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"In der Kürze liegt die Würze" - das ist das Motto dieser Sammlung pointierter Ministorys. Ohne die Überschrift kommen die Storys mit genau 100 Worten aus. Damit gehören sie zu der noch jungen Literaturgattung der Drabbles. Das Buch enthält 100 Drabbles als schmackhaftes Lesefutter für zwischendurch. Lustiges ist ebenso vertreten wie Skurriles, Merkwürdiges, aber auch Nachdenkliches oder gar Gruseliges. Wer verfluchte das Glück des Pilzes? Was rettete König einander? Wie erzeugt man einen möglichst kunstvollen Schrei? Die Antwort auf diese und viele andere Fragen findest du beim Lesen der Drabbles.
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2025
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„In der Kürze liegt die Würze.“
Deutsches Sprichwort
Lachen ist gesund
Auf der Brücke
Bitte ein Wort!
Am Marterpfahl
Die Mutter aller Fragen
Durchgehalten
Einfach unglaublich
Frisch gereimt ist halb gewonnen
Schizophren
Das Glück des Pilzes
Die Muse des Dichters
Ein Telefonat
In einer kleinen Konditorei
Die Krönung
Ich bin schüchtern
Tarifverhandlung
Schäbige Kost
Wirkung garantiert
Sonne, Mond und Erde
Professor Wolffs einziger Fan
Poker-Jake erzählt
Farbenspiel
Fabelhaft
Arcon, der Monströse
Die Gottesanbeterin und der Wurm
Die Raupen und der Tod
Schmetterlinge
Wahre Großmut geht nach innen
Netzbekanntschaft
Freiheit für Api!
Carpe Diem
Wo gibt’s denn so was?
Die Antwort
Die Leichtigkeit des Seins
Erde zu Erde
Halbwelt
Bauer Wu und der Alte
War er es?
Das Fest des Königs einander
Körpersprache
Von Äpfeln und Eicheln
König Äh wird gestrichen
Engströms Verwandlung
Der Gesprächspartner
Alles fließt
!Alppoh
Für immer gefangen
Wetterbericht
Das Hobby des Supermarktleiters
Der Schrei
Die Folter
Der fliegende Teppich
Geschlechtsumwandlung
Blitz und Donner
Das Hin und Her der Brieftaube
Das Akkomolodion
Morgenstunde
Der Traum
Die Überlistung Gottes
Der Langsamste gewinnt
Der abstoßende Apfel
Der Nobelpreisträger
Irren ist menschlich
Einmal ist kein Mal
Denk mal an
Wechsel der Jahreszeit
Der Zug nach Nirgendwo
Der Go-Spieler
Wär nicht das Auge sonnenhaft...
Die unschuldigen Tauben
Wassermusik
Mathematik des Grauens
Das Meer
Die Burg
Weihnachtsmann & Co.
Fröhliche Gutscheinachten...
Der unschuldige Weihnachtsmann
Der Konkurrent
Weihnachten in Absurdistan
Das Urteil
Die Bescherung
Silvester bei Vampirs
Konnichi Wa und ZEN
Konnichi Wa und die Prüfung
Konnichi Wa wird erleuchtet
Konnichi Wa und der Konkurrenzosterhase
Konnichi Wa und Hanami
So muss man Halloween feiern
Nikolaus bei Bushs
Neue Erkenntnisse in der Nikolaus-Forschung
Ausverschämt
Irgendwann in der Zukunft
Erzähl weiter!
Der Sound der Erde
Ein kaltes Lächeln
ARES, der Robot
Das Gesicht
Wegwerfgesellschaft
Dezemberträume
Zweisamkeit
Grundlos eifersüchtig
Der unbezahlbare Moment
Der perfekte Moment
Sonnenaufgang
Schau mir in die Augen, Kleiner
Das Wunder
Die Botschaft
Er stand auf der Brücke und rauchte noch eine letzte Zigarette, bevor – doch daran mochte er jetzt nicht denken. Noch war es nicht soweit.
Er inhalierte tief, hielt sich an der Zigarette fest wie an dem berüchtigten Strohhalm, als er dem Wind lauschte, diesem lustigen, kalten Gesellen, wie er um die Träger der Brücke pfiff. Ein schmerzliches Lächeln umspielte seine Lippen.
Dann blickte er nach unten in die stahlgrauen Fluten mit den winzigen Schaumkronen.
Der Fall würde tief, der Abschied endgültig sein.
Die Zigarette war aufgeraucht. Es wurde Zeit. Er nahm die angerissene Packung und warf sie über das Geländer.
Im Lande Schwafelien gab es einst einen berühmten Redner, Schwätzor mit Namen. Die Menschen strömten in Scharen herbei, wenn er auftrat, ließen sich von seinen Worten zu Tränen rühren oder zum Lachen bringen und waren gerne bereit, viel Geld dafür zu zahlen.
Doch Erfolg hat viele Neider. Kritiker warfen Schwätzor vor, er sei ein Söldner, der nur des Geldes wegen rede.
Ja, man rechnete sogar aus, dass jedes seiner Worte durchschnittlich einen Taler wert sei.
Einmal streckte einer dieser Neider Schwätzor einen Taler entgegen und forderte ihn auf, ein Wort zu sagen.
Schwätzor steckte das Geld ein und sagte: „Danke.“
„Autsch!“
„Was ist denn?“
„Ein Pfeil! In meinem Arm.“
„Na und? Hab dich nicht so. Kein Grund zum Jammern, Pete. Bei mir ist es ein Tomahawk. In meinem Ohr.“
„Angeber. Immer musst du mich toppen. Wenn die bloß nicht so schrei... Auuu! Noch so ‘n Mistding. Das nervt.“
„Und allmählich wird’s verdammt heiß.“
„Jetzt, wo du’s sagst. Hast recht. Hör mal, Mike...“
„Ja?“
„Hast du noch ‘ne Idee, wie wir aus dem Schlamassel raus kommen?“
„Nicht wirklich.“
„Dann sollten wir’s nicht länger aufschieben.“
„Na sch... Autsch! War nur ‘n Messer. Na schön. Geht wohl nicht anders. Zusammen:“
„Wir ergeeeben uns!“
Nie zuvor hatte jemand meinen Gedankenflug so stark gebremst.
Eben noch war ich dabei, das Rätsel des Universums zu lösen, konnte die Antwort auf die Mutter aller Fragen schon fast sehen.
Eich-Bosonen, Quarks, Leptonen – chaotisch herum schwirrend und allen Versuchen der Physiker, sie in ein Teilchenmodell zu pressen, trotzend.
Nur ein winziges Puzzleteilchen brauchte ich noch – ich fühlte es – dann würde ich die Formel für alles erkennen – die reine, göttliche Harmonie.
Das Bild der Lösung zerstob in alle Winde, als deine Worte an mein Ohr drangen:
“Schatz, hast du schon den Abwasch gemacht?“
Von 100 auf 0 in einer Mikrosekunde.
“Wie hast du das nur durchgehalten?“, frage ich.
Während Sanitäter Tony mit großen Tüchern kräftig abreiben, glotzt er mich an. Hat er meine Frage überhaupt verstanden? Sein Gesicht ist grün, er hat am ganzen Körper Gänsehaut und ich sehe, wie er zittert, nein geradezu vibriert, so als würde er einen Presslufthammer bedienen.
Er setzt mehrmals zum Sprechen an, schluckt, doch alles, was er zustande bringt, ist ein schnatterndes Geräusch. Seine Zähne schlagen zu stark aufeinander.
Dann endlich bringt er etwas heraus.
Es hört sich an wie: „Ich w...wwoll...ttt...e dden Rek...kkord!“
Um die Trümmer des Eisblocks hinter ihm bilden sich Pfützen.
„Ich hab da neulich was gelesen, Moni, das muss ich dir unbedingt erzählen. Also Wissenschaftler haben tatsächlich zweifelsfrei festgestellt, dass Menschen zu 99 Prozent die gleichen Gene haben. Wir ähneln uns zu 99 Prozent. Toll, was?“
„Hmmm.“
„Aber es kommt noch besser. Ein Schimpanse hat 95 Prozent deiner Gene! Du ähnelst zu 95 Prozent einem Affen!“
„Hmmmmm.“
„Aber das Beste ist, du glaubst es nicht, aber es stimmt: Ein Kohlkopf hat immerhin noch 30 Prozent deiner Gene! Du hast also zu 30 Prozent Ähnlichkeit mit einem K... Au! Was war denn das?“
„Na was glaubst du wohl? Eine hundertprozentige Ohrfeige!“
Schuster bleib bei deinem Leisten
Undank ist nur selten schön
Ehrlich bleiben bringt am meisten
Wie der Vater so der Fön
Nobel geht das Geld zugrunde
Reich und reich gesellt sich gern
Jeder schlägt mal seine Stunde
