Das schöne Alter - Simon Stiegler - E-Book

Das schöne Alter E-Book

Simon Stiegler

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Beschreibung

Atemberaubend steigert sich die Erzählung über Julanda, der alten Frau. Sie erlebt auf ihre alten Tage noch viel mit ihrer Flamme und dem Freund. Gespannt könnt ihr auf eine tolle Erzählkunst gespannt sein und Julanda wird in euren Köpfen sein. Am Ende ein Happy end? Lese selbst wie es dir gefällt.

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Simon Stiegler

Das schöne Alter

Freundschaft und Liebe

, 2021

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Julanda, Herbie und Morgan

Sonntags war Ruhe.

Sie war schon wach, saß in der Küche am kleinen Tisch und lauerte auf ihren durchgelaufenen Kaffee, den sie vor fünf Minuten aufgesetzt hatte. Ihr Fenster war zum Balkon hin geöffnet, und sie beobachtete wie ein kleiner Pirol in das Wohnzimmer hüpfte. Sie war nicht erschrocken, hatte sie doch von Kindheitsbeinen Tiere um sich herum. Sie wuchs nämlich auf einem kleinen Bauernhof auf, und erst im Alter wohnte sie in der Zweizimmerwohnung in Duisburg. Einkaufen ging noch prima, doch auch die Kräfte musste sie einteilen. Immer einmal die Woche traf sie sich mit ihren Freundinnen zum Skat und nebenbei legte sie die Karten gegen ein kleines Entgelt. Heute jedoch war eine geschmeidige Ruhe in ihrer Wohnung und die Kaffeemaschine rührte die letzten Tropfen in den Botticht und sie lehrte es in eine Thermoskanne, die sie auf den Tisch stellte. Sie goss sich eine Tasse ein und nahm die Zeitung um zu lesen, wo daneben ihre Medikamente platziert waren. Jetzt rührte sie mit ihrem Lieblingslöffel das schwarze Gold, was sie mit Kakao versüßte und eine Brise Salz zugesetzt hatte. Die Schlagzeilen überflog sie nun, und schon wusste sie welcher Tag heute war. Heute würde Herbie zu Besuch kommen, und sie müsste noch Einiges vorbereiten, wenn er dann so gegen 15 Uhr bei ihr wäre. Herbie war ihr Freund und sie nannte ihn nur so, weil er leidenschaftlich an Autos herumbastelte, und dass mit seinen 76 Jahren. Sie nahm nun ihre Zuckertablette und ihr Blemaren für die Nieren ein, Nahm dazu einen Schluck Kaffee und erinnerte sich an früher wie es war, als sie noch nicht zu sehr gezeichnet war vom Leben. Als Kind spielte sie gerne mit Gleichaltrigen und lernte schnell Menschen kennen, war stets redseelig und hatte den Krieg nur noch bis zum sechsten Lebensjahr miterlebt und erinnerte sich nicht mehr allzu sehr an diese frustige Zeit der Verbrechen. Im Sommer war sie immer bei ihrer Tante in Bochum zu Besuch und diese brachte ihr das Karten-legen bei. Sie schaukelte stundenlang bei ihr im Garten, und wurde verwöhnt, wie wohl alle Kinder, die zu den Ferien zu ihren Liebsten gehen. Ihre erste Liebe hatte sie dreimal getroffen. Immer wieder war Schluss und dennoch hatten sie sich immer wieder zusammengerauft, bis sie dann Mr Morgan kennen lernte, mit dem sie über 45 Jahre verheiratet war. Morgan war Halbamerikaner und war in Duisburg zu jener Zeit zu Besuch, als sie ihn auf einem Fest ansprach und sich sofort verliebte. Jetzt jedoch war er vereist zu seinem Bruder in die Vereinte Staaten. Dieser lebete in Florida und die Schwester war auch nur hundert Kilometer von ihm entfernt. Dies machten sie immer ein Mal pro Jahr und Julanda hatte dieses Jahr Pech, dass sie nicht dabei sein konnte, anders als noch schon oft in vergangener Zeit. An was es gelegen hatte? Julanda war nicht nur alt, nein, sie hatte eine gewisse Verbindlichkeit, der sie zu jeder Zeit nachkommen musste. Es war nicht der heutige Besuch von Herbie, den sie auf eine platonische Art liebte, sondern eine noch geheime Sache, die sie noch niemanden erzählt hatte. Sie trank einen weiteren Schluck und goss noch etwas Milch nach und rührte anschließend alles durch. Die Zeitung war längst schon am Eck des Tisches gelegen und sie schaute gedankenverloren dem Pirol nach, der immer wieder hin und her hüpfte mit Zweigen im Schnabel. Sie rafft sich nun auf und geht vor die Wohnungstüre, um zu sehen, ob es etwas Neues gab. Wie immer war alles beim Alten in der zwar gut bestückten Wohngegend, doch sie liebte es, wenn die Kinder auf der Straße miteinander spielten. Gewöhnlich sah man sonntags mehr Kinder und leider hatte sie an diesem jenem Sonntag kein Glück und atmete nur die kalte Luft durch ihre Nasenflügel. Sie schaute zum Briefkasten und dachte dann, ob es sinnvoll wäre zweimal auf die Selbe Stelle zu schauen und beschloss dann ein paar Meter zur Straße zu gehen. Einen Stock brauchte sie bisher nie, obwohl ihr linkes Bein ein wenig vom Schmerz gekennzeichnet war. Sie schritt die zwei Stufen hinab und lief gemächlich zur Straße und ging dann weiter in südliche Richtung des Wohngebiets, um frische Zigaretten zu kaufen. Plötzlich erschrak sie und sah einen gelben Lichtkörper über sich schweben. Sie drückte auf die Tasten des Automaten und der Gedanke war verflogen. Sie zündete sich dann die Erste an und schaute zum geschlossenen Kiosk hinüber. Dort erkannte sie einen Mann, der mit seinem Pudel wie angewurzelt stand. Sie interessierte sich für den Hund und lief auf die Beiden zu. >> Guten Morgen, Sie haben aber einen netten jungen Freund. << So Julanda, und ihr Gegenüber lächelt und meinte, er sei agil und erst eineinhalb Jahre alt. Sie kamen ins Gespräch und schließlich fand Julanda heraus, dass er sich in der Gegend wohl nicht so gut auskannte, und sie schlug ihm vor ihre hellseherischen Fähigkeiten zu testen. Sie schaute auf seine Hand und las die Spuren und berichtete ihm, dass er in einem Jahr eine Frau kennen lernen würde, die er dann auch heiraten würde. Er reagierte jedoch etwas befremdlich und würgte das Gespräch ab, denn Julanda berichtete weiter, dass er seine Kinder nur sporadisch sehen würde. >> Woher wissen Sie das alles? << Und Julanda nur >> Ich habe Sie erkannt mein netter Freund. << Julanda drehte sich um, und lief die Strecke zurück in ihr Haus und der Hundebesitzer schaute ihr nach, lief einige Meter hinter ihr, und bog dann in eine Seitenstraße ab. Die Zeit verging etwas, und Herbie klingelte und Julanda öffnete die Türe. Zwischenzeitlich war es heiß geworden und Herbie war sichtlich froh in der Wohnung eine Abkühlung zu erfahren. >> Julanda, gut siehst du aus! Ich habe den alten Cadillac fertig. Wollen wir eine Spritztour machen? << >> Nun ja, ich meine, dass es keine verwegen Idee ist, dennoch erbitte ich dich den Kaffee nicht zu verschmähen, oder sollen wir hinausfahren an den Bach mit den vielen kalifornischen Zugvögeln?

---ENDE DER LESEPROBE---