Das Kleinod des Shankara - Bernd Helge Fritsch - E-Book

Das Kleinod des Shankara E-Book

Bernd Helge Fritsch

0,0

Beschreibung

Adi Shankara (788 - 820) gilt als bedeutendster indischer spiritueller Philosoph und Reformator des Hinduismus. Sein berühmtes Hauptwerk ist das „Viveka Chudamani“ (Kleinod der Unterscheidung). Es wird als „Kron-Juwel“ altindischer Weisheit bezeichnet. In der vorliegenden Ausgabe findet der Leser eine moderne, gut verständliche Übersetzung des „Kleinods“ und eine umsichtige Auswahl der ursprünglich 580 Sanskrit-Verse. Auf etliche Wiederholungen und Aussagen, die nicht unserem Zeitgeist entsprechen, wurde verzichtet. Bernd Helge Fritsch, selbst ein spiritueller Lehrer, hat zum besseren Verständnis der rund 1200 Jahre alten Schrift des Shankara, zahlreiche Erläuterungen zu den Versen angefügt. In diesem Buch werden die zentralen Fragen unseres Lebens behandelt: „Worin besteht der Sinn meines Lebens? Wie erklärt sich unser Schicksal? Wie befreien wir uns von Sorgen, Krankheit und Leid? Wie können wir uns mit der Glückseligkeit im Urgrund des Seins verbinden?“

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 116

Veröffentlichungsjahr: 2015

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Der Autor

Bernd Helge Fritsch war ursprünglich erfolgreicher Rechtsanwalt. Auf Grund einer tief greifenden inneren Wandlung, hat er sich kurz nach Erreichen seines vierzigsten Lebensjahrs von diesem Arbeitsbereich zurückgezogen.

Er verbrachte viele Jahre auf Reisen in Asien und Südeuropa, lebte in buddhistischen und hinduistischen Klöstern, studierte und praktizierte Zen.

Insbesondere durch die Bücher „Der große Prinz“, „Wu-Wei erfolgreich nichts tun“, „Die Essenz der Bhagavad Gita“ und andere ist Bernd H. Fritsch einem breiten Leserkreis als inspirierender Buchautor bekannt geworden.

Neben seiner Arbeit als Buchautor ist Fritsch als Vortragender in Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien tätig.

Das Buch

Adi Shankara (788 – 820) gilt als bedeutendster indischer spiritueller Philosoph und Reformator des Hinduismus. Sein berühmtes Hauptwerk ist das „Viveka Chudamani“ (Kleinod der Unterscheidung). Es gilt als „Kron-Juwel“ altindischer Weisheit.

In der vorliegenden Ausgabe des „Kleinods“ findet der Leser eine umsichtige Auswahl der ursprünglich 580 Sanskrit-Verse sowie eine moderne, gut fassbare Übersetzung. Auf etliche Wiederholungen und Aussagen die nicht unserem Zeitgeist entsprechen wurde verzichtet.

Bernd Helge Fritsch, selbst ein spiritueller Lehrer, hat zum besseren Verständnis der rund 1200 Jahre alten Schrift des Shankara zahlreiche Erläuterungen zu den Versen hinzugefügt.

In diesem Buch werden die zentralen Fragen unseres Lebens behandelt: „Worin besteht der Sinn meines Lebens? Wie erklärt sich unser Schicksal? Wie befreien wir uns von Sorgen, Krankheit und Leid? Wie können wir uns mit der ewigen Schönheit, Liebe und Glückseligkeit im Urgrund des Seins verbinden?“

Inhalt

Einleitung

Das Ziel der Reise – Erkenntnis und Unsterblichkeit

Die ersten Schritte zur Befreiung

Akzeptanz schafft die Verbindung mit dem Sein

Identität – Wer bin ich?

Verloren in den Gedanken

Bindung und (Er-) Lösung

Die einzig wirksame Medizin

Nicht-Anhaften, Gleichmut und Selbstlosigkeit

Meditation ist dein wahres Wesen

Der Haifisch des Verlangens

Der Körper – das Instrument der Erfahrung

Der mentale Körper

Die Ego-Persönlichkeit

Maya die große Illusion

Der Mind schafft die Probleme

Sattva der Spiegel des Atman

Der Atman ist ewiges, bewusstes Sein

Reinigung der Gedanken

Unwissenheit verschleiert das Selbst

Samsara der Kreislauf von Werden und Vergehen

Du bist Sat–Chit–Ananda

Der Körper ist vergänglich

Der unbeteiligte Zeuge

Der Mind kann binden und befreien

Die Hülle des Intellekts

Die Hülle des äußeren Glücks

Brahman – Das Eine ohne ein Zweites

Das bist du!

Yoga und Samadhi

Brahman ist wie der Himmel

Karma und seine Auflösung

Der Schüler erfährt Brahman

Die höchste Weisheit

Selbstlose Liebe

Der Kenner des Atman

Index

Buchempfehlung

Einleitung

Das Bekenntnis einer Religionsgemeinschaft anzugehören oder der Glaube an eine religiöse Lehre hat oft wenig zu tun mit Spiritualität. Ein spiritueller Mensch verbindet sich mit der Dimension jenseits der sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen. Er geht hinaus über die Grenzen des Verstandes, der die Welt durch intellektuelle Analyse zu begreifen versucht. Er gibt sich nicht damit zufrieden, dass andere ihm über den Urgrund des Seins berichten, sondern er will diesen selbst erfahren. Dazu ist ihm allerdings jede Anleitung recht, die von einer transzendenten Schau getragen ist. In diesem Sinne möge auch dieses Buch, diese Auseinandersetzung mit den Lehren des Shankara verstanden werden.

Viele Perlen der Weisheit wurden uns von Lehrern übermittelt, die tief in die Wunder und Geheimnisse des Lebens eingetaucht sind. Wir finden solche in den schriftlichen Überlieferungen aus dem Hinduismus und Buddhismus stammend, im Alten und Neuen Testament, in den Lehren des Taoismus, der griechischen Philosophen, in den Worten der christlichen Mystiker, der islamischen Sufis und vieler anderer. Alle diese Juwelen stammen aus dem universellen Bewusstsein jenseits des gewöhnlichen Verstandes und es ist beruhigend und beglückend, dass alle Weisen im Grunde dieselbe Botschaft über Gott und die Welt verkünden. Dabei ist es egal ob dieser „Gott“ Buddha, Allah, Jehova, Brahman oder sonst wie genannt wird.

Niemand kann den Geschmack von Honig kennen, ohne ihn gekostet zu haben. Beschreibungen allein können uns keine „Erfahrung“ von Honig vermitteln. Ebenso muss der Weg über den Verstand hinaus von jedem selbst gegangen werden, um die Ebene zu erreichen, aus der alle sinnlich wahrnehmbaren Formen hervorgegangen sind und ständig neu hervorgehen.

Im „Kleinod des Shankara“ geht es nicht um einen „Glauben“ oder um ein bestimmtes „Glaubensbekenntnis“, sondern um eine höchst praktische Anleitung wie wir den Honig verkosten können und nicht nur über ihn spekulieren. Für den Herausgeber dieses Buches ist das „Kleinod Shankaras“ eine der tiefsten Beschreibungen des Weges zum eigenen Wesenskern, zur Erfahrung von Frieden, Geborgenheit und Glückseligkeit jenseits der dualen Erscheinungswelt, die jemals der Menschheit geschenkt wurden.

Shankara zählt zu den großen indischen Weisheitslehrern. Er lebte etwa von 788 – 820. Von Shankara stammen, wie überliefert wird, zahlreiche Kommentare zu den alten indischen Weisheitsschriften (Veden, Upanishaden, Bhagavad-Gita). Er war Vertreter der Advaita-Philosophie. Sie besagt, dass es nur EIN Sein, nur eine Einheit allen Lebens gibt. Alles ist Brahman (die allumfassende Gottheit, das universelle Bewusstsein). Deswegen ist auch der Mensch in seiner Essenz nicht getrennt von der Natur, von anderen Menschen und vom allumfassenden Sein. Nur in seinem getrübten Bewusstsein entsteht die Illusion allein einer (oft als bedrohlich eingestuften) Welt gegenüber zu stehen.

Das „Kleinod der Unterscheidung“ (Originaltitel: Viveka-Chudamani) gilt als bekanntestes und wichtigstes Werk des Shankara. Wir finden in ihm die Weisheiten der altindischen Lehren gleichsam in einer Nusssschale zusammengefasst. Es besteht aus 580 Sanskrit-Versen. In ihnen erklärt der Meister seinem Schüler die Natur des Atman, der unsterblichen Seele eines jeden Menschen, und den Weg zur Vereinigung mit Brahman.

In der vorliegenden Ausgabe wurde die Anzahl der Verse auf rund die Hälfte der Original-Verse reduziert. Es wurden viele Wiederholungen und auch Aussagen die nicht mehr unserem Zeitgeist entsprechen ausgeschieden. Manche Verse wurden zum besseren Verständnis vereinfacht; einige wurden zu einem Vers zusammengefasst. Auf gewisse Wiederholungen wurde bewusst nicht verzichtet, weil sie den mantraartigen, einprägsamen Charakter der Originalfassung gut wiedergeben.

Zur Ergänzung und Erklärung wurden vom Buch-Herausgeber bei etlichen Versen Kommentare angefügt.

Das Ziel der Reise – Erkenntnis und Unsterblichkeit

1. Der Schüler verneigt sich vor Govinda und allen großen Weisheitslehrern. Diese Meister verweilen im Zustand höchster Glückseligkeit. Aus tiefster Verbundenheit mit dem allumfassenden Sein schöpfen sie ihre inneren Bilder, die sie sodann in Worte gießen. Sie öffnen unser Herz für Schönheit, Freiheit, Frieden und Liebe jenseits der Dualität.

2. Der Meister spricht:

Menschliche Geburt zu erlangen ist ein unübertreffliches Geschenk.

Es gibt Personen, die dieses kostbare und seltene Geschenk erhalten haben, die jedoch so verloren sind, dass sie sich nicht um Befreiung bemühen. Solche Menschen sind Selbstmörder. Sie klammern sich an das Unwirkliche und zerstören sich selbst.

3. Die Kenntnis der heiligen Schriften übersteigt bloßes Mensch-Sein. Die Unterscheidung zwischen dem Selbst ( Atman) und dem Nicht-Selbst bedeutet eine hohe Entwicklungsstufe. Die Befreiung kann allerdings nur durch bewusste Vereinigung mit Brahman erlangt werden. Diese Bewusstseinsstufe ist nicht leicht zu erreichen. Du bedarfst dazu der Gnade Gottes, des tiefen Wunsches nach Befreiung und der Unterweisung durch einen großen Meister.

Jedes Wesen ist vereinigt mit Brahman, der allumfassenden Gottheit. Du kannst gar nicht anders existieren als in und durch Brahman. Allerdings kann der Mensch, verblendet durch eine falsche Beurteilung der äußeren Formen, sich als isoliertes Einzelwesen empfinden. Daran knüpfen sich seine Ängste und Probleme.

Für viele Menschen ist es normal, dass ihr Dasein aus einer Kette von Schwierigkeiten und Sorgen besteht. Der Gedanke wonach das Leben in jedem Augenblick bis ins kleinste Detail vollkommen ist, so wie es ist, wird den meisten ziemlich irreal vorkommen. Die sinnlich wahrnehmbaren „Fakten“ sprechen nach ihrer Ansicht allzu mächtig dagegen. Diese vermeintlichen „Fakten“ ergeben sich für den menschlichen Verstand aus der Trennung seines Bewusstseins von der Einheit mit Atman und Brahman.

4. Die Menschen klammern sich an die vergänglichen Erscheinungen. Sie verfehlen die Verwirklichung ihres Seins. Sie versäumen die höchste Glückseligkeit, das Ziel der Reise, die Vereinigung mit dem universellen Bewusstsein, mit Brahman.

Wir ahnen, dass das Leben überirdisch schön und unbegrenzt sein muss. Irgendwo, irgendwann hat dies jeder Mensch in seinem Inneren zumindest für kurze Augenblicke schon erfahren dürfen. Doch weshalb ist es so schwer sich dauerhaft mit der unermesslichen Herrlichkeit und Weite des Seins zu verbinden?

Alles Leben ist durchdrungen von Bewusstsein. Dieses Bewusstsein stammt aus der Dimension jenseits der äußeren Formen. Es ist die Dimension des unbegrenzten, ewigen Seins.

Das unsichtbare, mit den Gedanken nicht greifbare, allumfassende Bewusstsein ist der Ursprung aller Formen. Es ist die Grundsubstanz aller Erscheinungen. Auch unser Denken ist nichts anderes als Bewusstsein. Doch dieses Denken ist begrenzt und sorgt dafür, dass sich unser Leben großteils eng, fehlerhaft, verlustreich und vergänglich anfühlt. Dieses Denken glaubt an Mangel und erkennt nicht die Vollkommenheit allen Seins.

Für den Verstand ist es schwer begreifl ich, dass unsere Welt vollkommen und von göttlicher Weisheit erfüllt sein soll. Er hat keinen Zugang zu der ewigen, lichtvollen Dimension hinter den Erscheinungen. Die Vergänglichkeit äußerer Formen, Leiden, Krankheit und Tod beweisen ihm die Unvollkommenheit des Seins. Doch wie die Zen-Meisterin Joko Beck sagt: „Vergänglichkeit ist im Grunde nur ein anderes Wort für Vollkommenheit. Wir müssen Leben und Sterben, darin liegt Vollkommenheit…“ Unser innerer Widerstand gegen das Sein wie es ist, trübt den Blick für seine Schönheit und Weisheit.

Die Natur hat Vollkommenheit, um zu zeigen, dass sie das Abbild Gottes ist, und sie hat Mängel, um zu zeigen, dass sie nur ein Abbild ist.

Blaise Pascal

5. Es nützt nichts heilige Schriften zu studieren, Riten auszuführen und Gottheiten zu verehren solange der Mensch nicht seine wahre Identität erkennt. Befreiung erzielt nur, wer seine Einheit mit dem Atman schauen kann.

Atman und Brahman sind die beiden Schlüsselbegriffe, die sich wie ein roter Faden durch das „Kleinod der Unterscheidung“ ziehen. Brahman bedeutet das allumfassende Sein. Er ist „Das Eine ohne ein Zweites“. Brahman ist zugleich die große Leere und das ganze, uns umgebende Universum. Leere bedeutet universelles Bewusstsein jenseits von Gedanken und Formen. Brahman ist das NICHTS und das ALLES. Es umfasst all die unbegrenzten Möglichkeiten des Seins und zugleich auch alle konkreten Erscheinungen.

Brahman ist nicht dies oder das. Die Einschränkung des Brahman auf irgendwelche Inhalte widerspricht der Vorstellung eines umfassenden Seins. Die Behauptung Brahman sei zugleich Alles und Nichts überfordert allerdings den analytischlogischen Verstand. Nur wenn der Verstand schweigt, kann der Mensch diese Realität wahrnehmen.

Brahman ist in seiner Grundsubstanz „reines Bewusstsein“, das heißt Bewusstsein ohne konkrete Inhalte. Menschliches Bewusstsein ist gewöhnlich immer mit einem Gegenstand (z.B. mit einer sinnlichen Wahrnehmung oder einem Gedanken) verbunden. Reines Bewusstsein, den Ursprung aller Formen, erfährt der Mensch nur in einem Ausnahmezustand (z.B. in der Meditation).

Brahman gebiert aus sich heraus den Menschen mit seinem individuellen Lebenskern (Atman). Der Atman ist in seiner Essenz identisch mit Brahman.

Wie es auch der Überlieferung des Alten Testaments (1.Mose 1,27) entspricht, wurde der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen. Weil sich dieser Mensch – nach der indischen Philosophie, verwirrt durch den Einfluss der Göttin Maya – mit seinem Körper, mit seinen Sinnesorganen, mit seinem Mind (Denken, Fühlen, Wollen) identifiziert, entsteht eine unwirkliche Schein-Persönlichkeit, genannt das Ego. Dieses Ego hat seine ursprüngliche Einheit mit Gott „vergessen“. Das ist die Ursache all seiner Probleme.

Die Ego-Seele muss – nach der hinduistischen Weisheitslehre – so lange leiden und durch immer neue Inkarnationen hindurchgehen, bis sie sich wieder vollkommen mit Atman und Brahman vereinigt. Damit wird ihre vergängliche, ängstliche und schmerzvolle, von Gott und den übrigen Menschen getrennte Scheinwirklichkeit beendet. Dieser Vorgang wird „Befreiung“ oder „Erleuchtung“ genannt.

6. Kein Handeln kann dir Befreiung bringen. Erleuchtung und Unsterblichkeit kann nicht durch harte Arbeit, durch Ansammlung von Reichtum oder durch gute Werke, sondern allein durch Hingabe, das heißt durch Aufgabe der falschen Identität, erlangt werden.

Die Menschen denken, sie müssen etwas tun um zur Fülle des Lebens zu gelangen. Das umfassende Sein, welches in seiner Essenz identisch ist mit deinem persönlichen Sein, mit deinem Leben, ist voller Pracht und Herrlichkeit. Wir können ihm nichts Wesentliches hinzufügen. Unsere Aufgabe in dieser Welt besteht primär darin, mehr bewusst zu werden. Das heißt, aufmerksam und genau auf die Vorgänge in unserem Mind hinzuschauen. Dann erkennen wir den Schleier der Unwirklichkeit, den unser beschränktes Denken über die Realität gelegt hat. Sobald wir uns dieser Tatsache bewusst werden, löst sich der dichte Nebel auf und im Licht der wahren Erkenntnis erstrahlt das Sein.

7. Wer Weisheit sucht, wird das Verlangen nach diesem oder jenem beenden. Er erkennt die Glückseligkeit des reinen Bewusstseins, die er in sich trägt. Er befreit seine Seele aus den Fluten der äußeren Formen, aus dem Werden und Vergehen. So gelangt er zur Vereinigung mit dem Ursprung des Lebens.

Die Menschen nehmen nur die duale Außenseite der Erscheinungen wahr. Den Bezug zur unvergänglichen und vollkommenen Dimension des Seins haben sie verloren. Sie sehen daher nur einen kleinen Teil, einen Abglanz der Wirklichkeit. Sie beobachten das ständige Werden und Vergehen in der äußeren Welt. Das verursacht Sorgen, Angst, Wünschen, Hoffen und Begehren.

Durch seine oberflächliche Betrachtungsweise bewertet der Mensch seine gegenwärtige Lebenssituation in der Regel als unzureichend. Er hat ständig das Gefühl, es fehle etwas zu seinem Glück. Dieses Mangelgefühl verlangt nach Veränderung, nach Aktivität, nach harter Arbeit und Anstrengung in der Hoffnung vielleicht in der Zukunft Erfüllung zu erlangen. Daraus resultiert der „Stress“ der heutigen Zeit.

Das Verlangen nach diesem und jenem, geht davon aus, dass das allumfassende Universum unvollkommen ist. Deshalb rennen Menschen hinter einem Glück hinterher, das sie hoffen in der Zukunft zu erlangen. Durch diese Ausrichtung sind sie gehindert schon JETZT tiefer in das Sein (es gibt nur das jetzige Sein!) einzutauchen. Nur im „Hier und Jetzt“ können wir die Weisheit, Schönheit, Liebe und Vollkommenheit des Lebens erfahren.

Mangel-Denken erzeugt Mangel. Die Kraft der Gedanken zieht das an, was wir erwarten. Wer die Fülle des Seins erkennt, wird deren Früchte genießen können.