Der Holunderkönig - Rolf Steiner - E-Book

Der Holunderkönig E-Book

Rolf Steiner

3,0

Beschreibung

Spurensuche in Chaville Ein Mann bricht eines Morgens nach Chaville nahe Paris auf, um das Haus von Peter Handke, für den er schon lange schwärmt, zu finden. Er fragt in der örtlichen Buchhandlung nach und im Rathaus, zieht Häuser in die engere Wahl und kehrt in Bistros ein, in denen er sich Handke vorstellen kann. Seine Suche, grundiert mit Reflexionen über dessen Werk, mündet in einen Bericht, den er dem verehrten Schriftsteller eines Tages im Frühjahr hinter sein Gartentor stellt. Da beginnt ein Briefwechsel, der schließlich in einer Einladung Handkes zu einem Treffen in seinem Haus gipfelt. Kluge und spielerische Annäherung an Peter Handke und sein Werk Diese schwärmerische Geschichte rankt sich um das klassische Thema vom "Traum, der Wirklichkeit wird" und erstreckt sich über einen Zeitraum von zehn Jahren. Freundlich und klug, spielerisch und sanft gestaltet Rolf Steiner seine Reise in die Welt des österreichischen Autors: eine umsichtige und gleichzeitig leidenschaftliche Annäherung, die mehr ist als eine Suche nach dem Niemandsbuchtler, dem Holunderkönig – es ist eine Liebeserklärung an die Literatur und die Kunst überhaupt. Und es ist ein wunderbares Buch für Anhänger einer vergangenen analogen Welt, in der man noch voller Aufregung Briefe öffnet und sich über die Pilz- oder die Walnussernte austauscht.

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Seitenzahl: 237

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Rolf Steiner

DerHolunderkönig

Von einem, der auszogPeter Handke zu treffen

Inhalt

Über das Schwärmen

Der Holunderkönig

Briefwechsel (2007–2016)

In der Niemandsbucht

Briefwechsel (2016–2017)

Der Autor

Impressum

 

 

 

 

Die im Text zitierten, kursiv gesetzten Passagen stammen aus folgenden Büchern:

 

Peter Handke: Mein Jahr in der Niemandsbucht. Ein Märchen aus den neuen Zeiten, Suhrkamp 1994

Peter Handke: Tage und Werke. Begleitschreiben, Suhrkamp 2015

Peter Handke: Vor der Baumschattenwand nachts. Zeichen und Anflüge von der Peripherie 2007–2015, Jung und Jung 2016

Jay Martin: Henry Miller. Die Liebe zum Leben, Claassen 1980

Über dasSchwärmen

 

Es war der 18. September 1970. Ich stieg die Gangway herunter, war von der West- zurück an die Ostküste geflogen, von Los Angeles nach Philadelphia, und hatte Kalifornien, das damals gelobte Land, hinter mir gelassen. Ein zukünftiger Arbeitskollege holte mich bereits auf dem Rollfeld ab. Jimi Hendrix ist tot, sagte er zur Begrüßung. Mir verschlug es die Sprache. Hatte er nicht gerade noch, vor wenigen Tagen, in Deutschland ein Konzert gegeben, auf der Insel Fehmarn? Während der gesamten anschließenden Fahrt nach Camden, New Jersey, wo ich in meiner Eigenschaft als Kriegsdienstverweigerer am nächsten Tag in einer von Schwarzen und Puerto-Ricanern bewohnten Gegend meinen Ersatzdienst antreten sollte, blieb ich stumm, ja, war geradezu mit Stummheit geschlagen.

Jimi Hendrix war mein erster Schwarm. 1966 hörte ich zum ersten Mal Hey Joe. Ich lebte damals im Internat, ging in die Obertertia, und wir taten in unserer Freizeit nichts anderes als Rockmusik zu hören. Als seine Gitarre in meine Welt einbrach, war nichts mehr wie vorher. Sein Spiel kehrte mein Innerstes nach außen, machte mich taub gegen musikalische, überhaupt gegen jegliche Art von ‚Unterhaltung‘, ermöglichte mir die Flucht aus dem langweiligen Internatsalltag und linderte Kummer und Selbstzweifel.

Im Januar 1969, ich war siebzehn Jahre alt, sah ich Hendrix zum ersten Mal leibhaftig auf der Bühne. Ich hatte eine Sondererlaubnis bekommen, fuhr am Nachmittag mit dem Zug vom Internat in meine Heimatstadt, holte das um einige Zentimeter zu lange Haar, das ich immer hinter den Ohren versteckte, hervor, schloss mich in der Zugtoilette ein, schlüpfte in die damals angesagte Kleidung, die ich im Internat nicht tragen durfte, Schlaghose und gebatiktes T-Shirt, und entstieg dem Zug als freier junger Mann.

Was mir von dem Konzert am deutlichsten in Erinnerung geblieben ist, ist die Stille, die während seines Gitarrenspiels im weiten Rund der Sporthalle geherrscht hatte und in die sich die Soli ergossen wie in ein großes Gefäß. Zutiefst bewegt, fuhr ich am späten Abend zurück ins Internat: Er war mir erschienen.

Nun dringt seine Musik aus dem Zimmer meines Sohnes. Er spielt Gitarre. Er kann Hey Joe spielen und Stone Free, Burning of the Midnight Lamp, All Along the Watchtower, alles noch ein wenig buchstäblich (oder sollte ich sagen: notlich?), und The Star-Spangled Banner, jene von Hendrix zur Zeit des Vietnamkrieges gespielte Version der amerikanischen Nationalhymne, die immer noch das herausragende Beispiel einer geglückten Verschmelzung von Kunst und politischer Agitation ist.

Vor einigen Jahren, als ich eine Ausstellung über einen einwöchigen Besuch in Auschwitz machte, hat mein Sohn auf meinen Wunsch das Deutschlandlied bei der Ausstellungseröffnung ‚hendrixmäßig‘ interpretiert und mit seinen Rückkopplungen gnadenlos in seine Bestandteile zerlegt. Fast war es, als hörte man das Befehlsgebell der SS auf der Straße vor der Galerie, während ich aus meinem Auschwitz-Text vorlas.

Noch heute, nach über fünfzig Jahren, gerate ich aus der Fassung, wenn ich ein Hendrix-Lied höre. Nie wieder hat mich jemand derart weit aus mir herausgetrieben, in der Glut seiner Soli bin ich auferstanden.

Der Begriff Schwärmen hat laut Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache folgenden Ursprung: mhd. Swarmen, swermen; vgl. aengl. Swierman, schwed. svärma „sich als Schwarm bewegen“, besonders von Bienen; in der Reformationszeit für das Treiben der Sektierer gebraucht, erhält „schwärmen“ die übertragene Bedeutung „wirklichkeitsfern denken; sich begeistern“), dazu Schwärmer (im 16. Jahrhundert für „Sektierer“, später „begeisterter Phantast“; jetzt auch für bestimmte Abendfalter und Feuerwerkskörper) und „Schwarmgeist, Phantast“ (bei Luther „Schwermgeist“).

Ja, ich bin ein Schwärmer, ein Schwarmgeist, ein wirklichkeitsferner Denker, ein Phantast, mein Herz ist ein Bündel Lerchen, im Schwärmen gehe ich aus mir heraus, da weitet sich meine Brust, ich fahre gen Himmel und meine Lebensgeister schäumen auf, ich lasse fünf gerade sein, singe ein bedingungsloses Ja hinaus in die Welt, ziehe mich am eigenen Schopf aus dem Sumpf, stoße in die Fanfaren der Illusion, verliere jedes Maß, verlasse das Wohltemperierte, verlache das Wohldurchdachte, erhebe mich aus der Asche meiner Existenz, ja, ich schwärme für das Schwärmen, schwärme aus auf der Suche nach geistigen Verbündeten und, ja, ich bin auch ein begeisterter Bewohner meiner eigenen, elfenbeinernen Existenz. Erstmals deutlich geworden ist mir das kurz vor dem Abitur, als ich mit meinem besten Internatsfreund im Rheinhotel Dreesen saß, einem weißen Gründerzeitbau am Rheinufer, wo ich hin und wieder einkehrte, vornehmlich aus zwei Gründen: zum einen wegen seiner wechselvollen Geschichte, die uns im Rahmen des Geschichtsunterrichts durch einen Ausflug ins Hotel anschaulich gemacht worden war – Adolf Hitler hatte sich 1926 bei seinem ersten Besuch als „staatenloser Schriftsteller“ eingetragen, die Oberkommandos verschiedener Armeen nahmen es im Zweiten Weltkrieg als Hauptquartier; zum anderen wegen des prickelnden Gefühls, das mich ergriff, wenn ich in meinen jungen Jahren von einem Ober in Livree auf vornehme, einem Pennäler nicht angemessene Art bedient wurde, nur das Geld für das billigste Getränk in der Hosentasche: „Ein Kännchen Kaffee mit zwei Tassen bitte.“

Wir saßen im Kastaniengarten mit Blick auf den Drachenfels und den Rhein, auf dem noch von Schleppern gezogene Lastkähne verkehrten. Es war ein frühsommerlicher Juninachmittag, wir unterhielten uns über unsere Zukunft nach dem Abitur und stimmten mit dem damals herrschenden, von der 68er-Bewegung geprägten Zeitgeist überein, dass man die Gesellschaft verändern müsse – aber über den Weg stritten wir heftig. Mein Freund vertrat die Ansicht, dass man einen Beruf zu ergreifen habe, denn nur von innen heraus, als Teil der Gesellschaft, könne man sie verändern. Er hatte bereits ziemlich genaue Vorstellungen, er wollte Jura studieren und Rechtsanwalt werden. Ich schüttelte immerzu den Kopf und vertrat das Gegenteil, nur von außen könne man gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen. Dazu brauche es eine Utopie, die allein durch ihre Distanz zu den bestehenden Verhältnissen deren Veränderung ermögliche. Insgeheim jedoch war ich von einer totalen Verweigerungshaltung durchdrungen, die ich nicht in Worte fassen konnte, derer ich mich deshalb schämte und die ich dadurch, dass ich den Begriff „Utopie“ ins Spiel brachte, salonfähig zu machen versuchte. Nein, mit der Gesellschaft wollte ich nichts zu tun haben, ich wollte mein eigenes Leben leben, es für mich neu erfinden. Die Vorstellung, einer geregelten Arbeit acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche nachzugehen, schien mir unerträglich. Mein Freund nannte mich einen Eskapisten und ich ihn im Gegenzug einen Opportunisten, dem es unter dem Deckmäntelchen des von der außerparlamentarischen Opposition ausgerufenen Marschs durch die Institutionen nur um seine Karriere gehe. Das Gespräch endete in einer spürbaren Abkühlung unserer Freundschaft, und wenn ich mich recht erinnere, gingen wir auf getrennten Wegen ins Internat zurück.

So wurde mir an jenem geschichtsträchtigen Ort zum ersten Mal bewusst, dass ich meine persönliche Geschichte nicht mit der allgemein gesellschaftlichen synchronisieren konnte, nicht unbedingt, weil es mir unmöglich war mich unterzuordnen, sondern weil ich nichts als meine Existenz in die Waagschale zu werfen hatte: Sie duldete keinen Beruf, denn sie war Berufung. Da stand ich, mit nichts in der Hand als einem diffusen Vermögen, sie in Worte oder Bilder zu fassen, nein, nicht einmal einem Vermögen, nur einer maßlosen schwärmerischen Energie, die mich mit gesenktem Kopf voranstieß. Es war, als hätte ich damals in diesem lichten und zugleich verzweifelten Moment das erste Mal den Ton meiner Existenz in mir gespürt. Es war ein einzelner Ton, kein Zwei-, Drei- oder Mehrklang, weder einem Musikinstrument noch einer Kehle entstammend, frei schwingend in Leib und Seele, ohne Anfang und Ende. Es war weniger ein Hören als ein Innewerden: Dieser Ton hatte keine Frequenz, versetzte weder das Trommelfell noch die Gehörknochen in Schwingung. Er war der Kern meiner schwärmerischen Energie und würde sich von nun an als schwarzes Leuchten durch mein Leben ziehen. Mir war es aufgegeben, meine Stimme zu formen, aus der anfänglichen Nabelschau das Allgemeingültige herauszufiltern und mich ohne schlechtes Gewissen und falsche Scham zu ihr zu bekennen. Damals schrieb ich die folgenden Gedichtzeilen: „Ich will nichts lernen, / ich will nichts lernen, / es keimt aus mir heraus, / das ist alles. / Regen fällt ins Meer.“ Hätte ich gewusst, welch langer beschwerlicher Weg vor mir lag, ich wäre trotzdem losmarschiert. Ich hatte keine Wahl, aber die Aussicht auf den geistigen Proviant meiner vielen zukünftigen, von meiner schwärmerischen Natur zu Wegbegleitern auserkorenen ‚geistigen Blutsbrüder‘, so möchte ich sie, das Pathetische nicht scheuend, nennen, ermutigte mich.

Da war zuerst einmal Beckett. Es war ein, verglichen mit der Begeisterung, die ich für Hendrix empfand, stilleres, nicht so überschäumendes Schwärmen, was wohl auf den naturgemäßen Unterschied zwischen Musik und Literatur zurückzuführen ist: Töne gehen direkt ins Blut, Worte dagegen wirken eher wie Vitamine, die sich über Monate und Jahre im Körper ablagern. Seine Romanfiguren Molloy, Murphy und Malone begleiteten mich, allesamt Tippelbrüder, die, rittlings über dem Grab geboren, durch die Kulissen eines sinnlosen Daseins strichen, fortwährend in Selbstgespräche verwickelt, jenseits von Gut und Böse, Trauer und Glück, doch mitunter durchaus vergnüglich. Molloy trug einen Mantel mit vier Taschen, in denen er jeweils vier Lutschsteine aufbewahrte, die er nach einem ganz bestimmten System durch die Taschen wandern ließ, um keinen Stein zweimal hintereinander zu lutschen. Wie er das bewerkstelligte, beschrieb Beckett haarklein auf mehr als einem Dutzend Seiten in jenem mit einem grünen Umschlag versehenen und drei Romane enthaltenden Buch, das mir 1969 in die Hände fiel.

Wenn ich es heute aufschlage und mir als Erstes ein vergilbter, vielmals gefalteter Zeitungsausschnitt aus dem Rheinischen Merkur entgegenfällt, auf dem Becketts hagerer, an einen Adler erinnernder Kopf mit den kurzen, struppig grauen Haaren abgebildet ist, ich dann weiter blättere und die vielen, mit Bleistift unterstrichenen Textpassagen und die zahlreichen Randnotizen sehe, dann wird es mir warm ums Herz bei dem Gedanken, wie sehr die Figuren mein damaliges Lebensgefühl verkörperten.

Beckett hat einmal auf die Frage, was denn Kunst sei, geantwortet: The expression that there is nothing to express, nothing with which to express, nothing from which to express, no power to express, no desire to express, together with the obligation to express. Die Aussage rührte mit ihrer Radikalität an etwas tief in mir Verborgenes, obwohl sie auf der Ebene des Lebensvollzugs nicht auf mich zutraf, ich war jung und es steckte einiges in mir, das nach Ausdruck verlangte.

Im Januar 1972 kehrte ich nach Deutschland zurück, mit dem Vorhaben Freie Kunst zu studieren. Ich hatte mir während meiner Zeit in Amerika eine Mappe zusammengezeichnet und -fotografiert, mit der ich mich an der Hamburger Kunstakademie bewarb und angenommen wurde. Und dann geschah etwas Merkwürdiges, das ich aus heutiger Sicht nur noch schwer nachvollziehen kann: Ich schlug den Studienplatz aus. Die täglichen Einflüsterungen zweier Freunde, die Soziologie und Politik studierten und mit denen ich in eine Scheune am Rand des Teutoburger Waldes gezogen war, hatten gefruchtet: Kunst ist bürgerlich, ein Steckenpferd der Bourgeoisie. Mit Ästhetik kann man die Gesellschaft nicht verändern. Nur der Marxismus liefert das analytische Handwerkszeug, um den Kapitalismus zur Strecke und eine neue Gesellschaftsform auf den Weg zu bringen. Und hat man einmal die Missstände erkannt, muss man sie bekämpfen, und zwar auf politischer Ebene, nicht aus der Ferne eines im Elfenbeinturm verbrachten Lebens. Es gibt kein richtiges Leben im falschen – Adornos Satz war für mich wie in Stein gemeißelt, ich gab mich geschlagen, ja, meine Kunst war eine bürgerliche Verirrung. Es war mir nicht möglich, ohne theoretische Rechtfertigung – hätte ich nur damals schon Peter Handkes Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms gelesen! – zu meinem Gefühl zu stehen und auszurufen: Ich mache Kunst um der Kunst willen, nicht der Zweck, sondern die Zwecklosigkeit heiligt ihre Mittel! Ich ließ den Platz an der Akademie verfallen und schrieb mich für das Wintersemester in Psychologie ein.

Nicht einmal die glücklichen Tage, die ich im Frühsommer im Bergischen zubrachte, und die mir jetzt im Rückblick wie eine Blaupause für das künstlerische Schaffen schlechthin erscheinen, wie das Sinnbild einer Selbstumarmung, konnten meinen Sinneswandel beeinflussen. Damals stellte ich, beeinflusst von Heinz Macks Stelen in der Wüste, große Bruchstücke von Industrieglasscheiben auf einer Weide in einer Reihe auf, um ihre gezackte, an ein Bergmassiv erinnernde Silhouette, die mit den Baumkronen des nahen Waldes korrespondierte, zu fotografieren. Welch Glücksgefühl durchströmte mich, als es mir nach vielen Versuchen gelungen war, sie in einer spannungsvollen Abfolge abzulichten! Und welch unvergleichliche Mischung aus tiefer Genugtuung und einem nach außen hin stillen, nach innen jedoch fast berstenden Außer-sich-Sein erfüllte mich, als sich die Bilder in der Entwicklerflüssigkeit materialisierten und ich sah, dass sie ganz und gar meinen Vorstellungen entsprachen.

Das Studium hatte für mich nichts mit einer Berufsausbildung zu tun, es war eher eine Auszeit, in der ich – so sehe ich es rückblickend – denjenigen Kräften, die mich dazu befähigen würden, meine Berufung in die Tat umzusetzen, eine weitere Möglichkeit zur Sammlung einräumte. Tagsüber ging ich in die Bibliothek, nach Sonnenuntergang in die Dunkelkammer, die ich mir eingerichtet hatte. Zwischen den Seminaren zeichnete ich, entwarf Fotoserien, übte den Spagat als Falscher im richtigen Leben, wurde Mitglied einer politischen- und gründete gleichzeitig eine Theatergruppe, die sich an Artauds Theater der Grausamkeit orientierte. Beckett war weiterhin einer meiner Begleiter, und so zitierte ich die Lutschsteinpassage, die immerhin sechzehn Seiten lang war, in meiner Diplomarbeit, was nicht unwesentlich dazu beitrug, dass meine Arbeit als feuilletonistisch und unwissenschaftlich bezeichnet und damit für den Bereich der empirischen Psychologie abgelehnt wurde. Ich stand mit dem Rücken zur Wand, und da endlich brach sich mein innerer Drang, den ich damals im Rheinhotel Dreesen zum ersten Mal gespürt hatte, rückhaltlos Bahn, er ließ sich nicht mehr zügeln. Ich sprang ins kalte Wasser der freien Kunst und begann an einer Art Gesamtkunstwerk aus Film, Theater und Musik zu arbeiten, mit dem ich in den nächsten Jahren durch die deutschen Kleinkunstbühnen tourte, begleitet von Herbert Achternbuschs geflügeltem Wort: Du hast keine Chance, aber nutze sie. Es war eine Ochsentour.

Achternbusch war für mich wie ein großer Bruder. Sein von Melancholie grundiertes Werk sprach mir aus der Seele. Ihn auf der Welt zu wissen, in seinen Büchern und Filmen seine Gegenwart zu spüren, war ein Trost. Da war ein Gleichgesinnter, der mir zeigte, dass es möglich war, das Unvermögen in normalen Verhältnissen zu leben, als Stärke, nicht als Schwäche der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zudem verkörperte er für mich das Ideal des vielseitigen Künstlers, der Schriftsteller, Filmemacher und bildender Künstler in einer Person ist, und dessen Leben in eins geht mit seiner Kunst. Und dann kreuzten sich auch noch unsere Wege, ich begegnete ihm zufällig, in Griechenland, südlich von Kalamata, als ich einen Film drehte, den ich ihm widmen wollte. Einige Monate später gab es dann ein Wiedersehen in Ambach am Starnberger See, ich zeigte ihm den Film. Seitdem habe ich ihn, immer wenn ich in München war, besucht. Das letzte Mal sah ich ihn vor einigen Jahren auf der Straße nach einem Kinobesuch. Er stand da, ockerfarbenes Sakko, schwarzer Hut, schwarze Hose, Hände in den Hosentaschen, und es hatte den Anschein, als wüsste er nicht wohin. Aber ich verspürte keinen Wunsch, ihn anzusprechen, und wie ich ihm nachblickte, fühlte ich, dass ich ihn und er mich verlassen hatte.

So ist das mit den Lebensabschnittspartnern. Sie kommen und gehen. So überschwänglich sie zu gegebener Zeit, oft mit Pauken und Trompeten, in mir lebendig werden, so heimlich schleichen sie sich wieder davon. Auch Henry Miller hat sich kaum merklich davongestohlen. Als Primaner war ich auf ihn aufmerksam geworden, aber damals hatte ich noch nicht für ihn geschwärmt, das geschah erst viel später, als freier Künstler. Da endlich entfaltete er seine volle Wirkkraft in mir, und ich hing an seinen Zeilen, wenn er, beeinflusst durch Nietzsche, Spengler, Buddha und Laotse, in surrealen Visionen das Weltgeschehen mit der eigenen Existenz verband, wenn er die bedingungslose Hingabe an das Leben selbst, das er in seinem ungeordneten Nebeneinander von Hohem und Niedrigem, Grausamem und Zärtlichem, Lächerlichem und Anbetungswürdigem bejahte und in glühenden Worten schilderte. Wenn mir Selbstzweifel und Misserfolg jegliches Selbstvertrauen austrieben, war er stets zur Stelle und rief mir zu: Nimm dir ein Beispiel an mir, jahrzehntelang habe ich von der Hand in den Mund gelebt, keiner wollte meine Bücher veröffentlichen, ich hatte nicht die geringste Ahnung, ob meine Schreiberei etwas taugte, und doch habe ich das Leben bei den Hörnern gepackt! Und wenn danach meine Zuversicht noch immer nicht erwacht war, fasste er mich etwas härter an: Wie kannst du nur so unfrei sein, dein Wohlergehen von den Wechselfällen des Kunstbetriebes abhängig zu machen!? Halt den Mund und tue deine Arbeit!

Und so bin ich für eine Weile nach Paris gezogen – in die Stadt der großen Geister, in der viele meiner Helden gelebt hatten –, um auf Millers Spuren zu wandeln, habe die Orte, an denen er gewohnt, die Lokale, die er besucht, und die Straßen, in denen er sich herumgetrieben hat, aufgesucht, habe im Klang ihrer Namen, rue de la Tombe-Issoire, Clichy, Brasserie Zeyer, Louveciennes, Villa Seurat, die Bilder der Vergangenheit beschworen und ihn in einem Theaterstück, das auf den Terrassen der drei großen Cafés am Montparnasse – Le Dome, La Coupole und Le Select – spielte, in Gesprächen mit anderen großen Geistern, für die ich mehr oder weniger geschwärmt hatte, Cage, Artaud, Dalí, Beckett, Buñuel, Jarry, auferstehen lassen.

Michel Houellebecq schreibt in seinem Buch Die Unterwerfung: ...allein die Literatur vermittelt uns das Gefühl von Verbundenheit mit einem anderen menschlichen Geist, mit allem, was diesen Geist ausmacht (...) Ein Buch, das man mag, ist zudem vor allem ein Buch, dessen Autor man mag, dem man gern begegnet, mit dem man gern seine Tage verbringt.

Houellebecq spricht mir aus der Seele: Mein Schwärmen begnügt sich nicht mit dem Werk derer, für die ich schwärme. Schnell hat es zwischen den Zeilen Partikel ihrer Persönlichkeit aufgespürt, nach meinen Wünschen zusammengesetzt und sie zu meinen Begleitern und Verbündeten gemacht. Es tut gut, sie auf der Welt zu wissen. Ohne sie bin ich auf mich selbst zurückgeworfen und muss mein Dasein in meinen eigenen überschaubaren Grenzen fristen.

Achternbusch war mein großer melancholischer Bruder, der ein ähnliches familiäres Schicksal teilte; Samuel Becketts Landstreichern fühlte ich mich verwandt und mit ihnen strich ich durchs Land; Henry Miller, der Stehaufmann par excellence, reichte mir stets die Hand, wenn ich am Boden lag – und, seitdem sie (um nur meine ‚Hauptumschwärmten‘ zu nennen) von mir gegangen sind und ich sie nur noch in guter Erinnerung habe, ist es Peter Handke, der mir den Rücken stärkt, mir beisteht wie ein Geist aus der Flasche, ich brauche sie nur zu entkorken, und schon zeigt mir sein Beispiel, wo’s lang geht, querfeldein auf Neben- und Abwegen durchs Hinterland auf dem Luftkissen der Sprache.

Fast immer ist es so, dass, wenn ich in einer Buchhandlung ein neues Buch von ihm aufschlage und zu lesen beginne, die Worte mich hochstimmen und mich der Reigen seiner Sätze, auf unnachahmliche Weise vom Rhythmus des Innehaltens und Fließens bestimmt, in Bann schlägt. Und dann, irgendwann, hält es mich nicht mehr auf meinem Stuhl, zu groß wird die Erregung, das frische Buch droht meinen Händen zu entgleiten wie eine heiße Kartoffel, ich muss es zuklappen, mit mir davontragen, es entführen an einen sicheren Ort, wo ich es erst einmal in Ruhe lasse, bis ich mich abgekühlt habe.

Vor kurzem nahm ich den Versuch über den geglückten Tag, jenes Buch, mit dem mein Schwärmen für Peter Handke begann, wieder einmal zur Hand und ich wurde sogleich erfasst von der präzisen und zugleich luftigen Sprache, und kam langsam, Satz für Satz ins Schwärmen: Es war, als setzten die Worte, ein jedes mit Schwingen versehen, an verschiedenen Stellen meines Körpers an und lüpften mich mit vereinten Kräften empor. Ein feierliches Gefühl ergriff mich, das bald in ein Die-Arme-in-die-Luft-Strecken, ein Freiwerden und schließlich in ein – ich scheue mich nicht, die pathetische Wendung von Ungaretti zu zitieren – „Erleuchtet-Sein vom Unermesslichen“ überging, so, wie es mir bei den Songs von Jimi Hendrix, der Oper Parsifal von Richard Wagner und dem Theaterstück Civil Wars von Robert Wilson geschehen ist.

Wie in diesem ‚Versuch‘ ein Satz den anderen gibt; wie das Nachdenken zum Den-Dingen-hinterher-und-um-sie-Herumdenken wird; wie dieser Versuch, einer Sache ohne Vorurteile und Hintergedanken auf den Grund zu gehen, in seiner Redlichkeit, in seinem nicht locker- und eine stetige Geistesgegenwart walten lassen, schön, entwaffnend schön ist, und wie die Worte, dieser Schönheit vollkommen gemäß, den Leser mitnehmen auf den mäandernden, von Irrtum zu Irrtum führenden Weg! So kann man ihn als einen wahren, dieses Unterwegssein als ein wahres Unterwegssein bezeichnen, als das Gewahr-Werden eines sich erst im Moment des Voranschreitens auftuenden Weges, auf dem der Augenblick und zugleich das den Augenblick Überdauernde den Leser an die Hand nehmen – kurz, ein Weg, der ihm den Begriff des Schönen mit Leben füllt.

DerHolunderkönig

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Chaville ist ein kleiner Ort am südwestlichen Rand von Paris, zwischen Sèvres und Versailles gelegen. Heute, es ist der 17. August 2006, werde ich dorthin fahren, um ihn zu treffen, ihn, der mir in den letzten Jahren zu einem geistigen Begleiter geworden ist. Wo ich ihn treffe, steht noch nicht fest, das überlasse ich dem Zufall, oder dem Schicksal, je nachdem, wie man den Lauf der Dinge betrachtet. Auf jeden Fall sollte ich sein Buch, das er über die Gegend dort, die Niemandsbucht, wie er sie zu nennen pflegt, geschrieben hat, mitnehmen, als eine Art Talisman, der die an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit eines Treffens zu einer hundertprozentigen macht (ja, so könnte man es ausdrücken: eine hundertprozentige Wahrscheinlichkeit). Auch einen Regenschirm sollte ich mitnehmen, seit Tagen herrscht in Paris das reinste Aprilwetter, und das im August. Zwar scheint früh morgens die Sonne, aber das will nicht viel bedeuten, denn wenig später bezieht sich der Himmel, und spätestens mittags, nach der ersten Schreibschicht, wenn ich mein Atelier in der Cité des Arts verlasse und um die Ecke in der rue Saint-Antoine oder im angrenzenden jüdischen Viertel einen Kaffee trinken gehe, beginnen die Regenschauer.

Ich mag die Spaziergänge durch die Pariser Straßen, in denen es so viel zu entdecken gibt. Letztens habe ich neben der Klingel eines „Kinésithérapeute“ (was immer sich hinter dieser Therapie verbergen mag) ein Sgraffito gesehen, das schablonenhafte Portrait Sigmund Freuds in gesprühten Pastellfarben, Freud im blauen Anzug in lässiger Haltung mit einer Zigarre in der linken Hand. Dienstags und sonntags dehnen sich meine Gänge bis hin zur Bastille und zum Markt auf dem Boulevard Richard-Lenoir, wo ich mir meist ein paar Doraden hole, ein köstlicher und preisgünstiger Fisch, dazu noch eine Augenweide – aber von meinen Streifzügen durch die Pariser Straßen soll jetzt nicht die Rede sein, es geht um meinen Besuch in der Vorstadt. Schon seit langem, seitdem ich das Buch Mein Jahr in der Niemandsbucht gelesen habe, wollte ich nach Chaville fahren, und von Anfang an war dieser Wunsch von der fixen Idee begleitet: Wenn du nach Chaville fährst, dann wirst du ihn auch dort treffen; wenn ich da bin, wird auch er da sein! Dieses Bedingungsgefüge glich einer unumstößlichen Wahrheit, zumindest stand es für die Herausforderung, das Unmögliche möglich zu machen, das Schicksal zu zwingen. Eine Art magischen, kindlichen Denkens – was ich will, vorausgesetzt, ich will es mit allen Fasern meines Körpers, das wird geschehen – ließ meine Hoffnung zur Gewissheit werden, dass sich im Lauf dieses einen, auf den Straßen von Chaville zu verbringenden Tages unsere Wege kreuzen würden. (Hatte mir das Schicksal nicht schon einmal ein solches Über-den-Weg-Laufen beschert, damals, als ich Herbert Achternbusch in Stupa, einem kleinen griechischen Fischerort südlich von Kalamata, getroffen und kennengelernt hatte? Freilich mit dem Unterschied, dass ich zuvor nicht einmal im Traum daran gedacht hatte.)

Nun ist es so weit, der Tag ist gekommen, und ich stehe da mit leeren Händen, habe weder seine Adresse noch Telefonnummer. Wunderbar. Vor mir liegen die Niemandsbucht und ein freier Tag, dem die Aussicht auf das irgendwann (bis vierundzwanzig Uhr) stattfindende Rendezvous einen besonderen Glanz verleiht. Alles, was ich zu tun habe, ist, mich in den Straßen und Cafés von Chaville zu zeigen und so dem Schicksal die Möglichkeit einzuräumen, ein Treffen zu arrangieren. Wie sagte noch Picasso? Ich suche nicht, ich finde. Und ich? Ich suche findend. Und doch werde ich nach meiner Ankunft zuallererst im örtlichen Telefonverzeichnis nachschauen (im vierteiligen Pariser Telefonbuch habe ich gestern nach seinem Namen geforscht, obwohl ich wusste, dass er dort nicht verzeichnet sein kann, weil Chaville, wie gesagt, ein Vorort jenseits der Périphérique ist und zum Pariser Stadtgebiet nur das gehört, was innerhalb der Stadtautobahn liegt), aber das wird wohl aussichtslos sein, denn er ist ein berühmter Mann, und berühmte Männer haben meistens eine Geheimnummer. Ob er ein Mobiltelefon hat? Einen Anrufbeantworter? Ob auf dem Anrufbeantworter die Stimme seiner halbwüchsigen Tochter zu hören ist: Nous sommes pas chez nous, mais vous pouvez laisser un message. Merci. Ob er noch mit dieser Schauspielerin liiert ist? – Wenn ich meine Gedanken laufen lasse, werden sie geschwätzig, geben ihm eine Tochter an die Hand, verschaffen ihm eine neue Geliebte, bestellen das Aufgebot, statten ihn mit diesem und jenem Charakterzug aus. Ich stelle ihn mir als höflichen, zurückhaltenden, jedoch launischen Menschen vor, der zwischendurch auch mal recht aufbrausend sein kann, wie in jener Diskussion, in der er nach einer Aufführung eines seiner Theaterstücke, Angriffen aus dem Publikum ausgesetzt, fortwährend, wie ein trotziger Junge, der Kieselsteine vor sich her tritt, mit dem Zeigefinger gegen das Mikrofon schnippte. Aber sein lange Jahre währendes Ringen um Gelassenheit, das zwischen den Zeilen seiner Bücher immer wieder aufscheint, seine vielen Wanderungen durch die verschiedensten Weltgegenden, werden inzwischen wohl Früchte getragen und seine Grundwut, von der er einmal gesprochen hat, besänftigt haben. Apropos Früchte, wenn ich ihn mir als Pflanze vorstelle, dann als Brombeere, unzugänglich, aber wohlschmeckend, nein, besser: als Holunder. Bei dieser Pflanze vollzieht sich die Verwandlung von der Blüte zur Frucht subtiler als beispielsweise beim Obst, es findet weniger ein Gestalt-als ein Farb- und Haltungswechsel statt: von der sich der Sonne entgegenstreckenden, wie aus feinsten Spitzen gewebten, weißen Blütendolde hin zu einer schweren, unter dem Gewicht der Beeren herabhängenden, dem Boden zugekehrten schwarzen Beerendolde.

Angenommen, ich käme auf irgendeinem verschlungenen Weg in den Besitz seiner Telefonnummer, würde ich ihn dann anrufen? Ich sehe mich in einer Telefonzelle unzählige Male zum Hörer greifen und beim ersten Freizeichen wieder einhängen. Das Herz schlägt mir bis zum Hals, und die Scheiben der Telefonzelle sind beschlagen. Immer wieder spreche ich den Satz, den ich mir zurechtgelegt habe, vor mich hin, und mit jedem Mal hört er sich hölzerner und blöder an.

Würde er sich mit seinem Namen melden? Ich denke nicht. Zum einen ist das in Frankreich nicht üblich, hier sagt man nur „allo“ oder „oui“, zum anderen ist er nicht der Mann, der diese fest umrissene Identität in sich trägt, die dazu befähigt, seinen Namen klangvoll in die Leitung zu stellen, auch nicht nach all den Jahren und den vielen, ihm zugedachten Preisen. Die Annehmlichkeiten eines soliden und anständig bekleideten Ich-Gefühls (wie es einmal eine Kritikerin treffend im Zusammenhang mit den Autobiografien zweier Großschriftsteller formuliert hat), ein festes Auftreten und ein klares Urteil sind ihm ein Gräuel, nein, er ist ein Zweifler geblieben, ein Zauderer, dem das Frage- näher als das Ausrufezeichen ist.

Im August sind die Pariser in Urlaub und die Straßen leer, und es ist eine Lust, mit dem Wagen durch Paris zu fahren. Man hat die ganze Straßenbreite zur Verfügung. Ich gleite durch die Stadt Richtung Porte de Saint-Cloud, dort reißt das Stadtgebiet auf, und als ich die Pont de Sèvres überquere, bin ich von nichts als Weite umgeben. Der Rand des Pariser Beckens ist zu erkennen, wie es unmittelbar hinter dem Seine-Ufer leicht ansteigt zu bewaldeten Hügeln, die Kastanien schon herbstlich gefärbt. Jenseits des Flusses, neben dem mächtigen Gebäude des Keramikmuseums, die Andeutung eines Taleinschnitts, in den die Straße mündet, dann geht es leicht bergan in Schlangenlinien durch Sèvres mit seiner für die Pariser Vorstädte typischen Mischung aus zehnstöckigen Apartmentgebäuden und Einfamilienhäusern. Die ersten Hinweisschilder nach Chaville, Viroflay und Versailles tauchen auf, die Ortschaften ineinander übergehend, wie schon auf der Karte erkennbar, schließlich das Ortseingangsschild: CHAVILLE. Noch immer führt die Straße bergauf, die Bebauung wird niedriger, ein letztes Mal ein hohes Gebäude auf der linken Seite, das Hotel Campanile, dann Monoprix, Markthalle, Kirche und gegenüber die Post.