Der Leuchtturmwächter - Edi Mann - E-Book

Der Leuchtturmwächter E-Book

Edi Mann

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Beschreibung

Edi Mann gelingt mit diesem Roman ein Brückenschlag zwischen spannendem Abenteuer und den Weisheiten des Advaita. Die Geschichte entführt den Leser auf den Weg zu sich selbst und weit darüber hinaus. "Der Preis für die Wahrheit ist dein Menschsein. Früher sahst du dich als Mensch, der sich auf der Suche nach Wahrheit befindet. Jetzt wird dir klar dass du Wahrheit bist, Wahrheit mit der Erfahrung eines Menschen. Aber dich als Mensch gibt es nicht mehr. Du hast dein Menschsein verloren und dafür deine Göttlichkeit gewonnen." Die innere Vorstellungswelt wird als äußere Erscheinungswelt manifestiert und durchwandert, wobei sich die Grenze zwischen Innen und Außen als reine Vorstellung entpuppt und damit auflöst. "Die Welt ist ein Traum, mein Traum. Ich selbst bin der Traum, bin die Welt. Alles in diesem Traum handelt von mir selbst. Der Unwissende ist gestorben, wodurch der Wissende befreit ist. Befreit von den Fesseln, die er sich selbst anlegte. Befreit von einem Ich, das er sich selbst überstülpte." Mit viel Humor wird die sowohl sinnlose als auch unvermeidliche spirituelle Suche, im Besonderen die nach Erleuchtung, unter die Lupe genommen. "Erleuchtung; aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Wenn du den Weg dorthin einschlägst führt dich das Ziel davon weg. Doch in dem Kreisverkehr des ewigen Werdens und Vergehens ist das sich Entfernen nicht von einem sich Annähern unterschieden. Einfach weitergehen scheint das Geheimnis zu sein und vielleicht kann die Erkenntnis aufkommen, niemals getrennt von dieser Kreisbahn des Lebens zu sein." Entspannung und Erleichterung kann sich einstellen wenn erkannt wird, dass es nichts zu tun, nichts zu erreichen gibt. Ein neues Weltbild der Vollkommenheit und Schönheit, frei von Konzepten und künstlichen Trennungen, kann sich der Erfahrung öffnen. "Der Leuchtturm ist immer am leuchten. Der Schatten des Sein -wollens ist es der sein Licht verdunkelt. Der Schatten des Suchenden. Es gibt nichts zu lehren, selbst wenn ich es wollte.

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Seitenzahl: 350

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Edi Mann

Der Leuchtturmwächter

Dem Phänomen Erleuchtung auf der Spur

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Teil 1 Feuer

Prolog

Sonnenzeit

Erscheinung (Auftritt Mayas)

Tal des Todes (Im Agavenfeld)

Gefühlsduseleien

Beschränkungen (Einheitsgedanken)

Verschmelzung (Hägar)

Im Zentrum (Der Sensai I)

Das Herrenhaus

Auslöschung (Der Sensai II)

Epilog

Teil 2 Erde

Prolog

Der Neurotiker

Wahrnehmungen (Wieder auf dem Weg)

Wiedergeburt (Weibliches Land)

Giganten (Männliches Land I)

Bewusstsein (Der Werwolf I)

Gipfelerfahrung (Männliches Land II)

Epilog

Teil 3 Wasser

Prolog

Reflexionen (Der Werwolf II)

Der Regenbogen (privates Wunderland)

Ankunft (Ozean)

Erinnerungen (Der Fischer)

Die Überfahrt

Epilog

Teil 4 Luft (Der Leuchtturmwächter)

Prolog

Der Leuchtturm

Das Buch

Verwandlung (Alchemie)

Tod (Der Leuchtturmwächter)

Erkenntnisse (Die Marmortafel)

Epilog

Impressum neobooks

Kapitel 1

Edi Mann

Der Leuchtturmwächter

Dem Phänomen Erleuchtung auf der Spur

GEDANKE IST VORSTELLUNG

VORSTELLUNG IST GEDANKE

Teil 1 Feuer

Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt. -Khalil Gibran

Prolog

Und wir: Zuschauer, immer, überall, dem allen zugewandt und nie hinaus! ...

Wer hat uns also umgedreht, dass wir, was wir auch tun, in jener Haltung sind von einem, welcher fortgeht?

- Rilke

Zeit scheint nicht mehr als eine psychische Erscheinung zu sein, die von mir, vom Beobachter, abhängt. Hier wurde sie vergessen, das heißt sie hörte auf zu existieren. Deshalb vermag ich nicht einmal abzuschätzen wie viel von dieser Zeit seit meinem Aufbruch aus dem Grenzland, das einstmals so etwas wie eine Heimat für mich darstellte, vergangen ist. Die Erinnerungen daran verblassen wie die Fußspuren, die ich als einziges Zeugnis meiner Anwesenheit auf dieser so unbeständigen und wechselhaften Erde zurücklasse. Wo ist die vergangene Zeit? Sie scheint nie existiert zu haben und doch ist sie gerade jetzt da. In diesem vielgepriesenen Jetzt, das sich bei näherer Betrachtung jedoch nur als ein Zeugnis fragwürdiger vergangener Ereignisse herausstellt. Genauso wie der nächste und übernächste Moment auch. Selbst ganz aus dieser Vergangenheit hervorkommend gebe ich ihr den Namen Erinnerung.

Schon zu Anbeginn der Zeit, meiner Zeit, begann ich dieser Erinnerung einen Altar zu errichten, einem großen massiven Schrank gleich, den ich an zentraler Stelle in mir aufstellte. Der Schrank der vergangenen Zeit, angefüllt mit Erinnerungen und anderen einstmaligen Wichtigkeiten. Schublade über Schublade, es müssen Tausende gewesen sein, vollgestopft und überquellend mit gemachten Erfahrungen, scheinbar Erlebtem, gebildeten Meinungen und richtungsweisenden Vorurteilen. Ganz oben, ohne Leiter kaum zu erreichen, befanden sich eine ganze Reihe teils aufwendig und reich verzierte Glaubenskisten. Manche davon noch im Originalzustand, die wächserne Versiegelung vor den Schlössern intakt und ungebrochen. Obwohl sie hier in meinem Schrank standen scheinen sie noch nie geöffnet worden. Andere wiederum waren weit geöffnet, ihr Inhalt breitete sich wie ein bunter Lamettaregen über das Darunterliegende aus. Alles in allem ein ziemlich chaotisches Inventarsystem der ganz eigenen Art, meiner eigenen Art.

Doch jetzt ist der Inhalt verbrannt und der den Altar bildende Schrank gleich mit ihm. Schwelende Reste eines ganzen Lebens. Der Gott des Jetzt, dieser „Ich bin“, scheint keine anderen Götter neben sich zu dulden. In seiner Vernichtungsarbeit ist er radikal und unerbittlich.

Sogar mein Schatten, bis vor kurzem noch munter vor mir hergehend und mir den Weg weisend, hat mich verlassen. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Sonne sich direkt im Zenit, sprich über mir, befindet. Mein breitkrempiger Hut, frisch geflochten aus trockenen Palmwedeln, bewahrt das Hirn davor im Innern des Kopfes gekocht zu werden. Einige grundlegende handwerkliche Fähigkeiten machen die Existenz in dieser doch recht extremen Umgebung etwas erträglicher. Obwohl sich natürlich schon die Frage stellt, was ich in der glühenden Mittagshitze auf diesem Pfad durch eine lebensfeindliche Wüste zu suchen habe.

Sonnenzeit

Du bist wie eine Fata Morgana in der Wüste, die der durstige Mensch für Wasser hält; aber wenn er es erreicht, findet er nichts. Und da, wo er glaubte Wasser zu finden, findet er Gott. Gleichermaßen, wenn du dich selbst untersuchtest, würdest du feststellen, dass du selbst nichts bist, und stattdessen würdest du Gott finden. Das heißt, du würdest Gott finden an Stelle von dir selbst, und es würde nichts von dir übrig bleiben als ein Name ohne Form.

- Al-Alawi

Wie der leere Himmel hat Es keine Grenzen, und doch ist Es genau hier, immer tiefgründig und klar.

- Yung-chia Hsuan-cheh

Einer Endlosschleife gleich, einem gordischen Knoten, hat sich der Gedanke an diesen nicht vorhandene Schatten in den unergründlichen Tiefen des Gehirns festgesetzt. Wo ist mein Schatten? Was hat es mit diesem nicht mehr vorhandenen Schatten auf sich? Ist es der Schatten der Vergangenheit, die nur vorgestellte und sich als Illusion herausgestellte Person die ich einmal war und die sich nun verflüchtigt hat? Obwohl, verflüchtigt scheint der falsche Ausdruck, eher integriert von einer Art Ganzheit, die, schleichend und fast unbemerkt von dieser Person, das Ruder übernommen hat. Aber vielleicht hat er sich auch nur tief in mein Inneres zurückgezogen, in diese nicht greifbare Leere und Frische, welche unerreichbar und unberührt von der so gnadenlos auf mich einwirkenden Hitze bleibt.

Unbeantwortete Fragen, deren einziger Sinn darin zu liegen scheint, neue Fragen nach sich zu ziehen. Müßiges Geplapper eines überforderten Verstandes.

Meine Gegenwart gleicht einem zerbrochenen Spiegel, dessen Scherben unter dieser glühenden Sonne sporadische und zusammenhanglose Bilder der Vergangenheit auf mich zurückwerfen. Fragmente eines alles vernichtenden Feldzuges gegen mich selbst. Ein Kampf, der weder Sieger noch Verlierer auf dem Schlachtfeld zurückließ. Nur verbrannte Erde, auf der ich nun unterwegs bin.

Bei diesem Kampf gegen mich selbst wurde ich zum Mörder. Da war dieses Grenzland, mit dem ich, der Grenzwächter, eine untrennbare Einheit bildete. Dieses Grenzland gibt es nicht mehr. Es löste sich auf, als die letzte Person dort vernichtet war. Einstmals scheint es dicht bevölkert gewesen zu sein. Doch all den dort auftauchenden Personen wurde der Prozess gemacht. Und alle wurden sie für schuldig befunden. Schuldig im Sinne von nicht wirklich zu sein. Ich habe sie alle getötet, diese Personen die keine wirklichen Menschen waren, diese Zombies die mir ihre Wichtigkeit und damit einhergehend ihren Wirklichkeitsanspruch beweisen wollten.

Aber vielleicht bin ich auch der Zombie. Allem entledigt was so ein Organismus zum Menschen macht, was den Mensch zur Person macht. Denn was bleibt übrig wenn erkannt wurde dass all die getöteten Personen Teil des eigenen Daseins waren? Wenn die Suche nach Wahrheit das alte Weltbild in den Untergang riss und auf dessen Ruinen kein neues entstand? Kein Phönix aus der Asche, nur ein Nichts, dessen letzter Weg hier der endgültigen Vernichtung entgegen zu gehen scheint. Aufgesaugt und absorbiert von dieser mit unverminderter Kraft auf mich herab scheinenden Sonne.

Sonnenzeit. Die Sonne, die allem Geschehen einen zeitlichen Rahmen verpasst. Untrennbar mit dem Fortschreiten der Zeit verbunden. Eins mit der Zeit, aber nicht in sie verwickelt. Das stillstehende Zentrum, alles zeitliche Geschehen aus sich hervorbringend. Tag und Nacht, Morgen und Abend, Sommer und Winter. Der über das Firmament ziehende Sonnenwagen, gelenkt von Helios, diesem All-erschauenden, dem angeblich nichts verborgen bleibt. Doch hier und jetzt scheint er seine Fahrt unterbrochen zu haben, die Zeit steht still. Ist das der Tod, das Ende des Weges, das Ende der Zeit? Mit zusammengekniffenen Augen lege ich den Kopf in den Nacken und schaue zu ihm hoch. Er scheint mir zuzublinzeln, mich einzuladen ihn auf seiner Fahrt zu begleiten. Ein plötzliches Schwindelgefühl überfällt mich und legt mir eine tiefe Schwärze vor die Augen. Die Sinne beginnen sich einer nach dem anderen zu verabschieden, was angesichts der extremen Umstände wenig verwunderlich ist.

Hoch über einer kleinen rotierenden Kugel, die sich bei genauerer Betrachtung als Erde zu erkennen gibt, komme ich wieder zu mir. Seltsamerweise beunruhigt mich nicht die Tatsache hier neben Helios in seinem Sonnenwagen zu sitzen, sondern das Gefühl einer starken Beschleunigung, die mich unerbittlich in meinen heißen Sitz presst. Ich dachte immer die Sonne wäre ein Fixpunkt, selbst stillstehend.

Ja, ich bin ein Fixpunkt der die Welt um mich herum in Bewegung hält. Doch auch ich selbst bin einer dauernden Bewegung unterworfen. Die Welt bewegt sich um mich und ich bewege mich durch die Welt. Verhält es sich denn mit euch Menschen nicht genauso? Seid ihr nicht auch Fixpunkte und alles dreht sich um euch selbst, wobei ihr euch gleichzeitig durch diese eure Welt bewegt? Sonnengleich seid ihr, wie ich selbst, nur scheint ihr es vergessen zu haben.

Siehst du da unten Japan? Dort bin ich dem Namen nach Amaterasu, der unaufhaltsam seine Bahn von Ost nach West zieht. Und hier, über diesen grandiosen Pyramiden stehend, bin ich Horus, Ra oder Aton. Die Perser da unten nennen mich Mithra, das bedeutet “Derjenige der alles Leben ermöglicht“. Im südlichen Europa bin ich als Apollo bekannt, aber zu einer anderen Zeit wachte ich als Sol Invictus über dem Kolosseum. Weiter nördlich beschere ich als Sunna und Sol den Germanen ihre Sonnwendfeiern. Na ja, diese Zeiten sind längst vorüber, aber ich kann dir sagen dass es dabei immer heiß zuging. Und wer weiß, vielleicht besinnen sich die Menschen bald wieder meiner. Oder ihrer selbst, was auf das Gleiche hinausläuft. Im fernen Amerika, bei den Inkas, kämpfte ich als Viracocha gegen den Huitzilopochtli der Azteken, den ich ebenfalls verkörpere. Ein Kampf gegen mich selbst, der bis heute noch nicht entschieden ist. Und als Krönung meiner Reise erscheine ich als Malina den Eskimos weit im Norden sogar um Mitternacht.

Hey, was ist mit dir, du bist ja ganz bleich und dein Körper zittert wie Espenlaub. Bekommt dir irgendetwas nicht? Die Reise hat doch eben erst begonnen, die erste Runde ist kaum beendet. Na ja, es wird wohl besser sein dich wieder abzusetzen, ihr Sterblichen habt wohl eine recht schwächliche Konstitution.

Im heißen Staub sitzend und an einen nicht weniger heißen Fels gelehnt finde ich mich wieder. Trotz der sengenden Hitze scheint dem Körper plötzlich eiskalt zu sein. Was ist das, die Ankündigung eines drohenden Hitzschlages? Zitternd lege ich mir meine alte schon recht zerschlissene Wolldecke um, was die beunruhigenden Symptome augenblicklich mildert. Jetzt ist mir wieder heiß, was mir aber den Umständen entsprechend wesentlich gesünder vorkommt. Dass die Sonne derartig realistisch erscheinende Visionen verursachen kann ist mir neu. Aber was sollte so ein schwächlich konstituiertes menschliches Wesen, wie wir von Helios bezeichnet werden, auch schon wissen.

Kaum haben sich die körperlichen Symptome einigermaßen beruhigt beginnt der Verstand mit seiner Analyse des Geschehens. Eigenartigerweise beschäftigt ihn nicht das Ereignis an sich, sondern der Inhalt der Aussage des Sonnengottes. Das eben Erfahrene als Halluzination abzutun scheint ihm als Erklärung zu genügen.

Die Sonne. Überall gilt sie als ein Symbol der beständigen Wiederkehr, der Dauerhaftigkeit, egal welcher Art die jeweilige Benennung auch ist, die ihr übergestülpt wird. Diese Benennungen der Erscheinungen mit anschließender Interpretation scheint ein menschliches Phänomen zu sein. Ein für den Verstand notwendiges, vielleicht schon zwanghaftes Bemühen, Ordnung in die vor ihm erscheinende Welt der Phänomene zu bringen. Erst wenn die Dinge einen Namen haben kann man sie interpretieren und mit Bedeutungen versehen. Sie einordnen in das eigene Inventarsystem und sich eine Meinung darüber bilden. Was man kennt meint man auch kontrollieren zu können. Hier bei der Sonne wird die Benennung sogar noch einen Schritt weiter getrieben und eine Personifizierung angestrebt, was, wie in diesem Fall, einen leibhaftigen Helios zur Folge haben kann. Da der Mensch sich selbst als Person sieht, versucht er die ihm erscheinenden Objekte oder Kräfte auf seine Ebene zu bringen. Ob er sie zu sich herauf oder herabholt ist dabei nebensächlich. Dies ist nur von seinem Standpunkt abhängig, auf den er sich selbst stellt. Jetzt kann eine direkte Auseinandersetzung stattfinden, sei es durch Anbetung, Opfergaben oder Beschimpfungen, die bis zum Verfluchen reichen können. Auf diese Art erschafft sich der Mensch ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis, das er von nun an zu seinen Gunsten zu beeinflussen sucht. Durch die Benennung geschieht aber in Wirklichkeit eine Abtrennung. Die Dinge werden vom Menschen aus der Einheit, in die er selbst integriert ist, herausgelöst, um anschließend wieder in Beziehung zu ihnen zu treten. Diesmal aber in eine Gedankenbeziehung, die ihm eine scheinbar kontrollierbare Interaktion ermöglicht. So macht sich der Verstand die Welt zu eigen.

Mein eigener Verstand scheint noch nicht völlig ausgetrocknet zu sein, da er sich noch mit solchen philosophischen Unwichtigkeiten beschäftigen kann. Oder ist es ein Zeichen von Resignation, eine Ablenkung von der Tatsache, an der so langsam aber sicher bedrohlich werdenden Situation nichts ändern zu können?

Die andere von Helios angesprochene Sache, das mit dem Fixpunkt, schiebt sich ins Bewusstsein. Wenn ich selbst ein Fixpunkt bin dann könnte oder müsste das doch bedeuten, alles mir Erscheinende dreht sich um mich. Oder kommt sogar aus mir selbst hervor. Und ich, von was auch immer getrieben, begebe mich in diese Erscheinungswelt hinein. Dieser Aspekt scheint es mir Wert zu sein im Auge behalten zu werden. Allerdings weigert sich der Verstand momentan dieses Gedankenspiel weiterzuspielen. Ob es an der Hitze liegt oder ob er prinzipiell damit überfordert ist kann ich nicht sagen. Na ja, wahrscheinlich gibt es im Augenblick auch wichtigeres zu überdenken.

Um auf die eigene Auseinandersetzung mit meinem derzeitigen Peiniger zurückzukommen, da bin ich mittlerweile auf der Schwelle des Verfluchen angelangt. Wie schnell sich diese lebensspendende Kugel in einen glühenden Todesstern verwandeln kann. Lebensspendend, ein schlechter Witz angesichts der Umstände, in die ich mich, warum auch immer, hinein manövriert habe. Lebensfeindlich scheint dem schon näher zu kommen.

Auf der Suche nach einem Schuldigen oder einem Verursacher dieser prekären Situation beginnt der Verstand ironischerweise mit Selbstvorwürfen: „Das ist die Konsequenz der geleisteten Vernichtungsaktion im Grenzgebiet.“ Oder: „Das ist die Strafe für die zahlreichen im Unverstand begangenen Morde.“ Das Wort “hätte“ nimmt dabei in seinen Ausführungen eine Schlüsselposition ein. Na ja, man muss ihm das wohl nachsehen, er arbeitet eben noch immer nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip. Selbst davon befreit beachte ich ihn nicht weiter und lasse das nölende Geplapper über mich ergehen. Was soll man machen, so ein Verstand tut halt auch nur was er tun muss. Und vielleicht hat er ja gar nicht mal so unrecht. Die Suche nach dem Licht (ich sträube mich noch immer es Erleuchtung zu nennen), die mich zu dieser Wanderung hat aufbrechen lassen, ist möglicherweise gar nicht vorgesehen im menschlichen Bauplan. Nicht aufgeführt im Reiseführer durch die Zeit. Doch auch das sind nur müßige Verstandesüberlegungen und dienen nicht wirklich dazu die Situation zu verbessern.

Das einzig Vernünftige scheint mir einfach weiterzugehen. Ein steiler Abhang, bedeckt mit losem Geröll, das den Abstieg nicht gerade vereinfacht, führt mich zu einem noch gut erkennbaren ovalen Choral, aufgeschichtet aus den zahllos hier herumliegenden Steinbrocken. Wie ein Eindringling ragt er aus dem eintönigen Wüstenboden. Eindeutig Menschenwerk, das sich allerdings in einem fortgeschrittenen Verfallstadium befindet. Als ich dort ankomme und mich erschöpft an einem noch intakten Mauerstück niederlasse stelle ich fest, dass das Leben auch hier schon vor langer Zeit weitergezogen ist. Zurückgelassen hat es einen mittlerweile vertrauten Anblick: Vertrocknetes Gebüsch auf sonnenverbrannter Erde, dazwischen ausgebleichte Knochen und Skelettfragmente. An einer schattigen Stelle innerhalb des Choralls entdecke ich, versteckt unter dem wurmstichigen Gerippe eines schon vor langer Zeit abgestorbenen Feigenbaumes, doch noch einen letzten Rest Leben. Die mit wehrhaften Stacheln besetzten Ohren eines halb vertrockneten Opuntienkaktus trotzen hier der Dürre und dem Tierfraß. Die einladend aussehenden roten Früchte darauf entpuppen sich beim Nähertreten allerdings als leere Hüllen. Die Vögel und Eidechsen waren wohl vor mir da, um sich diese Köstlichkeit schmecken zu lassen.

Sogar für eine richtige Enttäuschung scheint die Energie zu fehlen. Desillusioniert lässt sich der Körper wieder auf seinen Hintern nieder und streckt die müden Beine weit von sich. Der Kopf sinkt nach unten, doch gerade als die schweren Augenlider folgen wollen wird er wieder, wie an einer Schnur hängend, in die Höhe gezogen.

Ein stetig lauter werdendes Rauschen drängt sich in die bleierne Stille hinein, das mich, nach der Ursache Ausschau haltend, aufblicken lässt. Ist da nicht eine Bewegung auf dem mir gegenüberliegenden Hang auszumachen? Bis mir klar wird, was dieses Rauschen zu bedeuten hat, sitze ich auch schon mitten drin in einer sich über den steinigen Boden wälzende Windhose. Roter Staub hüllt mich ein, zerrt an Kleidung und Haaren, reißt den Hut vom Kopf und bringt die nicht rechtzeitig geschlossenen Augen zum tränen. Die Winderscheinung gibt mich genauso schnell wie sie mich einhüllte auch wieder frei, ihren unbestimmten Weg durch den Steinchorall fortsetzend. Offensichtlich ohne besonderes Ziel, manchmal abrupt die Richtung wechselnd oder auch mal sekundenlang am selben Fleck verweilend, scheint sie das Gelände wie ein Fährtensucher abzutasten. Bei ihrer Tätigkeit wirbelt sie viel Staub und vertrocknete Gebüschteile auf, die sie, einen Sog bildend, hoch in die Luft befördert. Dadurch lässt sich ihr wirrer und für mich unvorhersehbarer Weg gut verfolgen. Fast wie ein Spiel kommt es mir vor, ein absichtsloses herumtollen und sich austoben. Oder steckt doch ein tieferer sich mir nicht offenbarender Sinn dahinter?

Plötzlich schmückt sich dieser sich um sich selbst drehende Wirbelwind mit einer Vielzahl weißer Federn. Die vormals staubgesättigte Luftsäule legt sich ein Federkleid um, sich so in ein völlig verändertes Erscheinungsbild bringend. Ein runder tonnenförmiger Leib mit sich nach oben verlierenden flügelähnlichen Extremitäten. Manifestiert sich hier ein Engel aus einer anderen Dimension vor mir? Gebannt starre ich auf das sich langsam verdichtende Gebilde. Doch die Erscheinung ist nicht von langer Dauer. So plötzlich wie die Windhose aus dem Nichts erschien verschwindet sie auch wieder, sich in sich selbst auflösend. Die hoch aufgewirbelten Federn sinken langsam herab, eine davon auf meiner ausgestreckten Handfläche landend.

Es ist eine gewöhnliche Taubenfeder, also nichts mit Engelserscheinungen. Wohl die Hinterlassenschaften eines Falken, der im Schutz der Steinmauer seine Beute rupfte.

Tote weiße Friedenstauben, aus dem Nichts erscheinende und wieder verschwindende Engel... Der Verstand, dies als schlechtes Omen deutend, drängt zum sofortigen Aufbruch. Doch der erschöpfte Körper lässt sich nicht so ohne weiteres überreden und lehnt sich erneut an die brüchige Steinmauer zurück.

Zwei im Laufe der Zeit von Wind und Wetter blank polierte und in der gleißenden Sonne weiß glänzende Schädel erregen meine Aufmerksamkeit. Wie von einem knochentrockenen Objektkünstler platziert heben sie sich wie Schmuckstücke aus der monoton rotbraunen Landschaft. Sie sind noch ziemlich intakt und den sich nach oben windenden schneckenförmig eingedrehten dunkelbraunen Hörnern nach die Überreste zweier einst mächtiger Schafböcke. Sich einem zeitlosen Finalkampf stellend starren sie sich gegenseitig in die leeren Augenhöhlen. Kaum vorstellbar dass hier in dieser heute so lebensfeindlichen Umgebung einstmals so etwas wie Viehzucht möglich war. Aber nicht dieser Umstand lässt mich aufmerken, sondern das gesamte Bild, die Anordnung als solche, wie sie hier vor mir erscheint. Ich kenne es schon. Das Bild, genau so wie es hier vor mir liegt, ist bereits in meinem Erinnerungsspeicher abgelegt. Saß ich nicht gestern auch schon hier, den fast leeren Wasserschlauch um ein paar Tropfen erleichternd und dabei diese beiden Objekte betrachtend? Ja, eindeutig, das scheinbare Grinsen des mir zugewandten und die Ausdruckslosigkeit des seines Unterkiefers beraubten ihm gegenüberliegenden Schädels kenne ich schon. Deja-vu. Festsitzend in einer Endlosschleife des Lebens, das mir den ewigen Tod widerspiegelt. Vielleicht bin ich ja schon tot, gefangen in einem ewigen die Vergänglichkeit widerspiegelnden Kreislauf.

Dass alles schon da ist, sozusagen als Möglichkeit, bevor es in mein Erscheinungsbild tritt, leuchtet mir ja noch ein. So etwas wie ein unendlicher Pool der Möglichkeiten, aus dem der jeweilige Augenblick geschöpft wird, den ich gerade zu erleben scheine. Oder den ich durch das Erleben in Erscheinung bringe. Aber sich ereignende Wiederholungen scheinen ein neues Phänomen zu sein. Und dem Gesetz der momentanen Negativserie folgend wählt es sich natürlich eine Szene, die mir einmal erlebt vollauf genügen würde.

Wahrscheinlich ist es aber nur das unter der Hitze leidende Hirn, das sich zu ein paar Fehlschaltungen hinreißen lässt. Verwunderlich wäre dies nicht, der grüne Bereich für ein ordnungsgemäßes Funktionieren ist bestimmt längst überschritten. Halbwegs durch diese Argumentation beruhigt kann das gerade erlebte Deja-vu Ereignis von der Rubrik “besorgniserregend“ über “unbegreiflich“ nach “erledigt“ verschoben werden. Interessant zu beobachten wie der Verstand mit solchen Phänomenen umgeht. Auch er kann es sich manchmal leicht machen, obwohl er sich sonst meist für die Schwere verantwortlich zeigt.

Was folgt ist der angestrengte Versuch die hypnotisierende Faszination, die diese Schädel auf mich ausüben, zu unterbrechen. Totes Gebein das mir die Sinne verwirrt. Das Gefühl einer sich noch nicht erschließenden tieferliegenden Bedeutung lässt sich kaum unterdrücken. Zwei Todessymbole, die mir zwei mal hintereinander begegnen. Der Verstand ist sofort wieder hellwach und kramt nach verborgenen Bedeutungen und Erklärungen. Da war doch was mit Zahlenmystik, mit Symboldeutungen... „Aus Eins wird Zwei, aus Zwei wird Drei, und das Eine des Dritten ist das Vierte; so werden die zwei eins“. Nein, das ging anders. „Die Eins wird zur Zwei, die Zwei zur Drei, und aus dem Dritten wird das Eine als Viertes“. Oder doch ganz anders? „Aus zwei...“

Schluss, für solche Spielchen ist jetzt wahrlich nicht die rechte Zeit. Auch wenn der Verstand anderer Meinung ist. Gewaltsam reiße ich mich (wer?) von der ganzen Szene los. Beim nach-oben-blicken offenbart sich der ganze Choral in einer Art weitläufigem Krater liegend. Kein Wunder dass es mir immer heißer wird, Kessel sind bekanntlich dafür da, um darin zu kochen. Allerdings könnte ich gut und gerne darauf verzichten, selbst darin zu sitzen und mitgekocht zu werden. Und wieder gibt der Verstand ungefragt seinen Kommentar dazu ab, wobei er mir diesmal allerdings ein lautes Auflachen entlockt: „Sei auf der Hut wenn du von einem Kannibalen zum Mittagessen eingeladen wirst...“.

Ein wiederholtes Aufraffen ist angesagt. Ohne lange darüber nachzudenken greife ich mir einen der beiden gehörnten Schädel, wahrscheinlich weil er mir sympathischer erscheint den grinsenden, um der Falle eines erneuten Deja-vu zu entgehen. Die etwas seltsame Überlegung des Verstandes geht dahin, dass wenn das Gesamtbild verändert wurde man nicht mehr in dem vorherigen auftauchen kann. Keine Ahnung ob das stimmt, aber ein drittes Mal möchte ich die Szene nicht mehr erleben müssen.

Nach einem tiefen Durchatmen scheint der Organismus bereit, sich dem nicht allzu weit entfernten Kraterrand entgegen zu schleppen. Die Seite mit der flachsten Steigung wählend gelingt der Aufstieg dann auch relativ mühelos. Als der von einer zerfallenen Steinmauer gekrönte Grad schließlich erreicht ist eröffnet sich ein grandioses Panorama vor mir. So ähnlich muss es Moses ergangen sein, als er auf das gelobte Land blickte. Vierzig Jahre Wüste lassen halt doch die Fülle des Lebens vergessen. Na ja, hier waren es ein paar Tage weniger, doch wie ein Wunder kommt mir das sich weit vor mir ausbreitende Land trotzdem vor. Ergriffen lasse ich mich auf den Mauerresten nieder, um dieses unerwartete Bild wie Labsal in mein ausgedörrtes Inneres fließen zu lassen.

Grüne Vegetationsflecken, üppiges Leben verheißenden Oasen gleich, mischen sich in die monotone steinige Wüstenlandschaft. Sich anfangs noch zwischen den kahlen Hügeln versteckend breiten sie sich weiter aus, um schließlich die ganze weite Ebene bis zum Horizont einzunehmen. Grün, die Farbe der Hoffnung, der Inbegriff des Lebens. Erst jetzt, nachdem es so unverhofft vor mir erscheint wird mir klar, wie sehr ich es vermisst habe. Ein silbern glänzendes Band schiebt sich zwischen die hintere Grenze dieser grünfleckigen Landschaft und dem darüber aufsteigenden weissgefleckten Blau des Himmels. Zwei übereinanderliegende Fleckenteppiche, getrennt oder vereinigt durch dieses intensiv schimmernde Geschenkband. Der Horizont scheint sich von einer bloßen Linie zu einem breiten Band gemausert zu haben. Was es damit wohl auf sich hat? Zuerst noch verwundert und etwas verwirrt über diese ungewohnte Erscheinung wird mir schlagartig klar das Meer zu sehen. Ja, eindeutig, da liegt er im flimmernden Licht der Mittagssonne. Der Ozean. Erinnerung, Hoffnung und Zuversicht zugleich. Zwar noch in weiter Ferne, doch immerhin sichtbar und meiner weiteren Wanderung wenigstens eine grobe Richtung vorgebend.

Lange hält dieser Zustand der Glückseligkeit nicht an, denn ein etwas bedrückender Gedanke bahnt sich unerbittlich einen Weg ins Bewusstsein. Moses selbst war es nicht vergönnt, ins gelobte Land zu gelangen. Ihm war es nur bestimmt, sein Volk dahin zu führen. Ich habe zwar kein Volk hinter mir, aber meine momentane Situation berücksichtigend scheint der Zweifel, es bis zur Küste zu schaffen, mehr als berechtigt. Vielleicht hatte der Schafbock ein Volk, das er bis hierher führte und das dann ohne ihn weiterzog. Ihm verspätete Genugtuung verschaffend lege ich ihn, mit dem Blick zum Meer, auf die Mauerkrone. Ob nun diese Geste dafür verantwortlich ist oder auch nicht, auf jeden Fall scheinen sich neue Kräfte zu mobilisieren und ich beginne den Abstieg.

Welcher sich dann allerdings als nicht so einfach gestaltet. Aber wie sagte schon der Dachdecker? Runter geht es immer. Mich auf direktem Weg hinabzustürzen traue ich mich dann doch nicht, da mir der Abhang viel zu steil dafür vorkommt. Also wird er, viele Umwege in Kauf nehmend, serpentinenartig bewältigt. Dummerweise scheint dieses schräg am Hang laufen extrem die Gelenke zu belasten, so dass eine frühzeitige Erholungspause notwendig wird. Die strapazierten Beine fordern ihr Recht ein, was ich ihnen auch gerne gewähre. Da sie momentan die ganze Hoffnung des Vorankommen tragen möchte ich das unnötige Risiko einer Überbelastung nicht provozieren. Vorankommen, irgendwo hin kommen, ein Ziel erreichen... längst überwunden geglaubte Dinge rücken plötzlich mit gewaltiger Macht ins Dasein.

Eine Felsplatte, die über einem dieser zahlreichen, nun immer breiter und tiefer sich in den Berg gefressenen Gräben hängt, bietet etwas Schutz vor der voll auf den Abhang knallenden Sonne. Das schiefergraue Gestein mit seiner reflektierenden Wirkung bildet ein perfektes Solarium. Ich habe schon von Menschen gehört die Geld für den Besuch einer solchen Einrichtungen bezahlen. Seltsame Gepflogenheiten, seltsame Menschen.

Mich in diese kleine schattenspendende Grotte hineinzwängend halte ich Ausschau nach Hanghühnern, die in dieser Gegend eigentlich heimisch sein müssten. Hanghühner, von der Natur mit zwei unterschiedlich langen Beinen ausgestattet, so perfekt dem Leben an Berghängen wie diesem angepasst. Allerdings macht sie diese anatomische Besonderheit auch zu einer leichten Beute, wenn man ihre zweite Eigenart auszunutzen weiß. Sie sind nämlich von Natur aus penetrant neugierige Wesen. Um eines von ihnen zu fangen schleicht man sich also von hinten an, ruft im geeigneten Augenblick „Hey, Hanghuhn“, worauf es sich, seiner Neugier nicht widerstehen könnend, umdreht. Der Beinwechsel bewirkt ein sofortiges umkippen des Federviehs, worauf es vom Jäger nur noch eingesammelt werden muss.

Nachdem mich die Lebensgeister einer nach dem anderen zu verlassen scheinen, was ich ihnen nicht verübeln kann, denn es gibt weiß Gott angenehmere Aufenthaltsorte, scheint mir als letztes der Humor zu bleiben. Auch wenn es sich in dieser Situation wohl eher um Galgenhumor handelt. Oder der Verstand sucht Zuflucht in der Verrücktheit, der letzten Bastion angesichts seiner immer deutlicher zu Tage tretenden Hilflosigkeit. Nicht der übelste Ort, wie ich zu meiner eigenen Verwunderung feststellen muss.

Mit einer bewussten Anstrengung bringe ich den Körper dazu sich zu erheben und den weiteren Abstieg in Angriff zu nehmen. Irgendwann scheint der Organismus dann aber auf Automatik umgeschaltet zu haben, denn plötzlich, ohne die bewusste Wahrnehmung eines Übergangs, habe ich ebenen Boden unter den Füssen und das Laufen fällt leichter. Vielleicht wäre zu stolpern ein besserer Ausdruck, denn die Füße scheinen zu müde um sich wie Wanderer zu verhalten.

Der Geländewechsel ist aber nicht das einzige was mir unterwegs entgangen ist, auch meinen Hut scheine ich verloren zu haben. Gnadenlos nutzt die Sonne ihren nun freien Zugang zum Kopf sofort aus. Salzige Rinnsale laufen mir in die Augen, was ein unangenehmes brennen und eine verschwommene Sicht bewirkt. Es ist mir ein Rätsel aus was sich dieser Schweiß noch bilden kann, ausgedörrt wie ich mir vorkomme.

Weit und breit nichts mehr zu sehen von der dort oben am Grat erkannten Vegetation. Geschweige denn von dem schmalen Band des Meeres, das mir als Richtungsweiser dienen sollte. War dies alles nur eine Fata Morgana? Vorstellbar wäre es in dieser vor Hitze flimmernden Luft. Mit mir selbst, dem Schicksal und allem anderen hadernd schleppe ich mich weiter. Verwundert und erstaunt über welche Energiereserven dieser Organismus noch verfügt.

Erscheinung (Auftritt Mayas)

Maya oder die Gewalt des Scheins bewirkt, daß uns das nicht vorhanden und unwirklich erscheint, was allgegenwärtig und alldurchdringend ist: ganz vollkommen und Licht in sich selbst und in Wahrheit das Selbst, Kern unseres Wesens. -Ramana Maharshi,

Der Mensch ist dem Erscheinen nach ein Abkömmling der Welt, aber in Wirklichkeit der Ursprung der Welt.

- Rumi

Es ist deine Sonne, also hör auf dich zu beschweren. Dein Nörgeln und Jammern trägt absolut nicht dazu bei die Situation, in der du dich befindest, zu verbessern. Eigentlich nur peinlich angesichts deines angeblichen Wissens um die Dinge. Oder hast du schon wieder vergessen wer du bist?

Was war das für eine Stimme? Ich will den Körper stoppen, aber die Beine scheinen wieder in einen Automatismus verfallen zu sein und reagieren nicht auf Befehle. Auf jeden Fall nicht auf meine. Wie von einem inneren Uhrwerk angetrieben ignorieren sie jeglichen Versuch einer willentlichen Einflussnahme.

Es ist deine Welt, in der deine Sonne dein Hirn weichkocht. Was soll dieses Selbstmitleid, dieses Mitleid mit einem Selbst, das du, wenn ich deinen Worten Glauben schenke, längst überwunden hast?

Diese Stimme, sie kommt doch eindeutig nicht aus mir selbst, da befindet sich doch jemand an meiner Seite. Langsam dreht sich der Kopf nach rechts, und obwohl ich mir ziemlich sicher bin dass sich da jemand befindet ist es doch ein gewaltiger Schock dann auch tatsächlich jemanden neben mir herlaufen zu sehen. Dieser Schock genügt, um die Beine abrupt zum Anhalten zu bringen. Und nicht nur die Beine. Starke Energiewellen durchlaufen den Körper von oben nach unten und setzen ihn erst mal außer Gefecht. Kein Fluchtreflex, kein Angriffsreflex, nur ein Herunterfahren des Systems. Glücklicherweise bin ich nicht selbst für die grundlegenden Körperfunktionen verantwortlich, denn ehrlich gesagt hätte ich keine Ahnung, wie ich die Atmung und den Herzschlag wieder in Gang setzen soll.

Alles wird Auge. Weit geöffnet und starr zoomen sie sich auf meinen Begleiter, oder besser gesagt meine Begleiterin. Eine Trockenheit im Mund, die sich bis ganz hinten zum Gaumen erstreckt, lässt vermuten, daß dieser auch offen steht. Der Hörsinn scheint seine Funktion komplett eingestellt zu haben, denn keinerlei Geräusche dringen zu mir durch. Bis auf ein Rauschen, das allerdings von innen zu kommen scheint, absolute Stille. Nur das Abbild der Erscheinung neben mir hat sich auf meiner Netzhaut eingebrannt. Die Welt und die Zeit stehen still, eingefroren im ewigen Hier und Jetzt.

Ein Knacken im Ohr lässt die Welt und ihre Inhalte in der mir altbekannten Form wieder erscheinen. Dort irgendwo, in den Tiefen der Gehörgänge, scheint sich der Schalter dafür zu befinden. Allerdings scheine nicht ich es zu sein der Zugriff auf die Funktion des Umschaltens hat. Auch da wirkt wieder dieser Automatismus bei dem ich nichts mitzuentscheiden habe.

Was ist los mit dir, früher war bei meinem Auftauchen etwas mehr Enthusiasmus und Freude zu bemerken. Du liebst doch Überraschungen, dein Kopf ist voll davon, was erschrickst du dich dann so wenn eine davon neben dir auftaucht?

Anstatt einer Erwiderung quält sich nur ein heißeres Krächzen aus meiner Kehle, was mit einem schallenden Lachen quittiert wird. So langsam begeben sich die Körperfunktionen wieder unter meine Kontrolle und ich lasse mich auf einem der hier massenweise herumliegenden Felsbrocken nieder. Mit noch leicht zitternden Fingern löse ich den Wasserschlauch von meinem Gürtel und genehmige mir einen Schluck des kostbaren Nass. Von Erfrischung kann zwar keine Rede sein, aber es vertreibt zumindest den schalen metallischen Geschmack im Mund und löst die festgeklebte Zunge. Langsam lasse ich meinen Blick zur Seite schweifen, während sich meine frischgebackene Begleiterin mit derselben Geschwindigkeit in mein Blickfeld schiebt. Kein Zweifel, Maya in all ihrer Pracht sitzt neben mir und beehrt mich mit einem Lächeln, wie nur sie es hervorbringen kann. Leicht ironisch, was aber nicht soweit geht um verletzend zu wirken. Ich biete ihr den fast leeren Wasserschlauch an, den sie jedoch dankend ablehnt.

Ich erfrische mich an deinem Erstaunen, spare dir die letzten Reste deines schalen Wassers, du wirst es noch brauchen. Aber Danke des Angebots, ich freue mich immer von dir willkommen geheißen zu werden. Vor allem bei Gelegenheiten wie heute, an denen umgekehrte Verhältnisse herrschen. Wenn der eigentliche Gastgeber zum Gast wird.

Maya, was führt dich in diese gottverlassene Gegend? Es scheint eine Ewigkeit her zu sein seit unserem letzten Zusammentreffen, doch du kommst genau zur rechten Zeit. Es freut mich noch einmal jemanden zu sehen, noch ein paar Worte mit jemanden zu wechseln, denn ich bin mir nicht sicher dieses Tal des Todes hier lebend durchqueren zu können. Zeit und Raum scheinen sich gegen mich verschworen zu haben und halten mich fest in dieser unwirtlichen Gegend. Das Wasser geht trotz strengster Rationalisierung zuneige, und jegliches Richtungsgefühl ist mir abhanden gekommen. Selbst die sonst so zuverlässige Sonne spielt ihr Spiel mit mir, taucht mal vor mir auf, nur um sich im nächsten Moment wieder hinter mir zu verstecken. Ich scheine mich hoffnungslos in dieser lebensfeindlichen Wüste verirrt zu haben und zu allem Überfluss auch noch im Kreis zu gehen. Nur diese ausgebleichten Gerippe und Totenschädel dienen mir noch als Wegmarken. Und diese lassen wohl keinen Zweifel daran wohin der Weg führt.

Jeder Weg führt dem gleichen Ziel entgegen. Am Ende wartet immer der Tod auf dich. Was dachtest du denn dort vorzufinden? Glück und Zufriedenheit? Hat sich der einst so standhafte Grenzwächter, der Vernichter der Hoffnung und Zuversicht, nun ebenfalls zu einem verblendeten Glücksritter gemausert? Ist er seinen damaligen Opfern gleich geworden, die er erbarmungslos aufspürte und vernichtete? Bei unserem letzten Zusammentreffen schienst du noch fest in deinem Grenzland verwurzelt, angetrieben von einem inneren Feuer das durch nichts zu löschen schien. Was ist geschehen, was hat dich vertrieben aus deinem Paradies?

Das innere Feuer hat sich offenbar in ein äußeres gewandelt, das mich nun zu verbrennen droht. Und das Bewusstsein woher ich komme und wohin ich gehe hat sich schon vor langer Zeit in dieser sengenden Hitze verabschiedet. Nur Erinnerungsfragmente eines Leuchtturms schweben wie Leichentücher durch meinen Kopf. Wenn ich dich nicht so gut kennen würde könnte ich selbst dich für eines der zahlreichen Trugbilder halten, die mir die überstrapazierten Sinne vorgaukeln. Doch wenn jemand weiß was mich auf diese sich langsam zu einem Alptraum entwickelnde Reise geschickt hat dann bist das zweifellos du. Aber erzähle, wie hast du mich hier aufgespürt?

Ich brauche dich nicht aufzuspüren, denn ich bin immer bei dir. Ich bin auf die gleiche Art in dir wie du in mir bist. Und ebenso verhält es sich mit dem Land, in dem du dich zu befinden scheinst. Dieses Land ist in dir, genauso wie du in diesem Land bist. Du und ich, wir sind in Wirklichkeit eins, genauso wie du und diese Landschaft eins seid.

Es sind nicht viele, denen ich dieses Geheimnis anvertraue. Doch du hast das Grenzgebiet verlassen, dir ist es gelungen deine eigene Grenze zu überwinden. Deshalb kann dir eine weitere Erkenntnis zuteil werden. Ist zwar an sich ohne Bedeutung, gehört aber zum großen Spiel.

Also bin ich ein Spielball in einem Spiel das nicht das meine ist. Das ist ja schön und gut, aber ist es notwendig mich für diese neuen Erkenntnisse durch diese trostlose Wüste zu schicken? Die ganze Situation kommt mir eher wie eine Strafe als eine Belohnung vor. Und das offensichtliche Leiden des Organismus hier wird auch nicht gerade gemildert wenn du von Bedeutungslosigkeit redest. Ganz zu schweigen von einem Spiel. Wenn wir eins sind, bist dann nicht du es die mich damals hat aufbrechen lassen und mich hier der Vernichtung anheim gibt?

Strafe oder Belohnung, für mich existieren solche Unterscheidungen nicht. Du selbst fragtest mich doch einmal warum ich die Menschen immer nach außen schicken würde auf ihrer Suche nach Glück und Erfüllung. Auf ihrer Suche nach Antworten, nach Sinn und Wahrheit. Warum ich sie Kraft meiner Täuschung so zwanghaft in diesem Außen festhalten würde, ihnen dort permanent sich nicht erfüllende Lösungsmöglichkeiten vorgaukelnd. Warum ich ihnen auf der Suche nach ihrem wahren Selbst den einzigen wahren Weg, den Weg nach Innen, durch immer neue Illusionen verstellen würde.

Vielleicht ahnst du jetzt den Grund dafür. Weil für die Menschen das Leben nur da draußen ist. Weil ich ihnen, indem ich sie draußen halte, das Leben erst ermögliche. Nur da draußen ist Bewegung, ist Leben. Innen findest du Bewegungslosigkeit, Stillstand, Tod.

Dann ist es also wirklich so. Der hier beschrittene Weg führt mich nach Innen und somit meinem Tod entgegen. Doch ich halte immer noch daran fest dass du es bist die mich diesen Weg gehen lässt. Du hast die Weichen gestellt, hast die Schranke für mich geöffnet, und ich war mutig oder dumm genug, über mich selbst hinauszugehen. Aber ich will dir keinen Vorwurf daraus machen. Ich stehe zu der Entscheidung, auch wenn ich sie nicht selbst getroffen habe. Und wenn die Konsequenz daraus der Tod ist, dann bin ich bereit mich ihm zu stellen. Oder gibt es etwa eine Alternative für mich?

Nein, es hat nie eine Wahlmöglichkeit für dich bestanden und es wird auch in Zukunft keine Alternative für dich geben. Was hast du erwartet, nachdem du deine alte Heimat, das Grenzgebiet, verlassen hast? Dieses Grenzgebiet und du, auch ihr wart eine Einheit, auch ihr wart untrennbar miteinander verwoben. Die Personen brauchen eine Heimat, einen Ort an dem sie sein können. Nur für sie existiert der Raum in der Grenzenlosigkeit. Ohne Person kein Raum, ohne Raum keine Person. Wo anders solltest du dich also wiederfinden als in diesem Tal des Todes? Fällt dir nicht die Folgerichtigkeit und Perfektion des Ganzen auf? Dadurch, dass du das Grenzgebiet verlassen hast, hast du auch den Grenzwächter verlassen. Vielleicht ist es sein Tod den du gerade durchlebst. Die letzten Bindungen an ihn die mit deinem eigenen Schwert durchtrennt werden.

Mit deinen Worten kommen auch die Erinnerungen wieder. Ja, ich habe das Grenzgebiet verlassen, denn dort gab es nichts mehr für mich zu tun. Meine Aufgabe war erledigt. Ja, ich habe die torlose Schranke überwunden, doch scheinbar nur, um mich hier in dieser knochentrockenen Schädelstätte mit dem Tod konfrontiert zu sehen. Zurück bleibt die Frage was bleiben wird, wenn der Vernichter selbst vernichtet ist.

Achte auf meine Worte und du wirst sehen mit was du konfrontiert bist. Ich bin vielleicht die große Täuscherin, aber ich belüge dich nicht. Du und ich, wir sind eins, warum also sollte ich mich selbst belügen? Also höre meine Worte nicht nur mit den Ohren, sondern verschmelze mit ihnen. Lasse sie einfließen in dich und dann treibe mit ihnen hinaus:

„Du und diese Landschaft, ihr seid eins. Du bist in der Landschaft, und die Landschaft ist in dir. Darin liegt das ganze Geheimnis verborgen.“

Die meisten Menschen haben Angst vor dieser Erkenntnis und versuchen sie zu vermeiden. Alle scheinen sich auf der Suche zu befinden, auf der Suche nach dem Weg zurück, zu Gott, zur Einheit oder wie auch immer das Ziel benannt wird. Aber wirklich ankommen will keiner. So lange sie Sucher sind besteht keine Gefahr der Ankunft. Sucher wollen in Wirklichkeit keine Finder sein. Oberflächlich betrachtet ist das nur allzu verständlich, denn es würde ihren Tod bedeuten. Daß die Auferstehung sofort darauf erfolgt, das Leben nach diesem Tod ungehindert weitergeht, diese Tatsache können sie nicht glauben. Womit sie ja auch irgendwie recht haben, denn für sie als Person gibt es keine Auferstehung. Da ist dieser Tod ein endgültiger. Und um ihn zu vermeiden schaffen sie diese Distanz zwischen sich und dem wirklichen Leben. Sie vermeiden die direkte Konfrontation mit dem Nichts aus Angst vor der Vernichtung, vor dem eigenen Nicht-Sein.

Also das ist jetzt doch ein bisschen dick aufgetragen, Maya, die selbstlose Menschenfreundin. Du bist es doch die den Schleier der Unwissenheit um die Menschen legt. Die sie in den Schichten der Illusion gefangen hält.

Natürlich, um ihnen ihr Leben als Person zu ermöglichen. Um sie vor ihrer Vernichtung, vor diesem Nicht-Sein zu schützen. Aber ich bin es auch die zu gegebener Zeit den Schleier anhebt und somit einen Blick dahinter ermöglicht. So wie bei dir, also spare dir deinen Sarkasmus. Aber das muss für heute reichen, meine Anwesenheit ist nicht länger notwendig. Obwohl ich sonst nicht wählerisch bin ist mir die Umgebung, in die du dich hier hineingestellt hast, nicht die angenehmste. Vielleicht sehen wir uns ja wieder, wenn es dir gelingt das Geheimnis deines Daseins aufzudecken und du damit den Ausgang aus diesem Tal des Todes findest. Bis dahin mache es gut, ich kenne und bevorzuge angenehmere Aufenthaltsorte.

Wie eine Nebelschwade löst sich ihre Gestalt langsam auf und nur das Flimmern der heißen Luft bleibt zurück. Weder Bitten noch Flehen werden ihren Entschluss ändern können, das weiß ich aus der Erfahrung früherer Begegnungen. Um was sollte ich auch bitten, jetzt wo sie mir offenbart hat dass sie und ich eins sind... Sollte ich mich selbst um etwas bitten? Kann ich denn nicht selbst meine Fragen beantworten?

Ich beschließe noch ein Stück zu gehen. Was bleibt mir auch anderes übrig. Irgendwo muss doch ein schattiger Platz zu finden sein. Ein Ort der mir Schutz vor diesem gnadenlosen Licht, das mich zwar erhellt, aber gleichzeitig auch zu verbrennen droht, gewährt. Ich mag mich ja bereit zur Erleuchtung zu fühlen, sogar bereit für den Tod, doch beim Thema Verbrennen scheint der Organismus auch noch ein Wörtchen mitzureden zu haben. Wer sollte es ihm verdenken?

Weiter rechts scheint das Gelände hügeliger zu werden und wenn ich in diese Richtung gehe wird mir die Sonne auch nicht frontal ins Gesicht scheinen. Durch den Dunst der die wie ein bleiernes Gewicht auf mir lastenden glühenden Nachmittagsluft lassen sich in dieser Richtung auch so etwas wie Bäume am Horizont ausmachen. Vegetation könnte Wasser bedeuten und etwas davon aufzutun wäre nicht das Verkehrteste. Ein unwillkürlicher Griff an meinen Wasserschlauch gibt mir die Bestätigung, nicht mehr allzu viel Spielraum zu haben.

Gar nicht so einfach genügend Motivation für den erneuten Aufbruch aufzubringen. Während des Besuchs Mayas fühlte ich mich selbst wie ein Besucher, ein Beobachter, der mich und die Situation von außen betrachtet, also aus einer gewissen Distanz. Waren das die umgekehrten Verhältnisse von denen sie sprach, wenn der Gastgeber zum Gast wird? Doch sie scheint diese nüchterne Betrachtungsweise mit sich genommen zu haben, denn seit sie weg ist bin ich wieder ganz in das Geschehen involviert.

Beim Aufstehen bemerke ich, dass sich die Sohle meines linken Stiefels zu lösen beginnt. Kein gutes Zeichen. Das Schlurfen und Dahinschleppen scheint sich auch auf das Material zerstörerisch auszuwirken. In der Hoffnung, dass der Schuh noch eine Weile zusammenhält, mache ich mich auf den Weg. Diesmal aber bewusst die Beine anhebend, sorgfältig auf die Schritte und den Boden unter den Füssen achtend. Jedenfalls zu Beginn, früher oder später werden sie wohl wieder ein Eigenleben entwickeln.