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"Wir meißeln Wörter aus dem Weiß, hobeln Buchstabenin euren Verstand hinein, ritzen das Papier an, bis es zu Blüten gerinnt..." Lesende, dieses: Ein Treibhaus für Gedanken, psychoaktive Substanzen: Geschichten, die euer Bewusstsein kolorieren möchten. "Stellt es euch vor, malt es euch aus! Macht dem Nebel ein Garaus! Löst das Nichts in Geschichten auf! Macht ihr mit? Ich stell's euch frei. Ich bin hier und jetzt dabei Beleb ich euren Verstand. Gestatten: Phantasie. Des Lebens rechte Hand." (WERBEANZEIGE DER SPONSORIN)
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Seitenzahl: 20
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Mirjam Papperitz
Das Spiel von Welt.
Poetische Prologe.
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Es war einmal...
Wortschatz
Genese des Zauberlehrlings
Zeugung einer Idee
Geburtstag
Traumbeschwörung
Wunschdenken
Konflikte einer Wohngemeinschaft
F(x): Zur Ableitung eines Universums
Mitternachtsformel
Im Zweifel für den Angeklagten
Rezept einer Lieblingsspeise
Kurzschlüsse, die
## Leben startet hier
Spielidee
Das Leben zum Gruße (An die Lesenden)
Impressum neobooks
Das Spiel von Welt.
Poetische Prologe.
Entwickelt und getestet
durch M .L. Papperitz
Wir meißeln Wörter aus dem Weiß,
hobeln Buchstaben in euren Verstand hinein,
ritzen das Papier an, bis es zu Blüten gerinnt.
Wenn der Werkstoff den Poren der Welt entdampft, beschlägt unser Sichtfeld. Das Eisen der Zange glüht auf wie Drachenfeuer, die Hülle des Erzes schmilzt, Gestein bröckelt und übrig bleibt:
Ein fluoreszierender Gedanke. Die Erkenntnis
leuchtet zwischen unseren Fingern, funkelt roh im Augenlicht, ist ungeschliffene Schönheit, geborgen aus unseren Fensterhöhlen, ausgetrieben dem Felsen unserer Synapsen,
Wort um Wort freigelegt im Schweiße unseres Angesichts.
Unsere Realität steht Kopf. Die Worte des Therapeuten rauschen in unseren Ohrmuscheln, das Mehr ruft nach uns. Das Gespräch ist bereits einige Tage her; nichtsdestotrotz glühen die Sätze nach wie vor in unserer Lagerstätte. Ihre Funken stieben auf, haben ein Feuer entzündet, das unsere Inspiration auflodern lässt, unseren Stift in Flammen setzt. Das Papier beginnt zu kokeln, Ruß schwärzt die Seiten. Aschfarbene Zeichen brennen sich in den Schnee. Wir mischen die Zutaten, rühren etwas Sauerstoff unter, tauchen unseren Zauberstab in den köchelnden Sud: Die Pinselspitze tropft wie Blut, in unserem Augenlicht glitzert das Leben. Wir wispern die Formel, Zauber liegt den Silben inne, die unsere Zunge zu Sprüchen formt.
Unsere Finger gleiten liebevoll über den Werkstoff. Das Papier flüstert schnurrend seine Geheimnisse in unser lauschendes Ohr. Während wir Welt beschreiben, entfremden wir uns, nichts wirkt real. Alles fällt um uns auseinander.
Wir lösen uns auf im Rausch der Fantasie.
Warum? Wieso? Wer sind wir? Wir, wir wollen uns erkennen, im Spiegel der Sprache wollen wir einen Blick auf uns erhaschen. Wir spielen Verstecken, doch finden uns nicht mehr, der Wald aus Worten ist zu hoch gewachsen. Ich halte inne, fokussiere.
