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Das Hüpfenlassen eines Minigolfballs in der Armbeuge. Eine Erzählung.
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Seitenzahl: 18
Veröffentlichungsjahr: 2015
Patrick Aigner 2014
Kapitel 1.
Kapitel 2.
Kapitel 3.
Kapitel 4.
Kapitel 5.
Kapitel 6.
Kapitel 7.
Kapitel 8.
Kapitel 9.
Kapitel 10.
Kapitel 11.
Kapitel 12.
Kapitel 13.
Kapitel 14.
Kapitel 15.
Kapitel 16.
Die hatten geschrieben, dass das jetzt die letzte Mahnung wäre. Haben die eine Ahnung. Naja, mal sehen, vielleicht vergessen sie es doch ganz.
Sicher, ganz, ganz sicher…
Hier gibt es Kaffee, bis um eins umsonst. Mittag um eins. Mir ist es gleich. Zahle immer irgendetwas. Außer wenn ich sitzen bleibe. Gehe über. Erst zum Bier, dann zum Jägermeister. Beziehungsweise beim Fehlen desselbigen zum Ramazotti. Vier bis fünf Stunden später, kurz vor dem nach Hause Gehen noch eine Pizza hierher bestellen. Dann geht nichts mehr. Kein Bier. Höchstens noch ein letzter Jäger.
Besser sind die Tage ohne abschließende Pizza. „Besser" und „gefährlicher" bedeuten in diesem Fall dasselbe. Und dann gibt es noch die Tage, an denen es von hier aus in die Stadt geht. Hier ist Vorstadt. Ehemalige Vorstadt. Allein das Wort ist schon Bedrohung.
„Bedrohung" und „Zu-Hause-Sein" bedeuten in diesem Fall dasselbe. Das muss verstanden werden. Es gibt einen Grenzstreifen zwischen Stadt und Vorstadt. In diesem Fall hier heißt dieser Grenzstreifen Kanonenweg. In Coburg erklärt sich, für den, der gut zuhört, vieles von selbst.
Und Erklärungen wären nötig. Erklärungen wären für den nötig gewesen, der hier Freitag vor einer Woche mit blutender Fresse raus ging. Keine Polizei. Hier ist Vorstadt. Man hätte es ihm erklären sollen. Aber er hat erklärt. Mit blutiger Fresse nicht mehr. Mir tut das alles nicht leid. Okay, ich habe ganz kurz mal weggeschaut. Ein Reflex aus vergangenen Tagen, dieses Wegschauen. Er hatte so schön erklärt. Ich hätte ihm am liebsten eine aufs Maul gegeben. Aber ich tat es nicht. Es tat ein anderer. Es ist immer ein anderer. Gott sei es gedankt. Vielleicht. So sicher bin ich mir auch da nicht mehr.
