Das Geheimnis guter Drehbücher - Linda Seger - E-Book

Das Geheimnis guter Drehbücher E-Book

Linda Seger

3,7

Beschreibung

Das Geheimnis des guten Drehbuchs liegt nicht allein in der guten Idee, sondern im Analysieren von Problemen und dem professionellen Bearbeiten, im Neu- und Umschreiben. Das Buch vermittelt Methoden und Techniken des Drehbuchschreibens, bietet Lösungen bei häufig auftretenden Problemen an, wie das ungewollte Entfernen von der eigentlichen Story, es lehrt, subtilste Situationen in kurzen Sequenzen einzufangen und auf die Realisierbarkeit zu achten.

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Linda Seger

DAS GEHEIMNIS GUTER DREHBÜCHER

Deutsch von Ursula Keil und Raimund Maessen

Alexander Verlag Berlin

 

Von Linda Seger liegt im Alexander Verlag Berlin ebenfalls vor:

VON DER FIGUR ZUM CHARAKTER

Überzeugende Filmcharaktere erschaffen

(Creating Unforgettable Characters)

Der Übersetzung liegt die zweite, bearbeitete Ausgabe von MAKING A GOOD SCRIPT GREAT, erschienen bei Samuel French, Hollywood, 1994, zugrunde.

Ursula Keil übersetzte die Seiten 7–104; Raimund Maessen die Seiten 104–264.

© 1987, 1994 by Linda Seger

© für die deutsche Ausgabe by Alexander Verlag Berlin 1997

© für die E-book-Ausgabe 2011

Alexander Verlag Berlin/Köln

Alexander Wewerka, Fredericiastraße 8, 14050 Berlin

[email protected]

www.alexander-verlag.com

Alle Rechte vorbehalten

Made in Germany (December) 2011

ISBN 978-3-89581-239-2

 

Meinem MentorDr. Wayne Rood

 

Inhalt

Danksagung

Vorwort der Autorin

Einführung

Teil Eins: Struktur

1. Ideen sammeln

2. Einteilung in drei Akte: Warum man sie braucht, und wie man sie einsetzt

3. Die Funktion von Nebenhandlungen

4. Zweiter Akt – Wie man den Spannungsbogen erhält

5. Wie man eine Szene baut

6. Dem Drehbuch Homogenität verleihen

Teil Zwei: Ideen-Entwicklung

7. Kommerzielle Aspekte hineinbringen

8. Den Mythos erschaffen

Teil Drei: Figuren-Entwicklung

9. Von der Motivation zum Ziel: den Charakter-Bogen finden

10. Den Konflikt finden

11. Mehrdimensionale Figuren schaffen

12. Figuren-Funktionen

Teil Vier: Eine Fallstudie

13. Auf dem Weg zum Oscar: die Überarbeitung vonDER EINZIGE ZEUGE

Epilog

Anhang

Amerikanische Begriffe und ihre Übersetzungen

Verzeichnis der Namen und Titel

DANKSAGUNG

Herzlichen Dank an …

Dr. Leonhard Felder für den Titel, für das Redigieren der zweiten Ausgabe dieses Buches und an Cynthia Vartan für das Redigieren der ersten Ausgabe,

Dara Marks für die ehrliche Kritik, die Ermutigung und die unermüdliche Unterstützung,

meine Lektoren für diese zweite Ausgabe: Sharon Cobb, Carolyn Miller und Treva Silverman und die Lektoren der ersten Ausgabe: Mary Beth Gaik, Mark Gerzon und Lindsay Smith. Ich danke Euch allen für Euren Scharfblick, Input und Eure Hilfe,

Cathleen Loeser und Chris Vogler für die Hilfe beim 6. Kapitel,

Bill Kelley und David Bombyk für die Auskünfte und zwei unvergeßliche Essen, während derer wir über DER EINZIGE ZEUGE diskutiert haben. Und Dank an Pamela Wallace und Earl Wallace, die mir für diese zweite Ausgabe zusätzliche Informationen gegeben haben,

Columbia Pictures und Larry Gelbart, Don McGuire und Murry Schisgal für die Erlaubnis, aus TOOTSIE zu zitieren,

Horizon Films für die Erlaubnis, aus AFRICAN QUEEN zu zitieren,

Universal/MCA und Peter Benchley für die Erlaubnis, aus DER WEISSE HAI, und an Universal und Amblin Entertainment zusammen mit Bob Gale und Robert Zemeckis für die Erlaubnis, aus ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT zu zitieren,

Paramount Pictures für die Erlaubnis, aus DER EINZIGE ZEUGE zu zitieren, Georg Lucas und Lucasfilm Ltd. für die Erlaubnis, aus JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES zu zitieren,

– natürlich – meinen Ehemann, Peter Le Var, für die unermüdliche Zuneigung, die liebevolle Zuwendung und die wunderbaren Rückenmassagen, die mich weiterschreiben ließen.

VORWORT DER AUTORIN

Als ich die erste Ausgabe von MAKING A GOOD SCRIPT GREAT schrieb, war schon eine Reihe von Büchern über das Drehbuchschreiben auf dem Markt, jedoch keins, das sich mit dem wichtigen Prozeß der Überarbeitung befaßte. Ich beschloß, das Überarbeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Die ersten Leserreaktionen zeigten mir, daß mein Buch sowohl für Anfänger, die wissen wollten, wie man ein Drehbuch schreibt, als auch für Oscar-Preisträger, die bei der Überarbeitung auf Probleme stießen, nützlich war. Es gab den Lesern jedoch nicht alle Informationen, die sie benötigten, um ein Drehbuch vom ersten Entwurf bis zur Endfassung zu erstellen. Was in der ersten Ausgabe fehlte, war der erste Schritt, um in den Schreibprozeß einzusteigen – das Sammeln von Ideen; und ein weiterer wichtiger Schritt beim Schreiben – das Entwerfen der Szene. Ich beschloß, daß es an der Zeit war für eine neue Ausgabe. Da das Buch offensichtlich vielen Autoren eine Hilfe war, wollte ich es vervollständigen, doch nicht verändern, wo es nicht notwendig war.

Die zweite Ausgabe unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der ersten, lediglich zwei Kapitel und einige neuere Filmbeispiele wurden hinzugefügt; die einzelnen Kapitel wurden um zusätzliche Informationen erweitert. In dieser Ausgabe werden Sie eine ausführlichere Behandlung des Themas, der Titelsequenzen, des zentralen Punkts und der Szenenabfolgen finden. Die Hauptbeispiele aus drei Filmen habe ich beibehalten, da diese Filme ganz eindeutig die Zeiten überdauert haben: THE AFRICAN QUEEN (AFRICAN QUEEN), WITNESS (DER EINZIGE ZEUGE) und TOOTSIE. Für die erste Ausgabe hatte ich keine Genehmigung, DER EINZIGE ZEUGE als Beispiel anzuführen. Für diese Ausgabe erhielt ich von Paramount Studios freundlicherweise die Erlaubnis, aus dem Drehbuch zu zitieren, wodurch es möglich wird, viele Überlegungen aus der ersten Ausgabe zu vertiefen.

Ich danke all meinen Lesern, denen die erste Ausgabe gefallen hat, und hoffe, daß Ihnen auch die zweite Ausgabe von MAKING A GOOD SCRIPT GREAT gefällt.

EINFÜHRUNG

Ein hervorragendes Drehbuch zu schreiben bedeutet mehr, als mal eben eine gute Idee zu haben. Es bedeutet auch mehr, als Ihre gute Idee auf Papier festzuhalten. Beim Drehbuchschreiben, mehr als bei jeder anderen Form des Schreibens, hängt es nicht nur vom Schreiben, sondern auch von der Überarbeitung ab, daß aus einem guten Drehbuch ein großartiges Drehbuch wird.

Grundsätzlich gelten für das Überarbeiten die gleichen Regeln wie für das Schreiben eines Drehbuchs. Wenn Sie Ihr erstes Drehbuch schreiben, hilft Ihnen dieses Buch, Ihre Fähigkeiten zu entwickeln, um eine mitreißende und spannende Geschichte zu erzählen. Wenn Sie ein erfahrener Drehbuchautor sind, finden Sie in diesem Buch das, was Sie instinktiv beherrschen. Und wenn Sie sich gerade bei einer Überarbeitung festgefahren haben, hilft Ihnen dieses Buch, die Schwierigkeiten zu erkennen und zu lösen und Ihr Drehbuch in die »richtige Bahn« zu lenken.

Dieses Buch begleitet Sie durch den Schreibprozeß, von dem ersten Aufblitzen einer Idee bis zur Überarbeitung. Wenn Sie mit dem Drehbuchschreiben anfangen, müssen Sie wissen, wie Sie Ihre Ideen ordnen können, wie Sie eine aufregende Geschichte erzählen, wie Sie Ihre Figuren vielschichtig machen, so daß wir gerne zwei Stunden in ihrer Gesellschaft verbringen. Aber Sie müssen auch wissen, wie man die erste Fassung überarbeitet – denn wenn Sie schreiben, werden Sie auch überarbeiten. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn Sie nicht zu den Autoren gehören, die »nur für sich« schreiben und ihre Drehbücher in einer Schachtel in der Rumpelkammer aufbewahren, werden Sie überarbeiten – immer und immer wieder. Zuerst werden Sie überarbeiten, damit Ihre erste Fassung »richtig gut« wird. Dann machen Ihre Freunde einige Vorschläge, und Sie werden überarbeiten, »nur um es ein bißchen zu verbessern«. Ihr Agent wird einige Anregungen beisteuern, wie sich Ihr Drehbuch besser verkaufen läßt, und Sie werden diese einarbeiten. Produzent und Dramaturg werden von Ihnen eine weitere Überarbeitung verlangen, um ihren »Stempel« aufzudrücken. Und die Schauspieler haben ihre Vorstellungen davon, was für sie »funktioniert«, und möchten, daß Sie ihnen »nur ein kleines bißchen mehr« geben.

Nun ist das alles schön und gut, vorausgesetzt, Sie wissen, was Sie überarbeiten müssen, und vorausgesetzt, daß sich Ihr Drehbuch mit jeder Überarbeitung verbessert. Leider ist das fast nie der Fall. Viele denken wie der Mann, der beschloß, Drehbuchautor zu werden, weil er so viele schlechte Geschichten im Fernsehen und im Kino gesehen hatte. »Besser als das kann ich es allemal!« sagte er. Nachdem er sein Drehbuch einem Produzenten angeboten und dieser es abgelehnt hatte, protestierte er: »Aber es ist viel besser als alles, was ich bisher gesehen habe!« »Natürlich«, sagte der Produzent. »Jeder kann besser schreiben als das, was man so sieht. Der Trick besteht darin, so brillant zu schreiben, daß das Endprodukt noch anzusehen ist, nachdem alle es mit Überarbeitungen ruiniert haben.«

Und das stimmt. Viele Drehbücher werden während des Überarbeitungsprozesses schlechter und schlechter. Je weiter sie sich von ihrer ursprünglichen Idee entfernen, desto konfuser werden sie. Sie verlieren ihren Zauber. Bis zur fünften Fassung gehen Handlungsschritte verloren, und bestimmte Elemente machen keinen Sinn mehr. In der zwölften Überarbeitung haben wir eine völlig andere Geschichte, und niemand mehr will den Film machen.

Die Lösung scheint zu sein: »Nicht überarbeiten!« Das ist, leider, keine Alternative. Denn trotz allen Zaubers und Einfallsreichtums, die der Autor in seine erste Fassung packt, funktionieren die meisten Drehbücher nicht. Viele sind zu ausführlich. Sie sind einfach zu lang, als daß ein guter kommerzieller Film daraus entstehen könnte. Viele Autoren übersehen etwas im Moment der Inspiration: eine gemachte Andeutung einzulösen, die Entwicklung einer Figur abzuschließen, eine Nebenhandlung zu Ende zu bringen. Manche haben den Keim einer Idee, der überall im Drehbuch enthalten ist und erst zum Vorschein kommt, wenn der Autor tiefer und tiefer in die Geschichte eindringt. Ohne Überarbeitung würden alle diese Elemente unstimmig bleiben.

Was also ist die Antwort? Gibt es sie überhaupt? Die Antwort hört sich nicht allzu schwierig an: Überarbeiten Sie nur das, was nicht funktioniert, und lassen Sie den Rest, wie er ist. Und darin liegt das Problem, denn oft bedeutet es, der Versuchung, immer noch mehr zu machen, zu widerstehen. Es bedeutet, sich nicht mitreißen zu lassen von einer neuen und ungewöhnlichen Idee, die zwar aufregend ist, doch das Problem nicht aus der Welt schafft. Es bedeutet, nicht das ganze Drehbuch umzuschreiben, sondern nur das, was nicht funktioniert. Es bedeutet, sich eines neuen kreativen Ausdrucks zu widersetzen, denn an der ursprünglichen kreativen Handschrift des Autors ist durchaus nichts zu bemängeln. Und es bedeutet, daß Änderungsvorschläge dazu da sind, das Drehbuch auf den »richtigen Weg« zu führen, und nicht, davon abzubringen.

Und wie wird das gemacht? Sich damit auseinanderzusetzen ist das Anliegen dieses Buches. Sein Anliegen ist, zu untersuchen, was mit »richtiger Weg« gemeint ist, und einen Blick auf Konzepte zu werfen, die aus einem guten Drehbuch ein besseres machen. Sein Anliegen ist, Ihnen beizubringen, schnell und effizient zu schreiben und zu überarbeiten, ohne den Zauber zu verlieren für die wichtige, endgültige Fassung: die Drehfassung.

Während meiner Karriere als Script Consultant befaßte ich mich hauptsächlich damit, wie ein Drehbuch auf den richtigen Weg gebracht werden kann, die Probleme gelöst werden und dennoch die Originalität des Drehbuchs gewahrt bleibt. Ich habe an Hunderten von Drehbüchern für Kino und Fernsehen gearbeitet, an Miniserien, TV-Movies, Serien, Sitcoms, Horrorfilmen, Actionfilmen, Komödien, Dramen und Fantasyfilmen. Die Herausforderung ist immer die gleiche – wie stellt man es an, daß die nächste Fassung gelingt? Ganz gleich, ob ich mit Autoren, Produzenten, Regisseuren oder Producern arbeite. Für uns alle besteht die Aufgabe darin, Probleme zu analysieren, Vorstellungen zu definieren und Lösungen zu finden, um zu einer funktionierenden Fassung zu kommen. Ich habe mit vielen der Kreativsten und Erfolgreichsten aus unserer Branche gearbeitet und festgestellt, daß jeder Autor Probleme mit dem Schreiben und Überarbeiten hat, ganz gleich, wie erfahren er ist.

Normalerweise gehen Schwierigkeiten auf Probleme zurück, die vor Beginn der Überarbeitung nicht klar benannt oder analysiert wurden. Mit dem Ergebnis, daß der Produzent sagt: »Es liegt am zweiten Akt«, also wird der zweite Akt überarbeitet. Dann sagt der Regisseur: »Jetzt ist mir klar, daß wir ein Problem mit der Hauptfigur haben«, also konzentriert sich die nächste Überarbeitung auf die Hauptfigur. Dann wird noch einmal überarbeitet, um die Probleme in der Nebenhandlung zu lösen. Doch die Überarbeitung der Nebenhandlung wirft nun die Hauptgeschichte aus der Bahn, und dies soll eine weitere Überarbeitung in Ordnung bringen.

Da ein Drehbuch als Ganzes funktioniert, wirkt sich natürlich die Änderung an einem Teil des Drehbuchs auf die Änderungen an anderen Stellen aus. Als Script Consultant ist es meine Aufgabe, vor Beginn der Überarbeitung solche Probleme zu erkennen und genau zu untersuchen und mit den Autoren daran zu arbeiten, um sicherzustellen, daß alle Probleme gelöst werden. Ich habe festgestellt, daß der Prozeß des Überarbeitens nicht einfach ein amorpher, magischer Akt ist: »Vielleicht funktioniert es, vielleicht auch nicht.« Es gibt spezifische Elemente, die aus einem guten Drehbuch ein sehr gutes machen, Elemente, die bewußt analysiert und verbessert werden können.

Da jedes Drehbuch einmalig ist, tauchen in jedem Drehbuch natürlich unterschiedliche Probleme auf. Es ist unmöglich, ein Lehrbuch zu schreiben, dem man Punkt für Punkt nur zu folgen braucht, um das perfekte Drehbuch zu bekommen. Der schöpferische Prozeß folgt keinen Anleitungen, und es ist nicht das Anliegen dieses Buches, Ihnen einfache Regeln und Muster vorzugeben, die Sie routinemäßig anwenden können.

Nach meiner Erfahrung mit Drehbüchern tauchen allerdings immer und immer wieder die gleichen Probleme auf. Probleme in der Exposition, mit dem Momentum oder mit einer ungenügend entwickelten Idee. Probleme, die den Unterschied machen können zwischen einem Verkauf oder einem weiteren Ablehnungsschreiben, zwischen kommerziellem Erfolg oder einem Flop.

Um zu verstehen, wie solche Probleme in großartigen Drehbüchern gelöst wurden, werde ich einige sehr gut funktionierende und überzeugende Filme besprechen. Ich habe viele Beispiele aus der ersten Ausgabe übernommen, wobei ich mich auf DER EINZIGE ZEUGE, AFRICAN QUEEN und TOOTSIE konzentriere. Alle drei Filme haben die Zeit überdauert und sind nicht nur ausgezeichnete Lehrbeispiele, sondern auch gute Unterhaltung, die man immer und immer wieder ansehen kann. Wenn Sie diese Filme einmal genau studieren, können Sie eine Menge über die Kunst und das Handwerk des Drehbuchschreibens lernen. Außerdem führe ich Beispiele an aus JAWS (DER WEISSE HAI), STAR WARS (KRIEG DER STERNE) und BACK TO THE FUTURE (ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT) – noch immer einer der besten Filme, um das Prinzip der Vorgaben und deren Einlösung (foreshadowingund pay-off) zu verstehen. Ich habe ein Beispiel aus RAIDERS OF THE LOST ARK (JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES) dazugenommen und meine Besprechung auf einige neuere Filme ausgedehnt: UNFORGIVEN (ERBARMUNGSLOS), SCHINDLER’S LIST (SCHINDLERS LISTE) und THE FUGITIVE (AUF DER FLUCHT). Auf eine Reihe anderer Filme gehe ich weniger ausführlich ein, dazu gehört GONE WITH THE WIND (VOM WINDE VERWEHT), FATAL ATTRACTION (EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE), GHOSTBUSTERS (DIE GEISTERJÄGER) und RUTHLESS PEOPLE (DIE UNGLAUBLICHE ENTFÜHRUNG DER VERRÜCKTEN MRS. STONE). Jeder von ihnen war ein großer Kassenerfolg und erreichte einen gewissen Achtungserfolg bei Kritikern. Und diese Filme stehen ganz oben auf meiner Liste der guten Lehrbeispiele. Sie sind gut strukturiert, haben starke, vielschichtige Figuren und eine perfekt ausgearbeitete Idee. Doch es sind keine nach einem schematischen Muster entworfenen Filme. Sie sind phantasievoll, künstlerisch und handwerklich gut gemacht. Wenn Sie die Filme noch nicht gesehen haben, können Sie sich eine Videokassette davon ausleihen. Sie sollten sie kennen, da jedes Kapitel sich mehr oder weniger mit bestimmten Elementen in diesen Filmen befaßt. Und natürlich werden Sie auf Ihrer Entdeckungsreise, wie und warum sie funktionieren, auch noch angenehm unterhalten.

Ich bin überzeugt, beides – das Schreiben und die Überarbeitung – ist notwendig, um einen Film zu machen, der unterhaltsam ist, etwas zu sagen hat und den hohe Qualität auszeichnet. Mit einiger Kreativität und einer guten Idee mag Ihnen ein gutes Drehbuch gelingen. Dieses Buch zeigt, wie Sie aus einem guten ein großartiges Drehbuch machen!

Teil EinsSTRUKTUR

1. IDEEN SAMMELN

Sie sind Drehbuchautor. Sie haben eine großartige Idee zu einem Spielfilm. Sie meinen, so gut wie E.T. So originell wie GHOSTBUSTERS, so anrührend wie DRIVING MISS DAISY (MISS DAISY’S CHAUFFEUR), voller Action wie DIE HARD (STIRB LANGSAM) und bis an die Grenzen des Genres gehend wie ERBARMUNGSLOS. Sie wissen, was zählt, ist nicht allein die Idee, sondern die Umsetzung. Sie wollen alles richtig machen. Wo fangen Sie an?

Oder Sie sind Produzent, Producer oder Redakteur bei einer Fernsehanstalt. Sie haben einen Artikel gelesen, der sie auf einige Ideen für eine Geschichte gebracht hat. Sie möchten Ihre Gedanken aufschreiben, bevor sie einen Drehbuchautor beauftragen. Sie möchten sich klar ausdrücken und eine funktionierende Storyline entwickeln. Wie machen Sie das?

Sie sind Regisseur. Sie haben noch nie ein Drehbuch geschrieben, aber seit ein oder zwei Jahren eine Geschichte im Kopf, die Sie nicht losläßt. Sie möchten diese Geschichte aufschreiben, entweder in einer Treatment- oder ersten Drehbuchfassung – dann finden Sie vielleicht einen Drehbuchautor, der mit Ihnen daran arbeitet. Wie fangen Sie an?

Selten erscheinen Ideen voll ausgereift. Die meisten Drehbücher entzünden sich an dem Funken einer Idee. Bruchstückhafte Bilder. Vielleicht fängt es an mit einer Situation, die Sie ergründen möchten. Vielleicht beginnt es mit einer Person, die Sie gekannt oder die Sie sich ausgedacht haben. Es können Teile einer Geschichte sein, die an Ihnen zerren in ihrem Verlangen, erzählt zu werden. So knapp wie ein Einzeiler – »etwas über Zirkus«. Oder so weitschweifig wie ein Epos – »Mein Großvater hat mir Geschichten erzählt über die Zeit der Russischen Revolution und wie er mitgekämpft hat.« Doch irgendwo zwischen dem ersten Einfall und den 120 Seiten eines Drehbuchs muß die Idee Gestalt annehmen. Die Geschichte muß geformt werden, angereichert mit Figuren, aufgebaut aus Bildern und Gefühlen, durchzogen von Ideen. Und wie diese Gestaltung bewältigt wird, entscheidet darüber, ob das Drehbuch ein bloßes Durcheinander, bloß durchschnittlich oder ein brillantes Kunstwerk ist.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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