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Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt. "Toni, der Hüttenwirt" aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte – und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber – Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Sebastian Baumberger saß in dem Raum hinter der Rezeption. Die Tür stand offen. Er wollte die Rezeption im Auge behalten. Blacky saß mit den Bauherren nach dem Abendessen in der Bar. Amy wartete in einem Nebenraum der Eingangshalle. Alle, die sie angerufen hatten, waren inzwischen eingetroffen, Pfarrer Zandler, Annerl Stöcker, Martin und Katja, der Abt vom Kloster in Kirchwalden, Manfred Moser mit seiner Frau, sein Sohn Magnus mit seiner Frau Charlotte, Holger und Gretel Wiesner, Bürgermeister Fritz Fellbacher mit seiner Frau Irene, Oberin Justina Amys Großmutter Cilly und ihr Verlobter Nico waren zuerst gekommen. Sebastian hatte einen Kellner abgestellt, der in Abständen sich um die Getränke kümmerte. Amy hatte allen erzählt, warum sie sie so überraschend eingeladen hatte. »Und Blacky weiß nichts von seinem Glück?«, fragte Vinzenz. »Nein! Es wird eine Überraschung für ihn sein. Ich habe euch alle gebeten, zu kommen, damit ihr ihn beglückwünscht und ihn ermuntert. Blacky hielt sich für zu alt, um Vater zu werden. Tina hatte in den letzten Wochen öfter ihren Kinderwunsch angedeutet. Aber Blacky hatte dafür kein Verständnis. Außerdem fand er wohl den Altersunterschied zu mir zu groß. Das ist Unsinn«, erklärte Amy. »Aber da hat wohl etwas Größeres eingegriffen.«
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Sebastian Baumberger saß in dem Raum hinter der Rezeption. Die Tür stand offen. Er wollte die Rezeption im Auge behalten. Blacky saß mit den Bauherren nach dem Abendessen in der Bar. Amy wartete in einem Nebenraum der Eingangshalle. Alle, die sie angerufen hatten, waren inzwischen eingetroffen, Pfarrer Zandler, Annerl Stöcker, Martin und Katja, der Abt vom Kloster in Kirchwalden, Manfred Moser mit seiner Frau, sein Sohn Magnus mit seiner Frau Charlotte, Holger und Gretel Wiesner, Bürgermeister Fritz Fellbacher mit seiner Frau Irene, Oberin Justina Amys Großmutter Cilly und ihr Verlobter Nico waren zuerst gekommen.
Sebastian hatte einen Kellner abgestellt, der in Abständen sich um die Getränke kümmerte.
Amy hatte allen erzählt, warum sie sie so überraschend eingeladen hatte.
»Und Blacky weiß nichts von seinem Glück?«, fragte Vinzenz.
»Nein! Es wird eine Überraschung für ihn sein. Ich habe euch alle gebeten, zu kommen, damit ihr ihn beglückwünscht und ihn ermuntert. Blacky hielt sich für zu alt, um Vater zu werden. Tina hatte in den letzten Wochen öfter ihren Kinderwunsch angedeutet. Aber Blacky hatte dafür kein Verständnis. Außerdem fand er wohl den Altersunterschied zu mir zu groß. Das ist Unsinn«, erklärte Amy. »Aber da hat wohl etwas Größeres eingegriffen.«
Sie schaute Martin an.
»Sage du bitte etwas dazu.«
Martin nickte.
»Ich denke, ich verletze nicht meine ärztliche Schweigepflicht, wenn ich allgemein über Empfängnisverhütung spreche. Allgemein wird angenommen, dass in unserer modernen Zeit die Pille, wie man salopp sagte, sicher ist. Okay, sie ist sehr sicher. Aber nicht hundert Prozent. Bei Medikamenten gibt es nie eine hundertprozentige Wirkung. Wenn tausend Frauen die Pille ordnungsgemäß einnehmen, weist der Pearl–Index eine Unwirksamkeit bis zu sieben Ergebnissen auf.«
»Und bei Tina scheint diese Tatsache eingetroffen sein«, unterbrach Amy Martin. »Also, Tina und Martin sind auf dem Weg, Eltern zu werden. Ich habe euch alle eingeladen, damit ihr Tina beisteht und Blacky stärkt.«
Amy erklärte, dass Tina hier im Hotel sei und dass sie später alle zusammen nach ober in die Suite gehen würden, um gemeinsam die gute Nachricht zu feiern. Sie erzählte auch von dem Umschlag mit der Nachricht.
Alle schmunzelten.
»Das wird eine Überraschung für Blacky sein«, sagte Vinzenz. »Er wird sich ersten Mal zieren. Er ist der Typ, der immer einige Zeit benötigt, wenn es um private Angelegenheiten geht. Bei plötzlichen Änderungen im Geschäftsleben ist er fix, findet sich damit ab und stellt sich um. Aber mit unser aller Beistand wird er sich schon dreinfinden.«
Zur gleichen Zeit betrachtete Sebastian den Briefumschlag, der vor ihm auf den Schreibtisch lag. Er erinnerte sich, wie es bei sich und Sophie war, als sie erkannten, dass sie Eltern werden würden.
Eine Mitarbeiterin der Rezeption erschien im Türrahmen.
»Herr Schwarzer ist eben durch die Halle gegangen. Er steht draußen auf dem Parkplatz und verabschiedet sich.«
»Schnell, hole ihn zurück«, rief Sebastian.
Die junge Mitarbeiterin in dem dunkelgrünen Hosenanzug im Landhausstil eilte davon.
Sebastian sah durch die großen Fenster, wie sie Blacky ansprach. Er schüttelte noch Hände, dann kam er zurück.
»Sebastian, deine Mitarbeiterin sagte, du wolltest mich sprechen«, sagte Blacky.
»Ja, ich habe eine Nachricht von Amy für dich und einen Brief«, antwortete Sebastian.
»Komm, wir stehen hier im Foyer im Weg«, sagte Sebastian.
Er bat Blacky, mit in eine Ecke zu kommen.
Dort blieben sie stehen.
»Amy hat für euch eine Suite gebucht. Tina war heute Nachmittag nach München gekommen. Ihr könnt nicht in eurer alten Wohnung übernachten. Und nachts zurück nach Waldlkogel zu fahren, ist kein Vergnügen.«
Blacky kräuselte die Stirn.
»Warum?«
»Blacky, das musst du Amy selbst fragen. Die Suite liegt in der oberen Etage. Es steht ›König Ludwig‹ an der Tür.«
»Danke! Ist ein bisserl sonderbar. Hat Amy etwas angedeutet?«
»Hier den Umschlag soll ich dir geben. Vielleicht gibt er dir Antwort.«
»Amy ist immer für eine Überraschung gut«, murmelte Blacky.
Er nahm den größeren Umschlag entgegen.
Befühlte ihn und riss ihn auf.
Sebastian entfernte sich, ging zurück zur Rezeption.
Als er sich zu Black umsah, sah er, wie dieser zur nächsten Sitzgruppe im Foyer schwankte.
Sebastian spurtete zu ihm, packte ihn am Arm und half Blacky bei den letzten Schritten.
»Was ist los? Ist dir das Abendessen nicht bekommen? Oder hattest du anschließend zu viele Obstler in der Bar?«
Blacky schüttelte den Kopf. Er sah angeschlagen aus wie jemand, der unter Schock steht.
Er schob Sebastian den Inhalt des Umschlags hin.
»Ist wohl eindeutig«, murmelte Blacky.
Sebastian tat, als wüsste er nichts.
Er besah sich den Text und las den Zettel.
Er lächelte.
»Nett geschrieben von Tina«, sagte Sebastian.
Blacky lehnte sich zurück und schloss die Augen.
»Da … da … das mu … muss … ich …«
Sebastian legte Blacky die Hand auf die Schulter und sagte:
»Glückwunsch!«
Blacky antwortete zuerst nicht. Als er etwas sagen wollte, rang er nach Worten oder stotterte. Blacky versuchte aufzustehen, sackte aber wieder auf das Polster, weil ihn seine Beine nicht trugen.
»Freust du dich nicht?«, fragte Sebastian.
Blacky war unfähig zu antworten.
»Okay, du bleibst hier ganz ruhig sitzen«, sagte Sebastian. »Ich bin gleich zurück.«
Blacky nickte nur.
Sebastian eilte quer durch das Foyer und verschwand durch eine Tür.
Alle Augen richteten sich auf ihn.
»Martin, vielleicht solltest du nach Blacky sehen. Es hat ihn ziemlich mitgenommen. Ich würde sagen, er braucht einen großen Obstler. Aber ich bin etwas unsicher, ob er ihn aus ärztlicher Sicht verträgt?«
Alle stürzten in Richtung Tür.
Martin stellte sich innen davor, strecke die Arme aus und versperrte den Weg.
»Alle hiergeblieben«, zischte Martin.
Er schielte durch einen Türspalt.
Dann wandte er sich Sebastian.
»Blacky wird sich schon wieder fangen. Klar, war es eine Überraschung für ihn. Finde heraus, wie viel er heute Abend schon getrunken hat und wenn du denkst, ein weiterer Obstler könnte ihm bekommen, dann stoße mit ihm an. Bringe ihn anschließend hinauf in die Suite zu Tina.«
Sebastian nickte und verließ den Raum.
Er blieb kurz am Empfang stehen und sprach mit der Mitarbeiterin.
Sie nickte.
Dann setzte er sich wieder neben Blacky.
Augenblicke später wurden zwei Obstler gebracht.
»Trinken wir auf deine Vaterschaft! Blacky, Glückwunsch! Prost!«
Blackys Hand zitterte leicht, als er nach dem Glas griff, deshalb nahm er die zweite Hand dazu.
»Danke«, raunte er leise.
Sie tranken.
Sebastian wartete einen Augenblick. Er lächelte Blacky an.
»Den Zettel von Tina würde ich aufheben, würde ihn einrahmen und aufhängen«, sagte Sebastian. »Ich finde den Text allerliebst, besonders die Grüße von deinem Buben oder dem Madl. Was hättest du lieber, einen Stammhalter oder noch ein herziges Madl?«
»Ist mir gleich. Hauptsache, das Kindl ist gesund und Tina nimmt keinen Schaden«, antwortete Blacky.
Er seufzte.
»Sebastian, danke für deine Glückwünsche. Und entschuldige meine …, wie ich …, mich hat es einfach …«
»Das verstehe ich schon«, sagte Sebastian.
»Jetzt sollte ich Tina aufsuchen.«
»Ja!«
»Wo bekomme ich Blumen her?«
»Wir haben guten Geschäftskontakte, sogar freundschaftlich, zu einem Blumengeschäft in der Nähe. Es hat jetzt geschlossen. Aber ich habe die Telefonnummer der Wohnung. Das Inhaberehepaar wohnt obendrüber. Ich kümmere mich darum«, sagte Sebastian.
Er griff zu seinem Diensthandy.
Es läutete hin.
»Ja bitte«, meldete sich eine verschlafene Stimme.
Es war schon fast Mitternacht.
»Ich bin’s, Sebastian. Kann ich jemand bei euch vorbeischicken? Binde aus sämtlichen Rosen, die ihr habt, einen riesigen Strauß!«
»Oh, da will ein Bursche einem Madl einen Antrag machen? Sebastian, gib mir zehn Minuten. Der Bote soll an die Hintertür kommen.«
»Nein, ein Mann hat erfahren, dass er Vater wird.«
»Oh, ich werde den Strauß ein bisserl schöner binden. Pfüat di.«
Sie legten auf.
Sebastian beauftragte einen Mitarbeiter, den Blumenstrauß zu holen.
Er war wirklich riesig. Er war in durchsichtiges Papier gehüllt. An zwei Rosen waren zwei Schnuller angebunden, einer war blau und der andere rosa.
Es waren Rosen in verschiedenen Farben und der Blumenstrauß sah sehr fröhlich aus.
»Dann suche ich jetzt Tina auf«, sagte Blacky.
Er stand auf.
»Blacky, geht es oder soll ich dich begleiten?«, fragte Sebastian.
»Danke, ich gehe alleine. Bin wieder ganz stabil auf den Beinen«, antwortete Blacky.
»Okay, ich komme dann später«, raunte Sebastian.
Er brachte Blacky zum Aufzug.
Nachdem sich die Aufzugstür geschlossen hatte, atmete Sebastian tief durch.
Er ging zurück zu dem Raum, in dem Amy mit den Überraschungsgästen wartete.
»Und? Was gibt es? Geht es Black besser?«, fragte Amy.
»Ja, er ist auf dem Weg zu Tina mit dem größten Blumenstrauß aus verschiedenfarbigen Rosen. Es dürften über hundert Stück sein. Nun ja, ihr werdet ihn später sehen. Ich muss an der Rezeption Bescheid sagen, dass jemand die größte Blumenvase hinaufbringt, die wir hier im Hotel Greber haben«, sagte Sebastian.
Er griff sofort zum Handy.
Dann schaut er auf die Uhr.
»Okay, geben wir den beiden eine Viertelstunde«, sagte er.
Wie auf ein geheimes Zeichen schauten alle auf ihre Uhren und nickten.
Sebastian setzte sich und nahm sich eine kleine Flasche Bier. Normalerweise trank er während der Arbeit kein Bier. Aber es war eine Ausnahmesituation. Sebastian trank entspannt aus der Flasche.
Die nächsten fünfzehn Minuten vergingen wie in Zeitlupe.
Martin klatschte in die Hände.
»Freunde, es ist soweit. Die Party kann beginnen«, rief Martin.
Er griff nach seiner Arzttasche, die er vorsorglich mitgebracht hatte.
Nacheinander gingen sie zum Aufzug und fuhren hinauf in die obere Etage.
Die dicken Teppiche schluckten ihre Schritte.
Vor der Tür blieben sie erst einmal stehen. Alle schauten Amy an.
Sie hielt das Ohr an die Tür und lauschte.
*
Drinnen standen sich Blacky und Tina gegenüber. Sie hielten sich an den Händen und schauten sich tief in die Augen. Der riesige Rosenstrauß lag auf dem niederen Couchtisch im Salon.
»Blacky, nun sage etwas?«, flüsterte Tina.
»Was soll ich sagen? Ich freue mich über den ungeplanten Familienzuwachs. Was sagt Amy dazu?«
Tina lachte.
»Amy freut sich. Aber das kannst du sie gleich selbst fragen. Sie ist hier im Hotel. Sie wird gleich kommen, denke ich. Und sie wird nicht alleine sein. Blacky, du kennst unser großes Madl. Wenn sie etwas anpackt, dann gründlich. Sie fand, wir müssten feiern, und bringt alle mit, die uns nahestehen.«
»Oh mei«, seufzte Blacky, »oh mei, dabei wäre ich gern mit dir alleine gewesen.«
»Da müssen wir durch. Ich denke, alle freuen sich mit uns«, sagte Tina.
Sie schlang ihre Arme um Blacks Hals und legte den Kopf an seine Schultern. Er zog sie eng an sich und küsste sie.
Dann sah er ihr lange in die Augen.
»Blacky, falls du denkst, ich habe nachgeholfen, dann schwöre ich dir, dass ich daran gedacht hatte – aber es nicht gemacht habe. Es ist einfach so passiert, Pearl–Wert.«
»Den Begriff kenne ich nicht. Was willst du mir damit sagen?«
Tina zog Blacky neben sich auf die Couch. Sie erklärte es ihm.
»Wenn du es nicht verstanden hast, dann frage Martin. Er kann es dir besser erklären.«
»Seit wann weißt du es?«
»Seit heute! Ich hatte mir die Tage, als ich in Kirchwalden einkaufen war, einen Schwangerschaftstest gekauft. Nachdem du heute zur Arbeit gefahren warst, habe ich ihn angewendet. Es war noch ganz früh, noch vor der Sprechstunde. Ich rief Martin an und erzählte, ich wäre ein Notfall und wollte, müsste ihn sofort aufsuchen. Martin lehnte nicht ab.«
»Natürlich nicht. Martin würde nie jemand die Hilfe verweigern.«
»Genau! Minuten später saß ich bei ihm im Sprechzimmer. Er fragte nach meinen Beschwerden und ich legte ihm wortlos den Test hin. Er lachte. Sagte nur: ›Glückwunsch!‹ Ich erklärte ihm, dass das Kindl im eigentlichen Sinn kein Wunschkind sei.«
»Du wolltest doch ein Kind«, sagte Blacky. »Du hast sogar davon gesprochen, dass du kein Einzelkind großziehen wolltest.«
»Das stimmt. Aber du bist nicht begeistert gewesen.«
»Tina, ich habe mich für zu alt gehalten.«
»Schmarren! Man sagt, eine Schwangerschaft verjüngt den Köper einer Frau. Ich habe mit Erna darüber gesprochen. Als sie schwanger wurde, war Anton älter, als du jetzt bist. Sie sagte, dass auch er sich sehr verändert hätte. Er sei wie aus einem Jungbrunnen gestiegen. Er kam ihr zwanzig Jahre jünger vor. Sei so voller Elan und Tatkraft seither.«
Blacky lächelte.
»Okay, ich bin gespannt. Und wann setzt dieser Effekt ein?«
Tina zuckte mit den Schultern.
»Du wirst es merken«, sagte sie und lachte.
»Die Schwangerschaft stellt unser ganzes Leben auf den Kopf«, sagte Blacky.
»Wie? Was meinst du damit?«
»Ich werde weniger arbeiten! Ich werde Holger mehr Aufgaben übertragen, wenn unser Kindl auf der Welt ist. Ich konnte es nicht miterleben, wie es bei Amy war. Wie sie wuchs, laufen lernte, sprechen lernte und so weiter. Deshalb werde ich mir Zeit nehmen. Verstehst du mich?«
Tina schaute Blacky tief in die Augen.
»Liebster, es sei dir gegönnt«, sagte sie.
Er küsste sie.
»Entschuldige, ich habe dich noch nicht gefragt, wie du dich fühlst? Unverzeihlich!«
»Ich fühle mich gut, sehr gut! Und jetzt, da du es weißt und ich die Freude in deinen Augen lesen kann, fühle ich mich noch besser.«
»Hast du dir deswegen Sorgen gemacht?«
»Halb und halb! Ich hatte meinen Kinderwunsch oft angedeutet, aber du hast mir nie richtig zugehört.«
»Entschuldige! Ich war mit meinen Gedanken meistens auf der Baustelle oder mir gingen Baupläne im Kopf herum und Kalkulationen.«
»Es sei dir verziehen, Blacky! Ich kenne dich! Ich weiß, was für ein großer Schritt es für dich war, dich wieder in das Geschäftsleben zu stürzen, nach der Vergangenheit. Aber sie ist vorbei. Und es läuft doch gut, oder?«
»Ja, es läuft gut, besser, als ich gedacht habe. Mir schlägt auch keine Feindseligkeit entgegen. Ehemalige Kunden und Geschäftspartner, von denen ich es nie angenommen hätte, kamen auf mich zu.«
»Mich wundert es nicht«, sagte Tina.
»So, dich wunderte es nicht? Warum?«
»Weil du einfach gut bist. Sie wissen, dass du der Beste bist. Während du kaltgestellt warst, mussten sie sich jemand anders suchen. Sie haben festgestellt, was sie an dir hatten.«
Black lächelte zaghaft.
»Ja, damit könntest du Recht haben. Dass die Gemeinde Waldkogel mich mit dem Bau des Sportlerhäusls beauftragt hat, machte den Einstieg einfacher.«
»So, jetzt rufe ich an der Rezeption an. Sie sollen eine Blumenvase bringen. Danke für den Blumenstrauß.«
»Gern geschehen!«
Tina rief an der Rezeption an und erfuhr, dass man bereits damit beschäftigt war, eine extra große Blumenvase zu bringen.
*
Es klopfte an der Tür.
Noch bevor Tina oder Blacky antworten konnte, trat Amy ein. Sie fiel zuerst Blacky um den Hals und danach Tina.
»Ich sehe es euch an, dass ihr euch beide freut. Ich freue mich auch. Bis ich Mutter werde, das kann noch dauern. Da ist günstig, so ein kleines Geschwisterchen zu haben – zum Üben.«
Tina und Blacky mussten laut lachen.
Hinter Amy traten zuerst Nico und Cilly ins Zimmer, bevor alle anderen hereinkamen.
Nacheinander schloss jeder Tina und Blacky in den Arm und sprach seine Glückwünsche aus.
