Der Fehdebrief - Guido Schroeder - E-Book

Der Fehdebrief E-Book

Guido Schroeder

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Beschreibung

Das Rheinland im 13. Jahrhundert. Eine spannende Zeit, geprägt von Willkür, Ungerechtigkeiten und Gewalt. In dieser Zeit wächst Stephan auf. Ein scheinbar normaler Junge in einem Dorf. Er wird im Alter von sieben Jahren aus der Geborgenheit seiner Familie gerissen. Mit den letzten Worten seines Vaters wird ihm bewusst, dass er sich doch von den anderen Dorfjungen unterscheidet und es beginnt für ihn ein neues, unvorstellbar hartes Leben und die Suche nach der Wahrheit.

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Seitenzahl: 254

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Guido Schroeder

Der Fehdebrief

ePub Edition

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Kapitel 1 - Der Überfall

Kapitel 2 - Entführt

Kapitel 3 - Burg Worringen

Kapitel 4 - Arnulf

Kapitel 5 - Der Plan

Kapitel 6 - Der Sohn des Schmieds

Kapitel 7 - Angriff auf die Burg

Kapitel 8 - Rache

Kapitel 9 - Keine Gnade

Kapitel 10 - Verlust

Kapitel 11 - Verjagt

Kapitel 12 - Köln

Kapitel 13 - Für Overstolzen

Kapitel 14 - Die Schlacht von Worringen

Kapitel 15 - Eine Frau, ein Mann

Kapitel 16 - Gerard de Miletto

Kapitel 17 - Gerechtigkeit?

Anmerkung des Autors

Impressum neobooks

Prolog

Fast sechzehn Jahre ... fünfzehn Jahre und sieben Monate, um genau zu sein. Endlich war es so weit. Stephan stand vor einem unscheinbaren Geschäftshaus im Geschäftsviertel von Trier. 

Er hatte einen Großteil seiner Energie in die Suche nach diesem Ort, oder besser, diesem bestimmten Mann gesteckt. Aber nun hatten ihn seine Bemühungen endlich ans Ziel gebracht. Das hoffte Stephan jedenfalls. Eigentlich wusste er nicht genau, was ihn hier erwartete, aber er musste einfach endlich Gewissheit haben. 

Er hatte in den vergangenen Jahren mehr Leid erlebt, mehr Schlachten geschlagen, mehr Entbehrungen erlebt und vor allem mehr Zweifel in seinem Herzen getragen als manche Dörfer, die er kannte, in einer Generation zusammen genommen. 

Und das alles immer mit diesem Namen im Hinterkopf. Was konnte ihm dieser Mann über sich und seinen Vater erzählen? Was war an diesem Mann so wichtig, dass sein Vater ihn mit seinem letzten Atemzug erwähnt hatte? Gerard de Miletto. Wenn er so darüber nachdachte, war seit dem Tode seines Vaters wohl kein Tag in seinem Leben vergangen, an dem ihm dieser Name nicht ins Bewusstsein gedrungen war. Er hatte Jahre mit der Suche nach ihm verbracht, war seinetwegen durch das halbe Reich gereist, immer und immer wieder hatte er Rückschläge erlitten, musste bestechen, einbrechen, ja sogar töten, um seinem Ziel näher zu kommen. 

Aber nun endlich hatte er es geschafft, es konnte nicht anders sein, er musste es einfach sein. In diesem verdammten Geschäftshaus mussten die Antworten auf all seine Fragen liegen. Stephans Hände begannen zu schwitzen und das Atmen fiel ihm schwer. So in etwa erging es ihm in seinen ersten Schlachten, damals noch als Fußsoldat, oder als er zum ersten Mal mit einer Frau das Bett teilte. Aber so hatte er schon ewig nicht mehr empfunden. Er hatte Angst vor dem, was ihn hinter dieser Tür erwartete. 

Die vielen Leute um ihn herum begannen schon, ihn misstrauisch anzuschauen. Also, was war so schwer, ein einfaches Geschäftshaus zu betreten? Stephan überlegte kurz, ob er anklopfen sollte, verwarf diesen Gedanken jedoch sofort wieder und trat ein.

Kapitel 1 - Der Überfall

Es war einer von diesen Träumen, bei denen man weiß, dass man träumt, aber Einfluss darauf nehmen kann man nicht. Stephan stand auf dem Feld und hatte das Gefühl, sich mit den Krähen in die Lüfte zu erheben. Er genoss diese Art von Träumen, dieses Gefühl, zu fliegen. Ein bis zweimal im Jahr hatte er so einen Traum.  

Aber irgendwas war dieses Mal anders. Normalerweise flog er der schweren Arbeit davon, weg über die riesigen Waldgebiete, entlang des glitzernden Verlaufes der Rur, nur um sich später wieder an seinem Arbeitsplatz niederzulassen und unbemerkt in das Haus seiner Mutter zurückzukehren. Diesmal wurde die Luft dünner, als er flog, er bekam schlecht Luft. So dünn, dass er befürchtete, er müsse landen, als er plötzlich ein heftiges Rütteln verspürte. 

Er blickte in das erschrockene Gesicht seines Vaters, die Atemnot war immer noch da, und jetzt begann es auch, in seinen Augen zu beißen. Panik erfasste ihn. Es war kein Traum mehr, er war nicht in seinem Traum dabei erwischt worden, wie er seiner Arbeit fern blieb. Hier drohte reale Gefahr. Sein allmächtiger Vater, der immer, wenn er denn da war, alles im Griff zu haben schien, brüllte ihn stumm an. Langsam kamen zu den Lippenbewegungen entsprechende Worte, als sich die Schlaftrunkenheit mit einem Mal in Luft auflöste. 

.....„Feuer, du musst sofort raus, ich hole deine Schwester“..., und schon war er verschwunden. Panik und Atemnot zwangen Stephan von seinem Lager. Heiß war es. Sehr heiß, die Sicht verschlechterte sich, der Rauch wurde dichter, das Atmen fiel schwerer. Er tastete sich in die Richtung, in die er den Ausgang vermutete, kam kurz auf die Beine und stolperte sofort wieder, rappelte sich wieder auf und stieß mit seinem Vater zusammen, der seine dreijährige Schwester auf dem Arm trug. Sein Vater drehte ihn und stieß ihn voran durch den nächsten Durchgang, hinter dem es bedrohlich hell war. Er vertraute seinem Vater, dass dies der einzige Weg aus dem Verderben sein würde. Wenn Stephan bis gerade dachte, dass es nicht mehr schlimmer werden konnte, so wurde er nun eines Besseren belehrt. Der Rauch brannte in seiner Lunge, als ob er das Feuer selbst einatmete. Doch die Vertrautheit dieser Umgebung und die damit verbundene Erkenntnis, dass sie dem rettenden Ausgang sehr nahe waren, gaben ihm die Kraft, die letzten Meter hinter sich zu bringen. 

Als er den Ausgang erreichte, ertönte hinter ihm ein Geräusch, eine Art Krachen, gefolgt von einem kurzen Schrei. Stephan drehte sich um und erstarrte vor Schreck. Sein Vater und seine kleine Schwester waren schon so gut wie in Sicherheit, als sich ein Dachbalken löste und die beiden halb unter sich begrub. Er wollte hinein und den beiden zur Hilfe eilen, doch sein Vater gebot ihm mit einer Geste und einem Blick, die ihm das Mark in den Knochen gefrieren ließen, Einhalt. Er war nur zwei, drei Schritte entfernt und war doch machtlos. Er musste zusehen, wie das Feuer am Nachtkleid seiner Schwester entlang züngelte. Ein schmorender Balken hatte seinen Vater in Höhe des Rückgrates am Boden festgenagelt und seine Schwester wahrscheinlich schon mit seinem Gewicht erschlagen ...hoffentlich. 

Doch sein Vater, ein Vorbild an Kraft und Mut, wie es nur ein außergewöhnlicher Mann seinem siebenjährigen Sohn sein kann, lebte noch. Stephan begriff immer noch nicht so richtig, was hier vor sich ging. Angst schnürte ihm die Kehle zu. 

„STEPHAN!....STEEEPHAAAN!“, drang es an sein Ohr, und er wurde wieder etwas weiter in die Wirklichkeit zurückgerissen. Wie lange sollte diese Qual noch weitergehen? Er wollte nichts weiter, als ohnmächtig zusammensinken, um sich diesen schrecklichen Gefühlen in nie gekanntem Ausmaß zu entziehen. Doch diese kurze Zeitspanne schien unendlich. 

„STEPHAN, hör mir zu!“ Es war der reine Alptraum, er konnte das Gesicht seines Vaters durch die Flammen kaum noch erkennen und musste ein Stück zurückweichen, als er merkte wie seine Haare versengt wurden. 

„Stephan, schwör mir: Sprich mit Gerard de Miletto“, hörte er seinen Vater rufen, bevor ein Knallen und das grelle Licht der Flammen seinen Vater verschlang.

Eine Welt brach für Stephan zusammen. Rückwärts fallend, hustend und nahezu blind versuchte er, sich vor den gefährlichen Flammen in Sicherheit zu bringen. Er schaffte es, sich in einiger Entfernung in den Schlamm zu verkriechen, um wieder zu Atem zu gelangen. 

Nicht nur das Haus seiner Eltern stand lichterloh in Flammen. Einige andere Häuser teilten dasselbe Schicksal, und auf den schlammigen Pfaden vor den Hütten bot sich ihm ein Bild des Schreckens. Soldaten liefen, laut grölend, Keulen schwingend zwischen den Hütten umher und richteten unter seinen Nachbarn und Freunden ein Blutbad an. Er beobachtete gerade, wie sein bester Freund Michael etwa 15 Schritte von ihm entfernt völlig abwesend aus seiner Hütte taumelte und wollte helfen, als ein halb bekleideter Soldat, fluchend hinter Michael aus der Hütte trat und ihm mit einem Streitkolben den Schädel zerschmetterte. Ein zweiter Soldat folgte ihm, rief ein paar Worte, die Stephan nicht verstand, und hielt sich daraufhin vor Lachen den Bauch. 

Irgendetwas passierte zu diesem Zeitpunkt mit Stephan. Vielleicht gibt es einen Punkt, an dem ein siebenjähriger Junge die Wirklichkeit verdrängt, wenn sie so grausam ist, dass sie selbst gestandene Männer um den Verstand bringen kann. Dass er diesen Punkt erreicht hatte, war gut für ihn, denn es sollte noch schlimmer kommen. Dennoch war er mit einem Mal so klar bei Verstand, dass er begriff, was hier vor sich ging. 

Er hatte schon die eine oder andere Geschichte von den Fehden der verschiedenen Burgherren gehört und auch von den kleineren Scharmützeln, die sie sich lieferten. Jedem war es bewusst, dass es jedes Dorf irgendwann treffen könnte und wahrscheinlich auch würde, würde nicht endlich ein starker Kaiser die Adeligen vereinigen, schenkte man den Gesprächen der Erwachsenen Glauben. Und nun hatte es sein Dorf getroffen. Überleben war in solch einer Lage der Grundgedanke. Um jeden Preis um diese blutrünstigen Soldaten, die weder vor Frauen noch vor Kindern Halt machten, einen weiten Bogen machen. 

Er dachte gerade über ein sicheres Versteck nach, als sich eine Hand von hinten um ihn legte und gerade noch rechtzeitig den Mund erreichte, um den Schrei zu unterdrücken. Es war seine Mutter. Was war bloß in ihn gefahren, ermahnte er sich jetzt, als er sich fest an sie klammerte. Dass er noch nicht an sie gedacht hatte, war unentschuldbar. Er war doch nun der Herr im Hause, der Beschützer. Doch es waren erst wenige Herzschläge vergangen, seitdem er geweckt worden war und in Wirklichkeit brauchte er seine Mutter wohl mehr als sie ihn. Sie warteten einen passenden Moment ab und liefen im Schutz der Dunkelheit zum Waldrand, um sich dort vor den Soldaten zu verstecken.

Unglücklicherweise wurden sie von gerade dem Soldaten beobachtet, der Stephans besten Freund auf dem Gewissen hatte und gerade mit der Schändung seiner Mutter fertig war. Anno, er war der Hauptmann der Truppe, war stets der Erste, der sich an der Kriegsbeute gütlich tun konnte. Nun konnte sich sein Unterführer und Saufkumpan an der doch schon arg zugerichteten Mutter dieses Jungen vergnügen. Er war sicher, dass sie es nicht überleben würde. Dieser Junge hatte mit einem Mal vor der Szene gestanden, als er es ihr gerade besorgen wollte. Als der verdammte Bengel dann auch noch apathisch aus der Hütte taumelte und „Mama, Mama“ wimmerte, konnte seine Manneskraft einfach nicht mehr so, wie er es gewohnt war. Naja, ähnliche Situationen waren ihm nicht gänzlich unbekannt. Aber bei diesem Mal war dieser verfluchte Hurensohn schuld. Unglücklicherweise blieb sein Malheur nicht unerkannt, und sein Kumpan brach in Gelächter aus. Das konnte er nicht auf sich sitzen lassen. 

Eigentlich hatten sie die Anweisung, die Knaben zu verschonen und mit zur Burg zu bringen. In diesen unruhigen Zeiten wurde jeder Krieger gebraucht, und im Laufe der Jahre fanden sich fast alle mit ihrem Schicksal ab. Auch wenn es sich nur um einfache Bauernsöhne handelte, als Kämpfer für die vorderste Reihe waren sie allemal gut genug. Allerdings durften sie nicht älter als zehn sein. Ältere hatte man schon für die eigenen Truppen rekrutieren wollen, merkte jedoch schnell, dass bei diesen Bengels der Rachedurst dem Überlebenstrieb schon den Rang abgelaufen hatte. Nach einigen unkoordinierten Angriffen aus den eigenen Reihen folgten entsprechende Hinrichtungen, und man einigte sich auf die Altersgrenze von ungefähr zehn Jahren. Seitdem lief alles einwandfrei. 

Aber diesen hier konnte er nicht laufen lassen, nachdem er ihn so vor seinem Kameraden bloß gestellt hatte, dafür musste er bezahl-en. Danach hatte er zu Ende gebracht, was er angefangen hatte. Zumindest hatte er ihr gehörig Respekt eingeprügelt. Zwar hatte es mit dem Akt immer noch nicht geklappt, was ja auch kein Wunder war, aber gezeigt hatte er es ihr trotzdem.

Als er nun die beiden Gestalten Richtung Wald laufen sah, sah er für sich doch noch die Chance, seine Manneskraft unter Beweis zu stellen. Anno nahm sofort die Verfolgung auf und erreichte den Waldrand wenige Momente nach Stephan und seiner Mutter.

Sie ließen äußerste Vorsicht walten und trotzdem, als Stephan sich kurz vor dem Waldrand noch einmal umdrehte, stellte er fest, dass sie verfolgt wurden. Zum Glück war es nur ein einzelner Soldat, und mit etwas Glück konnten sie sich vor ihm verstecken. Nachdem Stephan seiner Mutter von ihrem Verfolger berichtet hatte, bewaffneten sie sich noch notdürftig mit herumliegenden Ästen und suchten Schutz in einer Mulde auf dem Waldboden. Kurze Zeit später vernahmen sie schon das Knacken von Geäst am Waldrand. Sie konnten ihren Verfolger über die Dunkelheit fluchen hören und dankten Gott für die bewölkte Nacht und den dichten Wald. Beide standen so unter Spannung, dass sie es kaum wagten zu atmen, geschweige denn, sich zu bewegen. Plötzlich war ein Geräusch ganz in der Nähe zu vernehmen, und Stephan hatte das Gefühl, man könne seinen Herzschlag noch im Dorf hören. Doch es war nur ein Kaninchen, welches wie sie den richtigen Moment abgepasst hatte, um zu fliehen. 

Als sie gerade beschlossen hatten, sich etwas tiefer in den Wald zu bewegen, hörten sie abermals ein Geräusch. Diesmal vom Waldrand und diesmal wurde das Geräusch zusätzlich vom Knistern einer Fackel begleitet. Sie hatten ihre Chance verpasst. Während sie regungslos vor Angst in ihrer Mulde gelegen hatten, hatte sich dieser Soldat eine Fackel besorgt, um seine Jagd fortzusetzen. 

Die Zeit der wuchtigen Herzschläge begann erneut für Stephan. Er hatte das Gefühl, dass er brechen müsse, konnte diesem Trieb jedoch so gerade widerstehen. Wieder begannen einige endlose Minuten in der bangen Hoffnung, unentdeckt zu bleiben. Doch der Soldat war keiner von der dummen Sorte. Er suchte systematisch, lief nicht kreuz und quer. Wenn er seinen Kurs beibehalten würde, hätte er ihr Versteck gleich ausgemacht. 

Dies erkannte wohl auch Stephans Mutter, erhob sich leise, trat hinter einen Baum, und als der Soldat sie passierte, schlug sie ihm mit aller Gewalt ihren Knüppel auf den Hinterkopf. Der Soldat ging auf die Knie, die Fackel flog auf den Boden, und Stephan wollte gerade Gott ein zweites Mal an diesem Abend danken. Dann sah er zu, wie sich die Fackel wieder erhob und nicht in der Hand seiner Mutter zu sehen war. 

Nun lag es an ihm zu handeln. Mit einem wilden Gebrüll rannte er aus seinem Versteck auf seinen Gegner zu. Den Knüppel schwingend, holte er kurz vor seinem Gegner aus, um ihn seine ganze Wut mit aller Kraft spüren zu lassen. Er sah noch kurz etwas silbrig Glänzendes auf sich zukommen und es wurde dunkel.

Das darf doch nicht wahr sein, dachte Anno, als er dem heran-stürmenden Bengel den Kettenhandschuh vor die Stirn schlug. Zwei Bengel, die ihm die Tour versauen wollten, und das an einem Abend. Aber diesmal würde er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dieser hier würde eine ganze Zeit schlafen und wohl erst morgen auf dem Weg nach Worringen wieder aufwachen. Der andere brauchte sich ums Aufwachen keine Gedanken mehr zu machen. 

Jetzt konnte er sich seiner Beute zuwenden. Diese hier war, soweit er es im Fackelschein beurteilen konnte, noch schöner als die erste, die mittlerweile ihrem Sohn ins Jenseits gefolgt sein dürfte. Kampfeslustig hatte sie ihm einen kleinen Ast auf den Helm geschlagen, was für leichtes Brummen im Schädel sorgte, mehr aber auch nicht. Nun ging sie wieder zum Angriff über. Sie konnte es nicht wissen, aber ihre Wut machte ihn scharf, so scharf, wie er schon lange nicht mehr war. Er wich ihrer ersten Attacke geschickt aus, parierte die zweite und konterte mit einem Beinfeger. Schon lag er auf ihr, entledigte sich seiner Beinlingenund seines Schurzes, presste ihre Beine auseinander und drang gewaltsam in sie ein. Endlich dachte Anno, kann ich mal wieder zeigen, was für ein echter Kerl ich bin, sah in die tränenunterlaufenen Augen und drückte ihr langsam mit beiden Händen die Kehle zu.

Kapitel 2 - Entführt

Als Stephan erwachte, schien ihm der Kopf zu platzen. Solch hämmernde Kopfschmerzen waren ihm bis zum heutigen Tage fremd gewesen. Er betastete vorsichtig sein Gesicht, die Augen immer noch geschlossen. Eine böse Schwellung hatte sich über seine rechte Gesichtshälfte gezogen. Was war passiert? Was waren das für seltsame Geräusche? Und warum bewegte sich seine Schlafstatt? Langsam erinnerte er sich an die Geschehnisse der vergangenen Nacht. Oder war seither die Sonne bereits ein zweites Mal aufgegangen? 

Mit einer Welle der Angst, Verzweiflung und Übelkeit wurde ihm bewusst, welch schreckliches Schicksal seiner Familie, ja seinem ganzen Dorf widerfahren war. Mutter! Was war mit ihr geschehen? Er war nun ihr Beschützer. Er dachte über die letzten Augenblicke des Erlebten nach. Sein Angriff auf den Soldaten war anscheinend nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Er gestand sich ein, nachdem was er im Dorf gesehen hatte, dass nicht viel Hoffnung für ihn bestand. Doch an diesen Funken wollte er sich klammern. 

Stephan öffnete vorsichtig die Augen, nur um von einer neuen Welle Kopfschmerz überwältigt zu werden. Zuerst konnte er seine Umgebung nur schemenhaft erkennen. Er saß in einem Wagen, welcher von zwei Arbeitspferden gezogen wurde, was die Geräusche und die Bewegungen erklärte. Um ihn herum saßen drei Jungen und zwei Mädchen aus seinem Dorf und starrten ihn an. Ihren Mienen zufolge hatten sie bei dem Überfall auf ihr Dorf ähnlich harte Schicksalsschläge hinnehmen müssen wie er. Er selbst war der älteste von ihnen. Nur selten hatte er mit den Mitgliedern seiner unfreiwilligen Reise-gemeinschaft gespielt. Der Jüngste dürfte höchstens vier Jahre alt sein, während Magdalena wohl schon sechs sein müsste. Er wusste nicht, wie er sich ihnen gegenüber verhalten sollte. War er nun auch ihr Beschützer? Als Beschützer gäbe er wohl ein schlechtes Bild ab, vor allem wenn ihm die Tränen die Wangen herunterliefen so wie in diesem Moment. Aber er konnte nichts dagegen machen. 

Er schloss die Augen wieder und klammerte sich an den Hoffnungs-schimmer, dass seine Mutter noch leben würde. Da fiel ihm ein, dass sie in diesem Fall wohl auch in der Begleitung des Wagens sein müsste. Er zwang sich, nochmals die Augen zu öffnen und erhob sich halb, um über den Rand des Fuhrwerks blicken zu können. 

Eine Schar von etwa 20 bis 30 Soldaten, teils auf einem Pferd, teils zu Fuß, konnte er vor und hinter dem Wagen ausmachen, jedoch keine andere Person. Selbst der Kutscher hatte die Kluft eines Soldaten an. Er wollte sich gerade der Umgebung widmen, um ein ungefähres Bild von ihrer Reiseroute zu bekommen, als einer der berittenen Soldaten neben ihm auftauchte, ihm einen Stoß vor den Kopf verpasste und ihn anherrschte, er solle gefälligst unten bleiben. 

Nicht, dass er je genug gereist wäre, um ihre Position richtig einschätzen zu können. Er hatte dennoch das Gefühl, dass man so etwas in solch einer Situation machen sollte. Mutlos und verzweifelt sank Stephan in seine ursprüngliche Position zurück. Er schloss wiederum die Augen, um seinem gewaltigen Kopfschmerz ein wenig Linderung zu verschaffen. Zum Glück, dachte er, bestürmten ihn die Jüngeren nicht mit Fragen, wahrscheinlich hatten sie ebensolche Angst wie er. Was passiert mit mir?, fragte er sich. Werden die Soldaten uns auch töten? Nein, das würde wenig Sinn ergeben, dann hätten sie es schon bei dem Überfall auf das Dorf machen können, so wie sie mit all den anderen verfahren sind. Vielleicht würden sie an einem anderen Ort für ihren neuen Herrn harte Arbeit verrichten müssen. Eigentlich gefiel ihm die erste Alternative am besten. Was hatte er noch vom Leben? Sein Vater war tot, seine Schwester auch, er würde diesen grausamen Anblick niemals vergessen. Seine Mutter, ja seine Mutter. Er wollte bei der nächsten Gelegenheit abhauen und sie suchen. Darin bestand für den Moment seine Lebensaufgabe. 

Da war aber noch etwas, was ihm immens wichtig erschien. Die traurige Besatzung des Fuhrwerks zu beschützen? Nein, ja doch, aber das war es nicht. Der Gedanke, etwas Wichtiges außer Acht gelassen zu haben, war immer noch da. 

Und dann fiel es ihm wieder ein. Die letzten Worte seines Vaters, ausgesprochen mit einer Dringlichkeit, wie er es von seinem ansonsten schon strengen Vorbild nicht gewohnt war. Der Name ..., Gerard de Miletto, er hatte ihn behalten und nahm sich vor, ihn sich jeden Tag mindestens einmal ins Gedächtnis zu rufen, um ihn nicht zu vergessen. Jetzt hatte er schon zwei Gründe, um am Leben zu bleiben, eigentlich drei, das sollte für den Anfang genügen. 

Nun fasste er ein wenig Mut und öffnete erneut seine Augen mit dem Vorsatz, seine Leidensgenossen durch einen aufmunternden Blick ein wenig zu trösten. Ob es ihm gelang, konnte er im Nachhinein nicht genau sagen, jedoch hatte er das Gefühl, dass zumindest in Magdalenas Gesicht ein wenig Dankbarkeit zu erkennen war. Etwas zu sprechen, getrauten sie sich immer noch nicht. Und so schliefen sie nach und nach wieder ein.

Als Stephan erwachte, ging es einem Kopf schon wieder wesentlich besser. Die Schwellung in seinem Gesicht begann allerdings noch nicht abzuklingen. Er fragte sich, wie er wohl aussehen möge. Er hatte in seinem Leben schon das eine oder andere Veilchen gehabt und es endete meistens mit einem schillernden Farbenwirrwarr. Er mochte sich gar nicht ausmalen, wie er nun aussah. Wahrscheinlich war dies auch der Grund, warum er vorhin so angestarrt worden war. Aber das war nun wirklich sein geringstes Problem. 

Das Fuhrwerk bewegte sich nicht mehr, und es war tiefe Nacht. Die Mitinsassen des Fuhrwerks schliefen alle. Stephan richtete sich nochmals halb auf und spähte über den Rand. Offenbar hatte man hier ein Lager für die Nacht errichtet. Die Soldaten schliefen alle in der Nähe des Feuers, das fast herunter gebrannt war, bis auf zwei Gestalten, die sich abseits des Feuers knapp außerhalb des Lichtkreises befanden. Er konnte nur noch ihre Umrisse erkennen. Allerdings ließ deren Haltung darauf schließen, dass auch sie während ihrer Wache eingeschlafen waren. Ist das die Gelegenheit zur Flucht?, dachte Stephan mit einem Mal, und Adrenalin schoss ihm durch den Körper. Er war hellwach. Eine seiner Aufgaben verlangte nach Erfüllung. Er dachte darüber nach, wie er es am besten anstellen sollte, als ihm bewusst wurde, dass er nicht die geringste Ahnung davon hatte, wo sie sich befanden. Wahrscheinlich würde er sich verlaufen und wilden Tieren zum Opfer fallen oder verhungern. Außerdem könnte er in diesem Falle der Aufgabe des Beschützers der Kinder nicht mehr nachkommen. Somit war es für diesen Moment klar, er würde eine bessere Gelegenheit abwarten. Sobald er alles in seiner Macht Stehende für die fünf Jungen und Mädchen getan hatte und sich besser in der Umgebung auskannte, wollte er einen Versuch starten. 

Als er nochmals über die Verpflegung nachdachte, die für eine Flucht von Nöten war, merkte er, dass er kurz vor dem Verhungern stand. Er hatte schon ewig nichts mehr gegessen. Stephan inspizierte seine Umgebung und bemerkte zwei Laibe Brot, die die Soldaten ihren Gefangenen, oder wie sie sich auch immer bezeichnen sollten, in den Wagen geworfen hatten. Zwei Laibe Brot für vier Jungen und zwei Mädchen, das war nicht sonderlich viel. Doch zum Überleben reichte es, zumal alle den vorletzten Winter miterlebt hatten, der aufgrund der missratenen Ernte fast das Ausmaß einer Hungersnot angenommen hatte. Er brach sich ein kleines Stück ab, kleiner als es ihm eigentlich zustand. Es war ziemlich hart, dennoch war es ein Hochgenuss für seinen ausgehungerten Körper. Nachdem er noch einen Schluck Wasser aus der Schale zu sich genommen hatte, verfiel er in Gedanken über die Dinge, die für ihn unwiederbringlich verloren waren.

Stephan konnte sich nur dunkel an seine ersten Lebensjahre erinnern. Aber er wusste, dass er nicht immer in seinem Dorf gelebt hatte. Er konnte sich erinnern, dass ganz am Anfang alles anders gewesen war. Er hatte in einem großen Gebäude gelebt, die Wände waren nicht aus Holz gewesen, der Boden hatte nicht aus fest getrampeltem Lehm bestanden, und es war immer warm gewesen. Hunger war ihm unbekannt gewesen, und die schrecklichen Gerüche von altem Stroh hatte es wohl damals auch nicht gegeben. Aber vor allem konnte er sich daran erinnern, dass sein Vater dauernd bei ihnen gewesen war. Auch war die Kleidung seiner Eltern viel bunter gewesen. 

Er hatte sich in den vergangenen Jahren oft gefragt, was wohl geschehen war. Er hatte den Eindruck, dass er ein glückliches, wohl behütetes Leben gegen eines mit harter Arbeit, der ständigen Bedrohung von Hunger und Kälte und ohne eine richtige Familie eingetauscht hatte. Eines Nachts war er mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern von diesem Paradies aufgebrochen und in ein kleines Dorf gekommen, das von diesem Zeitpunkt an ihr zu Hause gewesen war. Stephan konnte nicht genau sagen, ob das seine eigenen Erinnerungen waren oder sie lediglich aus den kargen Erzählungen seiner Mutter stammten. Jedenfalls wusste er, dass eines seiner drei Geschwister die Reise nicht überlebt hatte. Sein zweiter kleiner Bruder war im ersten Winter nach ihrer Ankunft gestorben. Auch an ihn konnte er sich nur ganz vage erinnern. Viel deutlicher war das Bild seiner verzweifelten Mutter vor seinem geistigen Auge. Er konnte es damals noch nicht richtig verstehen, wusste nur, dass etwas Schreckliches geschehen war. 

Sein Vater war seit ihrer Ankunft im Dorf nur noch sehr selten zu Hause, und wenn er einmal da war, hatte er viel im Dorf zu erledigen, besprach sich lange mit seiner Mutter und hatte nur sehr wenig Zeit für Stephan und seine Schwester. Das Lachen seines Vaters, dass ihm in seinen ersten Lebensjahren das Gefühl absoluter Glückseligkeit gegeben hatte, hatte er kein einziges Mal mehr zu hören bekommen. In den wenigen Gesprächen, die sie geführt hatten, ging es immer nur um eines. Stephan solle hart für seine Mutter und seine Schwester bei einem benachbarten Bauern arbeiten, damit sie wenigstens etwas in den Magen bekamen. Abends übten sie dann mit Mutter gemeinsam lesen, wobei sie ihr schwören mussten, niemandem etwas davon zu erzählen. 

Stephan war das ganz recht gewesen, er hätte sich wohl den Spott der anderen Jungen zugezogen. Sein Vater erklärte ihm, dass er wichtige Angelegenheiten zu erledigen hätte und ihm nicht mehr sagen könne. Er würde aber alles dafür tun, dass es ihnen bald wieder besser gehen würde. Nun fiel ihm auch wieder ein, wie verändert Vater war, als er kurz vor der Katastrophe von einer seiner Reisen zurückkam. Das war das erste Mal seit langem, dass eine Art Lächeln in Vaters Gesicht zu sehen war. Er schien nicht mehr so angespannt und umarmte alle Familienmitglieder ungewöhnlich intensiv. Das war einen Tag vor dem Überfall. Auch seine Mutter beantwortete Stephans brennenden Fragen nach seinem Vater nicht. Es sei sicherer für ihn, wenn er von all dem nichts erfahre, hieß es immer. So arbeitete er tagein, tagaus auf dem Feld. Seine Mutter und seine Schwester arbeiteten ebenso hart, dennoch merkte er, dass sie eine Außenseiterrolle in dieser Dorfgemeinschaft innehatten. Sie wurden zwar mit Respekt behandelt, doch entgingen ihnen die verstohlenen Blicke und die Gespräche hinter vorgehaltener Hand der anderen Dorfbewohner nicht. 

Sie waren allerdings auch die einzigen, die keinen erwachsenen Mann im Haus hatten. Jede der anderen Familien hatte einen Hausherren, der ständig zugegen war. Starb ein Familienoberhaupt, so zog die Familie unmittelbar nach der Beerdigung fort, wahrscheinlich zu Verwandten, oder ordnete sich einem anderen Haushalt unter. Dabei gingen die spärlichen Besitztümer immer an das neue Familienoberhaupt über. Ihre Situation, zwar mit einem Mann im Haus, der jedoch nie da war, war außergewöhnlich. 

Es war zwar ihr Zuhause, und einige schöne Tage hatte auch Stephan erlebt, aber er hatte ständig das Gefühl, fehl am Platze zu sein. 

Zum Glück für Stephan war den gleichaltrigen Jungen ihr Status egal. Vielleicht lag es auch an seiner körperlichen Überlegenheit den meisten Jungen gegenüber, jedenfalls fühlte er sich in deren Umgebung immer wohl, auch wenn sie nur wenige Stunden in der Woche zur Verfügung hatten, gemeinsam zu spielen. Wenn sie am heiligen Sonntag nach der Kirche die Gelegenheit hatten, weil sie mal nicht den Haushalt in Ordnung zu bringen hatten, spielten sie im Wald Räuber und Ritter. Stephan zog es vor, auf der Seite der Schurken mitzumischen. Der Ehrenkodex der Ritter schien ihm unlogisch. Warum sollte er jemandem Gnade gewähren, der kurz zuvor versucht hatte, ihm den Schädel einzuschlagen? Einmal waren sie beim Raufen erwischt worden. Da hatten sie alle zusätzlich so arge Prügel bezogen, dass sie sich am nächsten Tag kaum wieder erkannt hatten. Nachdem die Schmerzen allerdings verflogen waren, sahen sie es als eine Art Härteprüfung an und verabredeten sich gleich für einen neuen „Raubzug“, sobald es die Zeit erlaubte. 

Als er so darüber nachdachte, vermisste er seine Freunde schmerzlich. Alle waren etwas älter als er gewesen, und da von ihnen niemand mit in diesem Fuhrwerk unterwegs war, musste Stephan davon ausgehen, dass ihnen ähnliche oder gar schlimmere Dinge als Michael widerfahren waren.

Langsam erhellte sich der Horizont, und es kam wieder Leben in das Lager. Auch die anderen Kinder wachten auf, und die Soldaten gaben ihnen sogar etwas kaltes Fleisch, das vom Abend und nach deren Frühstück übrig geblieben war. Danach ging ihre Reise weiter. Es war ein regnerischer Tag, und trotz ihrer Schwermut begann Stephan, so unauffällig wie möglich mit den anderen Kinder zu kommunizieren. Aufgrund der Kälte schmiegten sich alle eng aneinander, wobei es Magdalena irgendwie schaffte, mit einem Mal einen Platz neben Stephan zu ergattern. Er genoss den Umstand, ihnen Trost spenden zu können. Das lenkte ihn von seinem eigenen Kummer etwas ab. 

So fuhren sie über einen matschigen Weg. Zweimal mussten sie sogar absteigen und dabei helfen, den Karren aus dem Dreck zu schieben. Gegen Mittag kamen sie verdreckt und durchgefroren an einem riesigen Gebäude aus Stein an. So etwas hatte von ihnen noch niemand zuvor gesehen. Angst davor was nun mit ihnen geschehen würde, überfiel sie ,als sie das schwere Tor passierten. Stephan entschloss sich, vom schlimmsten Fall auszugehen. So konnte er wenigstens seine Angst etwas im Zaum halten, und er schwor sich, es seinen Häschern nicht allzu leicht zu machen. Aber wie so oft kam alles anders.

Kapitel 3 - Burg Worringen

Sie fuhren durch ein gewaltiges Tor in einen riesigen Hof. In der Mitte blieb das Fuhrwerk stehen, und es geschah erst einmal nichts Besonderes. Ein paar Befehle wurden gerufen, und Stephan wagte es, abermals seinen Kopf über den Rand hinaus zu strecken, um seine Umgebung zu erkunden.

Geschäftiges Treiben überall. Dienstmägde, beladen mit Körben, huschten von einem Gebäude zum nächsten. Bauern brachten Waren durch das Tor in den Hof, und Soldaten patrouillierten auf den Wehrgängen. Und plötzlich sah er ihn. Der Soldat, der ihnen in den Wald gefolgt war, der sich an ihnen vergriffen hatte, er konnte ihm Auskunft über seine Mutter geben. Alle guten Vorsätze waren vergessen. Stephan wollte sich gerade aus dem Wagen schwingen und einen Angriff auf diese schreckliche Kreatur beginnen, als eine schallende Ohrfeige vollkommen unerwartet einschlug. 

„Da haben wir wohl ein ganz forsches Bürschchen. Dir werden wir auch noch Manieren beibringen! Ihr Jungs ab in den Stall, dort wird man sich um euch kümmern. Ihr Mädels lauft zur Küche, aber rasch! Es steht ein Fest an, Irmgard kann alle Hilfe brauchen, und jetzt sputet euch, zack zack. Und du, mein forscher Freund, für dich habe ich eine besondere Aufgabe. Du kommst mit mir.“