Der Abschied der Roggenmuhme - Liselotte Riedel - E-Book

Der Abschied der Roggenmuhme E-Book

Liselotte Riedel

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Beschreibung

Die Roggenmuhme lebt in einer alten Scheune, die längst nicht mehr der Aufnahme von Getreide dient, sondern unter anderem auch ein Auto beherbergt. Der Besitzer, der keine Feldwirtschaft mehr betreibt, hat die Absicht, seinen Hof für Urlauber umzugestalten. Seine Frau und die kleine Tochter Inge sind darüber sehr unglücklich ...

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Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Liselotte Riedel

Der Abschied der Roggenmuhme

Eine moderne Fantasie

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Der Abschied der Roggenmuhme

Impressum neobooks

Der Abschied der Roggenmuhme

Die Roggenmuhme saß hoch oben im Gebälk der Scheune und baumelte mit den Beinen. In diesem Raum, der längst nicht mehr für die Aufbewahrung von Getreide genutzt wurde, herrschte immer noch der unverwechselbare Geruch nach Korn. Und die Roggenmuhme liebte diesen. Nur manchmal, wenn der Hofbesitzer, der jetzige, sein Auto durch das große Tor hineinfuhr, drangen einen Moment lang andere Gerüche zu ihr herauf. Sie waren der Roggenmuhme nicht fremd, da sie entfernt an die Traktoren erinnerten, die sie von den Erntearbeiten kannte. An den ersten Traktor, den sie zu Gesicht bekam, konnte sie sich noch gut erinnern. Aber lieb gewonnen hatte sie die metallenen Ungetüme nicht.

Die Roggenmuhme blickte auf ein sehr langes Dasein zurück, gegen das ein Menschenleben nur eine winzige Spanne betrug. Mit den ersten Getreidefeldern, die die Menschen anlegten, war auch die Roggenmuhme auf den Plan getreten. Natürlich konnte sie nicht allein alle Felder vor Schaden bewahren, aber es hatte ja auch nicht nur eine Roggenmuhme gegeben.

Draußen, und sie ging immer mittags nach draußen, wogten jetzt keine Kornfelder mehr, nur der unangenehm riechende Raps wurde überall angebaut. Der Hofbesitzer, die Roggenmuhme mochte ihn nicht Bauer nennen, sagte, das wäre wichtig, daraus könne man Energie herstellen. Man müsste mit der Zeit gehen.

Mit der Zeit gehen, das war auch so eine Redewendung, die die Roggenmuhme falsch gedeutet hatte. Sie glaubte, die jetzigen Besitzer des Hofes würden bald das Anwesen verlassen müssen, wie es ihre Vorgänger getan hatten. Aber nichts dergleichen geschah.