Das Verlangen nach Freiheit - Sebastian Count - E-Book

Das Verlangen nach Freiheit E-Book

Sebastian Count

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Beschreibung

Das Verlangen nach Freiheit - Der Beginn einer homoerotischen Coming-out-Geschichte, ein erotischer Roman. "Der Beginn einer abenteuerlichen Geschichte eines jungen Mannes auf der Reise, sich selbst zu finden, sich einzugestehen wer und wie er ist und vor allem, was es heisst, zu lieben." Es ist Frühling, die Ausbildung hat der 21-jährige Sebastian gerade abgeschlossen. Er sehnt sich nach einer Grossstadt und will seinem Heimatdorf in der Nähe von Zürich nur noch entkommen. Doch etwas beschäftigt ihn schon seit Längerem. Ist Sebastian wirklich so hetero, wie er sich gibt? Wieso versagt ihm gleich die Stimme, wenn ihn ein sympathischer Junge anspricht und seit wann macht es ihn an, wenn sich ein gut aussehender Mann neben ihn ins Tram setzt? Sebastian ahnt noch nicht, dass er im Sprachaufenthalt Dinge erleben wird, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können. Beim Lesen erleben Sie die Abenteuer von Sebastian hautnah (mit expliziter und deutlicher Sprache) mit. Das Buch ist nur für Erwachsene Leser*innen geeignet.

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Seitenzahl: 89

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Für alle, die die Freiheit noch suchen.

Inhaltsverzeichnis

DAS LETZTE BIER

EIN LAUER FRÜHLINGSABEND

COUCHSURFING AUF DIE ANDERE ART

DIE STADT DER LIEBE

EIN AUFREGENDER MUSEUMSBESUCH

GEDANKEN AN DEN MANN IN UNIFROM

VORSTELLUNG IST ALLES

EIN SCHATTENSPIEL MIT HAPPY END

DIE EINSICHT, ANDERS ZU SEIN

DAS LETZTE BIER

Es ist einer der ersten Frühlingstage, als Sebastian völlig verschwitzt zusammen mit seinen Kollegen im Feuerwehrmagazin ankam. Sie hatten gerade eine mehrstündige Übung hinter sich und waren völlig kaputt. Sie stiegen aus dem Tanklöschfahrzeug, nahmen erleichternd ihre Helme ab, legten die Sauerstoffflaschen neben das Garagentor und atmeten erst einmal durch. »Das war mal wieder eine richtig harte Übung, nicht wahr?«, sagte Tom und leerte sich eine ganze Wasserflasche in die Kehle. Die anderen taten es ihm gleich und Sebastian schüttete sich gleich noch ein wenig über seine schwarzen struppigen, leicht gelockten Haare, um den Kopf abzukühlen.

»Lasst noch Platz für ein Bier, wir müssen noch eins trinken«, sagte er immer noch ein wenig außer Atem. »Die nächsten paar Wochen werde ich in Paris sein«.

»Was machst du in Paris, Liebesferien mit deiner Hanna«, fragte Mike und sagte dies absichtlich überspitzt romantisch.

»Das mit Hanna und mir ist nichts Ernstes«, gab Sebastian zurück. »Ich gehe in einen Sprachaufenthalt. Schon mein ganzes Leben sitze ich in diesem Dorf fest. Mal was anderes zu sehen, schadet sicher nicht«.

»Was glaubst du denn, ist in Paris anders... erwartest du schönere Mädchen? Wieso willst du Französisch lernen? Englisch ist doch heute die Sprache, die man können muss«, blaffte Jules, der gerade mit dem zweiten Mannschaftsbus im Magazin ankam und das Gespräch anscheinend mitbekommen hatte.

Sebastian mochte ihn nicht besonders. Er ist einer dieser Typen, die wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang im selben Dorf bleiben und nie etwas anderes von der Welt sehen werden. Nicht, dass Sebastian damit ein Problem hätte, aber Jules konnte auch ein richtiger Macho sein, was ihn vor allem im Ausgang am meisten auf die Nerven ging.

»Wieso Frankreich? Alle meine ehemaligen Mitstudenten gehen nach England... auf ein Klassenlager habe ich keinen Bock, ich will mal was Neues erleben. Zudem ist mein Englisch viel besser als mein Französisch«, sagte er.

»Verarsch uns doch nicht, wegen der Sprache selbst macht man schliesslich selten einen Sprachaufenthalten«, meinte Jules und lachte dabei »du willst einfach die Pariser Frauen auskosten, stimmts?« Er legte ihm einen Arm um die Schulter und begann von den schönen, grazilen Frauen aus Frankreich zu schwärmen, die er allerdings erst als Teenie im Urlaub mit seinen Eltern gesehen hatte. »Ich sag dir Seb, du wirst eine richtig gute Zeit haben», meinte er weiter und setzte seine Geschichten fort, doch alle wussten, dass nicht einmal die Hälfte davon der Wahrheit entsprach. Er bestätigte soeben sein Machoverhalten, gab mit seinen Eroberungen an und gab Sebastian sogar Tipps, wie er es richtig anstellen musste, um eine Frau abzuschleppen.

»Du hättest die Chance damals mit einer deiner Bekanntschaften packen sollen, denn dein Kleiner sieht doch außer deiner Handfläche eh nichts anderes, oder?« gab Sebastian sichtlich genervt zurück und alle mussten laut loslachen.

»Ich habe zwar nicht das Glück, wie du es mit Hanna hast, aber stell dir vor, auch ich habe ab und zu Erfolg bei den Frauen«, sagte Jules nun etwas kleinlaut und ein wenig in seinem Selbstvertrauen bestürzt. »Zudem bin ich morgen mit Lisa verabredet und bis jetzt läuft’s nicht schlecht«.

Die Jungs prosteten ihm wohlwollend mit den inzwischen geöffneten Bierflaschen zu und begannen von ihren eigenen Eroberungen des letzten Wochenendes zu erzählen.

Und da war es wieder, dieses unangenehme Gefühl, dass in Sebastian hochstieg, wenn die Anderen voller Bewunderung von ihren Freundinnen und Eroberungen sprachen. Es stimmte, er hatte was mit Hanna am Laufen, aber er wusste auch, dass er sie niemals so begehren würde, wie er es eigentlich müsste. Sebastian, der normalerweise gerne seinen Senf dazugab, wurde in solchen Momenten oft ruhig und zog sich ein wenig aus dem Gespräch zurück. Er machte sich allerdings nichts daraus. Wenn die anderen mit ihren Freundinnen prahlen mussten, sollen sie, dachte er sich jeweils. Es war wahrscheinlich auch einer der Gründe, weshalb er neben seinen Freunden aus der Feuerwehr auch noch einen Kollegenkreis hatte, mit denen er deutlich lieber unterwegs war. Auch sie mochten zwar im Ausgang gerne Frauen aufreißen, doch waren sie auch in der Lage, einmal ernstere Themen zu diskutieren.

Die Runde löste sich allmählich auf und als Sebastian die leeren Bierflaschen im Magazin zurückstellte, kamen bereits die ersten aus den Duschen zurück. Sie wünschten ihm nacheinander eine gute Zeit in Paris und plauderten noch ein wenig mit dem Materialwart über die neuesten Anschaffungen. Schliesslich schaffte auch er es in die Duschräume, die fast schon leer waren, bis auf Gabriel, der vorhin noch die Sauerstoffflaschen neu befüllen musste.

»Paris also«, lachte Gabriel ihn an. Er war rund zwei oder drei Jahre älter und einer von denen, mit denen Sebastian gar nicht so viel Kontakt hatte.

»Ja voll, mal was anderes im Vergleich zu diesem Dorf hier«, versuchte Sebastian lässig zu Antworten. Er merkte, dass es ihm schwer viel sich selbst zu bleiben und dass er sich in Gabriels Anwesenheit gleich kleiner vorkam als noch vor einigen Minuten.

»Glaub mir, ich kann dich völlig verstehen«, sagte Gabriel, währendem er sein T-Shirt auszog und seine frische Unterwäsche bereitlegte. »Ich war vor etwa zwei Jahren auch in Paris. Wollte ausbrechen aus diesem konservativen Dorfleben hier, tat mir gut.» Er nahm sein Badetuch aus seiner Tasche und entledigte sich von all seinem Hals- und Armschmuck. »Kommst du auch gleich?« frage er und streifte seine Boxershorts über seine gut trainierten Oberschenkel hinunter und schmiss diese mit seinem Fuß lässig auf die Bank.

»Äh ja sorry... Musste nur gerade daran denken, dass ich wohl erst wieder in ein paar Monaten mit euch in den Einsatz kommen werden«, sagte Sebastian rasch und zog sich aus, schnappte sich das Badetuch und folgte ihm in die Duschen.

»Also Jules Sprüche wirst du wohl kaum vermissen, der geht mir richtig auf den Sack«. Gabriel schaltete eine der mittleren Duschen ein. Sebastian zögerte einen Moment, ging dann aber auf die gegenüberliegende Wand zu und nahm sich ebenfalls eine der mittleren Duschen. Er hatte eigentlich kein Problem mit Gemeinschaftsduschen aber zusammen mit Gabriel zu duschen, ließ seinen Puls unwillkürlich etwas höherschlagen.

»Es sind ja zum Glück nicht alle solche Machos«, erwiderte er und nahm sich Duschgel, um sich einzuseifen. »Warst du lange im Sprachaufenthalt?»

»Was heisst lange... Französisch kann ich immer noch nicht fließend, aber ich war rund zwei Monate dort, hatte mich dann aber noch entschieden weitere Teile Frankreichs zu bereisen», sagte Gabriel, der sich nun ebenfalls von Kopf bis Fuß einseifte und sich zu Sebastian umdrehte. »Genieß einfach die Zeit da drüben, das habe ich auch getan und bereue es auf keinen Fall». Sebastian wusste nicht so recht, was er damit meinte. Natürlich würde er es genießen und zu bereuen wird es ja wohl kaum was geben.

»Keine Angst, das Feiern wird wohl kaum zu kurz kommen», entgegnete er schliesslich und drehte sich nun ebenfalls mit dem Rücken zur Wand, um sich die Haare besser herunterwaschen zu können.

Als er die Augen wieder öffnete, sah er gerade noch durch den herablaufenden Schaum, wie Gabriel seinen Blick von ihm wegwandte. Sebastian blieb stehen und wusch sich den restlichen Schaum aus den Haaren. Jetzt, da sich beide Nackt gegenüberstanden, schien Sebastian sein Selbstvertrauen wieder ein wenig gewonnen zu haben. Auch Gabriel wusch sich den restlichen Schaum aus den Haaren, machte aber keine Anstalten, das Wasser als erster abzudrehen.

Als Sebastian das Wasser noch kurz auf Kalt stellte, drehte er den Hahn zurück und ging ohne Eile aus der Dusche und schnappte sich neben dem Eingang sein Badetuch und begann sich, noch im Duschbereich abzutrocknen. Jetzt, da er sich wieder selbstsicher fühlte, mochte er es, Gabriel ein wenig in Verlegenheit zu bringen. Dieser wiederum wusste nicht, ob er ebenfalls sein Badetuch schnappen oder abwarten sollte, bis Sebastian wieder in den Garderoben war.

Als er vornübergebeugt seine Haare trocknete und nochmals zurück in die Dusche wollte, um sein Duschgel zu holen, bemerkte er neben seinen noch ein zweites Paar Füsse.

»Du hast dein Duschgel vergessen«, sagte Gabriel mit trockener Stimme. Sebastian hob seinen Blick und konnte gar nicht anders, als kurz den Penis von Gabriel zu betrachten, bevor er das Duschgel entgegennahm.

»Oh danke, das vergesse ich andauernd.» Er lachte verlegen und hoffte, dass Gabriel nicht bemerkte, dass seine Augen vorhin kurz auf seinem Penis ruhten. Allerdings hätte Gabriel auch nicht so hinstehen müssen, dass er ihn unweigerlich zu sehen bekam, dachte er sich. Er ging durch den Eingang zurück in die Garderoben.

Gabriel folgte ihm, der sich im Laufen seine mittellangen, blonden Haare trockenrieb und danach in seine bereitgelegten Boxershorts sprang.

»Soll ich dich noch mitnehmen?«, fragte Sebastian, nachdem sie sich, ohne ein Wort zu wechseln, fertig angezogen hatten. »Also ehrlichgesagt habe ich keine Ahnung, wo du wohnst, aber ich bin mit dem Auto hier... also, wenn du...«

»...gerne«, unterbrach ihn Gabriel und Sebastian war froh darüber, denn er merkte, dass er etwas komisch klang. Fast so, als würde er ein Mädchen nach einem Date fragen.

Was war nur los mit ihm, dachte er sich als er seine Tasche über die Schulter schwang und von der Garderobe ins Magazin trat. Noch darüber nachdenkend, wieso er sich so komisch anstellte, folgte ihm Gabriel die Tür hinaus, der diese abschloss und nun neben Sebastian die Straße bis zum Auto entlang ging.

EIN LAUER FRÜHLINGSABEND

Sebastian setzte sich hinters Steuer und legte seine Sporttasche auf die Rückbank. »Ich sollte dringend wieder mal die alte Karre aufräumen, schmeiß mein Zeugs einfach zur Seite.«

»Du solltest mal mein Auto sehen, dann weißt du wie es ist, wenn man wieder einmal sauber machen sollte», Gabriel lachte und schnallte sich neben ihm auf dem Beifahrersitz an. Er stöberte in seiner Sporttasche nach seinem Handy, um die eingegangenen Nachrichten zu lesen.

»Ah Mist, meine Freundin ist immer noch bei der Arbeit. Ich wollte eigentlich noch mit ihr Essen gehen. Ihren verdammten neuen Job nimmt sie langsam aber sicher ein wenig zu ernst«, sagte er genervt.

»Wo arbeitet sie denn?« Sebastian, dem erst jetzt wieder in den Sinn kam, dass Gabriel mit Luisa zusammen war, fuhr nun langsam aus dem Parkplatz hinaus. Vor ein paar Jahren hatte er ebenfalls ein Auge auf sie geworfen, doch er schien ihr wohl zu Jung gewesen zu sein. Zu mehr als einem Date an der Limmat hatte es nicht gereicht. Dabei hatte er ein hübsches kleines Plätzchen am Fluss ausfindig gemacht und ein, seiner Meinung nach, romantisches Picknick vorbereitet.