Der König und sein Magier - Michael Matuschew - E-Book

Der König und sein Magier E-Book

Michael Matuschew

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Beschreibung

Eine spannende Erzählung für Kinder und Erwachsene, die aufzeigt, dass auch noch so große Distanzen zwischen Völkern durch die verzeihende Liebe überwunden werden kann.

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Seitenzahl: 32

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Impressum

(c) 2015 Michael Matuschew
Kolberger Str. 18
25980 Westerland
Deutschland

Inhalt

Der König und sein Magier, ein Alchimist und Zuchtmeister

Der König und sein Magier, ein Alchimist und Zuchtmeister

Adrian, der Sohn des Königs, saß am Seitenfenster des großen Thronsaales. Versunken in die Abendstimmung betrachtete er den großen Rundturm auf der anderen Seite des Burghofes. Wie ein großer schwarzer Stein stand dieser vor der untergehenden Sonne, die ihm einen goldenen Strahlenglanz verlieh. Drüben auf der Zinne winkte Leonardo, der Sohn des Alchimisten, herüber und bedeutete ihm, hinunter in den Garten zu kommen.

Adrian überlegte einen Augenblick, ob er es wagen sollte entgegen dem ausdrücklichen Verbot des Magiers zu so später Stunde noch den Palast zu verlassen. Doch dann siegte seine Neugier. Denn immer, wenn Leonardo ihn in den Garten bat, gab es interessante Neuigkeiten. Auf Zehenspitzen schlich Adrian über die Nebentreppe für Dienstboten durch die Küche in den Schlossgarten. Dämmerung umfing ihn. Im Schatten des großen Apfelbaumes winkte schon Leonardo. „Guten Abend, königliche Hoheit“ flüsterte er und Adrian antwortete: „Spar Dir das für die offiziellen Anlässe mein Freund, hier hört uns niemand. Was hast Du Neues für mich?“ „Ich habe mal wieder in den Büchern meines Vaters gelesen“ antwortete Leonardo „und stell´Dir vor, ich habe ein Zauberbuch gefunden.“ „Ein richtiges Zauberbuch?“ fragte Adrian ungläubig. „Dann wirst Du sicher bald Deinem Vater helfen können, Gold zu machen.“ „Ich kann schon ein bisschen zaubern“ sagte Leonardo. „Pass auf, dort kommt der Zuchtmeister. Er wird Dich nicht sehen.“ Und mit flüsternder Stimme sprach er: „Die Wolke verschluckt den Mond. Die Wolke zieht dahin. Der Mond bleibt drin. Du auch!“ Adrian blickte seinen Freund ungläubig an. Doch dieser zwinkerte ihm zu und zeigte nur auf seinen Vater, den Zuchtmeister, der sich langsam näherte. „Hast Du den Prinzen gesehen?“ fragte er. Leonardo sah seinen Vater mit großen Augen an und fragte gedehnt: „den Prinzen?“ und dabei kratzte er sich unsicher am Ohr. Gerade wollte der Prinz dazwischen rufen: „Ich bin doch hier,“ als er noch rechtzeitig merkte, dass der Zauberspruch seines Freundes gewirkt hatte. Der Zuchtmeister stand vor ihm und konnte ihn nicht sehen. Das war ganz offensichtlich. Scheinbar ging der Zuchtmeister munter suchend weiter. 

Natürlich hatte er den Königssohn gesehen. Doch er wollte ihn nicht sehen. Warum? Auch ein Zuchtmeister hat ein Herz. Zwar hatte er vom König Order, den jungen Königssohn streng zu erziehen. Aber er hatte auch von der lieblichen Königin vertraulich zugeflüstert bekommen, er möge das Königskind nicht zu hart erziehen und Gnade vor Recht ergehen lassen, damit dereinst ein gnädiger Herrscher aus Adrian werden möge. Und gerade hatte der Zuchtmeister ein wenig mehr die Worte der Königin beachtet als die des Königs. 

Aber wie unterschiedlich erlebten der Zuchtmeister, der junge König und der Sohn des Alchimisten diese Begebenheit! Der Zuchtmeister hatte nur einmal nicht strafen wollen. Der Königssohn hingegen war von nun an fest davon überzeugt, dass sein Freund mit Hilfe des Buches wirklich zaubern konnte, während der Sohn des Alchimisten sich urplötzlich aus dem niederen Stand des Gesindes herausgehoben sah und in den Augen des Königssohns zum mächtigen Zauberer emporwuchs. Solch ein Freund war jetzt sehr wertvoll für Jungenstreiche und später für einen großen König noch viel mehr. Die beiden stöberten noch eine Weile im Hof und Garten der Burg umher beobachtet von dem weise lächelnden Zuchtmeister bis völlige Dunkelheit sie in ihre Betten trieb. Der Alchimistensohn Leonardo legte sich das Zauberbuch unter das Kopfkissen und wollte glücklich einschlafen. Doch das war ein vergebliches Beginnen.Viel zu erregend waren die Sprüche und Zauberformeln, die seinen Geist beschäftigten. So schlief er noch immer nicht, als sein Vater, der Alchimist des Königs, in die Schlafkammer trat.