Das Leben ist ein langsam fließender Strom - Rüdiger Holster - E-Book

Das Leben ist ein langsam fließender Strom E-Book

Rüdiger Holster

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Beschreibung

Erzähler des Romans ist ein 3-jähriger, namenlose Junge. Er wächst alleinerziehend bei seiner Mutter auf. Aus seiner Sicht erzählt er von Dingen, von denen dieser eigentlich überhaupt keine Ahnung haben kann. Mit seiner eigenen Stimme über die gesellschaftlichen Unterschiede und die daraus resultierende Komik ist es eine komplexe, abenteuerliche Geschichte. Entgegen jeder Vernunft, mit ein wenig Family Soap, Satire und Prosa, räsoniert der Junge über unsere Gesellschaft.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 129

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Rüdiger Holster

Das Leben ist ein langsam fließender Strom

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Doreen

Kita

Clara

Komfortzone

Claudia

Sehnsucht

Hagen

Routine

Marc

Schicksal

Arndt

Marta

David

Erinnerung

Fragen

Erwartungen

Antworten

Identität

Mike

Veränderung

Strömungen in einem Fluss

Impressum neobooks

Doreen

Es ist die Zeit morgens beim Aufwachen, die ich am intensivsten empfinde. Als wenn sie ahnt, dass ich schlummere, also in diesem wohligen Übergang vom Schlaf zum Wachsein mich befinde, öffnet sie behutsam die Tür und setzt sich an mein Bett. Es herrscht vollkommene Stille und Abgeschiedenheit, äußere Einflüsse sind minimiert. Ganz langsam, nur mit den Fingerspitzen krauelt sie über alle Partien meines Kopfes und begleitet mich beim Wach werden. Dabei streicht sie mit der Hand bis hin zum Nacken, mit ganz leichtem Druck ihrer Finger. Ein wohliger Schauer jagt durch meinen Körper und löst dabei einen zarten Kitzel aus. Ihre weichen langen Haare und der nach einer Nacht süßliche und angenehm vertraute Duft ihres Körpers geben mir dabei ein sinnliches Gefühl von Behaglichkeit und Wohlbefinden, den ich möglichst lange konservieren werde. Es muss das Kuschelhormon sein, was mich nun überkommt. An diesen Botenstoff kann ich mich noch sehr gut vom Stillen erinnern. Inmitten dieser Hormone befinde ich mich jetzt in einem heimeligen Rauschzustand. Die Blut-Hirn-Schranke ist vollständig angehoben, alle hoch empfindlichen Schaltkreise in meinem Gehirn laufen ohne die geringste Art einer Einschränkung auf Hochtouren. Schön wäre es, wenn sie jetzt in mein Bett kriechen, mit ihrer Hand zart mein Gesicht berühren und meinen Körper weiterhin streicheln würde. Leider ist dem nicht so. Zeit, Nähe, Frieden und diese ungestörte Ruhe haben jetzt hier keinen Bestand. Nunmehr ein normaler Werktag, der besagt, dass Eile geboten ist. Ich konzentriere mich und spüre die Atmosphäre in der Wohnung. Meine Antennen signalisieren mir dabei, alles ist in Ordnung, wir sind allein. Keine fremden Geräusche außerhalb dieses Zimmers sind wahrnehmbar. Also werden wir beide diesen Moment der innigen Verbundenheit gemeinsam erleben und ohne Ablenkung aufsaugen, versuchen ihn über den furchtbar langen Tag der Trennung bei uns zu behalten.

Wie eigentlich jeden Morgen sind wir spät dran, wofür meine Mutter, sie heißt Doreen, vornehmlich mir die Schuld gibt. Sicher vergisst sie, dass ich erst drei Jahre alt bin und mir die morgendlichen Abläufe nun mal nicht so sicher von der Hand gehen, wie bei den Erwachsenen. Einen zeitlichen Puffer hat Doreen heute morgen leider nicht eingebaut. Ich muss schnell machen, trotzdem lieben wir beide dieses Ritual, morgens in der Küche sitzend, sie Kaffee, ich Milch, in aller Ruhe unser Getränk zu uns zu nehmen. Meist sind wir dabei still, gelegentlich erzählt sie mir von den bevorstehenden Aufgaben ihres Arbeitstages.

Doreen arbeitet in einem Autohaus als, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, Assistentin der Geschäftsleitung. Wie sie mit ein wenig Stolz sagt, werden dort Luxussportwagen verkauft. Ihr Chef ist der Geschäftsführer der gesamten Gruppe. Für mich war diese Konstellation hier sofort klar. Der absolute, ewige Klassiker. Der Mann führt, die Frau assistiert. Ähnlich wie in dieser Radsportübertragung, welche Doreen und ich im Fernsehen neulich verfolgt haben. Die männlichen Kommentatoren berichten über den Verlauf des Wettkampfes, die weibliche Kommentatorin erklärt uns die Besonderheiten der Region bezüglich Wein und den typisch regionalen Speisen und Sehenswürdigkeiten.

Heute morgen erinnern wir beide uns an den Familientag im Autohaus. Es war alles unheimlich spannend. Das tollste Erlebnis für mich, ich durfte auf dem Fahrersitz des riesigen Geländewagen Platz nehmen. Der Wagen stand auch so götterhaft platziert mitten im Laden. Es muss wohl auch ein ganz neues Modell gewesen sein. Dieses war mit roten Absperrkordeln abgehängt. Die Kordeln besaßen an den Enden goldene Beschläge mit Karabinern. Damit wurden sie an den Abgrenzungsständern befestigt. Das sah alles unfassbar vornehm und auch ein kleines bisschen luxuriös aus. Die Absperrung wurde wahrscheinlich aus dem Grund aufgestellt, dass nur befugte Personen Zugang zum Fahrzeug erhalten durften. Und einer von diesen Personen war nun ich. Ein richtiges Monster, dieses Auto. SUV sagt man dazu, wie mir der Verkäufer so sehr wichtig versucht hat zu erklären. Natürlich oberste Vorsicht walten lassen und sämtliche Hebel und Schalter möglichst sanft, besser gar nicht erst berühren, war meine Interpretation seines argwöhnischen Verhaltens. Wenn ich so zurückblicke, es war auch das letzte Mal, dass ich in einem Auto Platz genommen habe. An diesem Familientag.

Unsere Küche ist sehr klein, so klein sogar, dass Doreen am Tisch sitzend an jede Küchenschublade heranreicht. Selbst unsere beiden Becher kann sie, ohne aufzustehen in den Geschirrspüler einräumen.

So, jetzt flugs ins Bad. Zahnputzlieder oder sonstige Belohnungssysteme fordere ich schon lange nicht mehr ein.

Die für heute notwendigen Kleidungsstücke hat Doreen bereits am Vorabend auf den kleinen Hocker neben mein Bett gelegt. Unterwäsche mit Baggern, Tiefladern und Kränen. Wann wird diese endlich einmal entsorgt. Zu meiner Freude nicht dieser entsetzliche Kratzpullover der letzten Tage, stattdessen ein dunkelblaues Sweatshirt mit gelber Schrift „Cool“. Das alles ist total peinlich. Immer mal wieder bringt Doreen von Freunden und Bekannten die ausrangierten Sachen der Kinder mit, die aus diesen herausgewachsen sind. Nichts davon wäre meine Wahl, nicht ein einziges Teil, dürfte ich diese selbst aussuchen. Verständlich nichts Neues zu kaufen, wenn bei mir wieder einmal ein Wachstumsschub bevorsteht. Aber „Cool“ bin ich auf gar keinen Fall und vor Baggern, Baumaschinen und so schwerem Gerät fürchte ich mich eher, als dass die toll sind.

Die Tage spazierten Doreen und ich ein wenig durch unser Viertel und dort kamen wir an der Baustelle vorbei, wo die schicken neuen Wohnungen gebaut werden. Das immer sehr laute und metallische, ja martialische Getöse, wenn beim Bagger die Schaufel geschüttelt und rauf und runter bewegt wird, um sämtlichen Inhalt zu entleeren. Schrecklich. Es mag ja Kinder geben, die dabei fasziniert zuschauen, ich definitiv nicht. Das wird auch niemals mein Berufswunsch sein. Nein, auf gar keinen Fall. Es ist irgendwie auch immer so kalt und ungemütlich auf einer Baustelle, entweder es regnet oder ein heftiger Wind fegt durch die Umzäunung.

Hilfestellung muss Doreen mir heute morgen nicht leisten. Das Anziehen klappt gut. Einzig die Knöpfe der Hose stellt mich heute vor eine große Herausforderung. Leider ist die Hose mit dem elastischen Bund als Ersatz in der Kita. Mit der geht es super einfach. Doreen hat sehr hohe motorische Anforderungen an mich, Unterstützung muss sie meist nicht leisten. Nur hier und jetzt mit den Knöpfen der Hose, brauche ich sie. Okay, weiter geht es. Jacke an, zuerst die Kapuze über den Kopf und dann versuchen irgendwie die Arme durch den Ärmel zu stecken. Und natürlich alles in Windeseile. Schuhe an, die haben glücklicherweise Klett, allerdings welcher Schuh an welchen Fuß? Ach ja, das Paar im leicht schrägen Winkel vor sich hinstellen und dann überlegen, wie sie sich küssen. Andersherum schauen die Schuhe voneinander weg. Das ist dann die falsche Richtung, so können sie sich nicht küssen. Fertig. Und Doreen? Auf die muss ich warten. Wieder etwas vergessen, noch einmal hektisch in die Wohnung zurück. Dann sind wir hier tatsächlich durch und es geht die Treppen abwärts. Im Parterre kommen wir dann am Wohnungseingang unserer neuen Nachbarn vorbei. Die sind, wie Doreen glaubt, aus Afghanistan oder so. Zu dritt wohnen sie dort mit einer Tochter in meinem Alter ungefähr. Die sind wirklich absolut nett und freuen sich immer riesig, wenn wir im Hausflur aufeinandertreffen. Doreen unterhält sich mit ihnen auf Englisch. Was uns beide allerdings immer richtig aufregt ist die Tatsache, dass mindestens einmal die Woche vor ihrer Wohnungstür eine Art Flohmarkt stattfindet. Dort stehen dann mal zum Beispiel zwei Paar Erwachsenen Schuhe. Zu verschenken steht dann da drauf. Klar nimmt die niemand mit. Nach einer Woche stehen die dann draußen vor der Haustür, in der Hoffnung, so ein armer Teufel nimmt diese und erfreut sich daran. Irgendwann, wenn es Doreen zu viel wird, hebt sie die auf und wirft alles komplett in den Müll. Heute liegen da zwei Paar Wollmützen. Als wenn irgendjemand gescheites aus unserem Haus gebrauchte Wollmützen aufsetzen würde. Allein der Gedanke daran diese zu tragen, ich würde mir dauernd die Kopfhaut kratzen. Doreen nimmt diese glücklicherweise sofort und entsorgt alles im Hausmüll.

Bevor es jetzt Richtung Kita losgeht, gehen wir noch schnell zu unserem Bäcker an der Ecke. Dort treffen auch die anderen Eltern ein, denen es unmöglich erscheint, ihren Kindern ein vollwertiges Frühstück zu bereiten. Sigrun aus meiner Kita ist vor uns an der Reihe. Eigentlich sollte sie schon sehr bewusst auswählen, was sie zu sich nimmt, die paar Kilo zu viel sieht man ihr deutlich an. Der Mutter scheint es egal, die ist ebenso übergewichtig. Obendrein zieht die Mutter sich auch noch unmöglich an. Glitzershirt in 5XL mit Katzenlogos, schwarze Leggings mit einem silbernen, glitzernden Juicy Schriftzug am Hintern. Ich habe Doreen gefragt, was das heißt. Bedeutet übersetzt saftig. Saftig kann man es vielleicht titulieren, ich finde es allerdings so derart abstoßend und unakzeptabel, mir und allen anderen, diesen Anblick zuzumuten. Hinzu kommt noch, dass jeder durch die dünne Hose hindurch die Dellen ihrer Orangenhaut deutlich erkennen kann. Mit Blick auf Sigrun fragt nun die Mutter: „Das Weizenbrötchen mit überbackenem Käse, das Brötchen mit Käse und zusätzlich Speck als Topping oder lieber ein Schokoladen Croissant?“

Sigrun schaut sich das Angebot stumm an, keine Reaktion. Mit Ihren fettigen Fingern immer schön an der Glasscheibe der Auslage entlang, weswegen diese auch nur aus diesem einzigen Grund montiert wurde. Die Schlange hinter uns wird immer länger, dabei haben wir noch Glück, kurz nach uns kommen die Arbeiter aus der Frühschicht der gegen-überliegenden Bahninstandsetzung, um sich für deren Frühstück einzudecken. Ich bin ganz still, jedes Murren von mir würde bei der Mutter, vielleicht auch bei beiden, in Aggression umschwenken, dafür sind die beiden bekannt. Die Mutter schaut jetzt auch noch in meine und Doreens Richtung, ihr Gesichtsausdruck vermittelt dabei stille Feindseligkeit. Wenn unsere Blicke nun kollidieren, was ich tunlichst versuche zu vermeiden, andernfalls interpretiert sie es als eine Form der Attacke. Erlebt haben wir eine Situation mit ihnen und ihrem absolut nicht liebenswerten Hund. Ein Fußgänger hat beide freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass der Vierbeiner mitten auf dem Weg sein Geschäft hinterlassen hat und einer von den beiden doch bitte schön dieses in den Gassi-Beutel hineinlegen möchte. Nicht nur der Fußgänger, auch Doreen und meinerseits ohnehin, wir alle waren fassungslos über die Invasion von Ausdrücken voller Wut und Zorn. Kopfschüttelnd gingen wir alle weiter.

Jetzt zeigt die Mutter auf dieses oder jenes Gebäck und fragt den scheinbar neuen Verkäufer, was es ist. Der weiß es nicht, immer wieder die Frage an die Kollegin gerichtet, die am Backofen hinter dem Tresen zu tun hat. Die sollten lieber die Aufgabenverteilung umkehren damit es hier voran geht. Endlich ist es so weit, Sigrun hat sich entschieden. Wie sollte es auch anders sein, das Schokoladen Croissant. Ohne Worte… Jetzt das Procedere mit der Bezahlung. Erst einmal den Einkauf verstauen, dann in aller Ruhe das Portemonnaie in der übergroßen Tasche suchen und das Münzgeld abzählen. Das ist natürlich nicht ausreichend, deshalb kommt der Geldschein heraus, was nun den Verkäufer ärgerlich macht, es ist noch zu früh zum Wechseln eines so großen Scheines. Ich hoffe für mich und alle anderen, dass er eine Ausnahme macht und das Rückgeld herausgibt. So ist es dann auch, noch große Verabschiedung und raus sind sie. Ich bin nun komplett verunsichert, will das es schnell geht und zeige rasch auf ein Dinkel Baguette mit Körnern und belegtem Käse. Nun wird es höchste Zeit. Wir müssen uns, wie eigentlich jeden Tag, beeilen.

Kita

Jetzt kommt der betrüblichste Abschnitt des Tages. Die Fahrt zur Kita. Doreen hebt mich hoch und platziert mich auf den Kindersitz über dem Gepäckträger. Helm auf, den durfte ich mir doch tatsächlich selbst aussuchen. Okay, sie vertraut mir und im Grunde habe ich auch schon einen guten und sehr sicheren Geschmack entwickelt. Eine allzu bunte Überraschung wird es nicht. Auch nicht so ein Einhorn Helm, wie er jetzt bei unseren Kita-Mädchen angesagt ist. Große Augen, bunte Mähne und ein Horn vorne am Helm. Ganz furchtbar. Nein, meine Wahl war eine Halbschale als Helm und sieht einer Wassermelone sehr ähnlich. So hellgrüne und dunkelgrüne Streifen als Muster. Das Fahrrad steht angekettet vor der Eingangstür. Doreen hat wiederholt vergessen, den Kindersitz mit der Persenning abzudecken. Dieser ist nun durch den Regen am frühen Morgen durchnässt. Da hilft nun auch keine Plastiktüte, um die Feuchtigkeit von meiner Hose fernzuhalten. Eigentlich habe ich ein eigenes Fahrrad und bin auch schon recht sicher im Umgang damit, aber morgens dauert es eben bei mir. So richtig tempofest bin ich noch lange nicht und komme schnell an mein Limit. Und besonders verkehrsarm ist der Weg zur Kita auch nicht. Die Elemente kommen jetzt mit voller Wucht. Heute kann ich von Glück sagen, dass es nur regnet. Wie eigentlich sonst jeden Morgen der letzten Tage, peitscht der Wind nicht von vorne, nein heute schiebt er uns stetig in einem moderaten Tempo Richtung Kindergarten. Kühl zwar, aber ich will mich nicht beklagen. Unheimlich laut sind die Umgebungsgeräusche der Straße. Doreen mit schneller Trittfrequenz, ich direkt an ihrem Rücken geschmiegt, im Verborgenen genussvoll am Daumen lutschend, erreichen wir die Kita. Sonnenschein, so ist der Name unserer Kita. Erfreulicherweise nicht so ein einfallsloser Name wie Villa Kunterbunt oder Burg Wirbelwind. Nein, schön schlicht. Aufgeteilt sind wir in zwei Gruppen. Die Igel- und die Hamster-Gruppe. Da hat man sich leider nicht so viel Mühe gegeben und diese kindlichen Tiernamen vergeben. Frau Bredfeld ist die Leiterin der Kita und sehr nett. Sie hat mir zu meinem letzten Geburtstag ein selbst gemachtes Kirschkernkissen geschenkt. Das wird von mir im Grunde jeden Abend zur Entspannung zum Einschlafen genutzt. Claudia ist die Teamleiterin der Igel-Gruppe. Dann gibt es noch Kurt, der kann irgendwie alles. Er ist der schnellste beim Fangen spielen, lässt im Tor keinen Ball durch und vor dem Tor macht er diesen immer rein. Basteln, singen, ja wirklich alles macht er toll. Dann haben wir noch Dörte, die ist aber nur eine Praktikantin und nicht immer vor Ort. Und Nicole, so eine Art Springerin, die von der Igel- zur Hamster-Gruppe wechselt, wenn mal ein Erzieher fehlt.

Angegliedert an unserer Kita ist auch eine Schule. Das ist auch der Grund, weswegen morgens hier immer so viel Chaos herrscht. Es wurde sogar schon einmal demonstriert. Ältere Kinder hatten gefordert, dass die Eltern ihre Kinder nicht immer mit dem Auto bringen sollten. Zu Schaden gekommen ist glücklicherweise noch niemand, aber gerade morgens ist es schon recht unübersichtlich.

Im strengen Tempo schiebt Doreen das Rad Richtung Eingang. Ab und an tut sie mir dabei auch unabsichtlich weh. Immer ein wenig Hektik in ihren Bewegungen, in der Hoffnung, dass meine Ablieferung, oder sagt man Weiterbeförderung, schlimmer noch Ablösung, möglichst schnell abgeschlossen ist. Dabei sollte sie doch Bescheid wissen, dass ich einfach noch nicht so fix im Gehen bin.