Das Glück des Pilzes - Thomas Melerowicz - E-Book

Das Glück des Pilzes E-Book

Thomas Melerowicz

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Beschreibung

"In der Kürze liegt die Würze" - das ist das Motto dieser Sammlung pointierter Ministorys. Ohne die Überschrift kommen die Storys mit genau 100 Worten aus. Damit gehören sie zu der noch jungen Literaturgattung der Drabbles. Das Buch enthält 100 Drabbles als schmackhaftes Lesefutter für zwischendurch. Lustiges ist ebenso vertreten wie Skurriles, Merkwürdiges, aber auch Nachdenkliches oder gar Gruseliges. Wer verfluchte das Glück des Pilzes? Was rettete König einander? Wie erzeugt man einen möglichst kunstvollen Schrei? Die Antwort auf diese und viele andere Fragen findest du beim Lesen der Drabbles.

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Seitenzahl: 54

Veröffentlichungsjahr: 2025

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„In der Kürze liegt die Würze.“

Deutsches Sprichwort

Inhaltsverzeichnis

Lachen ist gesund

Auf der Brücke

Bitte ein Wort!

Am Marterpfahl

Die Mutter aller Fragen

Durchgehalten

Einfach unglaublich

Frisch gereimt ist halb gewonnen

Schizophren

Das Glück des Pilzes

Die Muse des Dichters

Ein Telefonat

In einer kleinen Konditorei

Die Krönung

Ich bin schüchtern

Tarifverhandlung

Schäbige Kost

Wirkung garantiert

Sonne, Mond und Erde

Professor Wolffs einziger Fan

Poker-Jake erzählt

Farbenspiel

Fabelhaft

Arcon, der Monströse

Die Gottesanbeterin und der Wurm

Die Raupen und der Tod

Schmetterlinge

Wahre Großmut geht nach innen

Netzbekanntschaft

Freiheit für Api!

Carpe Diem

Wo gibt’s denn so was?

Die Antwort

Die Leichtigkeit des Seins

Erde zu Erde

Halbwelt

Bauer Wu und der Alte

War er es?

Das Fest des Königs einander

Körpersprache

Von Äpfeln und Eicheln

König Äh wird gestrichen

Engströms Verwandlung

Der Gesprächspartner

Alles fließt

!Alppoh

Für immer gefangen

Wetterbericht

Das Hobby des Supermarktleiters

Der Schrei

Die Folter

Der fliegende Teppich

Geschlechtsumwandlung

Blitz und Donner

Das Hin und Her der Brieftaube

Das Akkomolodion

Morgenstunde

Der Traum

Die Überlistung Gottes

Der Langsamste gewinnt

Der abstoßende Apfel

Der Nobelpreisträger

Irren ist menschlich

Einmal ist kein Mal

Denk mal an

Wechsel der Jahreszeit

Der Zug nach Nirgendwo

Der Go-Spieler

Wär nicht das Auge sonnenhaft...

Die unschuldigen Tauben

Wassermusik

Mathematik des Grauens

Das Meer

Die Burg

Weihnachtsmann & Co.

Fröhliche Gutscheinachten...

Der unschuldige Weihnachtsmann

Der Konkurrent

Weihnachten in Absurdistan

Das Urteil

Die Bescherung

Silvester bei Vampirs

Konnichi Wa und ZEN

Konnichi Wa und die Prüfung

Konnichi Wa wird erleuchtet

Konnichi Wa und der Konkurrenzosterhase

Konnichi Wa und Hanami

So muss man Halloween feiern

Nikolaus bei Bushs

Neue Erkenntnisse in der Nikolaus-Forschung

Ausverschämt

Irgendwann in der Zukunft

Erzähl weiter!

Der Sound der Erde

Ein kaltes Lächeln

ARES, der Robot

Das Gesicht

Wegwerfgesellschaft

Dezemberträume

Zweisamkeit

Grundlos eifersüchtig

Der unbezahlbare Moment

Der perfekte Moment

Sonnenaufgang

Schau mir in die Augen, Kleiner

Das Wunder

Die Botschaft

Lachen ist gesund

Auf der Brücke

Er stand auf der Brücke und rauchte noch eine letzte Zigarette, bevor – doch daran mochte er jetzt nicht denken. Noch war es nicht soweit.

Er inhalierte tief, hielt sich an der Zigarette fest wie an dem berüchtigten Strohhalm, als er dem Wind lauschte, diesem lustigen, kalten Gesellen, wie er um die Träger der Brücke pfiff. Ein schmerzliches Lächeln umspielte seine Lippen.

Dann blickte er nach unten in die stahlgrauen Fluten mit den winzigen Schaumkronen.

Der Fall würde tief, der Abschied endgültig sein.

Die Zigarette war aufgeraucht. Es wurde Zeit. Er nahm die angerissene Packung und warf sie über das Geländer.

Bitte ein Wort!

Im Lande Schwafelien gab es einst einen berühmten Redner, Schwätzor mit Namen. Die Menschen strömten in Scharen herbei, wenn er auftrat, ließen sich von seinen Worten zu Tränen rühren oder zum Lachen bringen und waren gerne bereit, viel Geld dafür zu zahlen.

Doch Erfolg hat viele Neider. Kritiker warfen Schwätzor vor, er sei ein Söldner, der nur des Geldes wegen rede.

Ja, man rechnete sogar aus, dass jedes seiner Worte durchschnittlich einen Taler wert sei.

Einmal streckte einer dieser Neider Schwätzor einen Taler entgegen und forderte ihn auf, ein Wort zu sagen.

Schwätzor steckte das Geld ein und sagte: „Danke.“

Am Marterpfahl

„Autsch!“

„Was ist denn?“

„Ein Pfeil! In meinem Arm.“

„Na und? Hab dich nicht so. Kein Grund zum Jammern, Pete. Bei mir ist es ein Tomahawk. In meinem Ohr.“

„Angeber. Immer musst du mich toppen. Wenn die bloß nicht so schrei... Auuu! Noch so ‘n Mistding. Das nervt.“

„Und allmählich wird’s verdammt heiß.“

„Jetzt, wo du’s sagst. Hast recht. Hör mal, Mike...“

„Ja?“

„Hast du noch ‘ne Idee, wie wir aus dem Schlamassel raus kommen?“

„Nicht wirklich.“

„Dann sollten wir’s nicht länger aufschieben.“

„Na sch... Autsch! War nur ‘n Messer. Na schön. Geht wohl nicht anders. Zusammen:“

„Wir ergeeeben uns!“

Die Mutter aller Fragen

Nie zuvor hatte jemand meinen Gedankenflug so stark gebremst.

Eben noch war ich dabei, das Rätsel des Universums zu lösen, konnte die Antwort auf die Mutter aller Fragen schon fast sehen.

Eich-Bosonen, Quarks, Leptonen – chaotisch herum schwirrend und allen Versuchen der Physiker, sie in ein Teilchenmodell zu pressen, trotzend.

Nur ein winziges Puzzleteilchen brauchte ich noch – ich fühlte es – dann würde ich die Formel für alles erkennen – die reine, göttliche Harmonie.

Das Bild der Lösung zerstob in alle Winde, als deine Worte an mein Ohr drangen:

“Schatz, hast du schon den Abwasch gemacht?“

Von 100 auf 0 in einer Mikrosekunde.

Durchgehalten

“Wie hast du das nur durchgehalten?“, frage ich.

Während Sanitäter Tony mit großen Tüchern kräftig abreiben, glotzt er mich an. Hat er meine Frage überhaupt verstanden? Sein Gesicht ist grün, er hat am ganzen Körper Gänsehaut und ich sehe, wie er zittert, nein geradezu vibriert, so als würde er einen Presslufthammer bedienen.

Er setzt mehrmals zum Sprechen an, schluckt, doch alles, was er zustande bringt, ist ein schnatterndes Geräusch. Seine Zähne schlagen zu stark aufeinander.

Dann endlich bringt er etwas heraus.

Es hört sich an wie: „Ich w...wwoll...ttt...e dden Rek...kkord!“

Um die Trümmer des Eisblocks hinter ihm bilden sich Pfützen.

Einfach unglaublich

„Ich hab da neulich was gelesen, Moni, das muss ich dir unbedingt erzählen. Also Wissenschaftler haben tatsächlich zweifelsfrei festgestellt, dass Menschen zu 99 Prozent die gleichen Gene haben. Wir ähneln uns zu 99 Prozent. Toll, was?“

„Hmmm.“

„Aber es kommt noch besser. Ein Schimpanse hat 95 Prozent deiner Gene! Du ähnelst zu 95 Prozent einem Affen!“

„Hmmmmm.“

„Aber das Beste ist, du glaubst es nicht, aber es stimmt: Ein Kohlkopf hat immerhin noch 30 Prozent deiner Gene! Du hast also zu 30 Prozent Ähnlichkeit mit einem K... Au! Was war denn das?“

„Na was glaubst du wohl? Eine hundertprozentige Ohrfeige!“

Frisch gereimt ist halb gewonnen

Schuster bleib bei deinem Leisten

Undank ist nur selten schön

Ehrlich bleiben bringt am meisten

Wie der Vater so der Fön

Nobel geht das Geld zugrunde

Reich und reich gesellt sich gern

Jeder schlägt mal seine Stunde