Denk emol - Alice Hoffmann - E-Book

Denk emol E-Book

Alice Hoffmann

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Beschreibung

eBook mit den kompletten 114 Seiten des original Taschenbuchs. Entdecken Sie die Welt von Alice Hoffmann! Mit ihrer Rolle als „Hilde“ in der ARD TV-Serie „Familie Heinz Becker“ und in ihren zahlreichen Bühnenprogrammen als „Vanessa Backes“ hat sie Generationen zum Lachen gebracht. Nun präsentiert sie ihre besten Geschichten in diesem Buch. Lassen Sie sich von der „Kittelschürze der Nation“ erheitern und freuen Sie sich auf die lebhaften Geschichten aus ihrem saarländischen Alltag.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Vorwort
Anfangserklärungen
Bleed Sproch (Blöde Sprache)
Corona
Diät
Die Dido un der Dodi do
Reklamationen
Die Seebestattung
Em Luwis sei „Neescher“ (... oder, wenn eine Mutter telefoniert)
Frau Kittelschürz zur Lage der Nation
Hauptsache gesund?
Beim Hautarzt
Wichtige Frauen
In der Oper
Der Katholikentag
Kittelscherz
Lied: Kittelschürz-Polka (Ich han mei Kittelschürz)
Noch ein Lied: un das in unserm Alter
Frau Backes für „M’r sin nit so“ (... ein Saarbrücker Karnevalsverein)
Neue Ergebnisse der Hirnforschung
Osterhase und Bundeswehr
Spanienurlaub nie wieder
Telefonieren
Von nix kommt nix
Im Auftrag der Kirche
Weihnachtswahnsinn
Der Herr König
Danksagung
Die Autorin

Alice Hoffmann

 

 

 

 

 

 

 

 

Denk emol

... wenn die Kittelscherz verzählt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Milltown Media Verlag

 

 

 

 

Impressum:

 

Alice Hoffmann

Denk emol

 

Titelgestaltung & Illustrationen: Carsten Czanderna Textbearbeitung: Stephan C. Braun eBook Auflage 1 / 2024 Druck & Layout: Milltown Media Verlag

© 2024 Milltown Media Verlag Remscheider Str. 43, 42369 Wuppertal Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck (auch auszugsweise) verboten

 

www.milltown-media.de

Vorwort

Als langjähriger Autor wäre mir keine andere Familienserie im Deutschen Fernsehen bekannt, die es geschafft hätte, mit ihrer humoristischen Art drei Generationen vor dem Fernseher zu vereinen. Den Beckers - oder richtiger: Der Familie Heinz Becker ist dies gelungen. Mit ihrem saarländischen Charme haben sie Anfang der 90er Jahre die Herzen der Fernsehnation erobert. Zweifelsohne ist dieser Erfolg auch an die Rolle der „Hilde“ geknüpft. Insbesondere ihrer Darstellerin Alice Hoffmann. Wenn sie sich durch den saarländischen Alltag arbeitet, und Heinz und Hof, pardon, Haus und Hof zusammenhält, dann kommt der, von Autor und Hauptdarsteller Gerd Dudenhöffer, so wunderbar und perfekt geschriebene Text erst richtig zur Geltung.

Nachdem sie die Serie verlassen hatte, überlegte Alice, was wohl aus einer Person wie „es Hilde“ geworden wäre, wenn sie ihre Ehe verlassen und ein neues Leben begonnen hätte. Wahrscheinlich einen zweiten Vornamen zum Rufnamen gemacht und ihren Mädchennamen wieder angenommen. Und so entstand die Figur „Vanessa Backes“. Backes ist übrigens im Saarland der Name, der am häufigsten vorkommt. Unter diesem Namen hat Alice seitdem zahlreiche Solo-Programme und Fernsehauftritte als „Kittelschürze der Nation“ absolviert. Sowohl in „Jaques Bistro“, „Spaß aus Mainz“, als auch in „Schreinerei Fleischmann & Freunde“ im SWR Fernsehen.

Bei letzterer Sendung lernten wir uns kennen, und, vor allem, schätzen. Ich schrieb seinerzeit nicht nur einen Teil der Sketche der Sendung, sondern ab der Zeit auch als Co-Autor Comedy-Texte für ihre Auftritte in der SWR „Spätschicht“ und ihr, derzeit aktuelles Solo-Programm „Torschlusspanik“.

Für alle weiteren biografischen Informationen über Alice verweise ich an dieser Stelle gerne auf ihren umfangreichen „Wikipedia“-Eintrag.

Nun liegt hier ihr erstes Erzählbuch vor, in dem Alice Hoffmann kleine Geschichten aus ihrem großen Repertoire veröffentlicht. Die Texte stammen aus den Soloprogrammen oder aus Fernsehbeiträgen. Es kann sein, dass sich der ein oder andere Gag oder Gedanke wiederholt. Aber dies dann nur, weil die Fans von Alice Hoffmann diese Gags und Geschichten immer wieder gerne hören. So wie die mit der „Di Do, die sich do domols...“, echte Fans wissen hier schon Bescheid.

Ich gebe nun die Seiten frei an die „Kittelschürz der Nation“ und wünsche allen viel Freude beim Lesen.

 

Stephan C. Braun

Anfangserklärungen

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

die hier veröffentlichten Texte habe ich im Regelfall für die Bühne geschrieben und für mich. Also nicht zum Lesen! Die Hauptsache war, dass ich verstanden habe, was ich sagen will/soll.

Als Nichtsaarländerin kann ich saarländisch geschriebene Texte wunderbar lesen. Sie sind mir geradezu eine Aussprachehilfe, während Saarländer sich eher schwer damit tun und die Texte lieber halbwegs hochdeutsch lesen möchten (die Übersetzung findet hier offenbar automatisch im Kopf statt). Das soll aber nicht heißen, dass alle Nichtsaarländer in Dialekt Geschriebenes gut lesen können.

Ich werde mich also bemühen, die Texte so zu schreiben, dass man als Nichtsaarländer den Dialekt spürt, sie aber auch als Saarländer gut lesen kann. Sollte es hie und da dennoch schwierig werden, hier eine kleine Dialekt- und Mentalitätskunde.

 

Konsonanten

Dialekte dienen in erster Linie der Vereinfachung der Sprache, vor allem der Artikulation. Ich nehme an, dass deshalb im Saarland einige Konsonanten völlig verschwunden sind:

P=B, k=g, t=d, aber auch G oder K können verschwinden, wenn sie am Wortende stehen überhaupt kann viel verschwinden:

Aus einem Pferd wird so „e Päär“, aus einem Weg „e Wää“, hier wird „hie“.

„Sch“, „ch“ wird zu einem Mischlaut, (bei Annegret Kramp-Karrenbauer wunderbar zu hören) der eher in Richtung sch gesprochen wird.

„V“ und „F“ werden zu einem „F“ zusammengezogen, weshalb „Vanessa“ wie „Fanessa“ gesprochen wird.

Dafür wird „Pf“ zu einem einfachen „P“. ( s.o. „Päär“)

Ein „R“ wird nur am Wortanfang gesprochen sonst wird ein Viertel „A“ (ich schreibe es (a)) draus, oder ein j:

draus= jaus, (ejaus), drin: jinn, (ejinn) fort= fo(a)tt

 

Vokale

Ein „A“ wird oft „O“. So handelt es sich bei einem „Brotfisch“ nicht um ein wie ein Fisch geformtes Bäckereierzeugnis, sondern um gebratenen Fisch: Brat-Fisch.

Dafür gibt es im Saarland kein geschlossenes „O“ (außer am Wortanfang: „Ofen“ „oder“ „Ober“)

Ein „O“ wird wie beim „Wort“, gesprochen und bei „offen“ offen gesprochen.

Ein „E“ am Wortende wird im Saarland nicht gesprochen.

Der Kleine ist „De Klään“. Der Große ist „de Grooß“, es sei den, es handelt sich um die Ehefrau. Dann wird sie wie die europaweit bekannte Supermarktkette, aber diesmal weiblich genannt: die Aldi...

Ein „I“ wird unerklärlicherweise hin und wieder „U“. Z.B. sagen viele Saarländer nicht „Fisch“ sondern „Fusch“.

Böse Zungen behaupten ja, es gäbe sowieso viel „Fusch“ im Saarland.

Das rührt wohl noch vom Bergbau her. Es heißt, die Bergarbeiter, als Allround Handwerker hätten sich Baumaterialien aller Art von der Grube mit genommen und in dem Wahn, ein guter Bergmann sei auch gleichzeitig Maurer-Schlosser-Heizungsbau-Gartenbau.

Schreiner-Elektriker-Betonbauer-Dachdecker und Installateur-Meister haben sie in ihren Gärten und an ihren Häusern an und umgebaut, dass es zu wahren Wunderwerken an krummen, jedenfalls merkwürdigen labyrinthartigen Verbauungen mit abenteuerlich verlegter Elektrik gekommen ist.

 

By the way

„Nehmen“ gibt es auch nicht im Saarland, das heisst immer „holen“.

Dicke können hier sogar „abholen“ (bitte nicht verwechseln mit „abgeholt werden“).

 

Doppelvokale

„Ei“. Ein „ei“ wird „Ä“ (das „Ä“ meist lang [:ää])

Ausnahme: Das Frühstücksei. Niemand im Saarland sagt, obwohl es logisch wäre: Früstücksä. Zugegeben: es würde ein wenig angeekelt klingen...

 

Au

Man kann natürlich mischen: uff e Fraa...die Beispiele können Sie sich ja selber machen.

Im Saarland sind Frauen sowieso nicht weiblich. Mehr wie so Sachen, Gegenstände (Haushaltsartikel).

 

Es/Ääs

Es heißt nicht „Sie sitzt do!“ sondern „Ääs/es huckt do!“

Kittelschürzendialektisch: „Frauen sind also neutr—äh—neutronen: “Aus diesem Grund fangen auch alle Frauennamen mit „es“ an: „Es Hilde“ „Es Merkels“ und „unser Sabine“ sogar mit zwei „s“.

 

Ebbes

Meine große Liebe war als ungarisch-niederländischer Jude, als Kind in diversen deutschen KZs, später aufgewachsen in Israel, natürlich nicht erbaut von der Idee, in Deutschland zu leben. Einmal hat er mich in Saarbrücken besucht und war fortan sehr angetan - auch von Saarbrücken und befand: „Das Saarland ist (noch) nicht Deutschland“. Für ihn war es sehr angenehm, wenn ich saarländisch mit ihm gesprochen habe. „Is en bissel wie jiddisch“ meinte er. Und das Wort „Ebbes“ ist es, aber (neudeutsch:) so was von! Ebenso wie „Mäde“ „scheen“ „net scheen“ „meschugge“

 

Geben

„Geben“ ist Teil der Saarländischen Grammatik. Im Saarland wird man nicht Lehrer! „Ma gebt Lehrer“.

Oder „mer gebt arbeitslos“ man kann auch „wiedisch gen“ (hochdeutsch: Wütig geben).

Merke: Saarländer werden nichts, sie geben etwas.

 

Haben, geben, geworden

Alle diese wichtigen Worte werden im Saarland wie die heilige Dreifaltigkeit auf drei, in diesem Fall drei Buchstaben zurückgeführt:

Haben wird „han“,

geben wird „gen“,

geworden wird „wor“.

„Han“ gehört wie im französischen („j´ai froid“) zur Grammatik: Dem Saarländer ist nicht kalt oder warm. Er „hat“ kalt oder warm.

 

 

Schales/Dibbelabbes

Dibbelabbes, ein Gericht aus roh gerappten „Krumbeere“ (= Kartoffeln), (in Kittelschürzenhochdeutsch: „roh gerapften Kartoffelen“), die dann in der Pfanne, natürlich mit verschiedenen Zutaten (Zwiebeln, Speck, Ei, Gewürze) gebacken werden. Nicht zu verwechseln mit (wie es in der Kölner Gegend so unanständig benannt wird) „Kartoffel-Puff“; welche es auch im Saarland gibt, die aber dort „Krumbeer-Pannekischelscher“ genannt werden.

Nein: Dibbelabbes wird im Ganzen in der Pfanne gewendet bis die Kartoffeln weich sind und alles aussieht wie „schon emol gess“.

Das Ganze im Backofen nennt man „Schales“. Es gibt auch Saarländer, die die Backofenzubereitung dieser Pampe „Dibbelabbes“ nennen und das Pfannengericht „Schales“. Ist ja auch egal…

Viele Wörter im Saarländischen sind der französischen Sprache entnommen. Immerhin hat das Saarland bis Ende 1956 zu Frankreich gehört. Als umkämpftes Grenzgebiet stand es im Laufe seiner jüngeren Geschichte zeitweise unter dem Einfluss Frankreichs oder dessen staatlicher Hoheit.

Province de la Sarre: 1680 bis 1697,

Département de la Sarre :1794/98 bis 1815,

Territoire du Bassin de la Sarre: 1920 bis 1935,

und als autonomer Staat: État Sarrois, 1947 bis 1956.

 

Und so wurde aus dem französischen Nationalfeiertag, 14. Juli französisch: „quatorze Juillet“ im Saarland: „de Kattaschullje“

Aus „chaiselongue“ (Sofa): „Schääselong“,

„rideau“ (Vorhang): „reddoa“,

„au dehors“ (außen): „oawese“ (im Saarland sind damit Essensreste gemeint),

---ENDE DER LESEPROBE---