Das Martyrium des Apostels Paulus - Massimo Serretti - E-Book

Das Martyrium des Apostels Paulus E-Book

Massimo Serretti

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Beschreibung

This essay narrates the martyrdom of the apostle Paul and is unfolded in the interlacement of two threads: the one is historical-narrative and the other is theological-meditative. The narration approaches the argument with the imagination and the affection to the simple but involving concreteness, to the places, to the people, to the stories that Paul met in his journey. This also makes his biography and what the Lord has wanted to operate through the apostle colorful and tasteful. The theological meditation that he gives us in his epistolary and that we draw from the writings of Luca gives sense and order to every concrete detail.To do this the Author refers to a base of recent specialized studies and resources, but the result is linear and accessible to everybody.

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Veröffentlichungsjahr: 2017

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Das Martyrium des Apostels Paulus

Massimo Serretti

 

 

 

 

 

 

 

1. Stephanus und Saulus

 

„Das Blut der Märtyrer ist Samen für Christen“

(Tertulliano, Apologeticum, 50, 13)

 

In dem wir uns anschicken, in der Erinnerung und im Geiste die letzten Schritte im Leben und im Zeugnisgeben von Paulus in Rom zurückzuverfolgen, möchten wir uns erneut binden an seine ersten Schritte in Jerusalem und im Besonderen an jene Episode, die ihn unmittelbar als Zeugen des ersten Bekenntnisses zu Jesus Christus von Seiten des Diakonen Stephanus, des ersten Martyrers der Kirche, zeigt.

Dieses Ereignis, das Lukas im 7. Kapitel der Apostelgeschichte erzählt, verknüpft das Martyrium des Stephanus durch Steinigung in Jerusalem durch die Hand der Juden mit dem des Paulus in Rom durch Enthauptung durch die Hand der Römer. In der Szene von Jerusalem, die eine große Verfolgung im Hinblick auf die Christen einleitet, finden wir den Verfolger mit dem Verfolgten sowie den Märtyrer von Jerusalem mit dem von Rom vereint.

Saulus – schreibt Lukas – war zwischen denen, die der Tötung von Stephanus zustimmten. (Apg. 8,1)

Saulus selbst sagt anschließend in seinem Vortrag im Tempel von Jerusalem wie auch vor dem Herrn von seinem Eifer bei der Verfolgung der Christen: „Ich ließ diejenigen verhaften und in der Synagoge auspeitschen, die an Dich glaubten; als das Blut Deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, war ich anwesend, billigte es und bewachte die Kleider jener, die ihn töteten“ (Apg 22,19-20). Saulus war nicht der materiell Ausführende der Steinigung des Stephanus, aber er billigte1 sie und sprach sich zu Gunsten der Todesstrafe für die Zeugen Christi aus (Apg. 26,10) und das nach eigener Aussage bis zum Exzess (Apg. 26,11). Seine Aufgabe als „Jüngling“ bei dieser schnellen Hinrichtung, die einem Geist des Widerwillens den Zeichen gegenüber, die Stephanus wirkte und dem ruhmreichen Glanz seines Zeugnisses geschuldet war, das viele überzeugte, zu viele vom Standpunkt der Führer des Volkes aus, bestand darin, die Mäntel der „falschen Zeugen“ zu bewachen, die entsprechend der Vorschrift die ersten Steine bei der Steinigung schleudern mussten.

In diesem Augenblick war die Steinigung von Stephanus nicht nur kein Anlass zur Reue für Saulus, sondern vielmehr zum Ausbruch einer noch größeren Wut (Apg. 8,3). Dennoch bleibt es wahr, dass „das Blut der Märtyrer der Same für Christen ist“ und auch in diesem Fall, dem ersten, war es so. Wenn es im Augenblick auch so scheinen konnte, als habe Saulus die Oberhand über Stephanus, in der Folge war es Stephanus, dessen Name „Kranz“ bedeutet, der den Siegeskranz über Saulus errang und Saulus wird Stephanus bis zu dem Punkt folgen, an dem er ihm gleich wird in der Erreichung des Märtyrerkranzes.

Ein tiefes, aber gut sichtbares Geheimnis verbindet diese beiden Märtyrer für Christus aus der Zeit der Apostel in der ersten Stunde der Kirche.

Fulgentius von Ruspe hat uns eine Meditation über die Beziehung dieser beiden hinterlassen: „Unterstützt von der Kraft der Liebe (Stephanus) siegte Paulus, der gegen ihn grausam wütete und verdiente den als Begleiter im Himmel, dessen Verfolger er auf Erden war. Die gleiche heilige und unermüdliche Liebe wünschte den mit Gebet zu erobern, den sie nicht mit Worten bekehren konnte.

Und nun ist Paulus glücklich mit Stephanus, mit Stephanus genießt er den Ruhm Christi, mit Stephanus lobt er, mit Stephanus regiert er. Wo Stephanus, getötet von den Steinen des Paulus, ihm vorausgegangen ist, da ist Paulus ihm gefolgt um der Gebete des Stephanus willen.

Wie wahrhaftig ist jenes Leben, Brüder, in dem Paulus nicht verwirrt bleibt wegen der Tötung von Stephanus, aber Stephanus sich über die Begleitung von Paulus freut, da die Liebe in beiden ihr Loblied singt. Ja, die Liebe des Stephanus hat die Grausamkeit der Juden überwunden, die Liebe des Paulus hat die vielfältigen Sünden zugedeckt, auf Grund der Liebe haben es beide verdient, das Himmelreich gemeinsam zu besitzen.“2

Das Martyrium sowohl im Sinne des Bekenntnisses für Christus als auch im Sinne des Blutvergießens steht also nicht nur am Ende der Geschichte von Paulus, sondern auch an seinem Anfang. Die Berufung und die Mission selbst sind gänzlich unter dem Zeichen des Martyriums. Auch hier gilt jener Satz, den wir im Buch des Siracidus geschrieben finden: „Beim Tode eines Menschen werden seine Taten offenbar. Vor seinem Ende sollte niemand selig genannt werden, einen Menschen erkennt man wirklich erst am Ende.“ (11, 27b.28)

Eine Vorankündigung des Martyriums von Paulus findet sich schon in den Worten des Herrn an Ananias in Damaskus, mit denen er ihn zu Paulus schickt, um ihn von der Blindheit zu befreien und ihn durch die Taufe in die Gemeinschaft der Christen einzuführen: „Ich will ihm zeigen, wie viel er um meines Namens willen wird leiden müssen.“ (Apg 9,16). Dieser Ausspruch kann auch übersetzt werden. “Ich werde ihm zeigen, welche Dinge er um meines Namens willen wird erleiden müssen.“ Teil dieser Qualität und Quantität ist auch die „Heiligung des Namens“, die seine Erfüllung in der Opfergabe des Lebens im Allgemeinen und des Martyriums im Besonderen hat.

Das Leiden und der Tode um des Namens willen sind also von Beginn an integrierender Bestandteil der Berufung des Paulus.