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Paul saß nachdenklich in seinem Zimmer im Erdgeschoss, ein schönes großes Zimmer in einem sehr schönen großen Haus in Stuttgart. Es war gegen Mitte der siebziger Jahre. Übermorgen beginnt die Schule wieder, nun machte er sich halt so seine Gedanken darüber. Obwohl er ein sehr guter Schüler war, bisher Klassenbester und Klassensprecher, hatte er doch ein wenig Bammel, die mittlere Reife stand im neuen Schuljahr an. Das würde die erste große Prüfung in seinem Leben werden. Er entschloss sich, alles erst einmal auf sich zukommen zu lassen. So kehrten seine Gedanken schnell wieder zu den Sommerferien zurück. Wie jedes Jahr, seit er sich erinnern konnte, hatte er sie in Wollmatingen, einem Vorort von Konstanz, bei Tante Roesle (die Schwester seiner Mutter) und Onkel Franz ihrem Mann, verbracht. Paul hatte viel Freunde und Freundinnen in Wollmatingen. Ja, auch Freundinnen, harmlose Jugendfreundinnen, denn bisher waren Mädchen für ihn höchstens neugierige und ewig plappernde Wesen; nur mit den Wenigsten konnte man sich seiner Meinung nach vernünftig unterhalten.
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Seitenzahl: 519
Veröffentlichungsjahr: 2018
Vollstrecker
als Herausgeber für
Der Pornograf
Band1
Der Schüler
Wir widmen dieses Buch dem verstorbenen Autor Rokoerber und verbleiben in ewiger Freundschaft …
Paul saß nachdenklich in seinem Zimmer im Erdgeschoss, ein schönes großes Zimmer in einem sehr schönen großen Haus in Stuttgart. Es war gegen Mitte der siebziger Jahre. Übermorgen beginnt die Schule wieder, nun machte er sich halt so seine Gedanken darüber. Obwohl er ein sehr guter Schüler war, bisher Klassenbester und Klassensprecher, hatte er doch ein wenig Bammel – die mittlere Reife stand im neuen Schuljahr an. Das würde die erste große Prüfung in seinem Leben werden. Er entschloss sich, alles erst einmal auf sich zukommen zu lassen. So kehrten seine Gedanken schnell wieder zu den Sommerferien zurück. Wie jedes Jahr, seit er sich erinnern konnte, hatte er sie in Wollmatingen, einem Vorort von Konstanz, bei Tante Rösle (die Schwester seiner Mutter) und Onkel Franz ihrem Mann, verbracht. Paul hatte viel Freunde und Freundinnen in Wollmatingen. Ja, auch Freundinnen, harmlose Jugendfreundinnen, denn bisher waren Mädchen für ihn höchstens neugierige und ewig plappernde Wesen; nur mit den Wenigsten konnte man sich seiner Meinung nach vernünftig unterhalten.
Wenn sie gar in Gruppen auftauchten, so konnte er gerade in letzter Zeit feststellen, war bei ihnen meist dümmliches Kichern angesagt. Allerdings, und auch das erst seit Kurzem, warfen einige dieser langhaarigen Wesen neuerdings gerne auch mal mit recht seltsamen Blicken um sich. Nun war Paul, mit seinen fünfzehn (im September würden es sechzehn) allerdings auch ein recht gut aussehender heranwachsender Jüngling. Sehr groß für sein Alter, brünett, mit einer sportlichen Figur, stellte er schon etwas dar. Ein Blick aus seinen dunkelbraunen Augen konnten ein Mädchen schon dahin schmelzen lassen. Er selbst war sich allerdings gar nicht bewusst, bereits ein Mädchenschwarm zu sein, denn bis vor Kurzem war so etwas für ihn keinesfalls auch nur einen Gedanken wert. Das hatte sich zum Ende seiner Sommerferien jedoch fast schlagartig geändert, wenn auch eher durch ein für ihn fast peinliches Erlebnis. Wie es dazu gekommen war? In den letzten zwei Ferienwochen traf er auf einen fremden Jungen, der ebenfalls in Wollmatingen auf Urlaub war; in seinem Fall aber bei seiner Oma. Heiner, so hieß der Junge, langweilte sich schrecklich, denn er kannte hier niemanden. Paul langweilte sich ebenfalls, sein bester Freund Peter war, zusammen mit den Eltern und der kleinen Schwester, in Friedrichshafen. Eine Tante hatte dort einen großen Gartenbetrieb, der brauchte ihre Hilfe. Als Paul, unentschlossen wohin, vor dem Haus der Tante stand, die Badesachen unterm Arm, kam Heiner vorbei. Der nahm sich ein Herz und fragte Paul, wo man denn hier am besten zum Baden ginge. Paul war ein aufgeschlossener Junge, der gerne plaudert. Er sagte zu Heiner, er würde auch gerade überlegen, wohin und hätte sich soeben entschieden, mit dem Fahrrad ans Horn zu fahren. Heiner kannte das Horn nicht und Fahrrad hatte er auch keines. Paul wusste sehr wohl, im Gartenhaus stand derzeitig noch ein altes Fahrrad von seinem Onkel Franz. Er selbst hatte ja sein Eigenes. Nach nur kurzem Gespräch und einer Rücksprache mit der Tante, war die Angelegenheit erledigt, Heiner fuhr mit Paul ans Horn (der öffentlichen Badeanstalt von Konstanz). Die beiden freundeten sich an, Urlaubsfreunde halt. Heiner war gut ein Jahr älter als Paul und – erfahrener. Bereits am zweiten Tag begann er mit Paul ein Gespräch, auf das dieser nicht vorbereitet war; das Thema fand bisher eigentlich kein besonderes Interesse bei ihm.
Dumm war Paul nun keineswegs, schon seit er elf war, wusste er genau, dass das mit den Blumen und Bienen zwar richtig war, für ihn war es aber eher eine Fabel und er übertrug sie, völlig richtig, natürlich auf Mann und Frau. Genaueres? Interessierte ihn noch nicht, es gab viel Interessanteres, zum Beispiel sein Hobby, das Fotografieren. Das hatte allerdings einen guten Grund, sein anderer Onkel, lustigerweise ebenfalls mit dem Namen Franz (der Bruder seines Vaters), hatte in Stuttgart ein großes Fotostudio mit Ladengeschäft. Inzwischen war nun leider seine Frau verstorben, eigene Kinder oder sonstige Verwandte hatte er keine. So wollte der Onkel sein Geschäft an Paul vererben. Paul war gerne damit einverstanden, nur seine Eltern bestanden darauf, dass er auf alle Fälle vorher noch sein Abitur machen sollte. Der Fall war also geregelt – Pauls Zukunft vorausgeplant. Da das Haus seiner Eltern nur ein paar Straßen vom Laden des Onkel entfernt war, verbrachte Paul viel von seiner Freizeit damit, dem Onkel zu helfen. Da gab es immer Entwicklungs- und Kopieraufgaben, natürlich gegen ein ordentliches Taschengeld.
Doch zurück zu Heiner und dem (in diesem Alter keinesfalls) merkwürdigen Gespräch. Es begann damit, dass Heiner Paul vorne an die Badehose griff und frage, ob er dieses Teil denn schon mal benutzt hätte. Paul wurde rot, wehrte heftig ab und fragte zurück, ob er, Heiner, denn mit etwas anderem pinkle. Die darauf folgende Erklärung seitens Heiners, war zwar absolut nicht in allen Bereichen korrekt, aber da gab es schon Dinge, die Paul zu denken gaben; darunter, das in letzter Zeit häufig seltsame Aussehen eines gewissen Körperteils, im Bett, beim morgendlichen Aufwachen. Paul war schon seit jeher lernfähig, er probiert gerne auch etwas in der Praxis aus. An diesem Tag hielten sich die beiden, auf der Heimfahrt, längere Zeit an einer abgelegenen Stelle im Wald auf. Danach hatte Paul zumindest eine kleine Ahnung, woran der Sextrieb beim Manne lag. Die nächsten Tage waren ausgefüllt durch viele Gespräche mit dem neuen Freund. Bald zeigte es sich, Heiner wusste doch weniger, als der wissensdurstige Paul von ihm wissen wollte. Die beiden machten sich jedoch am Horn daran, Mädchen und junge Frauen mit ganz anderen Augen zu betrachten. Neue Erkenntnisse brachte das jedoch keine.
Die Fahrt mit dem Zug nach Stuttgart war langweilig, genauso wie der Bummelzug. Ich hatte ihn genommen, damit ich nicht umsteigen musste. Aus dem Zugfenster zu sehen brachte auch keine Abwechslung – ich kannte die Strecke. Tante Rösle hatte mir aber ein Taschenbuch mitgegeben, einen Krimi. Sehr überzeugend war der aber auch nicht, man konnte bereits nach dem halben Buch ahnen, wer der Täter war.
Mit nur zehn Minuten Verspätung kam ich in Stuttgart an. Daheim wurde ich natürlich von Mom und Pop, meinen Eltern, herzlich begrüßt. Beide saßen in dem sehr großen Essraum, der, wie in Württemberg so üblich, gleichzeitig auch der Aufenthaltsraum war. Neben dem sehr großen Esstisch gab es auch noch eine kleine Sitzecke und natürlich die ganzen Geschirrschränke. Ich glaube mal gehört zu haben, früher war es das Gesindezimmer. Das große Erzählen begann. Da waren zuerst einmal viele Grüße, von gar vielen Leuten zu überbringen, Mom stammt ja aus Konstanz. Dieses Jahr fuhr ich erstmals alleine dorthin, Mom hatte keine Zeit.
Nach dem Mittagessen (zu Hause schmeckt es doch am besten), verzog ich mich auf mein Zimmer. Mein Koffer musste ausgepackt werde, natürlich machte ich das selbst, wie ich ihn ja auch selbst gepackt hatte. Die Schmutzwäsche kam in die Waschküche, der restliche Kram wurde säuberlich weggeräumt. Mom mochte es, wenn mein Zimmer immer sauber und aufgeräumt aussah. Danach las ich noch den Rest des Krimis, der Täter war wie vermutet. Als ich ausgelesen hatte, setzte ich mich an meinen Arbeitsplatz, eigentlich gewohnheitsmäßig, und räumte auch dort ein wenig rum, die Ferien waren vorbei. Meine Schultasche war bereits gepackt. Montag geht es los.
Wieder kamen die Gedanken in mir hoch: Wird es ein schweres Schuljahr? Eigentlich sollte ich mir ja keine Sorgen machen, so eine Prüfung muss doch zu schaffen sein, vor allem für den Klassenbesten. Ich legte mich mit ein paar Fachzeitschriften für Fotografie aufs Bett. Außer ein paar wirklich guten Landschaftsaufnahmen gab es nicht viel Interessantes zu sehen. Endlich ertönte der Gong, Zeit fürs Abendessen. Wir plauderten über alles Mögliche, allerdings ließ ich meine neuesten Erkenntnisse, durch Heiner, bei den Gespräch aus.
Der erste Schultag. Es begann, natürlich mit einem großen Palaver, bereits auf dem Pausenhof. Als die Klingel ertönte, begaben wir uns alle in unser altes Klassenzimmer. Es hatte sich nichts geändert, es war immer noch unseres. Nur die Zusammensetzung der Klasse hatte sich etwas verändert, unser Klassenlehrer stellte uns ein neues Mitglied vor: Rosa Häger, sie hatte die mittlere Reife nicht geschafft, wurde nicht versetzt und war nun auf der Wiederholspur. So was kann jedem mal passieren. Rosa schien sehr nett, auch wenn sie deutlich älter war als wir. Wir erfuhren von ihr, sie hatte früher schon mal, in der Quarta, (heute Klasse 7) eine Ehrenrunde gedreht.
Im Unterricht begann der übliche Quatsch, wir bekamen den neuen Stundenplan. Dienstags und Donnerstag eine Doppelstunde mehr. Das musste wohl so sein, da half auch heftiges Klagen der Mitschüler nichts. Danach wurden die neuen Schulbücher verteilt. Ein kurzer Blick, mir schien, als gäbe es nichts entscheidend Neues. In Mathe vielleicht, da stand die Infinitesimalrechnung an. Damit hatte ich mich aber letztes Jahr schon beschäftigt, mit einem Buch von Pop. Bei der folgenden Wahl des Klassensprechers hatte ich anscheinend wieder das Vertrauen der Klasse.
Sicher, ich war der Klassenbeste, aber ich ließ noch nie den Streber raushängen, das schaffte anscheinend Vertrauen. Lis Bronner, so ne schlanke, Schwarzhaarige, wurde Vertrauensmann der Mädchen. Gibt es eigentlich keine Vertrauensfrauen? Wozu unsere Mädchen damit auch eine Extrawurst haben müssen, dieses Jahr zum ersten Mal, musste ich erst noch rausbekommen.
Keine Ahnung wie es kam, in der großen Pause standen nur Mädchen um mich rum. Zuerst einmal Rosa, die Neue. Dann Toni und die eben gewählte Lis. Toni schaffte das Klassenziel nur sehr knapp, sie hatte ebenfalls mal eine Ehrenrunde gedreht. Sie ging ebenfalls schon auf die Siebzehn zu. Lis kam ungefährdet durch die letzten Jahre, wenn dieses Mal auch mit deutlich schlechteren Noten als die Jahre zuvor. Vor allem Mathe und Chemie waren scheinbar bei ihr die Schwachpunkte. Im Jahr zuvor war sie noch Klassenbeste der Mädchen. Dieses Jahr musste sie sich zusammenreißen, sie wollte das Abitur machen. Sie war eines der Mädchen, mit denen man vernünftig reden konnte und – das sei keinesfalls verleugnet, sie war die einzige, die mir wirklich sympathisch war. Ich denke, ich habe es von Pop, meinem Vater, geerbt, Ordentlichkeit.
Wieder zuhause machte ich mir erst einmal den neuen Stundenplan und hängte ihn über meinen Arbeitsplatz. Viel Neues brachte der Stundenplan nicht, lediglich eine Stunde Mathe und Deutsch mehr. Ein neues Fach war allerdings dabei, Politik. Was haben wir denn nur damit zu tun, fragte ich mich, dazu haben wir doch eine Regierung. Wir werden sehen. Hausaufgaben gab es natürlich noch keine. Meine Gedanken kreisten daher schnell wieder um ein völlig anderes, neues Problem: Mädchen! Bisher waren sie noch nie ein Thema, seit meinen neuen Erfahrungen im Urlaub schon. Ich sah sie plötzlich mit völlig neuen Augen. Da gab es etwas, was sie irgendwie anziehend machte. In der Schule stellte ich heute fest, galt das beileibe nicht für alle Mädchen in der Klasse. Alle waren zwar halbwegs nett, aber irgend so eine gewisse Anziehung hatten nur drei, ausgerechnet die, welche in der großen Pause bei mir standen: Rosa die Neue, Toni und Lis. Meine Gedanken spielten Purzelbaum. Ob es da eine gegenseitige Sympathie gab?
Ich beschloss, darauf besonders zu achten. Um ehrlich zu sein, es gab da auch gewisse Wünsche in mir, ich hatte noch nie in meinem Leben, bewusst, ein Mädchen nackt gesehen, vor allem nicht …
Dann fiel mir noch etwas ein, außer diesem Heiner, hatte ich auch noch keinen anderen Jungen nackt gesehen. Lag ich da womöglich zurück, war ich anders als andere? Dass ich scheinbar mit meinem Wissen über gewisse Dinge ein spät Pubertierender war, hatte mir Heiner zwar schon mitgeteilt, aber ich hatte einfach nicht auf die entsprechenden Anzeichen geachtet, vor allem nicht morgens. Dieses oft groß aufgewachte Teil zwischen meinen Beinen, störte mich bisher eigentlich nur vor dem Einschlafen, als ich mal wieder meine neuen Erkenntnisse nutzte, kam mir die entscheidende Idee: Ich würde mit einigen Schulfreunden am Wochenende mal zum Waldsee raus fahren und, mit etwas Glück, konnte ich sie überreden, nackt zu baden. Wie ich von Martin, meinem Banknachbarn wusste, hatten einige das schon einmal gemacht. Ich war damals leider nicht dabei, ich sollte da, mit meinen Eltern, mit auf einem Ausflug zum Kloster Lorch. Bereits am nächsten Tag rief ich die Jungs in der großen Pause zusammen. Gut ein Dutzend waren einverstanden am kommenden Samstag eine Radtour mitzumachen. Das eigentliche Ziel verriet ich nicht.
Die erste Woche verlief ohne besondere Vorkommnisse, nur eines fiel nicht nur mir auf, der Unterricht schien dieses Jahr irgendwie härter. Am Donnerstag bereits wurde ich gebeten, doch mal rauszukriegen, an was das liegen könnte. Knorr, unser Klassenlehrer, gab mir eine ebenso verblüffende wie einleuchtende Antwort: „Wir möchten euch so gut wie möglich auf die Prüfungen zur Mittleren Reife vorbereiten.“ Außer den ständig Uneinsichtigen wurde diese Antwort von allen akzeptiert. Zu meiner Verblüffung kam aber Toni, in einer der kleinen Pausen, zu mir. Ich war im Klassenzimmer geblieben, ich wollte noch etwas von der letzten Stunde in meinem Arbeitsheft nachtragen, damit ich es nicht vergesse. „Du Paul, kann ich mal was fragen“, begann sie. „Schieß los“, antwortete ich. Als Klassensprecher war ich es gewohnt, gefragt zu werden. Das gehört nun mal dazu. „Also kurz raus“, hob Toni an, „Ich weiß, dass ich eine Niete in Mathe bin. Wenn ich früher auch guter Durchschnitt war, mit diesem Infinitesimalszeugs komme ich einfach nicht klar. Kannst du mir, gerade jetzt, helfen diesen Kram zu verstehen? Wenn ich den Anfang schon nicht kapiere, sehe ich nämlich schwarz für mich.“ „Na gerne doch. Wie wäre es nächsten Mittwoch bei mir? Vorher geht es schlecht, montags bin ich besetzt, da arbeite ich bei meinem Onkel, ein wenig Taschengeld verdienen und am Dienstag hab ich Geburtstag. Wer weiß, wer da alles auftaucht. Aber Mittwochmittag ist gut. Da haben wir ja auch früh schulfrei“, antwortete ich ihr. Irgendwie war ich sogar stolz, dass meine Kenntnisse in Mathe anerkannt wurden. Der Termin wurde vereinbart, ich trug ihn in meinen Terminkalender ein.
Als ich nach der Schule nach Hause kam, lag die neueste Ausgabe meines Lieblingsfotomagazins da. Mom und Pop hatten schon gegessen, denn Pop musste ja wieder zur Arbeit, er ist Professor an der Uni, für irgend so ein hochgestochenes Fachgebiet der Fotografie. Vielleicht steckt die Liebe zur Fotografie bei uns ja in der Familie. Ach ja, Mom arbeitet zu Hause. Sie ist Schriftstellerin. Unter dem Pseudonym Beatrix Mai schreibt sie Frauenromane. Wie es scheint sogar recht erfolgreich. Auf alle Fälle habe ich mitbekommen, sie verdient damit mehr als Pop als Professor. Ich habe mir mal einen dieser Romane ausgeliehen; langweilig, stinklangweilig. Die Handlung drehte sich eigentlich nur um eine Frau, die einen Mann heiraten wollte,
aber eine andere kam ihr dabei immer dazwischen. Als ob es nicht genug Männer gäbe. Da Pop schon wieder weg zur Uni war und Mom sich in ihre Arbeitszimmer im ersten Stock zurückgezogen hatte, ich hörte ihre Schreibmaschine bis hier runter klappern, wärmte ich mir halt mein Essen auf, schlang es runter, dann schnappte ich mir das neue Magazin und ging ebenfalls auf mein Zimmer.
Das mag jetzt klingen, als hätten wir eine recht kleine Wohnung, das ist allerdings nicht der Fall; im Gegenteil, wir bewohnen ein recht großes Haus, lebten aber vor allem im Erdgeschoß. Die Beletage (ältere Bezeichnung für herrschaftliche Empangsräume) und eine große Bibliothek befanden sich, mit Moms Arbeitszimmer und ein paar Nebenräumen, in der ersten Etage. Darüber befand sich noch ein Stockwerk, in dem man früher wohnte. Das Ganze war nämlich die vornehme Stadtwohnung eines reichen Herrn von Sowieso. Mom hatte das Haus von einer verstorbenen Tante mütterlicherseits geerbt, gleich nach dem Krieg. Wir waren dorthin gezogen, aber das Wohnungsamt hatte Mom einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht; in Stuttgart herrschte Wohnungsnot.
So waren meine Eltern gezwungen worden, zumindest die oberen Etagen zu vermieten. Ich kann mich daran nicht mehr erinnern, entweder war ich zu klein oder es war vor meiner Zeit, wie man so schön dazu sagt. Derzeit stand die obere Wohnung allerdings leer, auch das darüber befindliche teilweise ausgebaute Dachgeschoss. Lediglich Pop hatte dort oben ein Atelier, wie er es nannte, aber es wurde schon lange nicht mehr benutzt.
Ach ja, ich hatte früher mein Spielzimmer ebenfalls dort oben. Ganz unter dem Dach, da war so eine Art großer Rumpelkammer. Alles da drin war sozusagen der Rest des Fundus von einem kleinen Zirkus, der da oben während der Zwangsbewirtschaftung mal gewohnt hatten. Also ich erinnere mich noch gut, dass ich auch gerne dort gespielt hatte, es gab da herrliche Sachen. Ich denke, es sind aber schon gut zwei Jahre her, seit ich kaum Interesse mehr daran hatte.
Mom und Pop hatten mal gesagt, sie wollten da oben nicht mehr vermieten. Die Etage über der Beletage sei einmal für mich vorgesehen, wenn ich einmal eine Familie gründe. Das wird sicher noch ewig dauern, nach der Mittleren Reife noch drei Jahre bis zum Abitur.
Womöglich sogar ein Studium, zumindest solange Onkel Franz noch alleine in seinem Fotostudio werken kann. Aber zuerst musste mal die Mittlere Reife geschafft werden.
Am Samstag, obwohl es doch bereits September war, hatten wir tolles Wetter, als ich aufwachte. Das Glück war mir also hold. Wir waren um acht an der Schule verabredet. Meine Eltern wussten Bescheid, was den Ausflug angeht, aber samstags und sonntags ist bei uns immer spät Frühstück, dafür besonders lange und ausführlich. So musste ich es mir heute selbst zubereiten und mir auch noch ein Vesper für unterwegs machen. (Vesper bedeutet im Schwäbischen eine kleine Zwischenmahlzeit).
Alles lief nach Plan, der Fahrradausflug machte wohl allen viel Spaß und leise waren wir dabei auch nicht. Unser erster Halt war, wie von mir geplant, an dem kleinen Waldsee. Wie erwartet, war auch kein Mensch in der Gegend. Wir breiteten uns aus, die Ersten fielen bereits über die mitgebrachten Vesperbrote her. Dann kam, was ich hoffte, Martin planschte mit den Füßen im See. „Wer hat `ne Badehose für mich dabei. Ich will da jetzt rein“, verkündete er. „Hindert dich doch keiner nackt reinzugehen“, sagte Jürgen.
„Nackt?“
„Na und? Es guckt dir keiner was weg. Wir haben alle so was“, antwortete Dieter. „Ich komme auch mit, auch nackt. Ist ja keiner da. Es wird wohl unser letztes Freibad in dieser Saison sein", fügte er noch hinzu. „Das Wasser ist Klasse“, rief Martin bald darauf, nach dem sein T-Shirt und die Unterhose an Land geflogen waren. Hans und Josef alberten noch ein bisschen rum und gingen dann ebenfalls rein. Fast der gesamte Rest kam langsam ebenfalls ins Wasser. Natürlich ich ebenfalls. Ich schaute dabei etwas genauer hin, einen Unterschied konnte ich nicht feststellen. Ich fürchte, leise waren wir bei unserer Baderei auch nicht, wenn das Wasser auch nur etwa 18 Grad hatte. Doch ein Indianer kennt keinen Schmerz. Keiner hatte ein Handtuch dabei, also einfach so an der Luft trocknen. Ich horchte mich ein wenig rum, dann sprach ich wieder mal zur ganzen Mannschaft. „Jungs!“ Sie kamen heran, nackt, halb angezogen oder schon voll bekleidet. „Ihr wisst, dass ich Fotograf werden will. Da liegt es nahe, dass ich schon mal übe. Ich, wie ihr wohl auch, bin derzeit so scharf wie ein Rettich auf Mädchen. Was liegt also näher, als zum Thema eins zu fotografieren.“ „Was für ein Thema?“, wollte es Gerd genauer wissen. „Natürlich von Frauen und Männern, Mädchen und Jungs und allem, was damit zusammenhängt“, antwortete Martin für mich. „Meiner hängt nicht“, kam ein Zwischenruf von Klaus, und wirklich, er hatte einen Ständer. „Ich möchte, über die Zeit unseres Aufbruchs zum Mann, eine Bilddokumentation machen und brauche dazu euch als Unterstützung. Ich will euch nackt fotografieren. Später, wenn wir einmal nicht mehr können, kann jeder von euch die ganze Dokumentation bei mir einsehen. Vielleicht mache ich aber auch mal einen Roman daraus und lasse ihn drucken. Man weiß ja nie, was die Zukunft so bringt, wo meine Mom doch ’ne Schriftstellerin ist.“ Alle stimmten zu.
Ich weiß nicht mehr, wer von den Kumpels es war, auf jeden Fall packten sich zwei aus Spaß bei den Schwänzen. Zur Erheiterung aller wurden die natürlich steif. Dann wurde gemessen, wer den Längsten hat. So schlecht lag ich gar nicht im Rennen. Nur Martin und Dieter lagen vor mir. Dieter schlug gar vor, wir sollten jetzt einfach mal alle eine Runde wichsen, dann sei schnell klar, wer schon ein Mann sei und wer noch nicht. Martin machte sich zuerst an die Arbeit und wirklich, er spritzte ab. Nun ging die Post so richtig ab. Als ich dran war, erwischte mich Martin mit meinem eigenen Fotoapparat. Bei meiner Beschäftigung musste ich sie ja notgedrungen aus der Hand legen. Sie störte nur. „Uns hast du ja nun“, sagte Heinz, nachdem alle fertig waren und ich einen Film verknipst hatte. „Aber was ist mit nackten Mädchen?“
„Damit sieht es noch schlecht aus“, gestand ich. „Hat einer von euch ne Ahnung, welches Mädchen zu Bildern bereit währe?“ „Ich würde es mal bei der Neuen probieren“, riet mir Dieter. „Ich habe das so Einiges gehört, aus unserer Oberklasse.“ „Auch die Toni scheint da nicht so prüde zu sein“, wusste Martin. „Frag sie doch einfach mal. Mehr als Nein sagen kann sie kaum. Wenn sie aber Ja sagt, wollen wir natürlich die Bilder sehen“, fügte er, mit frechem Grinsen im Gesicht, noch hinzu. „Da braucht ihr euch erst gar keine Hoffnungen zu machen. Andernfalls würde ich wohl schnell das Vertrauen meiner Models verlieren. Auch die Bilder von heute bekommt nur das jeweilige Opfer zu sehen. Ansonsten erst, wenn wir uns mal wieder treffen, wenn ihr bereits am Stock geht.
„Dann muss ich mir wohl bald ein Bein brechen“, grunzte Hans „um wenigstens mal das Bild eines nackten Mädchens sehen zu können. Oder meint ihr, wir können zumindest die aus der Klasse einfach mal zum Nacktbaden einladen?“ Diese Frage brachte nur Gelächter hervor, dass sie nicht mitkommen würden, war allen klar.
Der Tag ging zu Ende, wir fuhren nach Hause. Unterwegs fragte ich noch ein bisschen rum. Es kam schnell raus, mit Mädchen geschmust hatten schon die einige, wenn mir auch bewusst war, dass da auch gerne geprotzt wird, um Ansehen zu erlangen. Es wurde mir allerdings auch genauso schnell klar, dass Schmusen meist lediglich Knutschen war, auch Brüste wurden da sicher schon betatscht. Wie es mit dem Fummeln unter dem Rock stand, da zweifelte ich dann doch an den entsprechenden Aussagen. Richtig nackt, hatte außer Dieter und Martin wohl noch keiner ein Mädchen gesehen, mit einer gar geschlafen natürlich auch nicht. So weit zurücklag ich also gar nicht. Das beruhigte mich dann doch, man will ja nicht nachhinken. Allerdings war das, zumindest bei mir, eine knappe Sache. Ich hatte, wie Hans, noch nie ein nacktes Mädchen gesehen. Diese Massenmasturbation am Nachmittag machte mir aber vor dem Einschlafen doch irgendwie zu schaffen. Zum Schluss half alles nicht, ich musste nochmals ran. Meine Gedanken kreisten dabei um Rosa, waren sozusagen in ihr. Es würde ja nicht mehr lange dauern, bis ich sechzehn war. Irgendwie wurde dieses Alter für mich zu einer magischen Grenze. Inzwischen war mein Verlangen nach Sex gewaltig gestiegen – ich wusste ja inzwischen, was mich da hin und wieder so unruhig machte.
Das Wochenende verlief ruhig. Nach dem Mittagessen machte ich mit Mom und Pop einen kleinen Ausflug zum Hasenbergturm. Zum Kaffee kehrten wir ein, ich tat es mir an einem großen Stück Schwarzwälder Torte gütlich, konnte es aber nicht lassen, mir ein Mädchen am Nachbartisch aufs Genauste anzusehen. Die bemerkte es und wurde recht rot im Gesicht, senkte scheu die Augen. Zwischendurch richtete sie aber doch mal den Blick auf mich. Das Spiel setzte sich fort, bis sie mit ihren Eltern aufstand und ging. Sie waren fertig mit dem Kaffeetrinken. „Aber Paul, das war nun aber mal ’ne seltsame Aktion von euch, kennst du das junge Fräulein denn?“, war ich doch bei Mom aufgefallen.
„Kenne ich nicht, aber sie guckte so komisch“, versuchte ich mich zu verteidigen. „Mein lieber Scholli“, lachte jetzt auch noch Pop. „Es wird wirklich Zeit, dass du sechzehn wirst. Sonst müssten wir dich womöglich an die Kette legen!“ Auf dem Nachhauseweg dachte ich über die Bemerkung von Pop nach. So ganz verstand ich den Zusammenhang nicht. Die Bemerkung ließ mir aber keine Ruhe, so fragte ich beim Abendessen, zu Hause, einfach nach. Die Antwort war etwas verblüffend. „Mein lieber Sohn. Offensichtlich bist du bereits mitten in der Pubertät. Falls du das Wort nicht kennst, was ich nicht vermute, das ist die Zeit, in der du vom Kind zum Manne reifst. Wenn du dazu noch Aufklärung benötigst, dann frag mich halt. Ich stehe dir in meinem Büro gerne zu einer privaten Unterredung zu Verfügung. Mom muss da ja nicht unbedingt dabei sein“, lachte er zu dieser hin. „Vor dem Gesetz, bist du ab Dienstag kein Kind mehr, sondern ein Jugendlicher. Ab achtzehn giltst du als Erwachsen, wenn auch noch nicht als volljährig. Das wird man derzeit erst mit einundzwanzig. Aber auch dies ändert sich zum Jahreswechsel.
„Und was bedeutet das für mich?“, fragte ich nun doch etwas überrascht. „Für dich ist es im Augenblick wohl am wichtigsten, du kannst dich ab deinem Geburtstag am Dienstag, etwas näher mit Mädchen abgeben; soweit sie ebenfalls über sechzehn und in deiner Altersgruppe sind. Ab achtzehn kannst du, genau passend zu dem neuen Gesetz, dann tun, was du willst, sogar Heiraten. Mit dem Kinderkriegen würde ich an deiner Stelle aber noch vorsichtig sein, du hast vorher deine Ausbildung fertig zu machen. Alles klar?“
„Ich denke schon. Fürchte aber, da kommen noch ein paar Fragen auf mich zu. Aber im Augenblick noch nicht, und Kinder kriegen, na ja, das ist Sache der Frauen, du meinst in diesem Fall wohl mehr meine Mitwirkung dabei. Auf alle Fälle danke für die Auskunft. Dann bin ich ab Dienstag also ein Jugendlicher“, musste ich jetzt doch lachen. „Dann darf ich also, nächstes Mal im Cafe, junge Mädchen anlachen“, grinste ich. Mom und Pop lachten ebenfalls. Pop ging zum Esszimmerschrank und holte seinen Cognac, zusammen mit gleich drei Gläsern. Ich bekam auch einen Kleinen von seinem Schnaps eingeschenkt. Das erste Mal. Ich empfand es als das, als was es wohl auch gemeint war, als eine Ehre.
Wir tranken auf den Jugendlichen, der ich bald sein werde. Besonders begeistert war ich von dem Cognac nicht. Abends im Bett konnte ich nicht gleich einschlafen, das mit der Erlaubnis mich ab übermorgen mit Mädchen abgeben zu dürfen, gab mir schwer zu denken. Gab es da die Möglichkeit, mir ein Mädchen wenigstens mal genauer anzusehen? Es war sicher nicht der Grund, warum Toni am Mittwoch kommen würde, aber gab es da vielleicht eine Gelegenheit zu Nachforschungen?
Montags Schule. Es ging bereits zur Sache. Die legen dieses Mal wirklich ein hartes Tempo vor. Für meinen morgigen Geburtstag lud ich nur Martin ein und Axel, einen Freund, den ich noch aus dem Sandkasten kenne. Er ist zwar deutlich älter als ich; unsere Freundschaft hatte allerdings nie darunter gelitten. Ich überlegte, ob ich dieses Mal auch ein Mädchen einladen solle, entschied mich aber dann doch dagegen. Rosa kannte ich kaum, Toni würde am Tag danach kommen und Lis? Ich glaube, inzwischen wusste ich, warum ich sie so sympathisch finde – sie ist voll mein Typ. Alleine vom Aussehen her, sehr schlank und mit prächtigem, rabenschwarzem langem Haar. Aber da wollte ich lieber vorsichtig sein, nichts übereilen.
Kurz vor Schulschluss, reichte mir Martin ein Päckchen rüber. „Mein Geburtstagsgeschenk für den zukünftigen Fotografen. Mach es aber besser zuhause alleine auf, es ist nicht für die Augen Erwachsener geeignet!“ Natürlich erweckte er damit mein Interesse. Ich schob das Päckchen in meine Tasche und bedankte mich. Mit leicht knurrendem Magen – ich hatte mir kein Pausenbrot gemacht.
Mom hatte heute fürstlich gekocht, Maultaschen mit Kartoffelsalat. Pop rang sich sogar dazu durch, mir ein mit Limo verdünntes Bier zu spendieren. Das alles konnte nur bedeuten, dass meine Eltern zufrieden mit mir waren. Nach dem Essen machte ich meine Hausaufgaben. Danach fiel mir das Päckchen von Martin auch wieder ein. Ich machte es auf: Es war ein Bündel mit alten Nacktfotos. Ich fühlte, wie meine Ohren heiß wurden, dann schaute ich doch genauer hin. Dieses Thema fand nun wirklich, zum rechten Zeitpunkt, mein vollstes Interesse. Es gab viele Bilder von nackten oder halb nackten Mädchen, mit großen und mit kleinen Brüsten. Das Entscheidende konnte man jedoch bei allen Bildern nicht sehen. Man sah dort, zwischen den Beinen, eigentlich nur ein mächtiges Büschel von Haaren.
Diese Fotografen sollte man erschlagen - was wirklich von Interesse ist, das zeigen sie nicht. Ich wollte doch zu gerne wissen, was Mädchen zwischen den Beinen nun wirklich haben. Nur Haare werden es ja wohl nicht sein, mit irgendwas müssen sie doch pinkeln. Es gab auch ein paar Bilder von Männern mit Frauen. Da zog eine Frau einem Mann den Pimmel aus dem Hosenstall (Schwäbisch: Bezeichnung für den Hosenverschluss). Auf dem nächsten Bild spielte eine damit herum. Der war ganz schön groß und schien ganz steif zu sein, wie meiner manchmal, morgens im Bett. Zu was das gut war, wusste ich inzwischen natürlich auch. Dass Frauen daran aber auch scheinbar viel Spaß hatten, wie die Bilder deutlich zeigten, das ahnte ich nicht einmal. Dass Mädchen gerne aneinander herumtatschen, wie ein weiteres Bild zeigte, hatte mir Roland, er ist auch privat mein bester Freund, schon mal erzählt. Er hatte seine kleine Schwester mit der Freundin dabei erwischte. Sie würden doch nur Onkel Doktor spielen, hätten sie gesagt. Dass Jungs das aber auch gerne tun, sah ich jetzt zum ersten Mal auf einem Bild.
Vor Kurzem, an dem See, waren da ja alle nur mit sich selbst beschäftigt. Ich hatte da zwar von Vorkommnissen in der Dusche der Sporthalle gehört, aber nichts Genaues. Es scheint, irgendwie eines dieser, das tut man nicht, davon spricht man nicht Dinge zu sein. Eine Redensart, die ich ganz besonders liebe. Viel haben die Bilder mir eigentlich nicht gebracht. Sie haben mehr Fragen aufgeworfen als Fragen beantwortet. Eines habe ich jedoch gelernt; sollte ich je Gelegenheit haben nackte Frauen zu fotografieren, dann werde ich Bilder machen, die zeigen, was Sache ist. Sonst können die Frauen ja auch gleich angezogen bleiben; nur Haare finde ich uninteressant. Allerdings muss ich gestehen, diese Bilder brachten ein gewisses Körperteil von mir dazu, mächtig anzuschwellen. Da half dann alles nichts, dieses Körperteil musste beruhigt werden. Ach ja, und meine Neugierde auf Frauen stieg auch noch mehr an. Ich hegte doch sehr die Hoffnung auf Toni am kommenden Mittwoch.Später las ich noch ein wenig, ich glaube ich erwähnte es schon, ich bin eine arge Leseratte. Derzeit stehe ich vor allem auf SF-Geschichten. Da hatte ich heute einen neuen Begriff gelernt: Wesen der dritten Art. Gemeint sind fremde, außerirdische Wesen.
Da sich meine Gedanken aber immer mehr um Mädchen drehten, ich an Außerirdische zwar glaubte, es aber nicht so ganz ernst nahm, gefiel mir diese Bezeichnung für Mädchen viel besser; vor allem der Terminus Ausserirdische. Ich verband ihn allerdings mit dem Begriff schön. Vorsichtshalber verschloss ich die Bilder in meinem abschließbares Fach. Ich denke, Mom würde zwar nicht in meinen Sachen wühlen, aber sicher ist sicher. Da wollte ich auch nichts dem Zufall überlassen. Ich hatte zwar schon mit zwölf das Recht erhalten mein Zimmer zu verschließen, auch wenn ich drin war. Das hatte aber nur den Effekt, ich musste es dann auch selber saubermachen; noch tat das nämlich Mom für mich. Allerdings bin ich auch nicht der Typ, der alles rum liegen lässt. Das war schon als kleines Kind so, wenn ich mit etwas gespielt hatte, räumte ich es anschließend auch wieder weg.
Meine Geburtstagsfeier, am nächsten Tag, war keine große Angelegenheit, wenn es doch offensichtlich für mich auch der Sprung in ein wichtiges Alter war: Ich durfte mich um Mädchen kümmern. Gleich nach dem Mittagessen kümmerte ich mich zuerst einmal um meine Hausaufgaben, dann trudelten die Gäste ein.
Außer Martin und Axel kam nur noch Onkel Franz, der mit dem Fotoladen. Mom hatte gleich zwei Kuchen gebacken, die komplett verputzt wurden, denn Pop hatte sich ebenfalls freigenommen. Mom war natürlich auch nicht in ihrem Arbeitsraum – heute gab es kein Geklapper der Schreibmaschine.
Mittwoch. Morgens natürlich wie üblich Schule. Dass ich jetzt sechzehn war, machte keinen Unterschied. Knorr, unser Klassenlehrer, hatte ja gestern schon gratuliert und mit ihm auch die ganze Klasse. Heute nun lief das Leben wieder seinen gewohnten Gang, wenn auch bereits mit einem ersten kleinen Testat in Englisch. Es war wirklich nur ein Test, der unseren Wortschatz prüfen sollte. Warum es da schon wieder Zittern und Wehklagen gab, konnte ich beim besten Willen nicht verstehen. Eigentlich war es nur ein Klacks, wenn ich dieses Mal auch ein Wort falsch schrieb. Die gewohnte Eins bekam ich trotzdem, mein Wort hatte ich amerikanisch geschrieben, wenn wir auch Englisch lernten. Da wir jedoch in der ehemals amerikanischen Zone wohnten, ging es so durch, es gab lediglich eine Randbemerkung. Toni kam in der Pause kurz zu mir, ob es denn beim Lernen am Nachmittag bliebe. Was Mädchen wohl unter einer festen Verabredung verstehen … Mit meinen paar Hausaufgaben war ich schnell fertig. Bis Toni kam, gab es noch genug Zeit. Um sie zu überbrücken, holte ich die Bilder, die ich von Martin bekommen hatte, nochmals raus. Wieder ärgerte ich mich, dass man bei keinem der Bilder genau erkennen konnte, wie es bei Frauen da wirklich aussah. Mir kam eine gute Idee, könnte ich Toni überreden, mir mal zu zeigen, was sie da im Höschen hatte? Womöglich mir erlauben, das zu fotografieren, es würde meinem Wissen mächtig auf die Sprünge helfen. Da ich natürlich bei einer Nahaufnahme ihren Kopf nicht mit fotografieren würde, konnte kaum festgestellt werden, wer da Modell stand. Ich ging schon davon aus, dass alle Mädchen an den entscheidenden Stellen gleich aussehen – wie wir Jungs ja auch. An der Haustüre klingelte es. Vor lauter Bildern hatte ich Toni fast vergessen. Ich sauste zur Türe, „ist für mich!“ rufend, damit Mom in ihrem Arbeitszimmer Bescheid wusste. Toni roch heute gut, sie hatte sicher Parfüm über sich geschüttet. Dazu hatte sie sich auch noch schick angezogen. Sie gefiel mir, sie war deutlich mehr eine junge Frau, denn ein Schulmädchen. Wir gingen in unser Wohnesszimmer. „Sollen wir hier lernen“, ich zeigte auf unseren großen Esstisch, „oder lieber in meinem Zimmer. Ich denke, dort ist es gemütlicher?“, lockte ich sie. Sie sah mich kurz prüfend an, ließ sich erst mein Zimmer zeigen, dann entschied sie sich für die gemütliche Variante.
Wir setzten uns in meine kleine Sitzecke, sie kramte in ihrer Schultasche, die sie mitgebracht hatte, und schon waren wir mitten drin in Mathe. Ich will nicht wirklich behaupten ich sei ein Genie in Mathe, aber was wir bisher hatten, fiel mir immer leicht. Vielleicht nur deswegen, weil ich mich damit auch beschäftigte. Gerade jetzt, bei der Infinitesimalrechnung, ging mir der Sinn des Ganzen schnell ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekam Toni so langsam mit, um was es da überhaupt ging. Nach gut einer Stunde hatte sie es dann begriffen. Noch zwei Aufgaben und sie strahlte mich an: „Ich glaub‘, jetzt hab ich es geschnallt. Warum kann der Wolf das nicht so erklären wie du? Jetzt hascht ’nen Wunsch frei.“
Ich dachte an die Bilder, meinen Vorsatz und nahm meinen ganzen Mut zusammen. „Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, ich habe da ein großes Problem: Du weißt ja, dass ich Fotograf werden möchte, mein Onkel sagt es sei für mich jetzt allmählich Zeit auch mal Menschen vor die Linse zu bekommen. Nun hab ich von Martin gestern Morgen ein paar freche Bilder bekommen. Da sind nackte Frauen drauf. Zu sehen ist aber eigentlich nichts, außer einem großen Büschel von Haaren.
Nun meine Frage: Dürfte ich dich mal nackt fotografieren? Ich hab noch nie gesehen, wie ein Mädchen unter dem Rock aussieht. Ich hab halt keine Schwester. Bitte Toni“, dann schloss ich die Augen, hielt den Atem an und wartete auf die fällige Ohrfeige. „Du spinnst wohl“, zischte sie auch prompt. Danach errötete sie und fragte leise: „Keine Schwester? Du hast das noch nie gesehen?“ „Sag ich doch, sonst hätte ich ja nicht gefragt. Und die Bilder von Martin sind einfach nur Scheiße. Ich möchte das später, als Fotograf, gerne besser machen. Dazu müsste ich aber erst mal wissen, was es da überhaupt zu sehen gibt.“ Toni hieb mir in die Rippen, dass es richtig wehtat, dann sagte sie, wieder leise: „Gut, zuerst möchte ich aber mal die Bilder sehen, die dir Martin gab. Dann tu ich es vielleicht, aber es bleibt beim Anschauen und fotografieren und - die Bilder nicht rum zeigen. Ist das Okay für dich?, kannst du mir das versprechen?“ „Du brauchst nicht zu flüstern, hier kann uns keiner hören, wenn du normal mit mir sprichst“, lächelte ich sie dankbar an. „Auch nicht, wenn ich schreie falls du mir was tust?“, fragte sie keck.
„Schreien hört man wohl schon – aber ich tu dir doch nichts. Ich versprech's, wenn du willst. Lass mich aber schnell die Bilder holen“, lenkte ich ab und ging zu der Schublade, in die ich sie schnell geworfen hatte, als sie klingelte. Meine Kamera brachte ich gleich mit. Toni hatte derartige Bilder wohl auch noch nie gesehen. Seltsamerweise wurde sie irgendwie aufgeregt, als sie sah, was sich auf den Bildern tat. Besonders spannend fand sie scheinbar vor allem die Bilder, wo ein Pimmel zu sehen war. Endlich sagte sie etwas: „Das ist ja heißer Stoff …“ „Um ehrlich zu sein, das finde ich auch. Ich kann mir gut vorstellen, das solche Spielchen, zusammen mit einer Frau, viel Spaß machen würden. Viel mehr“, ich ließ alle Scheu fallen, es ging ja um die Wurst, „als dauernd nur alleine tätig zu werden.“ „Ahm“, brachte Toni zuerst raus, dabei etwas errötend. „Ahm, ich fürchte du hast recht, alleine macht es wenig Sinn. Ich denke, diese Beschäftigung ist für zwei gemacht. Das sagte mein Freund auch und zeigte mir da wirklich nette Spielchen. Als er mich dann aber auch noch richtig fi… ahm, als er dann wirklich zur Sache kommen wollte, trennte ich mich von ihm. Dazu bin ich noch nicht bereit.“
„Na, dann bist du ja auf alle Fälle weiter als ich. Ans Ficken wage ich ja noch nicht mal zu denken. Da möchte ich mich mit Mädchen zuerst mal besser auskennen. Ich denke du hast auch völlig recht, ein Kind zu bekommen ist in unserem Alter wohl äußerst unpraktisch, das sagte Pop, mein Vater auch“, stimmte ich ihr zu. „Wenn’s nur darum ginge, das kann man ja verhindern, aber ich glaub halt, es gehört auch irgendwie Liebe dazu, wenn man erst mal so weit geht“, antwortete sie.
„Liebe?“, gab ich zurück, „ich weiß nicht mal genau, was das in diesem Zusammenhang bedeutet. Martin meinte, so würde man diese Tätigkeit nennen, wenn man sagt, zwei lieben sich, machen Liebe miteinander. Oder hast du da was anderes gehört?“, fragte ich, wohl etwas treudoof. „Habe ich, aber das, was ich meine ist, etwas Gespürtes, was Innerliches. Wenn es auch blöde klingt, es ist eher was mit dem Bauch. Ich fürchte, es ist auch eher ’ne Sache, die hauptsächlich uns Mädchen erwischt. Also ich hab mich schon zweimal verliebt. Das ist ein ganz komisches Gefühl, ich kann es gar nicht beschreiben. Das musst und wirst du aber selbst erleben.“
Sie machte eine kleine Pause, in der sie sich erneut die Bilder der nackten Männer ansah. „Hast du auch so einen großen Schwanz?“, fragte sie dann, dabei schoss ihr Röte ins Gesicht. „Denn ich hab mich neuerdings auch etwas in dich verguckt. Und grad bist du mir noch sympathischer geworden.“ Sie lehnte sich zurück. „Willst du ihn sehen?“, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf. Dabei merkte ich sehr wohl, dass sich in meiner Hose schon wieder etwas tat. „Unter uns Mädchen munkelt man, du seiest ein Typ, dem man vertrauen könne, du gingst einem auch nicht an die Wäsche. Kommt auch keiner in dein Zimmer?“, sagte sie, anstelle einer direkten Antwort.
„Nö, zu mir nicht. Mom arbeitet um diese Zeit ein Stockwerk höher und Pop ist auf der Uni. Und - was soll ich mit deiner Wäsche?“ Toni ignorierte meine Frage, blickte mir noch einmal tief in die Augen - dann schob sie ihren Rock hoch. Einfach so. Eine weiße Unterhose kam zum Vorschein. Sie zog sie vorne ab und ließ mich einen Blick hineinwerfen. Haare. Ein ganzes Büschel Haare. Dann zog sie die Hose ohne weiteres Zögern aus. Ich sah den gleichen Pelz wie auf den Fotos, die ich von Martin hatte. Sie rückte sich in Position und ich hielt den Atem an. Da war es oder muss es sie oder er heißen?
Sie griff nach unten und zog mit beiden Händen das Ding auseinander. Es war deutlich zu sehen, dass da was war. Roland hat also doch recht, sie, es war eine Art Schlitz und sah irgendwie feucht aus. Meine Kumpels nannten es Fotze, der Name gefiel mir aber ganz und gar nicht; er klang irgendwie abwertend. So gebrauchten ihn die Kumpels auch, wenn sie ein Mädchen doofe oder gar dreckige Fotze nannten. Das dafür gebräuchliche Wort, Vagina, hielt ich aber auch nicht für der Weisheit letzter Schluss; es klang so wissenschaftlich wie Penis auch.
Toni lehnte sich zurück. „Ich habe da unten halt viele Haare. Erika meint, ich soll sie mir abrasieren, bevor ich mit einem Mann schmuse. Die Männer wollten ja alles genau sehen, da würden Haare nur stören. Ich bin mir aber nicht sicher, was meine Mutter dazu sagen würde. Sie kommt manchmal ins Badezimmer, wenn ich unter der Dusche stehe.“ „Ich bin froh, jetzt wenigstens eine kleine Ahnung davon zu haben, wie es da überhaupt aussieht“, antwortete ich ihr. „Mit den Haaren? Ich hab, gegen dich, da unten nur wenige. Meine sind wohl noch am Wachsen.“
Nachdem diese erste Hürde genommen war, fiel es Toni wohl scheinbar leicht; ruck zuck war sie aus den Kleidern. Sie ließ mir dabei genug Zeit zum Fotografieren. So ein junges Mädchen sieht nackt schon sehr viel anders aus als ich im Spiegel. Auch ihre Brüste, ebenfalls Neuland für mich, fand ich ausnehmend hübsch. Nicht einfach so Fettpolster, wie ich bisher vermutete. „Ist meine Muschi wirklich die Erste, die du gesehen hast?“ Ich konnte nur nicken, denn in meiner Hose herrschte verstärkt Unruhe. Toni merkte es natürlich, es war nicht zu übersehen. „Nun lass mich halt dein Ding auch mal sehen“, bat sie, während ich noch über ihre Bezeichnung Muschi nachdachte. Ich fand dieses Wort viel netter, als die gängige Bezeichnung.
Tonis Wunsch fand ich völlig okay, gleiches Recht für alle. So war ich schnell aus meiner Hose und verdammt, mein Pimmel war so steif wie nie zuvor. Er drang völlig von alleine aus dem Schlitz meiner Unterhose. „Darf ich ihn mal anfassen?“, fragte Toni keck. Ich nickte überrascht und sie griff mutig zu, während ich mich wunderte. Meinem Burschen schien das sogar zu gefallen. Dann nahm sie auch noch meine Kamera und fotografierte ihn. Sie hielt sogar die Kamera richtig.
„Was hältst du davon deine blöde Unterhose auch noch auszuziehen?“, bat sie dann. Ich tat es, was soll’s. Dann erschrak ich aber doch, als sie sich vorbeugte und ihm plötzlich einen Kuss gab und dann - ich musste vor Überraschung tief Luft holen ... nahm sie ihn in den Mund. „Du hast da ja wirklich einen Prachtkerl“, wurde mir angedeutet. „Und du hast wirklich noch nie mit einem Mädchen geschmust?“, wollte sie, überhaupt nicht neugierig, von mir wissen. „Nö, ich hatte noch nie Gelegenheit dazu.“ „Jetzt bin ich mal ganz frech,“ grinste sie. „Hast du denn schon mal – ich meine …“, wieder mal errötete sie „gespielt mit ihm?" „Toni, ich bin gerade in dieser Beziehung halt ein wenig blöd, das weiß ich. Aber nicht zu blöd, um nicht zu wissen, zu was so ein Ding, und so eines, wie du es hast, gut ist. Und natürlich habe ich schon gewichst. Ich bin ja kein Kind mehr“, lachte ich nun doch. Ob da ein wenig Angabe dabei war? „Du hast mir in Mathe geholfen, dann werd ich jetzt dir dabei halt helfen“, erklärte sie großzügig. „Lass uns doch einfach auf dein Bett legen, da ist es viel bequemer. Aber bitte nichts tun, was ich dir nicht ausdrücklich erlaube!“
Wir legten uns und Toni erklärte mir, was da wirklich läuft. Dass sie erfahren ist, hatte sie ja schon zugegeben „Wenn du aber jemals mit einem Mädchen schmust, musst du unbedingt darauf achten, sie da nicht zu verletzten“, sagte sie mir, eindeutig auf ihre Muschi deutend. Danach erklärte sie mir genau wo, wie und was. Dabei durfte ich sogar, auf meine Bitte hin, Details anfassen, sogar fotografieren.
Danach gingen wir der Sache durch direktes Erforschen in der Praxis nach. Es dauerte nicht lange, dann wusste ich, wie so eine Muschi wirklich aussieht, auch wenn die Haare sehr störten. Es dauerte auch nicht zu lange, bis ich wusste, was einer Frau gefiel, wie man sie mit Finger und Zunge da unten befriedigen konnte. Was ich natürlich auch nicht wusste, Mädchen können da schon seltsame Töne von sich geben, wenn sie dann womöglich kommen. Wenn auch sie dieses eigentümliche Gefühl überwältigt, können sie im wahrsten Sinne des Wortes, sehr konvulsivisch reagieren. Bei Toni versteifte sich erst der ganze Körper, dann schüttelte es sie, als hätte sie einen Krampfanfall. Nun wusste ich endlich Bescheid, dank der erfahrenen Toni. Sie forschte auch; das endete damit, dass auch mir urplötzlich jenes heiße Zucken wieder einmal durch den Unterleib fuhr.
Es war wie immer angenehm merkwürdig, tat fast weh und eine Art kitzeln kam noch dazu, obendrein veranstaltete er auch noch eine prächtige Schweinerei; die nackte Toni war plötzlich im Gesicht total verschleimt und hatte zudem kräftig was zum Schlucken, das normalerweise in einem Tuch verschwand. Sie hörte auf und strahlte mich an: „Du bist gekommen, ich bräuchte jetzt aber dein Taschentuch.“
„Entschuldige Toni, da war ich einfach nicht darauf vorbereitet. Aber es fühlte sich prima an. Daran könnte ich mich gewöhnen, selbst bringe ich es nicht so gut hin.“
„Mir ging es auch so Paul, das habe ich jetzt einfach mal gebraucht.“ Sie reinigte sich, dann kuschelte sie sich an mich. Nach einer kleinen Weile bat sie, ins Bad zu dürfen. Wir quasselten danach, wieder auf dem Bett liegend, noch eine Weile. „Ist das bei euch Mädchen das gleiche Gefühl? Woher weißt du denn das alles? Du bist doch kaum älter als ich?“, war ich neugierig. „Frauen sind halt frühreifer als Männer. Sie haben schon mit zwölf oder so ihre Tage. Wenn das Theater erst einmal beginnt, sollte ein Mädchen schon wissen, was mit ihrem Körper los ist. Und mit meinem Freund – na, ja, wir schmusten natürlich auch, wie ich schon sagte.
Dabei muss man natürlich auch üben, feststellen was Freude macht, bis man dazu kommt.“ Dann stand sie auf, kleidete sich an und ging. Zuvor meinte sie aber noch: „Bitte Paul, das alles bleibt aber unter uns!“ „Ich quatsch doch nicht; habe ich dir doch Einiges zu verdanken - mehr Wissen. Ich werde es aber sicher auch mal mit einem anderen Mädchen versuchen. Das war ja wohl auch Sinn der Übung.“
„Einverstanden - ahm – hättest du was dagegen, wenn wir beide dieses Spielchen noch öfters machen? Ahm – deklariert als Nachhilfe? Ich sagte ja, ich habe derzeit keinen Freund und … ich brauche dieses Gefühl irgendwie. Ich mache es mir nämlich ebenfalls nicht so gerne alleine. Jetzt ist es aber höchste Zeit für mich, nach Hause zu kommen.“ „Wenn es keine offensichtliche Affäre zwischen uns wird – bin ich dafür. Nur, für eine wirkliche Freundschaft, bin ich noch nicht bereit. Von mir aus also nächsten Mittwoch. Um die gleiche Zeit.“ „Okay!“, lächelte mich Toni an. Nachdem ich sie zur Haustüre gebracht hatte, ging ich zurück auf mein Zimmer, nachdenken. Das war schon ein wenig verwunderlich, was ich mit Toni da gerade erlebt hatte. Dass Mädchen anders gebaut sind als Männer, das war ja nun nicht zu übersehen. Mit sechzehn ist man in dieser Beziehung ja nicht mehr voll doof. In einem hatte Toni allerdings voll recht – zu zweit macht es sehr viel mehr Spaß, als alleine im Bett. Das nächste Mal muss ich aber unbedingt zwei Taschentücher parat haben.
„Wer war denn das Mädchen, das dich heute besuchte? Ein Mädchen war ja noch nie da“, fragte Mom beim Abendessen. Ich schreckte hoch. Meine Gedanken waren immer noch unter dem Rock von Toni. „Das war Toni, aus meiner Klasse. Sie hat Probleme mit Mathe. Jetzt hat sie es wohl halbwegs begriffen. Ich fürchte, sie wird aber noch öfters kommen. Wir haben uns auf Mittwochnachmittag geeinigt, bis sie zumindest die erste Zwei geschrieben hat. Oder spricht da was dagegen?“ Mom und Pop lachten mal wieder. Mom sagte etwas auf Französisch zu Pop, das ich leider immer noch nicht verstand. Sie sprachen zu schnell und die paar Worte, die ich verstand, ergaben für mich keinen Sinn. Sie sprachen immer dann Französisch, wenn ich etwas nicht hören sollte. Ein Anreiz für mich, fleißig zu lernen. Dann fragte mich Mom: „Du willst jetzt aber nicht sagen, ihr hättet nur gelernt?“
„Gut eine Stunde schon, dann haben wir noch ein wenig zusammen gequasselt. Mehr was Privates. Warum fragst du?“, antwortete ich, ahnend, dass Mom etwas mitbekommen hatte, von dem was später da noch geschah. Mein Sohn!“, begann jetzt auch noch Pop. Das hörte sich nach einem kommenden Verweis an. Hatte ich, mit meinen sechzehn, übertrieben? „Mom erzählte mir da von seltsamen Geräuschen, die aus deinem Zimmer kamen. Aber mal ganz im Ernst. Mom und ich wissen natürlich, dass du gerade in einem gefährlichen Alter bist. Da brechen neue Eindrücke und neue Erfahrungen auf dich ein. Das wird wohl auch ein oder zwei Jahre so bleiben. Nun gut, da müssen du und auch wir durch. Komme nachher mit in mein Büro. Ich werde dir ein Buch geben, in dem du die meisten Fragen beantwortet findest, die da in nächster Zeit in deinem Privatleben, wie du es schon nanntest, auftauchen werden. Wenn etwas unklar ist, dann frage mich halt. Wir haben uns bisher gut verstanden, warum soll das in Zukunft anders sein.“ Ich fürchte, ich lief jetzt aus Verlegenheit doch rot an. Aber was sollte ich darauf antworten. „Du warst bisher ein vernünftiger Junge, bist unserem Rat stets gefolgt und bist nie durch größere Streiche aufgefallen. Vor allem hast du bisher die Schule sehr gut gemeistert. Dein Benehmen ist ausgezeichnet, man kann dich auf die Gesellschaft loslassen.
Nun haben wir eigentlich nur zwei Wünsche, die du uns, nach kurzem Nachdenken, sicher erfüllen kannst: Bleibe gut in der Schule, auch wenn deine Gedanken abgelenkt werden und … eigentlich selbstverständlich, benehme dich den Mädchen gegenüber wie ein Gentleman. Vor allem tue ihnen nie Gewalt an. So etwas macht ein Gentleman nicht … auch kein wohlerzogener Jugendlicher, im ersten Ansturm der Gefühle.“ „Ich werde mich bemühen“, war alles, was ich herausbrachte. Dann fiel mir noch etwas ein. „Das mit der Schule ist sowieso klar. Versprochen! Das mit den Mädchen und so? Ich bin da derzeit gerade am Forschen und – ahm – ich habe gefragt, wie es sich gehört. Ich denke nicht, dass Toni und ich wirklich was Schlimmes gemacht haben.“
„Ich denke das auch nicht Paul, da kenne ich dich, als deine Mutter, viel zu gut. Aber versprich mir, dass ich mir da auch nie um dich oder deinen Besuch Sorgen machen muss. Dann werde ich deinem Versprechen einfach Glauben schenken“, mischte sich jetzt auch noch Mom mit einer etwas belegten Stimme ein. „Das ist versprochen Mom, egal wo ich mit einem weiblichen Wesen zusammenkomme, werde ich nur mit ihrem Einverständnis handeln.
Auch wenn es um Dinge geht, von denen ich derzeit noch gar nichts weiß. Toni sagte mir heute aber etwas, als wir da ein wenig rumschmusten, das bei mir eine große Frage aufwarf. Sie sagte, wenn es mal zu ... na ihr wisst schon, kommen sollte, so gehöre für sie Liebe dazu. Sie sprach da recht seltsam von Liebe, als würde es nur Mädchen treffen. Geht es da um mehr als diese Schwärmerei, der ich auch schon mal erlegen bin, damals in der Volksschule gegenüber meiner Klassenlehrerin oder gegenüber Hilde, der Sechzehnjährigen, damals Gast bei Pichlers am Bodensee? Ist es eine andere Liebe, als wie ich sie zu euch habe?“ Mom lächelte etwas sehr seltsam, dann kam die Antwort: „Mein lieber Paul, du wirst es sofort wissen, wenn diese Liebe zu einem anderen Menschen dich treffen wird. Du wirst es fühlen, dass es da nicht um eine Schwärmerei geht. Das ist etwas, das tief im Herzen stattfindet. Das kann ich dir felsenfest versprechen. Wenn du dir nicht völlig sicher bist, dann bin ich dafür sicher eher als Ansprechperson geeignet als Pop“, lachte sie dann los. Ich war mal wieder um ein neues Nichtwissen reicher. Pop stand auf und ging in sein Zimmer, kam aber sofort zurück und gab mir ein recht dickes Buch mit den Worten:
„Diese Lektüre würde ich dir zum Lesen anraten. Wenn du sie aufmerksam gelesen und trotzdem noch Fragen hast, dann frage mich einfach.“
Van der Velde: Die vollkommene Ehe stand auf dem Bucheinband. Ich blickte kurz hinein. Zeichnungen, keine Fotos, es sah sehr nach Fachbuch aus. Ich bedankte mich, dann sagte ich Gute Nacht und begründete mein frühes Verschwinden damit, das ich noch ein wenig in dem Buch lesen wolle. Als ich noch einmal zurückblickte, bevor ich aus dem Zimmer ging, sah ich meine Eltern lächeln. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass dieses Lächeln mir galt.
Ich duschte, dann legte ich mich mit dem Buch ins Bett. Es war zwar erst neun, aber ich war heute irgendwie geschafft. Ich las und mit dem Lesen kam einiges an Erleuchtung. Wie war doch das Wort, das Toni benutzte? Ach ja, onanieren fand es im Verzeichnis und wurde belehrt, was ich inzwischen schon wusste und, dass das korrekte Wort masturbieren sei. Man kann es bei sich selbst oder bei anderen machen, gar gegenseitig zur Steigerung der Lust beim Vorspiel, stand da. Mhm. Nochmals ausprobieren. Es macht wirklich Spaß. Als Toni es mir machte und ich dabei an ihr rumspielte, war es aber viel schöner. Ich hatte in dem Buch jedoch gelesen, das sei der Sinn der Übung. Ob es alle Mädchen wohl mögen? Meinen sie das mit Rumfummeln, wie ich es schon verschiedentlich hörte? Bisher dachte ich da eher an Antatschen. Wobei ich mir selbst gegenüber zugeben musste, neuerdings verspürte ich immer öfters selbst den Wunsch, ein Mädchen einfach mal anzufassen; aber nicht nur Mädchen, auch der Anblick so mancher jungen Frau reizte dazu. Viele Fragen taten sich da urplötzlich vor mir auf. Fragen, die beantwortet werden mussten. Sich jedoch anständig und höflich einer Frau gegenüber zu verhalten – da würde ich Mom und Pop sicher keine Schande bereiten.
Heute hatten wir gleich in der ersten Stunde eine Physikarbeit. Ich hatte gestern doch glatt vergessen, dafür zu lernen. Glück gehabt, ich hatte es vom Unterricht her behalten. Toni grüßte mich freundlich, ließ mich aber sonst links liegen. Erst in der großen Pause kam sie zu mir und sagte: „Na? Alles klar? Mir hat das Lernen gestern viel Spaß gemacht. Wenn du Lust hast, bei dir nehme ich gerne noch mal Nachhilfe.“ Lore und Lis standen neben mir und lachten. Toni schüttelte fast unmerklich den Kopf.
Sie wollte wohl damit andeuten, dass sie nicht geplappert hatte. So antwortete ich frech: „Wenn du es wieder mal nötig hast, sag einfach Bescheid. Heute aber nicht, ich muss heute Fotos entwickeln und kopieren.“ Toni errötete ganz leicht an den Ohren. Die Pausenklingel rasselte los. Der Unterricht ging weiter. In der nächsten Pause stand ich mit Martin und Heinz zusammen. So in einem Nebensatz und mit meinem neuen Wissen, ließ ich einfließen: „Ich müsste ganz dringend masturbieren oder noch besser beischlafen.“ Die Zwei schauten mich an als hätte ich auf den Hof gepinkelt. Das Wissen aus dem Van der Velde hatte gewirkt. „Was ist los? Wie kommt es, dass du plötzlich solche Sprüche ablässt? Hängt das womöglich mit dem kleinen Päckchen zusammen?“, staunte Martin. Auch Heinz war völlig baff.
„Sprüche?“, gab ich gelassen tuend zurück. „Machen wir es denn nicht alle? Im Übrigen, der Inhalt des Päckchens ist ein alter Hut. Aber trotzdem vielen Dank, es war irgendwie auch wirklich sehr lehrreich für mich. Die Fotos zeigten deutlich, wie man es als Fotograf nicht machen sollte.“ „Was tun wir alle und welches Päckchen?“ Roland kam dazu.
„Wichsen und ficken“, antwortete Martin lässig. „Ups“, grinste Roland. „Wo bin ich hier nur hingeraten. Also, wichsen ist gut, ficken ist sicher noch besser, aber mit wem denn? Dazu müsste man zumindest erstmal eine Freundin haben.“ Ich glaube wir seufzten alle. Soweit waren wir wohl noch lange nicht.
Am Nachmittag machte ich die Bilder von gestern fertig. Die Aufnahmen sind nicht so scharf, wie sie sein sollten, aber immerhin um einiges besser als die Bilder, die mir Martin gab. Toni hatte da ihre Muschi schön weit auseinandergezogen, man konnte wirklich etwas erkennen, vor allem bei den Details. Auch meinen Pimmel hatte sie erschreckend gut getroffen. Als ich die Bilder aber nun zum ersten Mal genau ansah, musste ich dringend auf die Toilette. Mit so einer Beule, die ich da plötzlich in der Hose hatte, konnte ich nicht für Onkel Franz arbeiten – und es lag gar Vieles vor. Nach einer Runde sehr beruhigender Beschäftigung mit mir selbst, war der Fall zum Glück wieder gegessen. Die Arbeit für Onkel Franz ging zügig voran. Nachdem die Arbeit erledigt war, fragte ich ihn, ob ich ein paar Vergrößerungen, im 13x18-Format, für mich selbst machen dürfte. „Mach mal!“, antwortete er wie stets sehr freundlich.
Wenn das erste Mal Menschen drauf sind, möchte ich sie aber bitte sehen; nur um zu beurteilen, ob du Fortschritte machst. Bei Landschaften, wie immer nur das Beste was dabei raus kam. Du machst das inzwischen ganz prima.“ Ich habe mich gestern mal an eine Klassenkameradin gewagt“, gab ich so halb zu. „Sie kam eigentlich nur zum Lernen. Zum Dank stand sie mir dann etwas Modell.“ Dabei dachte ich natürlich nicht an die Nackt-, geschweige dem an die Nahaufnahmen. Toni hatte mir auch für zeigenswerte Fotos Modell gestanden, nachdem sie sich wieder angezogen hatte. Nun machte ich halt davon auch je zwei Abzüge, vor allem für Onkel Franz, aber auch um sie Toni zu schenken. Von den Nahaufnahmen, wo man nicht erkennen konnte, woher sie stammen, machte ich ebenfalls je zwei Kopien. „Na, für einen ersten Versuch ist das ja gar nicht schlecht. Du hast das Mädchen gut getroffen, wenn es auch noch ein wenig sehr amateurhaft aussieht. Du musst versuchen, da mehr die Ruhe eines professionellen Portraits rein zu bekommen. Das Modell scheint aber sehr begabt zu sein. Dieses Leuchten in ihren Augen, ihre völlig entspannte Körperhaltung - kein bisschen verkrampft.
Die solltest du dir als Modell warmhalten“, wurde ich vom Onkel belehrt. Ich bedankte mich und ging nach Hause, der Arbeitstag war vorbei. Innerlich musste ich auf dem kurzen Heimweg aber doch schmunzeln, vor allem wegen des Warmhaltens …
Beim gemeinsamen Abendessen gab es nichts Neues, nur Mom klagte ein wenig, sie hätte gerade eine Schreibblockade. Pop machte ihr den Vorschlag, ob ihr da eventuell eine kurze Ferienwoche in den Herbstferien nützlich sein könne. Er schlug Bad Liebenzell im Schwarzwald vor. „Die Idee ist gut, aber Bad Liebenzell ist viel zu langweilig. Was hältst du von einer Woche Marbella, diesem aufstrebendem Ferienort in Spanien? Ich zahle auch etwas zu, dann können wir vielleicht in ein besonders gutes Hotel, direkt am Strand. Denn genau das ist es, was ich brauche, junge, adrette Leute um mich!“ Der Vorschlag wurde angenommen. Dass ich in den Kurzurlaub mitkam, war für mich selbstverständlich. Ich fragte mich später im Bett lediglich, was denn eine Schreibblockade sei und durch was sie ausgelöst würde. Ich hatte vor Freude vergessen zu fragen.
Im Bett nahm ich mir das neueste amerikanische Photo-Fachmagazin vor, das ich abonniert hatte. Zuerst natürlich des Englischen wegen, zum anderen, weil ich ja Fotograf werden wollte. Das Titelthema waren Dynamic Pictures. Ich konnte den Begriff zwar übersetzen, aber wirklich etwas damit anfangen konnte ich nicht. Das Lesen brachte jedoch bald Licht ins Dunkel. Es ging darum, Fotos einen Anschein von Bewegung einzuhauchen; ihnen damit mehr Leben zu verleihen. Schlicht gesagt, die Langeweile rauszunehmen.
Bisher gab es eigentlich nur drei Arten von Bildern, las ich: das Portrait, die Sachaufnahme und die Presse- beziehungsweise Amateurbilder; der Unterschied bei Letzteren lag alleine in der Aktualität oder der Qualität. Was ein Portrait ist, weiß wohl jeder, diese steifen Fotos von Menschen, die da irgendwie gekünstelt da stehen, meist in einer Körperhaltung, die eher zum Lachen reizt, als dass sie einen lebenden Menschen oder eine Menschengruppe zeigen. Natürlich gab es hier auch Aufnahmen in höchster Qualität. Aber sie blieben halt doch die Ausnahme.
Zu den Sachaufnahmen gehören neben meist technischen Dingen auch Landschaften, unter Umständen auch Tieraufnahmen. Diese Bilder haben meist einen hohen Informationsgehalt, protzen jedoch leider weniger mit Schönheit, die bei solchen Aufnahmen auch nicht unbedingt benötigt wird. Die Pressebilder und auch die Amateurbilder, zeigen ebenfalls Menschen, auch Menschen in Bewegung, aber so wirklich schön sind sie meistens nicht. Tempo wird sehr oft durch Unschärfe gekennzeichnet und die Krone ist wohl Tante Lisa vor dem schiefen Turm von Pisa, mit Tante Lisa, ganz klein, kaum sichtbar vor dem großen Turm, dessen Schiefe nicht einmal erkennbar ist. Solche Aufnahmen zeigen von einem absoluten Nichtverständnis gegenüber dem Bildinhalt und noch weniger von Interesse daran zu Informieren. Meist wird einfach ein Ereignis gezeigt, ohne dabei viel Aufmerksamkeit auf die Qualität zu legen, so eine Art Schnappschuss halt. Hier geht es nur darum, etwas bildlich zu belegen. Auf eine gute Bildkomposition wird leider wenig Wert gelegt. Hauptsache es ist alles drauf was man sehen soll, dann genügt es bereits den Ansprüchen,
Genau genommen gibt es noch eine vierte Art von Bilden, die aber fast immer den vorher Genannten zuzuordnen sind. Es sind Bilder gemeint, wo ein Fotograf offensichtlich auf den künstlerischen Aspekt Wert legt. Zum Beispiel auch Stillleben oder Spiele mit Schatten. Genau dies ist eigentlich das Fachgebiet von Pop. Nach einer ersten Einweisung von ihm, hatte ich mich auch mal daran gemacht solche Bilder zu produzieren – aber, ganz ehrlich – sie waren mir zu langweilig und in der Herstellung zu aufwendig. So stürze ich mich bisher vor allem auf Landschaftsaufnahmen, von denen einige Gnade bei Onkel Franz und sogar Beachtung bei Pop fanden. Landschaftsaufnahmen war bisher mein Hauptbetätigungsfeld, zu dem ich bereits vor einem Jahr eine gute teure Spiegelreflexkamera geschenkt bekam. Eine Canon. Inzwischen ist das Filmmaterial für Kleinbildkameras so empfindlich und dabei doch feinkörnig geworden, dass man mit einer solchen Kamera sehr viel anfangen kann. Was da jetzt sonst noch so geht, wurde nun in diesem Artikel, wohl in Fortsetzungen, beschrieben. Ich las sehr aufmerksam. Schon alleine die Idee, Menschen in der Bewegung zu fotografieren beeindruckte mich.
Ich hatte in den vielen Zeitschriften und Magazinen, die sich Mom abonnierte, schon öfters bemängelt, dass die Bilder, außer ein paar wenigen Portraits, eigentlich keinerlei Reiz ausübten. Sie waren lediglich Dokumentationen, Sachaufnahmen ohne jegliches Leben – sie wirkten einfach gestellt.
Nun zeigte der Artikel vier Bilder, jeweils in der Gegenüberstellung, dass es auch wirklich ganz anders ging. Das erste Bildpärchen zeigte zuerst ein nettes Mädchen, das recht gelangweilt, mit hängenden Armen und unnatürlicher Körperhaltung, vor einer trostlosen Wand stand. Sicher, dass das Mädchen nett war, konnte man gut erkennen. Dem Gegenüber, das gleiche Modell, noch immer vor der gleichen tristen Wand. Das Bild suggerierte dem Betrachter jedoch, das Mädchen käme einem freudig entgegen, wollte den Betrachter begrüßen, ihm womöglich um den Hals fallen. Obwohl da sehr viel Bewegung drin war, war das Foto jedoch scharf und keinesfalls verwackelt. Das zweite Bild war sehr frech, mich wunderte sogar, dass es die amerikanische Zensur passierte, denn das Mädchen hatte einen nackten Oberkörper, unten rum ein kurzes weißes Röckchen.
Sicher gewann es auf dem einen Bild schon reichlich Aufmerksamkeit. Noch vor einer Woche hätte ich es wohl ausgeschnitten und in meinem Nachttisch verwahrt. Das Mädchen zeigte die ersten nackten Brüste, die ich je gedruckt sah. Nun ja – sicher gab es schon viele Bilder dieser Art, es war bestimmt kein Novum, aber zu Zeitschriften dieser Art hatte ich keinen Zugang, war bisher auch nicht im geringsten interessiert daran. Mit Toni hatte sich das jedoch schlagartig geändert.
Das Partnerbild war aber schlichtweg umwerfend. Das Mädchen drehte augenscheinlich eine Pirouette, das Röckchen drehte sich hoch, man sah sogar eine winzige Andeutung ihres Schlüpfers. Die Sensation aber war, ihre Brüste hoben sich deutlich, sie schwangen im Vergleich zum normalen Bild. Auch ihre langen Haare waren in Bewegung. An den Haarspitzen war eine winzige Unschärfe zu bemerken, auch am Saum des Röckchens. Es war jedoch kaum sichtbar, im Gegenteil, diese leichte Unschärfe unterstützte die Bewegung noch. Das war ein Bild, das mich voll begeisterte. Moms Bemerkung kam mir in den Sinn, als ich das Bild gut zehn Minuten bewunderte. Ihre Bemerkung, dass ich es merken würde, wenn ich mich verliebe.
