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"Der Hahn kräht" offenbart eine Vielfalt von Gedanken während der Corona Pandemie und schenkt dem Leser ebenfalls spannende Kurzgeschichten, u.a. aus der Berliner Zeit der Wende. 2020, das Jahr der Corona-Pandemie, ist eine Zeit, die jeden Menschen vor viele Fragen stellt. Dieses kleine, edle Büchlein darf ein tröstender Begleiter sein. Martina C. Bund bleibt ihrem Stil treu, der allerdings diesmal gewürzt mit Anekdoten, Gedichten und Zitaten zusätzlich überrascht.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 36
Veröffentlichungsjahr: 2020
Für mein inneres Kind, ich bin noch bei Dir
Kurzarbeit
Corona
Lockdown
Wo ist mein Hafen?
Wer wird Millionär?
Noch bei Sinnen
Das Haus der Offiziere und andere Örtchen
Urahnen - Gedanken
Die Einheit gibt´s noch immer nicht
Krafttierreise
Spätsommer
Credo
Der Sinn von Katastrophen
Ein besonderer Moment
Musik
Dialog mit Mozart
Was hält ein Leben so aus?
Lieber Mathias,
vielen Dank für das nette Telefongespräch in den vergangenen Tagen.
Wir möchten der Form halber schriftlich festhalten, was wir mit dir mündlich vereinbart haben:
Aufgrund der aktuell schwierigen Lagen bezüglich der Corona Virus Pandemie, ist mein Arbeitsvertrag, mit sofortiger Wirkung, auf Kurzarbeit verändert worden. Aus dem Grund haben wir beide mündlich vereinbart, dass ich unseren Darlehensvertrag ab sofort bis auf Weiteres aussetze, d.h. die monatlichen Raten, in Höhe von 400 €, erstmal nicht weiter an Dich überweise. Nach drei Monaten sollten wir erneut das Gespräch suchen, um zu sehen, wie sich die Lage entwickelt hat.
Ich danke Dir sehr für Dein Verständnis in diesen schwierigen Zeiten und hoffe, dass wir uns bald in bester Gesundheit wiedersehen werden.
Mit herzlichen Grüßen nach Berlin,
…
Wir stehen alle ganz woanders. Warum? Corona!
Corona hat unsere Welt verändert. Es wird nie mehr so sein, wie es vorher war.
Mein Bruderherz ist von Existenznöten bedroht.
Als DJ wird es nie mehr so sein, wie es mal war.
Viele Existenzen sind mehr als bedroht.
Versammlungsverbote, Ausgangssperren, Quarantäne, Homeoffice, kein Klopapier, Tote zählen, wieder Genesene auch. Impfung, Rettung oder Lebensbedrohung? Das alles passiert zur selben Zeit weltweit. Die Ungewissheit macht einen fast schwindelig. Werte verändern sich.
Heute ist der 1. Mai. 2020, Tag der Arbeit. Ein denkwürdiger Tag. Heute soll seit Jahren zum ersten Mal nicht demonstriert werden. Es besteht noch immer Versammlungsverbot. Die Ausgangssperren, die es in Ländern wie Italien und Spanien gab, werden langsam gelockert. Auch die Schulen werden schrittweise geöffnet. Die Kitas sollen noch bis August geschlossen bleiben. Wenigstens werden auch teilweise die Spielplätze wieder geöffnet.
Ich denke es ist schon wichtig für die Kinder ein wenig Normalität zu erfahren. Der Lockdown hat alle schockiert. Im Supermarkt gibt es Sicherheitsleute, die sich aufführen, als wären sie beim Militär und würden einen Feind bekämpfen.
Ben ist nach sechs Wochen endlich zurück und auch seine Freundin kam gestern Abend mal wieder zu uns. Das allein ist so schön und erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit. Das eigene Kind sehen zu dürfen.
Der Hahn kräht!
Wer hätte das gedacht, dass sich unser Leben einmal in solche Richtung entwickeln würde? Von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung. Aber inzwischen höre ich nicht nur Meldungen über die Corona Pandemie, ich versuche mir spirituelles Hintergrundwissen als Rüstzeug anzulegen. Leider hört man während der Pandemie noch nichts von den Naturvölkern. Ihre Stimmen interessieren mich mehr denn je.
Der Hahn kräht noch immer und auch die Vögel sind nun fast vollständig erwacht und sind sehr lebhaft. Die frische Morgenluft und etwas Kühle hat der Landregen mitgebracht. Der gestrige Tag war für uns zermürbend, weil wir uns in einem Dilemma, in einer Zwickmühle befinden. Ich kannte das bislang nur vom Mühlespiel. Egal, welchen Stein ich zog, ich habe verloren. So geht es uns jetzt mit dem Arbeitgeber meines Mannes, beziehungsweise fühlen wir uns so wegen des Corona Virus und der unsichtbaren Gefahr, die wir nicht einschätzen können. Hauptsächlich geht es um Papa. Ich mag es kaum wiederholen, fast gebetsmühlenartig wiederkäuen. Es ist zum Kotzen! Die neue Frau vom Chef hat gesagt, wenn Robert im Mai nicht zur Arbeit kommt, bekommt er keine Bezahlung. Auf Roberts Brief haben sie nicht reagiert. Wir müssen wohl doch mit der Gewerkschaft reden. Robert möchte das Ansteckungsrisiko, dass er an der Tankstelle der A2 hat, nicht nach Hause bringen.
Wir müssen alles tun, um meinen 84-jährigen Vater zu schützen. Er hat die chronische Lungenkrankheit COPD und muss täglich inhalieren, was auch Besserung bringt. Er hustet nicht mehr so oft und so lange. Auch die Vollwertkost und die Nahrungsergänzung mit Aloe Vera und
