Der eingebildete Schwan - Karlheinz Stöflin - E-Book

Der eingebildete Schwan E-Book

Karlheinz Stöflin

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Beschreibung

Der Autor war guten Büchern schon in seiner Jugend sehr zugetan. Später empfand er das Lesen sogar als wohltuenden Ausgleich zum beruflichen Alltag. Er hat bis vor wenigen Jahren nicht daran gedacht, selbst ein Buch zu schreiben und war überrascht, wie leicht ihm alles aus der Feder kam, als er sein erstes Werk verfasste. Neben zwei erschienenen Werken hat er nun auch Gedichte auf Papier gebracht und es scheint, als wenn der Quell der Poesie ihm nicht versiegen würde. In diesem Gedichtband behandelt der Autor ein großes Spektrum an Themen des täglichen Lebens, ein Spektrum, das nicht nur in die komplexe Gedankenwelt des Autors blicken lässt, sondern auch zum Nachdenken anregen möchte. Der Autor nimmt sich unterschiedlichster Themen an und verwandelt sie in wundervolle Texte.

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Seitenzahl: 96

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Impressum 2

Lyrische Bilder 3

Die Stille 4

Der Deal 4

Amors Pfeil 5

Der Apfel aus dem Paradies 6

Bergfrieden 7

Die Mutter aller Fragen 10

Augenweiden 11

Tag und Nacht 14

Time! 14

Rastlos 15

Wahrhaftig 16

Der Sternenkönig 17

Das Salz im Meer 20

Der Abend 21

Ode an Greta 23

Wenn alles getan ist 24

Die Metamorphose der Liebe 25

Feierabend 27

Sei mir vertraut 29

Wie sage ich es? 30

Glück 31

Durch die Blume 32

Epische Bilder und Balladen 34

Das letzte Hemd 35

Das große Geschenk (Adoption) 37

Unsere Väter 39

Das schönste Fest des Jahres 42

Seltsame Welt 46

Sehr sinnig 48

Die Mimik 53

Der Dichter 54

Schwein gehabt 59

Ein semantischer Unfall 61

Die guten alten Sprichwörter 63

Europa (Ballade) 65

Die hohe Vollversammlung 70

Die kosmischen Bausteine 76

Der Weg nach innen 80

Der Geist der 68er 86

Der neue Zeitgeist 90

Prosa 97

Ein Sommertag in meinem Dorf 98

Geschichten aus meiner Kindheit 102

Aushelfen auf dem Felde 105

Mein Großvater 108

Meine Großmutter 114

Nun das Gedicht (in Mundart): 116

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2020 novum publishing

ISBN Printausgabe: 978-3-99107-060-3

ISBN e-book: 978-3-99107-061-0

Lektorat: Katja Wetzel

Umschlagfotos: Valery Nosko,

Svetlana Alyuk | Dreamstime.com

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

www.novumverlag.com

Lyrische Bilder

Die Stille

Wo ist die Stille, wo die Ruhe?

Versteckt in einer alten Truhe?

Damit der Lärm sie nicht verzehret,

bis irgendwer nach ihr begehret?

Wer sie begehrt, der muss sie suchen,

sie zeigt sich nur mehr selten,

Sie ist mit ihren leisen Schuhchen

schon längst in andren Welten.

In alten Zeiten, ja,

da war sie einfach da

und legte ihre sanfte Decke

auf alles, was da war.

Heut schafft es nicht einmal der Winter

mit seinem übergroßen Tuch.

Ich komme nicht dahinter,

mir ist, als wär’s ein Fluch.

Der Deal

Wer etwas will, der zahlt dafür.

Der Wert bestimmt den Preis.

Ein Deal ist immer angemessen,

auch wenn man’s später besser weiß.

Wer nachher jammern will und klagen,

der scheint mir recht verdreht.

Man muss sich vorher fragen,

wohin die Reise geht.

Amors Pfeil

Es streiten sich die Geister,

ob es das wirklich gibt,

dass man nach einem Blick

schon einen Menschen liebt.

Nur wer’s erlebt hat, wird es wissen,

der andere vielleicht vermissen.

Wohl dem, der so die Liebe spürte,

und fast das Himmelstor berührte.

Die Liebe ist das Schönste,

was je aus einem Herzen dringt.

Ein wundersames Glas,

aus dem man gerne trinkt.

Es wird nur allzu oft erwartet,

dass dieser Zustand bleibt,

und dann ganz ohne Zutun,

von selbst Geschichte schreibt.

Wer Liebe also falsch versteht

und sie nicht hegt und pflegt,

dem ist sie wie ein Blatt,

das rasch im Wind verweht.

Kein Sturm kann sie verwehen,

wenn beide mit dem Herzen sehen.

Das will nur nicht von selbst gelingen,

es müssen beide darum ringen.

Der Apfel aus dem Paradies

Wir haben schon in alten Zeiten

auf freche Weis versucht,

das Wissen auszuweiten

und wurden dann verflucht.

Der Apfel, eigentlich nur angebissen,

de facto kaum verzehrt,

vermittelte trotzdem ein Wissen,

mit dem der Mensch Balancen stört.

So ist es regelrecht ein Segen,

dass wir nicht noch mehr wissen.

Wir würden wohl den „großen Bär“ erlegen

und am Saturn die Fahne hissen.

Bergfrieden

So sehr sich Städter auch bemühen,

mondän und elegant zu sein,

sie wollen doch der Stadt entfliehen,

und sich von ihrem Dunst befrei ’n.

In ihr hat Ruhe keine Heimat

und auch Geduld will hier nicht sein.

Nur der, der wenig Zeit hat,

der passt in sie hinein.

Geplagt vom Lärm, den sie hervorruft,

gereizt vom Atem, den sie hat,

wird eine Stimme in mir lauter,

ruft nach dem Wanderstab.

Dann zieht’s mich raus zu meinem Berg,

zu ihm, der in der Landschaft thront.

Ich mache mich sogar zum Zwerg,

damit der Weg sich doppelt lohnt.

Je näher ich ihm komme,

so schneller wird mein Schritt.

Den Einlass kaum erbeten,

umarmt mich schon der Hain,

der Tann durchdringt die Lunge,

macht meine Sinne rein.

Ich steige hoch an seiner schroffen Büste,

bis in sein krauses Haar,

seh’ weit entfernt die Häuserwüste,

in der ich eben war.

Nun spüre ich die Ruhe,

mein Blick wird hell und klar,

ich habe mich gefunden ­–

Die Welt ist wunderbar!

Ich schau entzückt auf seine Kinder,

die friedlich in der Landschaft liegen,

sehe entfernt die weiß bedeckten Brüder –

zu ihnen möchte ich fliegen.

Das Glück genießend –

hier ist der rechte Ort –

erschweige ich mein Dasein,

entsage jedem Wort.

Hör’ gern das Plätschern kleiner Quellen,

das Rauschen, das aus Wipfeln dringt,

bewundere den Milan,

wenn er sich stolz nach oben schwingt.

Wie gern würd’ ich noch bleiben,

es liegt sich gut in seiner Näh’.

Es neiget bloß der Tag sich,

er schmilzt wie Frühlingsschnee.

Der Tann wird stetig dunkler,

die Nebel steigen hoch,

der Wald wird immer stiller,

wie lange darf ich noch?

Ich weiß, der Abend rückt nun näher,

nehm’ es nur zögernd wahr;

möcht kindhaft trotzig halten,

was mir so wichtig war.

Doch sieh: Ein Vogel fliegt zum Neste,

er zeigt mir, wie es geht.

Man muss vom Glück sich lösen,

auch wenn man’s nicht versteht.

Die Mutter aller Fragen

Zwei Kräfte glauben, sie hätten was zu sagen,

zur großen Frage aller Fragen.

Sie wüssten, was die Antwort wäre

und gaben sich schon oft die Ehre.

Die eine Kraft, sie nennt sich Alma Mater,

erblickt im Urknall den Beginn;

die andere, mit dem Gottvater,

erkennt im Zufall keinen Sinn.

Konkret gesagt, auch unter größtem Zwang,

kann ich dem Urknall nichts entringen,

bin mehr geneigt bei Glockenklang

ein Kirchenlied zu singen.

Die Neigung ist natürlich nicht Gewissheit,

ich bin mir dessen wohl bewusst,

doch auch der Gegenspieler sucht Beweise,

und bliebe besser still und leise.

Nicht, dass die Toten ich beneide,

doch wissen die, was ich nicht weiß.

Und das, womit ich mich bescheide,

macht den Diskurs so heiß.

So wird, wer lebt, wohl nie erfahren,

woraus zeitlebens er getrunken.

Die Antwort – schüchtern wie ein Reh –

zeigt sich, wenn ich zur Quelle geh.

Augenweiden

Ich liebe es, an einem Platz zu sein,

wo Rosen blüh’n und Orchideen.

Hier kann mein Auge sich erfreuen,

sie sind so herrlich anzusehen.

Die Blumen eigentlich ganz generell

erfreuen mich mit ihren Blüten.

Manch eine ist umrankt sogar

mit wundersamen Mythen.

Die eine wirkt verstohlen,

lässt sich nicht gern berühren.

Die andre, recht unverhohlen,

als wollt’ sie mich verführen.

Oft wird die schönste aller Schönen

sehr lange nicht entdeckt,

weil sie sich scheu und schüchtern

hinter den anderen versteckt.

Wenn sie im Wind sich wiegen,

die Blüten in den Himmel strecken,

dann spür ich, wie sie das Vergnügen,

zu leben, in mir wecken.

Wer kann den Reizen widerstehen,

achtlos daran vorübergehen?

Ich kann es nicht, ich bleibe stehen,

ich muss sie riechen, fühlen, sehen.

Die Blume aber ist nur ein Aspekt,

der meine Lebensfreude weckt.

Die Anmut, die ich meine,

haben die Blumen das, alleine?

Sind Mädchen nicht den Blumen gleich,

in Wesen, Wirkung und Gestalt?

Sie machen auch das Leben reich,

und sind mit Anmut gut bestallt.

Ich liebe es, an einem Ort zu sein,

wo Mädchen sind und junge Frauen.

Hier kann mein Auge sich erfreuen,

sie sind so herrlich anzuschauen.

Oft hat die holde Weiblichkeit –

auch wenn nur zart bedeckt –

gar nicht so sehr Begehrlichkeit,

als Lebenslust in mir geweckt.

Die eine wirkt verstohlen,

lässt sich nicht gern berühren.

Die andre, recht unverhohlen,

als wollt sie mich verführen.

Oft wird die schönste aller Schönen

sehr lange nicht entdeckt,

weil sie sich scheu und schüchtern

hinter den anderen versteckt.

Wenn sie im Tanz sich wiegen,

die Hände in den Himmel strecken,

dann spür ich, wie sie das Vergnügen,

zu leben, in mir wecken.

Wer kann den Reizen widerstehen,

achtlos daran vorübergehen?

Ich kann es nicht, ich bleibe stehen,

ich muss sie riechen, fühlen, sehen.

Ob Blumen oder Mädchen,

sie sind mir beide lieb und wert.

Als frischer Quell der Freude

von mir geschätzt und auch verehrt.

Tag und Nacht

Der Morgen hat die Nacht erschlagen

und alles, was ich träumte, weggetragen.

Nun will er gar, dass ich ihm danke

und liebevoll sein Haupt umranke.

Ich aber bin ihm gram,

dass er so ungestüm des Weges kam.

Wär gerne noch im Traum geblieben,

hätt’ er mich nicht ins Jetzt getrieben.

Zu allem Übel wird es laut und heller

und alles, was noch ruhte, wird jetzt schneller.

Kann nicht mehr halten, was so schön war,

denn Glück und Träume sind nicht dehnbar.

Fühl mich zutiefst betrogen.

Zu dem, was kommt, nicht hingezogen.

Time!

All das, was heut alltäglich,

kann morgen kostbar sein.

Die Menschheit scheitert kläglich,

fällt ihr nicht bald was Gutes ein.

Die Gletscher werden kleiner,

der Meeresspiegel steigt,

es kennt die Folgen keiner,

weil man sie gern verschweigt.

Die Stürme werden stärker,

die Fluten nehmen zu,

die Heimat wird zum Kerker

und Müll kommt noch hinzu.

Die Arten sind im Schwinden,

im Großen und im Kleinen.

Mit nichts ist zu begründen,

wenn Kinder Hungers weinen.

Noch plaudern wir ganz munter,

doch nicht mehr allzu lange.

Wir gehen mit Fanfaren unter.

Es ist zu viel im Schwange.

Was wir in Wahrheit nicht ertragen,

sind wir, für uns allein.

Wir werden nicht mehr lange klagen,

wir werden bald nicht sein.

Rastlos

Wenn immer ich wo hinkam,

war ich schon wieder fort.

Ich fand nicht, was ich suchte,

egal an welchem Ort.

Der Weg war immer steinig

und längst nicht wie erträumt.

Was hat sich nicht schon alles

in mir sich aufgebäumt.

Ich suchte, aber fand nicht,

den heiß ersehnten Ort.

Wozu noch länger suchen?

Er lebt ja nur im Wort.

Wahrhaftig

Wenn viele Menschen sich begegnen,

dann kann es reichlich Worte regnen.

Sehr häufig sind die kleinen Geister

im Plappern große Meister.

Sie denken wenig, reden viel,

vernebeln Fakten und das Ziel,

und füttern fleißig Attitüden,

sodass die großen Geister schnell ermüden.

Die großen Geister aber, die sind leise.

Wer ständig plappert, ist nicht weise.

Sie lauschen mehr, als dass sie fragen,

sie haben aber trotzdem was zu sagen.

Sie werden nur nicht gern gehört,

weil es die kleinen Geister stört.

Wahrhaftig aber ist, wer sagt, was ist

und sich nicht an der Menge misst.

Die Wahrheit braucht der Worte wenig.

Wer sie erkennt, macht sich zum König.

Der Sternenkönig

Die Flügel voll entfaltet,

so steh’ ich heut vor dir.

Das Glück scheint längst erkaltet.

Es leuchtet nichts in dir.

Wo Glück ist, strahlen Lichter!

So stell ich mir das vor.

Der Alltag, der ist schlichter,

da lodert nichts empor.

Für jedes Glück gibt’s einen Stern,

es leuchten Abermillionen.

Ich würde für mein Leben gern

in ihrer Mitte wohnen.

Wohlan, nun flieg ich zu den Sternen,

vielleicht nie mehr zurück.

Will aber nicht von ihnen lernen,

wiewohl, wo Licht ist, ist auch Glück.

Der Flügelschlag ging hoch empor,

ließ alles hinter mir verschwinden

und hinter einem großen Tor,

da sollte ich mein Glück dann finden.

Da waren sie, die hellen Sterne,

doch dunkle auch und nicht zu wenig.

Und da! Aus nicht zu großer Ferne,

da winkte mir ein König.

Stolz blickte er auf seine Sterne,

die dunklen und die hellen

und eine Melodie erklang, wie die

des Meeres und der Liebe Wellen.

Die Melodie verschlang die Strahlen,

nun waren alle Sterne gleich.

Und aus dem Licht, dem fahlen,

schimmerte der Mond, ganz bleich.