Das kann jeden treffen - Peter Zadar - E-Book

Das kann jeden treffen E-Book

Peter Zadar

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Beschreibung

"Das kann jeden treffen" - viele Menschen sind auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Wie hoch ist der Preis, den jeder einzelne zu zahlen bereit ist. Welche Auswirkungen haben dabei Erkrankungen im seelischen Bereich? Lesen Sie selbst!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 60

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Der Autor P. Zadar

wurde 1954 im Brandenburgischen geboren.

Er führte ein bewegtes und bewegendes Leben.

Ich bin manisch-depressiv. Als ich begann, diesen Text zu verfassen, war ich in einer schweren depressiven Phase. Da wollte ich raus. Ich habe mir alles von der Seele geschrieben. Es mußte alles raus, damit es mir besser gehen kann.

Teilweise habe ich das erreicht. Einige Aggressionen konnte ich verbal abarbeiten. Doch die Vergangenheit ist real und kann nicht mehr verändert werden. Diese Einsicht hilft mir.

Ich danke meinen Kindern und meiner Partnerin für die Zuneigung, die sie mir entgegenbringen. Ohne ihre Hilfe wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin.

Meiner Lektorin danke ich für ihre Geduld und ihr Einfühlungsvermögen.

Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder Situationen sind rein zufällig.

Peter Zadar

Das…… kann jeden …. treffen

…………………mein Herz,

© 2014 – Peter Zadar

Umschlaggestaltung, Illustration: Peter Zadar

Lektorat: Inger van Paalen

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN: 978-3-8495-8072-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

So fängt alles an:

Die wahre Geschichte eines psychisch Kranken und wie es dazu kam.

Ich bin in Neuruppin geboren. Damals war Otto Herms Bürgermeister in einer der flächengrößten Städte Deutschlands, 60 km von Berlin entfernt. Die Stadt hatte viele berühmte Söhne und Töchter hervorgebracht. Zum Beispiel erzählte Theodor Fontane in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von seinem Geburtsort. Weltbekannt war Neuruppin durch die teils handkolorierten „Bilderbogen“ von Johann Bernhard Kühn und seinem Sohn Gustav. Und der meisterhafte Orgelbauer Albert Hollenbach errichtete hier 1877 seine Werkstatt.

Neuruppin wurde durch die Greueltaten der Nazizeit arg gebeutelt. Die Landesirrenanstalt und ein provisorisches Gefängnis in einer stillgelegten Brauerei dienten der Aktion T4 als Zwischenstation für die Tötungsanstalten Brandenburg und Bernburg. - Vor der Zerstörung der Stadt durch die sowjetischen Truppen retteten Unbekannte die Stadt durch weiße Fahnen an den Türmen der Kloster- und der Stadtkirche.

Meine Eltern

Meine Eltern hatten sich nach dem Krieg bei der Arbeit im Neuruppiner Konsum kennengelernt.

Mein Vater, der 1924 in Brandenburg geboren wurde, arbeitete als Kraftfahrer. Meine Mutter, 1926 in Königsberg geboren, war bei der Flucht mit den Eltern zunächst hier gelandet. Von dem großen Gut in Ostpreußen, wo meine Mutter als Hausangestellte gearbeitet hatte, waren sie in den letzten Kriegswirren vertrieben worden. Und so war sie froh über die neue Arbeit als Verkäuferin.

Ihre Eltern zogen mit den beiden jüngeren Söhnen weiter in den Westen. Die Liebe hielt meine Mutter in Neuruppin fest.

Gegensätze ziehen sich an, so sagt man wohl. Meine Eltern waren grundverschieden. Meine Mutter war sehr christlich erzogen und diese sehr stark konservative Einstellung prägte ihren Charakter. Für meinen Vater spielte Religion keine wichtige Rolle.

Nach seiner Ausbildung als Kraftfahrzeugschlosser war er Kraftfahrer geworden. Autos waren seine große Leidenschaft. Dieses Gen gab er an mich weiter. Trotz seines Berufes trank er gern und viel Alkohol. Ich glaube, er kompensierte diese Schwäche mit seinem Putzfimmel. Man kann auch sagen, er hatte einen Sauberkeitstick.

Nachdem sie eine Wohnung gefunden hatten, heirateten meine Eltern. Nach einigen Fehlgeburten kam ich am 22. Oktober 1954 auf die Welt. Meine Mutter blieb zunächst zuhause.

Wie ich da war, fing alles an:

Auf unserem großen Hinterhof hielt mein Vater ein Hühnervolk. Zu unserem Haushalt gehörte auch ein Hund – ein Spitz. Meine Mutter stellte den Kinderwagen oft auf den Hof und setzte mir meistens ein rotes Mützchen auf. Das veranlaßte unseren Hahn, auf den Wagen zu fliegen. Dann hackte er mir auf dem Kopf herum. Ich schrie, meine Mutter stürzte nach draußen und verjagte den Hahn. Dies konnte auf die Dauer nicht gutgehen. Mein Vater schlachtete den falsch programmierten Hahn und er kam in den Kochtopf.

„Vielleicht hatte die Pickerei späte Folgen?“

Ich wurde in der Klosterkirche in Neuruppin getauft. Mein Leben wurde durch meine christliche Mutter stark geprägt. Schon von klein auf war der sonntägliche Kirchgang ein Muß.

Als ihr drittes endlich lebendes Kind war meine Mutter sehr auf meine Gesundheit bedacht. So mußte unser Hund aus dem Haus, weil er mir oft etwas aus der Hand klaute oder mich abschleckte. Ich war über den Verlust traurig und habe ihn sehr vermißt.

Wurde ich so zum „Querkopf“?

Es gab strenge Regeln zuhause. Oft zwang mich meine Mutter zu Dingen, die ich nicht wollte. Meine Mutter hatte sich wohl ein Mädchen gewünscht. Mein süßer Lockenkopf kam ihr da sehr entgegen. Auf sämtlichen Kostümfesten wurde ich als Mädchen verkleidet. In Erinnerung ist mir ein Kostüm, wo ich als Schneeflocke im Kindergarten auftrat. Das alles war für mich eine Demütigung, die ich bis heute nicht vergessen habe..

Je älter ich wurde, desto weniger Zeit hatten meine Eltern für mich. Sie gingen immer nur arbeiten – auch meine Mutter wieder. Ich empfand das Alleinsein als schrecklich. Mit zweieinhalb Jahren kam ich in eine Tagesstätte. Das gefiel mir aber gar nicht. Ich wäre lieber bei meinen Eltern geblieben.

Für meine Mutter war es jeden Morgen ein Kampf, mich wegzubringen. Ich hatte bald einen kräftigen Sturkopf entwickelt und weigerte mich, in die Betreuungsstätte zu gehen. Doch ich verlor jedesmal. Und so versuchte ich immer öfter, doch meinen Kopf durchzusetzen.

Trotzdem war meine Kindheit eine schöne Zeit. Mein Opa wohnte auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Opa und ich spazierten oft zu dem Schrebergarten meiner Eltern direkt am See. Ich lernte von ihm, wie man Steine über das Wasser springen läßt. Er las mir Märchen vor. Ab und an ruderten wir mit dem Boot auf den See hinaus, beobachteten die Enten und Schwäne, die gern unser Futter nahmen. Ich erinnere mich, daß er mich mit Malzbier verwöhnte, was mir sehr schmeckte. An meinem Opa hing ich. Ich hatte ihn in mein Herz geschlossen. Leider war das nicht von Dauer.

Als ich vier Jahre alt war, starb mein geliebter Opa. Und damit verlor ich den ersten Menschen, den ich richtig lieb hatte und der immer für mich da war.

In den Ferien brachten mich meine Eltern zu Tante Lene – einer Cousine von meinem Vater - und Onkel Otto. Sie hatten einen kleinen Bauernhof. Dort fühlte ich mich so wohl. Es gab jede Menge Tiere: Schweine, Hühner, Gänse. Zwei Pferde hatten sie auch. Damit durfte ich mit meinem Onkel aufs Feld. Das war ganz toll.

Ich war den ganzen Tag an der frischen Luft. Wir machten oft eine Pause. Dann kam Tante Lene aufs Feld und brachte uns etwas zu essen. Für mich gab es leckeren Kakao und eine Scheibe frisches Brot mit Schmalz, was ich gerne mochte. Vor allem habe ich gerne bei Tante Lene ihre Königsberger Klöße gegessen. Sie war eine hervorragende Köchin.

Es war wirklich schön bei Onkel und Tante. Sie waren immer für mich da und ich bekam von ihnen, was ich von meinen Eltern nicht kannte: nämlich Zuwendung.