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Zwei vertraute Freunde führen ein intensives Gespräch, der KS und sein Alter Ego, der Ka-sidi. Darin schildert der Ka-sidi ausführlich sein Verständnis über die Welt. Verschiedene Geheimnisse des Lebens finden eine Lösung. Der Ka-sidi weiß z.B. das Geheimnis der Ordnung der Welt. Er hat sie nicht nur erkannt und definiert, er kann in einfacher Form den Nutzen für jeden Interessierten darlegen. Der Leser wird motiviert, anhand der Struktur der Ordnung von innen heraus Ansätze zur Lösung seiner Problemsituationen anzugehen. Innerhalb des Gespräches werden Beispiele des alltäglichen Lebens angeführt. Der Ka-sidi erläutert z.B. in nachvollziehbarer Weise, wie Phil Connors, die Hauptfigur des Films "Und täglich grüßt das Murmeltier" durch Anwendung der Ordnung der Welt sich von einem unsympathischen Zyniker zu einem vielseits geschätzten und geliebten Mann wandelt. Und noch so manches mehr.
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Seitenzahl: 316
Veröffentlichungsjahr: 2022
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek.Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter: http://dnb.ddb.de abrufbar.
1. Auflage 2022 Sinzig
Autor
Copyright © 2022 Klaus Surges, Gudestr. 4, 53489 Sinzig.
Alle Rechte liegen bei dem Autor.
Mail: [email protected]
Instagram: @kazoo_58
Lektorat & Korrektorat: Tanja Giese
Coverdesign & Illustrationen: Sania Haschemi
Innenlayout und Satz: Sania Haschemi
ISBN Softcover: 978-3-347-72572-0
ISBN Hardcover: 978-3-347-72573-7
ISBN E-Book: 978-3-347-72574-4
Druck und Distribution im Auftrag des Autors:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung »Impressumservice«, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.
Klaus Surges
Das großeSPIELder WELT
GEDANKENGUT DES KA-SIDI
Inhalt
Vorwort
Teil 1:
Ordnung, die permanent wirkende Energie des Lebens
Der Ka-sidi / Der Weg zu diesem Buch / Was ist eine Weisheit? / Wie kam es zum Titel? / Die Worte Friedrich Schillers
»Schauspielkunst« / Glauben und Wissen / Gott oder nicht? / Die Ordnung / Sein-Tun-Order
Teil 2:
Wie im Großen, so im Kleinen
Das große Spiel der Welt / Die Entstehung nicht-beseelter und beseelter Organismen / Wasser / Instinkt / Seele und Bewusstsein / Der Kreislauf des Lebens / Das Gutrichtige und das Übelverkehrte / Der Sein-Tun-Fächer
Teil 3:
Wertvolle Geschenke
Die Seele und das Bewusstsein
Teil 4:
Der gutrichtige Weg und zum Erfolg führende Beispiele
Der Heilige Gral / Was ist praktisch zu tun? / Ein Beispiel aus dem Leben des KS / Der lange Weg des Phil Connors / Weitere Beispiele / Betrug und Selbstbetrug / Säen und Ernten
Teil 5:
Gutrichtigkeit ist eine Gesinnung, die Selbstbewusstsein aufbaut
Beistand / Selbstbewusstsein / Schuld / Die Liebe / Die wichtigste Weisheit / James Bond und andere Helden der Leinwand / Indiana Jones / Die inneren Begleiter / Die Verkörperung der Gutrichtigkeit / Jake Sully / Andere Welten
Der Sein-Tun-Fächer und das Netzwerk des Lebens bzw. Alles-ist-eins
Abschließende Worte und Dank des KS
Einleitende Worte zu meinem Gebet
Mein Gebet
Vorwort
Das große Spiel der Welt.
Friedrich Schiller spricht es in seinem dramatischen Gedicht »Die Huldigung der Künste« an:
»Wenn du das große Spiel der Welt gesehen,So kehrst du reicher in dich selbst zurück.«
(Aus »Die Huldigung der Künste« von Friedrich Schiller)
Diese Andeutung beinhaltet ein Versprechen: Betrachte das Spiel und du wirst auf dem Weg zu dir selbst bereichert. Das »Gedankengut des Ka-sidi« möchte dir ein Wegbegleiter sein. Darin findest du eine individuelle Version des großen Spiels; mein Verständnis über die Welt, wie sie sich dreht, aus der Perspektive des Ka-sidi. Es will und soll dich bereichern, damit du in deinem Leben weiterkommen kannst. Natürlich nur, wenn du das wünschst. Durch die viele Jahre dauernde Findung und den Aufbau meines Weltverständnisses, durch meine eigene Betrachtung des großen Spiels der Welt konnte es mir gelingen, aus einer Zeit voller Nöte, Angst und Verzweiflung herauszukommen und gleichzeitig einen Status von Glück und Zufriedenheit zu gewinnen. Aus diesem optimistischen Grund fand ich es sinnvoll, all das Geschehene schriftlich zu fixieren und jedem Interessierten offen anzubieten.. Das Gedankengut des Ka-sidi bringt dir das große Spiel der Welt nahe. Die obigen zwei Zeilen Schillers sind original mit weiteren ummantelt. Du lernst im Verlauf des Buchs einiges mehr über die darin steckenden Weisheiten kennen.
Ich bin davon überzeugt, dass du noch nie etwas über den Ka-sidi gehört oder gelesen hast. Wie bloß auch? Er stellt eine nicht real existente Person dar, konkret: mein Alter Ego. Du erfährst aus seinem Munde meine Perspektive und mein Verständnis des großen Spiels der Welt. Er kann das besser als ich.
Woher stammt der Name »Ka-sidi« und was bedeutet er?
»Ka« benennt eine Kurzform meines realen Vornamens, sozusagen der Wortlaut des ersten Buchstabens »K«. Das Wort »sidi« entstammt der arabischen Kulturwelt und bedeutet volkssprachlich so viel wie »Herr« bzw. »der Herr«. Den Bindestrich verwende ich, um mich von eventuell ähnlich klingenden Namen und Begrifflichkeiten abzugrenzen. Wobei in der Bezeichnung »Ka-sidi« bzw. »der Herr K.« grundsätzlich ein guter Schuss Respekt und Anerkennung mitschwingt. Irgendwie gefällt mir das. Daher mein kleiner Ausflug in den Stolz und in die Eitelkeit. Ich beabsichtige, es bei diesem einen Mal zu belassen.
Ich nehme mit meiner ungewöhnlichen Namensgebung eine kleine Anleihe beim spanischen Volkshelden Rodrigo Diaz de Vivar. Er zog als »El Cid« in die Geschichte ein. In meiner Jugend sah ich zum ersten Mal den gleichnamigen Hollywood-Film mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Seine Entschlossenheit, Stärke, Ritterlichkeit und vor allem seine mutigen, edlen Taten haben mich damals wie heute sehr beeindruckt. Auch das nahm Einfluss auf meine Entscheidung zu diesem Beinamen. Das verborgene Sein als Ka-sidi hat eben etwas Mystisches, Geheimnisvolles. Nachdem der Ka-sidi über viele Jahre hinweg sein Gedankengut gefunden und gestaltet hat, kam er zu der Überzeugung, dass er diese Erkenntnisse für die Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Für dieses Vorhaben hat er in seinem Freund KS den idealen Partner gefunden, der sein Weltverständnis verschriftlichen konnte. Sofort zeigte sich KS bereit und gemeinsam entschieden sie sich zu einem ausgiebigen Gespräch, das KS anschließend in Gestalt dieses Buches verschriftlicht hat. Sie vereinbarten, dass sich der Ka-sidi in dem Gespräch Raum und Zeit für die Erläuterung seines Weltverständnisses nehmen darf. Das Gespräch wurde auf ihn als dominierende Hauptperson ausgerichtet. KS war und ist damit vollkommen einverstanden. Er hat die Aufgabe, im Verlauf des Gesprächs zielführende wie auch klärende Fragen zu stellen. Zudem hat er sich bereiterklärt, darauf zu achten, dass inhaltlich möglichst nichts vergessen oder übersehen wird.
Im Vorfeld des Gesprächs haben sich natürlich beide darauf vorbereitet. Im Wissen, was er präsentieren will, erstellte der Ka-sidi mehrere Skizzen, die er dem KS an der entsprechenden Stelle des Gesprächs aushändigen wird.
Das Gespräch wird in seiner Gesamtheit abgebildet. Wegen einer fehlenden Relevanz bleibt der tatsächliche zeitliche Verlauf unberücksichtigt. Ka-sidis Gedankengut ist für Leserinnen wie Leser gleichermaßen geeignet. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben sich der Ka-sidi und KS darauf geeinigt, es bei der männlichen Schreibweise zu belassen.
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.
Teil 1
ORDNUNG,die permanentwirkende Energiedes Lebens
Bevor der Ka-sidi zu Wort kommt, solltest du natürlich das Wissenswerteste über ihn erfahren:
Der Ka-sidi
Der Ka-sidi lebt in der gegenwärtigen Zeit. Seinen Alterszenit hat er bereits deutlich überschritten. Die Höhen wie auch die Tiefen des Lebens kennt er aus eigener Erfahrung. So manche unwegsame Klippe konnte er dabei umschiffen, nicht ohne Blessuren und Verletzungen. Er gilt in einigen Bereichen als gebildet und verfügt über einen Grad an Intelligenz, die ihn unter anderem dazu befähigte, sein individuelles Wissen über das große Spiel der Welt gewinnen zu können. Technische Errungenschaften der Moderne sind ihm geläufig. Die Nutzung eines Computers, eines Smartphones oder ähnlichen Hilfsmitteln sind ihm nicht fremd, obwohl er keinesfalls mehr zu der Generation gehört, der solche Werkzeuge und Anwendungen in den Schoß gefallen sind, die damit ganz natürlich aufgewachsen sind.
Im Grunde ist er eher ein Kopfmensch, ein analoger Typ.
Wie jeder andere Mensch hat sich der Ka-sidi im Laufe seiner vielen Jahre zunächst in verschiedenste Lebenssituationen verwickelt und anschließend peu à peu wieder bestmöglich entwickelt. Er konnte es nicht vermeiden, durch sein Tun die ein oder anderen Scherben zu produzieren. Es ist ihm dabei selbst bewusst, dass er wie alle anderen Menschen fehlbar ist. Wichtig ist es ihm in dem Zusammenhang, dass er zu seinen Fehlern steht und jeweils bestrebt ist, sie wieder auszubügeln. Wie du bestimmt selbst weißt, ist das nachträglich nicht immer zu schaffen.
Nach seiner Bildung des eigenen Weltverständnisses, verbunden mit dem Status des nicht nur glücklichen, zufriedenen, sondern auch weitestgehend selbstbewussten Menschen, spürt er: Er hat es geschafft. Das ist ein Ergebnis seiner neugewonnenen Lebensphilosophie. Er lebt das, was er weiß.
Die meisten, zu denen der Ka-sidi Kontakt gefunden hat, entdecken ihn vor allem als zuverlässigen und vertrauenswürdigen Menschen. Oftmals beweist er, dass Demut und Bescheidenheit aus Gradlinigkeit und dem Glauben an sich selbst kommen. Apropos Glauben: Er wurde in ein christlich orientiertes Elternhaus mit katholischer Ausrichtung geboren. Das prägte seine innere Einstellung zu Gott und dem christlichen Glauben, zu dem er grundsätzlich steht. Er hat die kirchliche Gemeinschaft jedoch im erwachsenen Alter aus innerer Überzeugung verlassen. Mit der Institution Kirche konnte er sich nicht mehr nachhaltig identifizieren.
Das in vielen Schritten erworbene Weltverständnis beruht auf dem Akt der Selbsterfahrung.
Der über viele Jahre anhaltende Prozess zur Gewinnung seines Weltverständnisses ließ den Ka-sidi als Menschen reifen. Er hatte gelernt, sich selbst so zu akzeptieren, wie er ist.
Nachdem er fähig geworden war, alle situationsbedingten »Masken«, alle unnötigen Rollen von Seinstypen, die er in Wirklichkeit gar nicht war, dauerhaft abzulegen, entwickelte er sich zu dem Menschen, der er im Grunde seines Herzens ist. Das war und ist ein äußerst lohnenswertes Ziel. Nicht nur für den Ka-sidi.
In diesem Buch legt der Ka-sidi und nicht ich selbst das Wissen über das große Spiel der Welt in Ausführlichkeit dar.
Er wie auch ich, wir beide sind von dem tiefen Wunsch beseelt, dass du am Ende des Buchs das sorgfältig zusammengefügte Mosaik, das große Spiel der Welt, in deiner eigenen Geisteswelt nachvollziehen und Erkenntnisse daraus gewinnen kannst. Wir händigen dir solide Ideen aus, die dich in deinem Leben weiterbringen können, die dich wachsen lassen können. Einige der angeführten Theorien könnten provozierend wirken, sind jedoch immer ernst gemeint und gehören aus unserer inneren Überzeugung in das beschriebene, in sich runde und stimmige Gesamtbild.
Fühle dich eingeladen, nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem praktische Hilfestellungen präsentiert zu bekommen. Du erhältst nicht nur die konkrete Chance, ein rundum zufriedeneres Leben zu führen, sondern gleichzeitig deinen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten.
Das Gespräch
KS:Ka-sidi, du behauptest, aus einer Zeit voller Nöte, Angst und Verzweiflung in den Zustand voller Glück und Zufriedenheit gewechselt zu sein. Wie hast du das geschafft?
Ka-sidi: Im Nachhinein betrachtet stellt mein gesamtes Leben den Anlauf dazu dar. Nach einem eher gewöhnlichen, mittelständischen Leben mit vielen Aufs und Abs begann in der Zeit von vor ungefähr 35 Jahren der Prozess, den ich als »meinen Weg« empfinde und bezeichne. Unzufriedenheit mit meinem bis dahin bürgerlichen Leben machte sich ganz langsam in mir breit. Das setzte sich über einen längeren Zeitraum fort. Aus Gründen der Diskretion gehe ich nicht weiter auf sensible Bereiche des privaten Lebens ein. Das tue ich bei der Beantwortung dieser und aller folgenden Fragen nicht. Ist das für dich in Ordnung?
KS:Natürlich. Das geht klar. Wer, wenn nicht ich, kann das gut verstehen. Fahre fort.
Ka-sidi: Gleichzeitig fand ich schnell ein hohes Interesse am Umgang mit dem großen Bereich der Kommunikation. Nachdem ich bereits mit Freude mehrere beruflich initiierte Seminare erlebt und darin besonders intensive Begegnungen und Erfahrungen gesammelt hatte, vertiefte ich dieses neue Faible durch das Lesen kommunikationsbezogener Bücher. Im Laufe der Jahre verschlang ich eine Vielzahl an Literatur. Das blieb nicht ohne Wirkung, denn durch sie fühlte ich mein Leben und mich bereichert. Von Zeit zu Zeit schlüpfte ich in die Rolle eines Ratgebers, beruflich wie privat. Ich spürte dabei tief in mir ein neu aufgekommenes Wohlgefühl. Es bereitete mir Freude, anderen helfen zu können. Die Zeit schritt voran und die Themen der Bücher wandelten sich fort von reinen Kommunikationsbüchern hin zu solchen mit spirituellen Inhalten, hauptsächlich im Sinne der Metaphysik und Ähnlichem. Unterstützung auf meinem Weg erhielt ich von Seiten des damaligen Arbeitgebers sowie aus dem Privaten. Ich besuchte weiterhin unterschiedlich orientierte Seminare und genoss das Lesen vieler Bücher in Richtung Spiritualität. Das Erleben sehr vieler Kontakte und Begegnungen bereicherte mich immens. Anfang des neuen Jahrtausends bezeichnete ich mich selbst als spirituellen Menschen. Neben einer Menge an Fundiertem schwang das ein oder andere Mal so manche im Grunde kontraproduktive esoterische Schwärmerei mit.
Im Nachhinein betrachtet gehört das wohl zum Prozess dazu. Demnach akzeptiere ich jetzt diese Erfahrungen als notwendige Exkurse. Dann änderten sich meine Lebensumstände in dramatischer Weise. Ich verwickelte mich zum einen in Verhältnisse, die mich in tiefe Schwierigkeiten bis hin zu Krisen brachten. Ich erwähnte bereits, ich manövrierte mich selbst in eine Zeit voller Nöte, Angst und Verzweiflung. Das will ich hier so stehen lassen und nicht ausführlich bzw. detailliert darüber berichten. Das Wichtigste dabei ist, dass ich letzten Endes auf meinem Weg auch wieder aus diesen Krisen herausgefunden habe. Zu meinem Glück standen mir so manches Mal Helfer zur Seite.
Zum anderen tat sich in meinem Inneren eine völlig neue Welt auf. Das führt uns zurück zu der von dir gestellten Frage: Wie hast du es geschafft?
Es begann der Pfad der Selbsterfahrung hin zur Erkenntnis meines Weltverständnisses, zu meinem Lebenswerk, zu unserem gemeinsamen Vorhaben, ein Buch mit philosophischem Inhalt zu veröffentlichen.
Auf der Basis meiner vormals langjährigen Studien in den Bereichen Kommunikation und Spiritualität geschah etwas für mich ganz Wundervolles: Eines Tages machte es tief in mir »Klick«. Wie von Zauberhand angeregt spürte ich eine innere Verwandlung. Offenbar hatte ich in dem Moment etwas ganz Spezielles verstanden.
In meiner Freizeit schaute ich damals wie heute gern TV, egal, ob Sportberichte, Filme, Dokumentationen und Ähnliches. Zudem ging ich schon immer mit Vorliebe ins Kino. Seit geraumer Zeit lege ich hin und wieder eine DVD in den Recorder und genieße das ein oder andere Live-Konzert von geliebten Bands usw. Natürlich besitze ich eine kleine Sammlung an Kinofilmen in DVDFormat, die ich von Zeit zu Zeit anschaue. Dank meiner hohen Affinität zur Musik nenne ich seit meiner Jugend eine hohe Anzahl an Schallplatten, Audiokassetten und CDs mein Eigen, von denen ich viel Gebrauch mache. Neuerdings profitiere ich oft von den angesagten Streaming-Diensten.
Ich möchte auf Folgendes hinaus: Beim Sehen bewegter Bilder und beim Hören von Songs wie auch beim Lesen unterschiedlichster Literatur stieß ich seither auf verbale Passagen, die mir wichtig erschienen. Jedes Mal war es so, als ob mir eine außenstehende Person ins Ohr flüsterte: »Das war eben ganz wichtig! Schreibe es dir auf!«
Durch den vormals innerlich erlebten »Klick« war ich sensibilisiert und notierte mir tatsächlich alles, was mich in dieser Weise erreichte.
KS:Du hast demnach keine grundlegende Ausbildung, kein akademisches Studium im Zusammenhang mit der Philosophie alsLehre? Wenn ich das richtig verstehe, bist du auf autodidaktischem Weg auf dein Gedankengut gekommen?
Ka-sidi: Tatsächlich ja. Mein soeben beschriebener Weg brachte mich zu dem ganz speziellen Moment, an dem es diesen geheimnisvollen »Klick« machte. Im Nachhinein betrachtet will ich es als »gutrichtigen Klick« bezeichnen. Ich wurde dadurch zur Erkenntnis von Denk- und Handlungsweisen sensibilisiert, die für eine einzelne Person, mehrere oder viele ohne Einschränkung förderlich sind. Wie ich es ausdrücke: für Gutrichtiges.
Außerhalb meines persönlichen Gedankenguts könnte man sagen: Für das, was ethisch-moralisch rein, tugendhaft und akzeptabel ist.
KS:Augenblick bitte. Kannst du kurz erläutern, was du genau mit dem »Gutrichtigen« meinst. Ist es eine Wortschöpfung von dir?
Ka-sidi: Ja, exakt, das ist es.
Genauso wie das »Übelverkehrte«. Beide Begriffskreationen stellen Synonyme für das »Gute« sowie das »Böse« dar. Diese beiden Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch intensiv genutzt. Das ist grundsätzlich vollkommen in Ordnung, doch im Kontext des großen Spiels der Welt sind sie inhaltlich nicht exakt genug.
Ein Dieb, der mit Stehlen oder Betrügen für seinen Unterhalt sorgt, wird sein Vorgehen aus der eigenen Perspektive als »gut« bezeichnen, obwohl es aus rechtlicher sowie ethischer Betrachtungsweise genau das Gegenteil bedeutet. Ich bin überzeugt, tief in seinem Inneren wird er wissen, dass sein Verhalten weder gut noch richtig ist. Eltern bezeichnen das Verhalten ihres Kindes manchmal als »böse«, obwohl es eher als »ungezogen« zu gelten hat. Ich will damit ausdrücken, dass diese beiden Begriffe in der praktischen Welt diffus eingesetzt werden. Es ist mir aus diesem Grund sehr wichtig, Eindeutigkeit zu schaffen und für sie zwei neue Synonyme einzuführen:
Aus »das Gute« wird im Kontext meines Weltverständnisses: »das Gutrichtige« und aus »das Böse« wird: »das Übelverkehrte«.
An dieser Stelle würde ich es gern mit Erläuterungen zu den beiden Wortschöpfungen belassen. Ich bin mir sicher, dass es im Rahmen unseres weiteren Gesprächs vertiefende Beschreibungen darüber geben wird. Geht das für dich in Ordnung, KS?
KS:Ja, natürlich. Das überlasse ich dir.
Gut, du sagtest vorhin, der »gutrichtige Klick« sensibilisierte dich für das »Gutrichtige«. Bitte fahre fort.
Ka-sidi: Danke.
Von diesem Moment an begegneten mir fortlaufend wichtige Aspekte, die ich jedes Mal nach ihrer direkten Wahrnehmung schriftlich fixierte. Der Prozess hatte begonnen und nahm seinen Verlauf. Nach einiger Zeit war mein Fundus an wichtigen Botschaften nennenswert gewachsen. Natürlich fing ich neben deren Sammlung an, über sie nachzudenken. Wie von Zauberhand entdeckte ich dabei, dass zwischen ihnen ein Zusammenhang, eine Struktur und Ordnung besteht. Das fand ich spannend.
Der seinerzeit gestartete Prozess setzte sich immer weiter fort. Ich verspürte eine neue mich erfüllende Aufgabe.
KS:War das ein Dauerzustand oder trat es punktuell auf?
Ka-sidi: Es war von Anfang an ein Dauerzustand. Meine Sensibilisierung zeigte sich und verließ mich bis heute nicht mehr. Ein besonderes Ergebnis aus dem seinerzeit begonnenen und lange währenden Prozess ist meine persönliche Sicht auf das Geschehen der Welt, das der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar ein wenig das der Zukunft. Ich war imstande, ein erweitertes Weltverständnis aufzubauen und schriftlich zu fixieren. Die von mir als wichtig erkannten Botschaften sind eindeutig Weisheiten. Lebensnahe Weisheiten, die Menschen der Vergangenheit und Gegenwart entdeckt und überliefert haben. Indem ich sie sammelte und intensiv über sie nachdachte, kristallisierte sich in mir die Überzeugung, dass zwischen all diesen Weisheiten eine Verbindung besteht. Es liegt für mich darin eine Gesetzmäßigkeit, eine Ordnung. Strukturell vergleiche ich diese Ordnung mit dem neuronalen Netz unseres Gehirns. Es besteht aus unzähligen, miteinander verknüpften Punkten, die Weiterleitungen von Daten und Informationen gewährleisten.
Es handelt sich um Weisheiten, welche die Menschheit seit Anbeginn ihrer Zeit erfahren und in verschiedener Art überliefert hat, mündlich, schriftlich (Schriftrollen, Briefe, Bücher etc.) oder in diverser medialer Form (Songs und Lieder aller Art, Interviews, Dokumentationen, Filme etc.). So sind im Laufe vieler tausend Jahre eine hohe Anzahl an Weisheiten (Hinweise, Ratschläge, Sinnsprüche etc.) entstanden, überliefert und in irgendeiner Form manifestiert worden. Sie entspringen nicht nur den Erfahrungen, dem Wissen und dem Verstand vieler bekannter Philosophen, Dichtern und Denkern, Schriftstellern, Drehbuchautoren, Journalisten, Wissenschaftlern, Personen aus dem öffentlichen Leben, sondern oft Menschen wie du und ich. Das ist das besonders Schöne daran.
KS:Was genau ist denn eine Weisheit, die du meinst? Kannst du ein paar Worte mehr dazu sagen?
Ka-sidi: Gern. Eine reine, eine akzeptable Weisheit besitzt die uneingeschränkte Eigenschaft, für eine, mehrere, viele oder sogar alle Personen und Gegenstände ausschließlich positive Auswirkungen zu haben. Das kann für die Gesamtheit aller Menschen wie auch Tiere oder Pflanzen gelten, das sogenannte große Ganze. Eine Weisheit muss positive Auswirkungen innehaben. Sie muss für alle Beteiligten nicht nur gut, sondern gleichfalls richtig im Sinne von förderlich sein. Ihr Charakter muss gutrichtig sein. Ansonsten wäre es keine Weisheit gemäß dieser Definition.Während ein Sinnspruch wie z. B. »Ehrlich währt am längsten« als eine echte Weisheit anzuerkennen ist, gilt es für »Frechheit siegt« nicht. Zu groß ist dabei die Möglichkeit, dass dessen Umsetzung auf dem Rücken eines anderen vollzogen wird, was für diesen keinesfalls förderlich wäre. Ich zitiere einen weiteren Sinnspruch, welcher keinesfalls in die Kategorie der gutrichtigen Weisheiten gehört: »Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt«. Wer diesem Sinnspruch folgt, eröffnet sich und eventuell anderen jegliches Tun von Bösem, Schlechtem, Nichtförderlichem. Ich finde, das darf so nicht sein.
Weisheiten geben uns Menschen Halt und Orientierung. Ihre innewohnenden Botschaften können uns zum Lernen und Wachsen inspirieren. Das versteht sich so ähnlich wie bezüglich der Zehn Gebote, die Moses laut der Bibel von Gott ausgehändigt bekam. Auch sie sollten neben anderen Quellen Leitlinien darstellen, um zu einem guten Leben kommen zu können.
Einige der Weltreligionen bieten ihren Gläubigen die Lehren in heiligen Schriften an, z. B. das Christentum durch die Bibel, der Islam mittels des Korans, der Hinduismus durch die Veden, der Taoismus anhand des Tao-te-kings, das Judentum durch die Thora. Und die religiöse Welt kennt einige Schriften mehr.
Gemäß Aristoteles‘ »Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile« bildet die Gesamtheit der Weisheiten etwas Eigenes.
Dieses Ganze, auch bezeichnet als das große Ganze, definiere ich aus meiner philosophischen Sichtweise auch als das wahre Leben. Es ist kein Mysterium. Wir Menschen sind unterwegs, es zu erkennen. Es ist eine der höchsten Aufgaben des Menschen, meines Erachtens sogar die höchste. Nach dessen Erreichen befindet sich der Mensch als Einzelner bzw. letzten Endes die Menschheit als Gesamtes außerhalb der gravierenden Polarität zwischen Gut und Böse. Der Mensch hat das Böse überwunden. Sein Denken und Handeln orientiert sich möglichst nah am Guten bzw. am Gutrichtigen.
Zurück zu meinen zuvor begonnenen Schilderungen:
Ich benötigte noch einige Jahre, um aus der persönlichen Sackgasse, in der ich mich befand, mit Hilfe einiger menschlicher »Engel« und vor allem aus eigener Kraft herauszufinden. Mehr und mehr erreichte ich die ersehnte Entspannung. Der vormals Getriebene konnte Ruhe und ein hohes Maß an Zufriedenheit finden. Die im erwähnten Prozess gewonnenen Erkenntnisse bewirkten bei mir selbst positives Wachstum.
Indem ich die Weisheiten nicht nur sammelte, sondern intensiv über sie nachgrübelte, erkannte ich im Laufe der Zeit die vielen Zusammenhänge. Mein Verständnis über eine Menge an Hintergründen des Lebens erweiterte sich und ließ mich persönlich dabei reifen. Ich integrierte sie bestmöglich in mein eigenes Leben. Ich selbst wurde aus Erkenntnis weiser.
Diesen Aufbau einer Art philosophischen Wissens, das Gestalten dieses Buchs bei parallelem Ausleben der selbst gefundenen Inhalte verstehe ich als einen speziellen Karriereweg: Als Mensch Karriere machen. Werde und sei, der du bist.
Neben der Gewinnung von Erkenntnissen war es entscheidend wichtig, dass ich mir selbst nichts mehr vormachte. Die Besinnung auf das eigene Tun des Gutrichtigen bei gleichzeitigem Stoppen des Betrügens von anderen und sich selbst bildeten gewichtige Bausteine auf dem Weg meiner Entwicklung. Ich fand mein Glück. Ich trat ins wahre Leben ein.
KS:Klingt überzeugend und spannend. Offensichtlich hast du in deinem Entwicklungsprozess so einiges erlebt. Wie kam es eigentlich zum Titel dieses Buchs?
Ka-sidi: Nachdem ich mehrere Jahre lang die unterschiedlichsten Weisheiten gesammelt und mir darüber Gedanken gemacht hatte, konnte ich all mein neues Wissen über das gewonnene Weltverständnis schriftlich fixieren. So als ob ich durch jemanden von außen dazu aufgefordert wurde. Ich schrieb also mein allererstes Manuskript. Das war natürlich äußerst aufregend. Als ungeübter Schreiber brauchte es seine Zeit, bis ich in Fluss kommen konnte. Als es später endlich fertiggestellt war, bat ich einige mir nahestehende Personen darum, es aufmerksam zu lesen und mir anschließend Rückmeldung zu geben.
Die erhaltenen Feedbacks waren nicht gerade euphorisch, doch auch nicht entmutigend. Ich gab diesem Manuskript den Titel »Das Werk aller«. Das hatte seinen triftigen Grund. Mittels der Sammlung und Aufarbeitung aller inhaltlichen Aspekte wurde mir bewusst, dass sowohl im gesamten Universum wie auch zwischen dem Tun aller Menschen, Tiere und Pflanzen Verbindungen bestehen. Alles hängt irgendwie zusammen. Ich kam dahinter. Ich entdeckte während meiner Recherchen nicht nur die universelle Ordnung, sondern gleichfalls den Gedankenansatz von »Alles-isteins«. Deswegen wählte ich seinerzeit den Titel »Das Werk aller«.
Im Rahmen dieses Schreibprozesses entdeckte ich Friedrich Schillers lyrisches Spiel »Die Huldigung der Künste«. Eine Passage hatte es mir im Besonderen angetan. Die Worte der Schauspielkunst, welche wie folgt ihre eigenen Qualitäten beschreibt:
»Ein Janusbild lass´ ich vor dir erscheinen,
Die Freude zeigt es hier und hier den Schmerz.
Die Menschheit wechselt zwischen Lust und Weinen,
Und mit dem Ernste gattet sich der Scherz.
Mit allen seinen Tiefen, seinen HöhenRoll´ ich das Leben ab vor deinem Blick.
Wenn du das große Spiel der Welt gesehen,
So kehrst du reicher in dich selbst zurück.
Denn, wer den Sinn auf´s Ganze hält´ gerichtet,
Dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet.«
(Aus »Die Huldigung der Künste« von Friedrich Schiller)
Ein paar Tage später ging mir beim Sinnieren über diese Verse ein Licht auf. In diesen wundervollen, romantischen und gleichzeitig auch weisen Sätzen steckt ganz viel Wahrheit. Dieses Zitat aus Schillers Werk schob sich schnell in meinen besonderen Fokus. Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht dazu ausführen.
KS:Aus welchem Grund?
Ka-sidi: Ich bin mir sicher, dass du mir noch tiefer schürfende Fragen stellen wirst, wo ich meine diesbezüglichen Gedanken bei der Beantwortung besser einflechten kann. Ich meine, dafür ist es jetzt noch zu früh.
KS:In Ordnung. Weiter.
Ka-sidi: Bezüglich meines Buchs ergab sich dann aus verschiedenen Gründen eine Unterbrechung des Ausarbeitungsprozesses.
Einzelheiten dazu spielen hier keine Rolle.
In Person meiner Ehefrau erhielt ich dann einen vertrauenswürdigen Verbündeten und Förderer. Insbesondere ohne sie, ihre Unterstützung und fortwährenden Ermutigungen wäre ich nicht da, wo ich mich heute befinde. Wir konnten unser Leben derart gestalten, dass ich meinen Entwicklungs- wie auch Schreibeprozess in meinem Tempo weiterführen konnte.
Ich erkannte, dass mein erstes Manuskript für mich persönlich wie für den Schreibprozess sehr wichtig war, doch noch nicht ein würdiges Endresultat sein konnte.
Es ging weiter. Ich sammelte fleißig Weisheiten und machte mir meine Gedanken. Kurzfristig hintereinander verfasste ich zwei neue Versionen meines Manuskriptes. Friedrich Schiller mit den Worten der Schauspielkunst hielt sich tatsächlich als zentraler Punkt meiner Überzeugungen.
Ich arbeitete die ganze Zeit über weiter an meinem Lebenswerk. Weisheiten sammeln, darüber nachdenken, Beiträge zur jeweils aktuellen Version des Manuskripts verfassen. Es ergab sich in diesem Tun ein Kreislauf, von dem ich sehr erfüllt war. Tief in meinem Inneren spürte ich nicht nur eine permanente Begeisterung, sondern irgendetwas in mir ließ mich erahnen, dass ich auf der Spur von etwas Besonderem war. Von diesem nach Überheblichkeit klingenden Gedanken konnte und kann mich auch nichts abbringen. Ich wusste und weiß, es ist wahr.
Wunderbar, dass zwischen dem Ausreifen des Manuskripts und meinem individuellen Wachstum eine Parallelität bestand. Je mehr sich der Inhalt meiner verfassten Gedanken verdichtete, desto mehr konnte ich daran wachsen.
Ich hatte seinerzeit zunächst den »gutrichtigen Klick« verspürt und dabei etwas verstanden. Dann begannen der Aufbau und die Entwicklung meines Lebenswerkes sowie der Prozess meiner eigenen persönlichen Reifung zu dem Menschen, der ich wirklich bin.
Zum Glück warfen mich kleine Rückschläge nicht um. Nach Beendigung der dritten Version meines Manuskriptes war ich der Überzeugung, dass ich nun ein druck- und präsentierreifes Ergebnis produziert hatte. Doch da lag ich falsch. Das machte mir jedoch nicht viel aus.
Die Reaktionen der wenigen Leute, die ich vertraulich einbezogen hatte, wie auch meine eigenen Reflexionen überzeugten mich vom Fakt, ein erneutes Mal danebengelegen zu haben. Da sich schnell neue wertvolle und kreative Gedanken einstellten, machte ich mich erneut ans Werk. Meine innere Überzeugung von der Güte meines Projekts und die darin liegende Begeisterung trieben mich fast schon spielerisch zur Fortführung an.
Inzwischen erreichte ich das Verfassen eines Manuskripts, von dem ich weiß, dass es das richtige sein wird. Dazu fällt mir der Vergleich mit der Maslowschen Bedürfnis-Pyramide ein. Diese ist ein sozialpsychologisches Modell des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow. Es beschreibt zur einfachen Erklärung in einer hierarchischen Struktur menschliche Bedürfnisse und Motivationen. Je mehr man sich zu ihrer Spitze hocharbeitet, desto dichter, hochwertiger und intensiver wird das eigene Befinden, bis hin zum Status der Selbstverwirklichung.
Damit sind wir beide am Punkt angelangt, der die Frage danach beantwortet, warum ich unser Buch »Das große Spiel der Welt« nennen möchte. Das von Schiller angeführte große Spiel der Welt bildet eins der zentralen Themen meines Weltverständnisses. Aus ihm heraus ist das in meinem Gedankengut liegende Weltverständnis klar und nachvollziehbar.
Ich möchte nicht nur das große Spiel der Welt erklären, sondern es sowohl mit Beispielen aus dem Leben bestücken sowie mit leicht verständlichen Handlungsmustern für jeden, der solches will.
KS:Kannst du ein konkretes Beispiel nennen?
Ka-sidi:Das Tolle am »gutrichtigen Klick« ist die Möglichkeit, das Gutrichtige zu erkennen, wo und wie auch immer es stattgefunden hat. Es ist die Basis meines Verständnisses.
Innerhalb meines Gedankenguts habe ich eine Vielzahl an Personen kennengelernt, die das Prinzip der Gutrichtigkeit entweder von sich aus praktizieren bzw. es durch unterschiedliche Erfahrungen nahegelegt bekommen haben.
Zwei Beispiele dazu. Beide entspringen Geschichten, die in der Weihnachtszeit spielen.
Erstens: Die fiktive Person des Jungen Cedric Errol, allgemein bekannt und überaus beliebt als »Der kleine Lord« aus dem gleichnamigen Roman. Sein reines, liebevolles und natürliches Wesen zieht nicht nur seinen verbitterten Großvater plus alle weiteren Personen des Romans bzw. Films, sondern gleichfalls uns als Leser bzw. Zuschauer in seinen Bann. Er steht uns allen als Vorbild für eine menschliche Identität gemäß der Prinzipien der Gutrichtigkeit. Ich möchte ergänzen, dass seine Mutter im Film einen sehr bemerkenswerten, weil weisen Satz ausspricht: »Jeder sollte die Welt mit seinem Leben ein klein wenig besser machen.«
Wie wahr.
Zweitens: Möglicherweise ist dir der menschenverachtende, verbitterte und vor allem extrem geizige Kaufmann namens Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens´ »A Christmas Carol« (»Eine Weihnachtsgeschichte«) bekannt. Sein Verhalten war bitter. Niemand konnte ihn leiden, was kein Wunder war. Im Gegensatz zu Cedric wurde er durch äußeren Einfluss auf Gutrichtigkeit gestoßen. Ebenezer Scrooge erhielt in drei Nächten Besuch von jeweils einem Geist der Weihnacht, der ihm schmerzlich vorführte, dass er sich tunlichst bald zum Guten wandeln sollte. Was war das eine Freude, zu beobachten, wie es ihm gelang. Ebenezer Scrooge transformierte sich durch Erkenntnis zu einem echten Wohltäter der Menschheit.
Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs wirst du weitere Beispiele kennenlernen. Ich muss erwähnen, dass es sich dabei in aller Regel um fiktive Personen handelt, Menschen aus Romanen und Filmen. Der Zugang zu ihrem Handeln ist einfach nachvollziehbar. Zudem sind sie vielen Menschen bekannt und geläufig.
Gutrichtig denkende und handelnde Personen des realen Lebens sind sicherlich zuhauf vorhanden, doch ihr Tun bleibt dabei nur schwerlich erkennbar. Eine Beschreibung wie auch Beurteilung wird dadurch erheblich erschwert.
Das große Spiel der Welt ist grundsätzlich das, was im allgemeinen Sprachgebrauch als das große Ganze bezeichnet wird. Mein Gedankengut legt dir dessen Inhalte und Sinnhaftigkeiten zu Füßen. Gleichzeitig erhältst du detaillierte Vorschläge, was du völlig unabhängig und aus dir selbst heraus tun kannst, um individuelles Wachstum zu erreichen. Ich zitiere nochmals Schiller:
»Wenn du das große Spiel der Welt gesehen,
So kehrst du reicher in dich selbst zurück.
Denn, wer den Sinn auf´s Ganze hält´ gerichtet,
Dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet.«
Du wirst zu diesen Versen später noch detaillierte Erläuterungen und die Darlegung von Zusammenhängen mit anderen Aspekten erhalten. Ich bitte dich noch etwas um Geduld.
Ja, mein lieber KS, ich weiß, das sind selbstbewusste Worte. Doch ich drücke sie in Demut und ohne jegliche Überheblichkeit aus. Mein Gedankengut ist in sich stimmig und kann jeden, der offen dafür ist, zu Glück und Zufriedenheit führen, sofern er es wünscht bzw. für notwendig erachtet. Da es mir selbst bereits gelungen ist, sei es mir gestattet, diese vollmundigen Behauptungen auszudrücken. Ich weiß, wovon ich spreche.
KS:Wenn ich dich richtig verstanden habe, heißt das, du kannst in erklärender Weise das große Spiel der Welt beschreiben und dazu konkrete praktische Anleitungen zum Tun vermitteln. Zusätzlich siehst du dich in der Lage, anderen Menschen auf deren Wunsch hin Hilfestellung leisten zu können.
Ka-sidi: Ich weiß, das klingt möglicherweise verrückt, doch es entspricht der Wahrheit.
KS:Akzeptiert. Ich glaube es dir. Jetzt bin ich erst recht auf deine weiteren Ausführungen gespannt. Wo wir gerade beim Stichwort »glauben« sind: Wie unterscheidest du Glauben und Wissen?
Ka-sidi: Es ist sehr gut, dass du danach fragst. Glauben und Wissen. An dieser Stelle erwähne ich es im Voraus: Eine Menge von dem, was sich in meinem Gedankengut befindet, erkannte ich aus einem Kontext des jeweils aktuell zu betrachtenden Themas. Im Grunde habe ich eins und eins addiert, manchmal auch eins und eins und eins, so dass die in dem Moment vorliegenden Aspekte schlüssig zueinander passten. Wobei ich mir dabei nicht einfach etwas in der Form zusammengereimt habe, bis es dann stimmend geworden war. Das wäre etwas völlig anderes.
Ich nenne ein Beispiel: Von meiner Kindheit und Jugend an wuchs ich mit dem Gedanken auf, dass es Gott, den lieben Gott, gibt. Ich habe es geglaubt, weil es mir mein direktes Umfeld, meine Eltern, verschiedene Lehrer, Priester usw., gesagt hatte. Es kam für mich überhaupt nicht in Frage, dass dem nicht so wäre. Im Prozess des Aufbaus meines Weltverständnisses drang ich wie von selbst tiefer in die Thematik »Gibt es Gott oder nicht?«. So wechselte inzwischen meine Antwort auf diese Frage von »Ja, ich glaube an Gott.« in »Ja, ich weiß, dass es ihn gibt.«
Ein Unterschied zwischen etwas zu glauben und etwas zu wissen liegt in der eigenen dahinter stehenden, gesicherten Überzeugung.
Wenn ich mir über irgendetwas nicht sicher bin, so glaube ich es. Ich nehme an, dass es stimmt. Wenn ich andererseits Fakten als wahr akzeptiere, so weiß ich es und stehe dazu. Echte Beweise benötige ich nicht. Natürlich bleibt es sinnvoll, mit Wissen flexibel umzugehen. Treten neue Erkenntnisse auf, so sollte ich bereit sein, meine Überzeugung mindestens zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
»Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erdeals wir mit unserem Verstand erkennen können.«
(Lao-Tse, chin. Philosoph, 6. Jhd. v. Chr.)
Diese Weisheit des chinesischen Gelehrten Lao-Tse kann ein Schlüssel zu einem Mehr an Wissen bedeuten. So manches Mal im Leben stößt man auf Gegebenheiten, die nur schwerlich oder gar nicht erklärt werden können. Was spricht dagegen, seine Sinne inklusive des Gehirns zu aktivieren und eigene Schlüsse zu ziehen? Mal zu seinen Überzeugungen zu stehen und nicht einfach opportunistisch Behauptungen anderer zu akzeptieren? Der Ausspruch von Lao-Tse kann viel Gutes bewirken.
Unterstützung kann man so manches Mal durch einen Blick über den sogenannten Tellerrand gewinnen. Ich selbst bin großer Fan vom Blicken über den Tellerrand. Er befähigt gemäß William Shakespeare zu Erkenntnissen von »mehr als sich unsere Schulweisheit träumen lässt.« Nicht immer kann das sich jenseits des Tellerrandes befindende zufriedenstellend erklärt sein. Was auf jeden Fall hilft ist eine eigene Überzeugung, die mit gestärktem Rückgrat vertreten wird.
Ich gebe offen zu, in meinem Gedankengut taucht die ein oder andere Theorie bzw. Überzeugung auf, die so manchem neu oder sogar fremd erscheinen könnte. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich nichts einfach so dazu gedichtet habe, nur um einen Sachverhalt zu komplettieren. Immerhin biete ich eine Version des großen Spiels der Welt an. Da muss alles schlüssig zueinander passen. Es muss eine runde Sache sein.
KS:Gib bitte mal ein Beispiel.
Ka-sidi: Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs werde ich das Thema »Seele« aus meiner Sicht heraus darstellen. Über viele Jahre habe ich mich gedanklich damit auseinandergesetzt. Inzwischen ist mir klar geworden, welche Rolle die Seele im Gefüge des großen Spiels der Welt einnimmt. Mein Verständnis darüber könnte den ein oder anderen erstaunen lassen und meine Sichtweise eventuell zur Ablehnung bringen. Ich selbst akzeptiere auch nicht jede Theorie. Zum Glück gibt es immer wieder die unterschiedlichsten Meinungen und Ausrichtungen. Solange im Austausch darüber respektvoll miteinander umgegangen wird, kommt es zu keinen oder nur geringen kontraproduktiven Konflikten. Manches Mal kann, wie du selbst weißt, gerade ein offener Konflikt zu einem produktiven Ergebnis führen.
Im Zusammenhang mit Akzeptanz fremder Ansichten erinnere ich an den Tellerrand und den Sinnspruch von Lao-Tse.
Täusche ich mich oder erkenne ich an deinem Gesichtsausdruck, dass dir in diesem Augenblick eine ganz spezielle Frage auf den Lippen brennt?
KS:Nein, du schlauer Fuchs! Du täuscht dich nicht! Hier ist sie: Gibt es Gott oder nicht? Erkläre mir bitte detailliert deine persönlichen Standpunkte.
Ka-sidi: Offensichtlich ist unter den Menschen die Überzeugung sehr gespalten, ob es Gott gibt oder nicht. Die einen glauben es, im Sinne von »es für sich wissen«, die anderen nicht oder eher nicht und wieder andere sind unentschlossen.
Bestimmt hat jeder seine Gründe, die es zu respektieren gilt. Einerseits gibt es Menschen, deren Ideen und Gedanken sich jenseits des sogenannten Tellerrands aufhalten. Andere wiederum erleben das kaum oder sogar gar nicht.
Beide Haltungen können grundsätzlich Akzeptanz finden, weil das aus natürlichen und biographisch-kulturellen Vorgaben kommt. Zweitens unterliegt der Umgang mit den eigenen geistigen Fähigkeiten der individuellen Freiheit wie sonst wohl nichts anderes. Diejenigen, welche nur bis zum Ende des Tellerrands und keinesfalls darüber hinaus schauen wollen, erschaffen sich dadurch selbst eine Grenze. Nicht jedem von uns sind Veränderungen angenehm. Diese findet man üblicherweise jenseits des Tellerrands.
Es lohnt sich, einen Blick dorthin zu wagen. Aus diesem Grund die eigene Komfortzone zu verlassen, halte ich für lohnenswert.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Ausgangspunkt und seine Identität. Im Verlauf meines Lebens lernte ich oberflächlich einiges über andere Weltreligionen. So manches davon zog in mein Verständnis über die Welt ein.
In den vielen Jahren des Aufbaus meines Gedankenguts gewann ich persönliche neue Ansichten über Gott. Es ist mir an dieser Stelle ein Anliegen, darüber zu berichten. Möglicherweise möchte der ein oder andere sein Verständnis über Gott aus eigener Überzeugung neu strukturieren, vielleicht sein Verhältnis zu ihm neu ordnen? Wer weiß?
Doch dies wäre eine persönliche Entscheidung. Unser Buchvorhaben soll keine Wegbeschreibung in Religiosität sein. Es will auch nicht über die Existenz oder Nichtexistenz Gottes entscheiden. Aber ein paar Dinge will ich auf jeden Fall festhalten.
Wie bereits erwähnt, es ist die Absicht dieses Buchs, andere zu bereichern. Ich sage an dieser Stelle ausdrücklich, dass dafür ein Glauben an bzw. das Wissen von Gottes Existenz nicht entscheidend ist.
Meine beabsichtigte Botschaft lautet: Finde den Schlüssel zu dir selbst, zu deinem individuellen Wachstum und werde bzw. sei, der du wirklich bist. Ob demnach Gott seine Hände im Spiel hat oder nicht, darf vernachlässigt sein.
Jedoch komme ich nicht daran vorbei, meine Position darüber eindeutig zu definieren. Ansonsten wäre mir das Darstellen meines Weltverständnisses ohne das Verlieren des roten Fadens nicht möglich.
Ich bin in einem Elternhaus katholischen Glaubens aufgewachsen. Von klein auf habe ich den Glauben an Gott angenommen und gebe zu, es gern getan zu haben. Für mich war das Leben innerhalb der christlichen Welt stimmig.
Mit der Ausbildung eines neuen Weltverständnisses erweiterte sich mein Bezug zu Gott vom Status eines Glaubens zu einer festen Überzeugung, zum Wissen: Ja, für mich gibt es Gott.
Es liegt mir absolut fern, jemand anderen darüber belehren oder davon überzeugen zu wollen. Ich respektiere die Standpunkte eines jeden. Es sei mir ein Rat erlaubt: Diejenigen, die bereit sind, ab und zu mal über den sogenannten Tellerrand hinauszuschauen, sollten dieses Buch nicht einfach zur Seite legen. Wer es tut, nimmt sich eventuell die Chance, eine möglicherweise ganz neue Perspektive auf Gott und die Welt zu gewinnen.
Mein persönliches Verständnis von Gott:
