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Das Buch liefert dem Pedelec-Interessenten relevante Informationen, egal ob Neuling oder Pedelec-Besitzer. Der Schwerpunkt liegt darin, den Leser in die Lage zu versetzen, eine möglichst sinnvolle Kaufentscheidung zu treffen und die Hintergründe des "Systems Pedelec" zu durchschauen. Auch Marktinformationen und die wichtigsten technischen Fakten kommen nicht zu kurz. Den Abschluss bildet ein aus der Sicht eines Pendlers oder täglich fahrenden Besitzers zusammengestellter tabellarischer Vergleich der mit dem Pedelec im Wettbewerb stehenden Verkehrsmittel in Bezug auf Kosten, Komfort und Zeitbedarf. INHALT 1 Definitionen – Was ist ein Pedelec? 2 Erfahrungen – So fühlt es sich an, Fahrertypen, die technischen Errungenschaften 3 Technische Grundlagen für die Praxis – Aufbau, Antrieb, Fahrtipps, Energieverbrauch 4 Entscheidung und Kauf – Probefahrt, Händler, Miete, Kaufentscheidung 5 Technik, Ausstattung, Benutzung – weiterführende technische Informationen 6 Was das Fahren noch leichter macht – das Pedelec nach dem Kauf optimieren und nutzen 7 Kosten-Nutzen-Vergleich – mit vielen Details und Anregungen für die eigenen Überlegungen
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Seitenzahl: 211
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Bernd Meyer
Das Pedelec-Buch
Alles, was Sie zum Fahrrad 2.0 wissen müssen – Erlebnis, Technik, Kosten
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1 Definitionen
2 Erfahrungen
3 Technische Grundlagen für die Praxis
4 Entscheidung und Kauf
5 Technik, Ausstattung, Benutzung
6 Was das Fahren noch leichter macht
7 Kosten-/Nutzen-Vergleich
Kontakt und Danksagung
Impressum neobooks
Pedelec, E-Bike, Elektro-Fahrrad – diese Begriffe und weitere sorgen für Verwirrung und bezeichnen doch im Prinzip das Gleiche: ein Fahrrad mit Elektromotor, das ohne komplizierte Bedienung genau wie ein herkömmliches Fahrrad ohne Motor bedient werden kann, nämlich nur durch Lenken und Treten. Die Steuerung der Unterstützung durch den Motor erfolgt sensor-gesteuert, vollautomatisch und sorgt für den viel zitierten, einem Rückenwind ähnlichen Effekt.
Beim Kauf des ersten Pedelecs ohne eigene praktische Erfahrungen spielen oft Zufall und Verkäufer die entscheidende Rolle. Das merkt dann aber erst später und zahlt so unfreiwillig Lehrgeld. Dem können Sie mithilfe dieses Buchs entgegenwirken. Dabei ist die Perspektive der Benutzer wichtiger als die technischen Beschreibungen. Deshalb kommen die allgemeinen Darstellungen zuerst, danach die Erfahrungsberichte, die technischen Grundlagen für die Praxis und die Kaufberatung. Die technischen Details und der Versuch eines bewerteten Vergleichs mit anderen Verkehrsmitteln sind weiter hinten im Buch angeordnet.
Dieses Buch richtet sich an Einsteiger, vielleicht mit Kaufabsichten, die sich mit dem Thema Pedelec beschäftigen wollen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Beschäftigung mit folgenden Fragen:
Was ist im Vergleich mit einem normalen Fahrrad anders?
Was bringt das Pedelec in der häufigen oder gelegentlichen Benutzung?
Wieso ist das Zusammenfahren mit anderen einfacher?
Warum sollte sich auch ein Tourenfahrer damit beschäftigen?
Wie finde ich den richtigen Händler und das richtige Modell?
Wie kann man es optimieren?
Was kostet es, wie rechnet es sich?
Dieses Buch richtet sich auch an Pedelec-Besitzer, die für ihre Zweirad-Zukunft nach ergänzenden Informationen und Anregungen suchen. Dieses Buch bietet einen vielfältigen, gut strukturierten Wissensschatz, der auf vielen Jahren Erfahrung mit Fahrrädern und Pedelecs basiert.
Das Pedelec steht im Zentrum dieses Buchs, nicht das bis zu 45 km/h schnelle S-Pedelec, das nur mit Führerschein und versichert betrieben werden darf. Weitere Fahrzeuge, wie motorradähnliche E-Bikes ohne Pedale, Elektro-Roller, Skateboards mit Elektroantrieb, Hoverboards, Segways und ähnliche Fahrzeuge mit Elektroantrieb, werden nicht behandelt. Sie sind im Straßenverkehr teils illegal und wurden ausnahmslos für ganz andere Zwecke entwickelt als die, für die das Pedelec in den meisten Fällen gedacht ist: für die Fahrrad-ähnliche, tägliche Nutzung zum höchst ökonomischen und meist vergnüglichen Erreichen aller möglichen in der Nähe liegenden Orte und für längere Touren.
Die Idee zu diesem Buch entstand aus der täglichen Benutzung und ausgedehnten, teils mehrwöchigen Touren mit dem Pedelec und zahlreichen Gesprächen mit Fahrradfahrern, Händlern und Spezialisten. Aber auch aus der selbst erlebten Schwierigkeit, nötige Informationen zum System Pedelec zu recherchieren und sie in benutzerfreundlicher und verständlicher Form an einem Ort versammelt zu finden. Dabei berücksichtigt dieses Buch, soweit rechtliche Fragen unvermeidbar waren und auch bezüglich der statistischen Zahlen und der Mobilitätssysteme, wenn nicht anders angegeben, die Situation in der Bundesrepublik Deutschland.
Anders als viele andere Pedelec-Ratgeber lässt sich dieses Buch von vorne bis hinten durchlesen, es wurde auf eine möglichst sinnvolle Reihenfolge geachtet. Aber wer mag kann natürlich sich auch einfach aus dem Inhaltsverzeichnis die Bereiche heraussuchen, die von besonderem Interesse sind.
Schließlich können Sie unter www.pedelec-buch.de weitere Informationen zu Buch und Thema finden.
Man könnte es auch so formulieren: wie unterscheidet es sich vom heute gebräuchlichen Fahrrad, dessen Pedale mit der eigenen Muskelkraft des Fahrers angetrieben werden, die auf das hintere der beiden Räder wirkt und so die Vorwärtsbewegung ermöglicht?
Denn man muss davon ausgehen, dass Sie im Umgang mit einem Fahrrad vertraut sind, denn ohne diese Fähigkeiten können Sie ein Pedelec nicht bedienen. Es geht hierbei um die grundsätzlichen Dinge, die zum Fahrradfahren nötig sind: sicher starten und anhalten, das Gleichgewicht halten können, lenken und bremsen können. Dies alles verlangt ein Pedelec in gleicher Weise.
Ein Pedelec ist ein durch einen Elektromotor unterstütztes Fahrrad. Der Motor unterscheidet es vom Fahrrad. Um es aber mit der Motorunterstützung in Bewegung zu setzen, ist es dennoch unbedingt erforderlich, in die Pedale zu treten. Erst die Pedalbewegung löst die Motorkraft aus; ohne Bewegung des Fahrers keine Motorunterstützung und somit erfolgt die Steuerung des Motors intuitiv und ohne gegenüber dem Fahrradfahren einen komplizierten Bedienungsaufwand zu erfordern.
Die Bezeichnung Pedelec ergibt sich aus den englischen Begriffen „Pedal Electric Cycle“, frei übersetzt also „pedalbetriebenes Elektrofahrrad“. Also ein Fahrrad, bei dem zur motor-unterstützten Fortbewegung das Betätigen der Pedale erforderlich ist.
Die Betätigung der Pedale ist höchst erwünscht, um das Fahren zu vereinfachen und dem Fahrradfahren so ähnlich wie möglich zu machen. Diese beiden Ziele, die Einfachheit und dem Fahrradfahren ähnlich zu sein, werden erreicht, indem das Pedaltreten, eine nach vorne gerichtete, harmonisch-kreisförmige Bewegung, untrennbar mit der Vorwärtsbewegung des Pedelecs gekoppelt wird. Das entspricht dem gewohnten, intuitiven Antrieb des Fahrrads, bei dem der Fahrer nach vorne geneigt, nach vorne schauend mit Füßen und Beinen eine runde Bewegung ausführt, die der Drehbewegung der das Fahrrad tragenden Räder entspricht. Die wiederum durch ihre Drehbewegung das aufrechte Fahren auf zwei hintereinander positionierten Rädern physikalisch ermöglichen, ergänzt durch die Erfahrung und den Gleichgewichtssinn des Fahrers. Im Ergebnis ist das Pedelec wie das Fahrrad kinderleicht und nach einer gewissen Lernphase völlig unterbewusst steuerbar. Das schließt auch das sich in-die-Kurve-legen zum Ausgleich der Fliehkräfte beim Kurvenfahren ein. Denn schon beim schnellen Laufen ist das genauso erforderlich und somit seit frühester Kindheit verinnerlicht.
Es muss sich, wie beim Fahrrad, der ganze Körper samt Geist auf die Vorwärtsbewegung einlassen. Wie beim Atmen können die notwendigen Vorgänge bewusst, aber auch ohne bewusste Handlungen gesteuert werden. Der Fahrer empfindet sich mit seinem Fahrzeug als Einheit und lenkt bewusst oder ohne nachzudenken. Lediglich die Stärke der Unterstützung ist, anders als beim Fahrrad, vorab oder unterwegs nach Wunsch per Schalter einzustellen, der Rest, lenken, treten, bremsen, schalten, geschieht wie beim Fahrrad. Auch bei starker Motorunterstützung gilt, dass eine Körperbewegung – das Pedaltreten – erforderlich ist, um sich und das Pedelec in Gang zu setzen. Auch wenn sie durch einen Motor unterstützt wird, bleibt die Vorwärtsbewegung des Pedelecs so mindestens teilweise immer auch eine harmonische Bewegung des Körpers. Es kann jederzeit durch simples, instinktives Stillhalten der Beine unterbunden werden. Zum antriebslosen Rollen oder zum Anhalten durch Betätigen der Bremsen.
Daher gilt: wer Fahrrad fahren kann, kann auch ein Pedelec fahren.
Das Pedelec ist eben kein Elektromoped, -roller oder -motorrad, bei dem mittels eines Drehgriffs durch eine kleine Bewegung des Handgelenks eine mehr oder weniger starke Vorwärtsbewegung ausgelöst wird. Die dann den ungeübten Fahrer leicht überfordert und deren Benutzung deshalb richtigerweise an den Erwerb eines Führerscheins und entsprechende Übung und Training gebunden ist.
Beim Pedelec oder, noch genauer, Pedelec 25 unterstützt der Antrieb bis maximal 25 km/h, bei höheren Geschwindigkeiten muss er sich, der Vorschrift entsprechend, abschalten. Die Begrenzung auf Fahrrad-übliche Geschwindigkeiten ist auch ein weiteres Element der zuvor beschriebenen intuitiven Bedienung mit dem gleichen Anspruchsniveau wie beim Fahrrad, das heißt ganz leicht, ganz einfach. Dank eines Motor-Freilaufs kann man bergab oder bei sportlich-starkem in-die-Pedale-Treten natürlich auch schneller fahren – ebenfalls wie beim Fahrrad. Es wird kein Kennzeichen und kein Führerschein benötigt.
In diesem Buch geht es fast ausschließlich um das Pedelec 25, das sich nicht nur technisch, sondern auch rechtlich und deshalb auf den gleichen Wegen mit ähnlicher Einfachheit wie ein übliches Fahrrad einsetzen lässt. Es macht mehr als 90 Prozent des deutschen Elektrofahrrad-Markts aus. Wer „Pedelec“ oder „Elektrofahrrad“ oder „E-Bike“ sagt, meint für gewöhnlich „Pedelec 25“.
Das S-Pedelec oder Pedelec 45, maximal 45 km/h schnell, ist dagegen rechtlich nicht dem Fahrrad gleichgestellt. Der Fahrer benötigt einen Führerschein1 und das S-Pedelec ein Versicherungskennzeichen. Es gibt aber viele weitere Einschränkungen. Es darf normalerweise nicht auf Fahrradwegen gefahren werden. Bauteile, auch zum Umbau, und sogar Verschleißteile wie Reifen unterliegen speziellen Zulassungsbestimmungen. Ein Helm ist Pflicht, allerdings wirkt ein Fahrradhelm bei 45 km/h unterdimensioniert, ein Motorradhelm wiederum ist aber für sportliche Betätigung völlig ungeeignet, da seine Hülle fast luftdicht abschließt und für eine ausreichende Belüftung durch spezielle Kanäle hohe Geschwindigkeiten voraussetzt. Das S-Pedelec ist im Vergleich zum Pedelec 25 weniger flexibel einsetzbar, wenn man sich an die Gesetze halten möchte. Unter diesen Voraussetzungen eignet sich das schnelle Pedelec vor allem für Berufspendler, die stets eine gleiche, längere, für das schnelle Fahren geeignete Strecke befahren und so von der höheren Geschwindigkeit profitieren.
zul. Höchstgeschw.
Radwege
Helm
Einbahnstraßen
Kennzeichen & Führerschein
Pedelec 25
25 km/h
ja, alle
nein
wie Fahrrad
nein
S-Pedelec 45
45 km/h
wie Mofa
Pflicht
wie Kfz
Pflicht
Nicht nur das S-Pedelec unterliegt Regeln, es gibt einige Restriktionen, die auch beim Pedelec 25 den sicheren und einem Fahrrad gleichgestellten Betrieb gewährleisten sollen.
Der Motor darf mit maximal 250 W Dauerleistung unterstützen. Die Begrenzung auf 25 km/h soll sicherstellen, dass das Pedelec im normalen Straßenverkehr durch andere Verkehrsteilnehmer und auch auf Fahrradwegen von den Radfahrern immer noch als Fahrrad wahrgenommen wird. Höhere Geschwindigkeiten würden es im Stadtverkehr dem an langsamere Fahrräder gewöhnten Autofahrer erschweren, die Geschwindigkeit richtig einzuschätzen.
Auf Fahrradwegen würde es bei höheren Geschwindigkeiten zum ständigen Überholen langsamer Fahrradfahrer kommen. Mit der begrenzten Geschwindigkeit kommt das nicht häufiger vor als bei sportlichen Fahrradfahrern, die auch leicht 25 km/h erreichen können, die man aber üblicherweise bereits von Weitem an ihrer Ausstattung und Kleidung als schnelle Biker erkennen kann.
Die Absicht des Gesetzgebers ist jedenfalls, ein motorunterstütztes, emissionsfreies, komfortables Fahrrad zu ermöglichen, ohne neue, Unfälle verursachende Probleme zu schaffen.
Deswegen ist das Pedelec 25 vor dem Gesetz ein Fahrrad, kein Kraftfahrzeug. Es ist nicht zulassungspflichtig und kann wie ein Fahrrad betrieben werden, beispielsweise auf Radwegen. Mit ihm kann man auf für Kraftfahrzeuge gesperrten Straßen und Wegen fahren, durch Fußgängerzonen und gegen Einbahnstraßen, wenn das für Fahrräder erlaubt ist. Auch bei den meisten Einrichtungen wie etwa Fahrradgaragen oder beim Transport mit der Bahn ist es dem Fahrrad gleichgestellt.
Das gesamte Antriebssystem aus Motor, Batterie und Steuerung führt zu einem Mehrgewicht im Bereich von etwa 2 bis 12 kg gegenüber einem motorlosen Fahrrad. Die große Bandbreite ergibt sich daraus, dass höchst unterschiedliche Systeme angeboten werden, mit unterschiedlicher Motorleistung, Konstruktion und Batteriekapazitäten. Eine Konfiguration mit dem kleinstmöglichen Gewicht kann ein Antriebssystem für ein Rennrad sein, bei dem der Motor im Sitzrohr des Rahmens versteckt eingebaut ist und die kleine Batteriekapazität nur für die sporadische Unterstützung am Berg ausreicht. Ein System mit dem höchsten Gewicht könnte eines sein, das ein schweres Tandem oder Lastenfahrrad antreibt und über einen besonders belastbaren Motor verfügt, dessen Batterie eine hohe Reichweite ermöglicht und daher vergleichsweise schwer ist.
Die Mehrheit der Antriebssysteme bewegt sich in einem mittleren Gewichtsbereich von etwa 7 bis 9 kg. Es handelt sich um die üblichen Front-, Mittel- oder Hinterradmotor-Systeme, deren recht leistungsstarke Batterie bei geringer Motorunterstützung maximale Reichweiten von etwa 100 km ermöglicht.
Kommentar
Das S-Pedelec oder Pedelec 45 – ist schneller und stärker nicht immer auch besser?
Bereits in der Einleitung zu diesem Buch konnten Sie lesen, dass dieses Buch sich nicht gleichberechtigt auch mit den schnellen Pedelecs beschäftigt, die bis zu 45 km/h schnell sein dürfen und damit fast doppelt so schnell sind, wie die „normalen“ Pedelecs mit 25 km/h.
Man könnte doch eigentlich davon ausgehen, dass mehr Speed auch mehr Spaß bringt oder auch nur mehr Reserven. Denn niemand zwingt den Fahrer, ständig so schnell zu fahren, wie es sein Fahrzeug hergibt, in manchen Situationen wäre aber mehr vielleicht auch besser. Außerdem: viele Pedelecs gibt es in beiden Versionen, die sich, abgesehen von der Geschwindigkeit kaum unterscheiden.
Allerdings muss man wissen, dass das S-Pedelec zwar technisch der jeweiligen Pedelec 25-Version ähnelt, es sich aber um ein grundsätzlich anderes Fahrzeug handelt. Pedelecs sind zulassungsfrei, dürfen auch ohne Helm gefahren werden und auf Fahrradwegen. Letzteres ist im alltäglichen Betrieb besonders gravierend. Wo der Pedelec-Fahrer mit den Fahrradfahrern bequem auf Fahrradwegen fährt, muss der S-Pedelec-Fahrer auf die Straße. Überregionale Radwege sind meist so beschildert, dass Fahrradwege eingebunden sind und man deshalb eigentlich auch keine langen Touren damit fahren kann. Das S-Pedelec muss ein kostenpflichtiges Versicherungskennzeichen tragen, der Fahrer einen Helm.
Das alles macht das S-Pedelec eher zu einer Art Moped, das Pedelec 25 mehr zu einem optimierten Fahrrad. Sicherlich, jeder kann und muss entscheiden, was er möchte. Die größere Freiheit und den größeren Charme bietet aber das Pedelec 25, mit dem man überall hinkommt, wo das Fahrrad auch hinkommt und das ähnlich leicht zu handhaben ist.
Fahrer von S-Pedelecs müssen, wenn sie alles richtig machen, oft auf der Straße fahren. Dort treffen sie auf Unverständnis von Autofahrern, die das kleine Versicherungskennzeichen nicht wahrnehmen oder seine Bedeutung nicht kennen und das Pedelec 45 aus Unwissenheit als Eindringling empfinden, der sie ausbremst.
Noch ein Wort zur Höchstgeschwindigkeit. 25 beziehungsweise 45 km/h sind die Grenzen, bis zu denen die beiden Typen maximal mit der Kombination aus Pedal und Motor beschleunigen dürfen. Nicht alle S-Pedelecs aber erreichen die 45 km/h. Andererseits kann man auch ein Pedelec (25) mit Muskeln oder Gefälle auf mehr als 25 km/h beschleunigen. Leistung lohnt sich hier wirklich! Und die nächste Abfahrt, die beiden gleichermaßen ein freies Rollen gestattet, kommt bestimmt.
Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Pedelecs können die Welt verbessern, die Gesellschaft zum Positiven verändern und auch das Klima retten! Eine wahrhaft philosophische Dimension, die den meisten Menschen bisher verborgen war.
Einerseits ist damit klar, dass auch dieses Buch mit leichter Übertreibung und gewagten Thesen beginnt. Andererseits gibt es ihn aber tatsächlich, den dauerhaften Rückenwind-Effekt des Elektromotors, der dem Fahrer ein Lächeln ins Gemüt zaubert, das leicht chronisch wird und die Stimmung hebt. Diese Gemütsregung sorgt nicht nur für gute Laune, sondern hat auch das Potenzial für weitere Effekte. Vor allem motiviert sie, ein Pedelec regelmäßig und dauerhaft zu nutzen.
Doch der Reihe nach. Der unterstützende Elektromotor erweitert faktisch die Reichweite und die Einsatzmöglichkeiten des Verkehrsmittels Pedelec gegenüber dem Fahrrad um Einiges, man kann so bei längeren Fahrten und auch häufiger das Auto ersetzen und dadurch Energie und Ressourcen sparen, da der Energieverbrauch gegenüber dem Pkw fast Null ist.
Bei gleichzeitiger Förderung der Gesundheit durch Bewegung an der frischen Luft erzielt es zugleich positive Wirkungen für Gesellschaft und Umwelt. Es ist deshalb in sehr hohem Maß technisch kreativ, ökologisch sinnvoll und gesundheitlich vernünftig.
Es gibt neben den allgemeinen, gesellschaftlichen Effekten auch eine starke persönliche, emotionale Ebene des Pedelecs.
Früher galt für viele: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Das drückte aus, dass das Pferd dem von ihm bewegten Menschen ganz direkt zu mehr Kraft, Ausdauer und einem größeren Aktionsradius verhalf. Daneben verband man Gefühle wie Freude und unmittelbar erhöhte Wirkmächtigkeit mit dem Transportmittel Pferd, das so gleichzeitig ein Synonym für Freiheit und Selbstbestimmung wurde. Auch durch die, je nach Charakter des Menschen empfundene absolute Beherrschung eines Lebewesens, ein Gefühl der Überlegenheit über das Tier (das größer und stärker als der Mensch ist) oder auch ein Gefühl der Einheit mit ihm.
Die mit dem Pferd verbundenen Möglichkeiten waren aber auch eine über viele Generationen erreichte Kulturleistung, die auf Basis der Zähmung und Züchtung eines anderen Lebewesens, durch die Entwicklung und Optimierung von Technologien wie Sattel, Rad und Kutschen sowie den Aufbau und Erhalt einer Straßen-Infrastruktur überwindbare Distanzen erweiterte und in der Folge unermessliche Auswirkungen auf Handel, Kultur und Politik hatte. Dennoch galt über viele Jahrhunderte der „Tagesritt“ mit etwa 50 km als die Distanz, die sich pro Tag über einen längeren Zeitraum zurücklegen ließ. Deutlich mehr, wenn es gute Straßen und eine gute Infrastruktur zur Versorgung der Pferde gab, deutlich weniger, wenn es keine Straßen gab.
Über Jahrhunderte war das Pferd, mit oder ohne Kutsche, in unseren Breiten das wichtigste und einzig funktionierende individuelle Überland-Verkehrsmittel, wenn man nicht selbst laufen wollte oder musste. Es war aber auch teuer und exklusiv. Wenn man sich diese Ähnlichkeiten in der Wirkung und den Distanzen vor Augen führt, versteht man Fahrrad und Pedelec als Errungenschaft einfach besser.
Es gibt viele Parallelen zwischen den heutigen Zweirädern und dem Pferd, insbesondere als Verkehrsmittel. Sogar die erreichbaren Langstrecken-Geschwindigkeiten liegen recht nah beieinander, sogar die Sitzhaltung und die Übersicht sind ungefähr vergleichbar. Ebenfalls für beide bedarf es zur Beherrschung grundlegender motorischer Fähigkeiten sowie weiterer Kenntnisse, die erlernt werden müssen. Übung und Training verbessern Kondition und Geschicklichkeit und erhöhen dadurch die Reichweite und die Möglichkeiten.
Das alles leuchtet ein, doch um die Wahrheit zu sagen, an die Stelle des Pferds ist heute natürlich das Auto getreten. Es ist die disruptive Technologie, die das Pferd ersetzt hat und neue Maßstäbe gesetzt hat. So wie es heute nach mehr als 125 Jahren Entwicklung dasteht, ist es sehr viel schneller und komfortabler als das Pferd. Es kann viel größere Distanzen überwinden und viel mehr transportieren. Entsprechend fällt der Vergleich von Rennpferd und Sportwagen aus.
Das Auto ist aber auch teuer und mit großen ökologischen Nachteilen und hohem Raumbedarf belastet. Es ist jedoch, nachdem beinahe die gesamte Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und die Infrastruktur auf das Auto und seine zahlreichen Verwandten wie Transporter und LKW ausgerichtet sind, für fast alle das stets verfügbare, bequeme, alltägliche und höchst individuelle Transportmittel. Es wird außerdem als Instrument zum Ausleben persönlicher Freiheit geschätzt und ist auch eine gewaltige Kulturleistung, die die Menschheit in vielen Bereichen ohne Zweifel vorangebracht hat. Nicht selten ist das Kriterium für die Berufswahl die Frage „kann ich mit dem Einkommen ein Auto finanzieren, um damit zur Arbeit zu fahren und in der Freizeit dahin, wohin ich will?“ Viele Aktivitäten, sei es beruflich oder in der Freizeit, werden bewusst oder unbewusst danach eingeordnet, ob sie mit dem Auto bequem erreichbar sind.
Aber: das Fahrrad ist günstiger, leichter verfügbar und einfacher zu bedienen. Es braucht wenig Abstellraum und kommt eigentlich überallhin. Und nun gibt es das Fahrrad 2.0, bei dem Sie den Grad der Anstrengung zwischen bequem und sportlich nach Lust und Laune per Schalter variieren können, das aber in Einsatzmöglichkeiten, Geräusch und Handling ganz nah am Fahrrad ist. Mit äußerst geringem Energieverbrauch.
Oft reicht eben eine dem Pferd in Bezug auf Geschwindigkeit, Entfernungen und Gepäck vergleichbare Transportleistung aus, wie in den Jahrhunderten zuvor. Zum Beispiel innerhalb einer Stadt oder zwischen benachbarten Orten. Oder wenn es nur darum geht, eine einzelne Person ohne nennenswertes Gepäck ins Büro zu bringen. Oder wenn der Weg das Ziel ist, wie etwa auf mehrtägigen Touren im Urlaub.
Es ist leicht nachvollziehbar, dass man diese Liste von Anwendungsbeispielen so gut wie endlos verlängern könnte. Und sich dann fragt, warum man dafür immer ein Auto einsetzt, das 1 - 2 Tonnen wiegt, 4 - 5 m lang und 2 m breit ist, für dessen Produktion und Bewegung erhebliche Ressourcen verbraucht und manchmal sogar anderen in erheblichem Maß den Raum zum Leben oder die Ruhe nimmt oder sie gesundheitlich beeinträchtigt.
Wie sich das Pedelec, faktisch und rational, nicht philosophisch, zum Auto und anderen in Frage kommenden Verkehrsmittel verhält und wie es sich rechnet, erfahren Sie ebenfalls in diesem Buch (Kapitel „Kosten-/Nutzen-Vergleich“). Und auch den tatsächlichen Energieverbrauch, soweit er sich sinnvoll herleiten lässt.
Allerdings nicht im Vergleich zum Pferd, das man wohl nicht mehr als zeitgemäßes Verkehrsmittel ansehen kann, sondern das heute eher ein Sport- und Freizeitinstrument ist. Ob es ihm dabei besser geht?
Die Philosophie des Pedelecs, gewissermaßen die emotionale, geschichtliche und gesellschaftliche Dimension, ist damit kurz umrissen und es geht jetzt weniger weltanschaulich weiter – versprochen.
Definitionsgemäß kann das Pedelec 25 zu den gleichen Zwecken und an den gleichen Orten wie ein nicht unterstütztes Fahrrad verwendet werden. Das Pedelec ist eine evolutionäre Weiterentwicklung des Fahrrads, die allerdings disruptives Potenzial hat. Das bedeutet, dass es das Potenzial hat, das Fahrrad zu ersetzen, weil möglicherweise bald niemand mehr ein Fahrrad ohne Antriebsunterstützung nutzen möchte. Seine Entwicklung und seine Perfektionierung beruhen auf der Überlegung, wie man es leichter und interessanter machen kann, ohne dass es zu einem völlig anderen Fahrzeug wird.
Sein Erfolg ist Nutzen-basiert. Weniger trainierte Fahrer können mit ihm in größere Entfernungsbereiche und anspruchsvollere Topografien vordringen, die zuvor allein sportlichen Fahrradfahrern vorbehalten waren. Es macht die Benutzung komfortabler und erweitert die Einsatzmöglichkeiten. Vergleichbare Entwicklungen sind der Schritt vom Handy zum Smartphone oder vom stationären Computer zum mobilen Notebook und zum Tablet. Die disruptive Entwicklung hat hier schon stattgefunden, wenn man die verkauften Stückzahlen betrachtet.
Besonders interessant und offensichtlich ist auch der Vergleich mit der Waschmaschine. Sie wurde vom Waschbrett zur mechanischen und dann zur elektrischen Waschmaschine, also vom Betrieb per Muskelkraft zum elektrischen Antrieb weiterentwickelt und dann weiter zur mit Sensoren versehenen elektronischen Regelung und weiter zur Chip-basierten digitalen Steuerung – auch wenn das heutige Pedelec anders als die Waschmaschine aus manchen vernünftigen Gründen noch Muskelkraft benötigt und sie mit Motorkraft kombiniert und die Waschmaschine seit dem elektrischen Antrieb nicht. Der Nutzen einer Waschmaschine, die Muskelkraft ersetzt und digital gesteuert den Energie- und manchmal auch den Waschmitteleinsatz individuell steuert, ist einleuchtend.
Man könnte diese Liste beinahe endlos weiterführen. Viele Maschinen und Apparate verbindet, dass die Benutzung durch den Einsatz von neuen Entwicklungen bequemer und die Funktionalität größer wird. Heute ist es außerdem oft so, dass die meisten dieser Entwicklungen ohne Digitalisierung nicht vorstellbar sind oder zumindest weniger Nutzen bzw. Komfort ermöglichen würden. Den meisten Benutzern sind, abgesehen von dogmatisch oder politisch motivierten Positionen, die Vorteile der Produktverbesserungen leicht verständlich und zum Kauf motivierend. Kaum jemand möchte vom aktuellen, komfortablen zum früheren, einfachen Produkt zurück, weil zahlreiche lieb gewonnene Vorteile dadurch wegfallen würden.
viel früher
früher
heute
Waschbrett
mechanische Waschmaschine
Waschvollautomat
fossile Energien
Kernenergie
erneuerbare Energie
Diskette
Festplatte
Flash-Speicher
Pferd
Fahrrad
Pedelec
Telefon
Handy
Smartphone
Doch nicht immer sind die Vorteile einer neuen Produktgeneration offensichtlich, nicht immer rechtfertigen sie einen höheren Preis. Der Käufer hat daher bei vielen Produkten die Wahl zwischen der aktuellen, weit verbreiteten Technologie zum bekannten Preis. Daneben gibt es die Geräte der nächsten Generation zum höheren Preis, die die Hersteller besonders gerne Verkaufen. Und manchmal auch noch die der vorherigen Generation, kurioserweise oft auch zum höheren Preis, was dann gerne als „Nostalgie-Produkt“ beworben wird.
Um die Auswirkungen der Technik und des Fortschritts auf das Leben besser beurteilen zu können, um eine bessere Perspektive auf „den Fortschritt“ zu bekommen, ist es hilfreich, den Blick nicht nur ein paar Jahre zurück, sondern zwei Generationen, also etwa 50 bis 60 Jahre zurück zu richten. Fahrräder mit Hilfsmotor stießen dicke, blaue, stinkende Zweitakter-Wolken aus. Aber eigentlich auch alle anderen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stießen stinkende Wolken aus, egal wie klein oder groß sie waren und zu welchem Zweck sie gebaut wurden. Als Viertakter oder Diesel eben andere Wolken. Zum Glück gab es wesentlich weniger von ihnen als heute. Sie waren gerade erst auf dem Weg vom Luxus- zum Massenprodukt. Abgas-Katalysatoren für Fahrzeuge waren noch unbekannt, wenn es auch nicht mehr lange dauern sollte, bis welche kamen. Die Kernenergie war der letzte Schrei, auch wenn einige wenige gerade wegen ihr ihren letzten Atemzug nahen sahen. Die meisten jedoch fantasierten wegen ihr von unbegrenzten Energiereserven. Weil Sicherheitsgurte noch nicht vorhandenen und Landstraßen Tempolimit-freie anarchische Zonen waren, gab es die meisten Verkehrstoten – prozentual und absolut. Deswegen und auch wegen der industriellen Abgase, von denen man zu der Zeit noch gar nicht genau wusste, was man später alles filtern oder vermeiden würde, wagte man sich ohnehin besser nicht auf die Straße, etwa zum Radfahren oder zum Joggen. Der Siegeszug des Autos beruhte auch darauf, dass die Umgebung in vielen Bereichen immer menschenfeindlicher wurde.
Schon bei dieser beschränkten Betrachtung einiger weniger Bereiche wird klar, dass der Fortschritt unser Leben massiv positiv beeinflusst. Allein die beinahe willkürliche Nennung weiterer Bereiche wie „Medizin“, „Bautechnik“ oder „Medien“ ruft bei jedem Bilder hervor, die dies verdeutlichen. Die Veränderungen und Entwicklungen der letzten 50 - 60 Jahre sind allgegenwärtig und beeinflussen das tägliche Leben. Nie sind sie ausschließlich positiv, das sollte auch erwähnt werden. Dennoch meinen viele, dass der Fortschritt eine Schnecke sei. Unabhängig davon, ob das stimmt ist es vermutlich besser, dass es ihn gibt. Und man muss ja nicht alles mitmachen.
Das Pedelec ist eine potenziell disruptive Technologie, die die alte Technologie, das motorlose Fahrrad, wahrscheinlich ablöst und durch ein attraktiveres Produkt ersetzt. Auch wenn es zunächst nur einen kleinen Marktanteil erobern konnte, so wird es doch in immer größeren Stückzahlen verkauft und langfristig voraussichtlich die alte Technologie ersetzen. Dabei spielt es keine Rolle, dass es, im geringem Umfang, noch lange alternative Angebote der vorherigen Generationen gibt. Das Neue wird zum Massenprodukt. Genau diese Entwicklung hat bei der Ablösung des Fahrrads durch das Pedelec gerade begonnen.
Das Pedelec kann, auch in technischer Hinsicht, als eine Sache bezeichnet werden, die in höchstem Maß für Kreativität, Gleichberechtigung, Ökologie und Zukunft steht.
Kreativ, weil es konzeptionell als großer Wurf gelten kann. Und weil seine Entwickler viel unternehmen, um es mit neuen Konzepten und Details an die speziellen Bedürfnisse des Fahrers anzupassen – oder auch die geniale Zusammenstellung suchen, die sich für möglichst Vieles eignet. So werden in Zukunft beispielsweise vermehrt automatische Getriebe dem Fahrer die Schaltarbeit abnehmen, ein wichtiger Schritt in Richtung einfache Benutzung und mehr Komfort.
Gleichberechtigend, weil es die Leistung von Schwachen der der Starken annähert. Dafür setzt das Pedelec das unterschiedliche Leistungsniveaus ausgleichende Potenzial des Motors ein.
Ökologisch, weil es in Betrieb kaum mehr Ressourcen verbraucht als ein herkömmliches Fahrrad, aber viel mehr kann und gleichzeitig wesentlich energieintensivere Fahrzeuge ersetzen kann. Sein größtes ökologisches Potenzial liegt im Ersatz von Autofahrten und als Basis für Urlaubsreisen.
Zukunftsorientiert, weil es für eine effiziente, funktionierende Elektromobilität steht, die vielen anderen Fahrzeugen noch bevorsteht. Weil es mit all seinen Eigenschaften viele heutige Probleme lösen kann. Es hilft allerdings nur, wenn es fährt, nicht, wenn es herumsteht. Darum geht es nun: um das Fahren.
