Das Haus mit den drei Leiern - H. K. - E-Book

Das Haus mit den drei Leiern E-Book

H K

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Beschreibung

In "Das Haus mit den drei Leiern" entführt H. K. den Leser in ein faszinierendes, melancholisches Universum, in dem sich die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen. Das Buch ist geprägt von einer poetischen Sprache, die mit dichterischen Bildern und emotionalen Tiefen spielt. Der Protagonist begibt sich auf eine Reise, die von Erinnerungen, Verlust und der Suche nach Identität durchzogen ist. H. K. schafft es, durch eindrucksvolle Metaphern und symbolische Elemente die menschliche Erfahrung authentisch darzustellen und diskutiert die Themen Isolation und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit vor dem Hintergrund einer komplexen gesellschaftlichen Realität. H. K. ist ein Schriftsteller von bemerkenswerter Vielseitigkeit, dessen Œuvre oft von autobiografischen Elementen und tiefgreifenden psychologischen Einsichten geprägt ist. In seiner Kindheit von verschiedenen kulturellen Einflüssen umgeben, spiegelt sich seine persönliche Suche nach Wurzeln in den melancholischen Charakteren seiner Werke wider. Diese Einsichten in das menschliche Wesen haben ihn offenbar zu der Entscheidung inspiriert, ein Buch zu schreiben, das sich mit der Fragilität der menschlichen Existenz auseinandersetzt. "Das Haus mit den drei Leiern" ist eine literarische Entdeckung, die für all jene Leser von unschätzbarem Wert ist, die die Feinheiten des menschlichen Daseins erkunden möchten. H. K. zeigt auf, wie Erinnerungen und Erfahrungen das Leben eines Menschen prägen und es verdient, gelesen und reflektiert zu werden, nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zum Nachdenken über das eigene Leben.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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H. K.

Das Haus mit den drei Leiern

Liebesintrigen und Familiendynamiken im 19. Jahrhundert: Eine Erzählung von Verrat, Leidenschaft und menschlicher Natur
Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2024
EAN 8596547846772

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text
I.
Am großen Hirschgraben. – Die Wirthin zum Weidenhof. – Der Herr Rath. – Wolfgang als Tischdecker. – Satan und Adramelech. Der erschrockene Barbier. – Das Puppenspiel. – Der Königslieutenant. – Des Vaters Guckfenster. – Der Märchensessel. – „Räthin, er lebt!“ – Die verschiedenen Goetheportraits. – Der Mutter Frohnatur. – Schwester Cornelia. – Die Dichtermansarde.

Trotzdem daß man sich am 18. Juli 1866 bei Einstellung aller Eisenbahnzüge vom Süden aus nur mit einiger Gefahr und ungewöhnlichen Transportkosten nach der bis dahin „freien Reichsstadt“ Frankfurt begeben konnte, in welcher zwei Tage früher die siegreichen Preußen unter dem General von Falckenstein eingezogen

Goethe’s Vaterhaus.

waren, standen wir doch gegen zehn Uhr Morgens auf dem großen Hirschgraben vor dem dreistöckigen mit einer Mansarde versehenen Giebelhause, dem „Hause mit den drei Leiern“, vor Goethe’s Vaterhause. Ich hatte zwei alten Freunden, Halliwell, einem der größten jetzt bekannten Shakespearekenner, und Professor Nicard aus Paris, bei ihrem Besuche, der sie zufällig bei mir in Deutschland zusammen führte, sogleich versprechen müssen, sie nach Frankfurt zu begleiten und ihnen als Führer besonders im Dichterhause zu dienen, denn für sie schwiegen selbst unter dem Waffengeräusch die Musen nicht.

Wir traten ein. Die Hausflur ist geräumig und hell; sie bot den Kindern des „Herrn Rath“ einen geräumigen Tummelplatz mit vortrefflichen Versteckplätzchen neben und unter der Treppe, unter deren schönem Acanthus-Tragsteine der Eingang zum Keller für den gewöhnlichen Haushaltungsgebrauch angebracht ist. Wie oft stieg die Frau Rath diese dunkle Treppe hinab, um für liebe Gäste, wie die Grafen Stollberg und Merck, für Karl August und Wieland und für alle die zahlreich herbeieilenden Sturm- und Dranggenossen des berühmten Sohnes, so lange er im Vaterhause weilte, das „Tyrannenblut“ heraufzuholen. Doch dürfen wir nicht die hohle Fallthür der Schrotstiege unmittelbar beim Eintritt in die Hausthür vergessen, über die Wolfgang, wenn er Abends nach der gemeinsamen Mahlzeit mit unerlaubtem Hausschlüssel sich hinausstahl und dann spät in der Nacht oder selbst gegen Morgen von seinen allzufrühe genossenen Schwärmereien heimkehrte, sich leise zur Treppe hinschleichen mußte, welche bis hinauf zu seinem Zimmer im Dachstocke führte.

An alle Oertlichkeiten dieses Hauses knüpfen sich bestimmte Vorgänge aus des Dichters Leben an; ist er doch selbst in „Dichtung und Wahrheit“ der beste Führer. „Die gute Großmutter“ väterlicher Seits, die frühere Wirthin zum Weidenhof, Cornelia, geborne Walter, kaufte nach dem Tode ihres zweiten Ehemannes Friedrich Georg Goethe aus Artern in der güldenen Aue, da ihr das Getriebe der Gastwirthschaft zu lästig geworden und sie nun ein ruhiges Hauswesen suchte, für sechstausend Gulden im November 1753 dem Schöff von Fleckenhamerischen Erben das Haus auf dem großen Hirschgraben ab, in dessen Keller auch die Weinvorräthe nach dem Verkauf des Weidenhofes zur Begründung des neuen Hausstandes gebracht wurden. Sie war es, die ihrem ältesten Enkel, dem sie später „gleichsam als eines Geistes, als einer schönen, hageren, immer weiß und reinlich gekleideten Frau, sanft, freundlich, wohlwollend im Gedächtniß geblieben“, zu Weihnachten 1753 „die Krone ihrer Wohlthaten“ und als „letztes Vermächtniß“ jenes Puppenspiel bescheert und vorgezeigt hatte, welchem das deutsche Volk des Dichters Vorliebe für die Bühne verdankt. Eine zweite Aufführung der Geschichte von Goliath und David erlebte sie freilich nicht, denn schon am 28. Mai 1754 starb sie über fünfundachtzig Jahre alt, und nun traf der Herr Rath Dr. Johann Caspar Goethe Vorbereitungen zum Umbaue des Hauses, namentlich des nach der Nordseite zu gelegenen Nebenhäuschens, das wirklich ganz abgerissen wurde. Bis zum Winter des nächsten Jahres war der Umbau vollendet. Er bewahrte, wie eingreifend die Veränderung auch war, Goethe’s Geburtshaus alle früheren Theile und Einzelheiten, nur das in „Wahrheit und Dichtung“ so viel erwähnte Geräms, durch das man unmittelbar mit der Straße und der freien Luft in Verbindung kam, verschwand. Das erste und zweite Stockwerk erhielten anstatt der früheren fünf jedes sieben Fenster, während der Grundstock, mit der Thür genau in der Mitte, jeder Seits nur drei Fenster hatte. Vom Dache erhebt sich ein bedeutendes Zwerghaus, dessen Giebel noch zwei Stockwerke zeigt; im unteren die berühmte Dichter-Mansarde mit drei Fenstern.

Das große Zimmer im Erdgeschoß neben der Hausthür links, mit drei Fenstern gegen die Straße, war das „gewöhnliche Speisezimmer“. Hier deckte Wolfgang als Knabe, der Hausfrau und Magd zur Hand gehend, gelegentlich selber den Tisch; hier naschten die leichtfertigen Kinder die Süßigkeiten, mit welchen der französische Königslieutenant Graf Thorane sie zur Feier des

Goethe’s Vater.