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Und es funktioniert doch. So waren die Gedanken des Autors, als ihm klar wurde, dass nicht das Wissen, sondern das "Nicht Wissen" die Freiheit bringt. Dieses Buch ist außergewöhnlich. Den ersten Teil des Buches "Das Herz in der Hecke, oder die Dimension des inneren Friedens", hat Thomas Ahlers geschrieben, als er in der Mitte seiner tiefsten Lebenskrise steckte, ohne zu wissen, wohin seine Reise ging. Eine Biografie, die so besonders ist, wie selten eine andere, die geschrieben wurde. Sie ist die Biografie einer unbekannten Persönlichkeit, die Sie auf eine besondere Art und Weise verzaubern wird. Im zweiten Teil werden Sie an sich selber erfahren, wie es in wenigen Minuten möglich ist, Ihren inneren Frieden wahrzunehmen. Sie werden erkennen, welche Dimension dieser Zustand birgt. Alles wird möglich. Denkbares, wie Unmögliches! Werden wir uns dem Göttlichen bewusst, ordnet sich die Materie, der Verstand tritt in Ruhe über und die Sehnsucht des Egos nach Wahrheit und Frieden wird erfüllt sein. Thomas Ahlers
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Seitenzahl: 155
Veröffentlichungsjahr: 2017
Über den Autor:
Thomas Ahlers, Jahrgang 1972, ist Erzieher und Heilpraktiker in eigener Praxis. In seiner Tätigkeit als Erzieher und 10-jähriger Praxiserfahrung als Naturheilkundler erlebte er täglich die Begrenzung des linearen Denkens, welches abhängig ist von Ursache und Wirkung. Aus einer eigenen tiefen Lebenskrise heraus, die geprägt war von diesem Zustand, entstand die Idee, dass es mehr geben muss, als uns unser analytischer Verstand bietet. Es zeigte sich eine Dimension, in der sich Veränderung von ganz alleine einstellt, ohne dass etwas bewusst getan werden muss.
Weitere Informationen: [email protected]
www.heilpraktiker-ahlers.de
Thomas Ahlers
Das Herz in derHecke
oder die Dimension des innerenFriedens
© 2017 Thomas Ahlers
Lektorat: Heidi Gerlach
Korrektorat: Henning Ahlers
zweite überarbeitete Auflage Februar 2019
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7439-1127-7
Hardcover:
978-3-7439-1128-4
e-Book:
978-3-7439-1129-1
Printed in Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Für wen ist dieses Buch geschrieben?
Teil 1
Der Start
Die Schule
Kind sein
Mein zweiter Unfall
Nach dem Abitur
Meine große Liebe
Vater sein
Heilerarbeit
Die Prüfung
Mein neuer Freund
Die neue Freiheit
Abschied
Teil 2
Erkennen
Zustand 1
Vergleiche und Erwartungen
Zustand 2
Zustand 3
Sind wir Teil der Göttlichkeit?
Die Schöpfung
Materie entsteht
Gedanken: Materie oder Nichtzustand?
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Zustand 4
Wissenschaftlich beobachtet
Den Blick nach innen richten
Angst, Feind oder Freund?
Bewusstsein, was ist das eigentlich?
Kommt das Leben zu uns?
Auf dem Weg sein, oder ist der Weg weglos?
Kontrolle ist eine Illusion
Und was, wenn es doch nicht funktioniert?
Ego, was ist das eigentlich?
Naturheilkunde, ist das Medizin oder Quacksalberei?
Der Sinn des Lebens
Erleuchtung
Kann ich nun in meinem Leben etwas anders machen?
Noch eins zum Schluss
Für wen ist dieses Buch geschrieben?
Dieses Buch ist für die ganze Menschheit geschrieben und es wird sie verändern. Nein, nicht die Menschen in ihrer Person, sondern das Bewusstsein eines jeden wird durch dieses Buch in Resonanz gehen. Womit in Resonanz gehen, werden Sie jetzt fragen? Wenn ich das nur wüsste. Ich weiß es nicht, habe aber erfahren, dass es einen Zustand gibt, der uns tiefe Erfüllung und vollkommenen Frieden erfahren lässt. Ich habe eine Vorstellung, was da passiert, es ist aber nur eine, meine Vorstellung, die ich im Laufe des Buches versuchen möchte darzulegen. Sie müssen meine Meinungen nicht teilen. Lesen Sie sie und begegnen Sie Ihren eigenen. Schreiben Sie Ihre Vorstellungen auf und tragen Sie sie zu den Menschen. So tragen wir alle zu einem erfüllten Leben und dem Weltfrieden bei.
Ich bin kein Schriftsteller und habe kein Konzept für dieses Buch gehabt. Ich habe einfach angefangen, die Dinge aufzuschreiben, die ich erfahren habe und die mein Leben tiefgreifend verändert haben. Als ich meine wundervolle Frau Jutta kennengelernt habe, habe ich damals schon gesagt, dass ich einmal ein Buch schreiben werde. Worüber es handeln würde, wusste ich noch nicht. Einzig das Gefühl, dass es so sein wird, war in meinem Bewusstsein. Nun ist es soweit. Da ist es. Patienten von mir fragen oft, ob es die Dinge auch schriftlich gibt, die ich in Behandlungen so von mir gebe. Jetzt gibt es sie. Viele Dinge im zweiten Teil des Buches sind Inhalte einzelner Sitzungen gewesen. Ich antworte auf Fragen meiner Patienten und es sprudelt nur so aus mir heraus. Manchmal bin ich selber überrascht, was da alles so kommt. Manche Dinge schreibe ich auf, um sie nochmal nachzulesen. Früher wäre ich davon ausgegangen, dass die geistige Welt in diesen Momenten durch mich spricht. Heute weiß ich, dass es die Schöpfung ist, die da ihr Werk tut. Es geschieht nichts durch mich, durch meinen Willen, es geschieht einfach.
Dieses Buch ist so einfach geschrieben, wie es das Leben ist. Es erhebt auch keinen Anspruch an Lyrik und Perfektion. Könnte ich auch nicht bieten, da ich keine Literatur studiert habe. Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass dieses Buch auf diesem Weg entstanden ist, da ich selber eine Lese- und Rechtschreibschwäche habe und Schreiben nicht mein Medium ist. Es blieb mir aber keine andere Wahl. Wie sollten denn die ganzen Inhalte zu den Menschen finden? Also habe ich angefangen zu schreiben. Beim Schreiben selber habe ich viele Dinge erneut intensiv erlebt, erfahren. So sind mir Teile meines Lebens sehr bewusst geworden. Allein dafür hat sich die ganze Arbeit gelohnt.
Lesen Sie dieses Buch ohne Erwartungen zu haben. Erwartungslos zu leben trägt übrigens zu einem erfüllten Leben bei, später mehr dazu. Lesen Sie es von Anfang bis Ende und lassen sich auf die einzelnen Methoden ein. Markieren Sie sich die Stellen, die Sie als wichtig empfinden. Dann lesen Sie das Buch nochmal und markieren weitere Stellen. So schaffen Sie eine Voraussetzung um den Inhalt auf Ihre Weise zu erfahren.
Egal wie Sie das Buch lesen, ob im Bewusstsein eines promovierten Akademikers, eines Handwerkers, eines Angestellten, oder Selbständigen. Das ist nicht von Wichtigkeit. Lesen Sie das Buch einfach und lassen Sie den Inhalt des Buches auf sich wirken. Egal wer Sie sind oder welche Rolle Sie erfüllen. Zustand ist Zustand und Rolle ist Rolle. Mehr nicht!
Lesen Sie dieses Buch mindestens zwei Mal, damit Sie den Inhalt intensiv erschließen können.
Zu einer Zeit in meinem Leben, die vielleicht als Talfahrt bezeichnet werden kann, wusste ich weder ein noch aus. Ich hatte viele Ausbildungen absolviert, um mich weiter zu bilden, um mich zu entwickeln. Ich lebte in dem Bewusstsein, dass ich etwas tun muss, damit sich etwas verändert. Das Leben wurde aber nicht leichter, sondern immer schwerer und schmerzvoller. Da gab es nun meine Familie, Jutta, unsere Jungen Joscha und Jannes und einen Vater, dem es nicht gerade gut ging. Ich wusste aber, dass ich gesund sein wollte und ein erfülltes Leben erfahren wollte. Meine kleine Familie war da sicher der Motivator. Der Teil, der mich antrieb nicht aufzugeben, sondern weiter zu machen. Also tat ich das, was ich in solchen Momenten immer tat, ich formulierte eine Bitte, dass mir doch Zustände begegnen sollten, die mich aus diesem Tief heraus begleiten würden. Gefühlt passierte erst einmal nichts. Dann begegnete mir Dr. Frank Kinslow mit seiner Methode QE Quantenheilung. So besuchte ich einen Workshop in Freiburg. Der Raum war voller Menschen, so wie ich es bereits von anderen Veranstaltungen kannte. Als die Veranstaltung begann, wollte ich schon gehen, da ich keine Lust auf noch mehr Gurus und Co hatte. Als Dr. Frank Kinslow dann sagte, dass er uns eine Methode an die Hand gibt, die erst erfolgreich sei, wenn wir sie nicht mehr anwenden müssten, weckte er mein Interesse. Keiner, der mich binden, sondern in die individuelle Freiheit führen wollte. Das hörte sich gut an und ich blieb. Die Methode brauche ich heute tatsächlich nicht mehr. Danke dafür.
Eine weitere Koryphäe, die mir in meinem Prozess begegnete, war Dr. William Bengston. Er hat eine Methode entwickelt, mit der man schwere Krankheiten, wie beispielsweise Krebs, heilen kann. Diese Methode ist wissenschaftlich belegt und durch zahlreiche wissenschaftliche Studien untersucht. Auch hier mein Dank für den Einsatz von Dr. William Bengsten, der es nicht immer so leicht hatte.
An dieser Stelle möchte ich meinem direkten Umfeld danke sagen. Danke an die Menschen, die mich so nehmen wie ich bin, so wie die Schöpfung mich schuf. Danke an meine Familie, an meine Jungen Joscha und Jannes, die die speziellen Sichtweisen ihres Vaters regelrecht ertragen müssen. Danke an meine wundervolle Frau Jutta, die die Männlichkeit ihres Mannes auf eine besondere Art und Weise erfährt. Jutta sagt oft: „Hört sich toll an, was du da so erzählst, ich verstehe nur kein Wort davon.“ Danke an meinen Bruder Helmut und meine Schwester Katrin, die mit mir gemeinsam den Betrieb meines Vaters nach seinem Tod weiterführen. Sie müssen meine Art auf ganz intensive Weise ertragen. Danke an meine Kumpels Uwe, Michael, Jörg, Stephan, Helmut und Chrissi. Seit unserem Abitur vor 25 Jahren treffen wir uns einmal in der Woche zum Bier und intensiven Austausch. Hier kann ich sein, hier kennt man mich. Das muss uns erst einmal einer nachmachen, 25 Jahre Freundschaft. Danke dafür Jungs.
Besonders möchte ich meinen Eltern danken. Meiner Mutter und meinem Vater, die mir das Leben auf diesem wundervollen Planeten erst ermöglicht haben. Nun ist es so, dass ich noch Zeit auf materieller Ebene mit meiner Mutter erfahren darf. Die Zeit auf dieser Ebene mit meinem Vater ist bereits vergangen. Da es weder Tod noch Zeit gibt, bin ich mit meinem Vater auf ganz besondere Art und Weise verbunden. Mehr dazu später.
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil beschreibt mein Leben mit allen Besonderheiten, die es dort gab. Mit Höhen und Tiefen, mit Freud und Leid, die und das ich bis heute erlebt habe. Alle diese Zustände sind jedoch eine Illusion und nur auf einer bestimmten Ebene des Seins wahr, wie Sie später noch erfahren werden.
Der zweite Teil beschreibt meine Vorstellung darüber, wie sich der individuelle Bewusstwerdungsprozess bei jedem Menschen ausbreiten kann. So wie es bei mir geschehen ist, kann es bei Ihnen auch sein. Ich meine damit nicht, dass Ihnen Dinge wie mir passieren müssen. Jedoch können Sie tiefen Frieden erfahren und zwar nicht durch stundenlanges Meditieren oder Probieren unendlicher Methoden, sondern sofort, jetzt auf der Stelle. Also los geht es, viel Freude beim Lesen. Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:
Teil 1
Der Start
Nun liege ich hier in meiner Hängematte, das Laptop auf meinen Knien. Wir schreiben das Jahr 2013. Es ist etwa fünf Monate her, seit der Mayakalender endete, zumindest glauben wir das. Draußen fällt der Schnee und der Winter scheint kein Ende nehmen zu wollen. Ein Winter, wie wir ihn schon lange nicht mehr erlebten. Selten habe ich so viel Schnee schaufeln müssen. Kurz bevor der große Schnee kam, mussten wir den Hausmeister der Immobilien meiner Mutter kündigen, weil dieser extrem bequem war. Hätten wir den Schnee kommen sehen, sicherlich hätte die Kündigung dann noch einen Monat warten können.
Eigentlich beginnt diese Geschichte vor über vierzig Jahren. Als sich der kleine Samen meines Vaters Namens Tomi mit dem Ei meiner Mutter einig war und den Deal für ein neues Leben schloss. Wie mag dieser Prozess wohl aussehen? Klein Tomi, Schweiß auf der Stirn, Puls bei 180 Schlägen pro Minute, völlig außer Atem, all seine Kollegen im Nacken sitzend, ähnlich wie beim Berlinmarathon: „ Hey Süße, wie steht es um uns zwei? Lass uns doch mal kurz die nächsten 80 Jahre klarmachen, aber entscheide dich schnell, die Meute ist mir auf den Fersen“. Das Ei macht erst kurz einen auf ganz verlegen, da es schon gerne noch ein wenig mehr umworben werden möchte, ist dann schließlich aber doch am Start, weil dies nun mal der biologische Gang der Dinge ist. Dann gibt es eine wahnsinnige Nacht und aus zwei wird eins.
Oder ist dieser Augenblick höchst heilig, die himmlischen Chöre erschallen feierlich und auf höchster energetischer Ebene verschmelzen Samen und Ei miteinander und werden eins?
Wir wissen es nicht, sicher ist aber auf jeden Fall, dass wir auf diesen Prozess keinen Einfluss haben. Wir können keinen Einfluss nehmen, welches Ei mit welchem Samen das Rennen macht. Das ist auch gut so. Für mich entstehen die Dinge aus sich heraus. Man kann diesen Prozess die Schöpfung der göttlichen Einheit nennen oder vielleicht ist er einfach nur göttlich, weil er ist, wie er ist, absolut vollkommen.
Aus dieser Vollkommenheit heraus entsteht ein neues Wesen. Ein Wesen, das wir Mensch nennen. Was ist dieser Mensch eigentlich? Im ersten Augenschein macht es den Eindruck als sei er ein individuelles, selbständiges Wesen. Wenn wir jedoch näher hinschauen, uns die physikalische Sicht der Dinge zu Eigen machen, dann ist jedes Wesen, jeder Gegenstand, jeder Zustand, sei es ein Mensch, oder auch Gedanke, eine Aggregation von Molekülen. Eingefrorene, in Zeit gefasste Energie, nicht mehr und nicht weniger.
Ich, bzw. das Resultat aus der Verschmelzungsgeschichte von Samen und Ei, wurde in einem kleinen Krankenhaus im Nachbarort meiner Gemeinde geboren. Nachdem klar war, dass die Zeit der Niederkunft gekommen war, wurde meiner Mutter kurzer Hand der Bauch aufgeschnitten und man sagte mir, für mich völlig überraschend, ein wenig später kurz und klar: Herzlich willkommen auf diesem wundervollen Planeten Erde. Na, da musste ich mich erst einmal daran gewöhnen. Die Wärme, Nähe und Sicherheit mit einem Schnitt einfach weg. Dr. Kaiser muss ein überzeugter Chirurg gewesen sein, ansonsten käme kein Mensch dieser Welt auf solch eine Idee. In diesem Vorgang sehe ich auf jeden Fall meinen schlechten Orientierungssinn beheimatet, der meine Frau Jutta oft in den Wahnsinn treibt. Zumindest ist dies ein idealer Erklärungsansatz, wenn sie im Auto völlig verzweifelt neben mir sitzt, weil ich wieder nicht sicher bin, welche Autobahn ich nehmen muss, wenn wir meine Schwiegereltern im wunderschönen
Norddeutschland besuchen wollen.
Die Schule
Meine Kindheit verlief relativ normal. Ich ging zur Schule, hatte Freunde mit denen ich spielte und ging zum Fußball-, später zum Handballtraining. Die Grundschulzeit fiel mir recht schwer. Heute weiß ich, dass ich eine Lese- und Rechtschreibschwäche habe. Damals gab es so etwas nicht. Vielen Dingen konnte ich nicht folgen, oft war ich zu langsam. Egal, wie viel Mühe ich mir auch gab und mich anstrengte, es half nichts. Ich landete also nach vier Jahren Grundschulzeit auf der Hauptschule, war aber davon überzeugt, dass mein Platz auf der Realschule war, die auch mein großer Bruder Helmut besuchte. Also ein absolutes Muss für mich. Mein Vater, der damals an mich glaubte, gab mir ein Versprechen. Sollten meine Noten in allen Fächern im Bereich gut liegen, würde er für einen Schulwechsel sorgen. In diesem Jahr gab ich mir extrem viel Mühe. Ich stellte fest, dass mir das Lernen auf der weiterführenden Schule mehr Spaß machte als auf der Grundschule. Ein Jahr später wechselte ich auf die Realschule in unserem Ort. Ich startete wieder in der 5. Klasse. Mit dieser Gegebenheit konnte ich jedoch gut leben, da sich mein Wunsch erfüllt hatte. Ich kam extrem gut zurecht. Schnell hatte ich neue Freunde gefunden und war auch bei den Lehrern sehr beliebt. In den ersten Jahren hatte ich einen Zeugnisdurchschnitt von 1,8.
Dieser Zustand bescherte mir in der 7. Klasse meine erste größere Schlägerei. Eigentlich verabscheue ich Gewalt. Wenn es brenzlig wurde, war meine Strategie: Beine in die Hand und weg. Durch meine guten Noten hatte ich schnell den Ruf des Strebers, wobei ich nie damit geprahlt hatte. Das machte mich noch wütender. In einer Pause wurde ich wieder von meinen Klassenkameraden geärgert. Plötzlich war ich nicht mehr Herr meiner Fäuste und sah keinen anderen Ausweg, um meinen Frust zu unterdrücken. Resultat waren zwei Mitschüler, die reichlich einstecken mussten, weil ich echt sauer war. Es folgten Elterngespräche, Klassengespräche und Vereinbarungen, die mit uns getroffen wurden. Eine Schlägerei gab es nicht mehr, ich wurde aber auch nie mehr als Streber bezeichnet.
Bis zum Ende 8. Klasse hatte ich einen Zeugnisdurchschnitt von 1,8, da mir die Schule riesigen Spaß machte. Dann gab es gravierende Veränderungen bezüglich meiner Zeugnisnoten, bedingt durch den Virus, der uns damals alle befiel. Diese unheilbare Krankheit nennt man buchkundlich Pubertät. Nichts war wichtiger als dem weiblichen Geschlecht zu imponieren. In uns machten sich Gefühle bemerkbar, die uns regelrecht verfluchten. Wir waren nicht mehr Herr unseres Verhaltens. Trotz dieser schweren Krankheit wechselte ich nach der zehnten Klasse der Realschule in die gymnasiale Oberstufe des St. Wolfhelm Gymnasiums in Waldniel und legte drei Jahre später mein Abitur ab. Die Schulzeit fiel mir auch hier nicht leicht. Ich hatte in der Vergangenheit jedoch gelernt zu kämpfen, wenn ich meine Ziele erreichen wollte. Also tat ich dieses. In dieser Zeit habe ich sicherlich viele Federn gelassen und im Rahmen meines Bewusstwerdungsprozesses habe ich erfahren, dass kämpfen ein Weg ist, und viel Energie und Kraft kostet, es geht aber auch anders. In dieser Zeit habe ich meinen Kraft- und Energieverlust, der sich oft durch Frust bemerkbar machte, durch viel Alkohol und das Rauchen von Cannabis ausgeglichen. Bis heute bin ich meinen Eltern sehr dankbar, die eine Engelsgeduld mit mir hatten. Sicherlich waren ihnen viele Dinge, die wir so trieben, auch nicht bewusst, und das war auch gut so.
Mein ältester Sohn Joscha hat mich vor Jahren einmal gefragt, ob ich nie Blödsinn gemacht hätte. Meine Antwort darauf war: Wir haben viel Blödsinn gemacht, aber nie etwas, was jemandem geschadet hätte. Ich glaube, dem Einzigen, dem ich mit meinem Verhalten Schaden zugefügt habe, ist mir selber. Im Laufe meines Erwachsenwerdens und meiner Arbeit im Kinderdorf habe ich viele Erfahrungen bezüglich des Umgangs mit Drogen und Süchten sammeln dürfen. Ich weiß, dass Cannabis in der Welt der Jugend nicht als gefährlich gesehen wird, sondern als Konsummittel, das zum Leben einfach dazu gehört. Das sehe ich anders und möchte es an dieser Stelle zum Ausdruck bringen. Ein guter Freund von mir, der der liebste Mensch war, der mir je begegnet ist, hat diese Tatsache leider aus den Augen verloren. Von ihm habe ich gelernt, jeden Menschen so zu nehmen wie er ist. Er hat nie ein schlechtes Wort über andere Menschen verloren. Ich bin dir sehr dankbar dafür und hätte gerne noch mehr Zeit mit dir gehabt. Leider hat er diese Welt 1998 mit 26 Jahren verlassen.
Jutta, Joscha und ich hatten eine Woche Texel gebucht. Jannes war zu dieser Zeit noch nicht geboren. Einen Abend vor der Abreise hat uns eine Freundin besucht, die auch mit ihm befreundet war. Da wir schon einige Wochen nichts voneinander gehört hatten, fragte ich sie, ob sie Kontakt zu L. hatte. Sie verneinte. Ich sagte ihr, dass ich bezüglich L. gerade kein gutes Gefühl hätte und mir Sorgen mache. Ich wollte mich nach meinem Urlaub bei ihm melden. Im Urlaub habe ich dann erfahren, dass es der Abend war, an dem er verstarb. Ich war zutiefst berührt und unendlich traurig.
Im Sommer 1992 absolvierte ich mein Abitur und darauf war ich extrem stolz. Diese Prüfung verlief für mich nicht ganz glatt. Klar war schon vor der Abiturprüfung, dass mir der Bio-Leistungskurs nicht viele Punkte einbringen würde, also setzte ich alles
