Das Pflaster - Thomas Wewers - E-Book

Das Pflaster E-Book

Thomas Wewers

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Beschreibung

Der Klinikclown Pampel hat sieben Jahre lang Kinder und Jugendliche im Krankenhaus besucht. Dabei entstanden Geschichten zum Vor- und Selberlesen die einerseits berühren und unterhalten, andererseits Einblicke in die Wirkung der Arbeit der Klinikclowns geben. Die Clowns gehen in die Zimmer, ohne einen vorgefassten Plan zu verfolgen. Die Reaktion oder Impulse der Kinder, Eltern, Angehörigen oder des Klinikpersonals sind Inspiration. Die Clowns improvisieren. Sie fabulieren und übertreiben. Sie spielen fantasievolle Geschichten, zaubern, malen, modellieren mit Luftballons, singen und tanzen, erzählen und machen Quatsch. Anmerkungen zu den Geschichten am Ende des Buches gewähren einen tieferen Blick hinter die Kulissen. Neben den Geschichten gibt es ein paar von Pampels Gedichten, einige Lieblingswitze, die Pampel im Krankenhaus von den Patienten gesammelt hat, sowie kleine Spielchen, Bilder und Pampels Kochstudio.

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Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Thomas Wewers

Das Pflaster

Geschichten aus dem Krankenhaus - ein Klinikclown erzählt

© 2018 Thomas Wewers

Umschlag, Illustration: Lisa Bohren-Harjes

Lektorat, Korrektorat: Elsa Rieger

Verlag und Druck: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-7469-3654-3

Hardcover:

978-3-7469-3655-0

e-Book:

978-3-7469-3656-7

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Reisebär

3. Ein Gedicht

4. Spannender Alltag

5. Pampels Kochstudio

6. Der piksende Stuhl

7. Ein Witz

8. Das Geschenk

9. Ein Gedicht

10. Der Schluckauf

11. Die leere Seite

12. Die kaputten Seifenblasen

13. Ein Witz

14. Antonella auf dem Wackelpudding

15. Luftballonwirrwarr

16. Aus dem Zimmer gepupst

17. Geschenke finden

18. Das Pflaster

19. Punkte

20. Trost

21. Ein Witz

22. Kopfweh

23. Bushaltestelle verlegt

24. Der Winkekarton

25. Ein Gedicht

26. Heute nicht

27. Käsekästchen

28. Klopf, klopf, klopf

29. So spielt Pampel Käsekästchen

30. Lieber gruselig als langweilig

31. Ein Gedicht

32. Klebender Luftballon

33. Noch mehr Punkte

34. Schleudertrauma

35. Drei Worte

36. Windmühle

37. Ein Gedicht

38. Die Bärenrutsche

39. Ein Witz

40. Das hungrige Krokodil

41. Anmerkungen

41.1 Anmerkung »DerReisebär«

41.2 Anmerkung »Spannender Alltag«

41.3 Anmerkung »Der piksende Stuhl«

41.4 Anmerkung »Das Geschenk«

41.5 Anmerkung »Der Schluckauf

41.6 Anmerkung »Die kaputten Seifenblasen«

41.7 Anmerkung »Antonella Wackelpudding«

41.8 Anmerkung »Aus dem Zimmer gepupst«

41.9 Anmerkung »Das Pflaster«

41.10 Anmerkung »Trost«

41.11 Anmerkung »Kopfweh«

41.12 Anmerkung »Der Winkekarton«

41.13 Anmerkung »Heute nicht«

41.14 Anmerkung »Klopf, klopf, klopf«

41.15 Anmerkung »Lieber gruselig …«

41.16 Anmerkung »Klebender Luftballon«

41.17 Anmerkung »Schleudertrauma«

41.18 Anmerkung »Windmühle«

41.19 Anmerkung »Die Bärenrutsche«

41.20 Anmerkung »Das hungrige Krokodil«

41.21 Dankeschön

41.22 Weitere Bücher von Thomas Wewers

1. EINFÜHRUNG

Lachen hilft

Klinikclowns! Erst in Amerika und seit den 1990er Jahren in Europa besuchen Clowns regelmäßig Kinder im Krankenhaus. Mehr und mehr engagieren sich Clowns auch für Menschen in Seniorenheimen und weiteren Einrichtungen der Altenpflege.

Denn: Lachen hilft! Es stärkt das Immunsystem und setzt glückbringende Endorphine im Körper frei. Kranke Kinder und alte Menschen haben die besten Clowns verdient. Deshalb sollten die Clowns speziell geschult und ausgebildet sein.

Ich hatte das Glück, sieben Jahre lang Clown beim Klinikclownverein Clownsvisite e.V. zu sein. Zwei Jahre lang war ich 1. Vorsitzender des Vereins. Ich war die ganzen sieben Jahre in der Uniklinik in Essen auf der Kinderonkologie tätig, zudem drei Jahre in der Kinderklinik in Lüdenscheid sowie in Bottrop, Dortmund und Witten im Einsatz. Das waren zwei bis drei Klinikclown-Einsätze in der Woche. Hinzu kamen die regelmäßigen Vereinssitzungen, die Trainingstermine, der Jahresworkshop mit jeweils drei bis fünf Tagen, Vorträge, Spendenübergabetermine, Sponsoreneinsätze, Sommerfeste, Galas …; eine intensive und emotional dichte Zeit neben der Arbeit in meinem »normalen« Job.

Oft wurde ich von Freunden, die noch keinen Klinikclown-Einsatz erlebt haben, gefragt, was macht ihr da eigentlich?

Lassen wir mal Clownsvisite zu Wort kommen – hier könnt ihr mal in den Text der Internetseite des Vereins hineinschnuppern – den ich größtenteils mitverfasst habe. (Ich erwähne dies nicht, um anzugeben, sondern damit keiner denkt: Hat er einfach mal abgeschrieben).

Schnell wird klar, dass es nicht reicht, einfach eine rote Nase aufzusetzen und lustig über den Krankenhausflur zu hüpfen, auch, dass wir keine Shows spielen oder Vorführungen geben.

»Unsere Clowns verbinden Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe und menschliche Reife mit handwerklich »clownischem« Können und künstlerischem Talent. Ein intensives Bewerbungsverfahren, regelmäßige Weiterbildungen und Coachings garantieren die hohe Qualität der Klinikclowns von Clownsvisite e.V.

Dürfen wir reinkommen?

Nur mit Erlaubnis der Kinder betreten unsere Clowns das Krankenzimmer. Kunterbunt, mal leise und sanft – mal ulkig laut und tollpatschig wild verbreiten sie Spaß, Heiterkeit oder Poesie.

Kinder im Krankenhaus sind oft psychisch sehr belastet. Unsere Klinikclowns verschenken humorvolle Momente, sie lenken ab, regen an und geben aufheiternde Impulse. Nicht nur für die Kinder, nein, das Lachen hat auch auf Eltern, Angehörige und das Klinikpersonal heilende Wirkung.

So arbeiten unsere Clowns

Die Clowns von Clownsvisite arbeiten immer zu zweit in »ihrer Klinik». Am besten ein Mann und eine Frau. Dadurch haben die Mädchen und Jungen die Gelegenheit, sich mit der jeweiligen Figur zu identifizieren. Dies ermöglicht ein vielfältiges und intensives Spiel der Clowns. Vor jedem Einsatz gibt es eine Übergabe. Eine Schwester oder ein Pfleger informiert unsere Clowns über die Kinder: Name, Alter, Krankheit, Gemütszustand und was hygienisch eventuell zu berücksichtigen ist.

Anschließend gehen die Clowns in die Zimmer, ohne einen vorgefassten Plan zu verfolgen. Die Reaktion oder Impulse der Kinder, Eltern, Angehörigen oder des Klinikpersonals sind Inspiration. Unsere Clowns improvisieren. Sie fabulieren und übertreiben. Sie spielen fantasievolle Geschichten, zaubern, malen, modellieren mit Luftballons, singen und tanzen, erzählen und machen Quatsch.

Doch es ist nicht zwingend, dass es lustig wird. Einfach eine Geschichte zu erzählen oder zu musizieren reicht manchmal aus, den Augenblick unvergesslich zu machen. Mit den Kindern, die länger auf den Stationen liegen, entwickeln sich intensive Kontakte und Spiele, die oft über Wochen immer wieder gerne Thema werden. Deshalb ist die wöchentliche Regelmäßigkeit so wichtig. Häufig werden die Clowns auch ungeduldig erwartet oder Kinder gehen nicht eher nach Hause, bis die Clowns da waren! Am Ende des Arbeitstages unserer Clowns findet immer ein kurzes Feedback der beiden Kollegen statt.

Mindestens einmal im Jahr geht ein Coach mit in die Klinik und gibt den Clowns Rückmeldungen, Impulse und Anregungen. Die Clowns von Clownsvisite wollen für »ihre Kinder« immer ihr Bestes geben. Darum bedeutet »Clown sein« für unsere Clowns ständige Arbeit an sich selbst.«

Zum Glück gibt es mittlerweile viele Klinikclowns und KlinikclownVereine – sie alle Arbeiten sicherlich in Nuancen unterschiedlich. So gibt es Clowns, die mit weißen Arztkitteln als Clownsdoktoren bewusst dem Arzt den »Schrecken« nehmen wollen, andere arbeiten nicht immer zu zweit, andere sind nicht unbedingt in Vereinen organisiert, doch gleichen sich nach und nach die Qualitätsstandards an. Dies ist sicherlich auch dem Dachverband der Klinikclowns zu verdanken, der, wie auch die Stiftung, »Humor hilft heilen«, sehr stark die Idee vorantreibt: jedem Krankenhaus seine Klinikclowns und Klinikclowns auf »Rezept«.

Ich würde mir wünschen, dass die Politik und die Krankenkassen demnächst einsichtig werden und zumindest einen Teil der Arbeit der Klinikclowns finanziell unterstützen. Vielleicht trägt dieses Büchlein ein bisschen dazu bei.

Die Klinikclownarbeit ist vielfältig, deshalb decken die Geschichten in diesem Buch nicht alle Facetten ab. Aber sie geben einen kleinen ganz konkreten Einblick in die Arbeit. In den letzten zwei Jahren meiner Klinikclowntätigkeit habe ich angefangen, die eine oder andere Begebenheit aufzuschreiben. Vielleicht kann Mama oder Papa, Oma oder Opa, die große Schwester, der große Bruder, eine Freundin oder ein Freund die eine oder andere Geschichte vorlesen, wenn sich jemand zuhause im Bett kuriert, und trägt so indirekt dazu bei, dass ein Clown zu Besuch kommt.

Neben den Geschichten gibt es noch ein paar von Pampels Gedichten, einige Lieblingswitze, die Pampel im Krankenhaus von den Patienten gesammelt hat, sowie kleine Spielchen, Bilder und Pampels Kochstudio.

Und natürlich die stimmungsvollen, sehr passenden Bilder von der wunderbaren Lisa Bohren-Harjes alias Lisette, mit der ich meine dreijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Clown beim TuT – Schule für Tanz und Theater in Hannover – in einer Klasse absolvieren durfte. Sie ist ebenfalls Klinikclownin bei Clownsvisite, diesem fantastischen Haufen von Clowns. Danke, dass ich bei euch sein durfte. Danke an Antonella alias Ursel Penkl und Flocke alias Silke Eumann – die meisten Geschichten in dem Buch erzählen von euch, da ihr meine Spielpartnerinnen in Essen und in Lüdenscheid gewesen seid. Ihr beide wart mir Inspiration, Halt und Lehrmeisterinnen.

Schade, dass es von vielen anderen keine Geschichten gibt – ups, natürlich gibt es Geschichten von euch: Grandiose, laute, leise, epische, poetische, skurrile, gescheiterte, spannende, zauberhafte, gesungene, getanzte, stumme, pantomimische, zarte, traurige, unglaubliche …, doch sie haben keinen Weg in das Büchlein finden können, da ich leider nicht dabei war oder damals noch nichts aufgeschrieben habe. Nicht traurig sein, Klara alias Eva Paulus und Frida alias Alice Völlings, meine Spielpartnerinnen in Bottrop und Witten. Ihr beide wart wunderbar. Und: Manche Dinge kann man nicht aufschreiben, die muss man einfach live erleben.

Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja mal eine neue Gelegenheit, einige eurer Geschichten aufzuschreiben.

Die Zeit bei euch fühlt sich für mich rund, satt und erfüllt an. Ich habe nach den sieben Jahren getan, wozu sich manchmal ein Clown aufmacht: auf alten Wegen zu neuen Ufern.

Danke auch an alle im Krankenhaus arbeitenden: Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Ärztinnen, Erzieherinnen. Danke, dass ihr unsere Arbeit nicht als Konkurrenz seht, sondern als Bereicherung. Ich verneige mich vor eurer Arbeit.

Dann natürlich ein großes Dankeschön an die Eltern und Angehörigen der Patienten – ich bewundere eure Kraft und Stärke, die ihr für eure Lieben aufbringt und aufgebracht habt.

Ja und dann natürlich ihr, ihr Patienten: Danke, dass ich euch besuchen durfte, danke für die einzigartigen, wunderbaren Momente und ewiglichen Augenblicke. Vielleicht kommt euch ja die eine oder andere Geschichte bekannt vor.

Ich habe sie alle tatsächlich so erlebt. Das eine oder andere, was nicht ganz zur Geschichte gepasst hat, habe ich hier und da weggelassen, wie beispielsweise, wenn eine Krankenschwester ein Bett aus dem Zimmer geholt hat oder Zwischendialoge, die nicht zu der Geschichte passten. Aber im Großen und Ganzen hat alles meistens so stattgefunden. Die Namen der Kinder und Jugendlichen in den Geschichten habe ich geändert.So und nun viel Spaß beim Lesen und/oder Vorlesen.

Euer Pampel

2. DER REISEBÄR

Melanie liegt im Krankenhaus. Sie ist acht Jahre alt. Ihre Krankheit heißt Diabetes. Der Arzt sagt, durch diese Erkrankung befindet sich zu viel oder zu wenig Zucker im Körper. Melanie muss aber nicht allein auf der Kinderstation sein: Ihre Mama ist bei ihr. Ebenso der Reisebär. Der kam mit der Post zu Besuch. Er besucht die Kinder überall in der Welt. Nach zwei Wochen reist er dann weiter. Bei Melanie bleibt der Bär ausnahmsweise länger. Weil sie ja im Krankenhaus liegt. Heute bekommt Melanie wieder Besuch! Pampel & Antonella, die Klinikclowns.

Letzte Woche schenkte Antonella der kleinen Melanie eine Clownsnase. Die sitzt nun auf der Nase vom Reisebär. Eine Überraschung für Antonella und Pampel. Melanie kichert jetzt schon. Es klopft. Das müssen die Clowns sein! Melanie hockt im Bett. Ob die beiden den Reisebär mit der Nase auf der Nase bemerken? Antonella steckt ihren Kopf durch die Tür. »Guten Tag«, ruft sie fröhlich. Sie stutzt, sieht den Reisebären. »Du hast ja schon Besuch!« Sie schüttelt ihm die Pfote. »Guten Tag«, sagt sie nochmals. Sofort sieht Antonella, dass er die Clownsnase aufhat, die sie Melanie geschenkt hatte. Sie freut sich darüber und will es Pampel zeigen. Mal sehen, ob er die Clownsnase bemerkt? Wo steckt er? Ah, da kommt er ins Zimmer geschlendert. »Pampel, Pampel«, ruft Antonella, »darf ich dir vorstellen …«

Schnell hebt Pampel die Hand. »Kenn ich schon! Das ist Melanie. Hallo, Melanie.«

Melanie gluckst.

»Ne, Pampel«, meint Antonella, »Melanie mein ich doch gar nicht.«