Hat sich auf dem Planeten eine gute Pflanzenwelt entwickelt und ist dadurch die Luft mit genügend Sauerstoff angereichert worden, werden Tiere angesiedelt.

Auch die Weltmeere sind da miteingeschlossen. Aber zu diesem Zeitpunkt ist die Erde noch ein verhältnismäßig junger Planet. In seinem Erdinnern brodelt es heftig. Es kommt zu starken Vulkanausbrüchen.

Riesige Pflanzenmassen werden dadurch unter hohen Druck in tiefe Erdschichten befördert. Diese sind die Grundlagen für das spätere Erdöl und die Kohle.

Wieder werden Pflanzen und Tiere angesiedelt, da durch die Vulkanausbrüche fast das meiste Leben vernichtet wurde.

Nach weiteren vielen Millionen von Jahren, ist der Planet für die Umsiedlung von Menschen oder anderen intelligenten Lebensformen bereit.

Die häufigste Lebensform ist der Mensch. Auch die Entstehung des Menschen, sowie allem Leben überhaupt, wird für immer ein Rätsel bleiben.

Ein einfaches Beispiel: Was war zuerst da? Das Ei oder das Huhn? Das Huhn legt das Ei und nur aus dem Hühnerei entsteht mit Hilfe des Samens eines Hahnes, ein Küken, welches zu einem Huhn oder Hahn heranwächst.

Wie kann so ein perfektes Leben durch Zufall entstehen? Man wird das nie ergründen können. Die Galaxie, zu der der Planet „Erde“ gehört, umfasst ca. 300 Milliarden Sterne.

Damit alles seine Ordnung hat, gibt es Galaxie- Wächter. Die passen auf, dass das Gleichgewicht unter den Planeten gehalten wird, damit es nicht zu kosmischen Katastrophen kommen kann.

Die Erde wurde von den Kosmischen Mächten vor vielen Millionen von Jahren dazu auserkoren, Heimat, für Menschen von verschiedenen Planeten zu werden.

Diese Menschen hatten durch Umsiedlung auf die Erde, nur diese eine Chance, um zu überleben, da ihre Heimatplaneten dem Untergang geweiht waren.

Darum gibt es auf der Erde so viele Menschen mit verschiedenen Hautfarben. Jede Menschengruppe kam in so eine Gegend, die der ihres Heimatplaneten am ähnlichsten war. Da fanden die Menschen genug Nahrung und Alles, was zum Überleben nötig war.

Die Kosmischen Mächte sahen immer mal wieder nach ihnen, wie sich wohl alles entwickelte. Viele Jahrtausende lief alles in ruhigen Bahnen. Aber dann fingen die Menschen an, sich zu verändern.

Und das nicht nur zum Guten. Einige häuften Reichtum an. Ließen Ärmere für sich arbeiten. Sie beanspruchten Land für sich. Wenn sie es nicht freiwillig hergaben, dann mit Gewalt.

Es gab schlimme Kriege. Viele Menschenleben sind zu beklagen gewesen. Ganze Städte sind zerstört worden.

Ein Krieg wurde grausamer als der Andere.

Jedes Volk einer Hautfarbe hatte seinen eigenen Gott. Einige sogar mehrere Götter. Durch Begebenheiten, die sie sich nicht erklären konnten, machten sie ein höheres Wesen verantwortlich, welches sie Gott nannten. Gott, der Allmächtige, musste für Alles herhalten.

So mordeten sie im Namen Gottes. Im Jahr 2019 ist das immer noch der Fall.

Aber es gibt auch das Gute. Der Großteil der Menschen ist friedliebend, fleißig und gut.

Ansonsten wäre die schöne Erde wohl schon nur noch ein unbewohnbarer Planet, da man schon in der Lage ist, die Erde zu zerstören.

Die Menschen der Erde müssen endlich anfangen zu begreifen, dass es höchste Zeit ist, um das Leben auf der Erde zu retten. Das Morden an der Natur und Untereinander muss gestoppt werden.

Ansonsten wäre das Experiment der Galaxie-Wächter, Menschen unterschiedlicher Herkunft auf einem Planeten zu vereinen, gescheitert

Kapitel 2

Ich, Otto Rothe, ein Weltwirtschaftswissenschaftler der Galaxie-Innung und viele meiner Kollegen, wurden beauftragt, uns zur Erde zu begeben.

Die Erde wurde seit der Zeit der Besiedlung immer von Beobachtern besucht.

Besonders guten Menschen wurde auch Hilfe geboten, wenn sie in einer großen Notsituation waren. Für diese Hilfen sind Galaxie-Engel zuständig, die immer unter den Menschen leben. Diesmal werden in jeder großen Stadt der Erde, Kollegen von mir unterwegs sein.

Wir haben die Aufgabe uns unter die Erdenmenschen zu mischen und mit möglichst Vielen von ihnen ins Gespräch zu kommen. Nur durch persönliche Gespräche erfährt man, wie die Menschen auf der Erde wirklich sind. Denn wenn man nur nach den Fernseh- und Rundfunksendungen geht, kann man sich kein genaues Bild machen. Da gibt es ja fast nur schlechte Nachrichten. Auch weiß man nicht genau, was nur gespielt oder was die Wirklichkeit ist. Man denke nur an die ganzen Spielfilme.

Die Galaxie-Wächter wollen es nicht nochmals darauf ankommen lassen, wieder einmal in diesem Sonnensystem einen Planeten, in diesem Falle die Erde, durch kriegerische Handlungen zu verlieren.

Man fragt sich, wie Menschen, die sich als intelligente Lebewesen bezeichnen, so einen Raubbau an Mensch und Natur, zulassen können.

Wie wir zur Erde gelangt sind, übersteigt noch des Erdenmenschen Vorstellungskraft.

Auch darf der Mensch der Erde noch nicht das Wissen über das Intergalaktische Reisen erfahren.

Er würde doch nur erobern und besitzen wollen.

Wir unterscheiden uns im Aussehen nicht von den Erdenmenschen. Auch sprechen wir die gleichen Sprachen und essen die gleichen Speisen.

Aber wir können uns auch mittels Gedanken, wenn wir es zulassen wollen, miteinander austauschen.

Heute nun, der Tag unserer Ankunft auf der Erde, schreiben die Erdenmenschen das Datum, 07. März 2019.

Natürlich haben wir uns vorbereitet. Das war nicht schwer, da wir ja in der Lage sind, die Radio- und Fernsehprogramme zu empfangen.

Wir wissen immer, wie die Menschen der Erde sich kleiden. Ausweispapiere und alles was dazu gehört, um als Bürgers des jeweiligen Landes zu gelten, sind vorhanden. Auch Zahlungsmittel stehen uns ausreichend zur Verfügung. So konnte der Start in eine andere Identität beginnen. Jedenfalls, für die meisten von uns.

Bei mir sieht die Sache etwas anders aus. Ich bin auf der Erde in Berlin, geboren.

Meine Eltern lebten und arbeiteten zu dieser Zeit in Berlin, im Auftrag der Galaxie – Wächter.

Hiermit möchte ich euch einladen, mich ein Stück meines Weges, hier auf der Erde, zu begleiten.

Kapitel 3

Es ist Nacht. Ich stehe vor einer kleinen Pension und klingele. Im Obergeschoss wird ein Fenster geöffnet.

„Wer ist denn da?“ ruft eine weibliche Stimme.

„Entschuldigen Sie, dass ich Sie mitten in der Nacht störe. Mein Zug hatte Verspätung. Hätten Sie noch ein Zimmer frei?“

„Einen Moment, ich komme runter.“ Das Fenster wird wieder geschlossen und wenig später öffnet sich die Tür. Eine Frau mittleren Alters, die sich nur kurz einen Morgenmantel übergezogen hat, lässt mich eintreten.

„Da haben Sie aber Glück. Gerade heute Abend ist ein Zimmer abgesagt worden. Wie lange wollen Sie denn bleiben?“

„Wenn es mir bei Ihnen gefällt, dann eine längere Zeit, bis sich etwas anderes ergibt.“

Die Frau lächelt. Für sie hat sich wohl die unterbrochene Nachtruhe gelohnt.

„Ich bin Frau Anders, wie ist Ihr Name?“

„Mein Name ist Otto Rothe.“

„Na, dann kommen Sie mal, Herr Rothe. Ich zeige Ihnen Ihr Zimmer. Die Anmeldung machen wir dann am Morgen.“

Frau Anders geht voran, durch einen schmalen Flur, von dem mehrere Türen abgehen. Auf jeder dieser Türen ist eine Blume aufgemalt. Vor dem Rosen-Zimmer macht sie halt.

„Dieses hier ist unser Schönstes. Das vergeben wir oft als Hochzeitssweet. Ein Paar hat abgesagt. Die Hochzeitsreise ist ins Wasser gefallen.“ Nach diesen Worten öffnet sie die Tür und macht eine einladende Bewegung mit ihrem Arm. Gleichzeitig schaltet sie das Licht an.

Vor mir liegt ein Traum von einem Zimmer, ganz in weiß und rosa gehalten.

Mit einem herrlichen Rosenstrauß auf dem Tisch und einem schönen, breiten Boxspringbett. Dann geht sie zu einer Tür, die sie öffnet. Da befindet sich das Bad. Auch das kann sich sehen lassen. Ich bin mit meiner Unterkunft sehr zufrieden.

„Frühstück gibt es ab 8.00 Uhr. Der Speiseraum befindet sich am Ende des Flures. Alles Weitere dann morgen. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.“

Damit verabschiedet sie sich und verlässt mein Zimmer.

Ja, so hatte ich es mir vorgestellt. Alles läuft nach Plan. Schnell entkleide ich mich, gehe unter die Dusche und dann ins Bett. Denn auch ich bin nur ein Mensch, wie es sie überall im Universum gibt.

Es gibt natürlich auch anders aussehende intelligente Lebensformen. Aber der Großteil sind Menschen. Jetzt brauche ich erst mal ein paar Stunden Schlaf.

Kapitel 4

Als ich erwache, scheint die Sonne in mein Gesicht. Ich habe herrlich geschlafen. Auf gehts! Eine neue Aufgabe wartet auf mich. Nach der Morgentoilette begebe ich mich in den Frühstücksraum. Eine Servicekraft fragt mich, ob ich Tee oder Kaffee wünsche. Ein reichhaltiges gut schmeckendes Frühstück wird mir serviert.

So, und nun muss ich erst mal die Formalitäten erledigen. Am Empfang steht Frau Anders.

„Guten Morgen, Herr Rothe! Haben Sie gut geschlafen?“ begrüßt sie mich.

„Ja, danke, hervorragend. So, dann möchte ich mich erst einmal anmelden.“ Ich reiche ihr meinen Personalausweis und sie gibt mir ein Anmeldeformular, welches ich gleich ausfülle.

„Das Zimmer kostet pro Tag 50,00 € mit Frühstück. Kaltes Abendbrot ist auch möglich. Aber nur auf Bestellung. Bleiben Sie länger als eine Woche, gibt es 10% Rabatt. Einen schönen Aufenthalt in unserer schönen Stadt Bremen wünsche ich Ihnen.

Und Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Herr Rothe!“

In meinem Personalausweis steht natürlich mein Geburtsdatum. Heute ist mein 30. Geburtstag. Ich bedanke mich und begebe mich auf mein Zimmer.

Nachdem ich mir meinen Mantel angezogen habe, noch ein kurzer Blick in den Spiegel. Mit einer Größe von 1,90 m muss ich schon etwas in die Knie gehen, um mein Gesicht vollständig darin erblicken zu können.

Ich habe, wie man so sagt, einen athletischen, schlanken Körperbau. Meine mittelblonden Haare sind kurz geschnitten, so wie es aktuell in Deutschland Mode ist. Blaue Augen aus einem ebenmäßigen Gesicht sehen mich an. Alles in Ordnung, denke ich. Kurz darauf verlasse ich die Pension.

So, nun werde ich erst mal sehen, wie ich mit den Menschen am besten ins Gespräch komme.

Ich schlendere durch die Straßen. Viele schöne Gebäude, die wie frisch restauriert aussehen, säumen die Straßen. Die Menschen hasten an mir vorbei. Alle scheinen es eilig zu haben. Doch heute ist für die meisten Menschen arbeitsfrei. Denn es ist Samstag. Die Läden haben aber geöffnet. Die Blumenläden machen heute ein großes Geschäft, da heute Weltfrauentag ist.

Da werden gerne Blumen verschenkt.

Ich sehe ein Café in dem Licht brennt. Durch die großen Fensterscheiben sehe ich mehrere junge Menschen an den Tischen sitzen. Hier bin ich richtig. Ab nun beginnt meine eigentliche Arbeit.

Kapitel 5

Ich öffne die Eingangstüre und ein Duft von frisch gebrühten Kaffee kommt mir entgegen. Mmmm, herrlich.

Fast alle Plätze sich besetzt. Ich frage ein paar junge Leute: „Ist hier noch frei?“ Eine einladende Armbewegung lädt mich zum Sitzen ein. Ich setze mich und werde von den umsitzenden jungen Leuten gemustert.

„Wir haben dich hier noch nie gesehen. Von wo kommst du?“

„Ich komme aus Berlin. Und ihr? Seid ihr alle hier aus Bremen?“

„Wir sind alle aus verschiedenen Orten. Wir studieren hier in Bremen an der Uni.“

„Alle in der gleichen Richtung?“

„Nein, übrigens, ich bin Karl und das sind Ludwig, Erwin und Ralf. Ich studiere Biologie.“

Nun spricht Erwin: „Meine große Leidenschaft ist die Physik.“

„Und die Meinen sind Elektrotechnik und Informatik“, sagt Ralf.

„Meine große Leidenschaft ist die Mathematik“, kommt von dem 4. im Bunde, von Ludwig.

Nun bin ich an der Reihe und ich stelle mich vor.

„Ich bin Otto und habe eine Ausbildung in Weltwirtschaftswissenschaften.“

Oh, jetzt habe ich einen Fehler gemacht. Hoffentlich merken sie es nicht. Denn es gibt auf der Erde nur den Beruf Wirtschaftswissenschaftler.

Aber alle Sorge umsonst. Sie haben es nicht bemerkt. Wahrscheinlich haben sie sich noch nicht mit diesem Beruf befasst.

Ich schätze diese vier jungen Männer so auf Mitte - Ende - zwanzig. So etwa in meinem Alter. In meiner Heimat läuft die Zeit etwas anders.

Das liegt an der Größe meines Heimatplaneten und der anderen Umlaufbahn um unsere Sonne. So hat jeder Planet seine eigene Zeitrechnung. Aber ich bin ja auf der Erde geboren. Da ist das jetzt einfach.

Die Bedienung kommt und fragt mich, was ich gern hätte.

„Eine Tasse Kaffee mit Sahne, bitte“, antworte ich ihr.

„Wir haben auch Kuchen im Angebot. Dort aus der Vitrine können Sie sich aussuchen, was Sie gerne möchten.“

Ich stehe auf und gehe zum Kuchenbüfett. Oh, was für leckere Kuchen und Torten erblicken meine Augen. Ich liebe das Essen auf der Erde. Ich bin öfter hier. Wie ich schon sagte, meine Eltern hatten zur Zeit meiner Geburt beruflich auf der Erde zu tun. Sie haben den gleichen Beruf wie ich.

Da ich die ersten Jahre auch in Berlin zur Schule gegangen bin, kenne ich mich in Deutschland recht gut aus. Deshalb freute ich mich schon darauf, wieder mal hier zum Einsatz zu kommen.

Ich zeige dann auf die Quark-Sahne-Torte.

„Davon bitte 5 Stücke. Die jungen Studenten sollen nicht zusehen müssen, wenn ich meine Torte verspeise.“ Die nette junge Frau macht die fünf Portionen fertig.

„Bitte bringen Sie den jungen Männern auch eine Tasse Kaffee dazu.“

Ich gehe wieder an meinen Tisch zurück. Wenig später kommt die Bedienung und bringt das Essen. Damit hat Keiner gerechnet und die Freude ist groß. Fröhlich wird alles verspeist.

Das bleibt natürlich nicht unbemerkt. Am Nebentisch sitzen drei junge Frauen.

„Na, das ließen wir uns auch gefallen“, ruft Eine von ihnen.

„Heute ist doch Weltfrauentag.“

Ich winke die Bedienung herbei und bestelle noch dreimal das Gleiche für die jungen Frauen.

Nun werden die Tische zusammengeschoben und eine große Runde fröhlicher junger Menschen hat sich gefunden. Der Kuchen kommt und es ist erst mal für ein paar Minuten Stille. Nur das Klappern der Kuchengabeln ist zuhören.

Als alle mit dem Essen fertig sind, sieht man glückliche und zufriedene Gesichter. Ja, so ist das auf der Erde. Die Studenten sind immer in Geldnot und freuen sich, wenn sie mal was spendiert bekommen.

Das ist auch so etwas, was es auf vielen anderen Planeten nicht gibt. Dort hat jeder Mensch Anspruch auf alles, was er zum Leben braucht.

„Ich bin Ina“, sagt nun die Wortführerin.

„Und das sind Anna und Rosalie. Rosalie und ich machen unser Studium hier in Bremen. Ich auf Lehramt.“

„Mein Berufsziel ist Ärztin“, sagt Rosalie.

Daraufhin sagt Anna: „Ich möchte Bibliothekarin werden und ich fahre jeden Tag nach Hamburg zur Uni. Ich bin aber fast fertig. Warte nur noch auf das Ergebnis.“

Was für ein süßes Mädchen, diese Anna. Ich könnte mich glatt in sie verlieben. Und dieses strahlend blauen Augen!

,Otto nimm Vernunft an. Du bist auf der Erde, um zu arbeiten und nicht, um dich zu verlieben', schimpfe ich mit mir selbst.

Nun stellen sich die jungen Männer vor. Wie es scheint, entstehen gerade neue Freundschaften und es stellt sich heraus, dass auch fast alle an der gleichen Universität studieren.

Die Bedienung räumt die Tische ab.

„Darf ich euch sonst noch einen Wunsch erfüllen“? fragt sie.

Ich biete den Studenten an, sich Getränke auszusuchen. Das Lassen sie sich nicht zweimal sagen. Sie bestellen Wasser, Apfelschorle und Cola.

Ich spreche jetzt die jungen Frauen an.

„Ihr habt heute also Feiertag?“

„Ja, denn hätten damals nicht sehr mutige Frauen um Klara Zetkin, für das Recht der Frauen gekämpft, wer weiß, ob wir heute hier sitzen könnten. Das war eine Zeitenwende für die Frauen. Der 1. Frauentag wurde am 19. März 1911 begangen. Dann pendelte sich als fester Feiertag der 8.März ein. Das war der Anfang für das Wahlrecht. Allmählich haben die Frauen sich immer mehr erkämpft, was für Männer selbstverständlich war“, sagt Anna.

„Aber leider noch nicht überall auf der Welt“, wirft Ina ein. „Im Großen und Ganzen gibt es so viel Unrecht auf der ganzen Welt. Ach, wenn man doch die Welt verändern könnte!“ ruft Rosalie darauf aus.

Das ist ein Stichwort für mich.

„Was würdest du denn als Erstes ändern wollen“? frage ich sie. „Na, zuerst müssten die Regierungen in dieser Form, wie sie jetzt in aller Welt bestehen, abgeschafft werden“.

Jetzt meldet sich Ralf zu Wort: „Wie sollen denn deiner Meinung nach den Regierungen aussehen? Da bin ich aber gespannt.“

„Na, ganz einfach. Es darf keine Parteien mehr geben. Die denken doch immer nur an ihre eigenen Taschen. Und dass sie möglichst bei der nächsten Wahl wieder drankommen. Ein paar Jahre im Bundestag und sie haben ausgesorgt, für ihr ganzes Leben. Und das ist auch noch vererbbar. Alles von den Steuergeldern. Und dann immer ihre Wahlversprechen! Wenn sie dann dran sind, ist alles vergessen und es geht im alten Trott weiter. Ändern tut sich doch nichts.“

„Und was hast du für eine Lösung parat“? fragt Erwin.

„Es dürften nur ausgebildete und parteilose Fachkräfte zu einer Regierung gebündelt sein. Ein Jeder für sein Fach. Es kann doch nicht angehen, dass ein Mensch das Bestimmungsrecht über eine Sache hat, von dem er keine Ahnung hat, nur weil er in der Partei ist, die die Wahl gewonnen hat. Und ganz ohne Ausbildung. Da kann doch nie was Vernünftiges draus werden!“

Alle in der Runde nicken. Sie sind nun doch nachdenklich geworden. Jeder möchte nun einen Vorschlag zu einer Veränderung einer Regierungsneubildung geben.

„Vielleicht ist auch der Begriff REGIERUNG überholt“, sagt Erwin.

„Zum Wohl eines jeden Landes müsste festgeschrieben werden, dass es keine Kriege mehr geben darf. Das alles Erarbeitete zum Wohle des Menschen eingesetzt wird. Essen, Kleidung, Wohnraum, Bildung, Gesundheitsfürsorge und was sonst alles für ein lebenswertes Leben gehört, kann man gut davon bezahlen, was sonst für die Rüstung, die Kriege und auch sogenannte Friedensmissionen ausgegeben wird“, sagte Ludwig.

„Ich habe mir darüber auch schon mal Gedanken gemacht“, sagt Ralf. „Mein Vorschlag sieht so aus. Meiner Meinung nach sollten wir von überdurchschnittlich intelligenten Personen regiert werden. So etwas, wie der Rat der Weisen. Die Personen müssten vorher auf Eignung getestet werden.

Außergewöhnliches logisches Denkvermögen und soziale Intelligenz wären sehr wichtig. Genauso wie eine moralisch und ethisch einwandfreie Einstellung. Ich denke, das kann man testen. Sie sollten deutlich mehr Schritte voraus denken können als der Durchschnitt. Das wäre sehr wichtig. Die Weisen sollten dann mit verschiedenen Fachleuten zusammenarbeiten und sich dann ein Urteil bilden. Zum Beispiel, wie soll ein gutes ethisches Gesundheitssystem aussehen?

Auf diese Weise könnte die Menschheit vielleicht auf den richtigen Weg gebracht werden. Dazu gehören auch Verbote. Man muss im Interesse unseres Überlebens, so Manches einfach verbieten. Natürlich muss der Frieden gewahrt bleiben. Aber wenn es angebracht ist, sollte dieser Rat der Weisen auch das Volk befragen. Das heißt, es soll weiter eine Demokratie geben.

Doch bevor ein Wähler wählen darf, sollte er einen kurzen Fragebogen zum Thema beantworten, so dass sichergestellt ist, der Wähler hat sich mit dem Thema, für das er seine Stimme abgibt, wirklich beschäftigt.

Die Personen im Rat der Weisen sollten zwischen 50 und 70 Jahren alt sein. Und höchstens 10 oder 15 Jahre im Amt bleiben.

Sie sollten richtig gut verdienen und gleich zu Beginn 1 oder 2 Millionen Euro bekommen und dann z. B. mindestens 250.000 Euro Netto-Jahresgehalt. Damit sollten sie von jeglichen finanziellen Sorgen befreit sein und sie sollten dann nahezu unbestechlich sein. Ihre Integrität wurde ja bereits überprüft. Jegliche Nebentätigkeiten wären nicht erlaubt, aber auch unnötig.

Also brauchten wir eine neue Partei, die die absolute Mehrheit erlangt, um sich dann selbst, aber auch alle anderen Parteien, abzuschaffen, nachdem sie die Voraussetzungen, z. B. die erforderlichen Gesetze, für den Rat der Weisen, geschaffen hat.“

„Mensch Ralf, da hast du dir ja wirklich Gedanken gemacht. Das klingt logisch. Aber ob das wirklich von den Menschen verwirklicht werden wird, ist fraglich. Schade eigentlich“, sagt Erwin.

Es kommt schon im Wesentlichen den Galaxie -Wächtern sehr nahe. Kaum zu glauben, dass Ralf so gute Überlegungen hat.

„Ich denke auch, um allen Menschen auf der Erde so einen Lebensstandard zu ermöglichen, wie wir ihn momentan haben, würden die Ressourcen der Erde auf Dauer nicht ausreichen. In Zukunft dürften weltweit weniger Nachkommen gezeugt werden dürfen. Ein Kind pro Paar wäre schon sehr gut“, sagt Ralf.

„Ja, in China hat man das per Gesetz schon 1979 beschlossen. Dort war die Zahl der Menschen regelrecht explodiert. Aber inzwischen ist das Gesetz wieder aufgehoben. Seit 2015 dürfen je Familie 2 Kinder geboren werden, wenn feststeht, dass einer der beiden Elternteile als Einzelkind aufgewachsen ist“, sagt Ina. „Dadurch sind schätzungsweise 300 000 Menschen in China weniger geboren worden und somit konnten sich die Paare eine bessere Bildung für ihr Kind leisten. Der Wohlstand ist im Allgemeinen gestiegen. Aber das hat auch seine Schattenseiten. Zudem müssen in China immer weniger Menschen für immer mehr Rentner aufkommen“, sagt Ina.

„Dann ist doch klar, dass der Staat den Ausgleich schaffen muss. Das wäre auch nur eine Übergangszeit. Einfach ist das Ganze nicht. Aber machbar“, sagt Ralf.

„Auch den Umweltschutz darf man nicht vergessen. So geht es nicht weiter. Unsere Welt versinkt im Plastikmüll, die Meere sind schon voll davon. Das schadet auch den Fischen. Sie sind aber eine unserer Nahrungsquellen. Plastik wird schon überall in der Nahrung nachgewiesen. Sie machen mit Absicht Microplastik in Kosmetik. Und das landet zum Schluss im Abwasser und später im Meer. Das darf doch alles nicht sein! Darum müssten sich auch weltweit die Regierungen kümmern“, sagte Karl.

„Dazu müssten die Gesetze geändert werden“.

„Auch die Ausbeutung der Bodenschätze, dem Erdöl, Erdgas und der Kohle müsste Einhalt geboten werden. Was ist, wenn die Bodenschätze eine ganz andere Funktionalität haben, als wir glauben“? fragt Karl. „So dass die Erde, um als Planet zu funktionieren, diese Stoffe braucht. In wenigen Jahren sind die Vorkommen ohnehin erschöpft. Und was dann? Es wird Zeit, umzudenken. Es sollte mehr die Sonnenenergie genutzt werden. Auch wäre die Erzeugung von Energie nur aus Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie und Wasserstoff sinnvoll. Warum forscht man nicht in dieser Richtung weiter. Bei der Entwicklung des LED - Lichts ging die Entwicklung auch ziemlich schnell voran, als man die herkömmlichen stromfressenden Glühlampen verboten hatte.“ Alle nicken zustimmend.

Ich nutze die kurze Pause, denn es ist inzwischen schon Mittag, um an den Tresen zugehen. Dort frage ich die Bedienung, ob sie außer Kuchen auch andere Speisen haben.

„Ja, Kartoffelsalat und Würstchen“, sagt die junge Frau.

„Dann hätte ich gerne achtmal Kartoffelsalat und Würstchen und noch einmal für Alle das gleiche Getränk wie vorher.“

Ich gehe wieder an meinen Platz zurück.

„Gleich gibt es noch was zu essen. Wir haben inzwischen schon Mittag. Ich habe uns was bestellt, denn ich weiß, Studenten sind immer knapp bei Kasse.“

Nach einer kleinen Pause sage ich: „Ihr wundert euch sicher, dass ich euch, die ich kaum kenne, so spontan einlade? Ich bin neu hier in Bremen und kenne noch Niemanden. Und hier, mit euch ist es so großartig. Ich fühle mich so wohl und ich kann es mir leisten, euch einzuladen.

Außerdem habe ich heute Geburtstag. Ihr seid meine Geburtstagsgäste.“ Alle schütteln mir nun die Hand und gratulieren mir. Es ist schön. Da kommen auch schon unsere Getränke und das Essen.

Draußen regnet es inzwischen. Aber hier, in diesem kleinen gemütlichen Café kann man es aushalten. Ich freue mich, dass es allen schmeckt.

„Um noch mal auf die Energiegewinnung zurückzukommen“, sagt Karl: „Die größten Mengen an fossilen Brennstoffen werden von den Kraftwerken, Kraftfahrzeugen, Flugzeugen und Kreuzfahrschiffen verbraucht.“

„Ja, das stimmt. Man hat angefangen, über Alternativen nachzudenken. Es werden inzwischen Elektroautos gebaut. Die Batterieherstellung der Autos ist auch nicht ohne. Was da für Rohstoffe verbraucht werden! Und das Gewicht der Batterien ist ganz schön hoch und muss ja immer mitgefahren werden.

Die Autos haben noch eine zu geringe Reichweite. Außerdem, wer kann sich so ein Auto leisten? Die sind viel zu teuer. Warum nur? Bei der Fertigung der Autos fallen das Getriebe und der Benzin - oder Dieselmotor weg. Es bräuchte nur an jedes Rad ein kleiner Elektromotor angebaut werden“, sagt Erwin.

„Man könnte so Diesel oder Benziner umrüsten. Ich finde, es ist Wahnsinn, dass fast neue Autos in die Schrottpresse wandern, nur weil sie einen Dieselmotor haben. Die Karosserie kann doch dementsprechend etwas abgeändert werden. Was für eine Materialverschwendung!“

„Ich habe auch von Autos gehört, die mit einer Brennstoffzelle betrieben werden. Wer von euch weiß etwas darüber“? fragt Rosalie.

„Da ich mich auch sehr dafür interessiere“, sagt Ralf, „habe ich mir das mal erklären lassen.

Also, eine Brennstoffzelle mit Wasserstoffantrieb erzeugt Energie und der Strom wird zu den Elektromotoren geleitet. Da wird dann Wasserstoff getankt. Da Wasser wahrlich genug auf der Erde vorhanden ist, wäre es die beste Lösung. Und da durch die Verbrennung wieder Wasser entsteht, geht ja auch nichts verloren.“

„Dann wäre das doch die Energiegewinnung der Zukunft!“ ruft Ina.

„Ja, aber hauptsächlich in Japan arbeitet man daran. Die haben schon ein Auto, das mit Brennstoffzellen fährt. Aber das ist noch längst nicht ausgereift. Das Auto ist viel zu teuer und es hat auch zu wenig Reichweite. Und was noch wichtig wäre, es gibt kaum Tankstellen in Deutschland, wo man Wasserstoff tanken kann. Und so eine Wasserstofftankstelle ist ganz schön teuer. Warum man in Deutschland das Projekt auf Eis gelegt hat, kann ich nicht verstehen. Hoffentlich verschläft Deutschland das nicht“, sagt Ralf.

„Ich habe gehört, dass BMW auch schon so ein Auto entwickelt hat“, sagt Ludwig. „Und dass so eine Tankstelle ca. 1,4 Millionen € kosten soll.“

„Man denke an die Entwicklung des Lasers. Hätte man da nicht weiter geforscht, dann könnte man heute nicht mit Laserstrahlen in der Medizin operieren, oder sogar in der Wirtschaft dicke Stahlplatten mit einem Laser auf Hundertstelmillimeter genau zuschneiden oder ausschneiden“, sagt Erwin.

Ich bin begeistert von diesen jungen Leuten. Alle wollen nur das Beste für die Zukunft der Erde und ihrer Bewohner. Es bleibt nur zu hoffen, sie verlieren nicht ihre Träume von einer besseren Welt, wenn der Alltag für sie anfängt und sie im Arbeitsleben stehen, eine Familie gründen und dann so weitermachen, wie unzählige Studenten vor ihnen, nämlich ihre Träume verlieren.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass es aufgehört hat, zu regnen. Die nette Bedienung kommt an unseren Tisch.

„Ich muss jetzt abkassieren. Ich habe gleich Ablösung.“

Ich reiche ihr meine Kredit-Karte und sie geht damit zum Tresen, um sie durchzuziehen.

Jetzt sind alle in Aufbruchstimmung. Wir wollen uns nicht aus den Augen verlieren und tauschen Telefonnummern aus. Die drei jungen Frauen verlassen nach einer herzlichen Verabschiedung das Café. Kurz darauf erheben sich auch die jungen Männer und folgen ihnen.

Ich bleibe noch eine Weile sitzen und lasse die letzten Stunden noch mal in Gedanken an mir vorüberziehen. Dann lasse ich mir von der neuen Bedienung ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte und einen Kaffee bringen. Mmmm, ein Genuss. Nun wird es auch für mich Zeit, zur Pension zurückzukehren. Es war ein schöner und aufschlussreicher Tag.

Kapitel 6

Guten Morgen, neuer Tag! Ich habe wieder wunderbar geschlafen und sitze jetzt beim Frühstück. Mein Telefon klingelt. Ah, Anna, das süße Mädchen mit den strahlenden blauen Augen, die zukünftige Bibliothekarin, ist dran.

„Hallo Anna, einen schönen Guten Morgen!“

„Guten Morgen, Otto! Ich hätte heute Zeit, dir die Stadt zu zeigen. Ich bin nämlich eine echte Bremerin. Hast du Lust dazu?“

„Ja, sehr gerne. Wann und wo treffen wir uns?“

„Sag mir, wo du wohnst, ich hole dich dann gegen 10 ab.“

Ich gebe ihr meine Adresse und wir beenden das Gespräch. Ich habe noch eine halbe Stunde Zeit bis zu unserem Treffen und so kann ich noch in aller Ruhe mein Frühstück beenden. Ich gehe in mein Zimmer, hole meinen Mantel und als ich an der Rezeption meinen Schlüssel abgebe, kommt Anna. Freudig gibt sie mir rechts und links ein Küsschen, so wie man das bei Freunden tut.

„Na, dann wollen wir mal. Was interessiert dich am Meisten? Ich habe meinen kleinen Flitzer draußen.“

Wir treten vor die Tür. Da steht ein knallroter Smart. Anna entriegelt ihn per Knopfdruck mit ihrem Autoschlüssel. Sie macht eine einladende Armbewegung. Gerne nehme ich ihre Einladung an. Es sitzt sich gemütlich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so geräumig in diesem kleinen Auto ist.

„Ich schlage vor, wir machen erst mal eine große Runde“, sagt Anna.

„Ganz wie du meinst. Ich kenne Bremen noch nicht. Du weißt doch am besten Bescheid und ich vertraue mich ganz deiner Führung an.“

Noch anschnallen und schon geht es los.

„Wir sind hier im Stadtteil Osterholz. Über die Osterholzer Heerstraße kommen wir am größten Friedhof, dem Osterholzer Friedhof, vorbei. Er ist allein 76 Hektar groß. Und hier gleich unter der Brücke, ist das Mercedes – Benz-Werk. Es liegt im Stadtteil Sebaldsbrück. Dort sind 12 500 Menschen beschäftigt.

Siehst du links das runde hohe Gebäude? Da stehen die neuen Smarts. Die werden hier auch gebaut. Es ist der größte Betrieb in Bremen."

Nach einer kleinen Pause: „Bis vor Kurzem war dieses Werk das größte Autowerk der Welt. Jetzt ist es in China, aber auch von Mercedes – Benz.“

Anna lenkt sicher ihren kleinen Smart durch die Straßen. Ich bin überrascht, über das viele Grün dieser Stadt. Schöne Häuser säumen die Straßen. Auch sind die Straßen breiter als in vielen anderen Städten. Das sage ich Anna.

„Ja, das kommt sicherlich dadurch, dass Bremen im letzten Krieg zu 59 % zerstört wurde.

Es wurden 173 Luftangriffe über Bremen gezählt, wobei ca. 4000 Menschen ums Leben kamen. Ja, das war eine schlimme und grausame Zeit. Sehr viele Menschen hatten nichts mehr. Sie wurden obdachlos und hatten alles verloren, was sie je besessen hatten. Im Krankenhaus St. Joseph Stift gibt es eine Bildergalerie, auf deren Bildern man die verheerenden Schäden sehen kann.

Nachdem dann viele fleißige Menschen, darunter mehr Frauen als Männer, denn von den Männern sind Viele im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft geraden, die Stadt von den Trümmern befreit hatten, konnte man die Straßen großzügiger planen und bauen. Aber es gibt auch noch immer wieder alte Häuser dazwischen, die verschont geblieben sind. Ein alter Stadtteil, der Schnoor, ist sehr schön. Diesen Stadtteil werde ich dir später auch zeigen.“

Nach ca. 15 Minuten haben wir das Zentrum erreicht. Anna fährt in ein Parkhaus.

„So, von hier aus können wir jetzt bequem alles zu Fuß erreichen.“

Nicht lange und wir haben einen großen Platz erreicht. Rundherum umsäumt von großen, vorwiegend alten Gebäuden.

„Das hier ist unser Marktplatz. Den gibt es schon seit 1404. Und dort, diese Steinfigur, das ist Roland. Er ist das bremische Symbol als Wächter für Recht und Freiheit.“

Wir gehen näher heran. Bis auf die Straßenbahnen, gibt es hier keinen Verkehr.

„Der Roland steht hier schon seit Bestehen des Marktplatzes. Roland ist 10 m hoch und er zählt gemeinsam mit dem Bremer Rathaus seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Rathaus ist hier.“ Anna zeigt auf einen imposanten Bau.

Danach gehen wir zu einer Figurengruppe aus Bronze. Sie bestehen aus einem Esel, einem Hund, einer Katze und einem Hahn. Sie stehen alle übereinander.

„Und das hier sind die Bremer Stadtmusikanten. Du musst mit beiden Händen die Füße des Esels anfassen. Das bringt Glück. Wenn du nur einen Fuß anfasst, gibt ein Esel dem anderen die Hand.“ Anna lacht.

Inzwischen ist es Mittagszeit. Ich frage Anna, ob sie auch Hunger hat.

„Ja, und wie. So ein Stadtbummel macht mich immer hungrig. Komm, hier gleich um die Ecke, da gibt es hervorragendes Essen. Hier, unter dem Rathaus befindet sich der Bremer Ratskeller. Er hat ein 600 Jahre altes Gewölbe und gehört auch mit zum Weltkulturerbe. Die Gastronomie ist da sehr gut mit einem einzigartigen Ambiente. Dort lagern Weine von unschätzbarem Wert.“

Gerne willige ich ein. Wir gehen also in den Ratskeller und darin erblicken wir eine atemberaubende malerische Kulisse, der man auf den ersten Blick das Ungewöhnliche ansieht. Nachdem wir in dem Restaurant uns unsere Mäntel ausgezogen und einen schönen Platz gefunden haben, kommt sogleich ein Kellner, um uns nach unseren Wünschen zu fragen.

Wir bestellen beide ein Mineralwasser. Er gibt uns noch Jedem eine Speisekarte und entfernt sich wieder.

Nun sind wir erst mal mit dem Studieren der Karte beschäftigt. Ich kann mich schwer entscheiden. Das sieht alles so lecker aus.

„Was würdest du mir empfehlen“? frage ich Anna.

„Die Rouladen sind hier immer gut. Die werde ich nehmen.“ Sie lächelt mich an.

„Wenn du meinst, dass sie gut sind, dann schließe ich mich an“.

Ich winke den Kellner herbei und gebe die Bestellung auf.

„Was ich dich schon die ganze Zeit fragen wollte: Wie kommt es, dass du heute so viel Zeit hast?“

„Ich studiere in Hamburg. Leider wird diese Studium Richtung in Bremen nicht angeboten. Ich habe jetzt meine Abschlussarbeit abgegeben und frei. Wenn ich alles richtig gemacht habe, bin ich in Kürze Bibliothekarin. Neuerdings heißt die Studien-Richtung Bibliotheks- und Informationsmanagement. Und ich habe einen Bachelorabschluss.“

„Wohnst du denn trotzdem hier in Bremen, obwohl du in Hamburg studierst“? frage ich.

„Ja, Hamburg ist ja nicht so weit. Außerdem leidet Hamburg unter einer großen Wohnungsnot. Und das nicht nur für Studenten. Das geht durch alle Schichten der Bevölkerung, ausgenommen, die ganz Reichen. Oft stehen 200 Leute bei einer Wohnungsbesichtigung vor der Tür. Falls man doch das ganz große Glück hat, eine Wohnung zu ergattern, kann man sie kaum bezahlen, so hoch sind die Mieten. Aber das kennst du doch sicher auch von Berlin. Ich wohne hier bei meinen Eltern. Da habe ich alles, was ich brauche. Wir verstehen uns auch super. Und meine Eltern haben mir auch mein Studium finanziert, so dass ich nicht wie die meisten anderen Studenten nebenher noch arbeiten gehen muss. Zu meinem Abitur habe ich von meinen Eltern meinen kleinen Flitzer geschenkt bekommen. Damit bin ich dann jeden Tag nach Hamburg gefahren. Oder auch mal mit der Bahn, wenn das Wetter mal nicht so großartig war.“

Der Kellner kommt mit unserem Essen. Durch das Erzählen ist die Zeit schnell vergangen.

„Mm, sieht das gut aus“, sage ich.

„Und so schmeckt es auch“, sagt Anna.

Schweigend vertilgen wir unser Essen. Der Anblick dessen hat nicht zu viel versprochen.

Der Kellner kommt, um das Geschirr abzuräumen. Er fragt uns, ob wir noch einen Wunsch haben. Aber wir verneinen beide und ich bitte um die Rechnung.

Nach dem Bezahlen machen wir uns wieder auf dem Weg. Anna wollte mir noch den Schnoor zeigen. Ich bin schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Draußen ist strahlender Sonnenschein.

Kurz darauf haben wir die Altstadt von Bremen erreicht. Kleine alte Backsteinhäuser, dicht aneinandergereiht mit vielen kleinen Geschäften, alten Skulpturen, ein altertümlicher Brunnen, in einem Turm ein Glockenspiel, welches zurzeit leider nicht spielt. Restaurants, Cafés, Kunsthandwerk, ein Theater mit Café und vieles mehr. Eine komplette kleine Stadt aus dem Mittelalter mit engen Gassen. Wenn man sich vorstellt, dass da mal Pferdekutschen durchgefahren sind, unglaublich. Das muss sehr gefährlich für Fußgänger gewesen sein.

Und mehrmals stehen Skulpturen der Bremer Stadtmusikanten in verschiedenen Varianten. Es ist schon ein Erlebnis dieses Alles hier. Das sage ich auch zu Anna. Sie lacht.

„Ja, das Schönste hatte ich uns zum Schluss aufgehoben.

Inzwischen ist es schon 16 Uhr. Ich muss noch etwas einkaufen. Das habe ich meiner Mutter versprochen.“

Wir machen uns auf den Rückweg zum Parkhaus. Unterwegs frage ich Anna: „Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?“

„Ich habe schon immer, von klein auf, gerne gelesen. Alles was mir sozusagen zwischen die Finger gekommenen ist, musste ich lesen. Es ist mein Hobby. Und was gibt es Schöneres, als das Hobby zum Beruf zu machen. Außerdem kann man zeitweise beim Lesen so schön von einer besseren Welt träumen.“

Sie lacht. Überhaupt ist sie ein fröhlicher Mensch. Ich bin froh, Anna kennengelernt zu haben. Es gibt sicher nicht viele Menschen, die einfach so selbstlos einen anderen Menschen, den sie gerade erst einen Tag kennen, zu einer Stadtbesichtigung einladen.

Wir haben das Parkhaus erreicht. Anna bezahlt am Parkscheinautomaten mit ihrer Geldkarte. Kurz darauf sind wir wieder auf dem Weg Richtung Osterholz zu meiner Pension. Dieses mal fahren wir eine andere Strecke, um so viel wie möglich von Bremen kennenzulernen.

Wie mir Anna erklärt, kommen wir am St. Joseph Stift, das ist das Krankenhaus, in dem die Bildergalerie von 2. Weltkrieg ist, vorbei. Dann fahren wir über eine Hochbrücke und kommen über Vahr und Blockdiek nach Osterholz.

„Ich muss anschließend, nachdem ich dich abgesetzt habe, zum Weserpark. Das ist hier das größte Einkaufszentrum im Bremer Osten.“

Schon haben wir die Pension erreicht. Wir steigen beide aus.

„Vielen Dank, Anna! Das war ein wunderschöner Tag mit dir. Ich kann dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dich getroffen zu haben.“

„Ach, nichts zu danken. Ich habe das gerne gemacht. Wenn du willst, können wir uns ja noch mal treffen, solange du noch hier bist, auch mit Ina und Rosalie.“

„Ja, sehr gerne. Ich würde mich freuen. Ruf mich an, du hast ja meine Nummer.“

Mit Küsschen rechts und Küsschen links verabschieden wir uns. Sie steigt in ihren Smart, winkt noch mal und weg ist sie. Ich schaue ihr noch kurz hinterher und gehe in die Pension. Ich nehme meinen Schlüssel in Empfang und begebe mich auf mein Zimmer.

Ach, war das ein Tag. So viele neue Eindrücke. Wirklich sehr interessant. Mal sehen, wie der nächste Tag sich gestaltet. Jetzt werde ich mich erst mal mit Thomas und Andreas in Verbindung setzen. Mal sehen, wie ihr Tag heute so verlaufen ist. Es sind meine Freunde, die zurzeit in den Städten Hamburg und Schwerin ihre Aufgaben, so wie ich, verrichten.

Kapitel 7

Ein neuer Tag. Heute werde ich mich mal zu dem Einkaufszentrum, von dem Anna sprach, dem Weserpark, begeben.

Das Wetter ist heute nicht so schön. Bedeckter Himmel und gerade mal 5° C zeigt das Thermometer an. Da ist es besser, man ist im Warmen und Trockenen. Denn wie es aussieht, könnte es noch Regen geben.

So, erst mal ein schönes Frühstück. Danach frage ich an der Rezeption, wie ich zum Weserpark komme. Ich bekomme die genaue Wegbeschreibung.

„Also, die beste Verbindung ist mit der Straßenbahn. Die hält genau davor.“

Ich gebe meinen Schlüssel an der Rezeption ab.

„Nehmen Sie lieber einen Schirm mit. Das sieht nach Regen aus“, sagt Frau Anders.

„Können Sie mir einen Schirm leihen“? frage ich.

„Ja, hier diesen kleinen Taschenschirm.“ Sie greift unter den Tresen.

„Den können Sie, wenn es nicht regnen sollte, einfach in Ihre Manteltasche stecken.“