Inhalt
Impressum 2
Lyrische
Bilder 3
Die Stille 4
Der Deal 4
Amors Pfeil 5
Der Apfel aus dem Paradies 6
Bergfrieden 7
Die Mutter aller Fragen 10
Augenweiden 11
Tag und Nacht 14
Time! 14
Rastlos 15
Wahrhaftig 16
Der Sternenkönig 17
Das Salz im Meer 20
Der Abend 21
Ode an Greta 23
Wenn alles getan ist 24
Die Metamorphose der Liebe 25
Feierabend 27
Sei mir vertraut 29
Wie sage ich es? 30
Glück 31
Durch die Blume 32
Epische
Bilder und Balladen 34
Das letzte Hemd 35
Das große Geschenk (Adoption) 37
Unsere Väter 39
Das schönste Fest des Jahres 42
Seltsame Welt 46
Sehr sinnig 48
Die Mimik 53
Der Dichter 54
Schwein gehabt 59
Ein semantischer Unfall 61
Die guten alten Sprichwörter 63
Europa (Ballade) 65
Die hohe Vollversammlung 70
Die kosmischen Bausteine 76
Der Weg nach innen 80
Der Geist der 68er 86
Der neue Zeitgeist 90
Prosa 97
Ein Sommertag in meinem Dorf 98
Geschichten aus meiner Kindheit 102
Aushelfen auf dem Felde 105
Mein Großvater 108
Meine Großmutter 114
Nun das Gedicht (in Mundart): 116
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
© 2020 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99107-060-3
ISBN e-book: 978-3-99107-061-0
Lektorat: Katja Wetzel
Umschlagfotos: Valery Nosko,
Svetlana Alyuk | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Lyrische
Bilder
Die Stille
Wo ist die Stille, wo die Ruhe?
Versteckt in einer alten Truhe?
Damit der Lärm sie nicht verzehret,
bis irgendwer nach ihr begehret?
Wer sie begehrt, der muss sie suchen,
sie zeigt sich nur mehr selten,
Sie ist mit ihren leisen Schuhchen
schon längst in andren Welten.
In alten Zeiten, ja,
da war sie einfach da
und legte ihre sanfte Decke
auf alles, was da war.
Heut schafft es nicht einmal der Winter
mit seinem übergroßen Tuch.
Ich komme nicht dahinter,
mir ist, als wär’s ein Fluch.
Der Deal
Wer etwas will, der zahlt dafür.
Der Wert bestimmt den Preis.
Ein Deal ist immer angemessen,
auch wenn man’s später besser weiß.
Wer nachher jammern will und klagen,
der scheint mir recht verdreht.
Man muss sich vorher fragen,
wohin die Reise geht.
Amors Pfeil
Es streiten sich die Geister,
ob es das wirklich gibt,
dass man nach einem Blick
schon einen Menschen liebt.
Nur wer’s erlebt hat, wird es wissen,
der andere vielleicht vermissen.
Wohl dem, der so die Liebe spürte,
und fast das Himmelstor berührte.
Die Liebe ist das Schönste,
was je aus einem Herzen dringt.
Ein wundersames Glas,
aus dem man gerne trinkt.
Es wird nur allzu oft erwartet,
dass dieser Zustand bleibt,
und dann ganz ohne Zutun,
von selbst Geschichte schreibt.
Wer Liebe also falsch versteht
und sie nicht hegt und pflegt,
dem ist sie wie ein Blatt,
das rasch im Wind verweht.
Kein Sturm kann sie verwehen,
wenn beide mit dem Herzen sehen.
Das will nur nicht von selbst gelingen,
es müssen beide darum ringen.
Der Apfel aus dem Paradies
Wir haben schon in alten Zeiten
auf freche Weis versucht,
das Wissen auszuweiten
und wurden dann verflucht.
Der Apfel, eigentlich nur angebissen,
de facto kaum verzehrt,
vermittelte trotzdem ein Wissen,
mit dem der Mensch Balancen stört.
So ist es regelrecht ein Segen,
dass wir nicht noch mehr wissen.
Wir würden wohl den „großen Bär“ erlegen
und am Saturn die Fahne hissen.
Bergfrieden
So sehr sich Städter auch bemühen,
mondän und elegant zu sein,
sie wollen doch der Stadt entfliehen,
und sich von ihrem Dunst befrei ’n.
In ihr hat Ruhe keine Heimat
und auch Geduld will hier nicht sein.
Nur der, der wenig Zeit hat,
der passt in sie hinein.
Geplagt vom Lärm, den sie hervorruft,
gereizt vom Atem, den sie hat,
wird eine Stimme in mir lauter,
ruft nach dem Wanderstab.
Dann zieht’s mich raus zu meinem Berg,
zu ihm, der in der Landschaft thront.
Ich mache mich sogar zum Zwerg,
damit der Weg sich doppelt lohnt.
Je näher ich ihm komme,
so schneller wird mein Schritt.
Den Einlass kaum erbeten,
umarmt mich schon der Hain,
der Tann durchdringt die Lunge,
macht meine Sinne rein.
Ich steige hoch an seiner schroffen Büste,
bis in sein krauses Haar,
seh’ weit entfernt die Häuserwüste,
in der ich eben war.
Nun spüre ich die Ruhe,
mein Blick wird hell und klar,
ich habe mich gefunden –
Die Welt ist wunderbar!
Ich schau entzückt auf seine Kinder,
die friedlich in der Landschaft liegen,
sehe entfernt die weiß bedeckten Brüder –
zu ihnen möchte ich fliegen.
Das Glück genießend –
hier ist der rechte Ort –
erschweige ich mein Dasein,
entsage jedem Wort.
Hör’ gern das Plätschern kleiner Quellen,
das Rauschen, das aus Wipfeln dringt,
bewundere den Milan,
wenn er sich stolz nach oben schwingt.
Wie gern würd’ ich noch bleiben,
es liegt sich gut in seiner Näh’.
Es neiget bloß der Tag sich,
er schmilzt wie Frühlingsschnee.
Der Tann wird stetig dunkler,
die Nebel steigen hoch,
der Wald wird immer stiller,
wie lange darf ich noch?
Ich weiß, der Abend rückt nun näher,
nehm’ es nur zögernd wahr;
möcht kindhaft trotzig halten,
was mir so wichtig war.
Doch sieh: Ein Vogel fliegt zum Neste,
er zeigt mir, wie es geht.
Man muss vom Glück sich lösen,
auch wenn man’s nicht versteht.
Die Mutter aller Fragen
Zwei Kräfte glauben, sie hätten was zu sagen,
zur großen Frage aller Fragen.
Sie wüssten, was die Antwort wäre
und gaben sich schon oft die Ehre.
Die eine Kraft, sie nennt sich Alma Mater,
erblickt im Urknall den Beginn;
die andere, mit dem Gottvater,
erkennt im Zufall keinen Sinn.
Konkret gesagt, auch unter größtem Zwang,
kann ich dem Urknall nichts entringen,
bin mehr geneigt bei Glockenklang
ein Kirchenlied zu singen.
Die Neigung ist natürlich nicht Gewissheit,
ich bin mir dessen wohl bewusst,
doch auch der Gegenspieler sucht Beweise,
und bliebe besser still und leise.
Nicht, dass die Toten ich beneide,
doch wissen die, was ich nicht weiß.
Und das, womit ich mich bescheide,
macht den Diskurs so heiß.
So wird, wer lebt, wohl nie erfahren,
woraus zeitlebens er getrunken.
Die Antwort – schüchtern wie ein Reh –
zeigt sich, wenn ich zur Quelle geh.
Augenweiden
Ich liebe es, an einem Platz zu sein,
wo Rosen blüh’n und Orchideen.
Hier kann mein Auge sich erfreuen,
sie sind so herrlich anzusehen.
Die Blumen eigentlich ganz generell
erfreuen mich mit ihren Blüten.
Manch eine ist umrankt sogar
mit wundersamen Mythen.
Die eine wirkt verstohlen,
lässt sich nicht gern berühren.
Die andre, recht unverhohlen,
als wollt’ sie mich verführen.
Oft wird die schönste aller Schönen
sehr lange nicht entdeckt,
weil sie sich scheu und schüchtern
hinter den anderen versteckt.
Wenn sie im Wind sich wiegen,
die Blüten in den Himmel strecken,
dann spür ich, wie sie das Vergnügen,
zu leben, in mir wecken.
Wer kann den Reizen widerstehen,
achtlos daran vorübergehen?
Ich kann es nicht, ich bleibe stehen,
ich muss sie riechen, fühlen, sehen.
Die Blume aber ist nur ein Aspekt,
der meine Lebensfreude weckt.
Die Anmut, die ich meine,
haben die Blumen das, alleine?
Sind Mädchen nicht den Blumen gleich,
in Wesen, Wirkung und Gestalt?
Sie machen auch das Leben reich,
und sind mit Anmut gut bestallt.
Ich liebe es, an einem Ort zu sein,
wo Mädchen sind und junge Frauen.
Hier kann mein Auge sich erfreuen,
sie sind so herrlich anzuschauen.
Oft hat die holde Weiblichkeit –
auch wenn nur zart bedeckt –
gar nicht so sehr Begehrlichkeit,
als Lebenslust in mir geweckt.
Die eine wirkt verstohlen,
lässt sich nicht gern berühren.
Die andre, recht unverhohlen,
als wollt sie mich verführen.
Oft wird die schönste aller Schönen
sehr lange nicht entdeckt,
weil sie sich scheu und schüchtern
hinter den anderen versteckt.
Wenn sie im Tanz sich wiegen,
die Hände in den Himmel strecken,
dann spür ich, wie sie das Vergnügen,
zu leben, in mir wecken.
Wer kann den Reizen widerstehen,
achtlos daran vorübergehen?
Ich kann es nicht, ich bleibe stehen,
ich muss sie riechen, fühlen, sehen.
Ob Blumen oder Mädchen,
sie sind mir beide lieb und wert.
Als frischer Quell der Freude
von mir geschätzt und auch verehrt.
Tag und Nacht
Der Morgen hat die Nacht erschlagen
und alles, was ich träumte, weggetragen.
Nun will er gar, dass ich ihm danke
und liebevoll sein Haupt umranke.
Ich aber bin ihm gram,
dass er so ungestüm des Weges kam.
Wär gerne noch im Traum geblieben,
hätt’ er mich nicht ins Jetzt getrieben.
Zu allem Übel wird es laut und heller
und alles, was noch ruhte, wird jetzt schneller.
Kann nicht mehr halten, was so schön war,
denn Glück und Träume sind nicht dehnbar.
Fühl mich zutiefst betrogen.
Zu dem, was kommt, nicht hingezogen.
Time!
All das, was heut alltäglich,
kann morgen kostbar sein.
Die Menschheit scheitert kläglich,
fällt ihr nicht bald was Gutes ein.
Die Gletscher werden kleiner,
der Meeresspiegel steigt,
es kennt die Folgen keiner,
weil man sie gern verschweigt.
Die Stürme werden stärker,
die Fluten nehmen zu,
die Heimat wird zum Kerker
und Müll kommt noch hinzu.
Die Arten sind im Schwinden,
im Großen und im Kleinen.
Mit nichts ist zu begründen,
wenn Kinder Hungers weinen.
Noch plaudern wir ganz munter,
doch nicht mehr allzu lange.
Wir gehen mit Fanfaren unter.
Es ist zu viel im Schwange.
Was wir in Wahrheit nicht ertragen,
sind wir, für uns allein.
Wir werden nicht mehr lange klagen,
wir werden bald nicht sein.
Rastlos
Wenn immer ich wo hinkam,
war ich schon wieder fort.
Ich fand nicht, was ich suchte,
egal an welchem Ort.
Der Weg war immer steinig
und längst nicht wie erträumt.
Was hat sich nicht schon alles
in mir sich aufgebäumt.
Ich suchte, aber fand nicht,
den heiß ersehnten Ort.
Wozu noch länger suchen?
Er lebt ja nur im Wort.
Wahrhaftig
Wenn viele Menschen sich begegnen,
dann kann es reichlich Worte regnen.
Sehr häufig sind die kleinen Geister
im Plappern große Meister.
Sie denken wenig, reden viel,
vernebeln Fakten und das Ziel,
und füttern fleißig Attitüden,
sodass die großen Geister schnell ermüden.
Die großen Geister aber, die sind leise.
Wer ständig plappert, ist nicht weise.
Sie lauschen mehr, als dass sie fragen,
sie haben aber trotzdem was zu sagen.
Sie werden nur nicht gern gehört,
weil es die kleinen Geister stört.
Wahrhaftig aber ist, wer sagt, was ist
und sich nicht an der Menge misst.
Die Wahrheit braucht der Worte wenig.
Wer sie erkennt, macht sich zum König.
Der Sternenkönig
Die Flügel voll entfaltet,
so steh’ ich heut vor dir.
Das Glück scheint längst erkaltet.
Es leuchtet nichts in dir.
Wo Glück ist, strahlen Lichter!
So stell ich mir das vor.
Der Alltag, der ist schlichter,
da lodert nichts empor.
Für jedes Glück gibt’s einen Stern,
es leuchten Abermillionen.
Ich würde für mein Leben gern
in ihrer Mitte wohnen.
Wohlan, nun flieg ich zu den Sternen,
vielleicht nie mehr zurück.
Will aber nicht von ihnen lernen,
wiewohl, wo Licht ist, ist auch Glück.
Der Flügelschlag ging hoch empor,
ließ alles hinter mir verschwinden
und hinter einem großen Tor,
da sollte ich mein Glück dann finden.
Da waren sie, die hellen Sterne,
doch dunkle auch und nicht zu wenig.
Und da! Aus nicht zu großer Ferne,
da winkte mir ein König.
Stolz blickte er auf seine Sterne,
die dunklen und die hellen
und eine Melodie erklang, wie die
des Meeres und der Liebe Wellen.
Die Melodie verschlang die Strahlen,
nun waren alle Sterne gleich.
Und aus dem Licht, dem fahlen,
schimmerte der Mond, ganz bleich.