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Zwergenstaat Murgi freut sich auf sein 600 Jahrjubiläum. Doch während der Vorbereitungen wird die Unterwäsche von Königin Emma gestohlen. Wer kann der Übeltäter sein? Palastwächter Louis Alphabetinovic mit dem prächtigen Haupthaar? Schaffnerlehrer Schmu Mortimer oder seine untreue Ehefrau? Jacques Mirabeau, der Franzose aus dem Weltraum? Warum gibt es in Murgi keinen Weihnachtsmann aber eine Weihnachtsfrau? Warum sieht man die Königinmutter immer in Begleitung eines Gorillas? Leben wirklich die Rolling Stones in den Wänden des Königspalastes? Sind schwule Samurai gute Wachkräfte? Wer ist das Männchen mit dem Hitlerbart? Und was hat es mit dem Fette-Frauen-Weitwurf auf sich? All diese Fragen beantwortet dieses Buch - für Leute die das Besondere lieben und das Alltägliche nicht mehr ertragen können.
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Serge Berger
Das Leben ohne Höschen
Die Chronik von Murgi, Teil eins
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
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epilog
Impressum neobooks
Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Ende. Bääh, was für ein furchtbarer Anfang. Machen wir einen zweiten Versuch: Der Papst wohnt nicht in Murgi. Nichtmal ein Sommerhäuschen hat er dort, wo er mit geilen Schlampen wilde Partys feiert. Das, so kann man mal vermuten, wäre wohl auch nicht im Sinne von Frau Papst. Der olle Papst hat ja sowieso schon den Vatikan wo er sich regelmäßig Cancan tanzende Nutten reinzieht! Im letzten Satz muss es natürlich Nonnen statt Nutten heißen.
Murgi ist, im Gegensatz zu anderen Kleinstaaten auch keine Steueroase für Schwerverdiener, keinerlei Prominenz macht sich hier breit. Murgi ist gemütlich, aber nicht spektakulär, nett anzusehen, aber nicht aufregend. Gepriesen für seine Glasaugenmanufaktur, welche nicht nur einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor sondern auch eine beliebte Touristenattraktion darstellt. Trotz seiner kleinen Größe bietet Murgi alles, was das Herz zum Leben begehrt. Im Norden formiert sich das mäjestetische Buckelgebirgige zum Klettern und was man sonst noch auf Bergen so tun kann, z.B. laut kreischend mit zum Himmel gerichteten Armen vor Bären davonlaufen. Ganz im Süden schimmert der Königssee stahlblau im Sonnenlicht, benannt nach dem Tagelöhner und Landstreicher Rasputin König. (Der See, nicht das Sonnenlicht. Und der See schimmert natürlich auch nur tagsüber im Sonnenlicht. Nicht in der Nacht. Weil das is ja kein Sonnenlicht. Weil wenn in der Nacht Sonnenlicht wäre, könnte man ja die Dunkelheit gar nicht sehen. )
Die rund 200.000 Einwohner gehen ihren täglichen Treiben unter der Regentschaft von Königin Emma der Vierten von Meyerbeer nach. Emma ist Tochter von Emma der 15., die dafür bekannt war, nicht bis drei zählen zu können. Die 70 jährige Monarchin logiert mit ihrer Familie im Königspalast in der Haupstadt Strump und ist lediglich einen Meter zwanzig groß. Ihre Krone ist eine Spezialanfertigung. Gemahl Prinz Gustav zählt bereits 80 Lenze und ist seit 50 Jahren an Emmas Seite. Ob seines permanenten Grants wird er vom Volk Gustav der Mürrische genannt. Emma und Gustav hatten sich bei einem Bastard des Monats-Wettbewerb kennengelernt, den Emma eröffnet und Gustav gewonnen hatte.
Senior des Hauses ist die beliebte Königin Mutter, 88 Jahre alt, immer mit Wodkaflasche in der Hand, geschmacklosem Hut auf dem Kopf und verschmiertem Lippenstift im weißen Gesicht (sie fuhr beim Schminken des öfteren daneben, der Wodka, Sie verstehen). Das jüngste Mitglied der Königsfamilie ist Prinz Alf, der jüngere Bruder von Emma. Die Öffentlichkeit bekommt ihn nie zu Gesicht, denn er lebt in den Wänden des Königspalast. Der Rest der Familie nennt ihn wunderlich, Alf nennt den Rest der Familie verdammte Bastarde.
Man schrieb das Jahr 2010 und Murgi steckte gerade mitten in den Vorbereitungen zum großen Jubiläum. 600 Jahre zuvor, im finstersten Mittelalter hatte der Raubritter Kunibert die Gegend terrorisiert, die Bauern ausgeplündert, gebrandschatzt und vergewaltigt und alles Futter heim in sein Schloss zu seiner Frau Franzi gebracht. Bis es den Bauern irgendwann zu dumm geworden ist und sie einen Sparverein gegründet haben. Das beeindruckte Kunibert nicht groß, darum hielt er im Brandschatzen und Ausrauben nicht inne, während seine Frau Franzi fetter und fetter und fetter wurde, bis sie nicht mehr durch die Tür passte und ihr darob von den Bauern der wenig schmeichelhafte Spitzname Talkshowmoderatorin verliehen wurde. Dann schrieben die Bauern Kunibert einen Brief, wo sie ihren Unmut mit seiner Terrorherrschaft und Hundekot kunddaten, was Kunibert auch nicht sonderlich kümmerte. Er ließ sich beim Raubrittern nicht dreinreden und seine Franzi wurde fetter und fetter und fetter und fetter und fetter und nicht schlanker. Dann war es selbst den Bauern zu viel, sie stürmten die Ritterburg und jagten Kunibert davon. Franzi wollten sie aus dem Fenster werfen, aber sie war zu schwer, zwölf Bauern bekamen sie nicht hoch. Mit Hilfe von neun befreundeten Kühen gelang es schließlich, Franzi hochzuheben und aus dem Fenster zu bugsieren. An der Stelle wo sie aufschlug, entstand ein meilenweiter Krater, in dem die Hauptstadt Strump entstand, in der auch heute noch die meisten Bewohner des Landes leben. Diese freuten sich nun aufs Jubiläum und hofften auf keine Störungen. Z.B. ein Papst, der das Land annektieren will.
Ein kleiner gelber Mann in einem eleganten, mit allerlei chinesischen Motiven verziertem Umhang stand an einer Theke. Vor ihm bereits drei leere Schnapsgläser.
"Ich will noch einen", sagte der Mann und gluckste.
Der Barkeeper, ein spindeldürrer, fast zwei Meter großer Mann namens Fido zuckte mit den Achseln und stellte noch ein gefülltes Schnapsglas auf den Tresen. Irgendwo heulte ein Hund.
"Blödel Hund!" sagte der kleine gelbe Mann und fügte traurig hinzu, "abel wahlscheinlich fühl ich mich selbst so."
"Als Hund, Sir?" fragte der Barkeeper, der einst die Butlerschule besucht hatte, um Schnaps zu liefern.
Der kleine Mann strich über seinen schmalen Schnurrbart.
"Gewisselmaßen", erklärte er, "untel meinem Welt geschlagen. Das glößte China-Restaurant der Stadt ist in meinem Besitz. Tlotzdem habe ich das Gefühl, alle behandeln mich wie so einen Klischee-Chinesen, der in der Wäschelei arbeitet, nul Leis isst und ein l statt einem l sagt. Abel ich bin nicht so ein langweiligel untelwülfigel Dienel. Gloßes Blut fliesst dulch meine Adeln."
Der Gast richtete sich zu seiner vollen Größe von einem Meter sechzig auf und starrte dem nun verschüchterten Barkeeper mit aller gebotenen Strenge direkt ins fahle Auge. Unnötig zu sagen, dass er dabei auf den Barhocker steigen musste. Und gemein grinste. Diabolisch gar.
"Es gibt Menschen, die tagtäglich nul ihlen Alltagstlott haben, und dann gibt es Menschen, die zu Höhelem belufen sind. Die von den Geisteln des velgangenen Volkes untelstützt welden im ewigen Kampfe gegen die Mittelmäßigkeit."
"Was für eine Rede!" sagte Fido beindruckt.
"Und mein Vatel wal so ein Mensch! Sein Name wild in manchen Gegenden del Welt noch heute nul geflüstelt aus Angst vol seinem bösen Geist!"
"Doch nicht der ....!" sagte Fido im Zustand freudiger Erregung und fiel sogleich in Ohnmacht.
"Genau del bin ich! Del Sohn des Fu Manchu!! Und mein Name ist Wenzel Manchu!"
*****
Als Kind interessiert es dich nicht, ob dein Vater Busfahrer ist und dafür sorgt, dass die Kinder sicher in die Schule kommen, oder Pianist der berühende Symphonien komponiert oder ein wahnsinniger Bösewicht, der alle Weissen ausrotten will. Du sehnst dich einfach nach einem Vater!
Und so blieb auch der kleine Wenzel oft abends auf und freute sich auf die Beschäftigung mit seinem Dad. Aber der alte Fu saß dann nur erschöpft in seinem Fauteuil, schnaufte und meinte Mein Junge, ich hatte einen schwelen Tag. Wenn du acht bis zehn Stunden täglich velsuchst, den Weißen Abschaum zu velnichten, dann willst du am Abend ein bißchen Luhe und Entspannung finden, in die bequemen Filzpantoffeln schlüpfen und felnsehen, was Lustiges mit Lucille Ball. Also quäl mich nicht mit deinen Ploblemen!!
Fu Manchu's Egozentrik und ein geregeltes Familienleben vertrugen sich gar nicht. Denn während Fu aus giftigen Kröten ein Elixir braute, das alle Personen, dessen Namen ein F enthält, in giftige Kröten vewandeln sollte, sehnte sich Frau Fu nach Romantik und Zweisamkeit. Während Fu liebevoll seine Spinnen und Schlangen hegte und pflegte, die alle Personen dessen Namen kein W enthält, beißen sollten, sehnte sich Frau Fu nach Geborgenheit und Eintracht. Da diese nicht anrückten, platzte Frau Fu irgendwann der Geduldsfaden. Laut rief sie: "Mil leicht es, immel nul zu putzen und zu kochen! Mil leicht es, von dil nicht als eigenständiges Wesen wahlgenommen zu welden. Mil leicht es, fül meine elotischen Spiele immel den Milchmann zu bemühen! Die Milch wild sowieo immel teulel!!" und verließ ihn. (Fu, nicht den Milchmann.)
Allein mit Fu verlor Wenzel bald den Respekt für seinen Vater. Da es mit Fu's Plänen zur Weltherrschaft noch nichts geworden war, wurde auch alles Geld für diesen Zweck verwendet. Eine Putzfrau war da nicht drin, und die Wohnung musste Fu nun selbst sauberhalten. Und wenn der Welt größter Bösewicht nichtmal fähig ist Staub zu saugen, ohne sich mit seinem Umhang im Staubsauger-kabel zu verheddern und voll aufs Maul zu fliegen, dann verliert man echt jede Achtung. Veldammtel Staubsaugel! hallte es hallend durch die Hallen und Wenzel dachte sich "Wie pathetisch! Dem zeig ich noch, was einen gescheiten Velblecher ausmacht!"
Im Sprechstundenzimmer seiner Praxis freute sich Dr. Aaargh, seines Zeichens Murgis führender medizinischer Spezialist und Perverser, über den Anblick. Frau Sissy saß vor ihm und er war bereit für die Untersuchung.
"Na dann nehmen Sie mal bitte die Kleidung ab!" war Aaargh in freudiger Erwartung der üppigen Dinge, die sich unter der Bluse verbargen.
"Aber Doktor, ich bin doch keine Patientin, ich bin Ihre Sprechstundenhilfe!" meinte Frau Sissy.
"Ich weiß", sagte der Doktor, "aber Sie sehen viel besser aus als diese kranken Würstchen! Nun machen Sie schon! Runter mit den Klamotten!"
"Doktor, Ihnen läuft der Sabber aus dem Mund", bemerkte Frau Sissy.
"Sie können mich davon heilen!" sagte Dr. Aaargh und grinste. Er zog seinen Rezeptblock hervor und kritzelte etwas darauf.
"Sehen Sie", sagte er dann zu Frau Sissy, "Dr. Aaargh hat mir eine anständige Schenkelpolka verschrieben - mit Ihnen!"
"Niemals", beharrte Frau Sissy.
"Aber es geht um meine Gesundheit!"
"Nagut, ein Nippeltango ist drinnen. Aber Sie bezahlen mir gefälligst die Rezeptgebühr!"
Dr. Aaargh steckte ihr einen Schein zu, dann gingen die beiden hinter den Paravan und tanzten den Nippeltango.
Tatam-tam-tam-tam-tadadadada-tam-tam-tam...
"Schwester, ich fühle mich schon viel besser!" sagte Dr. Aaargh dann.
Frau Sissy richtete sich ihren Kittel und meinte: "Dann nehmen wir mal besser den nächsten Patienten."
"Nächster!" rief Dr. Aaargh.
Louis Alphabetinovic, der Mann mit dem prächtigen Haupthaar und Chef der Palastwache trat ein und setzte sich.
"Dann machen Sie sich mal frei", sagte Dr. Aaargh.
"Sollten wir uns nicht erstmal besser kennenlernen?" fragte Louis.
"Häh?" fragte der Doktor.
"Na, ich bin doch kein Junge für eine Nacht", erklärte Louis, "ich weiß, Sie sehen mich und denken Was für ein leckerer Leib, oh was lockt mich jetzt die lodernde Leidenschaft! Aber mir ist Romantik schon wichtig! Einfach so raus aus den Kleidern und es gleich treiben auf einem Bett von der Krankenkasse, das ist doch nicht romantisch!"
"Ich meine, machen Sie sich frei für die Untersuchung!" erklärte Dr. Aaargh.
"Achso!" sagte Louis und zog sein Hemd aus.
Eine Blutprobe später.
"Nun, nun, nun", murmelte Dr. Aaargh. Ein Auge hatte der Doktor in Richtung Mikroskop gerichtet, das andere war zugekniffen. Im Mikroskop lag eine Probe von Louis Blut.
"Nun, nun, nun", murmelte Dr. Aaargh, "dieser Anblick macht mir Sorgen. Ich kann nämlich gar nichts erkennen!"
"Vielleicht schauen Sie mal mit dem geöffneten Auge ins Mikroskop", bemerkte Louis.
Eine Sprechblase mit einer aufleuchtenden Glühbirne könnte der comicbegabte Leser nun über Aaarghens Kopf sehen.
"Gute Idee!", rief der Doktor und schaute nun tatsächlich mit dem offenen Auge ins Mikroskop.
"Aha, aha, aha", sagte der Doktor.
"Sie drücken sich rätselhaft aus", bemerkte Louis.
"Mein lieber Freund", sagte Aaargh, richtete sich auf und putzte sich seine Brillen, die an einer Kette um seinen Hals hingen, "ich habe leider eine schlechte Nachricht für Sie."
Louis schluckte.
"Etwas Ernstes?" fragte er.
"Nunja", sagte Aaargh und lehnte sich zurück, "Sie haben eine bösartige Infektion."
"Die Grippe?" fragte Louis. Schweißperlen standen auf seiner Stirn. In der Ferne heulte ein Hund.
Der Doktor schüttelte den Kopf.
"Schauen Sie mal in das Mikroskop."
Louis tat wie ihm geheisen war. In mitten der Blutkörperchen sah er eine kleine Gestalt mit Glatze, Latzhosen und einem Nudelwalker.
"Oh Gott!" stammelte Louis, "doch nicht etwa..."
"Oh doch! Sie haben Emanzen!" erklärte der Doktor.
"Herr im Himmel!" entfuhr es Louis.
"Wo haben Sie sich die geholt? Auf dem Klo?" wollte Aaargh wissen.
"Das muss wohl in diesem feministischen Schnapsladen gewesen sein", stammelte Louis.
Der Doktor rümpfte die Nase.
"Ein zwei Spritzen Testosteron und Sie sind wieder ganz der Alte! Da gehen die Emanzen ganz von allein in die Knie!"
"Gott sei Dank!" sagte Louis erleichtert.
Dr. Aaargh gab ihm das Rezept und Louis verließ gutgelaunt die Praxis.
"Ah, schön, wieder einem Menschen geholfen zu haben", freute sich Dr. Aaargh, "Frau Sissy, haben Sie sich inzwischen meinen Vorschlag überlegt?"
"Wegen der neuen Beschäftigung?"
"Genau den."
"Ich glaube, das ist nichts für mich", sagte Frau Sissy.
"Was ist so schlimm an einer kombinierten Arztpraxis/Pornofilmproduktion?" fragte Dr. Aaargh.
Es war strahlend heller Tag in Seattle und Alphonse Delacroix machte sich auf, in seinem Leben etwas Großes zu erreichen, damit er seiner wahren Liebe Tabata einen Antrag machen konnte. Delacroix stammte aus einer einfachen Eierfärberfamilie und konnte Tabata nicht viel bieten. Eierfärber haben schließlich nur zu Ostern was zu tun. Darum machte sich Alphonse auf dem Weg zum Parlament nach Washington um ein monatliches Osterfest durchzusetzen, eine Idee, die zwischen den Quäkern und den Katholiken zu einem blutigen Bürgerkrieg führte, voller Hass, Intrigen, Leidenschaft und Raufasertapeten. Was mit unserer Geschichte gar nichts zu tun hat, denn sie spielt in Murgi und dort ist finstre Nacht. Prinz Gustav der Mürrische liegt in seinem Bett im Königspalast und grübelt.
Vor seinem Dasein als Prinzgemahl hatte Gustav seine Brötchen als Lehrer verdient. Sogar ein Geographiebuch für Volksschüler hatte er verfasst, das bis zum heutigen Tag in allen Schulen des Landes verwendet wurde. Und obwohl er Emma wirklich gerne ertrug, war er mit seinem Leben zunehmend unzufrieden.
"Emma?"
"Hmmm?"
"Schläfst du schon?"
"Hmmm."
"Wach auf, du alte Schachtel!"
"Was ist denn schon wieder?" gluckste die Königin und drehte sich zu ihrem Gatten.
"Ich hab nachgedacht."
"Das ist ja was ganz was Neues", spottete Emma.
"Und zwar: du bist die Königin. Weil du sagst ja immer: Liebe Untertanen", fuhr Prinz Gustav fort und ignorierte Emmas ironischen Tonfall.
"Ja, das wollen die hören."
"Und ich bin dein Mann. Und Alf ist dein Bruder."
Emma schaute auf ihren königlichen Wecker, der 3:11 zeigte, rieb sich die Augen und schaute nochmal hin. 3:11.
"Es ist viertel vier am Morgen und du kommst mir mit einer Familienaufstellung? Ich will schlafen!" sagte Emma wütend.
"Darum heißt er Prinz Alf. Und ich heiße Prinz Gustav."
"Und?"
"Ich bin dein Mann und heiße Prinz!! Und Alf heißt auch Prinz!! Ich stehe doch nicht auf einer Stufe mit jemanden, der in den Wänden wohnt!!"
"Und darum weckst du mich mitten in der Nacht?! Ihr seid Prinzen, weil ich die verdammte Königin bin!!" zischte Emma.
"Und deine Mutter? Die heißt Queen Mum!! Nicht Prinzessin Mum!"
"Das wäre ja auch blöd, wenn sie Prinzessin Mum heißen würde! Die ist schließlich älter als ich!"
"Ich bin auch älter als du! Und immer noch Prinz!" empörte sich der Gemahl.
