Der geheimnisvolle Bär - Jana StoKa - E-Book

Der geheimnisvolle Bär E-Book

Jana StoKa

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Beschreibung

Dieses Buch beinhaltet 13 Geschichten aus dem alltäglichen Leben, bei denen es einem kalt den Rücken herunterläuft. Und Sie können entscheiden: Wahr oder nicht!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 99

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Kurzvita der Autorin:

Jana Stolze-Kapphammel ist 1975 in Dessau (Sachsen-Anhalt) geboren und aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Löberitz, einem Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen. Zum regelmäßigen Schreiben ist sie erst durch einen regionalen Aufruf gekommen. Einige ihrer Geschichten und Gedichte sind in verschiedenen Anthologien der Edition Freiberg und in dem Buch "Von Apfelbaum bis Schwanenherz" (Schreibende Goitzschefedern) erschienen. Dies ist nun das erste eigene Werk der Autorin, welche auch privat eine Affinität zu Grusel-, Fantasie-, Thriller- und Kriminalgeschichten hat.

INHALTSVERZEICHNIS

Der seltsame Fluggast

Beruhigende Stimme

Lucie

Der geheimnisvolle Bär

Nebel

Raben

Bücherwurm

Haus am See

Der weiße Wolf

Einbruch

Museum

Selkie

U-Bahn

Der seltsame Fluggast

Fabienne war jetzt seit über fünf Jahren Stewardess. Und sie liebte ihren Job. Der Stress machte ihr nichts aus. Sie war Mitte zwanzig und in Hochform. Über eine Familie oder gar Kinder dachte sie momentan überhaupt nicht nach. Fabienne wollte schon seit sie denken konnte die Welt bereisen und kennenlernen. Deswegen war sie Flugbegleiterin. Deswegen hatte sie keine Familie gegründet. Noch nicht. Später vielleicht. Sie hatte bei einigen ihrer Kolleginnen gesehen wie schwer es ihnen fiel sich von ihren Kindern zu trennen. Und einige hatten sich dazu entschlossen ihren Beruf an den Nagel zu hängen. Nur noch für die Familie da zu sein. Das war für Fabienne nichts. Sie füllte gerade ihren Servierwagen mit Getränken auf. Auf diesen Flug ging es nicht weit weg. Nur von Wien nach Hamburg. Nach und nach fanden die Passagiere ihre Plätze, während ihre Koffer und andere Fracht im hinteren Teil eingeladen wurden. Damit sich der Flug lohnte wurden auch bestimmte Güter transportiert.

"Na, wie läuft`s?", fragte Lisa.

Fabienne sah auf und lächelte ihrer Kollegin und Freundin zu. "Von mir aus kann`s los gehen. Aber ich glaube unser Co-Pilot ist noch mit dem betrachten seines Spiegelbildes beschäftigt."

Lisa rollte mit den Augen. "Ja. Der glaubt auch er wäre ein Geschenk an die Frauen, direkt vom Olymp geschickt."

Sie prusteten lachend los. Über die Eitelkeit mancher Männer herzuziehen war die Lieblingsbeschäftigung der Beiden.

Nach der üblichen Sicherheitsbelehrung arbeitete sich Fabienne mit ihrem Servierwagen Reihe für Reihe nach hinten durch. Bei dieser kleinen Maschine brauchte ihre Kollegin nicht mitzuhelfen. Der Flug war auch nur zu zweidrittel ausgebucht. Sie dachte in der letzten Reihe säße niemand. Aber sie entdeckte einen grauen Haarschopf.

"Einen wunderschönen guten Tag! Darf es etwas für Sie sein?", fragte Fabienne lächelnd. Der Mann schaute sie an und schien nicht zu verstehen. Fabienne stellte ihre Frage nochmal auf englisch.

"Ich möchte nur nach Hause.", antwortete der Mann recht leise und auf deutsch.

Fabienne zog die Augenbrauen zusammen,

`Äh! Okay.`, dachte sie und lächelte ihn professionell an. "Gut. Wenn Sie etwas brauchen machen Sie sich bemerkbar."

"Meine Frau wartet auf mich.", gab der nur fast flüsternd zurück und sah wieder aus dem Fenster.

Fabienne schüttelte den Kopf und ging wieder nach vorn. In der kleinen Küche traf sie Lisa, die gerade Kaffee für die Cockpit-Crew auf ein Tablett stellte. Sie sah Fabienne an und runzelte die Stirn.

"Was ist denn mit dir los?"

Fabienne schüttelte den Kopf und antwortete:

"Nichts. Nur ein seltsamer Fluggast."

"Ich bringe das nur schnell ins Cockpit. Dann erklärst du mir das genauer."

Nach ein paar Minuten kam Lisa zurück, stellte das leere Tablett ab und drehte sich zu Fabienne um.

"Also. Was ist jetzt mit deinem komischen Fluggast?", fragte sie. Fabienne erzählte ihr von dem kurzen aber seltsamen Gespräch.

"Wer weiß.", sagte Lisa, "Viele Passagiere haben Flugangst. Vielleicht weiß er sich nicht anders auszudrücken. Einige reden ununterbrochen um sich abzulenken. Wieder Andere sind in sich gekehrt und still."

Fabienne nickte. "Du hast vermutlich recht."

Lisa drehte sich Richtung Mittelgang.

"Wo willst du hin?", fragte Fabienne, obwohl sie es sich schon denken konnte. Lisa drehte lächelnd den Kopf. "Na ihn mir mal ansehen, diesen mysteriösen Mann."

Fabienne hielt sie an der Schulter fest. "Bist du verrückt?! Wenn er nun wirklich seine Ruhe haben möchte. Abgesehen davon, wäre es nicht ein wenig auffällig, wenn du durch den Gang gehen würdest und ihn anstarrst?"

Lisa drehte sich um und tat so als würde sie überlegen. "Wir sind doch Servicekräfte. Also schnapp dir den Wagen. Wir werden einfach die Passagiere nochmal fragen ob sie etwas benötigen. Das fällt dann weniger auf."

Fabienne schüttelte den Kopf, folgte Lisa aber.

Sie arbeiteten sich langsam nach hinten durch.

Und nicht wenige Passagiere nahmen das Angebot an. In der letzten Reihe schaute der Mann aus dem Fenster, als hätte er sie gar nicht bemerkt.

"Hallo!", sprach Lisa ihn an.

Der drehte langsam den Kopf.

"Möchten Sie vielleicht etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen?", fragte Lisa freudestrahlend.

Er schaute geistesabwesend, aber antwortete:

"Ich muss nach Hause. Ich werde erwartet."

Lisa schaute zu Fabienne. Die warf ihr einen Blick zu, der ausdrückte: `Ich habe es dir ja gesagt! `. Der Mann hielt seine Arme verschränkt als würde er frieren.

"Ist Ihnen kalt?", fragte Fabienne.

Der Mann nickte vorsichtig. Lisa öffnete ein Fach über ihm und holte eine Decke heraus. Sie legte sie ihm über die Beine und Arme.

"Möchten Sie nicht vielleicht doch einen heißen Kaffee oder Tee?", fragte Lisa.

Der Mann schüttelte den Kopf, drehte sich zum Fenster und sprach leise: "Ich möchte nach Hause zu meiner Familie."

Lisa sah zu Fabienne und hob die Schultern. Sie gingen wieder nach vorn und sammelten unterwegs die leeren Becher und Verpackungen ein.

In der Küche sagte Lisa: "Der ist ja wirklich komisch."

"Vielleicht ist er ja auch nur krank. So wie der gefroren hat.", antwortete Fabienne.

Im Flugzeug herrschten angenehme Temperaturen aber es war nicht kalt.

"Na hoffentlich steckt der uns nicht an.“,

entgegnete Lisa.

"Sind ja nicht mehr ganz fünfzig Minuten.", versuchte Fabienne sie und sich selbst zu beruhigen. Beide gingen wieder ihrer gewohnten Arbeit nach.

Lisa kam gerade aus dem Cockpit, wo sie der Crew das zweite Mal Kaffee gebracht hatte.

Einen Becher hatte sie wieder mitgebracht.

Fabienne sah sie die Augen verdrehen.

"Was ist?", fragte sie.

"Als ich ins Cockpit gekommen bin, rate mal wer sich gerade im Fenster betrachtet hat?", fragte Lisa schnippisch.

Fabienne musste lachen. "Vielleicht hat unser Co-Pilot einfach die Aussicht genossen."

"Ach Quatsch. Dann hätte er seinen Kopf doch nicht ständig in alle Himmelsrichtungen gedreht um zu sehen ob alles noch sitzt.“,

klärte Lisa sie auf.

Immer noch lächelnd sahen sie eine Frau auf sich zukommen.

"Möchten Sie noch etwas?", fragte Fabienne.

"Nein danke. Ich wollte nur Bescheid geben, dass die Toilette auf der rechten Seite verschmutzt ist.", antwortete diese leise.

"Oh! Vielen Dank für den Hinweis. Wir werden uns gleich darum kümmern."

"Kannst du das erledigen? Ich muss nochmal ins Cockpit. Kapitän Wolters wollte lieber einen Tee.", fragte Lisa.

Fabienne nickte und ging nach hinten. In der letzten Reihe schaute der Mann immer noch aus dem Fenster. Fabienne reinigte die Toilette und begab sich wieder nach vorn. Zumindest wollte sie das. Ihr Blick ging wieder zu dem unheimlichen Passagier. Er hatte seine Augen geschlossen und schlief. `Schlaf ist immer noch die beste Medizin.`, dachte sie. Jetzt fiel Fabienne ein Ausweis einer Firma auf, der unter dem Revers vor lugte. Sie beugte sich nach vorn. Karl-Heinz Frederikson IT Service Management, las sie. Sie klärte Lisa über den Namen und Beruf des Mannes auf.

Eine viertel Stunde später landeten sie in Hamburg. Als alle Passagiere von Bord waren sah Fabienne Lisa stirnrunzelnd an.

"Was ist?", fragte diese.

"Hast du den Mann aus der letzten Reihe rausgehen sehen?"

"Nicht, dass ich wüsste."

"Wir sollten mal nachsehen. Vielleicht schläft er noch.", schlug Fabienne vor.

Lisa nickte. Als sie hinten angekommen waren, saß dort niemand mehr. Nur die Decke lag noch auf dem Sitz. Sie sahen sich verwundert an.

Lisa hatte eine plausible Erklärung. "Er wird sicherlich dicht hinter einem der anderen Passagiere mit raus geschlüpft sein. So groß war er ja nicht."

Fabienne war nicht überzeugt. Die Anzahl der Passagiere war recht übersichtlich gewesen.

Lisa und Fabienne gingen, nachdem sie ihre Aufgaben soweit erledigt hatten, zu ihrer Kollegin an den Schalter ihrer Fluggesellschaft.

"Hallo! Na wie war der Flug?", begrüßte diese die Beiden.

"Hey Kyra! Ganz gut. Nur ein bisschen seltsam.

Kannst du einen Gefallen tun und uns Auskunft über einen Passagier geben?", fragte Lisa ohne große Umschweife.

Kyra hob eine Augenbraue. "Seltsam. Aha!

Und das hat mit dem Fluggast zu tun?"

Lisa nickte.

"Hat dieser seltsame Passagier auch eine Sitzplatznummer?"

"25 D. Und sein Name ist Karl-Heinz Frederickson.", antwortete diesmal Fabienne.

"Oh! Sogar der Name ist bekannt.", sagte Kyra erstaunt.

Sie gab alles in den Computer ein. Sie runzelte die Stirn. "Also der Sitzplatz 25 D wurde auf diesem Flug nicht vergeben."

Fabienne und Lisa sahen erst sich und dann wieder Kyra an.

"Vielleicht hatte er ursprünglich einen anderen Sitzplatz zugewiesen bekommen und sich dann ganz nach hinten gesetzt um seine Ruhe zu haben als er bemerkt hat, dass keiner dort sitzt.", schlussfolgerte Fabienne.

"Seid ihr sicher, dass ihr mit diesem Mann gesprochen habt?", fragte Kyra kopfschüttelnd und schaute verwirrt auf den Monitor vor ihr.

"Na klar. Wir sind doch nicht verrückt.", regte sich Lisa etwas auf.

Kyra öffnete ungläubig den Mund und schaute an ihnen vorbei aus dem Fenster auf das Rollfeld.

"Was ist nun? War dieser Mann an Bord?", fragte Lisa immer noch aufgeregt.

Kyra nickte und antwortete: "Ja, das war er.

Nur sehr viel weiter hinten." Sie zeigte auf das Rollfeld, wo die Koffer der Passagiere ausgeladen wurden. Fabienne und Lisa drehten sich um und wurden blass. Neben dem Fahrzeug, auf welchem die Koffer aufgeladen wurden, stand ein ganz spezieller Wagen in den gerade ein Sarg geschoben wurde.

Beruhigende Stimme

"Du bist spät dran.", ermahnte ihn Karl. Benjamin, von allen nur Ben genannt, rollte mit den Augen.

"Wie wäre es erstmal mit einem Guten Morgen!"

"Guten Morgen? Mahlzeit ist wohl angebrachter.", wies Karl ihn zurecht. Dabei blieb er aber immer noch ruhig, wo ein anderer schon die Fassung verloren hätte. Ben war ein super Rennfahrer, aber mit der Pünktlichkeit hatte er es nicht so.

"Was soll ich machen?! Die Damen stehen einfach auf mich. Und das Schätzchen von gestern wollte mich heute früh einfach nicht gehen lassen.", erklärte Ben grinsend.

"Die Weiber bringen dich mal noch ins Grab.", konterte Gabriel, einer der Mechaniker.

Ben winkte ab. Karl schaute ihn an, mit einem Blick, der die Aussage des Mechanikers bestätigte.

"Und, weißt du noch den Namen von dem `Schätzchen`?",stichelte der Mechaniker weiter.

"Klar."

Gabriel schaute ihn an als würde er sagen wollen: `Na sag schon. Wie hieß sie?`.

Ben wusste den Namen natürlich nicht mehr.

Sein Verschleiß an Frauen war ebenso enorm wie der von seinen Reifen.

"Ich dachte, ich wäre zum fahren hier.", wiegelte Ben ab. Gabriel lachte.

Mit den Anweisungen die Karl ihm über Funk gab fuhr Ben super Zeiten. Die Ruhe die Karl ausstrahlte war einfach einmalig, wie Ben fand. Er übernahm auch so etwas wie eine Vaterfigur für ihn. Sein eigener Vater hatte ihn und seine Mutter im Stich gelassen als Ben zwei Jahre alt war. Seine Mutter starb an einem Hirntumor als er gerade fünfzehn geworden war. Das hatte ihn so aus der Bahn geworfen, dass er sich einer berüchtigten Gang anschloss. Als Aufnahmeritual sollte er in eine Werkstatt einbrechen. Aber er wurde erwischt. Von Karl! Er bot ihm an, sein Leben zu verändern. Und Ben nutzte diese Chance. Die Jungs vom Rennstall waren jetzt seine Familie. Aber Karl und er hatten ein besonderes Verhältnis.

Ein paar Wochen später fand ein großes Rennen statt. Die Tage davor waren enorm stressig. Jeder war mit Eifer dabei. Es gab immer wieder Probleme mit dem Gas. Der Wagen zog nicht so wie er es sollte. Ben machte das rasend, weil die Mechaniker den Fehler nicht fanden.

"So werden wir nie gewinnen.", tobte er in der Werkstatt.

"Ach! Jetzt sind wir wohl schuld?", schrie Gabriel zurück.