Das Leben danach - Lana Mailing - E-Book

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Beschreibung

Anna führt ein perfektes Leben. Ihre große Liebe ist dabei stets an ihrer Seite. Doch eines Tages endet ihr Glück und von ihrer Beziehung ist nur noch ein Scherbenhaufen übrig. Wie soll sie diese Trennung nur überstehen und wie soll ihr Leben danach weitergehen?

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Wie im Traum

Kapitel 2 – Es ist aus

Kapitel 3 – Wie soll es nur weitergehen?

Kapitel 4 – Nimm dir die Zeit

Kapitel 5 - Loslassen

Kapitel 6 - Wiederaufbau

Kapitel 7 – Die Welt liegt dir zu Füßen

Impressum

Kapitel 1 – Wie im Traum

Anna umklammerte mit ihren beiden Händen den Stiel des Regenschirms. Ihr Blick wanderte über den Asphalt und blieb an einer kleinen Pfütze haften. Sie mochte das Geräusch von plätscherndem Wasser im Regen. Es beruhigte sie. Als kleines Kind war sie immer gern in alle Pfützen gesprungen, die ihr vor die Füße kamen – sehr zum Ärgernis ihrer Eltern. Anna erinnerte sich an den mahnenden Blick ihrer Mutter und den genervten Gesichtsausdruck ihres Vaters. Ein flüchtiges Lächeln wanderte über ihre Lippen.

Seit sie mit ihrer Mutter in die Großstadt gezogen ist, hatte sich vieles verändert. Ihren Vater sah sie nicht mehr so oft. Vielleicht sollte ich ihn mal wieder anrufen. Jetzt hatte sie ja etwas Zeit und ihre Mutter war für einige Tage verreist. In diesem Moment wurde sie auch schon ihren Gedanken entrissen.

»Anna? Anna! Hörst du mir zu?«, fragte Tim. Er sah sie mit einem ernsten Blick an und verschränkte seine Arme vor der Brust.

»Ehm, ja. Natürlich. Entschuldige, ich bin manchmal so in Gedanken. Was wolltest du sagen?«, fragte Anna mit weit aufgerissenen Augen und einer vorgeschobenen Unterlippe. Bei diesem unschuldigen Gesicht konnte er ihr nicht böse sein, zumindest hatte es bisher immer funktioniert. Aber an diesem Tag war es anders.

Tim stand noch immer in seiner ablehnenden Haltung, während Anna langsam ungeduldig und unsicher wurde.

»Was ist denn los?«, fragte sie. »Ist etwas passiert?«

»Ja, es ist etwas passiert«, sagte er in einem ernsten Ton, »aber ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, so ein Thema hier draußen zu besprechen.«

»Wenn du mir was zu sagen hast, dann sag es doch einfach. Wir haben uns doch bisher immer alles gesagt. Ich meine, ich weiß sogar, dass dein Bruder auf meiner ersten Party in der Wohnung in das Waschbecken gepinkelt hat«, sagte Anna und zuckte mit den Schultern.

»Er war betrunken und ich benutzte gerade die Toilette und er konnte es eben nicht mehr zurück halten«, verteidigte Tim. Dabei wanderte seine Stimme wieder einige Oktaven höher und als er es bemerkte, räusperte er sich.

»Aber darum geht es jetzt nicht.«

»Aber worum geht es denn?« Sie bemerkte, dass ihr Puls schneller wurde. Was könnte er denn nur meinen? Hatte sie vielleicht wieder etwas Wichtiges vergessen? Oder wollte er ihr jetzt sagen, dass sie zusammenziehen sollten? Immerhin waren sie schon vier Jahre ein Paar und auch wenn sie ihren Freiraum liebte, so hätte sie auch nichts dagegen, mit ihm zusammenzuziehen. Denn ihn liebte sie mehr.

Tim atmete tief ein. »Lass uns doch schon einmal zu deiner Wohnung gehen. Ich bringe dich zumindest noch bis vor deine Wohnungstür.« Er lächelte sie an. Doch sie wusste, dass es ein erzwungenes Lächeln war. Die Sache musste wirklich ernst sein. Sie nickte.

Tim nahm ihre Hand und lief mit ihr über die Straße. Während er sie hinter sich her zog, sprach er kein Wort. Er drehte sich hin und wieder nur flüchtig zu ihr um. Anna lief hinter ihm her, doch auch sie brachte keinen Ton heraus. Sie wusste nicht, was in seinem Kopf vorging und das machte ihr Angst.

Kapitel 2 – Es ist aus

»Wir sprechen dann nochmal später. Ich melde mich«, sagte Tim. Er zog nicht mal seine Jacke aus, als sie die Wohnung betreten hatten.

Anna nickte und öffnete ihm die Tür.

Warte noch, Anna! Rief ihre innere Stimme.

Tim ging hinaus, ohne sich noch einmal umzudrehen. Anna schloss die Tür nur langsam. Sie ließ einen Spalt offen und schaute ihm nach, als er die Treppen hinunter ging. Eine kleine Träne kullerte ihr über die Wange. Sie atmete schwer aus und schloss die Tür.

Ihr Atem wurde immer schwerer. Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und schlug auf die Tür ein. Ihre innere Stimme sagte ihr: Es ist in Ordnung, Anna. Du kannst es jetzt rauslassen. Er ist weg.

Sie sank zu Boden und verschränkte ihre Arme vor dem Gesicht. Ein schmerzhaftes Ziehen durchzog ihr Gesicht, als sie in Tränen ausbrach.

Anna? Anna? Bleib bei mir, Anna. Du kannst es schaffen. Ich weiß, dass du es kannst. Du wirst es durchstehen. Ich glaube fest daran.

*** *** ***

Am nächsten Tag war es bereits nachmittags, als Anna noch im Bett in einem Meer von Taschentüchern lag. Ihre Augen waren geschwollen und sie atmete noch immer schwer.

Anna bist du da? Bist du bei mir? Ich weiß, dass du noch Zeit brauchst, aber es gibt kein Zurück mehr.

»Ich will nicht aufstehen«, murmelte Anna.

Das ist ok. Ich werde dich durch diese Zeit begleiten und gemeinsam schaffen wir es. Erinnerst du dich an den Artikel, den wir zuletzt gelesen haben? Darin wurden die verschiedenen Schritte der Trauer - oder besser gesagt der Trennung - beschrieben.

»Lass mich damit in Ruhe«, sagte Anna und zog die Decke über ihren Kopf.

Was haben wir denn zu verlieren? Lass es uns versuchen oder hast du eine bessere Idee?

»Ja, ich bleibe hier liegen, bis alles vorbei ist«, nuschelte Anna unter der Decke.

Anna. Du kannst den nächsten Schritt nicht verhindern. Er überkommt dich, ohne dass es dir bewusst wird.

Anna atmete tief aus. »Na gut, was ist der nächste Schritt? «

In Erinnerung schwelgen und Zurückziehen.

»Das ist ein blöder Schritt«, sagte sie und wand sich unter der Decke. »Und ich bleibe trotzdem hier liegen.«

Das ist ok. Lass die Gardinen zu und bestellen wir uns Pizza.

Anna kroch langsam unter ihrer Decke hervor. »Mit extra viel Käse?«

Aber klar. Das haben wir uns verdient! Denk immer daran. Du kannst ruhig trauern. Du kannst hier den ganzen Tag liegen bleiben. Du kannst die ganze Nacht weinen und du kannst all diese Dinge machen, die du niemals tun wolltest.

»Was meinst du?«

Wie die alten Sprachnachrichten von ihm auf deinem Smartphone abhören, nur um wieder seine Stimme zu hören. Oder dir wünschen, dass er dir eine Nachricht schreibt, nur damit du weißt, dass er auch an dich denkt. Aber zur gleichen Zeit willst du es nicht, weil du weißt, dass du ihn dann nur noch mehr vermissen würdest. Und du weißt, dass du es nicht tun solltest, aber du schreibst ihm oder rufst ihn vielleicht sogar an. Du hast versucht, dagegen anzukämpfen, aber du hast verloren oder?

Anna holte ihr Smartphone unter der Bettdecke hervor. Der Akku war fast leer und der Bildschirm war voller fettiger Fingerabrücke. Sie seufzte.

»Ich verstehe es einfach nicht. Warum hat er es beendet?

Es lief doch so gut zwischen uns«, wimmerte sie und rieb sich die Augen. »Zumindest dachte ich das.«

Manchmal gehen Menschen Wege, die wir nicht verstehen.

Es muss nicht an dir liegen. Vielleicht hat er einfach andere Vorstellungen von sich selbst oder von seinem Leben und er dachte, dass es der richtige Moment für einen Neuanfang wäre.

»Das ist nicht fair.«

Es ist vielleicht ein Klischee, aber du könntest etwas tun, was du bisher nur aus Filmen kennst.

»Das wäre?«

Naja, du könntest dir diese traurigen Liebesdramen ansehen und dabei eine Familienpackung Eis verschlingen.

Anna lächelte.

---ENDE DER LESEPROBE---