Das Glück der Liebe finden - Wolfgang Krüger - E-Book

Das Glück der Liebe finden E-Book

Wolfgang Krüger

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Beschreibung

Die erfolgreiche Partnersuche setzt eine gute Vorbereitung voraus, damit Sie unbelastet von früheren Partnerschaftskonflikten suchen können. Wichtig ist zudem eine Steigerung Ihres Selbstwertgefühls und Sie sollten genau wissen, was Sie suchen und Ihren Suchradius aktiv erweitern. Schließlich sollten Sie auf Ihr Buchgefühl achten, auf Ihr Herz hören und sich von Ihrem Verstand beraten lassen. Auf diese Weise können Sie Ihre große Liebe finden.

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Die Summe unseres Lebens sind

die Stunden, in denen wir liebten.

Wilhelm Busch

Inhaltsverzeichnis

Die Sehnsucht nach der großen Liebe

Das Liebesschicksal

Wen suchen wir?

Die Vorbereitung

Wo finden wir die große Liebe?

Die Liebe gelingt

Glück ist Liebe, nichts anderes.

Wer lieben kann, ist glücklich.

Hermann Hesse

Die Sehnsucht nach der großen Liebe

Gehören Sie zu den vielen Singles, die allein leben? Das kann mitunter ganz lustvoll und entspannt sein, nachdem man sich von einem anstrengenden Partner getrennt hat. Seit einigen Jahrzehnten gibt es daher die glücklichen Singles, die finanziell eigenständig sind und ein aktives Sozialleben führen.

Früher waren Singles die Armen und Kranken und die am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen. Heute aber sind es häufig die selbstbewussten Frauen und Männer, die sich den Luxus leisten, allein zu sein. Sie sind erleichtert, dass es endlich keine Konflikte mehr gibt, dass sie machen können, was sie wollen. Sie können lange ausschlafen und am Sonntag bis zum Mittag im Morgenmantel herumlaufen. Keiner drängelt, keiner schimpft, wenn es einmal unaufgeräumt aussieht, niemand macht Vorwürfe, wenn sie bis in die Nacht hinein arbeiten.

Das entspannte Single-Dasein

Es ist eine entspannte, himmlische Zeit. Sie warten nicht mehr vergeblich auf den Partner, der immer zu spät kommt. Sie gönnen sich gelegentlich ein erotisches Abenteuer und sind sehr davon überzeugt, dass in diesem bunten Single-Dasein ein großes Glückspotential liegt. Denn Sie wollen nicht so leben wie manche Ihrer Freunde/innen, die mit einem langweiligen, mitunter auch sehr komplizierten Menschen zusammen sind. Sie wollen sich nicht verbiegen, sich nicht anpassen, nur um eine Partnerschaft zu haben.

Der Terminkalender

So sind die letzten Jahre vergangen, aber nun spüren Sie doch, dass dieser Lebensentwurf auch Nachteile hat. Er ist vor allem anstrengend, denn das Wichtigste für Sie ist der Terminkalender. Fast jeden zweiten Abend sind Sie entweder verabredet oder führen zumindest ein langes Telefongespräch. Das klappt ganz gut, aber schwierig sind immer die Wochenenden. Es macht nicht immer Spaß, allein ins Kino zu gehen, denn Sie würden sich anschließend gern über die Filme unterhalten. Daher bleiben Sie lieber zuhause, wenn Sie keine Begleitung finden.

Auch die Fahrradausflüge sind schöner, wenn Sie mit anderen Ihre Erlebnisse teilen können. Aber oft müssen Sie etliche Freunde/innen anrufen, bevor eine von ihnen Zeit hat. Zwei Freundinnen sind vor kurzem aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt gezogen, eine hat geheiratet und Anna ist schwanger im achten Monat. Und so sitzen Sie an manchem Sonntag allein in Ihrer Wohnung, im Hintergrund läuft der Fernseher, in der Speisekammer steht eine große Kiste Rotwein und Sie denken immer häufiger: Glück ist etwas anderes.

Bisher konnten Sie sich allerdings nicht vorstellen, fest mit einem Mann bzw. einer Frau zusammen zu sein. Und die Hochzeitsfeier von Nele, zu der Sie eingeladen wurden, fanden Sie kitschig. Aber etwas an dieser Romantik war auch berührend. Sie haben danach schlecht geschlafen, und eine Woche später erlebten Sie dann eine aufrüttelnde Situation, in der Sie wussten: Ich möchte nicht mehr allein sein! An einem Samstag gab es keine Freundin, die spontan Zeit für ein Gespräch hatte. Schließlich befanden sich inzwischen alle in einer festen Beziehung und waren ‚ausgebucht‘. Um sich dennoch etwas Gutes zu tun, gingen Sie spazieren.

Doch überall begegneten Ihnen nur noch Paare, es war wie ein ansteckendes Fieber. Auf den Straßen sahen Sie ständig Verliebte, die sich küssten und regelrecht übermächtig wurde in Ihnen der Wunsch, auch wieder einen Partner zu finden. Denn immer intensiver spürten Sie nun eine fast bedrückende Einsamkeit, die noch verstärkt wurde, als Sie Silvester bei guten Freunden eingeladen waren. Sie tanzten ausgelassen mit vielen, bis um Mitternacht die Glocken läuteten. Alle liefen plötzlich zu ihrem Partner, ihrer Partnerin. Nur Sie standen allein auf der Tanzfläche mit einem Glas Sekt in der Hand und waren traurig.

Gemeinsam Zeitung lesen am Sonntag

Einige Monate sind seitdem vergangen, denn Sie waren noch nie ein Mensch schneller Entschlüsse. Aber nun wissen Sie: Sie wollen nicht mehr mit einem Mann (einer Frau) die Nacht verbringen, der Sie am nächsten Morgen nach Ihrem Namen fragt. Vielmehr möchten Sie mit einem Mann frühstücken, mit ihm zusammen Zeitung lesen und dann seine Eltern besuchen. Früher fanden Sie das spießig, heute ist dies für Sie der Ausdruck einer verlässlichen Welt.

In den letzten Jahren haben Sie weite Reisen mit Freunden unternommen. Mittlerweile sind Sie jedoch etwas älter und träumen von einem gemeinsamen Kleingarten, in dem Sie Zucchinis und Tomaten ernten. Sie wollen Hand in Hand mit dem Partner spazieren gehen und nicht allein mit einer Tüte Chips im Bett liegen.

Die Suche nach der großen Liebe

Jetzt wollen Sie wirklich etwas ändern! Es stimmt zwar, dass Sie diesen Vorsatz schon oft hatten, doch dann haben Sie eher unentschlossen gesucht. Besser gesagt: Sie haben nicht gesucht, sondern sich eine Liebesbeziehung gewünscht. Sie hatten die Sehnsucht nach einer Partnerschaft. Aber Sie haben niemand getroffen, der Ihnen gefallen hat. Und ich verstehe gut, dass Sie nun nicht motiviert waren, aktiv zu suchen. Sie zögerten. Dann entsteht jedoch eine Warteposition, die manchmal abwertend als die Dornröschen-Einstellung bezeichnet wird. Gegen diese Zuschreibung wehren Sie sich natürlich. Schließlich sind Sie erwachsen und wollen nicht warten und wachgeküsst werden. Aber richtig aktiv waren Sie bei der Suche bisher nicht. Vielmehr waren Sie bei der Verwirklichung der großen Liebe sehr ambivalent. Sie waren hin- und hergerissen.

Liebe ist gefährlich

Doch inzwischen sehnen Sie sich sehr nach der großen Liebe, obgleich Sie aus Ihrer Erfahrung wissen, dass sie selten ist. Und Sie ahnen, dass die Suche gefährlich ist, weil man gerade dann enttäuscht werden kann, wenn man an die große Liebe glaubt. Denn man verlässt die eigene Komfortzone und es besteht die Gefahr, dass man sein inneres Gleichgewicht verliert, so dass es uns dann erheblich schlechter geht als vorher. Zudem wissen Sie, dass es viel Zeit und Kraft erfordert, eine wirklich gute Partnerschaft zu beginnen und vor allem, sie zu erhalten. Insofern hatten Sie bisher überzeugende Gründe, nicht auf die Partnersuche zu gehen. Schließlich ist es nicht nur Angst, nicht nur Zögern, sondern manchmal auch eine gewisse Lebensklugheit, mit der Suche nach einem Partner zu warten.

Offenbar ist die Partnersuche schwierig und macht nur Sinn, wenn wir gut vorbereitet sind. Das ist vergleichbar mit der Besteigung eines Gebirges. Dafür muss ich ein Jahr lang trainieren, um Kraft zu gewinnen, außerdem muss ich mir auch Kenntnisse aneignen und eine kompetente Unterstützung suchen, um dann in zehn Tagen den Berg zu bezwingen.

Wie Lebensträume in Erfüllung gehen

Eine ähnlich intensive Vorbereitung brauchen Sie, um die große Liebe zu finden. Deshalb möchte ich Ihnen in diesem Buch helfen, dass Ihre Liebesträume in Erfüllung gehen. Ich werde Ihnen zeigen, wie Sie tatsächlich eine glückliche Partnerschaft aufbauen können. Nun sind wir uns sicher einig, dass es auch in einer solchen Partnerschaft immer wieder Konflikte und Schwierigkeiten geben kann. Aber es gibt Beziehungen, in denen man grundsätzlich zufrieden ist, wo man den Eindruck hat, dass die wesentlichen Bedürfnisse in Erfüllung gehen. Kurz gesagt: Man ist in einer solchen Beziehung glücklicher als in einem Single-Dasein.

Insbesondere, wenn Sie zur großen Gruppe der jungen Singles zwischen 30 und 40 Jahren gehören, werden Sie das Alleinsein eher als Übergangslösung empfinden. Vielleicht müssen Sie sich von einer anstrengenden Beziehung erholen, suchen eine neue Orientierung und sind vor allem bestrebt, das eigene Leben gut zu entwickeln. Erst wenn Sie dann seelisch und finanziell auf eigenen Füssen stehen, sind Sie wieder offen für eine Partnerschaft. Denn Sie wissen: Auch wenn Liebesbeziehungen mitunter schwierig sind, ist man ruhiger und glücklicher, wenn man in einer festen Beziehung lebt. Dann hat man seine sozialen Wurzeln gefunden und dies wirkt sich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich aus. Alle internationalen Untersuchungen zeigen: Wer sich in einer halbwegs glücklichen Beziehung befindet, ist gesünder und wird älter.

Der Seelenpartner

Bevor wir allerdings auf die konkrete Partnersuche eingehen, will ich noch einmal das Thema ‚Die große Liebe’ vertiefen, denn hier lauert eine Gefahr. Schließlich gibt es oft eine ganz romantische Vorstellung eines Seelenpartners, der ähnlich denkt, ähnlich fühlt und uns wesensverwandt ist. In einem Gedicht hat Goethe diese seelische Nähe sehr gut beschrieben:

Sag, was will das Schicksal uns bereiten

Sag, wie band es uns so rein genau

Ach, Du warst in abgelebten Zeiten

Meine Schwester oder meine Frau

Eine solche Wesensverwandtschaft ist beglückend. Deshalb hält es die Psychologin Renae Franiuk für verständlich, dass wir oft den Seelengefährten suchen, dem man nur einmal im Leben begegnet. Er hat das gleiche Schicksal erlitten, kennt unsere Schmerzen, teilt unsere Werte, wir verstehen uns wortlos und sind füreinander bestimmt. Und tatsächlich ist es ein großes Geschenk, wenn wir einen Menschen treffen, der auch unsere schmerzhaften Erfahrungen nachvollziehen kann. Wenn er sie sogar selbst erlebt hat, müssen wir nicht viel reden. Dann fühlt es sich so an, als habe uns der andere bereits in frühen Jahren begleitet, habe ähnliches erduldet und erhofft.

Die Spezialanfertigung

Eine Seelenverwandtschaft kann beglückend schön sein. Denn hier geht der Wunsch nach einer Verschmelzung in Erfüllung, bei der die trennenden Grenzen zum Anderen aufgehoben sind. Leider bleibt dies meist ein Wunschtraum, da wir oft eine sehr unrealistische Vorstellung von einem Partner haben, der regelrecht eine Spezialanfertigung ist. Und so ist die österreichische Schriftstellerin Gina Kaus davon überzeugt, dass man diesen Menschen nur einmal im Leben treffen könne und dann jedoch oft nicht erkennt. Aber wie sollen wir den Menschen erkennen, wenn wir blind durchs Leben laufen, weil wir immer der Meinung sind, dass wir nur auf die große Liebe warten müssen?

Doch selbst wenn wir sie finden, scheitern Seelenbeziehungen sehr oft. Davon lassen wir uns jedoch nicht beeindrucken, denn wir glauben sehr naiv, dass eine solche Partnerschaft immer positiv verlaufen wird, weil die Basis der Gemeinsamkeiten stimmt und man dann durch viele Gespräche und Beziehungsarbeit alle Konflikte überwinden kann. Schließlich ist man füreinander geschaffen. Allerdings klingt dies wie ein Traum und ich möchte Ihnen helfen, dass Ihre Suche von einer realistischen Orientierung geprägt wird, so dass Sie tatsächlich den geeigneten Partner erkennen.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Zunächst sollten wir jedoch akzeptieren, dass wir einen Menschen treffen, der sich in seinen Lebenserfahrungen teilweise von uns unterscheidet, so dass wir immer wieder reden müssen, um uns eine stabile Basis an Gemeinsamkeiten zu erarbeiten. Und es ist entspannend zu wissen, dass es mehr als einen Menschen auf der Welt gibt, mit dem ein solches Projekt Partnerschaft gelingen könnte. Diese Gewissheit verleiht uns eine große Gelassenheit. Wir sind dann auch nicht zu schockiert, wenn es Schwierigkeiten gibt. Vielmehr rechnen wir mit Problemen und sind zufrieden, wenn wir schließlich spüren, dass wir trotzdem ein gutes Team geworden sind. Es geht also nicht um eine ewige Harmonie, nicht um Verschmelzung, sondern um die Fähigkeit, selbst die Krisen der Liebe möglichst souverän zu überwinden. Ich möchte Sie dabei unterstützen, eine solch realistische Liebe zu verwirklichen, die sehr lange bestehen kann. Denn das ist der Wunsch der meisten Menschen.

So sind 66 Prozent aller Deutschen nach einer Allensbach-Umfrage von der ‚Liebe fürs Leben‘ überzeugt. Ähnlich ist das Ergebnis einer Umfrage der myMarktforschung. Sie hat ergeben, dass sieben von zehn Befragten an die große Liebe glauben. Nur 8,5 % stimmen dem eher nicht oder nicht zu. Die Studie schließt mit der Einschätzung: Möglicherweise sei diesen Skeptikern die große Liebe noch nicht begegnet oder sie hätten aufgrund schlechter Erfahrungen den Glauben daran verloren.

Generation bindungsstark

Entscheidend für den Erfolg der Partnersuche ist vor allem eine positive innere Einstellung. Wenn die Suche gelingen soll, muss ich davon überzeugt sein, dass sie erfolgreich sein kann. Erst dann werde ich mit viel Geduld und Entschlossenheit suchen. Insofern sind alle Theorien und Bücher problematisch, die uns vermitteln, wir würden in einer beziehungsgestörten Welt leben. So lautet auch der Buchtitel eines Bestsellers: ‚Generation Beziehungsunfähig‘.

Michael Nast beschreibt hier das Lebensgefühl der Generation, in der man sich selbst in den Mittelpunkt stellt, sich optimiert und perfektionistisch das eigene Leben plant. Das Problem ist nur: Er radikalisiert und übertreibt Phänomene, die es durchaus gibt und beklagt dann wortgewaltig einen Trend, der in dieser Form nicht vorhanden ist. Schließlich zeigen die Fakten, dass wir in der Generation ‚bindungsstark‘ leben. Aber der Vorteil des Buches liegt sicher darin, dass sich all jene bestätigt fühlen können, die erfolglos suchen. Es liegt nicht an ihnen, es liegt an den anderen, der Gesellschaft, am Kapitalismus.

Nur Ausreden?

Das mag uns im ersten Augenblick erleichtern. Sehr zugespitzt wurde einmal behauptet, diese Thesen seien Ausreden. Ich mag solche moralisch klingenden Einschätzungen grundsätzlich nicht. Aber Tatsache ist, dass Aussagen über die beziehungsgestörte Gesellschaft dazu führen, dass uns der Weg zu einer glücklichen Partnerschaft versperrt bleibt. Denn damit wir aktiv suchen können, sollten wir wissen, dass wir in einer sehr bindungsstarken Zeit leben.

In der Altersgruppe zwischen 30 und 40 sind die meisten Menschen gebunden, die Singlerate beträgt nur 25%. Auch zwischen 40 und 50 beträgt die Singlerate nur 28%. Zudem muss man berücksichtigen, dass dabei auch alleinlebende Menschen erfasst werden, die eine living-apart-together-Beziehung haben. Insofern leben wir in einer Zeit, in der sich die meisten Menschen binden und eine feste Liebesbeziehung eingehen.

Zusätzlich kann man argumentieren, dass in den letzten 30 Jahren die durchschnittliche Ehedauer um mehr als drei Jahre gewachsen ist und nun mehr als 15 Jahre beträgt. Ein ähnlicher Trend zeigt sich übrigens beim Familienzusammenhalt. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält es für ganz besonders wichtig, für die Familie da zu sein, so das Ergebnis einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2022.

Alles ein Selbstbetrug?

Das sind die Fakten. Aber unter den aktiven Singles können Sie immer Menschen treffen, die nicht mehr an die Liebe glauben. „Schau Dich doch einmal um, was da alles an Männern herumläuft. Entweder sie sind langweilig oder nicht treu oder beides. Es gibt keine Männer, in die ich mich verlieben könnte.“ So die ernüchternde Aussage einer 43jährigen Managerin. Und eine Sportlehrerin sagte mir: „Wenn ich mir die ganzen Liebesbeziehungen ansehe, dann ist das doch alles ein Selbstbetrug. Die Männer lassen sich gehen, nehmen zu, sind ungepflegt und machen wenig aus ihrem Leben.“

Das mag mitunter stimmen, aber ich hatte bei dieser Managerin das Gefühl, dass sie zum einen sehr romantische Vorstellungen von der Liebe hatte und zum anderen sehr skeptisch war, um nicht verletzt zu werden. Sie hatte Angst vor einer Beziehung, weil sie befürchtete, dass sich ihre schwierige Vaterbeziehung wiederholen könnte. Erst als sie in der Therapie diese Zusammenhänge erkannte und lernte, sich stärker zu wehren, konnte ich sie davon überzeugen, dass es das Glück der Partnerschaft wirklich geben kann. Und das war wichtig, denn wir werden die große Liebe nur dann finden, wenn wir fest daran glauben, dass sie möglich ist.

Was ist die große Liebe?

Nun werden Sie sich die Frage stellen: Was ist eigentlich die große Liebe? Vielleicht werden Sie diese Frage auch belächeln oder sogar skeptisch sein, denn bisher ist Ihnen im Leben diese Liebe nicht begegnet. Ihre bisherigen Erfahrungen waren nicht vollständig schlecht, aber letztlich doch enttäuschend. Im glücklichsten Fall waren die Beziehungen langweilig und wenig befriedigend. Sie hatten den Charme eines verfallenen Plattenbaus. Eine junge Psychologin sagte mir: „Der Anfang war ja häufig nicht so übel, aber insgesamt waren alle Beziehungen eher ernüchternd. Ich bin noch mit einem Ex befreundet, das geht ganz gut, aber meine Liebesbeziehungen waren am Ende erschütternd.“

Zusammen lachen

Dennoch wäre es wichtig für Sie, dass Sie den Mut aufbringen, an die große Liebe zu glauben und ich will Sie dabei unterstützen, eine gute Partnerschaft aufzubauen. Allerdings müssen Sie auch dort gelegentlich Kompromisse machen und sind auf Humor und Toleranz angewiesen. Gestern sprach ich mit einem Ehepaar, das schon seit 40 Jahren zusammen ist. Auf meine Frage nach dem Geheimrezept sagten sie mir, sie hätten auch in Krisenzeiten noch zusammen gelacht. Und sie hätten Respekt voreinander gehabt, hätten sich nie gegenseitig demontiert.

Das waren kluge Antworten, denn beide hatten erkannt, dass es in einer langjährigen Partnerschaft vor allem auf eine respektvolle Stimmung ankommt. Nur wenn man dazu in der Lage ist, entsteht ein gutes Partnerschafts-Fundament, so dass die Liebe im Laufe der Jahre immer besser wird. Insofern gibt es Liebesbeziehungen mit einem tiefen inneren Glück und beide sehen es als ein Geschenk an, dass sie sich kennengelernt haben. In solchen Beziehungen redet man auch nach zwanzig Jahren noch gern miteinander und es besteht eine mitunter lebendige Erotik. Und nun stellt sich die Frage: Was muss ich bereits am Anfang richtig machen, damit ich einen Menschen finde, mit dem ich eine solche Liebesbeziehung aufbauen kann?

Sich überraschen lassen

Am schönsten ist es natürlich, wenn wir entspannt und heiter in die Welt schauen und dann den Menschen treffen, in den wir uns verlieben. Eine Kollegin erzählte mir, sie sei vor allem neugierig und offen gewesen und habe viele Männer kennengelernt. „Ich wollte nicht zu skeptisch sein und immer gleich die Bremse ziehen. Ich wollte mich überraschen lassen und habe die unterschiedlichsten Männer getroffen. Manchmal mehrfach. Und bei einem spürte ich, dass ich mir eine Partnerschaft mit ihm vorstellen konnte. Das war kein Feuerwerk der Liebe, aber es waren Gefühle von Freude, Zärtlichkeit, auch von Leidenschaft. Und mit ihm bin ich jetzt zusammen.“

Doch was machen Sie, wenn Sie vergeblich seit Jahren auf das Glück warten? Wenn Sie niemanden sehen oder immer wieder den Falschen treffen? Dann müssen Sie die Prinzipien der erfolgreichen Partnersuche anwenden, die ich in den vergangenen Jahrzehnten erforscht habe. Und dazu gehört vor allem, dass wir uns ausführlich auf die Liebe vorbereiten. Wir sollten uns ähnlich intensiv vorbereiten, als würden wir ein Haus bauen.

Der Bau des Hauses

Aber was ist wichtig für den Bau eines Hauses? Sie sollten sich zunächst für ein Grundstück entscheiden, dann sollten Sie zusammen mit einem Architekten Ihre Ideen in Pläne umsetzen und den eigentlichen Bau des Hauses können Sie dann relativ schnell realisieren. Insofern gilt auch für die Partnersuche: Entscheidend ist eine gute Vorbereitung und Sie sollten als Erstes die bisherigen Partnerschaften analysieren, um dann zu klären, welche Bedürfnisse Sie jetzt haben. Zudem sollten Sie wissen, wie Sie konkret suchen müssen, um Ihren Traum zu verwirklichen. Dann haben Sie Erfolg. Deshalb liegt ein wichtiger Schwerpunkt dieses Buches in der Vorbereitung der Suche.

Die Liebe ist das Gewürz des Lebens.

Sie kann es versüßen, aber auch versalzen.

Konfuzius

Das Liebesschicksal

Wenn Sie sich auf die Partnersuche vorbereiten wollen, sollten Sie vor allem darüber nachdenken, was die Vor- und Nachteile früherer Partnerschaften waren. Bitte schreiben Sie daher einmal alle längeren Beziehungen auf und notieren Sie die Dauer, den Namen des oder der Betreffenden, den Beruf und die beiden wichtigsten Eckpunkte der jeweiligen Partnerschaft: Was hat Sie ursprünglich fasziniert und warum ging die Beziehung auseinander?

Wahrscheinlich haben Sie etliche Partnerschaften geführt und werden erkennen, dass es jeweils Unterschiede gab. Denn im Allgemeinen suchen wir immer etwas anders, um die bisherigen Fehler zu vermeiden. Aber dennoch zieht sich ein roter Faden durch alle Beziehungen, indem Sie beispielsweise versorgend oder sehr aktiv waren oder den Partner bewunderten. Immer gibt es bei uns Triggerpunkte der Liebe, so dass wir aufgrund unseres Charakters ständig von einem bestimmten Typen fasziniert waren. Diesen roten Faden müssen wir finden, weil er unsere Stärken zeigt, aber auch unsere Schwächen. Kennen Sie die Geschichte des fast unverwundbaren Siegfried, dem Drachentöter? Er hatte im Zauberblut gebadet, doch am Rücken klebte ein Lindenblatt, dort war er nicht geschützt. Diese Stelle müssen Sie bei sich selbst erforschen, damit Sie bei der Partnersuche klug und souverän vorgehen.

Aber diesen Schwachpunkt, diesen roten Faden Ihres Lebens werden Sie nur erkennen, wenn Sie sich etwas stärker mit Ihrer Kindheit und Jugend beschäftigen. Sie müssen noch einmal emotional spüren, was Sie damals vermissten, was Sie beschädigt und verunsichert hat. Begeben Sie sich daher auf eine aufregende Reise in Ihre eigene Vergangenheit und Sie werden begreifen, dass eines der drei folgenden Muster vorherrschend war:

Defizite

Sie wurden vernachlässigt, es gab zu wenig Nähe, Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Erwartungen

Sie wurden ausgenutzt bzw. bedrängt, weil die Eltern hilflos und nähebedürftig waren. Oder es wurde sehr viel von Ihnen erwartet, weil Sie jene Lebensziele erreichen sollten, an denen die Eltern gescheitert waren.

Beschädigungen