Das verlorene Buch - Kerstin BO - E-Book

Das verlorene Buch E-Book

Kerstin BO

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Beschreibung

Auf der Suche nach einem Buch, neue Freunde und jede Menge Abenteuer: Das alles wartet auf die Geschwister Julia, Sofie und Boris. Werden sie es schaffen? Und was haben ihre Eltern damit zu tun? Und vor allem: Werden sie alle Rätsel lösen?

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2013

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KEBO

Das verlorene Buch

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Das verlorene Buch

Impressum

Das verlorene Buch

Familie Band

Julia war ein außerordentlich hübsches Mädchen und 13 Jahre alt. Sie lebte mit ihrer Schwester Sofie, 11, ihrem Bruder Boris, 9, und ihren Eltern. Ihr Vater, Martin, war Archäologe und ihre Mutter, Heike, war eine ganz normale Hausfrau. Sie lebten in einem schönen Haus an der Elbe in Cuxhaven. Sie alle zusammen hießen Band. Und ebendiese Familie saß am Mittwoch, den 3.3. 2304 am Mittagstisch. Martin mochte seine Familie und ließ sie ungern allein, was wegen seinem Beruf aber kaum vermeidbar war.

„ Du, Papa, wir haben in Geschichte gelernt, dass es kaum Erzeugnisse aus den Jahren 2004-2090 gibt. Es soll da ein Buch geben, in dem alles drinstehen soll. Stimmt das?“ Julia interessierte sich besonders für Geschichte und für sie war es ein unschätzbarer Wert, dass ihr Vater ein Archäologe war, weil er ihr alles erklären konnte.

„Ja, das stimmt leider. Wir wissen nur, dass man in den Jahren besonders viel am Computer gemacht hat und kaum etwas in Bücher geschrieben hat. Wir haben eigentlich nur die Bücher aus der Zeit, die man damals als Vergnügen gelesen hat und die Schulbücher, sofern man sie nicht verschrottet hat.“ Ihr Vater seufzte. Für ihn war es besonders schlimm, denn die Archäologen fanden meist nur die Häuser und Teile der Computer.

„ Aber warum schreibt man heute mehr Bücher und warum ist der Computer nicht mehr so wichtig?“, fragte Sofie.

„ Das weiß man nicht. Das muss in den Jahren passiert sein, über die wir keine Auskunft haben.

Heute nutzt man die Computer fasst nur zum Bücherschreiben oder um Forschungsergebnisse zu bewerten.“

Nun schaltete sich Boris ein: “Ich lese lieber, als das sich vor dem Computer sitze. Haben die damals überhaupt etwas anderes gemacht außer Computer zu spielen oder am Fernseher zu hängen?“

„ Nein. Vermutlich nicht. Aus den Jahren davor gibt es Statistiken, die besagen, dass immer mehr vor dem Computer oder vor dem Fernseher sitzen. Dann gibt es da noch das Handy. Damals mit Kamera, Internet und Spielen, Heute kann man es fast ausschließlich nur zum Telefonieren benutzen. Wir rätseln warum aber es gibt noch kein Ergebnis, warum. Ich glaube aber dieses Buch, das Julia angesprochen hat, gibt es gar nicht. Es müssten wenn schon, viele Bücher sein, und die hätte man längst gefunden.“

„Ja. Aber jetzt wollen wir mal essen, sonst werden die Nudeln und die Soße kalt.“, sagte Heike, die bis jetzt still der Unterhaltung zwischen ihren Kindern und ihrem Mann ruhig zugehört hatte.

Das ließen sie sich nicht zweimal sagen und stürzten sich auf die Nudeln. Julia ging in die 8. und Sofie in die 6. Klasse des Cuxhavener Gymnasiums. Boris ging noch in die 4. Klasse der Grundschule und würde wahrscheinlich auch auf das Gymnasium kommen.

„Habt ihr irgendwelche Hausaufgaben auf?“, fragte Heike. Alle drei verneinten.

„Geht ihr bitte kurz nach oben? Ich muss etwas mit eurer Mutter besprechen.“ Martin machte ein furchtbar wichtiges Gesicht, sodass die Kinder lieber schnell verschwanden und in das Zimmer von Julia gingen, welches das größte war, und diskutierten über das eben gehörte.

„ Wisst ihr was? Die waren damals langweilig. Die haben ja nichts zusammen gemacht. Da haben wir es besser. Was?“ Boris war schnell mit seinem Urteil fertig.

„So würde ich das nicht sehen. Nach allem, was ich weiß, kannte man es damals eben nicht anders und es hat bestimmt auch Leute gegeben die etwas anderes gemacht haben. Durch die Schulbücher weiß man ja immerhin, dass sie in der Schule viel verlangt haben. Unsere Lehrpläne beruhen ja auf der Bekenntnis, die wir daraus sehen konnten.“ Julia versuchte, es sich und ihren Geschwistern verständlich zu machen.

„Du meinst, unsere Lehrpläne sind genauso wie die vor 300 Jahren?“, fragte Boris überrascht.

„Nein. Ich meine, dass sie versuchen es besser zu machen als vor 300 Jahren. Zum Beispiel, dass man auf dem Gymnasium nicht unter einem so hohen Leistungsdruck steht wie vor 300 Jahren.“, erklärte Julia.

„Der Lehrplan ändert sich auch heute ständig. Das G8 ist aber nicht mehr so stressig, wie vor 300 Jahren und es gibt jetzt auf der ganzen Welt Schulen für Jungs und Mädchen. Das war 2003 und garantiert auch 2004 nicht so.“, Sofie wusste auch viel. Wenn auch durch ihren Vater, denn sie hatte in Geschichte bis jetzt nur die Jahre bis zu Karl dem Großen gehabt.

„ Weiß ich auch. Aber warum geraten die Jahre vor Christus nicht in Vergessenheit, wenn man kaum Erzeugnisse aus fast 90 Jahren hat?“, fragte Boris.

„ Weiß ich nicht. Aber irgendwas muss ja aus dem Jahr 2003 vorhanden sein, oder? Man hat damals versucht, die Tropenwälder zu schützen und hat es irgendwie geschafft, sonst wäre der Tropenwald heute nicht wieder so groß .“ Julia wusste die Frage ihres Bruders nicht zu beantworten. Sie holte ein Brettspiel und sie spielten bis ihre Mutter zum Abendessen rief.

Erschrocken sahen die Kinder, dass sie Tränen in den Augen hatte. Was hatte ihr Vater bloß mit ihr besprochen?

Die Kinder stehen vor einem Rätsel

Boris sprach aus, was alle dachten: „Was hat Papa dir gesagt, Mama, dass du weinen musst?“

„Ach, das ist nicht euer Problem. Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Das ist etwas, das wir noch durchdenken müssen.“ Heike wollte ihren Kindern nichts sagen und ihr Mann nickte zustimmend zu ihren Worten.

„Mama, jetzt habe ich aber Hunger. Lass uns Essen.“, quengelte Sofie, die das nicht weiter zu bekümmern schien. Also setzten sie sich und fingen an zu essen.

„Du, Papa, was haben die Leute damals gearbeitet?“, fragte Julia.

„ Eigentlich gab es die gleichen Berufe wie heute. Nur hat man mehr in die Raumfahrt investiert. Heute ist auch die Arbeitslosigkeit viel geringer als 2004. Warum, das steht alles in dem verschollenen Buch, das man nicht gefunden hat, und dessen Existenz ich stark bezweifel. Jetzt iss aber und mach den Mund nur auf um dein Brot zu essen und deine Milch zu trinken. Das gilt auch für die anderen.“ Er hatte gemerkt, dass Sofie Anstalten machte, etwas zu sagen.

So aßen sie dann gemütlich zu Ende und als es 19.30 Uhr war, schickten die Eltern ihre Kinder ins Bett: “Geht jetzt ins Bett! Wir kommen um 21.30 Uhr noch mal zu euch.“

Als die Kinder in ihrem Zimmer waren, redeten sie über das Rätsel, warum ihre Mutter geweint hatte als sie die Treppe hinunterkamen.

„Ich glaube, Papa muss wieder in irgendein Kriegsgebiet und Mutter hat Angst, dass ihm etwas passiert.“ Boris stellte sich wieder irgendeine Abenteuergeschichte vor.

„ Ach was! Wahrscheinlich wird Papa nur wieder ins Ausland versetzt und sie überlegen ob er uns mitnehmen soll. Das war doch schon mal so. Du weißt auch, dass Mama hier nicht weg will.“ Julia versuchte es ihm auszureden.

„ Du! Du willst es immer realistisch haben und dabei liest du Fantasiebücher. Das passt doch gar nicht zusammen.“ Ihr kleiner Bruder wollte aber bei seiner Idee bleiben. Bei sich dachte er: Wir werden doch sehen, wer Recht hat. Papa geht doch in ein Land, in dem Krieg herrscht.

„Ihr seid komisch! Ich glaube, dass wir nur wieder nach Stuttgart müssen. Sie haben doch gesagt, als wir dort weggezogen sind, dass wir irgendwann wiederkommen müssen.“ Sofie hatte eine ganz andere Meinung. Aber es war die realistischste von allen: Die Familie war vor 3 Jahren von Stuttgart nach Cuxhaven gezogen und sie mussten wirklich irgendwann wieder zurück.

„Da hast du leider Recht. Mama will hier nicht weg. Sie ist hier geboren und dachte, wir können hier für immer wohnen, weil wir seit 3 Jahren nichts mehr aus Stuttgart gehört haben.“ Julia sah ein, dass Sofies Idee gar nicht dumm war.

„ Ich dachte, Papa gräbt überall auf der Welt Sachen aus. Warum wird er dann überhaupt versetzt? Das verstehe ich nicht. Ich verstehe auch nicht, warum er gerade immer aus dem Haus geht obwohl er gar keine Ausgrabung zurzeit hat.“ Boris verstand das alles nicht.

„Oh Mann! Du weißt doch, dass Vater in der Uni arbeitet. Die schickt ihn zu Ausgrabungen und kann ihn auch von einem zum andern versetzen. Er hält zurzeit Vorträge für die Studenten oder berichtet den anderen Professoren über seine Ausgrabungen.“ Julia erklärte es ihm.

„Okay. Ich hab es verstanden. Wie spät ist es eigentlich?“

„ Oh je! Es ist fast 21.30 Uhr.“, antwortete Sofie, die auf ihre Armbanduhr geschaut hatte.

„Na! So pünktlich sind unsere Eltern ja meistens nicht.“ Boris nahm das sehr locker.

„Du bist vielleicht blöd! Du weißt genau, dass sie das heute sehr eng sehen, weil wir alle gerne wissen wollen was eigentlich los ist! Warum hast du eigentlich nach der Uhrzeit gefragt, wenn dir das sowieso egal ist?“

„ Du bist selber blöd. Sag mal, Julia, was hast du mit dem verlorenen Buch gemeint? Wieso sollte ein Buch verschwinden wie ein normaler Mensch?“

„Ganz einfach: Die Leute leben ja auch nicht ewig. Sie haben das Buch zwar von einer Generation zur anderen vererbt aber die nachfolgenden Generationen fanden das bestimmt nicht wichtig und haben das Buch mit ins Grab genommen oder in ein Museum gegeben. Und wo das Museum das dann hingegeben hat: Keine Ahnung.“

„Woher weißt du das?“

„Ich weiß gar nichts. Das sind alles nur Vermutungen und gar nicht bewiesen. Meine Geschichtslehrerin hat mir das gesagt, als ich sie danach gefragt habe.“

„Seid doch mal leise! Unsere Eltern kommen. Und es ist Punkt 21.30. Ich hab es doch gesagt. Aber auf mich hört ja mal wieder keiner.“ Sofie unterbrach das Gespräch ihrer Geschwister.

„Hallo Kinder! Es ist Schlafenszeit. Morgen habt ihr alle um 7.30 Uhr Schule. Beeilt euch bitte!“ ihr Vater machte ihnen klar, dass sie für heute mit ihrer Unterhaltung aufhören mussten. Sie zogen sich noch schnell aus und den Schlafanzug an und gingen dann jeder ins Bett. Julia musste ja nicht mal in ein anderes Zimmer gehen, weil sie sich ja in ihrem Zimmer unterhalten hatten.

„Du, Papa, Weiß man ob das verlorene Buch von einer Privatperson geschrieben wurde oder von einer Regierung?“, fragte Julia, die das nicht aus ihren Gedanken verweisen konnte.

„Nein. Man vermutet aber, dass das Buch von einem Schriftsteller der damaligen Zeit geschrieben wurde.“

„Wurde das Buch in Deutschland geschrieben?“

„Man weiß nicht in welchem Land es geschrieben wurde. Es könnte in jedem Land geschrieben worden sein. Warum? Willst du das Buch etwa suchen? Das Hebe dir lieber auf, bis du auch eine Archäologin bist. Dann weißt du jedenfalls was du gleich machen kannst.“

„Ich will das Buch nicht suchen. Ich will es lesen und wissen was die damals gemacht haben. Gute Nacht!“

„Nur lesen, so so. Gute Nacht, schlaf gut!“ Martin wollte das nicht so recht glauben. Was er aber dachte, sagte er ihr nicht, sondern ging nur aus dem Zimmer und warf ihr einen Blick zu.

„ Warte! Du glaubst mir nicht. Ich sehe das doch. Ich will das Buch wirklich nicht suchen. Warum glaubt mir denn hier keiner, dass ich nur wissen will wie es damals war.“, rief sie hinterher. Sie wusste nämlich, dass Sofie und Boris auch glaubten, dass es ihr nur um einen Sensationsfund ging. Sie sollte aber noch erfahren, dass es eigentlich gar nicht so war, sondern dass ihre Geschwister genauso neugierig waren wie sie.

„Julia! Dein Vater glaubt dir. Ihr Kinder wisst nur nicht, was wir gerade auch noch zu besprechen haben und das dein Vater manchmal etwas angespannt ist und dir Antworten gibt, die du missverstehst, ist ja ganz klar.“ Ihre Mutter versuchte, sie zu beruhigen.

„Was ist eigentlich los? Erst weinst du und jetzt machst du so dunkle Andeutungen.“

„Das werden du und deine Geschwister schon noch erfahren. Aber jetzt, schlaf gut!“

Julia wartete, bis ihre Mutter aus dem Zimmer war und dann begann sie wütend im Zimmer auf und abzugehen. Sie war so wütend, dass sie nicht einschlafen konnte. Auf keinen Fall. Sie dachte: Warum sagt bloß keiner was? Ich bin doch kein Baby mehr, das man vor vollendete Tatsachen stell und die anderen sind genauso wenig Babys. Unsere Eltern haben doch irgendwas vor und wollen uns vor vollendete Tatsachen stellen. Wenn mir morgen keiner was sagt, gehe ich nicht eher ins Bett, bis ich alles gehört habe.

Sie konnte nicht wissen, dass Sofie und Boris genauso dachten wie sie. Die beiden gingen nämlich in genau demselben Moment auch in ihren Zimmern auf und ab und dachten fast wortwörtlich wie ihre große Schwester.

Als Julia am nächsten Morgen wie immer um 6.00 Uhr aufstand und sich schon angezogen hatte, kam ihr Sofie auf dem Flur entgegen und sagte: “Ich würde zu gerne wissen, was hier läuft. Was weißt du? Du kannst doch immer alles erfahren und hast gestern lange mit Papa geredet.“

„Gar nichts. Ich habe versucht aus ihm und aus Mama etwas herauszubekommen aber ich habe nichts erfahren. Mama hat nur gesagt: ,Ihr Kinder wisst nicht, was wir gerade alles zu besprechen haben., Mehr hat sie nicht gesagt. Aber wenn ich bis heute Abend nichts weiß, gehe ich erst ins Bett wenn ich alles erfahren habe.“

„Genau das habe ich auch gedacht. Ich habe auch schon mit Boris gesprochen. Er hat auch das gleiche gedacht. Ich glaube, wir haben mal wieder alle das gleiche gedacht. So verschieden wir auch sind: Wenn wir alle drei was wissen wollen denken wir alle immer das gleiche.“

„Ja, das stimmt. Jetzt aber los. Wir müssen zum Frühstück, sonst gibt es wieder Ärger und das können wir uns nicht leisten. Ich weck nur noch eben Boris auf.“

Während Julia Boris aufweckte, ging Sofie nach unten und sah, dass alles dunkel war. Als sie Licht machte, sah sie einen Zettel auf dem Esstisch liegen. Darauf stand:

Liebe Kinder!