Der Kredit des Engels - Alexander Schickendantz - E-Book

Der Kredit des Engels E-Book

Alexander Schickendantz

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Beschreibung

Der Roman schildert die Erlebnisse und Erinnerungen eines Architekten, sowie seine Erinnerungen an Erzählungen, die ihn weit ins 19.Jh. zurückführten - jener Zeit als einige seiner Vorfahren nach Russland und nach Südamerika auswanderten - als er versuchte, den bei Baumfällarbeiten schwer beschädigten Engel auf den Grab seines Urgroßvaters wieder instand setzen zu lassen - und von den Erfahrungen, die er, im Rahmen jahrelanger Rechtsstreite um Honoraraußenstände, den Fragen, wann ist ein Grund gegeben aus wichtigen Grund kündigen zu dürfen und besteht ein Anspruch auf Entschädigung und Berichtigung einer konstruierten, vorsätzlich falschen Krankengeschichte zu den Folgen eines Arbeitsunfalles, machen musste und er dabei die ganze Macht eines intriganten Netzwerkes aus Rechtsanwälten, Sachverständigen und Richtern kennen lernte, das weder vor Prozessbetrug noch vor Rechtsbeugung / Rechtsbruch zurückschreckte und er dabei dem finanziellen Ruin zusteuerte, wobei sich Parallelen zu seinem Großvater aufzeigten, der Direktor bei einem großen Baukonzern war und nach dem 2.Weltkrieg in einem intrigant geführten Rechtsstreit unterlag und in einer Nervenheilanstalt landete.

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Seitenzahl: 273

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Einführung und Vorgeschichte

Der Roman schildert die Erlebnisse und Erinnerungen eines Architekten, sowie seine Erinnerungen an Erzählungen, die ihn weit ins 19.Jh. zurückführten, - jener Zeit als einige seiner Vorfahren nach Rußland und nach Südamerika auswanderten, - als er versuchte, den bei Baumfällarbeiten schwer beschädigten Engel auf den Grab seines Urgroßvaters wieder instand setzen zu lassen - und von den Erfahrungen, die er, im Rahmen jahrelanger Rechtsstreite um Honoraraußenstände, den Fragen, wann ist ein Grund gegeben aus wichtigen Grund kündigen zu dürfen und besteht ein Anspruch auf Entschädigung und Berichtigung einer konstruierten, vorsätzlich falschen Krankengeschichte zu den Folgen eines Arbeitsunfalles, machen musste und er dabei die ganze Macht eines intriganten Netzwerkes aus Rechtsanwälten, Sachverständigen und Richtern kennen lernte, das weder vor Prozessbetrug noch vor Rechtsbeugung/Rechtsbruch zurückschreckte und er dabei den finanziellen Ruin zusteuerte, wobei sich Parallelen zu seinen Großvater aufzeigten, der Direktor bei einen großen Baukonzern war und nach dem 2.Weltkrieg in einem intrigant geführten Rechtsstreit unterlag und in einer Nervenheilanstalt landete. Wäre da nicht die Versicherungssumme gewesen, die für die Beschädigungen am Grabengel bezahlt wurde, der, über Jahre sich hinziehende Honorarrechtsstreit wäre nicht zu finanzieren gewesen - und ging letztlich doch verloren, da so gar seine Standesorganisation ihn nicht unterstütze, in der Berufungsklage zum Urteil mit der denkwürdigen Urteilsbegründung „ Aufforderung zur Verletzung baurechtlicher Bestimmungen, rechtfertigt keine Kündigung aus wichtigen Grund, da hierzu - intern - von der Haftung freigestellt wurde „ und er damit per Gerichtsbegründung quasi zum „ Schwarzbau“ verdonnert wurde und teilte damit, mit seinen Vater, der wegen Schwarzschlachten für die Hochzeitsgesellschaft eines örtlichen Bauunternehmers, für 3 Monate im Gefängnis einsaß, die Auftraggeber konnten sich frei kaufen, die scheinbar allzeit gültige Erfahrung, - vor den Gesetz sind alle gleich, nur manche eben gleicher. s.→

Während sein Vater, Kriegsteilnehmer am Afrikafeldzug und erst kürzlich aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen, die Zeit absitzen musste, wurde er für diese Zeit ins Säuglingsheim eingewiesen, das zweckdienlich gleich neben dem Gefängnis lag und es so seiner Mutter ermöglichte, wenn Zeit war, bei weiteren 3 kleinen Kindern, beide, den Vater, der jedoch nicht sein Namensgeber war, das war seine Mutter mit ihren Mädchennamen und den Sohn zu besuchen, was seine Eltern, unverheiratet geblieben, es galt die Kriegswitwenrente seiner Lebenspartnerin zu erhalten, zeitlebens zusammen bleiben ließ.

Inhaltsverzeichnis

Einführung und Vorgeschichte

Kap.01 Neues zum Grundsatz v. Treu u. Glauben

Kap.02 Pauschale und der schwarze Rollladenkasten

Kap.03 Zänkereien

Kap.04 Ortswechsel

Kap.05 Der Kredit des Engels

Kap.06 gleich einer Mao-Bibel

Kap.07 Die Moral gesucht ...

Kap.08 alles schwarz ... bis hin zur Patina

Kap.09 Prozeßkostenhilfe zu K68+1DM u. BGF

Kap.10 alles korrekt u. dann doch alles geschwärzt

Kap.11 Edelsteine u. was sonst noch in Erinnerung ....

Kap.12 Mobbing, Rufschädigung u. Gute Taten

Kap.13 Gesetzesänderungen u. Petitionsausschüsse

Kap.14 Renteneintritt u. beruflicher Neubeginn

Kap.15 Ein Bundesverdienstkreuz für ...

Kap.16 Vertrauensschaden

Nachtrag

Bibliographie

Stichwörter

Kurzfassungen

Anlagen/Textmontagen

1) Hausbau Transparent Urkunde 2.Platz

2) Gerichtsaktennotiz

3) Urteilsbegründung interne Haftungsbefreiung

4) Staatsanwalt/Generalstaatsanwalt zur Rechtsbeugung

5) Staatsanwalt zur Urkundenfälschung

6) Erstattungsspiegel/Diagnosen entschlüsselt

7) UK Murnau alles korrekt nach Aktenlage

8) Urteilsbegründung alles längst verjährt

9) Bay.Landtag Petition zur Verjährung

10+11) BM f. A&S/BM f. Justiz zur Verjährung

Kap.1Neues zum Grundsatz v. Treu u. Glauben

„ Sie dürfen Ihre Bedenken nicht so direkt äußern „ sagte sein neuer Projektpartner zu ihn, in einen Tonfall der eher an eine Bevormundung denken ließ als an einen guten Ratschlag. Dabei glaubte Ax, diesmal wird alles besser werden. Später wird dieser Kollege in vorwerfen, vertreten durch seinen Anwalt, er wäre kritiklos gewesen.

Da saßen sie nun in dem neuen silbergrauen Wagen der gehobenen Preisklasse, den sein Kollege Blah fuhr, seit er sich mit den Berufskollegen Ösen, einen Architekten ohne nennenswerte praktische Berufserfahrung, aber mit besten Kontakten, geschäftlich zusammen getan hatte. Waren auf der Rückfahrt von einen neuen Bauherren und er bekam dasselbe zu hören, wie erst vor kurzen einer von Blah's engsten Mitarbeitern. „ Bedenken, wenn man sie schon hat, behält man am besten für sich. „ Blah war ja noch nie sehr ängstlich gewesen wenn es um problematische Baurechtsfragen ging. Aber seit der neuen Partnerschaft war er noch bedenkenloser geworden. Ob es an der neuen Partnerschaft lag? Ein Partner der ihn in diesen Dingen volle Rückendeckung versprach. Ax antwortete nur knapp „ in Ordnung, werde es berücksichtigen, aber es darf nicht wieder so werden wie in Rauberwald “ Blah erwiderte nichts darauf, sondern lenkte geschickt vom Thema ab indem er auf das Haus eines ehemaligen Bauherrn verwies an dem sie gerade vorbei fuhren.

Eigentlich hätten die baurechtlich problematischen Wünsche ihres Rauberwälder Bauherrn, die letztlich mehrheitlich als Schwarzbau ausgeführt wurden, ihm Warnung genug sein müssen, dass wenn man einmal damit angefangen hat, die Wünsche dahin gehend und auch nachvollziehbar, immer umfangreicher werden.

Ausführen und letztlich dafür gerade stehen sollte ja hauptsächlich Ax. Ihm war es unwohl bei der ganzen Sache.

Anderseits, er hatte den Vertrag schon unterschrieben und war somit in der Pflicht ihn zu erfüllen. Er hing noch seinen Gedanken nach, auch Blah hatte in den letzten paar Minuten geschwiegen, als dieser scheinbar vollkommend ohne Zusammenhang zu vorangegangenen Thema zu ihm sagte: „ Es gibt die Guten und die Bösen und sie gehören zu den Bösen „

Was sollte denn das nun wieder, spricht mal wieder der Moralapostel, der Esoteriker oder gar ein Okkultist aus ihn, dachte Ax und fragte nicht nach was er denn damit meine, Ax gehören zu den Bösen. Dabei hätte er es besser tun sollen, denn eine Vorahnung sagte ihn, diese Einordnung „sie gehören zu den Bösen“ bezieht sich wohl auf sein Geburtszeichen, das des Steinbock, das in der 2.

Hälfte des Tierkreiszeichen liegt, welches in bestimmten Kreisen als das Böse gilt und legitimiert sein Projektpartner somit aus dessen obskurer Sichtweise zum selbstgefälligen Handeln. Oder war das ein Verweis auf die braunen Flecken in seiner Familiengeschichte und die Erbschuldidiologie spielt hier eine Rolle. Dann stünde Blah denen die damals die Familienhaftung betrieben deutlich näher als er es sich selbst eingestehen möchte.

Statt dessen verdrängte Ax die Ahnung über die Bedeutung des Satzes und dessen möglichen Folgen, wie Honorareinbehalte. Ein früherer freier Mitarbeiter hatte ihn erzählt, dass Blah immer 5% vom Honorar für noch nicht erbrachte Leitung einbehält, egal ob's stimmt oder nicht und zog dann aber doch noch einen Vergleich, zu einer ihn vor Jahren wiederfahrenen Geschichte - in Portugal.

Es ging damals nicht gut aus als er für Aww. Online, so will er ihn nennen, dieses Schlitzohr und wie es sich später herausstellte, Bankrotteur und seiner trickreichen Lebensgefährtin im Anwaltsrock, nach Portugal ging um dort einen neuen Lebensabschnitt vor zubereiten. Er musste entgegen ihres Planes allein nach Portugal fahren und wartete dann in Lagos, weit über zwei Monate auf sein Erscheinen. Aww. fand immer neue Ausreden. Mal war es ein rießen Geschäft im Osten, mal war es eine unaufschiebbare Sache.

Und hier vor Ort, in einen provisorisch eingerichteten Büro auf einer Quinta im Hinterland zwischen Lagos und Portimao wartete Ax ohne Vollmachten und entsprechenden Unterlagen auf sein Eintreffen, musste alle Anfragen nach Aww.'s kommen mit einer Hinhaltetaktik parieren und kam sich langsam vor wie jemand den Kattelbach grüßen lässt. Als er dann endlich kam, die DM 40.000,-Anzahlung des Investor's waren von Aww. mittlerweilen aufgebraucht, von dieser Summe erfuhr Ax jedoch erst viel später, erwartete sie eine erzürnte Bauherrenschaft beim Notar.

Bevor sie jedoch das Bürohaus betraten sagte er zu ihm, wenn wir dann beim Notar sind, frage ich dich ganz barsch, warum ist denn bis jetzt noch nichts geschehen. Ax sollte also den Sündenbock abgeben und nun war er gekommen um wieder alles ins Lot zu bring en. Dabei hatte doch nur Aww. alle Unterlagen und alle Vollmachten gehabt. Den Vertrag als freier Mitarbeiter hatte er doch Ax erst am Abend vor ihrer geplanten gemeinsamen Abreise nach Portugal übergeben, jedoch ohne unterschrieben zu haben und damit Ax keine Rechte, aber auch keine Pflichten auferlegt.

Er war einverstanden mit der Rolle als Sündenbock, Hauptsachen der Auftrag blieb erhalten. Beides brachte Aww. aber nicht. Er machte ihn nicht zum Sündenbock. Aber nicht aus Fairness zu ihn, sondern weil er sich absichern wollte und ihn folglich, später vor Gericht als „ nur mein Gast, den ich vom Thresen her kenne“ bezeichnete, der ihn nur begleitete und somit keinen Anspruch auf Honorar habe und sei es auch nur eine bescheidene Forderung für einen farbig ausgearbeiteten Bebauungsvorschlag zu einen Hügel im Hinterland. In diesen Fall von Ax als selbständiger Architekt, noch vor seiner Abreise nach Portugal, erbracht worden.

Honorarvorschusszahlung für sich behalten und den Misserfolg den Mitarbeitern zuzuschieben, war ja schon öfters sein Erfolgsrezept gewesen. Diesmal mit der Variante „nur mein Gast“.

Diese Aussage stand jedoch krass im Widerspruch zum Vorwurf der Anwältin, die ja auch Aww.'s Lebensgefährtin war und auch den Vertrag zur Beschäftigung von Ax als freien Mitarbeiter mit besonderer Verpflichtung vorrangig Aufträge in Portugal für Aww. auszuführen formuliert hatte und nun als Klageabwehr aufführt, dass Ax, plötzlich Partner, auch am Misserfolg teilhaben müsse.

Leider sah Ax auch diesmal, in der Guten-und Bösen-Bemerkung seines Projektpartners Blah lediglich einen Versuch aus ihn einen Sündenbock machen zu wollen um von der eigenen Unfähigkeit, die Probleme beim BV. Rauberwald zu meistern, abzulenken.

Nicht aber, seiner Erfahrung zum trotz, als Vorstufe im Versuch, eingenommenes Honorar nicht entsprechend der wirklich geleisteten Arbeit von Ax, dieses Honorar nun mit ihn teilen zu müssen.

Der Verkehr hatte stark zugenommen und es ging somit nur langsam voran. Die West-Ost Verbindung ist auch sonst schon eine arge Sache. Aber jetzt zur abendlichen Rushhour ist es fast unmöglich diese Strecke in weniger als einer Stunde zu fahren. Er wird wohl jeden Tag mehr als zwei Stunden zusätzlich unterwegs sein. Kein gutes Geschäft der Vertrag zu BV. Baumlos dachte er.

Es wird wieder Ärger mit außerordentlichen Wünschen geben, das Honorar ist nicht üppig, dafür die Fahrzeit lange und sein Zeitplan München für eine Weile den Rücken zu kehren und ist dahin.

Aber was soll's er hilft dafür seinen ehemaligen „Cheef“, von seinen derzeitigen festen Mitarbeitern so genannt, einen Kontakt zu einen potentiellen Nochmalskunden zu festigen und zeigt damit seine Dankbarkeit. Blah war es, der ihn nach den Studium die ersten Bauaufgaben anvertraute und das wollte er ihn danken.

Eigentlich hätte es schon gereicht die Werkplanung zum Bauvorhaben in Rauberwald mit seinen vielen Mehrungen angenommen zu haben und nun zusätzlich auch noch die Objektüberwachung. Erstens hatte sich dadurch sein beabsichtigter Aufbruch nach

Berlin schon um ein weiteres halbes Jahr verschoben und zweitens ist der Umbauentwurf, gelinde gesagt, bescheiden ausgefallen und drittens und das ist nach dem Stand der Dinge seine größte Dankbarkeitsgeste an Blah, die Betreuung der Bauherrenschaft.

Dies Klientel war Blah zutiefst unangenehm. Es hatte, wie er sich ausdrückte nicht das Niveau das er sich wünscht und war darüber hinaus ja eigentlich die Kundschaft seines Partners Ösen. Weshalb er Anfangs auch recht froh war, dass Ax es war der hauptsächlich den Kontakt zur Bauherrenschaft unterhielt.

Ihr Vertrag sah aber im Grunde eine Aufgabenteilung im Verhältnis 25/75 vor. Wobei sie die Bauherrenkontakte beanspruchten und ihn die Werkplanerstellung, sowie später, jedoch nur mündlich, die Firmenkontakte sowie die Bauleitung übertrugen.

Dass sie den Bauherren die Honorarrechnung stellen und er dann von ihnen, basierend auf ihrer Schlussrechnung seinen Anteil erhält, Abschlagszahlungen waren vereinbart, sollte sich noch als großer Nachteil für Ax erweisen. Auch dass er nicht namentlich als Projektpartner in Erscheinung treten durfte, sondern nur die beiden, Blah und Ösen namentlich auf den Werkplänen und sonstigen Schreiben erscheinen, verwunderte ihn zwar, immerhin hatte er mit 75% Haftung gemäß Projektvertrag, auch eine dem entsprechend hohe Berufshaftpflicht nachzuweisen, beließ es aber dabei, denn es galt der Grundsatz von Treu und Glaube.

Vorerst schien es als ob auch alles Bestens wäre. Er hatte vor einigen Tagen seine vierte Abschlagsrechnung abgegeben, worauf Ösen meinte, es wäre besser wenn er die honorarfähigen Baukosten und die Honorarsumme genauer aufschlüssle. Am Besten in der Art und Weise wie sie ihre Abschlagsrechnung an die Bauherrenschaft erstellen.

Der Grund dafür war für sie so einfach wie einleuchtend. Der Betrag den Ax diesmal forderte war nämlich deutlich höher als die bis dahin von ihm in Rechnung gestellten Teilbeträge. Ösen dachte wohl Ax's Forderung sei diesmal zu hoch ausgefallen und bei genauerer Aufschlüsselung käme ein geringerer Betrag heraus. Ösen übergab ihn also ein Exemplar ihrer eigenen, der dritten Abschlags rechnung an die Bauherrenschaft und nach dieser Vorlage sollte Ax nun seine eigene, seine vierte Abschlagsrechung gestalten.

Als Ax dann Blah die neugestaltete Abschlagsrechnung übergab, konnte dieser nur mühsam einen beherrschten Gesichtsausdruck beibehalten. Der von Ax nun geforderte und nach dem Rechnungsmuster aufs genaueste prüfbare Betrag, war nun doppelt so hoch, wie der ursprünglich von Ax als Abschlag gedachte Betrag.

Ax war selbst ein bisschen überrascht als der die Rechnung erstellt hatte und sah was dabei heraus kam. Aber es stimmte schon, er hatte bei den vorherigen Abschlagsrechnungen immer viel zu wenig verlangt und nun summiert sich die Differenz, errechnet an den selben anrechenbaren Baukosten welche die Partner der Bauherrenschaft in Rechnung gestellt hatten, zu einen stattlichen Nachholbetrag. Bei den BÖ's herrschte schiere Aufregung, ob des vielen schönen Geldes, das sie nun an Ax weitergeben mussten.

Der Schock saß so tief, dass Ösen eine ganze Zeitlang nicht mehr zu sehen war und Blah recht mürrisch wurde. Aber sie bezahlten, wenn auch die volle Summe in drei Raten und auch erst nachdem sie umgehend der Bauherrenschaft eine neue, ihrerseits nun auch die vierte Abschlagsrechnung gestellt hatten und bezahlt bekamen. Bemerkenswert ist hierbei, dass sie die anrechenbaren Baukosten von zuvor DM 900.000,- nun auf DM 1 Mio. erhöht hatten.

Ax verstand ihren Ärger, den sie deutlich zeigten nicht. Sie hatten das Geld um ihn zu bezahlen doch schon längst eingenommen, ohne jedoch den entsprechenden Anteil an ihn weiter gegeben zu haben. Was in ihren Augen auch nicht nötig war, hatte Ax doch selbst mit seinen Abschlagsforderungen niemals mehr gefordert.

So zog ein Geist des Missmutes ein, der Seitens der BÖ's mal leidvoll, mal demonstrativ zur Schau getragen wurde. Mal wurde er von Ösen gefragt ob er nicht doch lieber nach Stunden abrechnen möchte. Ax wollte nicht, da im Streitfall der Stundennachweis angezweifelt werden würde und somit zum Problem werden könnte, mal drohte Blah den Auftrag wieder zurück zugeben.

Da Ax aber mit den Projekt gut voran kam und sie sich weiterhin kaum um die Ausführung der Bauleistungen kümmerten, trotz ihres Leistungsanteil von 25%, blieb alles so wie gehabt.

Jetzt hatte er mit Blah ein neues, ein eigenes Projekt in Baumlos. Ösen war daran nicht beteiligt. Doch die Dinge fangen an dubios zu werden. Warum in aller Welt wollte Blah ihn nicht den unterschriebenen Architektenvertrages zu Baumlos zeigen ? Denn Blankovertrag hatte er ihn doch gezeigt und betont, dass der Bauherr erst unterschreiben will, wenn auch die Objektüberwachung sichergestellt ist, die er aber mit eigenen Leuten derzeit nicht erbringen kann. Ihr Partnerschaftsvertrag, diesmal über alle Leistungsphasen, jedoch ohne Objektbetreuung und Dokumentation, Ax wollte ja nach Berlin, bezog sich doch auf Blah's Architektenvertrag und darin waren die Fristen und die Honorarzone festgelegt. Zudem hatte der Bauherr plötzlich seinen Wunsch geändert und wollte nun einen Glaspavillion nach dem Vorbild eines englischen Herstellers. Als er Blah fragte was das alles soll, da grinste dieser nur, es war da eine Mischung aus „ich kann nichts dafür“ und Freunde in seinen Gesichtsausdruck zu sehen, weshalb Ax sich den Eindruck nicht erwehren konnte, es sei Schadenfreude gewesen.

Auch die Dinge in Rauberwald begannen sich ungut zu verändern. Die Bauherrenschaft sah den Umbauentwurf der BÖ's nun auch nicht mehr als gelungen an und wollten Änderungen, Richtung Grünwaldbarock. Eine sehr attraktive Nachbarin der BÖ's versuchte nun, im Auftrag von Blah, durch eine exotische Inneneinrichtung, mittels Tigerfell und Korbsessel ein Ambiente a la „ Jenseits von Afrika „ zu schaffen. Der Versuch scheitere kläglich am Geschmack der Bauherrenschaft und wäre doch für Blah so schön gewesen. Die Frau, groß, klasse Figur mit wehender roter Haarpracht, gleich den Massaikriegern die er erst vor wenigen Wochen in Afrika erleben durfte und dazu ihr roter Porsche. Welch ein Vergnügen wäre es gewesen sich mit solch einer freien Mitarbeiterin im Material- und Farbgespräche zu vertiefen. Nicht's war's damit.

Statt dessen gab's eine weitere Überraschung. Der gläserne Anbau, ein Wintergarten, war fast fertig, jedoch keine Lodge am Kilimanjaro, sondern eine solide kleindeutsche Lösung. Ax war gerade damit beschäftigt ein Maß zu überprüfen, da blickten ihn mehrere Augenpaare, allesamt bemüht ausdruckslos zu erscheinen, verteilt auf zwei Stockwerk und geschützt durch Glasscheiben, an.

Als erster erschien der Bauherr auf der Terrasse, zeigte ein verhaltenes aber freundliches Gesicht und bat Ax doch ins Haus zu kommen, er wolle ihn die neue Innenarchitektin vorstellen. Was dann folgte lässt sich in der genauen Reihenfolge nicht mehr rekonstruieren. Die Teilung der Glasflächen zu klein, die Heizung zu groß und der Fußboden nicht überall ohne Schwelle. All die zuvor gesehenen Augenpaare erschienen aus den verschiedensten Ecken und Türen und gehörten zu Menschen mit roten, blonden, schwarz en und kastanienbraunen Haaren. Der Bauherr, klein mit weißen Haaren, trat ein paar Schritte zurück um Platz zu machen und schien das Gewitter der Vorwürfe, das nun über Ax niederprasselt, sichtlich zu genießen. Anfänglich noch bemüht, versuchte Ax alle Fragen und Vorwürfe zu beantworten, als aber die Blonde, die Bau herrin und die Rote, die Freundin der Bauherrin ihre Fragen zu reinen Vorwürfen wendeten und dies wie im Kreuzverhör ablief, platzte ihn der Kragen und einige unmissverständlich und gestenreich vorgetragen Äußerungen, brachten Ruhe.

In der Folge aber auch eine plötzlich einsetzende Flucht durch das offene und große Schwimmbadfenster, hinaus ins Freie. Was an und für sich noch kein Problem gewesen wäre, denn es lag ebenerdig, hätte da nicht kurz zuvor die Handwerker einen Graben aushoben. Zu breit um in einen Satz darüber zu springen, aber nicht tief genug um davor zurück zu schrecken.

Die schwarzhaarige Innenarchitektin sprang gazellengleich zu erst in den Graben um dann, noch im Schwung die Böschung zu erklimmen. Der Bauherr, seiner neuen Kraft folgend schaffte aber nur den ersten Teil der Übung, den Sprung in den Graben, als es aber bergauf gehen sollte, kippte er um und lag rücklings, wie ein Maikäfer da, streckte hilfesuchend seine Hand in die Höhe und sah durchaus bemitleidenswert aus. Ax ließ sich Zeit bis er in den Graben stieg um ihn die Hand zu reichen. Der Blondkopf, seine Frau war ja auf seiner Höhe und der Schwarzkopf, die Innenarchitektin stand, ein „herjeh“ auf den Lippen direkt über ihn.

So half er ihn aufzustehen, klopfte ein bisschen das Jackett ab und überließ ihn dann seiner neuen Mannschaft.

Später werden die BÖ's diese Mannschaft und ihren Versuch die Wünsche der Bauherrenschaft zu befriedigen, als einen „Flop“ bezeichnen, dass sie bei dieser Beschreibung einen „Flop“ für sich selbst verursachten, bemerkten sie erst als es schon zu spät war, wenn auch ohne merkliche Konsequenzen für sie.

Bis dahin sollten aber noch gut drei Jahre vergehen. Vorerst galt, die BÖ's verloren an Einfluss und Bedeutung, dafür setzte die neue, im Frühling ihrer Karriere stehende Innenarchitektin die gestalterischen Maßstäbe, auch für das ganze Haus und die Wirkung nach außen. Ein zum Erscheinungsbild des Hauses nicht passendes kupferglänzendes Eingangstor, das mit der Zeit wohl patiniert und dann eher an ein Gefängnistor oder an den Zugang zu einen Mausoleum erinnern wird, sowie der Umstand das der Umbau des Grundstückszugangsbereich von Bauamt noch zu genehmigen wäre, was nach derzeitigen baurechtlichen Bestimmungen wohl nicht erfolgen dürfte, da die vorhandenen Mauer deutlich erhöht werden sollte, gleiches galt auch für die geplante Erweiterung des Lichtgrabens zum deutliche vergrößerten Lichthof, geeignet eine Tischtennisplatte aufzustellen, trübte zwischenzeitlich das noch junge Glück.

Ax wurde von den BÖ's jedoch angetragen diese nicht genehmigungsfähigen Baumaßnahmen, mithin Schwarzbau, umzusetzen,.

Da es sich bei dem umgestalteten Eingangsbereich, Tor und Mauer deutlich erhöht, um Bauteile handelte die für jedermann gut sichtbar sind und es wäre nicht das ersten Mal gewesen dass ein Nachbar Beschwerde beim Bauamt eingelegt hätte, verweigerte er die Umsetzung der Planung die aus dem Büro der Innenarchitektin kam. „Wir stehen hinter ihnen„ und als zusätzliche Garantie fügte Blah noch hinzu „Wir decken sie doch„ seine Stimme verriet aber, dass er Ax's Bedenken als unnötig, ja beamtenmäßig unnötig empfand und dies insbesondere da Dank Ösen fast alles möglich war.

Der Bau hatte mittlerweilen einige Erweiterungen erfahren die allesamt auf den Baugenehmigungsplan nicht zu finden waren. Alle von der Straße her kaum wahrnehmbar da das Grundstück von einer hohen Hecke umschlossen ist und alle von ihm auch mitgetragen, da diesbezügliche Tekturen zur Baugenehmigung angekündigt waren und der Bauherrenschaft vorab schon in Rechnung gestellt waren und auch umgehend bezahlt wurden, weshalb er keine unnötige Kosten produzierende Verzögerung im Bauablauf durch schlichtes Abwarten verursachen wollte.

Tatsächlich sollte er aber weiterhin Schwarzbau schaffen und hatte seit 4 Monaten kein Honorar mehr bekommen. Sie verweigerten ihn seit der letzten Abschlagsrechnung, die doch so viel Schrecken bei ihnen ausgelöst hatte, dann aber doch voll bezahlt wurde und weshalb Ax auch beim Projektvertrag zu Baumlos bezüglich der Bezahlung die textgleich zum Projektvertrag zu Rauberwald war, keine Bedenken hatte und was sich noch als unbegründet herausstellen sollte, nun plötzlich jegliche weitere Abschlagszahlung. Zudem war auch sein Auftragsvolumen geschrumpft, zugunsten der Innenarchitektin.

Ax tat es selbstverständlich nicht mehr. Auch ließ er nicht die 5 großen Nadelbäume fällen, die im Freiflächengestaltungsplan der BÖ’s schon nicht mehr dargestellt waren, jedoch auf ausdrücklichen Wunsch der Bauherrin zu erhalten sind.

Jahre später wird ein städtischen Energieunternehmen auf einen Plakat mit den Slogan werben „ wertvolles unterstützen „ und dabei eine Frau zeigen die einen Baumstamm schützend umarmt.

Die Arbeiten am Bauvorhaben Rauberwald gingen trotzdem, von Ax geleitete weiter, denn es galt noch einiges an regulären Dingen zu tun. Es galt mit den Firmen die bisher geleistete Arbeiten festzuhalten, in Form eines gemeinsamen Aufmaß. Die daraufhin erstellten Firmenrechnungen zu überprüfen und allerlei Rück- und Nachfragen zu beantworten. Die eigentlichen Baumaßnahmen wurden jedoch immer weniger, bis es Ende November zum allgemeinen Stillstand kam.

Blah hatte mittlerweilen, seit Beginn ihrer Projektpartnerschaft, seinen dritten Urlaub hinter sich gebracht. Am Anfang Amerika, zur Mitte hin Afrika und nun kam er aus Asien zurück und sah erst recht keinen Grund, vereinnahmtes Honorar adäquat zur geleisteten Arbeit auf zuteilen.

Nicht dass die Beiden pleite waren, nein nur überzeugt, Blah ganz im Besonderen, Ax hätte schon genügend bekommen. Diese Auffassung wurde noch verstärkt durch den Umstand, dass Ax, während Blah seinen Afrikaurlaub verbrachte, Ax die Bauleitung eines Geschäftsumbau für ihn übernommen hatte und jetzt auch noch den Auftrag zum BV.Baumlos hat und somit wohl genug verdiene.

Diese Auffassung von Blah ist jedoch paradox, da sie in Übereinstimmung und gleichzeitiger Ablehnung steht, zu einer Erkenntnis über Ax, zu der er auf recht obskure Weise kam. Er fragte nämlich gerne die Karten oder die Stern, wenn er mehr über einen Menschen wissen möchte.

So sagte er eines Tages zu ihm „ sie müssen arbeiten, sie bekommen nichts geschenkt „ Ax war es damals nicht recht klar was der Beweggrund zu dieser Aussage war. War es die Erbschaft, von der Ax so ganz nebenbei erfahren hatte und die er beabsichtigte, trotz heftigen Widerstand von Seiten der Vermögensverwalterin, anzutreten, schon deshalb, weil er glaubte dadurch endlich an die verschollenen Familiendokumente zu gelangen.

Oder galt es seinen Versuch, mittels einer Musterklage gegen KAFTHA, den Katalog-Fertighaus- Hersteller und dessen dubioses Vertragsverhalten gegenüber Ax, ihren ehemaligen Stützpunkt-Architekten, aufzuzeigen und auf Einhaltung des Mindesthonorar zu verklagen.

Wie dem auch sei, Ax tat ungeheuerliches in Blah's Augen. Er war undankbar, war mit dem Bekommenen nicht zufrieden und zeigte zu wenig Respekt vor Hierarchie. Mit dieser Meinung über Ax stand er zwar nicht allein da, trotzdem muss gesagt werden, die erste ist falsch und die zweite richtig und notwendig.

Dass es manchmal wichtig und notwendig sein kann, Hierarchien in Frage zustellen und bei zu heftigen Machtgebaren der Repräsentanten, diesen, ungeachtet ihrer Stellung, zu widersprechen und im Zweifelsfall anzuklagen, scheint aber selbst bei denen nicht so recht auf Verständnis zu stoßen, die man mit dieser Aufgabe beauftragt, den Rechtsanwälten.

Kap.2Pauschale und der schwarze Rollladenkasten

Der erste Teil der Arbeiten zum Bauvorhaben in Baumlos war vorerst abgeschlossen. Die seinerseits erwarteten Schwierigkeiten hinsichtlich problematischer Wünsche des Bauherren blieben gering. Der Bauherr zeigte sich einsichtig und verzichtete auf einige Dinge nachdem die Baubehörde Ablehnung signalisiert hatte.

In anderen problematischen Dingen, wie den Erhalt eines alten und sehr mächtigen Laubbaumes bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Bauherrenwunsches den geplanten Glaspavillon so nahe wie nur irgendwie möglich an den Bereich zwischen Baum und Haus zu bringen, fand sich einen einvernehmliche Lösung mit den zuständigen Beamten. Die Baugenehmigungsunterlagen waren so weit fertiggestellt, was noch fehlte waren die Unterschriften der Nachbarn. Diese Unterschriften zu besorgen ist im Grunde eine Aufgabe des Bauherren.

Nur, dieser hatte Schwierigkeiten mit seinen Nachbarn und somit blieben die Bauantragsunterlagen einige Wochen unvollständig bei ihn zu Hause liegen, anstatt bei den Behörden vorgelegt zu sein. Als Ax davon erfuhr, bot er sich an, gegen gesondertes Honorar die Nachbarschaftszustimmung einzuholen. Blah bestätigte ihm telefonisch den Auftrag und so glaubte er, alles sei wieder in Ordnung zwischen ihnen, denn seine Arbeitseinstellung und nachfolgende Kündigung zum Bauvorhaben Rauberwald war erst vor zwei Wochen erfolgt.

Obwohl Blah ihn noch immer nicht den unterschriebenen Architektenvertrag mit den Bauherren gezeigt hatte, war er sich sicher, dass ein erkennbarer Zusammenhang ihres Projektvertrages mit dem Architektenvertrag, seinen Anspruch auf Stundensatzhonorar und Honorar nach Mittelsatz absichere.

Wie konnte er nur verdrängen, was Blah in solch einen Fall zu tun pflegt, wenn er eine Chance auf Minderung wittert.

Hatte er doch Ax's beide letzten Abschläge zu Rauberwald noch immer nicht bezahlt.

Nachdem Ax alle Nachbarunterschriften beigebracht hatte und den Baugenehmigungsantrag beim Bauamt eingereicht hatte, erstellte er entsprechend der erbrachten Leistungen seine Abschlagsrechnungen.

Blah brachte es tatsächlich fertig beide Abschlagsrechnungen zu kürzen. Die Eine, für die Sonderleistungen und hier bezogen auf den Baumbestandsplan auf die Hälfte und für die Nachbarschaftsunterschriften kürzte er den Stundensatz auf Mindessatz und verwies nach Protest, auf die fehlenden Schriftform.

Die fehlende Schriftform bei Architektenaufträge führt dazu, dass nur Mindessatz berechnet werden kann.

Da hatte er Ax blau erwischt und es tat Blah sichtlich wohl den Rechnungsbetrag gekürzt zu haben, auch wenn es kein großer Betrag war, da Ax lediglich zweieinhalb Stunden von der Zeit die er benötigte um bei drei Nachbarn im direkten Gespräch und beim Liegenschaftsamt in der Stadtmitte, die Unterschriften einzuholen, verrechnet hatte.

Gaunermentalität, die Machtdemonstration war ihn wichtig.

Sicherlich war seine, mehrfach angekündigte Arbeitseinstellung zum BV. Rauberwald, nicht ganz ohne Einfluß auf diese Honorarkürzung. Zudem hatte Ax es doch gewagt, seinen Freiflächengestaltungsplan, nach einer Besprechung mit der Bauherrin hierzu, besonders hinsichtlich der nicht aufgeführten 5 Nadelbäme, dies zu korrigieren und dann hatte er es auch noch gewagt, die Arbeit schlicht einfach einzustellen, wie Blah es später von seinen Anwalt darstellen ließ und das obwohl die BÖ's akuten Personalmangel hatten. Was ihn aber später bei Gericht, nicht hindern wird zu behaupten, nicht Ax, sondern Andere hätten seinen Arbeit hierzu zu machen gehabt, wenn es denn überhaupt seinen Arbeit gewesen wäre.

Das war nun ein neuer, wenn auch etwas quer im Gedankengang, jedoch geschickter Schachzug von ihn oder seinen Anwalt. Von Ax geleistete Arbeit, in Ermangelung einer schriftlichen Beauftragung als nicht von Ax geleistete Arbeit hinzustellen und folglich, jegliche weitere Bezahlung an ihn zu verweigern. Dieser Vorgang erinnert stark an seine Portugalerfahrungen.

Vorerst aber begnügten sich die BÖ's damit, einen Katalog der von ihnen noch zu erbringenden Restarbeiten für Rauberwald zu erstellen, aber ohne die Erweiterung des Lichthofes so wie im Freiflächengestaltungsplan vorgesehen und ohne Kellererweiterung, denn der weitere Bauauftrag warja an die ranke Innenarchitektin über gegangen, auch Teile des Hochbaues.

Während die Bauherrenschaft, die Architekten BÖ sowie ein Gutachter in Rauberwald zusammensaßen um die Restarbeiten zu beschließen und dabei zu einer Pauschalabfindung über DM 40.000,-zum Architektenvertrag kamen, fuhr Ax im Bergische Land, auf stark verschneiten Straßen kreuz und quer um einen abgelegenen Bauernhof zu finden.

Seine Erbschaft hatte ihn bis dahin noch nichts eingebracht, außer viel Ärger mit der Vermögensverwalterin aus München.

Die sogar Einspruch auf die Erteilung des Erbscheines für ihn und seine Geschwister beim LG Köln stellte.

Jedoch das Recht auf Einspruch abgesprochen bekam und dies obwohl ihr Mann damals noch Richter war.

Mit seinen Erbschein in der Tasche und der Information, wenn es überhaupt etwas zu finden gibt, dann in einem schwarzen Rollkästchen, aufbewahrt in einen Bauernhof im Bergischen Land, machte Ax sich auf die Suche. Die Beschreibung des Weges war recht ordentlich, die ihm die Frau aus Wipperfürth gab und so erreichte er ohne größere Mühe, nachdem er die Hauptstraße verlassen hatte, auf einem recht schmalen und steil ansteigenden Weg den Bauernhof.

Gestern wären sie hier nicht raufgekommen, gestern lag noch zu viel Schnee, sagte die Frau nachdem er sich vorgestellt hatte. Man merkt ihr an dass ihr die Angelegenheit nicht ganz angenehm war. Von Ax's Existenz hatte man ihr nichts gesagt, als man u.a. den schwarze Rollladenschrank bei ihr eingestellte. Eigentlich sollten die Sachen ja schon längst abgeholt sein, lediglich die Pflege- und Vermögensverwalterin aus den Süden fand bisher noch keine Zeit dazu. Von einer zwischenzeitlich vom hiesigen Amtsgericht beauftragten und hier ansäßigen Nachlassverwalterin, wisse sie nichts.

Zwischen einigen auseinander genommenen Möbelstücken fand sich auch das gesucht Stück. Nur dass es kein Kästchen war, sondern ein kleiner schwarzer Rollladenschrank. Er rückte in etwas von den anderen Gegenständen ab um besser an das untere Ende des Rollladen zu kommen und zog vorsichtig an. Es rührte sich nichts, der Rollladen war abgeschlossen.

„ Nein, einen Schlüssel habe sie nicht bekommen „ antwortete die Frau auf seinen Frage nach dem Schlüssel. Aber einen Schraubenzieher werden sie doch haben, wenn möglich einen großen, entgegnete er ihr, nachdem sie wissen wollte wie es jetzt weiter gehe.

Der Rollladenschrank war kein besonderes Stück, sondern eines jener üblichen Büromöbel und er war ja eigentlich nur an seinen Inhalt interessiert. Es ging ganz einfach mit den großen Schrauben zieher den die Frau ihn brachte. Es knirschte ein bißchen, es brach etwas Holz ab und der Weg ins Innere war frei.

In den oberen Fächern fanden sich alte Krankenpaiere und Belege für allerlei Dinge aus neuerer Zeit. Das hieß nicht älter als 10-15 Jahren. Das suchte er nicht. Wenn eine Krankengeschichte, dann die von seinen Großvater vor ca. 40 Jahren.

Es gab da nämlich eine große Wissenslücke bei ihn. Sein Großvater hatte in den 50er Jahren eine Menge Ärger mit seinen Arbeitgeber gehabt und diese bekam ihn nicht gut, er wurde am Ende der Auseinandersetzungen in einen Nervenheilanstalt gebracht und verbieb dort 9 Jahre lang, bis zu seinem Tod.

Er wußte nur soviel, das sein Großvater einen leitende Stellung bei einen Baukonzern hatte und es Machtkämpfe mit einen Kollegen gab. Der anfangs scheinbar siegte, dann aber bei einem tödlichen Unfall starb. Nun, diese Unterlagen hier gaben jedenfalls keinen weiteren Aufschluss darüber was wirklich geschehen war.

In den restlichen Fächern befanden sich noch einige Kartons mit Postkarten, Landkarten und Prospekte verschiedener Kur- und Heilbäder.Von seiner Mutter wusste Ax, dass die Miezl, ihre Stiefmutter, viel Zeit und Geld in Kur und Heilbädern verbrauchte. In einen weiteren Karton, ganz unten im Fach, fanden sich noch einige Utensilien des alltäglichen Schmink- und Pflegebedarf. Sonst nichts weiter. Kein Anzeichen von Schmuck oder anderen Wertgegenständen.

In der Vermögensliste waren aber mehrere Schmuckstücke aufgeführt, wenn auch nicht im Wert festgestellt, so doch ansatzweise beschrieben. Der Schmuck sei nur billiger Plunder gewesen und sie habe nur vergessen dies dem Vormundschaftsgericht mitzuteilen, beteuerte die Vermögensverwalterin, als sie später schriftlich dazu Stellung nahm.

Als er dann aber nochmals die ganzen Fächer durchsuchte, fand er plötzlich das was er zu finden hoffte. In der Tiefe des untersten Fach, eingeklemmt zwischen den Fächerboden und der Rückwand sah er etwas, was wie ein Kuvert aussah. Er griff hinein und zog ein hellbraunes dem Packpapier nicht unähnliches, aber ungewöhnlich langes und schmales Kuvert hervor. Es sah irgendwie alt aus, aus einer anderen Zeit und Ax wurde aufgeregt. Hatte er hier vielleicht doch noch was in der Hand, das ihn Auskunft zu seinen Fragen geben konnte. Vorsichtig zog er einige längs gefaltete Papiere aus den Kuvert und merkte alsbald, dass es sich um Papiere versehen mit dem Siegel der Deutschen Botschaft in Novosibirsk/ Sibirien handelte. Dokumente, schoss es ihn durch den Kopf, womöglich noch aus der Zarenzeit, als seine Vorfahren den Ruf des Zaren folgten und nach Rußland auswanderten.

Ganz so spektakulär war der Fund dann doch nicht, aber immerhin wusste er jetzt, dass sein Großvater in Deutschland weiterhin, jedoch unbewusst, in Bigamie gelebt hätte, hätte ihm die Botschaft nicht mitgeteilt, dass seine damalige Scheidung in Russland vor einen sowjetischen Volksgericht, in Deutschland nicht anerkannt werden konnte, auch nicht 1930.

Den restlichen Unterlagen war dann zu entnehmen, das sein Großvater, seine, seit 1916 geschieden geglaubte Ehe nachträglich hatte scheiden lassen können und mit seiner neuen Frau eben das Testament verfasste, das ihnjetzt erlaubte die Papieren zu lesen.