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Inga Wolter

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Beschreibung

„Dieser Tanz – kommt der aus einer anderen Dimension, oder was? Der ist ja galaktisch.“ Vanessa hat sich für ein Leben im Abseits entschieden, aus dem sie ausgerechnet zu ihrem vierzigsten Geburtstag durch eine überraschende Begegnung herausgerissen und in ein außergewöhnliches Abenteuer geschubst wird. Eine Begegnung, die Vanessa in die Welt eines fesselnden Tanzes eintauchen lässt, der weltweit viral geht und Menschen in den Bann zieht. Plötzlich ist sie Teil einer Gruppe, steht selbst auf der Bühne, wird von der Außenseiterin zur Heldin. Doch niemand weiß, woher dieser mitreißende Tanz stammt, der die Welt verzaubert. Fasziniert macht sich Vanessa auf die Suche nach dessen Ursprung. Wird sie den Erfinder oder die Erfinderin aufspüren? Ein utopischer Roman einer Tänzerin, der zeigt, dass Kunst und Kreativität die Welt zu einem besseren Ort machen können.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Der gestohlene TanzInga Wolter Frühling 2024

1  Impressum

Impressum

Inga Wolterc/o AutorenServices.deBirkenallee 2436037 FuldaWebseite: https://ingawolter.deE-Mail: [email protected]

1. AuflageE-Book-Ausgabe April 2024Dieses Buch ist auch als Taschenbuch erhältlich.Lektorat: Kristina WengorzKorrektorat: Sabrina SiemonsCovergestaltung: Karina BertagnolliCovergrafik: © Tony Baggett-stock.adobe.comAutorinnenfoto: Maelig SebillotteIcons:https://www.flaticon.com/free-icons/hibiscushttps://www.flaticon.com/free-icons/school-bushttps://www.flaticon.com/free-icons/tablaBibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.dnb.deabrufbar.

© 2024 Inga Wolter

ISBN: 978-3-00-078231-2

2  Vorwort

Liebe Lesende,

meine Figur Vanessa mag für Verwirrung sorgen, denn Vanessa ist trans. Trans zu sein bedeutet, dass man sich selbst nicht mit dem eingetragenen Geburtsgeschlecht identifizieren kann. Vanessa wurde als Junge geboren, sie ist aber vom Wesen, vom Denken, vom Gefühl und der eigenen Wahrnehmung eine Frau. In Deutschland haben trans Menschen die Möglichkeit, eine Geschlechtsangleichung durchzuführen, indem sie Hormone nehmen und auch Operationen machen können, die das Leben im gefühlten, richtigen Geschlecht ermöglichen. In Polen ist das alles leider nicht möglich. Dort leiden trans Menschen um ein Vielfaches mehr, weil es keine legalen medizinischen Möglichkeiten für eine Geschlechtsangleichung gibt.

Ich wollte dieses sehr komplexe Thema aber nicht mit all den damit verbundenen Problemen in den Vordergrund rücken. Vanessa ist eine meiner Protagonistinnen, aber nicht DIE einzige Hauptperson. Daher habe ich Vanessa in Situationen befördert, welche ich mir für alle trans Menschen wünschen würde. Nämlich einfach als das gesehen zu werden, als das man sich fühlt, auch wenn dies leider immer noch nicht der Realität entspricht.

3  Hawaii

 

Bo lenkte seinen gelben Chevrolet Caprice von der Kaunakakai Road auf einen schmalen Schotterweg.

»Ich frage mich echt, warum du diesen Auftrag angenommen hast«, stänkerte Kaiko, der auf dem Beifahrersitz der Limousine saß.

Bo gab sich keine Mühe, die Schlaglöcher zu umfahren. Der Wagen rumpelte auf und ab. Rechts von ihnen ragten die gefächerten Berge der Vulkaninsel in die Höhe. Links erstreckten sich Wiesen, gesäumt von leuchtend rotem Hibiskus und weißem Jasmin.

»Tsunami-Gefahrenzone«, las Pao, der Praktikant, der auf der Rückbank lümmelte, laut vor. Die Warnung stand auf einem Schild am Straßenrand.

»Worauf haben wir uns da wieder eingelassen!« Kaikos Coffee-to-go-Becher zitterte in seiner Hand. »Ich bin echt nicht glücklich mit diesem Projekt.«

Der Schotterweg schlängelte sich durch das Tal in den Dschungel hinein. Am Wegesrand wuchsen Gras und Sträucher. Dahinter, bevor es ins Dickicht ging, erstreckten sich Meere aus Farn.

»Da steht ja ein Bagger«, bemerkte Pao.

Ein Stück weiter lagen Betonrohre im feuchten Gras. Am frühen Morgen hatte es geregnet.

»Wir wissen überhaupt nicht, was da heute passieren soll«, sagte Kaiko. Sein Gesicht war blass. Sein Kaffee schwappte fast über.

Bo zog seine Sonnenbrille von der Stirn auf die Nase. »Was soll schon passieren?«

»Wir sind schlecht vorbereitet …«, meckerte Kaiko. Er nahm einen großen Schluck von seinem Kaffee.

»Wir sind bestens vorbereitet«, sagte Bo.

»Außerdem gefällt es mir gar nicht, dass du von dieser Benice Aufträge annimmst und mich vorher nicht einweihst.«

Bo lachte. »Na, wie war denn das letzte Projekt mit Benice? Ist da irgendwas schiefgelaufen?«

Kaiko starrte auf seine bebenden Hände. »Diesmal ist es was anderes«, zischte er.

»Oh, es fängt wieder an zu regnen!«, sagte Pao.

»Was soll denn anders sein?«, fragte Bo. »Wir machen wieder ein sexy Musikvideo, futtern ein paar von Luuks Leckereien und düsen vor Sonnenuntergang nach Hause.«

»Wir kennen die Leute nicht, die da heute mittanzen. Diesmal sind es Laien.«

»Benice ist ein Profi, das reicht.«

Der Weg wurde enger und kurviger.

»Benice unterschätzt die Arbeit mit Laien. Du weißt doch, wie es läuft!« Kaikos Stimme überschlug sich. »Nach ein, zwei Durchläufen sind die fertig mit der Welt, brauchen Pausen. Und wir haben noch längst nicht alles im Kasten.«

»Jetzt gießt es ja richtig!«, warf Pao ein und blickte in den Wald am Fuße der Felsen.

Bo riss das Steuer herum, bremste und schaute seinem Partner direkt ins Gesicht. »Kannst du unserer gut zahlenden, erfolgreichen Kundin bitte einen kleinen Vertrauensvorschuss schenken?«

Kaiko senkte den Kopf und nippte am letzten Rest seines Kaffees. »Ich hab echt kein gutes Gefühl bei der Sache.«

»Benice hat alles vorbereitet.«

»Das hilft uns nicht, wenn die Tänzer unprofessionell sind!«, platzte es aus Kaiko heraus. »Wir schuften bis zum Sonnenuntergang. Und in der Post-Produktion haben wir dann noch einmal einen Haufen Arbeit, bis die Choreo professionell aussieht. Wenn wir das mit dem unterirdischen Material überhaupt hinbekommen, woran ich nicht glaube!«

»Glaube es nicht, glaube es nicht …« Bo schüttelte den Kopf und fuhr weiter.

»Du hast dich von deiner Benice total einlullen lassen!«, wetterte Kaiko und verschluckte sich an seinem Kaffee.

Bo spielte an seiner Sonnenbrille. Kaiko schaute auf den Pappbecher und schwieg.

»Dudes, wo fahren wir denn heute überhaupt hin?«, wollte Pao wissen.

»Zu den Hippies von Neyla Beach!«, antworteten Bo und Kaiko im Chor.

Bo kurvte um ein paar Felsen. Der Schotterweg ging in eine Teerstraße über. Der Dschungel lichtete sich, nur noch einzelne Palmen wuchsen in den schwarzen Himmel. Dazwischen erhoben sich auf langen Spinnenbeinen die Stelzenhäuser. Sie waren angekommen.

»Wow«, hauchte Pao. Es hatte aufgehört zu schütten, und ein Regenbogen spannte sich über die Siedlung. »Schaut mal, da im Tal laufen Wildpferde!«

Pao ließ seinen Blick über die Bucht schweifen. Die Stelzenhäuser standen nur wenige Meter vom Strand entfernt. Von Weitem hatten sie wie fragile, überdimensionale Insekten ausgesehen, aus der Nähe machten sie einen stabilen, modernen Eindruck. Fancy und trotzdem empörend romantisch. Pao stellte sich vor, wie es sein musste, bei einem heftigen Sturm in so einem Haus zu wohnen, umtost von den peitschenden Wellen des Ozeans. Ein Schauer durchfuhr ihn.

Die Arbeit konnte beginnen. Bo parkte neben einem der Stelzenhäuser und hupte. Kaum hatte er den Motor ausgeschaltet, schwebte eine Frau auf sie zu. Ihr Kleid glänzte grün, türkis und blau.

»Aloha!« Benice begrüßte sie. »Leute, ich freue mich!« Sie strahlte und umarmte Bo.

Kaiko und Pao packten aus, die Schienen, die große Kamera für die Rundfahrten, die kleine Kamera, die Reflektoren, die Lampen, die Laptops. Sie schleppten alles an den Strand, während Bo mit Benice sprach, lächelnd, flirtend, hypnotisiert von ihren blauen Augen und den blond-brauen Locken, die zu kurz waren, um in ihrem Pferdeschwanz zu verschwinden.

Es tröpfelte noch ein bisschen, aber als Kaiko und Pao mit dem Aufbau fertig waren, hatten sich die Regenwolken verzogen. Die Sonne schien. Benices Mitbewohner Luuk bot Kaiko und Pao selbst gebackene Malasadas an, mit Kokosnusspudding gefüllte Krapfen. Kaiko war nicht nach süßem Gebäck zumute, Pao aber schnappte sich einen Krapfen vom Teller und biss hinein.

Benice führte Bo, Kaiko und Pao die Treppe hoch in das Haus der WG. Die Türen zum Gemeinschaftsraum, den Benice für Fitness- und Tanztrainings nutzte, standen offen. Auch die Fenster waren weit geöffnet. Vor dem Eingang parkten Flipflops, kleine und große, neue und ausgelatschte, ordentlich aufgereiht.

Alle, die heute beim Dreh dabei sein würden, waren hier versammelt. Kaiko schaute sich um. In einer Ecke des Raumes rauften zwei Jungen auf dem Boden. Daneben standen ihre Väter beisammen und plauderten. Eine alte Frau – sie musste schon über neunzig sein – saß auf einem Polster und unterhielt sich mit einem Mädchen. Vier Frauen kamen hinzu und stellten sich zu den Männern, die sie begrüßten. Kaiko entdeckte Kara, die Modedesignerin. Sie trug Batik-Leggings. Neben ihr stand eine Frau in einem leuchtend weißen Kleid. Kaiko blinzelte. Alle im Raum waren barfuß, und, auch das fiel ihm sofort auf, keiner sah aufgeregt aus.

Wussten die überhaupt, was ihnen bevorstand? Dass ein kompletter Arbeitstag vor ihnen lag? Stundenlanges Tanzen in der prallen Sonne? Immer wieder und immer wieder die gleichen Schritte, bis schließlich alles im Kasten wäre? Die sahen nicht so aus, als würden sie das ohne Wiederholungen hinbekommen. Bengel, Väter, eine Greisin! Es würde mühsam werden, viel Regie, viel Schweiß, viel Gemecker. Und die Kinder, würden die das überhaupt mitmachen?

Benice trat in den Raum. Alle Köpfe drehten sich zu ihr. Sie klatschte in die Hände – »Leute, es kann losgehen!« –, und alle folgten ihr, als würden sie zu einer Wanderung aufbrechen. Sie zogen die Treppe hinunter durch den Garten zum Strand, Benice und Bo vorneweg, die Nachbarn der Stelzenhaus-Siedlung hinterher, zuletzt Kaiko und Pao.

Das Kamerateam begab sich auf Position. Kaiko setzte sich hinter die große Kamera, Pao nahm die kleine auf die Schulter. Bo kniete vor einem abgeschirmten Klapptisch und öffnete mit ein paar Klicks das Regieprogramm auf seinem Laptop. Hier würde er die Aufnahmen während des Drehs kontrollieren und die Bildqualität überprüfen. Er streckte den Daumen in die Luft – das war das Zeichen für Benice, dass das Kamerateam bereit war und es losgehen konnte.

Benice ging ein paar Schritte in Richtung Meer, mit wehenden Haaren – sie hatte ihren Pferdeschwanz gelöst – atmete tief durch, blickte auf den Horizont, nur einen Moment lang, drehte sich um, legte die Hände mit den Innenseiten vor der Brust gegeneinander, löste sie und beschrieb mit den Armen einen Halbkreis vor sich. »Aloha.«

4  Polen

 

Die Tüten wogen so viel wie ein Haufen Backsteine, aber Vanessa konnte sie nicht auf den Boden stellen. Vor ihrer Hütte standen Pfützen, Schlamm klebte unter ihren Schuhen. In den Taschen ihrer Jacke suchte sie nach ihrem Schlüssel. Die Griffe der Tüten schnitten ihr in den Arm. Sowieso: Alles tat ihr weh. Ihre Zehen drückten gegen die Spitzen ihrer Schuhe, sie schmerzten. Ihre Füße fühlten sich wie Klötze an, ihren Armen fehlte die Kraft. Der Wind fegte übers Gelände und peitschte ihr die Haare ins Gesicht.

Schneite es? Der Wind roch nach Eis. Vanessa bibberte. Vom Vordach der Hütte perlten Tropfen herab und fielen ihr in den Nacken. Sie bückte sich, um eine Postkarte aufzuheben, die im Schlamm gelandet war. Die Tropfen liefen ihr am Hals herunter und dann weiter über den Kragen ihrer Jacke. Einige versickerten im Stoff, andere flossen langsam in ihren Ausschnitt. Vanessa spürte die kalte Nässe auf ihrer warmen Haut.

Es war ein Tag, wie jeder andere. Es war ihr Geburtstag.

Sie war mit dem Bus in die Stadt gefahren. Sie war in die Bibliothek gegangen, aber gearbeitet hatte sie heute nicht. Sie hatte eine Torte gekauft. Ein paar Zutaten für eine Suppe. Zuletzt hatte sie ihr Postfach geleert. Sie hatte im Regen auf den Bus gewartet. Sie war zurückgefahren in ihre Hütte, die vor den Toren der Stadt lag, eigentlich schon mehr in Zgierz als in Łódź.

Da war er, der Schlüssel. Sie hielt inne. In einer anderen Welt würden jetzt zehn, fünfzehn Freunde in ihrem plüschigen Wohnzimmer darauf warten, dass sie endlich eintreten würde. Sie würden versuchen, leise zu sein, aber Vanessa würde ihr Tuscheln trotzdem hören. Einige hätten sich hinter dem Sofa versteckt, andere hinter den Vorhängen. Ihre Herzen wären voller Freude, ihre Köpfe voller Albernheiten. Sobald Vanessa einen Fuß in die Wohnung gesetzt hätte, wären sie aus ihren Verstecken hervorgesprungen, hätten gesungen, Konfetti geschmissen und sie hochleben lassen. In Windeseile hätten sie Sekt, Kaffee und Kekse verteilt. Wie eine Königin hätte Vanessa in einem mit Luftschlangen dekorierten Sessel gesessen, das ganze Geschehen beobachtet und sich gefreut, dass all diese Menschen ihre Freunde waren, obwohl sie nur sie war. Auch wenn jede und jeder von ihnen eine große Last in einem komplizierten Leben voller verlorener Jobs und unbeglichener Rechnungen trug, würden sie sie das heute nicht spüren lassen. Alles würde sich leicht anfühlen. Für einen Tag. In einer anderen Welt.

Vanessa öffnete das Vorhängeschloss an der Tür und trat ein. Sie hievte die Tüten auf den Esstisch, ließ sich auf den Stuhl fallen, den einzigen im Raum, und streckte die Beine aus. Es gab hier kein Sofa, keinen Sessel und erst recht keine langen, wallenden Vorhänge. Vor den winzigen Fenstern hingen gehäkelte Gardinen, die nicht mehr weiß waren, sondern gelb.

Vanessa befreite ihre Füße von den Arbeiterstiefeln und lehnte sich zurück. Sie schloss die Augen.

Die Magie passierte woanders, weit weg, in besseren Gegenden, in fernen Ländern.

5  Hawaii

 

Benices Lächeln konnte Jahrtausende alte Vulkane versetzen. »Ich freue mich unbändig, dass ihr alle hier seid.«

Die Sonne strahlte auf sie nieder, die Wellen des Ozeans brachen sich über dem Sand, und die Blätter der Palmen bewegten sich sanft im Wind hin und her, hoch über ihren Köpfen – alles um sie herum schien auf einmal so groß und mächtig im Vergleich zu der Gruppe, die sich am Strand versammelt hatte.

Benice verbeugte sich mit gefalteten Händen, die Gruppe klatschte. »Wir wollen heute etwas Einzigartiges erschaffen. Dazu brauchen wir die Energie jedes Einzelnen. Schaut auf das Meer. Es besitzt eine enorme Kraft. Es besteht aus vielen, vielen Wellen. Jede und jeder von euch ist eine Welle, aber zusammen sind wir das Meer. Allein würden wir Wellen irgendwann im Sande verlaufen, aber zusammen können wir Stürme erzeugen oder – viel besser – Schiffe tragen.«

Kinder, Frauen, Männer hatten sich in einem Halbkreis um Benice verteilt und hörten ihr zu.

»Wir alle werden zu einer großen Welle, in der Delfine spielen, auf der Surfer reiten und über die Segelboote gleiten. Sanft umspülen wir die Inseln. Wir umarmen die Küsten, wir küssen die Felsen. Wir könnten aufbrausend sein, haben aber alle Freiheit zu tun, was wir für richtig halten, und entscheiden uns heute dafür, freundlich und wild und lustig zu sein.«

Sie zwinkerte dem kleinen Mädchen zu, das Hand in Hand mit der alten Frau – Kaiko vermutete, ihrer Großmutter – am Strand stand und die Zehen in den Sand drückte.

Benice schaute zu Boden. »Wir stehen zusammen auf festem Sand.« Sie bewegte ihre Zehen. »Wir alle sind kleine Sandkörner. Jedes Einzelne anders und wunderschön. Allein würden wir weggeweht, zusammen aber sind wir ein Strand oder auch eine Düne …«

»Oder eine Wüste!«, warf das kleine Mädchen ein.

»Wow, wir können auch eine Wüste sein!«, rief Benice mit ihrer tiefen, kehligen Stimme und klatschte. »Eine Wüste, durch die Nomaden wandern und Karawanen ziehen. Oder über deren heißen Sand Jeeps brausen. Wir sind ruhig und beständig und zufrieden, dass wir eine Wüste sind. Der Wind könnte uns auseinandertreiben. Wir könnten alle in verschiedene Richtungen verschwinden, aber weil wir die Freiheit haben, das zu tun, was wir für richtig halten, bleiben wir zusammen. Auch im Sturm. Wir können uns verändern, durcheinanderwirbeln, weiterwandern, aber wir verlieren uns nicht aus den Augen. Nur zusammen können wir den Nomaden, den Kamelen und knatternden Jeeps einen sicheren Weg bieten – nicht wahr, Olivia?«

Das Mädchen nickte.

Kaiko sah zu Bo herüber. Der schaute nicht mehr auf den Bildschirm, sondern zu Boden, lächelnd. Belustigt oder gerührt? Kaiko wusste es nicht.

»Lasst uns eine Welle sein und ein Weg. Lasst uns jemand anders sein. Aber das Wichtigste: Lasst uns die Geschichte, die wir erzählen wollen, nicht vergessen. Ein Tanz ist eine Geschichte. Erinnert euch an eure Schritte, an die Bewegungen, die wir geübt haben. Seht ihr sie vor euren Augen?«

Ein paar Frauen nickten, die anderen schauten zu Boden, versunken in Benices Worte.

»Erinnert euch an die Bedeutung eurer Bewegungen. Bis zu diesem Moment wisst nur ihr, was ihr tanzen, was ihr erzählen wollt. In ein paar Minuten werden es auch Bo und Kaiko und – Pao ist dein Name? – wissen und schon bald alle Menschen, die sich unser Video anschauen. Also tanzt nicht das, was ihr gestern wart oder was ihr heute seid. Tanzt, was ihr Morgen sein wollt, tanzt, was ihr den Menschen da draußen von euch erzählen wollt. Öffnet euer Herz. Seid ein Geschenk. Maholo, maholo, dass ihr mitmacht.« Benice verbeugte sich und lief ein paar Schritte über den Strand, auf das Kamerateam und die Tänzer zu.

Die Gruppe stob auseinander, und ohne dass Benice etwas sagen oder ein Zeichen geben musste, verteilten sich alle am Strand. Einige verschwanden hinter Palmen, andere setzten sich in den Sand. Benice nickte Bo zu. Er drückte auf »Play«. Nur ein paar Momente vergingen, bis der Laptop die Musik mithilfe des Mischpults und der Lautsprecher über den Strand spülte. Es fühlte sich an, als habe der Rhythmus mehrere Ozeane durchschwommen, ferne Länder durchquert, die ganze Welt umrundet, bevor er über Neyla Beach schallte.

Kaiko hielt die Luft an. Die ersten Takte wirbelten über den Sand – leise Ukulele-Klänge, Trommeln, langsam und mächtig –, und alle fingen an zu marschieren, die Oma, die Papas, die Mamas, die beiden Jungen, das Mädchen, die anderen Frauen, allen voran Benice. Einige schauten ernst und konzentriert, andere freundlich und offen, manche strahlten vom ersten Moment des Tanzes, am allermeisten Benice. Die Frau im weißen Kleid hingegen sah aus, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen. Mit kleinen Schritten bewegten sich die Tänzer auf der Stelle, breiteten die Arme nach oben aus, bis auf Schulterhöhe, und ließen sie wieder nach unten gleiten, als würde eine unsichtbare Schranke sie daran hindern, sie über den Kopf wandern zu lassen.

Kaiko startete die Kamerafahrt.

Im Augenwinkel sah er, dass Praktikant Pao eingefroren war. Er starrte auf die Tänzer und rührte sich nicht von der Stelle. Was war bloß los mit ihm? Die Gruppe machte einen Schritt nach links, einen nach rechts – mehr nicht, als würde jede Tänzerin, jeder Tänzer, zwischen zwei Mauern klemmen. Und als würden diese Mauern aufeinander zuwandern. Kaiko sah, dass Pao sich löste, mit der kleinen Kamera wie ein Satellit um die Gruppe herumlief und filmte. Er atmete auf. Die Trommeln wurden lauter, die Ukulele verstummte. Nach und nach bewegten sich die Tänzer aufeinander zu, kamen zusammen, immer enger – sie stießen fast aneinander –, streckten die Arme nach oben, griffen nach den Wolken, kurvten mit Hüftschwüngen und Drehungen über den Sand, und das alles, Kaiko konnte es kaum glauben, sagenhaft synchron.

Nach dem ersten Durchlauf übernahm Kaiko die kleine Kamera. Er hatte beschlossen, selbst ein paar Nahaufnahmen der Gesichter zu machen. Sie waren so unterschiedlich, sie erzählten so viele Geschichten, das würde dem Video einen besonderen Charakter verleihen. Auch der zweite Durchlauf gelang überraschend gut, sogar noch ein wenig besser. Alle, wirklich alle, lächelten nun. Wie machte Benice das bloß, fragte sich Kaiko. Wie brachte sie eine ganze Nachbarschaft, mit Ausnahme ihres sturen Mitbewohners Luuk, zum Tanzen?

Und wo, verdammt, kam dieser Tanz her?

Er war vollkommen anders als die Partytänze, die Benice sonst entwickelte. Alle ihre Tänze waren mitreißend, dieser hier hatte aber noch eine größere, eine mächtige Anziehungskraft. Er war wie die aufgehende Sonne, warm und glühend. Er war ein loderndes Feuer. Eine Welle, die rollte und rollte und nie endete. Ein Berg, der allen Jahreszeiten standhielt, der Hitze im Sommer und der Kälte im Winter.

Der Tanz war kein Versprechen, er war eine Zusage. Kein Vielleicht, sondern ein großes Ja. Keine Überlegung, sondern eine Umsetzung. Die Tänzer wollten nirgendwohin, sie waren schon angekommen. Dieser Tanz war ein Lächeln, ein Willkommen, ein Aloha.

Als Benice sich aus der Gruppe löste, standen Kaiko Tränen in den Augen. Die Trommeln schlugen schneller. Kaiko richtete die Kamera auf Benices Solopart. Sie war das Schiff, das von der Gruppe getragen wurde. Alle tanzten ihre Schritte weiter – auch Pao, jetzt ohne Kamera, hatte sich den Tänzern angeschlossen –, während Benice auf den hohen Wellen des Ozeans improvisierte. Sie war eine Naturgewalt.

Kaiko fing mit der Kamera weitere Gesichter ein. Das kleine Mädchen, das fast so wild herumzappelte wie Benice. Die Großmutter, die sich erstaunlich weich und fließend bewegte. Dann stieß Kaiko auf eine Frau mit langen, dunkelbraunen Haaren, heller Haut und großen blauen Augen. Er sah sie in der Musik schwimmen, paddeln, kämpfen, untergehen und mit nassen Haaren und noch klareren Augen wieder auftauchen. Das Lied war längst vorbei, da hielt Kaiko die Kamera immer noch auf die dunkelhaarige Tänzerin gerichtet.

Bo hatte sich vom Bildschirm gelöst und den Dreh vom Rand weiterverfolgt. Jetzt strich er mit der Hand durch die Luft – es reichte, der Tanz war im Kasten.

»Benice, Leute, das war großartig.« Mehr brachte Bo, der Macher, der Unternehmer, der Perfektionist, nicht über die Lippen.

Die Tänzer liefen auseinander und stapften in kleinen Gruppen oder allein zurück zum Stelzenhaus und zu Luuks Häppchen, als wäre nichts passiert, als wäre der ganze Zauber nicht gewesen. Ein normaler Tag in Neyla Beach.

»Wow!«, bellte Pao. »Das war ja mega! Die haben ja echt was drauf. Die Trainerin, die ist eine Rampensau! Supercoole Leute hier. Und dieser Tanz – kommt der aus einer anderen Dimension, oder was? Der ist ja galaktisch.«

Pao und Kaiko packten zusammen, und auch Bo fasste mit an. Das tat er sonst nie. Nach anderen Drehs plauderte er immer noch mit den Kunden oder, noch lieber, mit den Kundinnen.

»Ich bin echt hin und weg«, säuselte Pao.

Bo baute die Kameraschienen ab. Kaiko schnürte die Kameratasche zu.

»Hey, spricht denn keiner mit mir?«, stichelte Pao.

Niemand antwortete.

Die Frau mit den schönen blauen Augen musste neu sein auf Moloka‘i, überlegte Kaiko. Zumindest hatte er sie noch nie gesehen. Hatte Bo nicht erzählt, dass Benice und Luuk eine neue Mitbewohnerin hatten? Marbella oder so? Ja, das musste Marbella sein.

»Manchmal seid ihr echt zwei komische Käuze«, sagte Pao. »Aber ich mag euch, Dudes, echt.«

6  Polen

 

Vanessa zitterte. Am liebsten wollte sie sitzen bleiben, sich so wenig wie möglich bewegen. Aber es brachte nichts, länger in feuchten Klamotten dazuhocken, sich einzumummeln und womöglich auf den Frühling zu warten. Sie lächelte. Was für eine verrückte Vorstellung: auf den Frühling warten. Der war in diesem Jahr besonders spät dran. Sie würde krank werden, womöglich erfrieren. Sie raffte sich auf und öffnete das Türchen des Ofens. Mit einer Gartenschippe schaufelte sie Kohle in den Ofen, packte drei Holzscheite obendrauf und zündete den Stapel an. Sie klappte das Türchen zu. Bald würde sich die Wärme ausbreiten.

Vanessa packte ihre Tüten aus, das Suppengemüse, die Torte, die Bücher, die Briefe.

Sie zog Pulli, Hemd und Latzhose aus. Das waren die einzigen warmen Klamotten, die sie hier gefunden hatte. Wahrscheinlich die alte Arbeitskleidung eines Schlossers. Die meisten Angestellten in der Fabrik waren Frauen gewesen. Aber ein paar Männer hatten hier gearbeitet, um die Maschinen zu warten. Das mussten kräftige, bärtige Kerle gewesen sein, die nach Schweiß und Wodka rochen. So stellte Vanessa sie sich auf jeden Fall immer vor, wenn sie daran dachte, was in ihrer Blütezeit tagtäglich in der Fabrik passiert war. Ihr Unterschlupf war früher der Pausenraum der Arbeiter gewesen. Aus Zeitschriften gerissene Seiten mit nackten Frauen in den Spinden, aber auch Kreuze und Rosenkränze an der Wand erzählten von dieser Zeit.

Vanessa nahm ein Kleid aus dem Schrank, in dem früher vor allem Kaffee und Wodka gelagert worden war. Es war viel zu dünn, aber zu Cappuccino und Schokotorte wollte sie keine Latzhose tragen. Sie setzte den Kaffeevollautomaten in Gang, das Schmuckstück der Hütte. Die üppige Melitta-Maschine musste angeschafft worden sein, als das Unternehmen bereits in den letzten Zügen gelegen hatte, so modern war sie. Während die Melitta ratterte, legte Vanessa sich eine Decke über die Schultern, ging hinaus, nahm sich den rostigen Klappstuhl, der an der Wand lehnte, und setzte sich unter das Vordach des Verschlags. Sie rauchte eine Zigarette. Der Regen tropfte am Dach herunter. So war das Leben also, wenn man vierzig wurde. Was würde noch kommen?

Sie schaute in den Regen und sah nichts.

Der Cappuccino war fertig. Sie schnitt ihre Geburtstagstorte an und hob ein großes Stück auf einen Teller, immerhin das, ein Trost. Der Geruch von Kaffee, Milch und herber Schokolade umhüllte sie. Andere schwebten vielleicht auf rosa Wolken. Vanessa betäubte sich mit Kaffeehaus-Düften. Würde jetzt noch Musik, am besten Klaviermusik, spielen, wäre das ein perfekter Moment. Jazz und Regen, Regen und Jazz.

Aber das Radio war kaputt.

Stattdessen also Regen und Post, Post und Regen.

Die Briefe gingen Vanessa nicht aus dem Kopf. Der letzte Schluck Cappuccino, das letzte Stück Torte, sie räumte das Geschirr in die Spüle und setzte sich wieder an den Esstisch. Die Tür ließ sie offen, ein bisschen Welt sollte noch reinkommen an ihrem Geburtstag, auch wenn es nur Regen war. Es zog, aber immerhin strahlte der Ofen inzwischen etwas Wärme aus.

Als Erstes der Brief ihres letzten Arztes. Vanessa wusste ohnehin, was drinstand, öffnete das Schreiben aber. Eine Ablehnung, wie erwartet. Keine Frage, Herr Wójcik war nett, ein Mensch mit sanften Augen, aber auch er konnte keine Verantwortung für sie übernehmen. Niemand in Polen konnte oder wollte das. Alle ihre Anliegen bekamen nur eine Antwort: Nein. Leider nicht. Das Bedauern war groß, aber die Angst war größer.

Sie legte den Brief auf den Stapel mit den Absagen. Nun die Geburtstagspost ihrer Mutter. Anna Zieliński. Schon der Name auf dem Umschlag ließ Vanessas Herz weit werden. Anna Zieliński roch nach frisch gebackenem Brot. Alles an ihr war weich und warm. In ihre Umarmung konnte man sich fallen lassen. Wenn sie lächelte, wusste man, dass man zu Hause war. Anna Zieliński war ein herzliches Willkommen, pure Liebe. Und doch löste ihre zierliche Handschrift auf dem Umschlag einen stechenden Schmerz in Vanessa aus. Sie vermisste ihre Mutter wie keinen anderen Menschen auf dieser Erde.

Es war ein dicker Umschlag. Vanessa öffnete ihn, zog einen Brief heraus und faltete ihn auseinander. Er hatte mehrere Seiten, und im Umschlag lag noch etwas, ein Foto oder eine Karte.

Lieber Stanisław, stand auf der ersten Seite.

Vanessa zuckte zusammen. Der Brief glitt ihr aus der Hand. Schon lange hatte sie niemand mehr mit ihrem alten Vornamen angesprochen.

Überhaupt sprach sie selten jemand an, höchstens mit ihrem Nachnamen. Sie war nicht Stanisław, sie war nie Stanisław gewesen. Der Name gehörte einer anderen, einer fremden Person.

Sie liebte ihre Mutter. Sie wollte gerne ihre Worte lesen, nichts lieber als das. Sie schielte auf das Schreiben, schaute aber schnell wieder weg. Tränen schossen ihr in die Augen. Sie war vierzig, und sie war einfach zu alt, um immer noch jemand anders sein zu müssen.

Sie faltete den Brief wieder zusammen und steckte ihn zurück in den Umschlag. Sie würde ihn später lesen, wenn sie stark genug dafür war.

Die dritte Post war die Karte, die sie auf dem Boden vor der Hütte gefunden hatte. Es war mehr ein Flyer als eine Karte, sah Vanessa, bedruckt mit Werbung für irgendeine Veranstaltung im Mai. Vanessa fielen nur die Worte ins Auge, die jemand mit der Hand darauf gekritzelt hatte:

Wir haben dich im Blick.

Vanessa sah nach draußen. Sprang auf. Rannte an die Tür. Wer hatte sie im Blick? Beobachtete sie jemand? Sie streifte sich die engen Schuhe über und platschte durch die Pfützen. Schaute links und rechts und hinter der Hütte. Niemand. Sie ließ den Blick über die Fenster der Fabrikhalle wandern.

Sie schlang sich die Arme um den Oberkörper und schwankte. Warum sollte jemand sie beobachten? Warum interessierte sich jemand für sie? Weil sie in einer heruntergekommenen Hütte lebte, die ihr nicht gehörte? Sie dachte daran, was sie in der Zeitung gelesen hatte. Die Polizei fahndete in ganz Łódź nach Hausbesetzern und zahlte den Tippgebern hohe Belohnungen. Wollte jemand sie anzeigen? Aber warum schickte er ihr dann erst ein Drohschreiben? Das ergab doch keinen Sinn. Oder ging es um sie als Person, um ihr Anderssein?

Sie hastete zurück in die Hütte und verrammelte die Tür. Sie zog die Gardinen zu, soweit es ging. Jetzt war sie schon an einen Ort gezogen, an dem sie niemanden mit ihrem Anderssein störte, und doch passierte es wieder. Wieder stellte sich ihr jemand in den Weg. Dabei stand sie doch längst im Abseits.

Aber wenn es passieren würde, würde es passieren. Sie würde sich nicht wehren können. Der Saum ihres Kleides war nass von den Pfützen, aber es war ihr egal. Sie hatte keine Lobby, keine Schwestern, die ihr halfen. Es war schon einmal passiert, und sie hatte es überlebt. Sie würde es wieder überleben.

Im flackernden Licht, das vom Feuer im Ofen ausging, blätterte sie durch die Bücher, die sie sich heute aus der Bibliothek ausgeliehen hatte. Danach zog sie eine Kassette aus dem Materialschrank, nahm den Plastikaufsatz mit den Münzen heraus und zählte die Scheine, die darunterlagen. Wie weit würde sie damit kommen?

7  Ägypten

 

Shaady wachte auf, noch bevor der erste Sonnenstrahl ins Zimmer fiel. Er schlug das weiße Laken zur Seite, schwang seine Beine aus dem Bett und setzte seine Füße auf die rauen Steinfliesen. Er hatte geschlafen wie ein junger Prinz und fieberte wie jeden Morgen dem neuen Tag entgegen. Eine Melodie schlich ihm in den Sinn. Er spürte den Drang, in die Stadt hinauszugehen.

Die Morgendämmerung war eine Verheißung, immer.

Lichtflecke bebten jetzt über Shaadys Schienbeine, das Laken und den Schrank. Er tapste ums Bett herum, ließ seine Augen über die schlafende Roya gleiten – sie sah so schön aus, die Nachteule –, huschte dann ins Bad und duschte – mit einem Lied auf den Lippen, wie an jedem Morgen.

---ENDE DER LESEPROBE---