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Ein Blick in die Augen, eine flüchtige Bekanntschaft, ein Gang durch die Nacht oder eine Landschaft, die Erinnerung an Freunde, die Auseinandersetzung mit dem Vater, kurz: das Leben in all seinen Facetten sind Themen für die Gedichte von Peter Budéus. Seit seinem 16. Lebendsjahr schreibt er Gedichte, in denen eigene Erlebnisse, Erfahrungen, Gedankengänge und persönliche Konsequenzen verarbeitet werden. Mit der Veröffentlichung einer Auswahl seiner Gedichte (es sind mittlerweile weit über hundert geworden) will er den Leser ganz persönlich ansprechen und sowohl zum Nachdenken anregen als auch dazu, sich der Phantasie zu öffnen.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2018
Peter Budéus wurde 1952 in Heidelberg geboren. Er studierte Geologie in Heidelberg und Bonn, wo er 1987 promovierte.
Nach Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Projekten und Unternehmen veranlaßten ihn Probleme am Arbeitsmarkt, sich für den EDV-Bereich umschulen zu lassen, in dem er fortan bei wechselnden Arbeitgebern tätig war. Seine beruflichen Tätigkeiten führten ihn u. a. nach Krefeld, Bad Urach, Radolfzell und Stuttgart.
Seit Dezember 2017 ist er Rentner und lebt in Landau (Pfalz).
Für Angelika
So lebt der Mensch
Nach-Denken
Liebe kann sein
Augen-Blicke
Gefangen im Leben
Die Seele ist frei
Wolken ziehen schnell,
Die Sonne ist mein Traum.
Im Zimmer ist es hell,
Doch Sterne sieht man kaum.
Ich dachte gestern noch daran,
Wie schön dein Körper ist –
Mein eig'nes Ich, es sah mich an
Und ich weiß nicht, wo mein Leben ist.
Du siehst mich, wie ich lache,
Spreche, lange Zeit,
Meinst, dass du mich kennst.
Ich weiß genau, warum ich meine Späße mache,
Und meine eig'ne Heiterkeit
Zerrinnt, wenn du mein Leben trennst.
Lass mich ganz!
Lass meine Blumen stehen!
Und später auch, beim Tanz,
Will ich mich in meinem Kreise drehen.
Für euch bin ich ein kleiner Mann,
Der glücklich ist und weiß,
Wofür er etwas geben kann –
Doch nein! Mein Eisen ist recht heiß...
Weißt du, manchmal glaube ich,
Dass ich mehr sehe als die andern,
Und der Sonne näher bin.
Doch oft glaube ich, da täusch' ich mich,
Muss nachts mit meiner Seele wandern
Über große Seen hin.
Nun ja – so eigentlich
Bin ich's zufrieden, schön und gut.
„Was ist der Mensch?", die Frage
Wundert mich
Und es fehlt mir nicht der Mut,
Dass ich's den Menschen offen sage:
Welch eine dumme Frage!
Herr Karl ist wieder aufgefallen.
Er hatte Grund zum Feiern und
Sich Freunde eingeladen,
Die sollten mit ihm prosten.
Ein Völkchen, kunterbunt,
Ließ nachts um Zehn die Korken knallen
Es war so nicht das erste Mal,
Dass der Bürger ihn beachtet.
War er doch früher schon „der Karl"...
Locker wohl, doch fest im Kern,
Hatt' er die Zuversicht gepachtet,
Hoch auf dem Berg und tief im Tal.
Herr Karl war wieder unbequem:
Er hatte Recht behalten,
Wenn's auch manch Anderem nicht passte,
Und seine Meinung durchgesetzt.
Manch Einer zog die Stirn in Falten
Und hätt' Herrn Karl am Liebsten überseh'n...
Der Anfang war ja schon verdächtig:
Mit Wohngemeinschaft und mit Chaos,
Mit Festen und mit ASTA-Wahlen.
Herr Karl war immer mit dabei,
Verzichtete auf Worte Marx' und Maos
Und amüsierte sich stets prächtig.
Herr Karl ging immer g'radeaus,
Als Mathematiker: Berechenbar,
Doch undogmatisch, frank und frei,
Mit Phantasie – mit Glück auch, klar.
And're zweifeln, scheitern, brechen gar
Das eig'ne Rückrat sich heraus.
Er hatte es nicht schwer, nicht leicht,
Genau weiß ich es nicht,
Er hat fast nie gejammert.
Immer kam was Gutes raus,
Am Ende strahlt ein neues Licht
Und klares Oberwasser war erreicht.
Herr Karl ist wieder aufgefallen:
Er ist sich treu geblieben
Und seine Freunde ihm desgleichen.
Sie sind gekommen – nun, die meisten.
Das Fest wird jetzt schön rund getrieben
Und wie vor Jahren sollen Korken knallen.
Wir sollten das Erinnern nicht vergessen:
Es formt das Leben
Uns, die Kinder – und Herrn Karl.
Der ist schon wieder aufgefallen,
Hat er doch wiederholt g'rad' eben
Mit Freunden Spaß gehabt und gut gegessen.
Die Welt dreht sich
Wie ein Apfel im Raum.
Wir drehen uns mit ihm, du und ich,
Und merken doch kaum,
Wie sehr wir uns im Kreise drehen.
Gestern war ein schöner Tag.
Sieh die Sterne und frage dich:
Was gestern in unseren Händen lag,
Ist vergangen – unwiederbringlich?
Ist es, weil wir weitergehen?
Ich küsste ein Mädchen, das mich – vielleicht – liebt.
Vorbei! Nur ihre Augen sehe ich noch.
Ich liebe sie auch. Was mir Trost gibt,
Ist die Hoffnung, sie nicht zu vergessen, doch:
Wohin werden wir weitergehen?
Freu dich der Stunde,
Des Tages, der dir Glück schenkt.
Meist ist die Wunde
Nicht so tief, wie man denkt –
Weil wir weitergehen.
Doch manchmal, wenn abends ich
In der Dämmerung in meinem Zimmer sitze
Und über das Leben nachdenke, das sich abspielt um mich,
So ist es, als erzählte ich mir Witze.
Und dann kann ich es sehen:
Es ist fast zum Lachen –
Wenn wir weitergehen,
Können wir nichts dagegen machen,
Dass wir uns dennoch im Kreise drehen...
Ich kenn' auf dieser Welt
Augenblicke, Stunden, Tage,
In denen ich mir sage,
Dass nichts anderes mich hält,
Als der Kontakt mit Menschen,
Bei denen ich die Wärme,
Freundschaft, Liebe finde,
Die ich in all dem lauten Lärme,
Dem kalten Raum im Leben,
Wo ich mich seelisch schinde,
Oft so sehr vermisse.
Wenn ich mit ihnen plaud're,
In ihre Augen sehe,
Dann, auf einmal, gehe
Ich in meiner Seele wunderbare, laut're
Wege. Es durchströmt mich Wärme, frisch und frei.
Mein Herz atmet wie aus tausend Lungen,
Und, als ob es immer schon gewesen sei,
Höre ich mit meinem inn'ren Ohr
Tausend wunderschöne Lieder – ungesungen –
Und steige tief in meine Seele ein.
Dann fang' ich an, zu träumen,
Fühle mich geborgen,
Ohne Seelensorgen,
Dann kann ich endlich jenen Kram wegräumen,
Der so schwer auf meinem Inn'ren lastet.
Ich möchte tanzen, schreien,
Lachen, weinen nur vor Glück,
Von Komplexen, Depressionen mich befreien,
Und endlich zu dem zurück,
Was für mich das Leben ist.
Auf and're Weise sterbe ich...
Von jenem „großen" Tage an,
An dem die Ärzte dich entbanden,
Bestaunst du diese Welt mit großen Augen.
Vielleicht, da denkst du dann und wann,
Du hättest diese Welt verstanden
Und könntest ihren Geist aufsaugen.
