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Inspektor Kurt Thiemigs Karriere bei der Kriminalpolizei beginnt im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Knall! Als es zu einer Gasexplosion in einer Waldhütte kommt, wird er dem erfahrenen Heinrich Glatzl zugeteilt und mit der Aufklärung des Falls betraut. Was zunächst nach Brandstiftung aussieht, entpuppt sich als gut verschleierter Mord, als in den ausgerauchten Ruinen der Hütte auch noch eine Leiche auftaucht. Mitten in ihren scheinbar fruchtlosen Ermittlungsarbeiten wird eine ihrer Verdächtigen tot aufgefunden. Der Fall gewinnt an Brisanz und die beiden Ermittler sehen sich nicht nur mit Druck von oberster Stelle konfrontiert, sondern müssen sich auch erst einmal selbst zusammenraufen. Denn der grimmige Glatzl sieht in dem motivierten Neuzugang Thiemig vor allem eins: Eine Nervensäge.
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Seitenzahl: 61
Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhalt
Impressum 2
Kapitel 1 3
Kapitel 2 22
Kapitel 3 32
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
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© 2022 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99131-001-3
ISBN e-book: 978-3-99131-002-0
Lektorat: Thomas Ladits
Umschlagfoto: Johannes Hansen, Levon Martirosian | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Kapitel 1
Die Hütte brannte lichterloh. Sie stand sehr einsam an einem Schotterteich, umgeben von Bäumen und Sträuchern. Kaum jemand hätte den Brand bemerkt. Das Holz war trocken und der Rauch hielt sich in Grenzen. Die nächsten Ansiedlungen waren Kilometer entfernt. Sie wäre unbemerkt niedergebrannt – wenn da nicht Überlebende gewesen wären.
Ein völlig verstörtes 16-jähriges Mädchen und ein etwa 30- bis 35-jähriger Mann. Er gab an, hier übernachten zu wollen. Beide wussten angeblich nichts voneinander und wurden von der Explosion überrascht. Die Hütte bestand aus drei kleinen Räumen, die jeweils einen eigenen Eingang hatten. Das Mädchen wollte angeblich eben die Hütte durch den Vordereingang verlassen, während der Mann durch den Seiteneingang eintreten wollte.
Sie waren von der Druckwelle ins Freie geschleudert worden. Dadurch waren sie zum Glück unverletzt geblieben.
Dann war da noch ein jugendlicher Zeuge, der sich zur Zeit des Unglücks mit seinem Fahrrad am Rand des Grundstücks hinter der Hütte befunden hatte.
Als die Feuerwehr und die Polizei anrückten, waren nur mehr verkohlte Trümmer und völlig zerfetzte Überbleibsel zu finden.
Nach den ersten Erhebungen musste es eine Explosion gegeben haben. Trümmer, die nicht angebrannt waren, lagen überall meterweit von der abgebrannten Hütte entfernt herum.
Inspektor Kurt Thiemig war als Erster am Brandort. Es schien hier zunächst eine klare Sache zu sein. Das Mädchen, Christa Luksch, gab an, hier gezündelt zu haben. Sie wusste angeblich nicht, dass Gerhard Riegler, ein Obdachloser, durch die Seitentüre die Hütte betreten hatte. Dieser hatte angeblich Benzingeruch verspürt und war daher nicht völlig eingetreten.
Christa Luksch war die Tochter des Landesrates und Unternehmers Christian Luksch, der auch der Besitzer dieser Hütte war. So weit war klar, dass er seine Tochter nicht anzeigen würde.
Anders sah es bei Gerhard Riegler aus.
Das Betreten des Grundstücks war verboten und das wurde durch eine Umzäunung und durch eine Tafel angezeigt. Außerdem wusste man von ihm, dass er nach dem Verlust seines Hauses nach der Scheidung von seiner Frau dieses im Zorn angezündet hatte. Dafür saß er im Gefängnis. Er wurde vorerst als Verdächtiger, trotz des Geständnisses der Christa, festgenommen.
„Warum habt ihr uns nicht früher verständigt?“, wurde Christa gefragt.
„Es ging alles so schnell! Mit einer Explosion hatte ich nicht gerechnet. Mein Handy lag in der Hütte, ich musste bis zur nächsten Straße laufen. Ein vorbeifahrender Radfahrer ließ mich mit seinem Handy anrufen.“, war ihre Antwort.
Das Handy bekam sie von Horst, dem Radfahrer. Dieser hatte später Probleme zu erklären, was er hier wollte.
„Warum in aller Welt wollten Sie die Hütte anzünden?“, fragte Kurt Thiemig nachdenklich.
„Stress mit meinem Vater! Ich möchte darüber nicht sprechen.“, sagte sie bestimmt.
Ihre trotzig verschränkten Arme machten klar, dass sie nun schweigen würde.
Brandinspektor Gert Slavik kam heran. „Inspektor, kann ich Sie kurz unterbrechen?“ Er wirkte leicht verstört.
„Was ist los?“
„Wir haben eine Leiche.“
„Du lieber Himmel. Eine Leiche?“
„Ja, vermutlich ein Mann, allerdings ist er bis zur Unkenntlichkeit verbrannt! Möglicherweise ist er schon vor dem Brand gestorben. Er lag im dritten Raum, einer Art Abstellkammer. Soweit man das noch feststellen konnte, dürfte er direkt Wand an Wand mit dem Griller gelegen sein. Wir vermuten, dass man ihn mit Strohballen verdeckt hatte. Einen genauen Bericht kann ich erst später geben.“
Das änderte alles. Nun wurden auch Christa und Horst vorläufig festgenommen und von einem Streifenwagen ins Präsidium gebracht.
Es war nun eine Mord-Ermittlung.
Leutnant Friedhelm Matzinger und Bezirksinspektor Heinrich Glatzl übernahmen den Fall.
Inspektor Thiemig musste nahezu zwanzig Minuten auf die beiden warten. Er war verärgert, denn er wusste schon, was auf ihn zukommen würde.
Inspektor Kurt Thiemig war neu im Präsidium, ehemaliger Verkehrspolizist, der sich durch Schulung weitergebildet hatte. Er war ein ruhiger, verschlossener Typ und nahm die vielen Sticheleien des Bezirksinspektors Heinrich Glatzl normalerweise mit Gelassenheit zur Kenntnis. Er hatte nach seiner Versetzung in den Kriminaldienst nichts anderes erwartet. Es würde eine Zeit dauern, bis man ihn für voll nehmen würde.
Er sah mit innerem Grimm, wie der etwas übergewichtige Bezirksinspektor heranstolzierte.
„Na, sieh mal an, unser Neuling! Kaum losgelassen, präsentiert er einen Mordfall!“
Als ob ich dafür etwas könnte!, dachte sich Thiemig, ignorierte Glatzl und informierte Leutnant Matzinger über den Stand der Dinge.
Der Leutnant merkte die negative Stimmung zwischen Glatzl und Thiemig. Er nahm Glatzl zur Seite.
Leise, so dass Thiemig es nicht hören konnte, sagte er: „Du solltest freundlicher mit dem Neuen sein, denn ich mache ihn in diesem Fall zu deinem Partner!“
Noch bevor der Bezirksinspektor etwas erwidern konnte, stellte der Leutnant klar: „Ich möchte, dass er von dir lernt, dass du ihm alles beibringst, was nötig ist, um Fälle zu klären. Beende deine persönlichen Animositäten. Das ist eine Anordnung, verstanden?“
Der Leutnant und der Bezirksinspektor waren Du-Freunde, aber der bestimmte Ton Matzingers war unmissverständlich. Hier sprach nicht der Freund, sondern der Vorgesetzte.
Glatzl schluckte seine Entgegnung und den Ärger hinunter und nickte stumm mit dem Kopf.
Schließlich raffte er sich auf und rief: „Thiemig! Sie fahren mit mir zurück ins Präsidium. Ab sofort stehen Sie mir als zweiter Partner zur Verfügung!“
Der Leutnant lächelte.Er nennt ihn Zweiten. Er will sich nicht völlig ausliefern. Er hält sich den Weg frei, auch mit mir oder jemand anderem weiterzuarbeiten. Schlau ist er!
Das Handy meldete sich. Es war Henriette Riedl aus dem Sekretariat: „Es gibt Aufregung im Präsidium! Der Landesrat Herr Christian Luksch wütet hier und will seine Tochter nach Hause nehmen!“
„Er soll gefälligst warten! Wir sind in einigen Minuten da.“
Zu Thiemig gewandt sagte er: „Ich hätte gerne noch mit dem Mädchen allein gesprochen.“
„Das wird kaum möglich sein. Abgesehen davon, dass wir sie ohne Rechtsvertreter oder Eltern nicht vernehmen dürfen, hat sie schon klar gemacht, dass sie nicht darüber sprechen möchte. In Anwesenheit ihres Vaters wird sie schon gar nichts sagen.“
Heinrich blickte auf seine Uhr.
„Es ist spät geworden. Wir werden sie mit dem Vater gehen lassen. Die beiden anderen bleiben über Nacht. Morgen ist auch noch ein Tag!“
Als sie im Präsidium ankamen, erwartete sie der wütende Vater der Christa Luksch und ein ebenso übel gelaunter Rechtsanwalt des Horst Thurner.
„Sie nehmen den Rechtsanwalt und ich den Vater!“, befahl Heinrich, sehr zum Ärger Kurts, dem dieser Ton sehr missfiel.
Diese Zusammenarbeit wird der Horror, gibt mir aber die Chance, mich zu beweisen, dachte er bei sich.
„Was werfen Sie meinem Klienten vor?“, begann der Anwalt
„Er war in der Nähe des Tatortes und erklärt uns nicht, warum!“
„Wenn das alles ist, werden wir gehen. Er war auf einem Weg außerhalb des Grundstückes und ist zufällig vorbeigekommen. Reicht das?“
Der Inspektor winkte müde ab und der Anwalt rauschte mit Horst Thurner ab.
„Manchmal hasse ich diese Rechtsverdreher. Warum lassen sie uns nicht unsere Arbeit machen? Wir hätten ihn schon dazu gebracht zu sagen, was er da wollte.“, brummelte er vor sich hin.
Dem Bezirksinspektor erging es nicht besser.
